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Erster viatt

Donnerstag, 5. Januar 1922

172. Jahrgang

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Vrvck und Verlag: Srühl'sche Univ.-Vuch- und Steinöruderei B. Lange. Zchnftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bii zum Nachm!itag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 70 Pf, auswärts 90 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 3 0P>. Bei Platz- vorschrlft20 ' , Aufschlag. Hauptfchriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen.

der Handelsmärkte sind nach demTemvs", daß

tionen

die beiden Länder hatten fo grobe Intere'sen im Mittelmeere, ixib allein ihre Einigkeit jed>Z von ihnen die Unab*)äng gf'it ihrer Enischre ungen sichern könne. Die Bedingungen für den dauern-

nicht nur unnütz, es wäre auch das Mittel, mit zum Ziele zu gelangen. Den.sch and könnt? spä er unter gewissen Bedingungen dieser p.e e se ti en Verpflichtung beitreten, und mm werd? gu: daran tun, über eine Tatsache nachzu'enk.n da; i'äm ich die französ sch-eng i che Al ian\ bas e'nzige M ttel sei, Deutschland ohne Erschütterungen und ohne Gefahr für irgend jemand in die Familie der Ra-

Die U-Voot-Fraqe in Washington.

Paris, 4. Ian. (WTB.) HavaS meldet aus Washington: Frankreich hat grund­sätzlich den amerikanischen Vorschlag angenommen, der die Verwendung von U n- terseebooten gegen Handelsschiffe ver­bietet. Die Delegierten behielten sich aber die endgültige Zustimmung vor, bis der genaue Worrlaut der Erklärung erörtert sei. England stimmte bereits zu, und obwohl die italieni­schen und japanischen Delegierten keine end­gültigen Anweisungen erhielten, liehen die gestern abend vorliegenden Anzeichen die An­nahme zu, dah weder Italien noch Japan eiasillche Einwendungen erheben würden wenn der Vorschlag die volle Zustimmung Frankreichs erhalte.

23/< Milliarden Mark jährlich beziffert Gleich­zeitig ist aber auch bei den Ausga e.t für Ma­terialien im Post-, Telegraphen- und F rn-

Einkommens der Beamten, sowi eher B züge der Ruhegeholtsempfänger und der Hinterolie-

1921 sind bereits über 10 000 Hilfskräfte ent- s worden fei. Au'<rdem soll creg blich Kopen« ~ ' Hagen als möglicher Ort für die europäische

W i r t s cha s t s k o n f e r e n z genannt Word- n fein, bie, wie man erwartet, in Cannes beschlos-

uivviwenn sich ein deutscher An­griff vorbereite. 05 die Verrf ich ung o f.ziell en Ramen einer Allianz füh e od>r ni ht se ei e

(5in neues Buch 5rcynes'.

L o n d o n, 5. Ian. (WTV.) DerMan­chester Guardian" berichtet, dah KeyneS ein neues Buch geschrieben hat, das sich augenblicklich im Druck befindet und das den Titel führtEine Revision der Ver­träge". Das Buch behandelt u. a. das Re- parativnSproblem in seiner augenblicklichen Gestalt. DerManchester Guardian" be­dauert, dah dieses Buch sich nicht in dem Ge­päck der Staatsmänner von Cannes befindet.

Verminderung der amerikanischen Truppen am Nheiu.

Paris, 5. Ian. (WTV.) Rach einer Meldung desMatin" aus Coblenz ver-

zurückzuführen.

ar iS 4. Jan. (WTB.) Zu den Erklä-

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der for.schreitender Ge'drntwertunz und Teue.uag faß stch dann die Reichirrgierung wieder ver­anlaßt, eine abermalige durchgreifende Erhöhung der Bezüge der Beamten und Lohnempfänger herbeizu führen. Der der Postve.waltung en.= ststehende Mehraufwand für diese Erhöhung des

Daily Telegraph". Don dei Pri a u ite.re ui- gen zwischen Llry) George un'o Brian i könne die Zukunft der eng isch-französischen Entente ron den privaten Unte redunge i zwischen Lloy > George und Bonomi die Gnttehuni einer Entcntu zwischen England und Italien abhäng n. DerTemps" ist überzeugt, dah kein italienischer Staatsmann sich mit dem Plane trage in einer Entente mit England, Italien an die Stelle Frankreichs zu setzen. Es könne nicht davon die Rede sein, die englische Freundschaft zu reriteigern ober Italien zu dem Range eines Ersatzmannes

sen werden wird.

Nalhenau in Cannes?

Berlin, 5. Ian. DerLokalanz." teilt mit, dah von Berliner amtlicher Stelle er­klärt worden sei, es st ehe noch nicht fest, dah Rathenau nach Cannes reisen werde.

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Paris, 4. Ian. (WTB.) Rach einer Mel­dung des »Journal des Debats" haben sich meh­rere Mitglieder der Reparations- k o m m i s s i o n nach Cannes begeben bzw. ihre Stellvertreter dorthin entsandt, damit dem Obersten Rate Auskünfte, die er im Verlaufe sei­ner Besprechungen benötigen Tonnte, gegeben werden könnten.

London. 4. Jan. (Wolfs.) In einem Be­richt desTimes"-Berichre:statters in Cannes beifit es, der Oberste Rat habe sich für seine schicksaloestimmenden Sitzungen eine wundervolle Umgebung ausgesucht. Die Delegierten versam­melten sich unter den Klängen der wildesten Jazz-Musik, Sachverständige und Staatsmänner tn Golf- und Tennisanzügen nähmen ihren Tee ein und diskutierten die Wiederherstellung Eu­ropas.

Pariser Pressestimme»».

Paris, 4. Ian. (WTB.) DerTemp s" dringt in seinem Leitartikel auf die Erkennt is der gemeinsamen In ecef:"en der Alli e, en bei den Verhandlungen in Ca nes. Die fra izösüchen Interessen mit denen Belgiens in Gegen atz zu bringen, wäre Wahnsinn. 'Was Italier betri ft, so erinnert das Blatt an die A urerung des

1921 sind bereits über 10 000 Hilfskräfte ent-1 lassen. Die im Gange befindlichen Mahnahmen I werden zur Entlassung von mindestens weiteren | 10 000 Hilfskräften führen.

Weiter beabsichtigt die Reichspostverwaltung,

lassen wieder 1000 Mann amerika­nische Besatzungstruppen Coblenz und gehen über Antwerpen nach Amerika zurück.

Eine neue Konferenz in Italien?

London, 4. Ian. (Wolff.) Der Bericht­erstatter derTimes" in Rom meldet, er erfahre von zuverlässiger Seite, dah Italien bei der bevorstehenden internationalen Konfe enz mög­licherweise die Einberufung einer vorläufigen Zu­sammenkunft der Großmächte in Italien zur Er­örterung der Frage der Beziehungen zu _Ruß- land Vorschlägen werde. Es verlaute, dah Tschit­scherin seine Bereitwilligkeit ausd.ücken werde, einer solchen Konferenz in Italien beizuwohnen.

Die Kricgebeschuldigtensrage.

Paris, 4. Ian. Wie Havas mitteiltz wird am Freitag im (Ministerium des Aus­wärtigen die seit der Tagung des O b e r st e n Rates im August 1921 in Paris gebildete Kommissionfürdi e.K riegSbeschul- digtenfrage zusammentrelen. Die Korn-, Mission soll die LeipzigerUrteile begut­achten. Frankreich wird in ihr vertreten durch den Iustizminister und den seinerzeitigen Delegierten bei den Verhandlungen vor dem Reichsgericht in Leipzig, Generalstaatsanwalt Matter. Rach den Blättern wird Grohbritan- nien durch Sir Ernest Pollock und Heyworth, Italien durch Raimondi, und Belgien durch van Elvick und Servaes vertreten.

sprechbetrieb unter der Wirkung der allgemeinen Aufwärtsbewegung der Preise eine starke Sie ge- rung eingetreten, die sich bei dem ordentlichen Haushalt in einem jährlichen Mehraufwano > on minbeitenä 1 Milliarde Mark au drückt. Hiernach sah sich die Postverwaltung Anfang Dezember d. I. im ganzen vor einen Iahresfehlbe.rag von rund 4 plus 2% plus 1 Milliarde 73/« Milliar­den Mark gestellt. Der Postverwaltung erschien es zunächst im Hinblick auf die allgemeinwirt- schaftlichen Rückwirkungen nicht möglich, diesen ganzen Betrag auf einmal durch Gebühren- erhöhung zu tilgen. Sie sah deshalb ursprünglich eine an sich weitgehende, aber das Defizit nicht völlig beseitigende Erhöhung vor. Während diese Vorlage im Reichsrat behandelt wurde, traten neue Momente hinzu, die die Postverwaltung zu weitgehenden Erhöhungen zwangen. Die außen- politische Lage machte ihr Schwergewicht geltend, und die Reichsregierung sah sich unter dem Druck der Verhältnisse vor die schwere, aber unabweis­bare Aufgabe gestellt, den Etat der öffentlichen Verkehrsunternehmungen ins Gleichgewicht zu bringen. Auch der Reichstag vermochte sich dem

Gewicht der innen- und außenpolitischen Argu­mente nicht zu entziehen. Er sah sich genötigt, der weiteren Steigerung der Tarife zuzustimmen. Allerdings haben die Parteien bei der Beratung der neuen Postgebühren im Reichstag ihre Zu­stimmung von der Durchführung weitgehender Reformen .im Po st dien st abhängig ge­macht. Auch hat der Reichstag in Uebereinftim- mung mit einer Entschließung des Reichsrats an ' die Reichsregierung das Ersuchen gerichtet, eine

Denkschrift über Betriebs- und Verwaltungs­verbilligungen bei der Postverwaltung vorzulegen. Als Maßnahmen dieser Art sind von der Post­verwaltung bei den Beratungen im Reichstag, so­weit bekannt, die folgenden Punkte angeführt worden:

1. Erweiterung der Befugnisse der Oberpost­direktion und der Verkehrsämter, Einschränkung der Berufungen gegen die Entscheidungen der zu­ständigen Stellen, für den Betriebsdienst bereits mit Wirkung vom 1. Februar 1922 verfügt.

2. Ersetzung von Menschen durch Maschinen- 1 Traft in allen Verkehrszweigen.

3. Vereinfachung und Vereinheitlichung der .Deiriebsformen (ausgedehnte Herstellung von Vordrucken usw.).

4. Ersetzung hoher bezahlter Kräfte durch Be­amte mit einfacher Vorbildung und geringerer Be­zahlung.

5. Wiederholte Prüfung des Deamtenbedarss unter Erhöhung der Arbeitsleistung im einzelnen (bei 48stündigen Wochenleistungen)

Paris, 4. Ian. (WTB.) Zu den Erkla -- rungen Briands bei1Daily Mail" gegen­über, schreibt dasJournal des Debats", die Kon­ferenz von Cannes habe nicht die Aufgabe, ein engli-ch - f anz'si ches Bündnis aus uarbeiten. Der Abschluß eines Bündnisses mit England nach der Formel des 28. Juni 19'9 würde keinerlei Ordnung schaffen. Es würde Frankreich nur eine illusorische Bürgschaft bieten, wenn diesem Ab­schlüsse nicht die Regelung wichtiger und bedeuten­der Fragen vorangehe, welche Frankreich und England beschäftigen. Unter diesen Fragen sei die dringendste die Reparationsfrage, die auf dem Programm von Cannes stehe. Diese Frage sollten also Briand und Lloyd George in erster Linie mit gespannter Aufmerksamkeit p ü"en. Man begreife in Frankreich nicht, daß England und Frankreich von einem anderen Geiste beseelt seien, und das Blatt erinnert daran, daß es schon vor der Washingtoner Konfei-enz den Wunsch aus- gedrückt habe, dah sich Lloyd George und Briand vorher über die Seeabrüstung unterhielten. Das sei nicht geschehen, und man sehe heute die Er­gebnisse. Jetzt solle man aber nicht ein neues falsches Manöver machen. In Washington habe Briand von der Landabrüstung gesprochen, als man die Seeabrüstung besprach. Reden wir nicht, so schließt das Blatt, in Cannes von Bündnis und Patagonien, während es sich um die Reparations­frage und um Deutschland handelt.

Die deutsch-polnische» Wirtschastsverhandlnnqen.

Beuthen, 5. Januar. (WTB.) Di>» deutsch-polnischen Wirtschafts­verhandlungen wurden gestern in vollenß Umfange wieder ausgenommen. In den ein­zelnen Unterredungen wurden insbesondere technische Fragen erörtert, über die bisher noch keine Einigung erzielt worden ist. 1

Beuthen, 4. Jan. (Wolff.) Zu dem auf etwa eine Woche berechneten Aufenthalt der Schweizer Herren in Oberschlesien ist von der deutschen und polnischen Delegation ein Pro­gramm vereinbart worden, dem Bundesrat Ca­lo n d e r zugestimmt hat. Dabei betonte Calonder wiederholt, er erblicke den Zweck der Reise darin, sich und seinen Begleitern ohne Voreingenommen­heit ein möglichst eingehendes objektives Bild von den wirtschaftlichen, nationalen und kulturellen Verhältnissen des Abstimmungsgebie­tes zu vei-schafsen. Als eine seiner vornehmsten Pflichten betrachtet Calonder, in möglichst enge Fühlung zu der Bevölkerung zu treten und die Wünsche aller Stände und Schichten des Volkes persönlich entgegenzunehmen. Im Bei-f ck) dieses Programms sind drei Tage für die gründliche Be­sichtigung der wichtigsten Anlagen des Industrie­gebietes bestimmt. Am 5. Januar wird Calonder den an Polen abzutretenden Bezirk, am 7.

ben deutsch bleibenden Teil des Zentralreviers be­sichtigen und am 9. Januar wird sich die Reise auf die industriellen Gebiete in den Kreisen Pleh und Rybnik erstrecken. Arn 6. Januar, dem Tage bet heiligen drei Könige, und am 8. Januar werden die Schweizer in möglichst weitgehendem Maße Vertreter aller Stände der Bevölkerung emp­fangen. Das Programm wird naturgemäß noch ergänzt durch eingehende Besprechungen Calon- ders mit ben beiderseitigen Bevollmächtigten, und soweit es wünschenswert erscheint, auch mit dem Vorsitzenden derjenigen ülnterkommission. in wel­cher bisher keine Einigung erzielt werden konnte. Calonder verbleibt während der ersten Hallte seines Aufenthalts im Savoybotel in K a 1t o - wih, um sodann auf dem Schlosse Reudeck des Grafen Henkel von Donnersmarck zu wohnen.

Die Konferenz in Cannes.

Paris, 4. Ian. (WTB.) Rach Havasmel- düngen aus Cannes sind sowohl Briand und L o u ch e u r als auch Lord Curzon heute vor­mittag in Cannes eingetroffen. Briand hat heute vormittag feine erste Besprechung mit LloydGevrge, an der Loucheur und Sir Ro­bert Home teilnehmen sollen.

Cannes, 5. Ian. (Havas.) Briand stattete dem abends eingetroffenen italienischen Ministerpräsidenten Donvmi einen Besuch ab. Hierauf begab sich Bvnomi zu Lloyd George. Loucheur hat für heute vormittag eine ilnter- rebung mit dem englischen Kriegsminister Wor - thingtvn Evans verabredet.

Cannes, 5. Jan. (WTB.) Die sranzö - fischen Finanzdelegierten, sowie die Delegierten von Belgien, Japan und Ita­lien werden für Dvnne.stag vormittag erwartet.

Rom, 5. Ian. (WB.) D.e griechischen Mi­nister Gunaris und Daltazzi sind nach Cannes abgereist.

Cannes, 5. Ian. (Havas ) Briand haste von 4 bis 6 ülhr nachmittags eine Besprechung mit Lloyd George.

Die Pläne L'ohd Georges.

in kürzester Zeit folgende Maßnahmen durchzu- führen:

1. Verringerung der Dertretungskosten in Krankheits- und Tlrlaubsfällen.

2. Aushebung von Detricbseinrichtungen, für die kein dringendes Bedürfnis nachgewiesen wer­den kann,

3. Abgabe von Beamten an andere Verwal­tungen (insbesondere die Finanzverwaltung).

Mit Hille der vorstehenden Maßnahmen, die sich im Laufe des Rechnungsjahres 1922 in er­heblichem Umfange aus wirken werden, wird es möglich sein, im Posthaushalt für 1922 die Aus­gaben um 400 bis 500 Millionen Mark herab­zusetzen.

Die neuen Postgebühren.

Der 1. Januar brachte der Bevölkerung eine neue Belastung von außerordentlicher Höhe, die sich jedem Einzelnen fühlbar macht: die Er­höhung der Posttarife. Von diesem Termin ab wird man um nur einiges aus den neuen Sätzen herauSzugreifen für eine Postkarte im Ortsverkehr 75 Pfennig, im Fernverkehr 1,25 Mark, für den einfachen Brief im Ortsverkehr 1.25 Mk., im Fernverkehr 2 Mk. zu zahlen haben. In gleicher Weise erhöhen sich die Sähe für Pakete. Telegramme usw. und letzten Endes die Fernsprechgebühren. Die Erhöhung der Post­gebühren ist diesesmal außerordentlich groß. Die gesetzgebenden Instanzen. Reichstag und Reichs­rat, haben aber angesichts des Zustandes der Reichsfinanzen und der Rotwendigkeit, das Defi­zit zu verringern, der Erhöhung der Posttarife im wesentlichen zugestimmt, obwohl die schwer­sten wirtschaftlichen Bedenken gegen eine Steige­rung der Tarife in einem derartigen Umfang sprachen.

Wodurch ist nun die Postverwaltung gezwun­gen worden, den gesetzgebenden Körperschaften neue Gebührensätze vorzuschlagen, die diesmal weit über die sonst bei einer Erhöhung der Tarife geübte Praxis hinausgehen? Es ist be­kannt. dah in den letzten Jahren in der Post- verwaltung ein ständiges, immer größer wer­dendes Defizit geherrscht hat. Hauptgründe waren die angesichts der gestiegenen Lebens­haltungskosten notwendig gewordene, aber den Postetat gewaltig belastende Erhöhung der Deamtenbezüge und der Löhne, daö Immer teurer werdende Material, das zu den Erneue.ungs- und Herstellungsarbeiten ver­wendet werden mußte. Bekanntlich war der Versuch gemacht worden, durch mehrfach vor- genommene Erhöhung der Postgebühren den vorhandenen Fehlbetrag zu verringern. Die von der Postverwa tung von den Gebühren?^ ö ungen erwarteten Mehrerträge treten in Wirk ichkeit e n, sie wurden aber wieder durch inzwischen einge­tretene Ausgabm ieigerungen mh ober toeni er auf gezehrt, so daß das Defftit im Post haushalt nicht die beabsichtigte Verminderung erfahren konnte Rach dem Stande dex Berechnungen im Oktober 1921, denen die neue Erhöhung de- Be­soldungen und der Löhn-, der Teuerungszu chläge und die gesteigerten suchst chen Ausgaben zugrunde gelegt waren, berechnete sich der Iahresfehlbetrag auf rund 4 Milliarden Mark. Unter dem Zeichen

internationale Anleihe ermög icht werden f>Ite,4 at[e zwischen Frankreich und Eng'and und in der nur ein Seilmoratorium für die Sauer gart3en schwebenden Fragen erörtere, sei

eiires Jahres in Aussicht genommen. Frankreich -- - - - ---

olle dafür als Kompensation 300 Millionen Gold- mart erhalten und zwar in der We.se, daß der ihm zu Lasten geschriebene Betrag fü,r die Saar­gruben annulliert würde. Belgien würde an Stelle der beträchtlichen Beträge, auf die es im

Die Neuwahlen in England.

London. 5. Jan. (WTB.) Pall Mall and Globe" berichtet, daß die Regierung। bet den Reuwahlen als Koalition vor das Land treten werde. Churchill werde die)rung per liberalen Kvalitionsmitgsteder Übernehmen way- rend Chamberlain bie konservativen Koaliiwns- mitglieder führen werd^ Folgende dret groyen Fragen werden der Wählerschaft unterbreite, werden: Die geplante irische Lösung. derWashmg toner Plan der Flottenverminderung und der Sparsamkeitsplan des unter dem Vorsitze von Geddes stehenden Ausschusses.

London, 5. Ian. (WTB.) Wie die Blatter melden, trifft der Haup tgeg ner per Noa-

Jahr el922 Anspruch gehabt hätte, nur 250 Mil­lionen erhalten zu den bereits von der ersten Milliarden zugeteilten 550 Mi l on<n. Da Bel­gien aber bereits 15 Milliarden seinerseits seinen Geschädigten vorgescho'fen h>rbe, sei seine finan­zielle Lage nicht mind:r pr ckir, als die Frant- reichs. Unter diesen Umständen wurde es ebenso sehr den G u dsätzen einer vernünftige i Prlitit. wie cem Empsinben der öffentlich n M inang in Frankreich w versprechen, Belgien irge. dwelche Opfer auszwi gen zu tp l en, zu denen es nicht aus freien Stücken bereit sei.

Der Plan der Gründung eines interna­tionalen Konsortiums, das die wirt- schastiiche W ederaufrichtu g Mcktsteur vpas un) Rußlands übernehmen soll, s i aufs neue ge­fährdet durch £en engä'chen Egoismus, der darauf bestehe, daß das Gesell'chaftsiapital in englischer Währung ausg-bracht werden müsse, und einer Anzahl Länder, die außerordent­lich große Interessen in Rußland Hütten, nur ganz geringfügige Beteiligung zugestehe. Die in Aussicht genommene Konfere,z zur Stabili­sierung der Währungen werde unter die­sen Umständen wohl k-'um rn> hr als akademi­schen Charakter Haden. Das entschiedenste Erved- nis der Konferenz von Ca.rnes werde wahrschein­lich eine Verschärfung der Kontroll - maßnahmen in Deutschland und d e Er­weiterung der Vollmachten b;r Recharetionskom- mi.sivri sein. Im Grunde g nemmen könne d e e Konferenz, die die Deutschen zu einer energie­losen und abwartenden Haltung verleitet habe, durch eine natürliche Wendung bei" D nge ohne weiteres die Wirkung haben, Deutschland einer härteren Politit auszusetzen, cl3 e3 jemals seit dem Wasf-nst.llstand durchg macht h be

Dr. Rathenau werde nicht nach Can­nes gehen, sond.-m Ausenthalt in Mentone nehmen. Er werde gut daran tun, seiner Re­gierung nicht die wesentlitzre Watz heit zu ver­heimlichen, daß die Uneinigkeit unter den Alli­ierten das Besorgnis erregendste wäre, das es für Deutschland geben könnte.

London, 5. Jan. Einer in der Abrndpresse verbreiteten Meldung aus Cannes zufolge soll bei der gestrigen ersten Unterredung zwischen Lloyd George und Briand arg blich ein Plan betreffend die S t a d i l i s i e r u n , der Währungen erö:t.-rt worden fei?, über den ein grundsätzliches Übereinkommen bereits erzielt

jekt der Widrurchiug Cur. p.is teiznne> men. Das sei einer der Hauptgründe gewesen, ....................o_..o_. .... .. . .

weshalb Lloyd George bri seiner Zusammenkunft Freden Europas un) die W ebergewinnung mit Briand seinen Plan zur Reuregelung der R e- ber Handelsmärkte sind nach demTemvs", daß parationsfrage zurückgeltaltei h de be n Frankreich und England eines ge eiüber dem die darin enthaltenen Konzessionen (Sag aires e en anderen verpflichtet seien, sich mit aller Kraf^ zu ;v- rrr \ 5. undurchfüh bar, sola: ge n ch" Amerika auf 'e N unterstützen, wenn sich ein deutscher An-

benen unter Etns ylu) des durch d e Lohnerhöhung Guthabm gegenüber den 21 lierien verzich e. arif f vorbereite. 05 die Ver f ich ung o f.ziell für die Llngeslelten und Arbeiter voraussichtluch Aus diesem Grunde hrbe man an Selle end g(,H v \ _

erwachsenden Mehraufwandes hat sich au/ rund Moratoriums für mehrere Iah e, das durch e e Ejazelfraae. Daß man bei dieser Gelegenheit 23/. Milliarden Mare t ihrHai beÄifieit. G eicb- omö/r i - ... a-___re.__

Paris, 4. Ian. (Wolff.) Rach dem »Ma- vvv. 0,; w.,8, ...... ................

tin haben die ursprünglich n P^äne L l o y d ! hecabzuwürdigen. Wie immer die Auh n wlitik Georges eine starke Einfchrän ung erfaj): en Italiens oder Frankreichs gestaltet fein möge, durch tie Tatsache, daß Amerika von Anfarg , . .. - - ~

an keinerlei Reigung gezeigt habe, an dem Pro-