Ausgabe 
7.4.1922
 
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Bornotizen.

*

Ahr Weiterberatung

(Komm.) bekämpft in des Reichskommissars

sämtlicher Parteien mit der Kommunisten gestellt. Reichsregie u^g, mit möglichster einen Gesetzentwurf vorzulegen. Rot der Zeitungen auf

Ausnahme Ec ersucht die Beschleunigung durch den der wirtschaft-

Antrag Löwe über die Not der Zeitungen.

Dieser Antrag ist von Angehörigen

Die moralische Entwaffnung läut sich auf diese Weise nicht erzielen, solange die Besatzung über­haupt t noch da ist. (Beifall./Es gibt keine Ge­sundung der Berhältnisie -wischen Deutschland und der Welt, solange ein Stamm wie der rhei­nische unter freinder Besetzung steht. Niemand denkt bei uns an Bölkerverhehung. Bölterver- hetzung treiben diejenigen, welch: in fünf- viertel Zähren in einer Meile Am - kreis von meiner Heimat fünf t----

liche Ordnung fortgesetzt.

Abg. Dr. Herzfeld langer Rede die Stellung als Spitzenzentrale.

Morgen vormittag 11 und

Versammlung zum Gedächtnis der vor 25 Jahren erfolgten Gründung des Laubacher Eis Vereins. Der zweite Bor- sitzende, Kammerdirektor Birnbaum, erörterte zunächst die Geschäftslage des Vereins. Sodann brachte er den Antrag des Vorstandes des L.E.V. vor, OberamtSrichter Zimmermann, der von

fekte Morde und einen Tod .

gangen haben. Die Ernährangspolitik dem Rheinlande gegenüber mutz besser werden, be­sonders hinsichtlich der Kartvffcloersorgang. Die Wohirungsnot ist bei uns noch schlimmer alS in

lichem Gebiet wirksam gesteuert wi d. Der Reichstag erwartet diesen Gefetzentwur, Jo rechtzeitig, katz seine Beratuig durch den Reichs­tag unmit.el .ar nach seinem Wiederzusammentritt begonnen werden kann.

fünf p er­schlag b e -

Dumpfe Wut steigt im Volke aus, wenn unschuldige Deutsche ermordet werden. 3n welchen Fällen ist von dec Re­gierung für die Ernrocdung von Deutschen Sühne und für die Hinterbliebenen Anterstützung gefor­dert und von der Gegenseite bezahlt worden?

1896 bis 1899 als zweiter, von 1930 biS heute als erster Vorsitzender gewirkt habe, zum Ehren- tb Ehrenvorsitzenden zu

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 7. April 1922.

Amtliche Personaln ach richten. Ernannt wurden die Regierungsbauführer Albr. Bötticher aus Hagen t_ W., Wolfgang Bornemann aus Hohenmölsen (Reg. - Bez. Merseburg), Karl Eidebenz aus Craiova (Ru­mänien), Karl Lei hier aus Mainz, Jakob Malsy aus Darmstadt, Robert Müller aus Friedberg (Hessen),. Franz Ohlerich aus Ro­stock, Friedrich Pieper aus Darmstadt, Georg Schuck mann aus Affolterbach (Kr. Heppen­

heim) zu Regierungsbaumeistern.

L.A. Landesuniversität Gießen. Der Regierungsrat im Auswärtigen Amt Pro­fessor Dr. Richard Delbrück, ehemaliger 1. Sekretär des Deutschen Archäologischen In­stituts in Rom, hat einen Ruf an Stelle des nach Berlin gehenden ordentlichen Professors für Archäologie Dr. Rodenwaldt erhalten.

'* Bestandene Prüfung. Anter den 29 Kandidaten, die am Seminar zu Wetzlar die Lehrerprüfung bestanden, befinden sich zwei (Siebener: Ludwig Arnold, Frankfurter Straße 148 p. und Karl M ä n n ch e, Bleichstr. 16 A.

** Diebst ahl? 3n der Nähe des Neuen Friedhofes wurde vor einigen Tagen eine braune, innen rot gestrichene, 24 Zentimeter lange, 9 Zentimeter breite und 11 Zentimeter hohe Geldkassette erbrochen aufgefunden. Der Eigentümer wird ersucht, sich mit der Krimi­nalpolizei in Gießen in Verbindung zu sehen.

* Vertrieb minderwertigen Schlacken mehls. Die Ae^erwachungsst'.lle für Ammoniakdünger und phosphvrsäu.eüaltige Düngemittel teilt uns mit, daß folgende schwere Bestrafungen aus jüngster Zeit wegen Vertriebes minderwerti7en Schlackenmehls als Thomasmehl verhängt wurden: 1. Der Provisionsreisende Karl August Petersen der Firma Teutonia in Flensburg wurde rechtskräftig zu 3 Jahren Zucht­haus, 3000 Mk. Geldstrafe und 5 Jahren Ehr­verlust verurteilt: 2. der Düngemittelhändler Adolf H a e r t e I aus Lüneburg erhielt 1 Jahr 6 Mo­nate Gefängnis.

Die Kommunale Landesbank hat sich die Pfleie des kommunalen Kredits zur be­sondere Ausgabe gemacht. Sie ist ein reines Ai?r«^--h7ne'i dec hessischen Städte und Genuin- den, deren Vert et er den Vorstand und den Ver- üxickungsrat licken. Der Ve waltungtrat feil aus 511 Milche' ern besteben: es sind zunächst fol- cenbe 5 Mit lieber gewählt worden: Oberbürgei"- mcistcr Granzin, Offenbach a. M. als Vorsitzender, Oberbürge mckster Keller, (Siebert, als stellver­tretender Vorst!',ender, Bürgermeister Dreieicher, Sp endlingen, Barg-rm.i ter Dr. Kaiser, Bad- Rauheim, Bürra m.ifler Treitnar, lheim a. M Die noch offenen Sitze im Verwaltungsrat sind den Vertretern der il irreren Gemeinden vor­bei alten. Der Vorstand soll aus 57 Mitgliedern

erklärt hat, dir Ceschäftsführung zu übernehmen, Direktor Loh, Darmstadt. Die üb i"en Sitze sind auch hier den Vertretern kl i c e Gemünd.n vor-

Ausdau ver elektrischen Ueberlandanlagen der Provinz

Oberhessen.

Don zuständiger Stelle wird uns geschrieben:

Aus der Beratung der außerordentlichen Sitzung des P r o v i n z i a l t a g e s, die am 25. März 1922 ftattgefunben hat, ist zu ent­nehmen, daß entsprechend dem Antrag der Pro- vinzial Verwaltung und des PrvvinzialausschusseS die Fortsetzung des Ausbaues der Aeberlandanlagen beschlossen worden ist. Es ist dies um so bemerkenswerter, als die wirt­schaftlichen Verhältnisse dem Unternehmen keines­wegs günstig sind. Es ist dabei au bedenken, daß die Projektierungen, die Verhandlungen mit den Gemeinden und die Abschlüsse der Verträge mit den Gemeinden unter ganz anderen Voraus­setzungen erfolgt sind, als wie sie jetzt vvrliegen. Die genannten Vorgänge fallen in das Früh­jahr 1921, als vieles darauf hinwies, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse einer Besserung ent- gegengingen. Diese Erwartungen haben sich auf die Dauer nicht erfüllt; nach einer kurzen Auf­wärtsbewegung setzte im Herbst 1921 ein Rück­schlag ein, der nicht mehr hat überwunden werden tonnen. Die Geldentwertung schreitet seit dieser Zeit unentwegt weiter und damit haben Ma­terialien und Löhne eine nie geahnte Höhe er­reicht. Wenn gleichwohl die Provinzvertretung einmütig der Ausfassung war, daß der Ausbau nicht unterbrochen werden dürfe, vielmehr mit allen Mitteln zu beschleunigen sei, so glaubte sie der Zustimmung aller derjenigen Gemeinden sicher zu sein, die sehnsüchtig auf Licht und Kraft warten. Die Prvviirz konnte sich nicht dem Bor- Wurf aussehen, daß sie, nachdem eine größere Reihe von Gemeinden ausgebaut ist, die übrigen Gemeinden im Stiche lassen würde. Diese Ge­meinden leiden unter derselben Rot und haben deshalb den gleichen Anspruch auf Berücksichti­gung. Dahingegen müssen die durch die Fort­setzung des 'Baues beträchtlich angewachsenen Kosten in Kauf genommen werden, auch wenn dadurch die Lasten für Gemeinden und Provinz noch schwerer werden. Niemand lärm wissen, wie die Verhältnisse sich in Zukunft gestalten wer­den. Sie können sich noch bedeutend verschlech­tern, so daß eine Versäumnis oder eine Säumig­keit sich noch schwer rächen könnte. Es soll noch darauf hingewiesen werden, daß diejenigen Ge­meinden, die bereits im vergangenen Jahr aus- gebaut worden sind, selbstverständlich die jetzt entstehenden höheren Baukosten mitzutragen haben, da das auszubauende Gebiet A l s f e l d LauterbachSchotten als ein einheitlicher Taubezirk angesehen wird, innerhalb dessen zum mindesten die Baukosten für das Fernleitungs- neh nach einheitlichen Durchschnittssätzen aus- geschlagen werden. Die Provinz wird dafür zu sorgen haben, daß die Dauarbeiten mit mög- lickster Beschleunigung durchgeführt werden und hat deshalb die bauausjührende Firma verpflrch- tet. den Ausbau in diesem Zähre zu vollenden, falls nicht noch besondere, nicht voraussehbare Ereignisse eintreten sollten. Welche Leistungen in den letzten Jahren vollbracht worden sind, mögen folgende Zahlen ergeben: 3m Zähre 1920 wurden .17 Gemeinden und 18 Einzelanlagen, im Zahre 1921 wurden 52 Gemeinden und 17 Einzelanlagen und im Zahre 1922 bis Ende März 21 Gemeinden und 5 Einzelanlagen an das Aeberlandnetz angeschlvssen. 3m laufenden Zcchr soll der Anschluß der restlichen ettea 100 Gemeinden erfolgen.

Berlin. Alle Deutsche muffen sich in uns zier Not als eine Gemeinde fühlen, als eine Ge­meinde neuer Hoffnung. vss saNfefl.*

3m einzelnen sagte Korell noch: Wir bitten, der Abg. Korell in seiner im Sitzungsbericht bereits angeführten Rede weiter aus: Wir bitten, die Desatzungsfrage in Genua jur Sprache z u bringen. Wilson war seinerzeit nur schwer für die Besahungsarmee zu gewinnen. Es ist politisch und sittlich unmöglich, die Rhein­lande 15 Zahre unter Fremdherrschaft zu stellen. Amerika wäscht jetzt achselzuckend seine Hände in Anschuld. Wenn wir diese Frage zur Sprache brachten, nahm die englische Regierung eine eigen-- tüwliche Haltung ein. Sie erklärt, es seien ihr keine Beschwerden zu Ohren gefommen. Das ist nicht wahrheitsgemäß. Die englische Regierung stützte sich dabei auf die Angaben der Rhein- landkommission. Neuerdings ist im englischen Par­lament von der englischen Regierung gegen eine gewisse Zettelpropaganda für das besetzte Ge­biet Stellung genommen worden. 3ch weiß nicht, war eine solche Propaganda in England ge­trieben hat, aber England könnte siH bei seiner Northcliffe-Propaganda darüber doch nicht wun­dern. 3n den letzten Tagen ist wieder eine Reihe Aeberfälle Farbiger auf weiße Frauen vorgekom­men. 3ch wurde in Mainz deswegen vorstellig. Solche Fälle werden sich solange nicht vermeiden lassen, als schwarze Truppen im Rheinland weilen. Wie pazifistische Kreise des Auslandes diese Dinge beurteilen, mag daraus ersehen werden, als ein Engländer Die Aufrechterhaltung der Besatzung im Rheinland als Saat für einen neuen Krieg erklärte. Für den ermordeten betgi» chen Leutnant Graff soll Deutschland zwei Mil­lionen Goldmark als Sühne zahlen. 3ch möchte doch einmal die Preispolitik des Auslandes für- deutsche Menschenleben zur Debatte stellen. Diese Preispolitik ist für das Ausland selbst eine Schmach und Schande. Abg. Korell chlvß: Die französische Regierung hat bis­her nur in einem Falle eine Sühne ge­zahlt. seither aber den Rechtsanspruch von Hinterbliebenen an Leib und Leben geschä­digter Deutscher abgelehnt. Die Aufhebung der Besetzung darf nicht mit der Forderung von Konzessionen seitens der deutschen Regierung ver­knüpft werden. Die moralische Entwaffnung ist unmöglich, wenn täglich der Zorn der Bevölke­rung neuerlich aufgestachelt wird. Eine Annähe­rung zwischen Frankreich und Deutschland aus volkswirtschaftlichen Rücksichten ist so lange un­möglich, als die Besetzung besteht und sich der­art verhält. (Lebhafter Beifall, auch auf den Tribünen.) Die Besetzung des Rheinlandes ist das schwerste Hindernis für die Besserung der deutsch-französischen Beziehungen und die Be­ziehungen zwischen Deutschland und Europa über­haupt Die Entente greift im besetzten Gebiet auch in unser Schulwesen mit der Begründung ein, sie müsse die Reichsverfassung schützen, und wonach der Anterricht im Sinne der Völker- versöhnung-g gleitet werden soll. Die Entente sollte lieber zunächst die Bestimmungen des Rheinlandabkommens und des Versailler Frie­densvertrages einhalten. Die Lehrer im besetzten Gebiet treiben keinerlei Bölkerverhehung. Wir begrüßen, daß beim Reichsministerium nunmehr eine Zentralstelle für die Angelegenheiten des besetzten Gebietes errichtet worden ist. Dringend nötig ist, der ungeheuren Wohnungsnot im be­setzten Gebiet zu steuern. Alle Rheinländer, wo immer sie im Reiche wohnen, müssen sich fest zu- sammenfchließen. Wir alle müssen uns zusammen- finden, und überall, wo Deutsche in Not sind, das Band gemeinsamer Kultur knüpfen, damit wir fein und bleiben eine Gemeinschaft des Lei­des und der gemeinsamen Hoffnung. (Beifall.)

Zur GruppeZugenderziehung und Schul- frage empfiehlt Abg. Frau Dr. M a tz (D. Bp.) mehrere Anträge auf besonder« Berücksichtigung des Grenz- und Auslandsdeur,^ tum5 Lu uinter- richt der Schule, der hausmütterlichen Ausbildung der Mädchen. Borlegung eines Reichsspielplah- gesehes.

Abg. Dr. Luther (D. Bp.) fordert Förde­rung von Kunst und Handwerk, besonders der niedergehenden Keramik, Weberei und Drechslerei, ferner ein Gesetz zur Bekämpfung von Schmutz und Schund und spricht dem Professor Brunner seinen Dank aus für seinen sittlichen Kampf gegen Schundblätter.

Abg. Dr. Löwenstein (ACP) verlangt Erhöhung der Summen für Freistellen an den höheren Lehranstalten auf 10 Ml I onen. um auch Arbeiterkindern den Aufstieg zu ermöglichen.

Der unabhängi-'e Antrag wird abgelehnt, die Anträge der Deutschen Vollspartei ang nommen.

Die GruppeMedizinal Polizei und Gesund­heitsamt wird ebenfalls bewilligt.

Die Beratung wird bei Gruppe Polizei, Tech­nische Nothilfe und Reichskommissar für öfsent-

Deim KapitelBesetzte Gebiete" führt der Abg. Korell (Dem.) aus: Es ist eine politisch und sittliche Anmöglichkeit, ein Land vxe das Rheinland 15 Zahre unter fremder Militärherr- schäft zu halten. Es zeigt sich da die völlige Ab' hängigkeit der englischen von der französischen

bestehen: cs wurden zunächst in den Vorstand ge- wähl : Herr Beigeo-dneter Dr. Tremöhlen,Mainz, als Vvrf tzendec. D.igevrdneter Dauo, Darmstadt, und Bürgermeister Ritzel, Michck'ta. t i. O. Hierzu tritt als Vertreter der hessisch m Landes-Htzpo-, -vuinyvnv, thctenbank, die sich in bereitwilliger Weise Bereitlmitglieb un

Lagcskalender für Freitag. Stadttheater, 6V» Ahr:Die blaue Mazur". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Das Aben­teuer des Dr. Kircheisen" undDas Ende der Falschmünzer". \

Männer-Turnverein. Die dies' jährige Hauptversammlung sinket mor­gen (Samstag) abend im Hotel Köhler statt. (S. 3ns.)

Naturheilverein Gießen. Der Verein veranstaltet morgen in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine Protestversammlung gegen den Entwurf eines Gesetzes zur Bekämp­fung der Geschlechtskrankheiten. (S. Anzeige.)

Der Evang. Arbeiterverein hält am Samstag abend Im Dereinölokal eine H aupt- t>er fammlung ab, die sich mit den Vor­bereitungen zum 30jährigen Stiftungs- f e st befassen soll. (Siehe Anzeige.)

Wettervoraussage

fürOamdtag;

Wolkig, meist trocken, mild, südliche Winde.

Bon dem atlantischen Ozean nahen crneit starke Tiefbruckwirbel, die das mitteleuropäische Hoch ostwärts verdrängen. Anter dem Einfluß südlicher Winde können wir mit ftärterer Er­wärmung und meist trockenem Wetter rechnen

Landkreis (Siesten.

** Getreideumlage. Nachdem die Ver­handlungen mit dem, ReichsministLriwn für Er­nährung und Landwirtschaft zu Ende geführt sind, hat das Hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft, die von dem Kreise Gießen aufzubringende Umlage ermäßigt, so daß nur 74 Prozent der zuerst angesvrdertcn Menge zu liefern sind. Diese Menge muh der Kommu­nalverband restlos bis spätestens 15. April ds. Zs. aufbringen. Der Ablieferungs­termin ist für die Erszeuger auf den gleichen Zeitpunkt festgesetzt. Für bis zu diesem Tage nicht abgelieferte Mengen ist Ersatz in Geld zu leisten: es dürfte sich für die rückständigen Er­zeuger empfehlen, ihre Lieferung in natura vor- zunehmen, da der Geldersah sehr hoch ist und dessen Eintreibung unnachsichtlich erfolgt.

X Wies eck, 7. April. 3n der letzten Ge- meinderatssihung wurde die Erweiterung der Wasserleitung ujnd Kanali­sierung in den neu zu erbauendrn Straßen genehmigt. 3n den Schulvorstand tommen außer Bürgermeister und Pfarrer auf Grund der Wahlen der Lehrerschaft: die Lrhrer Drau Ne­well, Burk und Westphal: auf Grund der Wahlen des Gemeinderats: die Gememderats- mitglicbcr Bremer, Kümmel und Vogel- böser. und aus der Mitte der Bürger: Lehre, Dr. Rein, Karl Weller Vl., Güterboden- arbeiter und Heinrich Weller XVi. Geneh­migt wurden die Baukostenzuschüsse zum Ban von 7 neuen Wohnhäusern durch die Bau­genossenschaft, worunter zwei Doppelhäuser: eben­so der Ankauf eines Wohnhauses mit zwei Wohnungen von Ludwig Hofmann aus der Cichgasse zu 10 680 Mk. Verschiedenen Re- tlamationen wegen des Wassergeldes wurde z. T. entsprochen. Genehmigt wurde der Kre­dit für Hilfsbedürftige, dagegen dre Er­höhung des Beitrags für Schafhaltung abgelehnt.

' Langsdorf, 6. April. Gin hiesiger Händler führte eine Anzahl Kühe aus dem mit Mail!- und Klauenseuche verseuchten Kreis Wetzlar ein, ohne die Tiere dem beam­teten Tierarzt zur Antersuchung anzumelden und ohne sie der vorgefchriebenen Quarantäne zu unterwerfen. Diese Handlungsweise bedeutet eine schwere Bedrohung unserer einheimischen, seit­her von der Seuche verschont gebliebenen Vieh­bestände und sollte eremplarisch bestraft werden.

Rodheim bei Hungen, 6. April. Der Gemeinderechner Hofmann und seine Ehefrau konnten daS seltene Fest der goldenen Hoch­zeit begehen. Hofmann versieht auch die Stelle eines Kirchenrechners und Sparkassenrechners

Kreis Büdingen.

)( Ortenberg, 5. April. Gestern feierten unter freudiger Teilnahme der ganzen Gemeinde Ahrmacher Karl Da hm er und seine Frau Emilie gebotene Hikks das Fest der S i l b e r n e n Hochzeit. Am Sonntagnachmittag fand in der hiesigen Kirche die Vorstellung und Prüfung der diesjährigen Konfirmanden statt. Es werden 21 tonfirmiert. Die Feier wurde verschönt durch einen dreistimmigen Chor der obersten Schulllasse,Herr, deine Güte reicht soweit..., der unter der Leitung von Lehrer Roß sehr tlangrein und schön zum Vortrag kam.

)( Nidda, 5. April. Das Fest des Kir­chengesangvereins, das auf den 9. Zuli festgesetzt war, mußte besonderer Amstände halber auf Sonntag, 2. Zuli, verlegt werden. ®ie Fest- Predigt wird voraussichtlich Pfarrer und Stifts­dechant Lang aus Lich halten.

Kreis Lauterbach.

A Landenhausen, 6. April. Lehrer Roth scheidet in diesen Tagen nach 1 21 a h r i - qer Berufstätigkeit aus unserer Ge­meinde, um eine Lehrerftelle zu R e i s k i r ch e n zu übernehmen. Der Kriegerverein, dessen Schrift­führer er 10 Zahre war, bereitete ihm eine Ab­schiedsfeier.

Kreis Schotten.

^Schotten, 6. April. Am das Fort­bestehen der hiesigen Oberrealschule zu er-, möglichen, bewilligte der Gemeinderat den Voranschlag, der mit 66 000 Mk. abschlieht. Die Stadt will die A11 c b u r g erwerben, um sie als KreiskrankenhauS zu verwenden.

tz. L a u b a ch, 6. April. Bei der dieser Tage dahier in den gräflichen Waldungen vorgenom­menen Holzversteigerung wurden wie­derum rechthohe Preise erzielt. Cs wurden folgende Durchschnittspreise festgestellt: Scheitholz pro Raummeter 500 Mk., Prügel 300 Mk., Stocke 300 Mk., Stammreiser 8 Rm 50060 Mk.

Q Laubach, 5. April. Gestern abend tagte imSolmser Hof" eine außerordentliche Häupt­

ern Mann fein muß. Die Hebammen und Kranken­pflegerinnen werden von der Annahmepflicht aus- geschlossen. DaS Gesetz wurde hierauf in zweiter und dritter Lesung mit , großer Mehrheit angenommen.

Das Gesetz über die Aufhebung des Schaum- i weinsteuergesetzes und Anterstellung der ' Schaumweine unter die Weinsteuer, aber mit ' 30 Prozent des Steuerwertes, wird in erster und I zweiter Lesung angenommen.

Ein Antrag, wonach die K r a n ke n k a s s e n 1 statt ärztlicher Behandlung eventuell bare Lei- flungen zu gewähren haben, wird in allen drei 1 Lesungen angenommen, ebenso wird der vor- 1 läufige Handelsvertrag mit Jugoslawien in dritter Lesung angenommen.

Es folgt die Weiterberatung des E t a t d e s ' 3 n n e r n. :

Abg. Fraü Dransf eld (Zeirtr.) bertei- digt die im Dollsempfinden haftende An- < sicht, daß

die uneheliche Mutterschaft, selbst wenn die größere Schuld vielfach auf Seiten 1 des Mannes liege, einen Makel bedeute. Die vom Hauptausschuh beantragte Entschließung, daß die i uneheliche Mutterschaft kein Grund zur Ent- 1 laffung einer Beamtin sein soll, hat im Lande, i besonders auch im Reichsverband der Post- und 1 Telegraphenbcamtinnen. gewaltige Erregung her- ' tiorgerufen. Die Derufsverbände hätten unbedingt 1 gehört werden müssen und das Merkwürdigste ! ist, daß diese Entschließung gerade von einer Frau herstammt, der Abg. Frau Psülf. Was nützt das Frauenstimmrecht, wenn der Frauenwille im Par- I lament durch Frauen vergewaltigt wird?

Abg. Frau Müller-Ottfried (D.-N.): : Der Antrag bedeutet den ersten Schritt zur grund­sätzlichen Gleichberechtigung der unverheirateten Mutter. Auch wir wollen der unehelichen Mutter menschlich helfen. Die Annahme der Entschließung könnte aber dazu führen, daß die weiblichen De- amten nach und nach verdrängt werden. 3ch ; frage die weiblichen Abgeordneten, welche Mütter sind, ob sie ihre Töchter Mutter werden sehen ' möchten, ohne daß sie in der Che stehen? Wir ' reichen jedenfalls nicht die Hand dazu, die Familie zu untergraben. (Beifall rechts, Widerspruch links.)

Abg. Frau Schröder (Soz.): Die beiden Vorrednerinnen scheinen allerdings nicht im wirk­lichen Leben zu stehen. Sie wollen die uneheliche Mutter verdammen und ihr Kind zum Kind zwetter Klasse machen. Was ist es anders, wenn eine junge Mutter, die 1914 verlobt war, als der Bräutigam ins Feld zog und sie erst nach der Geburt eines Kindes heiraten konnte, den sie aber gleich daraus fürs Vaterland im Felde ver­lor. wegen unmoralischen Lebenswandels von der Liste der Beamtenanwärterinnen gesttichen wird? Wir wollen keine unehelichen Kinder züchten. Sind sie aber da, so dürfen sie nicht verhungern. Auch der unehelichen Mutter muh der Schutz der Verfassung zuteil werden.

Abg. Frau Dr. Bäumer (Dem.) begründet einen Qtntrag, daß sowohl die uneheliche Vater­schaft wie die Mutterschaft als Disziplinarsall an­gesehen toerben und daß das sittliche Verhalten Leider Telle unter die Verantwortung des Beam­tengesetzes fallen füllen.

Abg. Frau Nemitz (AS.) bestreitet, daß es ^sich bei dieser ganzen Aussprache um eine Förde- »rung ober Rechtfertigung der freien Liebe handle. Bei den Nichtbesitzenden sei die Liebe viel mehr » als Grundlage vorhanden als bei den Besitzenden, wo nur gefragt werde: Was bringst Du mit?

Abg. Frau Mende (D.Vpt.) tritt für die Eingabe des Reichsverbandes der Post- und Tele­graphenbeamtinnen ein, welche die Disziplinierung aller unehelichen Mutterschaft von Fall zu Fall regeln will. An der weiteren Debatte betei­ligen sich rwch die Abgg. Frau Neuhaus (Z.), Frau Dransfeld (Z.) und Frau Schoch (Soz.). Letztere betont, es handle sich hier um ein Natur- recht, das sich nicht durch beliebige Gesetze binden lasse. Gerade, well die Mutterschaft bas Heiligste fei, deshalb dürfe keine Klassifizierung der Mut- tettchaft eintreten.

Abg. Marx (Ztr.) protestiert gegen die Art, wie von der Tribüne des Hauses eine christliche Znstitution, die seit Zahrhunderten bestand, be= handelt werde. Wir lassen die Ehe nicht be­schimpfen. (Beifall rechts und im Zentrum: Lärm links.)

Mg. Frau Pfülf (Soz.): Was wir gesagt haben, ist viel mehr christliche Weltanschauunng, als was Sie von der anderen Seite gehört haben. Wir üben das Christentum praktisch aus, Sie üben es in der Kirche.

Damit schließt die allgemeine Aussprache über die Ausschußresolution.

Ein Anttag der Deutschnationalen, zur

Förderung der student'schen Wirtschafts- beihllfe

10 Millionen Mark in den Etat einzustellen, wird von den Vertretern aller Parteien mit Ausnahme der äußersten Linken sympathisch ausgenommen. Man ist aber allgemein der Ansicht, daß der Antrag eine einschneidende Aenderung des Etats im letzten Moment bedeute und somit hier nicht erfüllt werden könne.

Abg. Koch- Weser (Dem.) befürwortet eine Entschließung wegen Errichtung eines Hochhauses in Berlin zur Unterbringung der hauptsäch­lichsten Regierungsstellen. Diese Entschließung wird nunmehr angenommen, ebenso eine solche, über Vorlegung eines Lehrerbildungsgesehes.

Der Antrag über b ie studentische Wirtschafts­beihilfe wird abgelehnt, die Entschließung über baldige Schaffung einer Cinheitssteno- graphie angenommen.

Die Entschließung, wonach uneheliche Mutterschaften kein En l iffun.;sSjrunb sind, wirb unter lebhaften Pfuirufen der Linken mit 199 gegen 156 Stimmen bei zwei Stimmenthal­tungen abgelehnt.

Der demokratische Antrag, die Entscheidung über die to.Lere Bramtenqualifikation von Fall zu Fall zu treffen, wird dem Rechtsausschrtz überwiesen.

Nachdem sodann das Gesetz über die Besei­tigung der Schaumweinsteuer in dritter Lesrng endgültig angenommen worden war. wird die Ctatsberatung fortgesetzt.