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des

so abp ist und

Die Vortragsfolge, bekanntem Männerchor eröffnet wurde, brachte alten Weisen, die eine

Wettervoraussage

für Donnerstag.

Wollig, leichter Regen, Südwind, mild - Ein langsam ostwärts ziehendes Tief ruft im Laufe des morgigen Tages einen neuen Wetter­umschlag hervor.

Frankfurter Araufführung.

DieHenschmidt:Die Rächte Bruders Vitalis".

Heutiger Stand des Dollarn

10 Uhr vormittags:

Berlin 2100, Frankfurt a. M. 2100.

mit W. Kienzls »Das Volkslied" stilvoll eine Fülle der kostbaren Welt von echten, unge- von wehen und frohen läßt, die lange, lange

künstelten Stimmungen, Gefühlen emporsteigen o.......

klingen. Die gesanglichen Leistungen des Vereins,

Bornotizen.

~7 Tageskalender für Mittwoch Astoria-Lichtspiele:Erpresser" undDer mas- krerte Reiter". - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Luise Millerin" undGr, der Pechkavalier" Palast-Lichtspiele:Die Schande der Orlhgssvns".

Rus dem Stadttheaterbureau Die erste Vorstellung am nächsten Freitag bringt ote Erstaufführung von Ludwig Fuldas längstem LustspielDes Esels Schatten" das im Frühjahr d. Is. am Rationaltheater in Mrnnherm seine erfolgreiche Uraufführung er­lebte und jetzt seinen Weg über dte größeren Duhnen nimmt. Das heitere Werk, das von Direktor Steingoetter in Szene gesetzt wird benötigt ein großes Personal: in Hauptrolle sind beschäftigt die Herren Goll, Juhnke Teleky Volck, Feigel, Hellborn^ Leutheiser, Frommann, Schubert Jacob u. a., sowie die Damen Keller' Franke, Rammel, Türk, Wander' Engel. Die erste Aufführung findet im Abonnement statt.

Kreis Alsfeld.

* Alsfeld, 3. Oft. Der hiesige Gemein» nuhige Dauverein hat sich mit Rücksicht auf die tn der Gegenwart unerschwinglicheu Bau kosten a u f l ö s e n müssen. Es besteht die Absicht den aus einigen Tausend Mark bestehenden Ver- mogensrest dem Geschtchls- und Altertumsvereir für die -Zwecke des Museums zu überweisen

Aus dem besetzten Gebiet.

Der Weinkousum der Desatzungstruppen.

Berlin, 3. Oft. (Wolff.) Die Besät- zungStruppen Haden, wie von den Blättern mitgeteilt wird, im Rechnungsjahr 1921 an deut­schen Weinen konsumiert für 118 777648 Mark und dazu über 124 000 Flaschen Sekt. Die Zahlung ist erfolgt auf Grund der Bons, die die truppen bei den Käufen auf Grund ihrer Steuer­freiheit in Zahlung geben müssen. Richt mit- gezähll wurden natürlich die ebenfalls zollfrei eingeführten und von ihnen konsumierten Aus» landwerne. Der Reichsfiskus erleidet dadurch einen Verlust von 20 Millionen Mark Der Verlust an Diersieuer beträgt 90 000 Mark' der Verlust an Tabaksteuer 2 Millionen Mark'

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Begeisterung der Führung tzlnes Chorme.sters folgte, standen auf bedeutender J?Dn Föer hervorragende Stimmen- r^tena. erschien diesmal In noch ausgeglichenerer Sprm; ganz offensichtlich ist dies doch das Re­sultat emer strengen kritischen Sichtung, zu der ntan nicht dringend und oft genug raten kann. Allerdings solch« ersten Tenöre und Düsse finden sich auch nicht wie der Sand am Meer. Wie im n<?^ D^ert berührte mich auch diesmal die rhythmische und dynamische Deweglichkeit wieder äußerst angenehm, die Herr Görlach dem an HO) Nicht allzu gefügigen Klangapparat eines Mannerchores zu geben versteht: nur hierdurch b'e offenbar planmäßige Schulung dm Sprechtechnik und bewußte Kultivierung des liehen sich die großen stilistischen und vortvaglichen Schwierigkeiten, die eine solche Reibe kleiner musikalischer- Gebilde und das Strophenlied besond^s bietet, so befriedigend und vorbildlich losen Darüber vergißt man gern die ästhetische und doch immer nur individuell wägbare Unter­suchung der Frage, wie weit ausgesprochene Arik, also ein wirklichesIch"-Lied der chori- schen Behandlung zugänglich ist. Gerade ein solches Lied hat mich in der alle Gegensätze scharf gegen­einander abgrenzenden Darbietung heftig erschüt­tert:In einem kühlen Grunde" mit der geister- hingehauchten Schluhzeile: Ich möcht' am liebsten sterben....

Zwischen den Männerchören bot Herr Robert Kothe lMünchen) eine wundervolle Auslese von Liedern und Zwiegesängen zur Laute, wobei er von dem glockenhellen, klaren Sopran und der ^schwingten Jugendlichkeit seiner Partnerin, Frl. Aes Engelhardt, aufs trefflichste unterstützt Bvbert Kothe, der liebe Meister, der #2 Malter und Mehrer unerschöpf­

lichen kostbarsten deutschen Volksgutes, ist in feiner

Private abgegeben. Alles Räßere ist aus einer Bekanntmachung des heutigen Anzeigenteils zu ersehen.

" Erhöhte Bettkartenpveise. Bei der Reichsbahn werden mit Gültigkeit vom 20. Ok­tober folgende Dettkartenprei.se an Stelle der be­stehenden Sähe eingeführt: 1. Klasse 1200 Mark, Dormerkgebühr 120 Mark: 2. Klasse 600 Mark, Vormerkgebühr 60 Mark: 3. Klasse 360 Mart, Vormerkgebühr 36 Mark.

** Das Pflegegeld.für die Zög­linge derDlindenanstaltzuFrieo- berg ist vom,1. September an wie folgt er­höht worden: a) für Zöglinge, die die hessische Staatsangehörigkeit besitzen und für die die Kosten von den Angehörigen oder von einem hessischen Armenverband getragen werden, von 6000 Mk. auf 8000 Mk. jährlich, b) für an­dere Zöglinge von 7200 Mk. auf 9600 Mark jährlich. - _.

Frachtermäßigung für Obst. Von dem deutschen Obstbauverein wird berichtet, daß das Vorgehen des deutschen Pomologenver- eins zum Zwecke der Frachtverbilligung für Obst vollen Erfolg gehabt hat. Obst wiä> auch ferner als Eilgut nach Frachtgut-Tarif behandelt. Es scheidet aus der Tarifklasse A aus und wird nach den Sähen der Tarifklasse B tn ihrer bisherigen Hohe berechnet. Dies bedeute für künftig eine Frachtermäßigung auf etwa i des allgemeinen Frachtguttarifes, und auf etwc 3/< des allgemeinen Eilguttarifes. Diese Fracht Verbilligung tritt nur dann ein, wenn aus dem Frachtbrief vermerkt ist: .Frisches Obst zur Verwendung im Inland« bestimmt."

** Der kommende Drotpreis. Zu einer dem Reichspostminister Giesberts zugeschrie- benen Aeußerung über eine Verdreifachung des Drotpreises für Rovember sowie über die Wiedereinführung der Zwangswirtschaft für Drvt, Fett, MUch erfährt dieDost. Ztg" von unterrichteter Seite, daß zwar mit einer starken Erhöhung, jedoch kaum mit einer Verdrei­fachung des Drotpreises zu rechnen sei. Auch die von anderer Seite verbreiteten Rachrichten über eine beabsichtigte Drotstreckung durch Kar-, t of f ein seien unzutreffen d. dBad die Frage der Zwangswirtschaft anbetrifft, werde man über die augenblicklich erreichte Grenze schwerlich hinausgehen.

Dirne liebt, tötet den Mönch, ihren vermeintlichen vcaufer.

Des Dramas größter Teil fpiell in einem Bordell und es ist ein Lob, daß Diehenschmidt durchaus dezent geblieben ist. Das kommt daher auch er naiv an das Thema herangetreten i'er?16, -^"Wuna wirkt nicht zwingend, vielfach fehlt Psychologische Vermittlung. Dis auf den Helden fino die Gestalten mehr Typen als Men­schen. Sie werden sogar stellenweise zu' Chören zusammengefaht. Heberhaupt bemerkt man einen starken Willen zur Stilisierung.

Eine reine gütige Seele erlebt das Leid der °>!kb^durch ben rmischenben Glanz bricht, milleidende Menschlichkeit sieht durch tiefe Verdammnis ein menschliches SSerV' Diesem Mit-Leid konnten sich auch die Zuschauer nicht entziehen, wenn sie auch nur ergriffe» nicht gezwungen wurden.

, ^Die Darstellung steht und fällt mit dem Titel­helden. Gerd Fncke gab ihn ganz kindlich-naiv- unschuldig, rem, menschlich und tumb, wie ihn der Dichter gesehen hat, Erna Reigbert stellte die Qualen der Dirne deren Seele der Mönch foltert befreit überzeugend dar. Aus dem Cbor der Dtrnen". die ihre Raserei, ihr Leid und ihre ^losung teilen, tat sich Marthe Hein atl8 betrunkener Dor^ll- gast wirkte lehr lebensecht. Auch die anderen Künstler gaben chr Bestes. Die Bühnenbilder ^.^von Gerhard Buchholz gestellt, der aus der Rot der Zeit eine Tugend machte und bewies daß man auch bet großer Einfachheit starke Wir­kungen erzielen kann.

Das Publikum nahm das Stück mit großem Dihter konnte mehrfah erscheinen m,t Direktor Hellmer, dein Leller der Aufführung, m die Ehren des Abends teilen.

P. Sch.

®tn Fiftnverbot.

Ott- ,(WTB.) Die Film-Ober- Prüfstelle verbot, tote der amtliche preußische Pressedienst meldet, den von der Filmprüfstelle Berlin zugclassenen BildstreifenOstpreußen 9. der Firma Photo- kinoha^ Schaltke in Königsberg für die öffent- . ^v^uöruna im Deutschen Reich mit der Maßgabe, daß der Bildstreifen vor bestimmten Personenkreisen, die sich die Heimatpflege in Ost­preußen zur Ausgabe machten, vorgeführt toer° uuch geschichtliche und fultur» Bedeutung zukomme. Zur öff ent- 11 ch e n Aufführung könne er nicht zugelassen tornden, toetl er nicht nur geeignet sei, die Be­ziehungen Deutschlands zu auswärtigen Staa­ten. sondern auch die öffentliche Ordnung im Innern des Reiches zu gefährden.

nung (Straße und Hausnummer) beifügen. Die­selben Unterschriften sollen nicht auf mehreren Wahlvorschlägen stehen.

Zwei oder mehrere Wah Vorschläge können in der Weise miteinander verbunden werden, daß sie anderen Wahlvorschlägen gegenüber als ein­ziger Wahlvorschlag anzusehen sind. Sind mehr als zwei Wahlvorschläge verbunden, so können unter diesen wieder zwei Wahlvorschläge alseng verbunden" bezeichnet werden. Zeder Wahlvor­schlag darf nur einer Gruppe von verbundenen Wahlvorschrägen angehören.

Die Erllärungen über die Verbindung von Wahlvorschlägen müssen späte­stens am 2 9. Oktober bei dem Provinzial­direktor von den Ülnterzeichnern der stressenden Wahlvorschläge oder den Vertrauertsmännern übereinstimmend schriftlich eingereicht werden.

Verbundene Wahlvorschläge können nur ge- meinschajt.ich zurückgenommen werden. Das gleiche gilt von den Verbindungserklärungen.

Wahlvorschläge oder Erklärungen über die Verbindung von solchen, die verspätet eingereicht sind oder den gesetzlichen Erfordernissen nicht entsprechen, werden nicht zugelassen.

Gegen die Preistreiberei auf dem Wochenmarkt.

Das Polizei amt veröffentlicht im Amtsverkündigungsblatt die folgende, ernste Verwarnung:

Auf dem Wochenmarkte muhte in einzelnen Fällen die 'Beobachtung gemacht werden, daß Käufer insbesondere Frauen die Preise in unverantwortlicher Weise dadurch in die Höhe treiben, daß sie den Marktverkäufern noch mehr boten, als selbst diese für , ihre Waren verlangten.

Das Polizeiamt sieht sich veranlaßt, auf das Verwerfliche solchen Tuns hinzuwei­sen und bemerkt dabei, daß ein solches Ver­halten als strafbare Preistreiberei betrachtet und unweigerlich zur Anzeige ge­bracht wird.

Falls derartige Fälle noch öfters vorkom­men sollten, wird das Polizeiamt der Erwä­gung der Frage näher treten, ob nicht die R a - men solcher Täter der Öffentlichkeit be­kanntzugeben seien.

Stadttheater-Abonnement.

Man schreibt uns:

Dem heutigen Anzeigenteil er- ftchtlrch ist, wird morgen mit der Ausgabe der Abonnements-Blocks begonnen. Zunächst werden die Freitag-Abonnenten, welche die erste Vorstellung haben, gebeten, ihre Blocks am Donnerstag und Freitag ab­zuholen. Eine Aeberraschung, die aber wohl von vielen vorgeahnt wurde, bleibt dabei frei- llch nicht erspart. Die furchtbare Teuerungs­welle, die seit einigen Wochen über uns hereingebrochen ist, hat nicht nur enorme Preissteigerungen für Heizung, Licht und für alle unzähligen kleineren Bedürfnisse des Theaters gebracht, sie hat vor allen Dingen ! c Aeaterpersonal in große Schwierigkeiten versetzt. Die Gagen der Mitglieder des Thea­ters waren im Frühjahr bei der Aebersiedlung des Theaters nach Dad-Rauheim festgesetzt Horden. Als die Teuerung zunahm, hat man zunächst mit einmaligen Zuschüssen, Entschul­dungsgeldern, zu helfen versucht. Aber in der zweiten Septemberhälfte, als bereits die Abonnementspreise vom Theaterverein fest­gesetzt worden waren, sind die Künstler mit

Dringenden Ersuchen um eine durchgrei- fenöe Reuregulierung ihrer Bezüge gekom- men, und die aus den Geschäftsführern des Theaterbauvereins und Stadtverordneten ge­bildete Theater-Deputation hat sich in ihrer Montags-Sitzung diesem Ersuchen nicht ver- chließen können. Zwar die ursprünglichen For­derungen konnten noch nicht bewilligt werden- dann hatten dte Eintrittspreise ganz gewaltig erhöht werden müssen. Wollte man den Künst- lern aber nicht die Lebensmöglichkeit ab-

12 war eine immerhin nicht unbe- trachtllche Steigerung ihrer Bezüge notwen- dig. Wenn der städtische Zuschuß nun nicht in Die Millionen gehen sollte, blieb fein anderer Ausweg als die Erhöhung der Eintrittspreise. Am jedoch die Zustimmung der Abonnenten hierzu sicher zu erhalten, hat man die A b o n - 1

Aus Stabt und Land.

Gießen, ben 4. Oktober 1922.

Eine außerordentliche Tagung des Provinzialtags

ist aus nächsten Samstag, 7. Oktober, vormit­tags 10Vs Ahr, in den Sitzungssaal des Re­gierungsgebäudes einberufen worden. Die Ta­gesordnung sieht eine Aussprache über die Durchführung des Bauprogramms Der elektrischen Aeberlandanlaqe vor.

Die Wahlvorschläge für die Provinzialtagswahl.

Der Provinzialdirektor der Provinz Ober- Dessen fordert in einerDekanntrnachung im neuesten Amtsverkündigungsblatt die Stimmberechtigten auf, Wahlvorschläge für die am 19. R o- oember stattfindenden Wahlen zum Pro­vinz ial tag der Provinz Oberhessen bis spä- testens zum 22. Oktober schriftlich bei ihm einzureichen.

Es sind 35 Vertreter für den Provin- zmltag zk wählen.

In einem Wahlvorschlag darf nicht mehr al s d le d oppe l te Za hl der zu wäh­lenden Provinzialtagsmitglieder, also nicht mehr gls 70 Personen, vorgeschlagen werden.

Die Vorgeschlagenen sind in erkennbarer Reihenfolge aufzuführen und unter Vor- und Zunamen, Beizeichen, Stand oder Beruf, bei ver- grateten, verwitweten oder geschiedenen Frauen ^ch Geburtsnamen, zk bezeichnen. Bewerber Würfen tn mehr als einem Wahlvorschlag nicht aufgenommen sein, andernfalls sie nach Art 28 Büser 4 des Gesetzes, in den WaUdorschlägen gestrichen werden. Dem Wahlvorschlag ist die schriftliche Erllärung eines jeden Vorgeschlagenen beizufugen, daß er der Aufnahme in den Wahl­vorschlag zustimme. Zeder Wahlvorschlag soll mit einem Kennwort versehen sein, das ihn von anderen Wahlvorschlägen unterscheidet. Das Kennwort darf weder gegen die strafgesetzlichen Bestimmungen noch gegen die guten Sitten ver­stoßen.

3n dem Wahlvorschlag soll ein Vertrauens­mann benannt sein, der zu Verhandlungen mit Dem Provinzialdireftor, zur Zurücknahme des Wahlvorschlags und zur Abgabe und Zurück­nahme von Verbindungserklärungen bevollmäch­tigt ist. In gleicher Weise soll ein Stellvertreter des Vertrauensmannes benannt werden.

Zeder Wahlvorschlag muß von mindestens 25 in der Wählerliste eingetragenen Personen unterzeichnet sein. (Sine amtliche Bescheinigung Des Bürgermeisters, daß die Unterzeichner in der Wählerliste eingetragen sind, ist gemäß Ar­tikel 21. Abs. 2 be8 Gesetzes, anzufügen. Die Unterzeichner sollen ihren Unterschriften die An- gabe ihres Standes oder Berufs sowie ihrer Woh-

Vauerscher Gesangverein.

DolkSlieder-Konzert.

Gießen, 1. Oft.

Die vortreffliche Sängerschaft des altangesehe- nen Vereins hatte ihre zweite Konzertveranstal­tung in diesem Zahre ganz dem Vollsliede ge­widmet: Eine wahrhaft glückliche Ihee! Das Dollslied ist die Ouelle des eigentlichen Liedes überhaupt, der Zungbrunnen, aus dem das Kunst­lied fo oft verjüngt wieder emporgesttegen ist. Wenn rückwärtsblickender Betrachtung und wissen­schaftlicher Forschung sich dieser Prozeß mag man nun an die lesbischen Moliker des 6. Zahr- Hunderts v. Chr. oder an die polyphone Kunst des 15. und 16. Zahrhunderts denken klar und Deutibf) enthüllt, so muh für unsere wenig durch- sichtige und musikalische Gegenwart diese Ent­wicklung, die wenn nicht alle Zeichen trügen Doch auf dem Wege ist, erst mit voller Macht ein- leben, um gerade den Chorgesang, der doch mit- unter von der konsttuktiven Mhnheit der Moderne stark bedroht erscheint, tieferwirkend befruchten zu tonnen. Es mag fein Zufall sein, daß nach der Zeit der großen wissenschaftlichen Be­mühungen um das Volkslied und der monumen- taten Sammelwerke em Gesangverein selbst sich einmal so ausschließlich der Pflege der Volks­weisen zuwendet, ein Unternehmen, das besonders auch wegen seiner kulturellen 'Bedeutuna nicht hoch genug bewertet und nicht warm genug befür­wortet werden kann!

Der Schein-Unheilige, der fein Lob schwort wie andere ihre Schande der gut sich schlecht zu scheinen nicht scheut ja schleckt scheinen will, ist stets ein dankbarer' Gegenstand guter uno schlechter Literatur gewesen, besonders der schlechten, denn leichter ist es, den rührenden ^^^in^ ai^^n Heizen. Die Legende berichtet von dem Rlönch der zu den Dirnen geht, um sie zu bekehren der ihm Cnn!h öÄ- Kot schleift, um in

ibm nach Edelsteinen M suchen: oerfannt in h OFfErptticht und fromme Lust.

TO Iru- inbLinU vomSchlimmheiligen xin feinenSieben Legenden" wundervoll zart und rem. Des lebensbejahenden Schweizers naive Spitzbüberm belohnt jeiL HekLschon auf (Srben, m äußerst irdischer Form, in Gestalt Dttne^t Cine£ Sc^in-Unheiligen, die die großen Epiker glückte diese ver- Themas. Für die TVcbt Wenn Dietzenschmidt,

Bruders Vitalis" am Samstag

IT HA?1 ~^eater äur Uraufführung gelangten, e« überhaupt wagen wollte, in Kellers Schatten fletan> eine Tragödie auö dem Stoff zu machen: Der Knabe, der die

nemt nts nur mit einem Zuschlag von 50 Prozent belegt, während die Haupt­last, nämlich eine 1 OOprvzentige Er­höhung, auf die Einzel-Eintritts­preise entfallen soll. Der Theaterbauver­ein gibt sich der Hoffnung hin, daß die ange­meldeten Abonnements sämtlich abgehoben werden. Um die Zahlung zu erleichtern, braucht zunächst nur die Hälfte des Preises er­legt zu werden. Wie übrigens die in anderen Städten eingezogenen Erkundigungen bewei­sen, ist unser Theater auch bei den neuen Preisen, namentlich im Abonnement, noch ver­hältnismäßig billig. Die Preissteigerung für die Theaterplätze gegenüber 1913 beträgt hier nur durchschnittlich das 30fache, während die Preise für alle anderen Gebensnotwendigkeiten in weit stärkerem Verhältnis gestiegen sind und auch die Einkommen von gewissen Be­völkerungsklassen, wie den Rentnern, natürlich abgesehen jetzt erheblich mehr als das 30- fache von 1913 betragen.

** Reuerungen in unserer Han­delsberichterstattung. In dem Be­streben, den Rachrichtendienst unseres Blattes soweit wie möglich den Bedürfnissen unserer Leser dienstbar yu machen, haben wir seit einigen Tagen auch unseren Handelsteil ver­vollkommnet. Den Kurszettel der Frankfurter und der Berliner Börse haben, wir wesentlich erweitert und dabei insbeson­dere die Rotierung derjenigen Papiere berück­sichtigt, die für unsere engere Heimat im Vor­dergründe des Interesses stehen. An die Stelle der Berliner Devisennotierungen haben wir die­jenigen des Frankfurter Devisenmar- i e s treten lassen. Wir glauben damit ganz im Sinne der vielfachen Wünsche gehandelt zu haben, die auf die Erlangung der Frankfurter Devisen­notierungen durch unser Blatt gerichtet waren. Es ist Vorsorge getroffen, daß diese Berichte in promptester Weise uns übermittelt und unver­züglich zur Kenntnis unserer ßefer gebracht wer­den. Daß wir die Berichterstattung über die wichtigsten M ä r k t e unserer Gegend mit größter Sorgfalt weiter ausüben werden, be­darf keiner besonderen Betonung. Daneben haben wir unseren Dienst aber auch noch auf den wich­tigen Berliner Produktenmarkt aus­gedehnt, für den sich in Oberhessen immer mehr steigendes Interesse bekundet hat. Zu diesen regel­mäßigen Registrierungen werden wir schließlich noch von Fall zu Fall weitere bedeut­same Informationen über die verschie­densten Gebiete des Handels hinzutretsn lassen. Wir hoffen, mit dieser Reugestaltung unseres Handelsdienstes den Wünschen unserer Leserschaft gerecht zu werden.

** Amtliche Persvnalnachrich- t e n. Ernannt wurde der Steuerasfistent Her­mann T i s ch e n d o r f zu Mainz zum Ober­steuersekretär. Ernannt wurde am 26. Sep­tember 1922 der Johannes Schönhals zu Bingen mit Wirkung vom 1. Mai 1922 an zum Weinbaulehrer an der Devbachtungsstation für Weinbau in Bingen.

** Die Germania-Marken. Die in den Händen des Publikums noch befind­lichen Germania-Marken behalten bis zum 31. Oktober ihre Gülttgkeit und können ruhig weiter verwendet werden. Rur die Werte zu 2, 2Vs, 3 und 7V2 Pfennig gelten nicht mehr.

** ®er Fahrplan der städtischen Straßenbahn, der ab 8. Oktober tn Gel­tung sein wird, ist im Anzeigenteil unseres heu­tigen Blattes abgedruckt.

** Fahrraddieb stähle. Gestern wurde dahier ein Fahrrad aus einem Haus­gang gestohlen. Das Rad war mit Patent­schloß festgeschlossen. Es ist MarkeDeutsch­land , die Fabriknummer ist unbekannt. Rah­menbau und Felgen sind schwarz, es hat hoch- gebogene Lenkstange, neue Kontinentalberei- fung. Am Vorderrad fehlt das Schutzblech. In Der Bahnhofstraße wurde ein marken­loses Fahrrad, dessen Fabriknummer unbe­kannt ist, gestohlen. Es hat schwarzen Rah­menbau mit Freilauf und Rückttittbremse. Die Bereifung ist stark abgenutzt, das hintere Schutzblech ist mit Draht befestigt. Vor An­kauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilung nimmt die Kriminal-Abteilung entgegen.

** F i ch t e n d e ck r e i s e r werden in be- schränkter Zahl durch die Stadtverwaltung an schlechthin genialen, nachschöpferischen Art eine Ei-scheinung für sich. Kein Wunder, daß gerade die dvastisch-komischen Scherzlieder, mit einer so fabelhaften Kehlfertigkeit und einer geradezu sprechenden Mimik Largeboten, mit tosendem Bei- fall aufgenommen wurden Mir waren diesmal die geistlichen Lieder die tiefsten Erlebnisse.

Dr. H. R.