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Nr. 209

Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags, mit derSamstaysbeilage: GießenerFamilienblätter Monatliche vezuaspreise: Mk. 75. - und Mk. 5. - Trägerlohn,durch dieDost Mk. 75. -, auch bei Nicht- erscheinen einzelner Num. mern infolge höherer Gewalt. - Fern sprech. Anschlüsse: für dieSchrist. kitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahttiach» richten: Anzeiger Siehe«.

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Mittwoch, 6. September 1922

Druck imd Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und 5Leindruckerei R. Lanze. Schnstlettnng, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7.

Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v 27 mm Breite örtlich 300 Pf., auswärts 400 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Dreitel200Ps. Bei Platz. Vorschrift 20 "Aufschlag. Hauptschristleiter. Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen.

172. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

müsse von Fall zu Fall erwogen werden.

Die Lohnerhöhungen.

müssen.

Die neuen Poft- und Telegraphengebühren

für den Kampf des arbeitenden Volkes den weite­sten Spielraum, die sicherste Grundlage unb den Ausgangspunkt für die Verwirklichung des Sozia­lismus bietet, fordert die Vereinigte Sozialdemo­kratische Partei Deutschlands den schärfsten und rücksichtslosesten Kampf gegen alle Bestre^uiLen zur Wiederherstellung der Monarchie. 2. Kampf gegen die Klassenjustiz. Umgestaltung des ge­samten Rechtswesens nach sozialistischen Grund­sätzen. 3. Finanz- und Wirtschaftspolitik. Grund­legende, umfassende Finanzreform, die auf dem Prinzip der Quellenbesteuerung und per Lasten­verteilung nach der wir-tschastlichen Leistungsfähig­keit aufgebaut ist. Sicherstellung der Ernährung der Bevölkerung. Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaues. Sozialisierung der Schlüssel­industrien insbesondere des Bergbaues. 4. Sozial­politik. Schutz der Arbeitskraft durch Ausbau der

Finanzen und die Stabilisierung der deutschen Mark getroffen werden. Deoor d.e? getan werden könne, müsse Frankreich eine Art Garantie gegen einen ungerechten deutschen Angriff erhalten, die auch die Deutschen selbst, wenigstens die Weit- blickei.den unter ihnen, gern sehen würden, weil sie wüßten, daß es sowohl für Deutschland als auch für Frankreich besser sein würde. House warnte vor einem unannemef enen Optimis­

mus, soweit die amerikanische Mitwir­kung in Frage komme. Die Garantien gegenüber Frankreich gegen einen ungerechtfertigten deut­schen Angriff müßten ohne Berückfichtiguna Ame­rikas gewährt werden, wenigstens für den Augen­blick, und Europa müsse verstehen, daß bi? Ver­einigten Staaten nicht Mitglied des Bundes seien, und daß keine Wahrscheinlichkeit bestehe, daß sie es für den Augenblick werden.

England und dieSicherheiten".

L o n b o n, 6. Sept. (WTB.) Aach dem..Man­chester Guardian" verschließt man sich nicht der Tatsache, daß jede Maßnahme, die das Fort­schaffen der deutschen Goldreserve mit sich bringen müsse, sogar im britischen In­teresse Widerstand findet; denn dies würde der Mark weiteren Schaden zufügen. Die britische ^Regierung müsse hier ihre 'rlnterstühung ver­weigern.

Die VöLkerbundsversammlung.

Der Stinnes-Dertrag.

Berlin, 6. Sept. Aach demDerk. Tagebl." Hckt Stinnes die zuständige Stelle der Reichsregie­rung von dem Abschluß seines Vertrages durch üeberfenbung von Abschriften an die in Betracht kommenden Ressorts in Kenntnis gesetzt. Das Berliner Tageblatt" will wissen, bah ber Ver­trag in hiesigen maßgebenden Kreisen eine gün­stige Aufnahme gefunden habe.

Berlin, 6. Sept. (WTB.) Der Verein­barung zwischen Marquis de Lubersac und Stinnes ist folgendes zu entnehmen:

Als Vermittlungsstelle für die Aus­führung ber Sachlieferungen bient bie Aktien­gesellschaft für Hoch- und Tiefbau in Essen gemäß den Abkommen von Wies­baden und Berlin. Diese Gesellschaft ist beson­ders im Aufbauwesen erfahren und hat unmittel­bare Beziehungen zu der deutschen Industrie, die für den Ausbau in Frage kommt. Die Hoch- unb Tiefbau A.-G. ist berechtigt, für bie allge­meinen Tlnkosten und den Autzen einen Aufschlag

Zu biefer beträchtlichen Erhöhung der Paket- gebühren ist bie Postverwaltung mit Rücksicht auf bie bei der Eisenbahn schon bestehenden höheren Eil- und Expreßgutsätze gezwungen. Bei einem weiteren Zurückbleiben der Paketgebuhren hinter den BahnfrachtfLtzen würde eine derartige Abwanderung des Eisenbahngüterverkehrs auf bie Paketpost eintreten, bah die auf einen solchen Verkehr nicht eingestellten Posteinrichtungen nicht ausreichen und schließlich eine Sperre der über 10 Kilogramm schweren Pakete eintreten müßte. 11. Verficherungsgebühr für Wertsendungen für ,

je 1000 Mk. für Wertbriefe 3 Mk., für je Berkin 1375, Frankfurt a. M. 1350 13 5 100 Mk. für Wertpakete 3 Mk., mindestens 5 Mk. 1

London, 6. Sept. (WTB.) DerPetit Parisien" teilt mit, daß ihm fein Londoner und sein Mailänder Korrespondent durch das Tele* Phon von einem Gerücht in Kenntnis gesetzt haben, ber König Alexander von Ser­bien sei bas Opfer eines Attentats ge­worben. Das Blatt fügt ' hinzu, bah es vor Schluß ber Rebaktion noch keine Bestätigung dieser Nachricht erhalten habe.

Die Sähe sind noch keine endgültigen. Sie bedürfen ber Zustimmung bes Reichsrates und im besonderen des Reichstagsausschusses.

Der Reichstagsabgeordnete Stresemann hat laut berZeit" an den Reichspostminister eine Eingabe gerichtet, in welcher er im Inter­esse des Zeitungsgewerbes die Fv ce- rang aufstellt, daß bie Reichspostverwaltu g mit sofortiger Wirkung bie Bestimmungen au, heben möge, nach benen ber Postbezug ber Zeitungen aus ein Vierteljahr im voraus, und zwar 34 Sage vor bem Beginn des Vierteljahres, festgelegt wer­den muß. Es sei für bie Zeitungsverleger un­möglich bie Preise für den Bezug der Zeitungen im voraus für einen Zeitraum von vier Monaten festzulegen.

Berlin 5. Sept. (WTB.) Die Aeurege­ln ng der Löhne für die Arbeiter bet der Reichsverwaltung und In den Reichsbetrieben

zu berechnen, der in keinem Falle 6 Prozent des Preises übersteigen darf, den sie in Deutsch­land für die gelieferte Ware bezahlte. Der Be­trag dieses Aufschlages wird in der Summe miteinbegriffen, die Deutschland für bie tatsäch­lichen Eachlieferungen gutgsschrieben wird.

Stinnes erklärt, bah es zur verstärkten Lieferung von Baumaterialien, wie Zement, Zie­gelsteine, Kalk unb Dachziegel nötig fei, bah ein bestimmter Prozentsatz der monatlich von Deutschland an Frankreich gelieferten Kohlen- 'mengen freigegeben werde, ein Prozent­satz, der bem für bie Fabrikation biefer Mate­rialien unbebingt nötigen Verbrauche entspricht. Die Verteilung dieser Kohlen auf die verschie­denen Betriebe wird Sache ber Firma Hugo i Stinnes in Verbindung mit bem Rheinisch-West- | fälischen Kohlensnydikat sein. Eine Kommission wird gemeinschaftlich bie Kohlen Verbrauchsziffern für bie erzeugten Materialien festsehen.

Lubersac erklärt, daß bie Voraussetzung für eine wirksame Durchführung ber Sachliefe­rungen ist, daß ber Preis ber deutschen Mate­rialien, bie den französischen Lagern in ben zer­störten Gebieten zugeführt werben, auf keinen Fall ben Preis ber entsprechenben von bem fran­zösischen Markt gelieferten Materialien über­steigen darf, ba bie Kriegsentschäbigung ber französischen Geschäbigten demgemäß festgeseht würde. Wenn die Verträge zu festen Preisen ab­geschlossen werden, so legt die Conföderation Wert darauf, daß dieselben auf französische Papier­franken lauten. Es herncht Einverständnis dar­über, daß dieses Abkommen unter der Voraus­setzung gilt, daß die deutschen Warenlieferungen unter dem Titel von Sachlieferungen nach dem französischen Mindestzolle verzollt werden. Die Dauer der vorstehenden Tiebereinkunft entspricht I derjenigen ber Abkommen von Wiesbaben unb I Berlin.

Die Konferenz der Ernährungs­und Landwlrlschastsminister.

Ein Attentat auf König Alexander von Serbiens

Genf, 5. Sept. (WTB.) In ihrer heu­tigen Aachmittagssihung ist bie .Völker- bundsversammlung in die Behandlung des Rechenschaftsberichtes des Völkerbundsekre- tariats eingetreten. Zu allgemeiner Tleberraschung waren nur drei Redner in die Rednerliste ein­getragen, und zwar der Delegierte Albaniens unb zwei Delegierte Südafrikas. Als nach Be­endigung dieser Reden auf die Frage, ob stoch jemand das Wort ergreifen wolle, keine Ant­wort erfolgte, erklärte ber Präsibent bie vierte Sitzung ber biesjährigen Völkerbundsversamm- lung nach kaum einstündiger Dauer für beenbet unb vertagte so bie weitere Aussprache über ben Rest bericht auf den nächsten Vormittag.

Heutiger Stand des Dollars

10 Uhr vormittags:

Die Vereinigte Sozialdemokratische Partei Deutschlands.

Berlin, 6. Sept,Vorwärts" unbFrei­heit" veröffentlichen bas von den Parteivorstän­den ber beiben sozialdemokratischen Parteien ge­meinsam auSgcarbcitete Aktionsprogramm der Vereinigten S o z ia l bem of r a t i - schenParteiDeutschlands. In dem Pro­gramm werden u. a. folgende Kampfziele der Partei gufgezählt: 1. Schuh ber Republik. In der Erkenntnis, daß bie demokratische Republik

unb bei mehr als 24jährigen Arbeiterinnen in der­selben Ortsklasse 7,90 Mark.

12. Postanweisungen bis 100 Mk. 6 Mk., über 100 bis 500 Mk. 10 Mk., über 500 bis 1000 Mk.

12 Mk. über 1000 bis 2000 Mk. 16 Mk.. über 2000 bis 5000 Mk. 20 Mk. 13. Auslandspost­gebühren: a) Briefe bis 20 Gr. 20 Mk.; für jede weiteren 20 Gr. 10 Mk.; b) Postkarten 13 Mk.;- c) Drucksachen für je 50 Gr. 4 Mk.; d) Geschäfts­papiere für je 50 Gr. 4 Mk., mindestens 20 Mk.;

e) Warenproben für je 50 Gr. 4 Mk., min­destens 8 Mk.. 14. Postfcheckgebühren: Zahl­karten bis 100 Mk. 3 Mk., über 100 bis 500, Mk.

5 Mk. über 1000 bis 2000 Mk. 8 Mk., über 2000 bis 5000 Mk. 10 Mk., über 5000 bis 20 000 Mk.

12 Mk. für jede weiteren 10 000 Mk. ober einen Teil dieser Summe 6Mk.; für bargeldlos begli­chene Zahlkarten dieselben Gebühren, im Höchst­fälle jedoch nur eine Gebühr von 30 Mk. für eine Zahlkarte. Auszahlungen: a) für Kassenschecks, die bargeldlos beglichen werden. i/2 vom sau­send des Scheckbetrages; b) für Barauszahlungen 2 vom Lautend des Scheckbetrages. 15. Die ge­plante Erhöhung der Zeitungsgebuhren soll nicht in Wirksamkeit treten, dagegen herrscht zwischen dem Verkehrsbeirat unb der Postverwal­tung darin Uebereinflimmung, daß für die Ver­packung von Zeitungen, soweit sie nicht von den Verlegern selbst besorgt wird, der Post ihre Selbstkosten erstattet werden und daß ab 1. Zw nuar 1925 wieder ein Zeitungsbestellgeld

erhoben werden soll. 16. Der Derkehrsbeirat in feiner Mehrheit hält eine Erhöhung des bis­herigen Zuschlages zu den gesetzlichen und ver­ordn ungsmäßigen Fernsprechgebühren von 160 vom Hundert auf 500 vom Hundert für aus­reichend. Die jetzt einschließlich des Zuschlages zu entrichtenden Gebühren würden demnach ver­doppelt. Die Minderheit stimmt mit Rücksicht auf die ungeheure Verteuerung der Materialien für eine weitere Erhöhung der Zuschläge. 17. 2113 gesetzliche Telegraphengebühren schlagt der Ver­kehrsbeirat vor: Wortgebühr: a) im Ortsverkehr 2 Mk. mindestens 20 Mk., b) im Fernverkehr 4 Mk., mindestens 40 Mk., für Preffelelegramme die Hälfte biefer Gebühren.

London, 5. Sept. (WTB.) Ober st House um «.«._____o ... , . erklärte in einer älrtterrebung mit dem Sonder-

dung durch gesetzliche Maßnahmen herbeizuführen, berichterstatter derTimes", die europäische Lage Ferner muh man sich gegenwärtig halten, daß I sei äußerst kritisch. Eine kleine Anleihe an es der Mitarbeit aller Bevölkerungskreise bedarf, Deutschland würde die tatsächliche Krise nur auf- um die zu treffenden Maßnahmen ivirkungsvoll schieben. Wenn die Frage in Angriff genommen zu gestatten. Liegt hier auch die Möglichkeit werde, so müsse dies von Grund auf ge- «u grundlegenden Änderungen der Wirtschafts- | schehen. Die Reparationsfumme müsse läge nicht in der Hand der mit der Ernächrungs- [ festgesetzt und die Zahlungsbedingun- türforge betrauten Stellen, so ist doch die Mi- gen endgültig geregelt werden. Man Nisterkonserenz einmütig der stiebe rzeugung, daß müsse wissen, wieviel Deutschland zahlen rönne, alle Maßnahmen getroffen werden müssen, die wann es zahlen könne, und welche Garantien^ es aus eine sparsame und zweckmäßige Verwendung für bie Zahlungen bleien könne. Desgleichen müsse der vorhandenen Nahrungsmittel im Inlande Em- Vorsorge für die Wiederherstellung der deutschen fluh 'haben können, und daß auch auf eine ertrag* I 4 ifX

sich» Preisgestaltung hingewirkt werden muß. Sie spricht sich daher für das Verbot der Herstellung von Starkbieren und im übrigen für die Einschränkung der Dierherstellung aus um die dadurch freiwerdenden Gerstemnengen der 'Herstellung von Nahrungsmitteln zuzuführen. Sie hält es weiter für notwendig, daß die Ver­wendung von Inlandszucker für Liköre, bei der Herstellung von Branntwein und von Schokolade und Süßigkeiten alsbald ver­boten wird. Sie Hält es weiter für notwendig, in dem demnächst beginnenden neuen Zuckerwirt- schaftsjahr Maßnahmen dahin zu treffen, daß der inländisch? Zucker in erster Linie der Bevölkerung zum Mundgebrauch zugeführt wird, und daß eine industrielle Verwertung nur insoweit zugelassen wird, als der unmittelbare Bedarf gesichert ist. I

Hinsichtlich der Kartoffelernte lauten die Be­richte aus den verschiedenen Säubern übereinstim­mend günstig. Die Konferenz empfiehlt, auf dem bereits beschrittenen Wege des Abschlusses von I Lieferungsverträgen weiter fort'>uschrei- ten. Angesichts der gegenwärtigen Lage glaubt sie, daß ein behördliches Eingreifen zweck5 Des e u-g der Preisbildung nicht erforderlich ist, und er­wartet. daß sich die Preise in den Grenzen halten, die für den Verbraucher erträglich sind. I Oluf dem Gebiete der Drotverforgung muß die Umlage in ihrer gesetzlich festgelegten Höhe durchgeführt werden. Die Konferenz ver­schließt sich dabei nicht der Tatsache, daß bei der Festsetzung der Preise für Umlagegetreide ber Entwicklung der Geldentwertung und den jetzigen Produktionskosten Rechnung getragen wer* ! den muß. Von den Strafandrohungen muß un­nachsichtig Gebrauch gemacht werden gegen die, die andere .auffordern, sich der Qlblieferung für die Umlage zu widersetzen. Die Konferenz ver­weist auch auf das Verbot der Verfütterung von Brotgetreide, dessen Durchführung zu über­wachen ist. Sie empfiehlt weiter eine Prüfung, ob durch eine allgemeine Herabsetzung des Aus­mahlsatzes für freies Getreide Ersparnisse ge­macht werden können. Die Konferenz der Ernährungsminister hat mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß zur Unterstützung der Sozialrentner und Kleinrentner ®elo- beträge zur Verfügung gestellt worden siiw. Sie '.t es aber für notwendig, darüber hinaus Hel,end einzugreisen. Im Rahmen dieser Maßnahme wird auch die Ausgestaltung der Kinderspeisun- gen und öffentlt chen Speisungen und die Abgabe von Lebensmitteln an besonders Be­dürftige zu ermäßigten Preisen geprüft werden

für September ist heute mit den Gewerkschaften vereinbart worden. Die Lohnerhöhung beträgt bei mehr als 24jährigen Arbeitern im allgemeinen in der Orrsklasse A 12 Mark in der Stunde

Berlin, 5 Spt. (WLD) Der Verkehrs­beirat beim Reichspostmini st eriurn Hal heute in Anwesenheit von Mitgliedern des 27. Reichstagsausschusses unter dem Vorsitze des | Reichspostministers die neuen Post-, Tele- i graphen» und Fernsprechgebühren beraten, die am 1. Oktober in Kraft treten sollen. Der Reichspostminister begründete ein­leitend die Gebührenvorlagen damit, daß seit der letzten Erhöhung im Juli e n? derartige Entwer­tung der Mark und infolgedes en ein? so s ruig- ha.te Verteuerung aller B.triebs- und Pe.sonal- kosten eingetreten sei, daß das mühsam her- gestellte Gleichgewicht im Posthaushalt nicht mehr aufrechter halten werden könne. Die durch die Mark nttr-ertung he.vorgerufenen Mehrru^rab n für 1922 feien schon jetzt auf über 30 Milliarden zu schätzen. Es sei nicht abzusehen, foie weit sich ber Fehlbetrag durch die weite gehende Verteue­rung der sächlichen und persönlichen Kosten er­höhen werde. Trotz aller von der Verwaltung bereits durchgeführten und weiter betriebenen Sparsamkeits- und Vereinfachungsmaßnahmen gäbe es kein anderes Mittel zur Herstellung des Gleichgewichts im Posthaushall, als eine neue Gebührenerhöhung, deren Nachteile für unsere wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung durch­aus nicht verkannt würden Der Verkehrsbeirat erkannte die von der Verwaltung g'p'ante" Ver­einfachung:- und Verbi ligung mahnah e an unb forderte be.en sch.eun g? Durch ührung. Als Ausgangspunkt für die neuen Postgebühren stimmte er einer Verdoppelung ber G e -

fiV di? Äü6rennSi>>t® | Aus dem Reiche.

2°rt\m'50Oä»e^6rSeM WW« »i« f.<W -----

20 Gramm 2 Mk., über 20100 Gramm 4 Mk., Berlin, 6. Sept. Gestern fanden neue

über 100250 Gramm 6 Mk.; im Fernverkehr Besprechungen zwischen dem Reichskanz- bis 20 Gramm 6 Mk., über 20100 Gramm [er un& ben Spitzenorganifationen 8 Mk., über 100250 Gramm 10 Mk.; 3. Dienst- Gewerkschaften über die Regierungsmah- ttche Aktenbriefe an Behörden über, 250-500 na^men gegen die Teuerung statt. Reichs- Gramm 12 Mk.; 4. Drucksachen bis 20 Granun - j Dr W irth gab eine stleberftcht über bis^i00^Gramm^OoN^^über^ 100-^50 die politische Lage und erklärte, er würde kei- 6 Mk., über 200-500 Gramm 8 Mk., über 500 nedfalld feine 5anb öa8u bieten,aud ?^m ma° Gramm bis 1 Kilo 10 Mk.; 5. Ansichtskarten mit geren Goldschatz der Reichsbank namhafte Grüßen usw. höchstens fünf Worte auf der Vor- Beträge sicherzustellen. Er habe im übrigen bereite 1 Mk.; 6. Geschäftspapiere bis 250 ni$t unbegrünbete Hoffnung, bafc 21 m e r 11 a Gramm 6 Mk., über 250500 Gramm 8 Mk., in Neuregelung des Reparationsproblems über 500 Gramm bis 1 Kilo 10 Mk.; 7. Waren- aftjöcr als bisher eingreifen Ä Sun9bnÄ?^e?uanU9m

Än?te,a?50n'®^mfÄrEüb?cb Ä WmÄ®eBertWaf«bunt> ge. 500 Gramm 8 Mk., über 500 Gramm bis 1 Kilo wünschte Wiederherstellung der ZwangS- 10 Mk; 9 Päckchen bis 1 Kilo 12 Mk.; 10. Pa- wirtschaft ein. Der Reichskanzler erklärte, kete in der Nahzone bis 5 Kilo 30 Mk., über 5 bis Wiedereinführung der Zwangswirtschaft ZV» Kilo 40 Mk., über Z^-IO Kilo 60 Mk., Wer --

10 'Kilo bis 15 Kilo 100 Mk., über 1520 Kilo 140 Mk.; Fernzone bis 5 Kllo 60 Mk ub^ 571/. Kilo 120 Mk., über 77.10 Kilo 160 Mk.. über 10-15 Kilo 280 Mk., über 15-20 Kilo 360 Mk.; Zeitungspakete bis 5 Kilo (Nahzone)

Hamburg, 5. Sept. (WTB.) Die K 0 n - f eren d der Ernä hrungs* unb Lanb- wirtschaftsminister, die hier am Mon­tag und Dienstag unter dem Vorsitze des Reichs- emährungsminislers Fehr tagte, befaßte sich in eingehenden Verhandlungen mit der gesamten Emährungslage unb ben durch das Emporschnel* len der Preise geschaffenen schwierigen Verhält­nissen Insbesondere wurden die Hauptgebiete der Ernährung, nämlich die Versorgung der Be­völkerung mit Brot, Kartoffeln und Äucker be­handelt, desgleichen die Erfassung von .Fleisch und die Versorgung durch Geftierfleisch. Die Auf­fassung der Teilnehmer an der Konferenz wurde r .^rD?lI9LtU[t UUIU,

in folgender E n t schließung Sufammengefaßt. fL^len Gesetzgebung. Abwehr aller Angriffe auf

Die Lage der Ernährung und die Preis Achtstundentag. 5. Volksgesundheit und Volks­entwicklung für Nahrungsmittel wird im wesent Vergesellschaftung des Gesundhetts-

llchen bestimmt durch die allgemeine ^rttchafts ^3 ^^ickhungs- und Bildungseinrich-

lage und den Stand b^r Valuta. Da m Deutsch 6 internationale Politik. Die Vereinige

land nach dem Verlust wertvoller landwirtschäft Sozialdemokratisch? Partei Deutschlands fordert licher Gebiete noch Wender alsfruher genügend ^^setznng einer Außenpolitik ber Verständi-

Nahrungsmittel erzeugt toerben können und O un'b j^s Wiederaufbaues unter Derückfich-

Deutfchland auf vielen Gebieten so namentlich 9^9g bet Leistungsfähigkeit Deutschlands. Der auf dem Gebiete der Versorgung wit Dro^e- gegen die imperialistische Politik, für die

trerde, Futtermitteln und> Fet en M hohem Maße ^lbänderung ber Friedensverträge und für bie auf bie @infu&r^ilebeminbung ber Macht- unb Gewaltpolitik liH Besserung h^^chtlich d^ Stan^ der Er dne internationa[e Rechtsorganisation er-

nahrung wie hinsichtlich der Prelse bei dem Heu Ordert den Zusammenschluß des Wellproletanats tigen Stand der Produktion ulcht ohne erne einer einheitlichen gefestigten Kampfgemein* Olbanberung ber allgemeinen Wirtschaftslage I °, , Deutschlands eintreten. Die Voraussetzung hierzu w'1- __________

ist in erster Linie die Defteiung Deutschlands .

von bem Druck übermäßiger Bar- und Sach- Overft Hou^e

mM1,äerÄVum Über das Reparatiousprobiem.

welche großen Schwierigkeiten zu überwinden sind, um eine Besserung der Ernährung und Preisbil-