Bücherrisch.
— »Fünfzig IahreDeutsch er Geschichte" (1871 — 1921) von Oberft a. D. Friedrich 3man uel. Verlag: »Veteranendanl". Buchhandlung des Verbandes Deutscher Kriegs-Beteranen. Adolf Wegener, Berlin S W 48, Wllhelmstraße 114. — Das mit warmherzigem Gefühl für unseres Volkes Hot geschriebene Buch hält einen Haren Spiegel der Selbsterkenntnis und der Wahrheit vor. Es zeigt, welche Eigmschaften uns zur Glanzzeit vor fünfzig Jahren u.üer der Leitung Bismarks empor geführt haben und welches die Ursachen unseres jetzigen Zusammenbruchs ftnd. Das Buch ist darüber hinaus ein Wegweiser in eine bessere Zukunft.
— Don den Oberammergauer Passions- Spielen bringt die soeben erschienene Dummer 4075 der Leipziger „Illustrierten Zeitung" (3 3 Weber» eine ganzseitige Zeichnung von F Schworm- städt »Ehristus vor Pilatus". Einen reich gebilderten Aufsatz .Oberammergau einst und jetzt" veröffentlicht Gustav Herrmann Fesselnden Lesestoff bieten die verschiedenartigsten Artikel und belletristischen Beitrage. Heben dem Gesagten finden die Ta lesereigniffe in Wort und Bild eingehende Berücksichtigung
— Reichs mieten und Wohnungs- a 5 3 a b e. Beschreibende und kommentierende Ausgabe des Reichsmietengesetzes und deäReichs- gesetzes über die Erhebung einer Abgabe zur Förderung des W'hnungibaues v. S.adtrat Dr um- btz. IndnÜ^ie^er.ag Spaeth u. Li, De, Berlin C 2.
ZrrnLe?.
Berlin, 6. Juni. Börsen st immungs- btlb. Wenn auch das Geschäft heute wieder keinen größeren ülmsang annahm, war die Grundstimmung der Börse unter der Einwirkung der am Devisenmarkt eingetretenen wesentlichen Befestigung und ber über den Geschäftsgang in Handel und Indust rte vorliegenden günstigeren Berichte, wonach der zeitweise Stillstand in dem Eingang neuer Aufträge verschiedentlich einer aiefentlrchrn Belebung gewichen war, doch fest. Die Kurserholungen machten weitere Fortschritte. Sie betragen für die Mehrzahl der Aktienwerte 30—40, vereinzeli. bis 70 Prozent für Laurahütte, Deutsche Kali, Hammersen und Stöhr über 100 Prvz. Die nach oben gerichtete Kursbewegung hielt bei Heinen Umsätzen auch weiterhin an. In den zu Einheitskursen gehandellen Industriepapieren hat das Angebot vollkommen nachgelassen. Rück-, Weinungs- und AnlageLLufe bewilLten auch hier teilweise ganz ansehnliche Kurs des serungen. Am Markte der festverzinslichen Werte waren heimische Anleihen aut behauptet. Größere ülmsahe fanden bei anziehenden Kursen wieder in 3prv- zentiger Reichsanleihe statt. Bon ausländischen Renten setzten ungarische^ österreichische, türkische, rumänische und mexikanische ihre steigende Bewegung fort, wobei besonders letztere als reine Valutapapiere und Türkenlofe mit ganz wesentlichen Kurssteigerungen bedacht wurden.
Frankfurt am Main, 6. Juni. (Börse n st t m m u n g s b i l d.) Die Befestigung deS Dollarkurses im heutigen Vor mit- tagSderkehr auf 283, 284—287 löste auf dem Effektenmarkt eine lebhaftere Stimmung aus. Das Geschäft nahm jedoch nur in einzelnen Spezialpapieren einen größeren Umfang an. • 3m freien Verkehr wurden folgende Kurse genannt: Benz 485, 490, Hansa Lloyd 235, Inag 390—400, Rastatter Waggons 545, Drvwn-Dowert 355—360. Die Kursbesserung machte auch für chemische Werte mäßige Fortschritte. Änilinwerte wurden höher bezahlt. Maschinensabrikaktien fanden zu höheren Kursen Aufnahme. Unter den Mon
tanaktien, für welche größeres Interesse her- vvrrrat, wurden Ribeck-Montan besser bezahlt. Höher stellten sich ferner Laurahütte um 100 Prozent, Harpener um 30 Prozent, und Gelsenkirchener um 25 Prozent. Im Verlaufe blieb die Haltung fest. Am SinheitSmarkt waren verschiedene KurSerhohungen zu verzeichnen. Immerhin war die Llmsatztatigkeit noch bescheiden zu nennen. Heimische Anleihen waren abgeschwächt. Die Börse schloß bei ruhigem Geschäft und festen Kursen. Privatdis- kont 4y2 Prozent.
3 r an Hurt a. 1, 7. 3uni.
Börsenkurse.
Frankfurt Berlin
Schluß- 1-ülhr- Schluß- Anf.-
Kurs
Datum: 2..6
5°/,Lllch.Kriegsanl. £7,50 4'/»Dtsch. Reichsanl. 3°/0 Dtsch. Reichsanl. " 4°/» Pceuß. Konfols «9,- Hamburg-Paketf.. . 3’^50 Ryrddeutjcher Lloyd «13, - Eomm.u.Privatbank ^01,- Darmstädter Bank . 28^. *“ Deutsche Dank . . . oöll,- Disconto-Gesellschaft 415,- Dresdner Bank. . . 311,- Mitteld. Ereditbank. 249,- Äattor.albank f. D.. 295,- Boch. Gußstahlwerke * • ” Bud.-Eisenw.-Akt.. 800,- D.-Luxemb. Bergw.. 878,— Gelsenkirch. Bergw.. - Harpener Bergbau. 1800,- Oberschl. Eisenb.-B. 770,— Oberschief. Äsenind. 568 - Phönix-Bergb.-Akt. 1J40,- Bad.Anilin-u. Soda 700,— Höchster Farbwerke. 62-3, - Allg. Clektr.-Ges. . . 655,- Felten L Guilleaume -*, — Schuckert-Werke. . . 670,- Adlerwerke 494,- Daimler 423, -
4° 0 Heft. Staatsanl. 84,56
Electron Griesheim 719,-
Dtsche. Dereinsbank 202.-
Kurs Kurs Kurs 6. 6. 2. 6. 6. 6.
77.50 77,50 77,5-) 119, - 120, - 121 - 149 - 145, 149,90
8-,50 86,50 86,50 410,- 389,50
319,- 312,- 317,75 299,- 299,- 293, - 2b8, — 291,- 291, < 565, — 550, — 552, — 419,- 418,- 418,- 317,- 314,50 318,— 251.- 250,- 250,84 296 - 295 - 295,-
- - 945,- 1009,- 840'- 80 ,- «05,- 910 - 839,- 916, - 925'- 911,- 940,-
152 - 1830,- 1830,- 810'- 789,- 805,- uUü — 57+,— 5o3, — 1120'- 1049,- 1100,-
7l0 — 703,- 715,- 640,- 625,- 631,- 670,- 730,- 680,- 780,- 740,- 744,- 630, — 580,- 625,- 500,- 480,- 457,- 425,- 458,
84,50 80.- 81,60 750,- 730,- 759,- 200,-
Züricher Devisenmarkt,
ö. 6. 7.6.
Wechsel auf Schwerzer Franke«
Holland 100 Fl. = 203.-0 203.75
Deutschland 100 Ml. => 1.87 L77
Wien 100 Kr. --- 0.04 0.03
Prag 100 Kr. --- 10.10 10.1L
Paris 100 Fr. --- 47.70 47.60
London 1 £ — 2M6 23.48
Italien 100 SL * 27.20 27.15
Drüffel 100 Fr. * 444)0 44.-
Budapest 1Y0 Kr. --- 0.625 0.60
Reuyork 100 | = 522. - 521.50
Agram 100 Kr. ----- 1.825 1.90
Warschau 100 Ät- ----- 0,13 0,13
Markuotienmgeu.
Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:
Datum: 1.7.14. 3.L 6.6.
Zürich Fr. 125.40 1,91 1,81
Amsterdam Fl. 59.20 —-, -
Kopenhagen ..... Kr. 88.80 1,70 1,62
Stockholm Kr. 88.80 1,42 2,54
Wien Kr. 117.80
Prag Kr. 117.80
London Sh. 97.80 1,22 1,29
Reuyork $ 23.80 *,37 —,35
Paris Fr. 125.40 —3.80
Behördliche Anzeigen
Bekanntmachung.
Durch Beschluß der Stadtoerordneten-Dersamm- hing vom 30. Mai d. Fs. ist das Schulgeld für die höhere und erweiterte Mädchenschule mit Wirkung vom 1. April 1922 an wie folgt festgesetzt worden: a) für die höhere Mädchenschule auf jährlich 2500 Mk. für alle Klassen. Dieses Schulgeld ermäßigt sich jedoch für Einkommen unter 150 000 Mk. und beträgt: bei (Einkommen unter 150000 Mk. bis 125000 ML.
-- 1 900 Mk.
bei Einkommen unter 125000 Mk. bis 100000 Mk. = 1 500 Mk.
bei Einkommen unter 100000 ML. bis 75000 Mk. — 1200 Mk.
bei (Einkommen unter 75000 Mk. bis 50000 Mk. — 900 Mk.
bei Einkommen unter 50000 Mk. bis 40000 Mk. = 700 Mk.
bei Einkommen unter 40000 ML. = 500 Mk. b) für die erweiterte Mädchenschule auf jährlich
1300 Mk. für alle Klassen. Dieses Schulgeld ermäßigt sich jedoch für (Einkommen unter 150000 ML. und beträgt:
bei (Einkommen unter 150000 ML. bis 125000 Mk.
= 1000 Mk.
bei Einkommen unter 125000 ML. bis 100000 ML. = 800 Mk.
bei Einkommen unter 100000 ML. bis 75000 Mk. --- 600 Mk.
bei (Einkommen unter 75000 Mk. bis 50000ML. --- 450 ML.
bei Einkommen unter 50000 ML. bis 40000 Mk 350 Mk.
bei Einkommen unter 40 000 Mk. = 250 Mk.
Für Schülerinnen beider Schulen, deren (Eltern ober sonstige Unterhaltungspflichtige nicht in Gießen, aber in Heften wohnen, wird außerdem ein Schulgeldzuschlag von 15°/,; für Schülerinnen, deren (Eltern PP- *n Heften wohnen, ein solcher von 25°/. und für Ausländer ein solcher von 100°,o erhoben. Ikr Nachweis über die Höhe des Einkommens ist dem Direktor der Schule durch Vorlage des Steuer- Zettels für das laufende Jahr zu erbringen. Für bas Fahr 1922 ist die endgültige Steuerveranlagung von 1921 maßgebend. Solange diese noch nicht vor- liegt, wird in allen Fällen ein vorläufiges Schulgeld von 500 Mk. für die höhere Mädchenschule und von 250 Mk. für die erweiterte Mädchenschule erhoben. Sobald die Zahlungspflichtigen im Besitze der Steuerbescheide für 1921 sind, sind diese ungesäumt dem Direktor der Schule zur Feststellung des endgültigen Schulgeldes vorzulegen, worauf alsdann die (Erhebung des endgültigen Schulgeldes erfolgt
Die seither geltenden Ermäßigungen für (ße- schwister und die Bestimmungen über Freistellen bleiben in Kraft
Gießen, den 2. Funi 1922. 54878
Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Seib.
Vergebung von Fuhrleistungen
Die Fuhrleistungen für daS Gas- und Waffer- werk sollen vom 1. Zull 1922 ab vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Lienststunden bei uns auf Zimmer Ar. 6 zur 6tn- sicht offen. Angebote sind unter Benutzung der bei uns zum Selbstkostenpreise erhälllichen Dor- drucke bis zum
Donnerstag, de« 15. Juni 1922 vormittags 10, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Freie Auswahl unter den Bewerbern, die an ihr Angebot 2 Wochen gebunden sind, bleibt Vorbehalten.
Gießen, den 6. Juni 1922. 5486B
Städt Gas- und Wafferwerk Gießen.
Steding.
Pferdeverkauf.
SamStaa, den 10. 3unt 1922, dorr«. 10 Uhr, werden in der neuen Dergkaferne Friedberg 2 Pferde meistbietend gegen Barzahlung versteigert
II. Polizeiwachtabtellung. 5493D
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B HAMBURG und deren Vertreter la:
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Berliner Devisenmarkt.
Gelb Brief Geld Brief
Datum: 2. Juni. 6. Iunt
Amstd.-Rotterd. Brüftel-Antw. . Ehristiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . Helsingfors. . . Italien London Reuyork Paris Schweiz .... Spanien Deutsch-Oesterr, Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Iapan.
■Rio de Janeiro
1056L76 10586,25 1126 ,90 i 1289,10 2284*20 2 90X0 2420,05 2121,95 4857,90 4866.10 5183,50 5196,50 5927 55 5942 45 6332,05 634.,95 7041,15 70o8 85 ?5iL,6d 7529,40 679,25 580,75 621,20 62z,80 1418,20 1421,80 1498,-0 1501,96 1213,t5 1216,55 129 ,35 1296, 5 271,41 27 ,09 287,14 287,80 24 '6,85 2503,15 26.1,70 2628,30 5233,45 5246p5 5513,10 5526,10 430'1,60 4315,40 453%c0 4545,70
2,o5 2,39 2,23 2,4 7
625,50 527,20 560,75 562,25 32,50 32,60 33,85 33^5
98,62 98,87 104, 5 104,6 >
199,25 199,75 207,70 208,30 129,25 130,- 137,25 138,25
37<5,- 3755, - 3325,- 3935, ♦
Märkte.
Frankfurter SchlachLviehmarkt.
Frankfurt a. M.. 6. Juni. Utarttber» lauf: Bei f Lottern Ha adel Rinder uni) Kälber ausverkauft, Schwei .e hinterlassen bei langsamem Geschäft etwas üeber;tani>. Im einzelnen ist zu bemeiten: Ausgetri-rben waren 940 Riader ernschl. 27 aus ©äneniarf, darunter 104 Ochsen, 43 Dullen, 793 Färsen und Kühe, ferner 355 Kälber, 150 Schafe, 1504 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zeatner Lebendgewicht: für Ochsen 3000-3300 Mk., für Dullen 2600—2900 Mk., für Färsen und Kühe 2900—3200 Mk für bette Särferc 2600—3000 Mk. für beste Kühe, für Kalber beste Qualitäten 3000—3500 Mb, für Kälber mittlere Qua itäten 2400—2900 Mk., für Kälber geringe Qua t äten 1800—2300 Mk., für Schate von 1500—2000 Mk., für Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht 3400—3700 Mk., für Schwci.ie von 80 bis 100 Kg. Lebendgewicht 3700—3900 ML. für Schweine von 100—120 Kg. Lebendgewicht 3700— 4000 ML, für Schweine von 120 bis 150 Kg. Lebendgewicht 3700—3900 Mk., für Fettschweiae über 150 Kg. 3700—3900 ML, für Sauen und Eber 3200—3600 ML Die Marktpreise Liepen am so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schliessen.
Frankfurter Obst- und ©emüfemattt.
mc Frankfurt a. M., 6. Juni. älngeachtet deS „dritten" Feiertags war das Angebot auf dem heutigen Markt durch Erzeuger sehr gut. Es bestand reichliches Angebot in Kopfsalat und teilweise auch in Spargel. Das letztere hatte den Preis von 9—12 Mk. für das Pfund. Kopfsalat kostete die Staude 60 Pf. bis 1,70 ML älm zu zu verkaufen, dürfte der Preis noch wesenllich sinken. Die am Samstag früh der Vorwoche aus der Kasseler Gegend eingetroffenen Kirschen und Erdbeeren wurden durch den Straßen handel am Dachmittag verkauft. Das Pfund Kirschen kostete 10 Mk.. Erdbeeren 20 ML Die vom Großhandel angelieferten italienischen Kartoffeln haben den Preis von ZOO—800 Mk. pro Zentner.
lIn einem Tell der Auflage wiederholL) Frankreich und die internationale Anleihe für Deutschland.
London, 6. Oarrt (WTD) Der Pariser Berichterstatter der .Lime s" schreibt, toeun der Bankierausfchuh, wie es wahrscheinlich sei, auf der Herabsetzung bet deutschen Kriegsschulden an die Alliierten als Vorbedingung einer Anleihe bestehen sollte, so werde in der Ausschuss itzang vom Mittwoch nur
berichtet werden, daß der Ausschuß nicht tn Dee L»ge ist, eine Anleihe auszutreiben. Wenn Frankreich gesagt werde, daß die Ausgabe einer internationalen Anleihe in irgendeiner Weise von der (Sumäfriganfl- der französischen Forderungen an Deutjchsand ab hänge, barm werde Frankreich Lieber auf eine Anleihe verzichten als aus seine Forderungen. Es sei klar, daß der AugenbLict für eine allgemeine Regelung noch nicht gekommen sei.
DaS Memorandum Poincares über die Haager Konferenz.
London. 6. Juni. (WLD) Laut .Daily Telegraph" ist das Memoranda mP o i xv carös über die bevorstehende Haag er Konferenz Lloyd George nach C-iccieth übersandt worden. Das Memorandum könne /e i n e sw e g s ein Vltimaium genannt werden. Es enthalte keinerlei direkte Drohung einer RichtteU- nahme Frankreichs. Das So?umerrt,Jci p skrmmt dazu, vor allem anderen festzus.ellen, wierielr der nach dem Haag entsarrdien A l 1 i e r t c n u.nd Reutralen sich Frankreich anschlreßen würden bei feinem Bestehen auf ben von D oincarö vorgeschlagenen Bedingungen. Man s i j ibod) der Mcinung. daß, wenn dies die Absicht Poincares ist, er eine täuschung erleben wird, da es -wcifet- haft fei, ob mehr als zwei Regierungen gefunden werden, die irgend einen Versuch der französischen Regierung, Umfang und Grrndlageu der Haager Konferenz unnötige Beschränkungen arufzuerlogen, unterstützen werden. Aus italienischer Seite würden sch de Facta und Schanzer gezwungen sehen, alle derartigen Forderungen im Zusammenhang mit der Haager Konfe>^r^ abzulehnen. Dieser Stand- pu k: der ita ienischen Regierung we. de demnächst sowohl nach Purrs als auch nach London Übermittelt werden.
Scheid em ann.S Schilderung des auf ihn verübten Attentates. Kassel, 6. 3unt (WTB.) Die amtliche Aatersuchung der auf Oberbürgermeister Scheidemann gespritzten Flüssigkeit hat ergeben, daß diese aas einer aufgelösten, gasförmigen Blausäure bestand, deren Wirkung absvlut tötlich ist, Demi auch nur eins Spur davon erngeatmet wird. Es muß sich also offenbar um einen Mann handeln, der gute chemische und Pharmakolo- logische Kenntnisse besitzt. Sieber den Aebersall selbst teilt Oberbürgermeisteo Scherdemann mit: „Der Mann ist zunächst ganz dicht von hinten an mich herangekvmmen und hat mir einen Teil der Flüssigkeit in der Absicht, mich zu veranlassen, den Kopf zu wenden, an die Wange gespritzt, damit ec mir diese Flüssigkeit direkt auf den Mund spritzen fönnte. Jedenfalls hat der Täter den Moment abgepaht, wo ich ihm den Kopf zuwendete, um mir die noch tn der Spritze befindliche Flüssigkeit auf die Oberlippe zu spritzen. Die starke Wirkung der Flüssigkeit geht schon daraus hervor, daß ich, trotzdem ich en Mund geschlossen hielt, nach Abgabe des zweiten Schusses bewußtlos zusammenbrach. Aach Aussage des Arztes habe ich nur meinen starken Lungen und meinem kräftigen Herzen es zu verdanken, daß der Angriff ohne weitere Folgen geblieben ist.
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