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Ein Aufstand auf Tamoa.
Paris, 4. Nov. (WTD.) Nach einer HavaSrneldung ist auf Samoa eine Auf- srandSbewegunA ausgebrochen. Die De- völlerung verlange die Rückkehr zum alten Zustande und Autonomie unter Garantie des Völkerbundes.
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Die Neuregelung der türkischen Verfassung.
P a r i S, 5. Nov. (WTD.) Nach einer Ha- dasmeldung aus Konstantinopel sei die Demission des Konstantinopeler Kabinetts erfolgt, nachdem die Regierung von Angora den Ministern in Konstantinopel mitgeteilt habe, wenn sie im Amte bleiben würden, würden sie sich deS Hochverrats schuldig machen. Nach der Demission habe der Militärgouverneur von Thrazien, Rifaat Pascha, in einer Unterredung mit den alliierten Generalen mitgeteilt, daß die hauptsächlichsten Verwaltungen von Konstantinopel den Wunsch geäußert hätten, nur unter der Autorität der großen Nationalversammlung zu arbeiten, und daß er sich daher in die Notwendigkeit versetzt fühle, aus eigener Initiative das Amt des Gouverneurs von Konstantinopel zu übernehmen. Der Präfekt der Stadt werde die Verwaltung unter seiner Leitung fortführen. Die Ministerien würden geschlossen werden.
Dei Eintritt der Dunkelheit haben in verschiedenen Stadtteilen Kundgebungen stattgefunden. 3n Stambul verlangten die Demonstranten die Abdankung des Sultans. Die alliierten Oberkommissare werden heute übssr die Lage beraten.
Die Haltung des Sultans.
Paris, 6. Nov. (WTD) Der Sonderberichterstatter des »Petit Paris en“ berichtet aus Konstantinopel vom 5. November, die Lage des Sultans sei unverändert. Dec Sultan weigere sich, den Titel Kalis abzulegen. Die Ruhe und Cnschlossenheit, die er augenblicklich an den Tag lege, stimme ss wenig mit seinen Gewohnheiten überein, daß man sicher sein könne, er habe Sicherheitsversicherungen seitens der Engländer erhalten. Der Sultan erlläre, daß er dec Beleidigungen überdrüssig fei, mit denen ihn die Presse von Angora bedecke, und daß er das Land verlassen wolle, um sich nach Indien zu begeben, wo die Muselmanen für ihn große Achtung hätten.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 6. November 1922.
Anzeigen-Annahme.
Die Entgegennahme von Anzeigen findet bis zum Abend vor dem Aufnahmetag statt; Anzeigen für die Samstagsnummer müssen spätestens bis Freitag mittag aufgegeben sein.
Geschäftszeit
von 8—121/2 Ahr und von 2—5Vs Ahr.
Heutiger Stand des Dollars
10 Ahr vormittag«:
Die Brüsseler Finanzkonferenz.
Paris, 4. Nov. (WTD.) Nach einer Havas- meldung aus Washington scheint man in vfst» ziellen Kreisen jetzt geneigt, die Vereinigten Staaten auf der Finanztonferenz von Brüssel vertreten zu lassen. Indessen dürfte die Frage der interalliierten Schulden nicht erörtert werden.
Deutfch-litauische Verhandlungen.
Berlin, 4. Nov. (Wolff.) Die litauische Delegation für die deutsch-litauischen AbrechnungS- und W irisch aftsverhand- lungen ist unter Führung des litauischen Gesandten in Rom Schaulis in Berlin ein- aetroffen. Die Delegation besteht aus 6 Mitgliedern. Die Eröffnungssitzung der Konferenz ckand heute unter dem Vorsitze des Leiters der Ostabteilung des Auswärtigen Amtes, Herrn Ministerialdirektor v. M a l tz a h n statt. Die Beratungen werden am Montag im AuS- wärttgen Amte beginnen. Mit der Führung der wirtschaftlichen Verhandlungen ist Ministerialdirektor v. Stockhammern bettaut worden.
das Vestibül ^>eS Schlosses zurlkfrHnchen Einsegnung. Nach dem einleitenden Liede vollzog Hofprediger v. V v g e l die Trauung. Nachdem die beiden Neuvermählten den Segen des Geistlichen empfangen hatten, begaben sie sich in fein mit Blumen geschmücktes Nebenzimmer, wo sie die Glückwünsche der Gäste entgegennahmen.
Plünderungen in Forst.
Forst, 4. Nov. (WTD.) Vor dem Rat- hause hatten sich gestern nachmittag 4 Ahr große Menschenmassen eingesunden, um zu erfahren, welchen Aurgang die Schlichtungsverhandlungen in den Lohnangelegenheiten in der Tex- ti l i n d u st r i e genommen haben. Die Leute versuchten in das Rathaus einzudringen, wurden aber zurückgedrängt und zogen nun über den Markt. In Buttergeschäften erzwang die Menge die Verabfolgung von Lebensmitteln zu ungewöhnlich billigen Preisen. Dann flutete sie in die Kottbuser und Berliner Straße. In mehreren Wurst- geschästen wiederholten sich die Szenen billigen Einkaufs. Später plünderte die erregte Menge zwei Materialiengeschäfte, ein Delikatessen-- und em GroßschuhwarengeschäsL Schaufenster und Ladentüren wurden z e r - t r ü m'm ert. In überwiegender Zahl beteiligten sich die Jugendlichen an dem Treiben, • auch Kinder von 13—14 Jahren waren dabei. Die Tuchlager zweier großer Fabriken wurden abenfalls ausgeräumL Gewerk- schasts- und Parteiführer, sowie besonnene Arbeiter ermahnten die Menge zur Ruhe. Es gelang ihnen auch, die Menge vor weiteren Plünderungen abzuhalten. Schupo traf in der Nacht von Kottbus ein. heute vormittag eine weitere Hundertschaft. Gegen 30 Verhaftungen sind erfolgt.
Zwanzigmarkstück. Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Post erfolgt in der Woche vom 6. bis 12. November zum Prelle von 20 000 Mark für ein 20-Markstück uno 10 000 Mark für ein 10- Markstück. Für ausländische Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt. — Der Ankauf von Reichssilbermünzen durch die Reichsbank und Post erfolgt vom 6. November ab bis auf weiteres zum 450fachen Betrage des Nennwertes.
** Eine neue Erhöhung der Brenn st offpreise tritt heute in unserer Stadt in Kraft. Näheres teilt eine amtliche Bekanntmachung im Anzeigenteil dieser Nummer mit
** Fahrgäste der elektrischen Straßenbahn, die den Fahrpreis absichtlich nicht bezahlen, müssen, wie eine Bekanntmachung des heutigen Anzeigenteils mitteilt einen Betrag von 20 Mark entrichten.
"Das große Los der preußisch- süddeutschen Klassenlotterie in Höhe von 1 Million Mark fiel auf die Nummer 258 764.
Mettervorausfage für Dienstag:
Regen, etwas wärmer, Südwestwind.
MU großer Geschwindigkeit zieht von England her ein neuer Tiefdruckwirbel heran und wird schon heute die Witterung beeinflussen.
Aus Hessen.
rm. D a r m st a d t, 5. Nov. Zur Regelung der Dienstbezüge für Beamte und Lehrer ist dem Landtag auf Grund der Ermächtigung vom Juli dieses Jahres eine Vorlage zugegangen, wonach vom 1. Oktober ab die für die ReichSbecvnten geschaffenen Grundsätze auch jür die hessischen Beamten gelten. — Die Abgg. Dr. Werner und Gen. fragen an wegen der verzögerten Auszahlung der Ruhegehatte sowie wegen des Verbotes von Vereinigungen zur Pflege des deutschen Volkstums an den Schulen. Aeber Kartoffelaufkauf und Kartoffelverschiebung in Butzbach hat der Abg. Dr. Werner bei der Regierung eine Anfrage eingebracht. Auf die Anfrage der Abgg. Jost und Stein betr. die Getreideumlage in Oberhesien antwortet die Regierung, die wegen der schlechten Ernte in Hessen bei der Regierung in Berlin getanen Schritte bisher ohne Erfolg waren. — Eine dringliche Anfrage wegen der evang. Schule in Herbstein und der Ge- nosfenfchaftsschule in Crainfeld haben die Abgg. Jost- Bermuthshain und Gen. an die Regierung gericktet. Da der Landtag im August dieses Jahres die Errichtung einer einllassigen evang. Schule in Herbstein sowie die Gewährung eines Zuschusses zur Genossenschastsschule in Crainfeld beschlossen hat, fragen sie an, welche Gründe das Landesamt für das Bildungswesen veranlaßt hat, diese Landtagsbefchlüsse nicht vollständig zur Ausführung zu bringen.
Borrrotizeu.
— Tageskalender für Montag: Oswaldsgarten, 3Vs und 8 Ahr: Circus Henny. — Astoria-Lichtspicle: „Seepiraten", 1. Tell: „Sie Braut des Seeräubers", „Weltstadtbanditen" und „Herrn Arnes Schatz". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Cs kommt der Tag". — Palast- Lichtspiele, ab heute: „Du bist das Leben" und „Ihr schlechter Ruf".
— Zirkus Henny wird ab heute Montag einen großen Programmwechsel bringen. Die Nachmittagsvorstellung ist besonders für Familien und Schüler arrangiert. Alles Nähere teilt der heutige Anzeigenteil mit.
— Aus dem Stadttheater- Bureau. Nach Marcel Salzer und Josef Plaut wird nun auch Roda Roda, der bekannte Mitarbeiter des Simplizissimus, im Stadttheater einen Vortragsabend geben. Roda Roda hat mit feinen Abenden über die Grenzen Deutschlands hinaus größte Erfolge erzielt Eine Berliner Zeitung schrieb: Roda RodaS Schwankabend war ein Feuerwerk von Scherzraketen, von denen nicht eine versagte. Ein luftiger Abend erster Ordnung. — Nach langer Pause wird dieses Jahr zum ersten Male wieder Schillers „W a 11 e n ft e i n“ in Szene gehen, und zwar wird am Freitag, den 10. November, außer Abonnement „Wal- ISnsteins Lager" und „Die Piccolo-
Das Urteil im Prozeß Hermes.
Berlin, 4. Nov. (Wolff.) Im Prozeß gegen die „Freiheit" wurde der Angeklagte Hensel zu 10 000 Mk. Geldstrafe und in die Kosten des Verfahrens verurtellt. Dem Minister Hermes wurde die PublikationsbefugniS im „Vorwärts", der „Germania" uno der „Kölnischen Volkszeitung" auf Kosten des Angeklagten zuge-, sprochen. Die in Betracht kommenden Platten' der „Freiheit" werden eingezogen und unbrauchbar gemacht
In der Begründung des Arteils gegen den Redakteur Hensel von der „ Freiheit" wegen Beleidigung des Reichsfinanzministers Dr. Hermes wird hervorgehoben, daß der Wahrheitsbeweis für die Behauptungen der „ Freiheit", daß der Nebenlläger sich des Amtsmihbrauches und der Bestechung schuldig gemacht habe, nicht erbracht worden sei. Außerdem hätten sich keine Momente ergeben, die die Entscheidungen des Ministers als unsachlich hätten erscheinen lassen. Auch sei der Nachweis nicht erbracht worden, daß der Winzerverband bei seiner Zusendung an den Minister sich von einer Destechungsabsicht habe leiten lassen. Httuu komme die Offenheit, mit der der Minister in der ganzen Angelegenhett gehandett habe. Das Gericht habe verneint daß die Äußerungen des Angellagten in Wahrnehmung berechtigter Interessen erfolgt seien. Erschwerend falle die Hart- 'läckigkeit J>er Angriffe und die hohe Stellung des Nebenklägers ins Gewicht, strafmildernd die bisherige Anbeschottenheit der Angellagten und der Amsland, daß die Hauptbeschuldigungen nicht auftecht erhalten worden sind.
" Ernannt mmLen am 23. Oktober der Oberlandmesser des Vermessungsamtes Schotten Josef Schönberger zu Schotten vom 1. Oktober lfd. Is. an zum Oberlandmesser des Ver- messungsamtes Höchst i. O.; am 26. Oktober 1922 der Rechtsanwalt Georg Balzer in Vilbel zum Notar mit dem Amtssitz in Vilbel. — Ernannt wurden: am 28. Oktober der Polizeiwachtmeister auf Probe beim Pvlizeiamt Bad-Nauheim Fritz R e u h l aus Reinhardshain, Kreis Gießen, mit Wirkung vom 1. September 1922 zum Polizeiwachtmeister; am 30. Oktober der Förster Otto Buch aus Eichelsdorf vom 1. Oktober an zum Forster der Forstwartei Glashütten, Oberförsterei Nidda; am 1. Novemkwr der Landgerichtsdirektvr bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Karl D o r n s e i f f zum Senatspräsidenten bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt, und der Oberlandesgerichtsrat Dr. Ferdinand Stein ir Darmstadt zum Landesgerichtsdirektor bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, beide mit Wirkung vvm 5. November 1922.
"Amtstage des Kre-iStints. Mit Rücksicht auf die großen Kosten, welche der Bevölkerung bei Reisen nach Gießen entstehen, wird das K r e i s a m t am 17. Novern- 6er, vormittags 91/* bis 1 Ahr auf dem Rathaus zu Grunberg, und am 24. November, vormittags 9Vs bis 1 Ahr, auf dem Rathaus zu Hungen Amtstage abhalten. Die Einwohner derjenigen Gemeinden des Kreises, welche zu den Amtsgerichtsbezirken Grünberg, Homberg und Laubach gehören, können auf dem Amtstage in Grünberg vorsprechen, diejenigen aus Gemeinden, welche zu den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Lich und Nidda gehören, auf dem Amtstage in Hungen.
*• Zur Stadtvervrdnetenwahl. Die Deutsche Dolkspartei hat, wie sie uns schreibt, versuckt, angesichts der großen politischen und wirtschaftlichen Not alle bürgerlichen Parteien zur Aufstellung einer gemeinsamen Kandidatenliste für die Stadtverordnetenwahl äu bewegen, da nach der von ihr vertretenen Ansicht auf das Rathaus keine einseitige Parteipolitik, sondern eine allgemein bürgerliche Polttik gehört Der Bürgerverein hat sich in der gleichen Hinsicht bemüht. Allein diesen Bemühungen war kein Erfolg beschieden: das Zentrum und die Demokratische Partei lehnten ein gemeinsames Vorgehen ab und stellten eigene Wah (Vorschläge auf. Daraufhin haben sich die Deutsche Vollspartei, die Deutschnationale Volkspartei und der Bürgerverein auf einen gemeinsamen Wahlvorschlag für die Stadtverordnetenwahl geeinigt, der im An- zeigentell unseres heutigen Blattes zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird.
Aus dem Reiche
Die Löhne der Buchdrucker.
Berlin, 4. Nov. (WTB.) Nachdem die Verhandlungen im Tarifausschuß der deutschen Buchdrucker gestern ergebnislos verlausen sind, trat heute ein vom Reichsarbeits- mtnister eingesetzter Sch l ich tu n g sau s sch u ß zusammen. Nach dem Schiedsspruch sollen die Löhne im Buchdruckgewerbe vom 5. bis 18. November um 55 Prozent, und vom 19. November bis 1. Dezember um 70 Prozent gegenüber den Oktoberlöhnen erhöht werden. Dieser Schiedsspruch, der im Spitzenlohn eine Erhöhung um 2648,25 bzw. 3370,50 Mark bedeutet, wurde von den Arbeitgebervertretern nach eingehender Beratung e i n st i m m i g abgelehnt, weil sämtliche aus dem Reich anwesenden Darifkreisvertreter bei der gegenwärtigen katastrophalen wirtschaftlichen Lage des deutschen Buchdruck- und Zeitungsgewerbes eine derartige Mehrbelastung des Gewerbes nicht verantworten konnten.
Die Forderungen der ‘Bergarbeiter.
Bochum, 5. Nov. (WTB.) Die Reichslohnkonferenz des Bergarbeiterverbandes und des Metallarbeiterverbandes hat eine Entschließung angenommen, in der sie die Schiedssprüche für den Kohlen- und Erzbergbau und die auf dieser Grundlage getätigten vorläufigen Abschlüsse in der Lohnfrage ab lehnt. Für November wird eine weitere Lohnerhöhung neben dem vollen Ausgleich für Oktober gefordert. Die Einführung einer Kollektivprämie für eine etwaige Mehrförderung in den Kohlengebieten wird abgelehnt. Die Konferenz verlangt Erledigung der Lohnfrage bis 12. November.
Der Nachfolger Lerchenfelds.
Berlin, 4. Nov. Dlattermeldungen aus München zufolge präsentierte die Bayerische Volkspartei heute den beiden anderen Koa- littonsparteien den früheren Kultusminister v. Änilling als Ministerpräsidenten. Da die beiden anderen Parteien keine Einwendungen erheben, werde v. Knilling gewählt werden.
Dr. Eugen von Knilling ist dreifacher Ehrendoktor und zwar t>er medizinischen und tierärztlichen Fawltät der Aniversität München und der philosophischen Fakultät der Aniversität Erlangen. Er war der letzte königlich bayerische Kultusminister und ist z. Z. Leiter der Zweigstelle München des Reichsausgleichsamtes und bayerischer Vertreter des Reichskvmmissars für Auslandsschäden in München. Dr. von Knilling wurde im Stimmkreis München 11 und VII in den Iuniwahlen von 1920 als Mitglied der Bayerischen Volkspartei in den Landtag gewählt. Er ist am 1. August 1865 in München geboren und katholisch. Dr. von Knilling ist aus dem bayerischen Staatsdienst hervorgegangen und war vom 12. Februar 1912 bis 7. Mwember 1918 Kultusminister in Bayern. Er ist Ehrenpräsident des Deutschen Museunrs und Mitglied des Zentral- ausschusses für Gliederung des Reiches.
Elfatz-Lothringifche Woche.
In der Neuen Aula der Anwersität fanden sich gestern zahlreiche Damen und Herren ein, um der Eröffnungsfeier der Elsaß-Lothringischen Woche beizuwohnen.
Eine würdige Einleitung fand die einfache Feier durch den Vorspruch „Straßburg" und das Festgedicht „Die Münsterbaustelle", beide gesprochen von Fräulein Cläre Türk. Irr ergreifenden Worten schildert der Dichter die Sehnsucht der vertriebenen Elsässer nach ihrer geliebten Heimat, tn dem Straßburger Münster erblicken die Heimatlosen das Symbol ihrer Heimat. Dr. L i st, Bibliothekar der Aniversitätsbibliothek, begrüßte namens des Hilfsbundes für die Elsaß-Lothringer im Reich und namens der Ortsgruppe Gießen die Ehrengäste, darunter besonders den Rektor der Landesuniversität Gießen, Prof. Dr. Eger, und den ehemaligen Rektor der Aniversität Straßburg, Prof. Meier. Er betonte, daß Jter Hilfsbund jeder politischen Strömung fernstehe; txmn übergab er dem ehemaligen Aniversitätsprofessor der Alma mater Straßburg, Prof. Dr. L a q u e u r, das Wort zu seiner Eröffnungsfestansprache. Dieser führte u. a. aus, das Wissenschaftliche Institut sei nach Idee und Aufbau völlig unpolitisch. Nach der Revolution und dem Friedensvertrag seien rund 200 000 Elsässer aus ihrer Heimat vertrieben worden. Dieses schwere Schicksal treffe in der Hauptmasse Leute, die in Elsah-Lothringen ihre wirkliche Heimat hatten. Den Armen eine neue Existenz zu schaffen, sei Hauptaufgabe des Hilfsbundes. Daneben habe man daS Bedürfnis gefühlt, die Erinnerung an die alte Heimat zu pflegen. Vertriebene Altelsässer, darunter katholische und evange° lische Theologen und der frühere Straßburger Oberbürgermeister Dr. Schwander, hätten die Bewegung eingeleitet, die jetzt ihren Sih in Frankfurt habe. Dieses elsaß-lothringische Institut umfasse bereits eine Sammlung von künstlerischen Werken, Trachten und Volkssitten und eine Bibliothek. Redner zog dann einen Vergleich zwischen der alten deutschen Aniversität, die 1621 durch den deutschen Kaffer auf Fürsprache des Kurfürsten von Mainz und des Landgrafen von Hessen-Darmstadt gegründet wurde, und der 1872 neugegründeten deutschen Aniversität Straßburg einerseits, und der 1919 gegründeten französischen Aniversität Sti'aßburg andererseits. Die alte deutsche Aniversität hatte das Bestreben, die bodenständige elsässische Kultur zu pflegen, sie war eine Schöpfung des elsässischen bürgerlichen Gemeinsinns, und die neue deutsche Aniversität war nicht etwa ein Bollwerk des Germanismus, wie die Franzosen behaupten, sondern erne deutsche Musteruniversität, die gebührende Rücksicht auf die Elsässer nahm und Vorlesungen bei Bedarf auch in französischer Sprache hielt. Die neue Aniversität hatte dasselbe Ziel wie die alte, wenn auch nicht immer die gleichen Wege beschritten wurden. Vor dem Kriege sei eine Sammlung des elsässischen Dialekts eingeleitet gewesen. Ganz anders seien die Ziele der fett 1919 bestehenden französischen Aniversität, die vollständig unter dem Einfluß der französischen Politik stehe, unter einem grausammen Nativnalismus, der alles Deutsche auszurotten suche. Diesem französischen Nattonalismus erlag schon in der ersten Revolution die alte deutsche Aniversität, während Ludwig XJV. ihr die deutsche Sprache ließ, so daß die kulturelle und geistige Verbindung mit Deutschland bestehen blieb, obwohl das Institut seit der Wegnahme Straßburgs vvm Deutschen Reich getrennt war. Heute stehe Frankreich im heftigsten Kampf gegen das Deutschtum im Elsaß, es sei ein Entscheidungskampf um die kulturellen Güter. Doch es stehe zu hoffen, daß der elsässische Bürgerstolz auch diesmal die welsche Arbeit ab- wehre. Auch die Elsässer im Reiche sollten ihre Eigenart bewahren, sie sollten dadurch eine Drücke sein zu den Brüdern drüben, bei denen das Herz noch gut deutsch schlage. Kein Volk vergesse ungestraft eines seiner Glieder, und der Elsässer war und ist ein Glied des deutschen Volles nach Kultur und Sprache. Die Sprache aber sei der eigentliche Gradmesser für die Zugehörigkeit eines Volkes.
Hierauf folgte unter Führung von Prof. Dr. L a q u e u r die Eröffnung der Ausstellung des Wissenschaftlichen Instituts. Die Ausstellung solle — wie der Führer betonte — für die Vertriebenen ein Labsal sein und sie auf einige Augenblicke zurückversetzen in ihr verlorenes Vaterland. Sie zeigt in bunter Abwechslung eine Fülle von Ansichten, Landschaften, Burgen, das Straßburger Münster, die Weher Kath^d-ale, den Isenheimer Altar, ferner Stiche, Kunstblätter, Trachtenbilder; alle stellen die eigenartige elsässische Kultur dar, an der mit Recht die Seele des elsäfsifchen Volkes hängL
Heute wird der ehemalige Schriftleiter der in Straßburg i. E. einst erschienenen Zeitschrift für Touristik und Landeskunde „Die Vogesen" einen Lichtbilder-Vortrag „Die Vogesen" halten. Vorher wird Fräulein Trude Heß einleitende Gedichte sprechen. Die heutige Vevcmstaltung sindet im Physikalischen Instttut statt und beginnt pünktlich um 7l/9 Ahr.
Verlängerte Umlauffrist für das Notgeld.
Das Reichsfinanzmini st eriurn entschloß sich, wie der amtliche preußische Pressedienst meldet, die Amlaufsfristen für genehmigtes Notgeldbis zum 15. Dezember zu verlängern. Soweit die in einzelnen Fällen bewilligte Amlaufszeit erst nach dem 15. Dezember ablaufen würde, verbleibt es bei dieser Frist. Die Verlängerung gilt auch für diejenigen Scheine, auf denen eine frühere Ablaufsfrist ausdrücklich ver-
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