Einzelbild herunterladen

irr. 82

Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags, mit derSamstagsbeijage: DietzenerFamilienblätter MomUliche vezugrpreife: Mk. 16.- und Mk. 1.50 Trägerlohn,durch di^Post Mk. 17.50, auch bei Nicht­erscheinen einzelner Num­mern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech- Anschlüsse: fürdieSchrift« Teilung 112; für Verlag und Geschäflsstelle 51. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Gießen.

poftscherttonto:

Frankfurt a. M. 11686.

Erster Blatt

Donnerstag.

U2. japrgang

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange. $d)riftkltung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7.

h. April 1922

Annagux uon Anzeigen für die lagesnummcr bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 120 Pf.auswärts 150 Pf.; für Rekl-ame- Anzeigen von 70 mm Breite 450 Pf. Bei Platz» Vorschrift20"Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen

(Ein neues Verfahren der Reparationskommission.

Versuch, eine bcuttdje Anleihe aufznbringcn.

Paris, 5. April. (WTB.) 3m Anschluß an bad am 29. März veröffentlichte Corn - m u n i q u e teilt die Reparationstorn- Mission einen am 4. April gefaßten Beschluß mit, welcher besagt, es werde ein Sachverstän­digenausschuß den Auftrag erhalten, eine Prü­fung der Bedingungen vor^unehrnen und dar­über Bericht' zu erstatten, zu denen die deutsche Regierung nach dem Stande ihrer Berpslich- tungen, wie sie durch den Versailler Vertrag und insbesondere durch das Zahlungsstatut vom 5. Mai 1921 bestimmt seien, im Aus lande Anleihen ausnehmen könnte, deren Er­trag für den teilweisen Rückkauf des Kapitals der Rcparationsschuld verwendet würde. Der Ausschuß werde vor allem folgende Punkte zu bearbeiten haben: 1. die Fragen, unter welchen Bedingungen die Anleihen ausgenommen wer­den könnten und welchen Betrag man vernünf- tigcimcifc im Lause der beiden nächsten Jahre aufzubringen hoffen könne, 2. welche Garan­tien den etwaigen Geldleihern geboten werden könnten, ohne das künftige Reparationsinteresse ungebührlich zu schädigen, 3. den Kontroll- und De.waltnngemo' us für die Einnahmen und an­deren Aktiven, die für den inländischen Dienst zu verwenden sind, sowie die zwischen der deut­schen Regierung, den Vertretern der Geldleiher und der Reparationskommission herzustellenden Bestimmungen.

Der Sachverständigenausschaß. so fährt das Evmmuniiue fort, werde Gulach en von Reu- horker. Londoner, Pariser, römischen, Brüsseler, Amsterdamer, Berner, Berliner usw. Persönlich­keiten einholen, die in der Emission von Staats­anleihen praktisch; Erfahrung hätten. Die'er Gut­achten werde sich der Ausschuß bei der Aus­stellung eines praktischen Entwurfes bedienen, zu dem die Zustimmung der deutschen Regie­rung und der Reparationskommission eingeholt werden solle. Der Sachverständigenausschuß wird sich wie folgt zusammSnsetzen: Vorsitzen­der der belgische Delegierte in der Repara- rionslvmmission Delacroix, stellvertretender Vor­sitzender der zweite italienische Delegierte bei der Reparationskommission d'Ameglio, einem von der deutschen Re -i.wung ernannten Vertreter, je einem finanzsachverständigen Mitglied aus England, Frankreich, den Vereinigten Staaten und aus einem Lande, das nicht am Kriege teilgenommen hat. Der neutrale Vertreter wird nach dem Com- munique von der Reparationskommission auf ge­meinsamen Vorschlag des Vorsitzenden des Sach- Verständigenausschusses Delacroix und des deut­schen Vertreters ernannt.

Sachvcrständigen-Bcratung für Genna.

Berlin, 5. April. (MTB.) 3m auswär­tigen Amt sand unter dem Vorsitz des Staats­sekretär S i m s o n heute nachmittag eine Be­sprechung mit den von der Regierung berufenen Sachverständige über die mit der Kon­ferenz von Genua zusammenhängenden Fragen statt. Der Besprechung war vormittags die Be­ratung von drei ilntci fommifftonen vvrhergegan- gen, die sich mit volkswirtschaftlichen und finan­ziellen sowie verkehrstechnischen Fragen befaß­ten. Lieber diese Beratungen wurde Bericht er­stattet und dann in einer allgemeinen Aussprache die wichtigsten zu befolgenden Grundsätze erörtert.

ch Die deutsche Delegation.

Berlin, 5; April. Mie die Blätter mitteilen, werden als deutsche Sachverständige folgende Per­sönlichkeiten an den Verhandlungen in Genua teilnehmcn: Baltrnfch, Mi'glicd des Reichs- wirtschastsrats (Christi. l^ewerk chaften), Berg­mann, Staatssekretär a. D. (Deutsche Dank), Bernhard, Mitglied des Reichswirtschaftsrats (Chefredakteur), Geheimrat Bücher (Reichsver­band der 3ndustrre), Geheimrat Cuno (General­direktor der Hamburg-Amerika-Linie), Geheimrat Duisberg (Chemische Fabriken Bayer-Lever- fufen), Reichstagsabg. Erkelenz (Hirsch- Dunckersche Gewerkschaft). Bank er Hagen (Vo«-° sitzender der Kölner Handelskammer), Rcichs- nnd ^andtagsabgeordneter Hu 6 (Freie Gewerk­schaften), Direktor Äraeiner (Mitglied des Reichswirtschaftsrats), Geheimrat freutet (Mitglied des Reichswirtschaftsrats), Direktor Lübben (Kohlensyirdikat), Bankier Melchior (Bankhaus Harburg-Hamburg), Franz v. Men­delsohn (Mitglied des Reichswirtschaftsrats). Von einigen Blättern wird auch noch der unab­hängige Reichstagsabgeordnete H i l f e r d i n g als Sachverständiger genannt

Lloyd George und Poincarv.

London. v5. April. (WTB.) Lloyd George wird bei seiner Durchreise durch Paris am Freitagnachmittag eine Besprechung mit P o i n c a r 6 haben. Er reist im Laufe des Abends nach Genua weiter.

L o n d o n, 5. April. (Wolff.) Der politische Berichterstatter derBorkshire Evening News" erfährt, daß LlvhdGeorgein Genua voll­ständige Borschläge für die sofortige Errich­tung einer internationalen Korpo­ration zur wirtschaftlichen Wie­derherstellung Europas vorlegen werde. Lord 3 n v e r f o r t h, der der Schöpfer dieser Pläne sei. und andere hervorragende Geschäftsleute würden an der Konferenz teil­nehmen

Englands Forderungen an seine Verbündeten.

London, 5. April. (MD.) Mie Reuter er­fährt, hat die englische Regierung an btc Alliierten eine Rote gerichtet, in der fie er­klärt. sie behalte sich mit Rücksicht auf die Tat­sache. daß England jetztZinsenfürseine Schuld an die Vereinigten Staaten bezahlen müsse, das Recht vor, ihrerseits die Alliierten auszufordern, für die von ihnen bei England gemachten Kriegsschulden Zinsen zu bezahlen.

Paris, 5. April. (Molff.) DasEcho de Paris" teilt mit, die französische und die britische Regierung hatten im April 1916 ein Finanzabkommen getroffen, nach dem Frank­reich auf die Dauer von drei Jahren von jeder Zins- und Kapitalzahlung befreit werde für alle Anleihen, die ihm vom britischen Schatzamt wäh­rend des Krieges bewilligt würden. Dieses Ab­kommen sei inzwischen einmal erneuert worden. Lord Curzon habe vor kurzem dem französischen Botschafter mitgeteilt, die englische Regierung ge­denke es nun n.i ch t m e h r zu erneuern, da Eng­land selbst verpflichtet sei, Zinsen für Anleihen zu zahlen. DasEcho de Paris" schließt daraus, daß nunmehr die Frage der Alliierten-Schulden auch von England aufgerollt werde.

Das Echo der Lloyd (tzcorge'fchen Ncde iit Amerika.

London, 5. April. (WTB) Einer Mel­dung derMoming Post" auö Washing - t o n zufolge sagt DieReuyork World" zu der gestrigen Rede Lloyd Georges, sie werde in Amerika nicht viel Vertrauen erwecken. Lloyd George würde nichts gerin­geres als ein Wunder vollbringen, wenn er in Genua die Stabilisierung der Währungen zu­stande brachte, ohne die Frage der Repa­rationen und der internationalen Schul- den zu erwähnen. Die Wechselkurse seien in der Hauptsache von den Budgets abhängig, und die Budgets konnten nicht in Ordnung gebracht wer­den, ohne daß man die anderen Rationen ge­schuldeten Summen in Betracht ziehe. Bevor Deutschland nicht wisse, was es Frankreich zahlen müsse, und Frankreich nicht wisse, waS es von Deutschland erhalten werde und was es an Großbritannien und die Vereinigten Staaten zah­len müsse, formten die Finanzminister Frank­reichs und Deutschlands die Einkünfte und die Ausgaben nicht ausgleichen. DieReuhork World" ist daher der Ansicht, daß Lloyd Ge­orge in Genua sein Wunder nicht vollbringen werde und daß er bester getan hätte, offener zu sein und nicht wieder unmögliche Dinge zu versprechen. Er hätte sagen müssen, was er in Genua wirklich vollbringen und was er infolge der Haltung Frankreichs und der Vereinigten Staaten nicht zustandebringen könne.

London, 5. April. (Wolff.) DieWest­minster Gazette" meldet aus Washington über den Eindruck der Unterhausrede Lloyd Georges i.i den Vereinigten Staaten, Die amr- ritanifd;e öffentliche Meinung stimme barm über­ein, daß Europa nicht wieder auf die Beine ge­stellt werden könne, wenn die Friedensver­träge nicht ab geändert würden.

Eintreffen der russischen Delegation in Kufstein.

Blättermeldungen aus Kufstein zufolge bat die russische Delegation für die Genueser Konferenz die deutsch-österreichische Grenze gestern nachmittag passiert und ist in Kufstein einge- troffen. Sie wurde dort von den Vertretern der vereinigten Sowjetrepubliken und von einem Vertreter der österreichischen Re­gierung empfangen, der die Delegation bis zur italienischen Grenze am Brenner be­gleiten wird.

Die Entschädigungen für den Untergang derLusitania".

Paris, 5. April. (Wolff.) Rach einer Meldung derChicago Tribüne" aus Washington hat gestern Präsident H a r d i n g den Senat davon in Kenntnis gesetzt, daß er über die Regelung der Ansprüche amerikani­scher Bürger aus dem Untergang derLusi­tania" direkt mit Deutschland verhandle.

Die interalliierten Ucberwachuugsausfchüfse.

London, 5. April. (WB.) Der Londoner Berichterstatter des Wolffschen Bureaus erfährt, daß der auf der Dotschafkerkonferenz in Paris vertretene Standpunkt m der Frage der interalliierten Uebrrwachungs- a u s s ch ü f f e für das Landheer, die Vermacht und die Lustschistahrt Deutschlands unverändert der fei, daß auch nach dem Monat Mai alle interalliierten Ueberwachungsausschüste für das deutsche Landheer und die deutsche Luftschiff­fahrt beibehalten werden müßten. Die britische Ansicht sei, daß dadurch die deutsche Regierung, wenn von irgend einer Seite der Vorwurf er­hoben werden sollte, daß Deutschland im Ge­heimen rüste, stets in der Lage sein würde, sich zur Widerlegung solcher Behauptungen aif diese Ueberwachungsausschüsse zu berufen. Für die Überwachung der deutschen Seemacht nach Dem Monat Riai d. Is. sei nach Ansicht der briti­schen Regierung durch Artikel 213 des Frtedens- vcrtrages genügend Vorsorge getragen.

Die neue Abstimmung im englischen Unterhaus.

London, 6. April. (WTB.) Das Unter­haus hat den Antrag der unversöhnlichen Unio­nisten, in dem die politischen Grundsätze der Koa­litionsregierung verurteilt werden, nach lebhafter Debatte mit 288 gegen 95 Stimmen abgelehnt. Die Mitglieder der Arbeiterpartei sowie einige unabhängige Libe­rale stimmten für den Antrag.

Die zunehmende Teuerung.

Berlin, 5. April. (WTB.) Rach einer kurzen Verlangsamung der Teuerungsent- w i ck l u n g gegen Ende Februar nahm die Teue­rung im Marz weiter stark zu. Die vom Statisti­schen Reichsamt auf Grund der Erhebungen über Aufwendungen für Ernährung, Wohnung, Heizung un? Beleuchtung einer fünfköpfigen Familie fie­le 'nete Reichende Ziffer für c e i.ha tu g losten stieg durchschnittlich im März auf 2j02. Gegen­über Februar fliegen die Lebenshaltungskosten damit um 15.7 Prozent, gegenüber Januar um 40.4, gegenüber März 1921 um 155.5 Prozent. Ungefähr gleich stark wie die Gesamt­ausgaben stiegen im De.nchtszeitraum die Ernäh- rungskosten, deren 3ndexzifier für den Du ch- schnitt Marz 3152 betragt. Gegenüber dem Vor­monat bedeutet dies eine Steigerung von 15.6, gegenüber März 1921 eine Erhöhung von mehr alsl65ProzentdesdamaligenS a n - des. An der Steigerung habe i fast ausnaymslos alle Lebensmittel leit Rur einige Gemüsesorten, Schellfische, Eier konnten in emr Reihe von Ge­meinden etwas im Preise verbilligt werden, wäh­rend Fle sch und Fette allentha'.b.n g nz beso nders im Preise anzog^ Für Brot kommt erstmalig die starke, Mitte Februar eingetretene Preissteige­rung in der 3ndexziffer voll zum Ausdruck. Weit mehr als die Ernährungs-Gesamtkosten nahmen die Ausgaben für Heizung und Beleuchtung im Durchschnitt März gegenüber dem Vormonat zu. Die im März eingetre ene Steigerung der Lebens­haltungskosten war im Gegensatz zu den Vor­monaten in den Großstädten nicht ganz so bedeu­tend wie in mittleren und Kleinstädten.

Eine Rede

des Grasen Lerchenfeld.

München, 5. April. (Wolff.) 3m b a y - rischen Landtag leitete der Ministerpräsident Graf Lerchenfeld die Generaldebatte zum Etat des Außenministers mit einer Rede ein, in der er zuerst die Vorwürfe zurüclwies, die gegen die bayerische Justiz erhoben werden. Was der An­trag der Regierung auf Errichtung einer Gesandt­schaft in Stuttgart betrifft, so empfehle sich die Errichtung einer eigenen bayrischen Gesandtschaft gerade in Württemberg, mit dem Bayern durch so viele Beziehungen verbunden sei. Der wirt­schaftlichen Spannung habe die Regierung ein­gehende Aufmerksamkeit gewidmet. Man könne weniger von einer Teuerung reden als vielmehr von einer steigenden Entwertung unserer gesetz­lichen Zahlungsmittel. Die Wiederkehr zur Zwangswirtschaft sei als ausgeschlossen zu er­achten. Der Gedanke, durch unmittelbare Verbin­dung von Verbrauchern und Erzeugern eine Besse­rung herbeizusühren, verdiene entschiedene Be­achtung. Besondere Sorge werde die Bewältigung des Fremdenzustroms für die bayrische Regierung sein. Durch das Koalitionsprogramm fei eine Erweiterung nach der linken Seite ausgeschlossen. Wir haben die Pflicht, an der Zusammengehörig­keit Bayerns mit dem Reiche festzuhalten. Die Sprache, die bestimmte Preßorgane über die lei­tenden Männer in der Reichsregierung führen, geht entschieden über das Maß sachlicher Kritik hinaus. Auf der anderen Seite müsse er aber häufig die in den Blättern der Linken vorgebrach» ten Verleumdungen gegen die bayrischen Ver­hältnisse, Märchen von Derbrecherschlupswinkeln unter den Augen der Behörden, zurückweisen. Bedauerlich sei die Aushebung der Verordnung des Reichspräsidenten, die eine wirksame Hand­habe zur Beseitigung solcher Mebelftänbe bot Die bayrische Regierung vertrat bisher mit der geboteifrn Festigkeit den Standpunkt und werde auch zukünftig Hüterin der bayerischen Rechte und der bayrischen Staatlichkeit sein. Die bayerische Regierung wird die Hoheitsrechte des bayerischen Staates entschieden wahren, wird aber auch dem Reiche geben, was des Reiches ist und wird allen Bestrebungen energisch entgegen­treten, welche Zwietracht in die deutschen Lande tragen wollen. Die Regierung hat die Pflicht, alle Staatsbürger zu schützen,auch unsere jüdischen Staatsbürger, wobei der Redner auf dem Stand­punkt steht, daß die Einwanderung ostjüoischer Elemente auf jeden Fall zu verhüten ist. Die Landespolizci, die sür die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung ein brauchbares und zuver­lässiges 3nflrument ist und bleiben muß, dürfen wir uns nicht aus der Hand schlagen lassen: des­halb gilt es im Bewußtsein des Rechtes, die gutgläubige Erfüllung der übernommenen Pflich­ten einig und stark zu fein. Gleichzeitig aber ist denn Ausland gegenüber mit Ruhe und Sicherheit auszutreten. Hieraus ergibt sich aber auch die Rotwendigkeit, auf dem Wege von Ver­handlungen fortzuschreiten. Die Rede war wieder­holt von Zustimmung und Beifall begleitet.

Das Hilfswerk der deutschen Landwirtschaft.

Berlin, 5. April. (MTB.) Heule nach­mittag sand beim Reichspräsidenten eine Besprechung von Vertretern der Landwirtschaft mit Mitgliedern der Reichsregierung über die Fragen der Förde ung und «Steigerung der land­wirtschaftlichen Produktion statt. Sei­tens de: Reichsregierung nahmen an der unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten abgehaltenen Sitzung teil: der Reichskanzler, der Reichseinnäh- rungsminister Prosesivr Fehr, Reichsfinanzmini- st er Hermes, Staatssekretär Dr. Hirsch, vom Reichsausschuh der tratschen Landwirtschaft Ed­ler von Braun, Dr. Roesicke Freiherr von Ker- kcrink, von Klihing. von der ReichSarbeitsgemein- schast landwirtschaftlicher Arbeitgeber- und Ar­beitnehmer-Vereinigungen Schurig, Ridich, Deh- iens und Schmidt. Es wurden die Grundlagen für die Durchführung des vom ReichsauSschuß der dcutschrn Landwirtschaft angeregten Hilfs- werks der deutschen Landwirtschaft in einer eingehenden Aussprache erörtert. Die i,u diesem^eäe im einzelnen zutreffenden gesetz­lichen und Vcrwa'tungsmahnahmen werden auf Grund ^r heutigen Besprechung von den zu­ständigen Ressorts im Benehmen mit den Ver­tretungen der deu scheu Landv i t cha s t usw. als­bald vorbereitet und beraten werden.

Vorläufiger Neichswirtschastsrat.

Berlin, 5. April. 36. Sitzung vom 5. April Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärte Geh. Bergrat H i l g e r von der Vereinigten KönigS- und Laurahütte mit Bezug auf die Presseangrifse. daß er und seine Verwaltung weder aus dem obcrschlesischen Berg- und Hüttenmännischen Ver­ein ausgeschlossen oder ausgetreten, feien, noch daß er jemals mit der polnischen Regierung wirt­schaftspolitische Verhandtun e i angeöabir ha. e.

Ein Antrag des sozialpolitischen Ausschusses auf Herabsetzung der im Handelsgesetzbuch vor­gesehenen Gehaltsgrenze, bis zu welcher eine Mindest enskündigungssrist von vier Wochen beiderseits innezuhalten ist, auf 100 000 Mark und der Gehaltsgrenze für die Konkurrenzklausel auf 50 000 Mark, wird nach kurzer Aussprache angenommen, ebenso ein Gesetzentwurf über die Aenderung der Wahl zur Reichsversicherungsordnung dergestalt, daß die die Wählbarkeit von Frauen einschränkenden Be­stimmungen zur Versiche-ungsordnung für alle richterlichen Organe endgültig beseitigt werden.

Zum Gesetzentwurf über die Aenderung des Landes st euergesetzes schlägt der finanz­politische Ausschuß eine Reihe von Ackerungen vor, wonach u. a. die Grunderwer bssteuer den Ländern ganz überlassen werden soll und die Länder verpflichtet werden, die Gemeinden an dem Ertrag zum mindesten der Hälfte zu beteiligen. Außerdem wird eine Nachprüfung der Beteiligung der Länder an den Reichssteuern mit rückwirkender Kraft gefordert. Die Vorlage wird, dem Ausschuhantrage entsprechend, ange­nommen.

Dem Gesetzentwurf über die Verlängerung der Geltungsdauer des Kapitalflucht- g e s e tz e s wird mit der Maßgabe zugestimmt, daß der Betrag, der über die Grenze mitgenom­men werden darf, auf 20 000 entart erhöht toi*-

Donnerstag 10 Uhr Weiterberatung.

Das deutsche Eigentum im polnischen Oberschlcsien.

Genf, 5. April. (WTB.) Das Völker- bundssekretariat erläßt folgende amtliche Mitteilung: Der Präsident der deutsch-polnischen Konferenz, Calonder, lud die beiden Bevoll­mächtigten zu einer Besprechung ein, um in der strittigen Frage der Liquidation des deutschen Besitzes in dem polnischen Oberschlesien einen letzten V e r f ö h n u n g s v e r su ch vorzunehmen. Die Besprechung soll am 8. April um 11 Uhr vormittags stattfinden. Falls der letzte Versuch fruchtlos verläuft, wird Calonder die beiden Be­vollmächtigten zu einer öffentlichen Sitzung im Völkerbundsrat auf den 12. April 11 Uhr vor­mittags einberufen. 3n dieser Sitzung wird der Schiedsspruch bekanntgegeben. Damit können die Verhandlungen als abgeschlossen gelten, und es würden dann nur noch die redaktionellen Ar­beiten zu beenden fein, an denen ein damit be­sonders betrauter Ausschuß eifrig arbeitet.

Aus dem Reiche.

Die Not der Kleinrentner.

Berlin, 5. April. (Privat-Telegr.) Die Deutsche Vvlkspartei stellte im preu­ßischen Landtag den Antrag, zur Unter­stützung von Sozial- und Kleinrent­nern, insbesondre zur Entlastung der Gemein­den, die außerstande seien, die gesetzlichen Hilfs­maßnahmen in Angriff zu nehmen, 3'0 Millionen Mark oder wenn möglich einen höheren Betrag bneitzustellen.

Alls der Reichsgewerkschaft deutscher Eisen- bahnbeamtsn.

'Berlin, 5. April. (WB.) Wie die Re i ch3- gewerkschaf t deutscher Eifenbahn- beamter und Anwärter mitteilt, ergab Die heute vorgenommene Reuwahl des Vorstandes die Wiederwahl von Menne, Scharf- schwer dt und anderen an der Streikbewegung hervorragend beteiligten Führern, während di^ jenigen Mitglieder, die Gegner des letzten Streiks