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Interpellationen

troer Vie Kriegsverantwortlichkeit.

An erster Stelle begründete Abg. Bille- nau t seine Interpellation. Er erklärte, es handle sich um eine Ehrensache, die keinen Aufschub dulde. Um festzustellen, wer die Verantwortung für Len Krieg trage, hätte man nur die Doku­mente bei den deutschen Sozialdemokraten zu suchen, die die Verantwortlichkeit festgestellt hätten. Man müsse den QHann verteidigen, der Frankreich repräsentiere. Das sei die Pflicht des Parlaments. Die Kommunisten seien die Urheber dieser Kampagne, und man 'müsse daran er­innern. daß ß6on Blum gesagt habe, die meisten gemäßigten Sozialdemokraten hätten mit Recht das verhängnisvolle WortPoincare la guerrc ausgesprochen.

Als weiterer Interpellant ergriff der kom­munistische Abgeordnete Vailland-Vou- tarier das Wort. Er entschuldigt sich, daß er vielleicht die Gefühle der Kammer verletzen müsse, aber er komme einer Aufforderung des Ministerpräsidenten nach. Wir haben, so erklärt er, niemals die Verantwortlichkeit Deutschlands für den Krieg geleugnet. Würden bte Schuldigen bestraft, dann konnte Wilhelm II. nicht auf dein Schloß von Dvorn mit seiner Familie wohnen, und man würde auch keine Aeußerungen zugunsten der Erben des letzten Habsburgers hören. Der Ver­trag von Versailles stelle die Verantwortlichkeit Deutschlands und seiner Verbündeten fest. Aber wenn Frankreich besiegt worden wäre und mit dem Messer an der Kehle einen ähnlichen Tert hätte unterzeichnen müssen, hätten dann nicht unpartei­ische Geschichtsschreiber nach der Verantwortlichkeit Deutschlands suchen können??! 3m Jahre 1914 scheine das Ziel der geheimen Allian­zen den Krieg unvermeidlich gemacht zu haben. Eine Kriegspartei habe bestanden, näm­lich Kapitalisten, die ihre Vorräte hätten verkau­fen wollen, Diplomaten und Militärs, deren Metier es sei, sowie junge Leute, die einer Politik ohne Schwung überdrüssig geworden seien. Ein gewisser Mallet habe geschrieben, daß die Sonne der Gerechtigkeit, die auf dem Balkan aufgestiegen sei, bald auch die Türme der Kathedralen von Metz und Straßburg beleuchten werde. Wenige Tage nach dem Kriege habe Unterstaatssekretär Colrat gesagt, daß die Befreiung Elsaß- Lothringens das -Ziel der Politik sei, die Poincare mit Beharrlichkeit verfolgt habe. Poin- care würde gut daran tun, die Stellung einzu­nehmen, die die Geschichte ihm zuweisen würde. Schließlich spricht Vaillant den Gedanken aus, daß die von Jaures gebrandmarkte Kolonial- politik zum Kriege geführt habe.

Eine englische Erklärung über Deutschlnnds Entwaffnung.

London, 6. Juli. (WTD.) 3m Unter/ ,->ause fragte der Abgeordnete Bellairs die Regierung, ob sie in Anbetracht der übertrie­benen Vorstellungen, die über das in Deutschland vorhandene Kriegsma­terial verbreitet seien, Zahlen über die ver­nichteten Geschütze angeben könne. Der parlamen­tarische Sekretär des Kriegsamtes Stanley gab darauf die Zahlen über die ausgelieserten und zerstörten Geschütze, Maschinengewehre und Ge­wehre an und fügte hinzu, die interalliierte mili­tärische Kontrollkommission sei der Ansicht, daß alle wichtigen Vorräte des übriggebliebenen Kriegsmaterials zur Zerstörung ausgeliefert wor­den feien und nur eine unbedeutende Zahl von Geschützen, Maschinengewehren und Gewehren thon radikalen Gruppen noch verborgen gehalten Jein könnte. Die Kontrollkommission 'habe weit Kmehr erreicht, als ihre Mitglieder selbst zu Anfang -ihrer Tätigkeit für möglich gehalten hätten. Die 'Entwaffnung Deutschlands im Hinblick auf den l Luftkrieg sei als am 5. Februar vollkommen durch­geführt festgestellt toorben.

Aus Rumänien.

Bukarest, 5. Juli. (WT2.) Das Pro- s^svren-Kvllegium der Universität Jassy be­schloß, das Ministerium zu ersuchen, den aus dem Kriege durch seine deutschfreundliche Gesinnung bekannten Professor Stere aus Bessarabien wieder an die Universität zu be­rufen.

Aus dem Reiche.

Der Reichspräsident.

Berlin, 5. Juli. (WTB.) Der Reichs­präsident ist zür Fortsetzung feiner Kur tn Freudenstadt eingetrofsen.

Zum Berliner Duchdruckerstreik.

Berlin, 6. Juli. Bon Berliner Blät­tern sind heuteF r e i h e i t,Vorwärts" undRote Fahne" erschienen.

Die Autonomiefrage für Oberschlesien.

Berlin. 5. Juli. (WTD.) Die Vorberei­tungen für die Abstimmung in Oberschlesien über

Getreideumlage in alter Zeit.

Aus Kassel wird uns geschrieben: In dieser Zeit der Entscheidung über die Ge­treideumlage als Ueberbleibsel der Zwangs­wirtschaft der Kriegs- und Nachkriegszeit sei an das Wort des alten Weisen erinnert: Es ist alles schon dagewesen! Philipp, Landgraf von Hessen, dem die Geschichte den Beinamen Der Großmütige" verliehen hat, befolgte zu Beginn des 16. Jahrhunderts eine Getteide- pvlitik, an die kein anderer Fürst seiner Zeit dachte. Sein Streben war darauf gerichtet, Teuerung und Hungersnot von seinem Lande fern zu halten. Jedem seiner Untertanen, be­sonders dem armen Manne, sollte das täg­liche Brot gesichert sein. Zu diesem Zwecke erließ er eine Anzahl Verordnungen, die von dem Fürsten, dessen Kanzlei nur drei Schrei­ber aufwies, fast durchweg selbst durchdacht wurden. Zunächst erließ er ein Ausfuhr­verbot für alles Getreide, das in hessischen Landen geerntet wurde, und setzte für dieses Getreide Höchstpreise fest. So verhütete er die Teuerung, die allenthalben eingesetzt hatte. Außerdem speicherte er Getreide in Vorratshäusern auf, so im Kasseler Zeughaus, das gleichzeitig Fruchthaus gewesen ist. Diese sogenannten Festungsvorräte teilte er in Jah­ren der Mißernte, wenn Mangel einttat, un­ter die Bevölkerung und schuf mit dem in gu-

bte Autonvmtef rage srnd tm Reichsv er- kehrs-ministerium des 3rrnern cBgcfchlossen. worden. Als Abstimmungstag ist der 3. September in Aussicht genommen. Eine diesbezügliche Verord­nung erscheint in den nächsten Tagen. Aich die Abstimmungsordnrng selbst, die die Einzelheiten des Verfahrens regelt, ist bereits fertiggestellt und wivd in der nächsten Woche tm Regierungsblatt für Oppeln veröffentlicht.

Haussuchungen und Verhaftungen in Gera.

Erfurt, 6. Juli. (WTB.) DieThür. Allgemeine Zeitung" meldet aus Gera in Reuh: Bei einer Haussuchung beim Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund wurde eine Anzahl sehr kompromittierender Schrift­stücke gefunden. Der Vorsitzende des Bundes, Oberpvstsekretär Faßhauer wurde ver­haftet. Mit ihm wurden noch 2 Beamte des Telegraphenamtes in dieser Angelegenheit verhaftet. Die eingeleitete Untersuchung wird ergeben, in welcher Weise gegen den Fort­bestand der Republik gearbeitet worden ist. Bis jetzt wurde festgestellt, daß Gera die Zentrale für Thüringen war. Ferner hat sich aus den Vorgefundenen Schriftstücken ergeben, daß früher hochgestellte Persönlich­keiten das Unternehmen finanziell unter­stützten.

Aus Hessen.

Die Beratungen des Finanzausschusses.

rm. Darmstadt, 5. Juli. Die Bera­tungen des Finanzausschusses werden fortgesetzt. Zu Kap. 53 Höhere Lehranstalten Lliegt ein Antrag des Abg. Hofmann- Alzey vor, der eine andere Staffelung des Schulgeldes wünscht, so daß Geschwister Ermäßigung genießen. Die Regierung stimmt dieser Anregung grundsätzlich zu. Zu Kap. 54 Höhere Bürgerschulen wird ein Anttag ange­nommen, durch den der Zuschuß der Regie­rung zu dem Schulgeld von 200 Mk. auf 250 Mark erhöht wird. Auch ein Anttag Reiber wird gegen drei Stimmen angenommen, nach welchem Kinder auf dem Lande, aus Orten mit niederer Ortsklasse, die eine Schule an Orten mit höherer Ortsklasse besuchen, das Schul­geld erlassen werden soll; die Regierung hatte sich dagegen ausgesprochen. Bei Kap. 98 Ge­richte wird die Beseitigung der 3. Spruch­kammer bei der Sttafkammer angeregt, da sie überflüssig sei. Die Regierung erklärt, daß sie später gegebenenfalls geeignete Vorschläge machen werde. Ueber die Besetzung der Amts­anwaltsstellen mit früheren Offizieren hat die Regierung Im allgemeinen keine guten Erfah­rungen gemacht, doch sind noch vier Stellen in dieser Weise besetzt, da sich deren Inhaber als sehr geeignet gezeigt haben. Nächste Sitzung Donnerstag.

Die IubMums-Gewerbeschcru in Alsfeld.

Die Stadt- Alsfeld hat die Feier ihres 700» jährigen Bestehens mit einer heimischen Ge - werbeschau verbunden. Das war ein sckhr glücklicher Gedanke. Denn die Ausstellung zeigt nicht nur, was das Alsfelder Handwerk und die Alsfelder Industrie 'heute zu leisten vermag das ist ja ihr Hauptzweck sondern sie zeigt auch, den einzigen schmalen und steilen Weg, der' aus unserer heutigen wirtschaftlichen Not heraussührt: wätgehendste Rohstoffveredelung und ge­diegenste Qualitätsarbeit. Was auf die­sen Gebieten in der Ausstellung zu sehen ist, das bietet ein sehr erfreuliches Bild. Es soll hier nur auf einige Abteilungen der Ausstellung hingewie- sen werden, da eine umfassende Gesamtübersicht über das Gebotene nur bei einem Gang durch die Ausstellung selbst gewonnen werden kann, der jedem Interessenten angelegentlich empfohlen sei.

Die Ausstellung ist in den Räumen der neuen Stadtschule untergebracht, und die Gesamtwirkung zeigt, daß dieses Gebäude mit seinen Hellen, luf­tigen Zimmern, bequemen Treppen und geräumi­gen Fluren für einen solchen Zweck gut geeignet ist. Die Säle des Erdgeschosses enthalten aus­schließlich Arbeiten der Alsfelder Schreiner- meister und der Alsfelder Möbelfabrik. Die Möbelschreinerei ist unter den handwerklichen Betrieben der Stadt heute ohne Frage die wich­tigste. Dieser Handwerkszweig hat sich vor allem seit der Errichtung des städtischen Elektrizitäts­werkes im Jahre 1900 die Maschine dienstbar gemacht, und es ist erstaunlich, welchen Grad der Leistungsfähigkeit er dadurch erreicht hat. Die ausgezeichnete, geschmackvolle und gediegene Form der Möbel wird noch gehoben durch die Farbe. Bei der modernen D e i z t e ch n i k ist es möglich, Farbentöne zu erzeugen, die vor zwanzig Jahren noch ganz unerreichbar waren. Ein Blick etwa auf

ten Jahren billig erworbenen Getreide einen Ausgleich zu' dem teuren Korn aus Notzeiten. In ganz besonders schweren Miherntejahren setzte er dann eine Zwangsumlage durch, und zwar wurde alles im Privatbesitz befindliche und den eigenen Bedarf des Besitzers über­steigende Getteide durch fürstliche Beamte be­schlagnahmt und der Allgemeinheit zum Ver­kauf gestellt. So wirkte Philipp der Groß­mütige, von dem ein Zeitgenosse sang, als Philipp gestorben war:

Mit Nägeln sollt ausgraben gern, Wenn's möglich wär', den alten Herrn!

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Shaws Briefe an eine Schau- spielerin. Sehr eigenartige Briese Shaws an die berühmte englische Schauspielerin Mrs. Patrick Campbell werden von dieser in der Queen" veröffentlicht. Als es sich um die Auf­führung seines DramasAndrocles und der Löwe" handelte, schreibt Shaw im September 1912 an Mrs. Campbell, die krank im Bett lag: Wie geht es Ihnen? Wenn ich ein anderes Stück fertig hätte, so würde ich es Ihnen vorlesen, um herauszubelommen, ob Sie wirklich krank sind oder nicht; aber ich habe nur dieses christ­liche Märtyrerstück, eine brüllende heulende Ge­schichte, die Ihnen das Dach vom Hause fort- reißen und Sie nackt unter den ewigen Sternen lassen würde. Tleberdies ermutige ich niemals Krankheit. Als ich Sie zuletzt sah. waren Sie

ein Herr enzimmer von Schreinermeister I Valentin W e p p l e r ober auf ein Eßzimmer | von Schreinermeister Bernhard Ludwig wird dies bestätigen. Beide sind in dunkel Eiche aus­geführt, dieses in gewollter Einfachheit, unter sparsamster Verwendung von Schmuckformen. aber in wohlabgewogenen Verhältnissen, in sauberster Bearbeitung und aus schönstem Material, jenes prunkvoller und für große Räume gedacht, von monumentaler Wirkung. Aus der Ludwig - s ch e n Werkstatt ist auch ein Schlafzimmer aus gebeiztem Lärchenholz mit Füllungen in na­tur Dirken hervorgegangen, desgleichen eine Küche tn Kiefernholz, naturlackiert, aus der W e^) p l e r's ch e n Werkstatt, eine Küche in Lärchenholz, alles von schönster Wirkung. Andere Schreinermeister haben nur Einzel­möbel ausgestellt, so Heinrich Nau einen Küchenschrank in hellem Emailleanstrich mit dunklem Linoleumsockel und schwarzen Stabauf­lagen auf den Glasfüllungen des Oberbaus, ober Karl Müller ein Büfett aus Eichenholz mit facettierten Verglasungen im Oberbau, oder Chri­stian Sehffarth ebenfalls ein Düfet t aus Eichenholz mit reichen Schnitzereien in moderni­sierten Formen des Spätbarock, ein wahres Prunk­stück. Wer nur diese wenigen Beispiele gesehen hat, der wird bekennen, daß das Alsfelder Schrei­nergewerbe heute den weitgehendsten Anforde­rungen gewachsen ist und Aufträge ausführen kann, die man früher nur an Firmen in größeren Städten vergeben zu müssen glaubte. Die Als­felder Möbelfabrik ist mit einer reichhal­tigen Ausstellung ihrer allbekannten geboge­nen Sihmöbel vertreten, die ihrem alten und guten Ruf alle Ehre machen.

Ein in Alsfeld seit Jahrhunderten blühender Gewerbczweig ist bekanntlich die W e b e r e i. Dte Zunft ter Wollenweber, die vor hmdett Jahren noch mit 113 Meistern hier vertreten war, ist freilich ausgestorben, aber die Seinen* Weberei blüht noch beute. Die Firma Her­mann Bücking Söhne toellbtinnt d >rch ihrealtdeutschen Webereien", hat so­gar einen uralten Handwebstchl ausgestellt, der heute noch in Betrieb ist und, von einem Vete­ranen der Weberzunft, Meister Scharmann, bedient, eine wundervolle Tischdecke vor den Augen der staunenden Zuschauer entstehen läßt. 3m übrigen hat die Firma die schönsten Vor­hänge, Handtücher, Servietten und Kissen mit farbig gewebten Borden und Handstickereien in erlesenstem Geschmack, was Farbe und Master anlangt, ausgestellt. Zwei weitere Vertreter der Alsfelder Webindustrie, die Firmen C. Grüne­wald & Nohn und Hermann Keck, In­haber Gustav Rebstock, sind ebenfalls mit einer reichhaltigen Ausstellung ihrer Fabrikate erschienen. Jene ist die größte ihrer Art am Platz; sie besteht feit 1857 und ist 1874 zim mechanischen Betrieb über gegangen. Sie fabri­ziert Marlisenstosfe, Rohleinen, Drelle, Strohsack­leinen und andere Sackstoffe. Der Rebstocksche Be­trieb fertigt als Spezialität Scheuer- und Wisch­tücher. Beide Firmen ho-ben auch die Roh­stoffe. die sie verarbeiten, m übersichtlicher Weise ausgestellt.

Mit der Webrndusttie verwandt ist die me­chanische Kleiderfabrtt von Georg Dietrich Bücking Sie hat eine sehr inter­essante Ausstellung ihrer Berufs - und Ar­beitskleider veranstaltet, die weithin bekannt sind. Sie steht in regem Geschäftsverkehr nament­lich mit Amerika. Die Firma sÄbst ist die älteste am Platz. Sie besteht ununterbrochen seit 1734; die fabrikmäßige Herstellung von Arbeitsllcidern betreibt sie seit 1906.

Sovfel nur von den Erzeugnissen der Als­felder Möbelschreinerei und Weberei, die von den 13 Sälen des Gebäudes fünf auefüITen. Von der reichen Fülle der sonstigen 'Ausstellungen nur einige Proben, dhr aufs gevatewohl heraus­genommen sind.

Die seit mehr als 100 Jahren bestehende Alsfelder Tabaksfabrik von Theodor Köster läßt die Arbeitsvorgänge bei der Zi­garrenfabrikation praktisch veranschaulichen. Vor den Augen der Zuschauer entsteht aus Tabak­blättern eine Zigarre. Außerdem sind in über­sichtlicher und lehrreicher Zusammenstellung Roh­tabake ausgestellt. Die Ober hessische Maschinenfabrik Alsfeld stellt Kreis­sägen und sonstige Arbeitsiüaschinen aus. Einige prächtige Erzeugnisse des Wagenbaus, ein Viktvriawagen, ein Jagdwagen und ein Halbver­deck, von Alsfelder Meistern hergestellt, sind in einer überdeckten Halle im Hof untergebracht. Daselbst stehen auch landwirtschaftliche Maschinen und Motore, ein Dreschwagen mit elektrischem Antrieb, alles im Betrieb.

3n der Ausstellung sind fast sämtliche Handwerke vertreten: die Schuhmacher und Schneider, die Schlosser und Schmiede, die Häfner, die Sattler und Tapezierer (mit prächtigen Polstermöbeln), die Installateure (Beleuchtungs­körper), die tthrmacher, die Friseure, die Maler­und Anstreicher, die Buchdrucker mit einer sehr interessanten Sonderausstellung, ein Saal ist ein | vollständigerModesalon" mit Damenhüten,

krank im Bett, aber Sie hatten die Energie von zehn Tigerinnen, und Ihr ungewöhnlich schöner Nacken würde das Gebäll des Parthenon wie eine Feder getragen haben, wenn Sie als Karya- dide dienen wollten." Einen Monat später schreibt er:Es geht Ihnen entweder besser oder Sie sind tot. Sagen Sie mir, Schönste, sind Sie wieder auf? Wenn ja, dann ist es 3hre Pflicht, mir zu schreiben. 3ch hoffe, Sie haben 3hr gutes Aussehen verloren, denn wenn Sie es behalten, dann kann Sie jeder Narr anbeten, und die An­betung von Narren ist gefährlich für die Seele. Nein, lassen Sie mich ein verstörtes Gesicht sehen und eine schlechte Figur und sechzehn Kinns und einen ganzen Gutshof von Hahnenfüßen und eine scheußliche Perücke; dann sollen Sie sehem wie stark ich bin. 3ch bin nicht mehr derselbe Mann seit unserer Begegnung, ich glaube, Sie sind ein Teufel; alle sagen es mir, wenn ich über Sie tobe. Nun, es ist egal, 3ch "habe immer gesagt, daß es der Teufel ist, der die Hölle macht, aber hier ist es ein Teufel, der den Himmel macht. Deshalb küsse ich 3'hre Hände und preise die Schöpfung, daß sie Sie geschallen, und hoffe, daß sie wieder wohl sind."O, Schöne, Berühmte!" beginnt ein Brief vom 30. Oktober 1912,ich habe Berge von Arbeit auf mir und kann frühestens Freitag morgen nach der Stadt zurückkehren. 3ch kann den Androcles hier nicht finden; aber wenn er in London in mein Bereich kommt, dann will ich am Freitag um 4 äckhr kommen und falls Sie es nicht verbieten, ihn in Ihre Korallenöhrchen f.nilen, bis der Kensingtvnplah zusammenstürzt. O, Tapfere, hochgemute Dame, Reinigerin und Anfeuerin meines zertretenen Geistes, ich wollte,

Pelzen, Herren- und Damen-Mooearntein usto. Kunstfertige Frauenhände haben entzückendeHand- arbeiten ausgestellt. Verschiedene kaufmännische Firmen haben Sonderausstellungen ihrer Waren veranstaltet, kurz und gut, es gibt sehr viel zu sehen auf der Alsfelder Ausstellung, und die Hauptsache ist, es ist alles sehr geschmackvoll und übersichtlich angeordnet und ausgestellt. Ein Erfrischungsraum mit bayerischem Bier lädt den Ermüdeten zur Rast und Stärkung. Ein gedruckter F ü hrer gibt über alles Ausllinft. Der Ein­trittspreis beträgt an Werktagen 3 Mk., an Sonm tagen 5 Mk.

Die Ausstellung ist täglich von 10 lUjr vvrm. bis 6 .Ubr nachm. geöffnet. Sie wird sehr ftart besucht, und es werden ständig Verkäufe ab- geschlossen und Bestellungen entgegengenvmmen. Der letzte Tag der Ausstellung ist nächsten Sonn­tag, den 9. d. M. Am Montag schließt sie ihre Pforten. Ein Besuch dürfte niemand reuen.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 6. Juli 1922.

Die Tätigkeit der hessischen Mrema torien im Jahre 1921.

Wie die Hessische Zentralstelle für die Landes­statistik in ihrem neuesten Mitteilungsblatt be­kanntgibt, wurden in den Krematorien in Hessen im Jahre 1921 eingeäschert 5n Darmstadt 61 (davon 17 Auswärtige), Otten­bach 208 (123), Friedberg 47 (43), Mainz 246 zusammen 562 (363) Personen. Von den Ein- geäscherten des Jahres 1921 waren 339 männ­lichen, 223 weiblichen Geschlechts. Von der Ge­samtzahl (562) waren a) 425 evangelisch, 56 katho­lisch, 33 israelitisch und 48 anderen Bekenntnisses;, b) unter 1 Jahr alt eine Person männlichen Ge^ schlechts, keine des weiblichen, 1 bis 4 Jahre alt keine männlichen, drei weiblichen Geschlechts, 5 bis 14 Jahre alt je eine männlichen und weiblichen Geschlechts, 15 bis 29 Jahre alt 22 mämiliche, 18 weibliche, 30 bis 59 Jahre 139 männliche, 72 weibliche, 60 bis 69 Jahre 86 männliche, 56 weib­liche, 70 und mehr Jahre alt 90 männliche und 73 weibliche Personen.

Wettervoraussage

für Freitag:

Meist bedeckt, Regen, starke Südwest-, später Westwinde, kühler.

Ein sehr starker Zyklon mit nordwestlicher Zugrichtung liegt über England. Auf feiner Rück» fette steigt das Barometer stark. Wir haben zu­nächst mit stürmischen Wrnden aus nüdwesten und Westen, ^owie Regen und Abküchlimg zi rechnen.

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** Amtliche Personalnachricht. Er­nannt wurde am 23. Mai der Schulamtsanwärter Philipp Schnell zu Flonheim zum Lehrer an der Volksschule zu Wendelsheim, Kreis Alzey.

L. A. Von der Landesuniversi­tät. Der außerordentliche Professor an der Universität Freiburg, Dr. Paul Mvmbert, hat den an ihn ergangenen Ruf als ordent­licher Professor der Staatswissenschaften an unserer Universität angenommen.

** Oeffentliche Dücherhalle. Im Juni wurden 1763 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1104, Zeit­schriften 66, Jugendschriften 135, Literatur­geschichte 7, Gedichte und Dramen 32, Län­der- und Völkerkunde 61, Kulturgeschichte 34, Geschichte und Biographien 88, Kunstgeschichte 16, Naturwissenschaft und Technologie 94, Heer- und Seewesen 9, Haus- und Landwirt­schaft 13, Gesundheitslehre 5, Religion und Philosophie 45, Staatswissenschaft 10, Sprach­wissenschaft 16, Fremdsprachliches 28 Bände. Nach auswärts kamen 29 Bände.

** Platindieb st ah l. Aus einem hiesigen Fabrikanwesen wurden zwei etwa 100 Zentimeter lange und 0,5 Millimeter starke Platindrähte von einem Thermoelement, im Werte von 1215 000 Mark, gestohlen. Für die Ermittelung ist eine Be­lohnung von 1000 Mark ausgesetzt.

DerEvang. Arbeiterverein bittet uns um Abdruck der folgenden Zeilen: Nach wochenlanger reger Tätigkeit des aus allen hie­sigen evangelischen Ober eine nzusammengesetzten Festausschusses findet am Samstag und Sonntag die Feier des 30jährigen Stiftungs­festes des Vereins statt. Für die gesamte evang. Bevölkerung ist die Tatsache bemerkenswert, daß es gelungen ist, aus Anlaß dieser Feier alle evang. Vereine von Gießen zusammenzuführen. AmSvnn- tag vormittag vereinigen sich die Vereine zu einem gemeinsamen Festgottesdienst in der Stadt­kirche, am Nachmittag ist Zusammenkunft auf dem Os Waldsgarten geplant von da gemeinsamer Ab­marsch nach dem Festplatz (Textors Terrasse), tot Prof. D. Schian die Festansprache hält. Der Gesamtüberschuß des Festes kommt bedürftigen Kleinrentnern zugute.

die Post wäre in der Hölle, wenn sie nicht noch einen Augenblick warten will."

Eine neue Mas chine für Luft­schiffe. Sicherheit gegen Feuersgefahr und große Ersparnisse sollen die bedeutenden Vor­züge einer neuen Maschine für Luftschiffe sein, die jetzt in England konstruiert worden ist. Die Maschine verdankt ihre Entstehung den gemein­samen Versuchen des Commander Durneh, der sich zu einem Flug mit dem Luftschiff von Lon­don nach Bombay anschickt, und des Luft- schiffabrikanten Sir Robert Walzeh Cohen. Die besondere Eigenschaft dieser Maschine ist die, daß eine Mischung des Wasserstoffs mit schwerem Paraffin erfolgt. Diese Mischung leistet dasselbe wie die mit dem besten Petroleum und kostet nur ein Drittel soviel. Die Luftschiffreisenden wer­den dadurch von der Feuersgefahr befreit, die mit der Verwendung des Petroleums verbunden ist. Während die Entflammung des Petroleums schon bei 40 Grad erfolgt, ist die bei dem für die neue Maschine gebrauchten schweren Paraffin erst bei 220 Grad zu erwarten, die Sicherheit ist also außerordentlich gesteigert, und außerdem wer­den zwei Drittel der Heizkosten gespart. Die neue Erfindung soll zum ersten Mal bei dem Flug von London nach Bombay erprobt werden. Die Reise soll in drei Tagen zurückgelegt werden, unb zwar sind drei Abteilungen für die Fahrt vorgesehen von London bis Kairo, von Kairo bis Bagdad und von Bagdad bis Bombay. Gin Dampfer braucht von London bis Bombay gegen­wärtig 19 Tage.