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tzewekn^fv verschärft, baß bfe gEten Geldopfer laicht gescheut werden, um auf triefe Weise zu dem gewünschten Ziek zu kommen. Älle Wohnirngs- vedürftigcn werden freilich nicht hx der Lage sein, derartige Summen aus wenden zu können.
*• Die Preise der Vordrucke der ft sind mit dem 1. November wieder erhöht worden. 80 Ps. kostet jetzt eine leere Postkarte, Paketkarte, ein Postauftrag, eine Postanweisung unb Zahlkarte. Doppelkarten und Zustellungs- urklrnden kosten 1,60 Mk, der Postkx-editbrief 30 ML, 10 Scheckbriefumschläge 12 Mk. 100 Mk. kostet ein Scheckheft oder ein Ueberweisungsheft mit 50 (Blattern sowie 100 Zahlungsanweisungen. Ein Posteinlieserungsbuch kostet in den verschie- denen (5rohen 15, 30, 60 und 80 ML, ein Leie» grannnausgabeheft 70—260 Mk.
* Der Dachtaufenthalt im Bahnhofs warteraum. Nach 17 der Eifenbahn-DerkehrS-Ordnung ist die Reichs» i'ahn verpflichtet, Warleräume in Heber» .längs» und Endbahnhöfen nachts nur dann offen zu halten, wenn zwischen der Ankunft des letzten und der Abfahrt des ersten Zuges weniger als vier Stunden liegen. Der Reichs» Verkehrsminister hat jedoch jetzt eine Prüfung ungeordnet, ob nicht eine weitere Offenhaltung solcher Warleräume im Interesse der Reisenden geboten erscheint, denn die gesteigerten Fahr- und Tlebernachtungspreise forderten bei der fortschreitenden Verarmung die grösste Rücksichtnahme. Die Bahndirektionen sind angewiesen worden, die Rotwendigkeit eines RachtbetriebeS in den Warteräumen zu prüfen; es soll jedoch dafür gesorgt werden, daß diese Wohltat nur Reisenden zugute kommt; neben einer scharfen Fahrkartenkon» trolle soll namentlich das (verbot des Alkohol» ausschanks oder die völlige Stillegung des Schankbetriebs bisher beobachtete Mißstände verhindern.
Landkreis Gießen.
ri. Lich, 2. Rov. Das hiesige fürstliche Krankenhaus, das sogenannte „Spital" an der Ecke der (Siebener Straße, sollte aus Mangel an Betriebsmitteln eingehen, zumal es sehr wenig benutzt wurde. Jedoch will die Stadt es jetzt übernehmen, und sie will im Einvernehmen mit den drei hiesigen Aerzten für die Fortführung des Betriebs sorgen.
ri. Riederbessingen, 2. Rov. Die Hoffnung, baß der gemeinsam, unter Berücksichtigung aller Interesser, ausgestellte Wahlvorschlag für die Gemeinderatswahl einen Wahlkampf machen wurde, hat sich leider als trügerisch erwiesen, da die Sozialdemokratische Partei jetzt einen eigenen Wahlvorschlag gemacht hat. ,
Kreis Friedberg.
* Bad - Rauheim, 2 Rov. Bis heute betrug der Gesamlbesuch 39 641 Personen.
ch. Münzenberg, 1. Rov. Am Sonntag fand hier eine musikalische Erntedankfest f e i e r m unserer mit Blumen und Früchten schön geschmückten Kirche statt. Es wirkten dabei mit der Butzbacher Kirchengesangverein unter Leitung von Studien rat Werner, ferner Lehrer Dan ger t, Buhl ach (Orgel), Frau Dr Müller- (Bangert, Gießen (Einzelgesang), sowie H. Hering, 5ixm?furt a. M. (Violine). Die zahlreich versammelte Gemeinde lauschte mit großer Aufmerksamkeit den vorzüglichen Darbietungen. Pfarrer (Bet) r id) dankte in einem herzlichen Schlußwort den Mitwirkenden und wies auf die Bedeutung dieser Erntedankfestseier hin. Es gingen an Eintrittsgeldern und freiwilligen Gaben im ganzen 3778,75 Mk. ein. Der Aeberschuß nach Abzug der Unkosten soll für die Errichtu ng des Kriegerdenkmals Verwendung finden. Eine besondere Bedeutung hatte diese Feier für die Gemeinde auch dadurch, daß in ihr zum erstenmal die 8 Tage zuvor vom Kirchenvorstand und Kirchengemeindevertretung beschlossene elektrische Lichtanlage zur Geltung kam.
Kreis Wetzlar.
dr. Aus dem Hüttenberg, 1. Rov. Seit diesem Sommer verkehrt zwischen Wetzlar und Butzbach ein P o st a u t o, wodurch drei Fahrposten eingegangen sind: Wetzlar— Großrechtenbach, Niederkleen—Butzbach und Hochelheim—Großen-Linden. Diese Einrichtung wurde von vielen begrüßt und das Auto anfangs fleißig benutzt In der letzten Zeit sind aber die Fahrpreise dermaßen gestiegen, daß das Auto nur noch sehr wenig in Anspruch genommen wird. Eine Fahrt von Hochelheim nach Wetzlar kostet augenblicklich 77 Mk. Da zieht man es doch vor, mit der Bahn nach der Kreisstadt Wetzlar zu fahren, da die Preise für Hin» und Rückfahrt noch viel hinter obigem Preise Zurückbleiben und die Eisenbahnfahrt nach den bisher ge°
Die Herweghs.
Eine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill.
30. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Heute abend langweilten sich alle vornehmen Damen Rheinaus in ihren Billen, Elsbeth Erker, die Tessh und Liane.
Liane fand geschmacklos, ihren Freunden das Vergnügen, das sie nun einmal an diesen Kurhausredvuten fanden, durch ihre Gegenwart zu vergällen. Unb amüsierten sie sich nicht, um so besser. Dann fiel es Liane nicht ein, den Ersah . zu stellen.
Hab die Tessh war eine sehr selbstbewußte Düsseldorferin.
Aber die Anwesenden haben meist recht.
„Ach Lutz, wie ist das Leben schön!" sagte sie, während sie im Twostep dahtnflogen.
„3a, Grete, das ist eine alte Geschichte."
»Wer für mich ist sie ganz neu ... Ich glaub', ich fange heut erst an zu leben!"
Er beobachtete sie lächelnd. Solche Siege fielen ihm zu, ohne baß er sich anwftrengen brauchte. Er hatte sie ja gewarnt. Mehr konnte man auch von ihm nicht verlangen Der kokette, heißgetanzte kleine Page war allerliebst. „Was für hübsche Beinchen sie hat!" hörte Grete hinter sich jemanb Tagen. „Nur etwas starke Fesseln," setzte eine Damenstimme hinzu.
„(Bel einer TÄnzerin nur natürlich" meinte Briet.
Nur der Prinz wollte nicht so recht an die »Tänzerin" glauben. „Die haben Sie./ich auf- hinden lassen, teurer Herwegh."
machten Erfahrungen mit dem Auto viel sicherer ist. Auch unsere Voftbeförde» r u n g hat sich erheblich verschlechtert, da das Auto schon oft durch erlittene Anfälle auSgeblieben ist. Bom 1. November ab soll nun das Auto zwischen Wetzlar und Gießen verkehren, da sich die Fahrten nach Butzbach nicht mehr rentieren. Hoffen wir, daß dann unsere Postverbindung auch wieder eine bessere wird.
Hessen-Nassau.
EisenbahnunfaN auf einer Mambrückc bei Frankfurt a. M.
Frankfurt a. M., 2. Nov. (Wolff.) In der N^cht vorn 1. auf den 2. November gegen 1 ilßr löste sich in einem vom Hauptgüte rbahn- hvfe nach Frankfurt-Süd fahrenden Güterzuge
An unsere Postbezieher!
Die fortgeschrittene Geldentwertung bedingt notwendigerweise eine Neuregelung der De- zugsgebühren aller Zeitungen. Für den Gießener Anzeiger ist der Postbezugspreis im November auf
200 Mark
festgesetzt worden. Infolge der Unmöglich- feit rechtzeitiger Anmeldung erhebt die Post nur 125 Mark; dec gleiche (Betrag ist auch von den vierteljährlich vorauszahlenden Beziehern eingezogen worden. Es sind deshalb fowohl von den Beziehern des Gießener Anzeigers für den lausenden Monat als für das 3. Vierteljahr
75 Mark
für den November nachzuzahlen. Da der Bezugspreis bei Bestellung durch die Post freibleibend abgegeben wurde, besteht eine Nachzahlungspflicht uns gegenüber. Wird dieser Verpflichtung nicht rechtzeitig genügt, so wird die Zustellung der Zeitung vom 16. November an durch die Post gesperrt. Wir bitten deshalb unsere Postbezieher um unverzügliche Einzahlung desMehrbetrageS von 75 Mark mittelst der heute beigefügten Zahlkarte.
Verlag des Gietzener Anzeigers.
der Ausleger eines im Zug laufenden eisenbahneigenen Krahnwagens und beschädigte mehrere Dandglieder des einen Hauptträger-s der ersten Ocffnung der Main-Neckarbrücke so erheblich, daß beide Gleise der Bebraer Strecke zwischm Franksurt-Süd und Hauptpersonenbahn- hos gesperrt werden mußten. Die Personenzüge der (Bebraer Strecke werden über Goldstein, die Güterzüge der gleichen Strecke über Isenburg um- geleitet. Die ilnterfucßung hat ergeben, daß eine Vertikale und eine Diagonale des Hauptträgers vollständig ausgewechsell werden müssen. Die Wiederherstellungsarbeiten w?rd?n so beschleunigt, daß aller Voraussicht nach die Drücke der (Bebraer Strecke am Samstagabend wieder betriebsfähig sein wird. Die Umleitung der Züge über Goldstein und Isenburg macht das Wenden der Züge nö'ig, wodurch Unregelmäßigfeiten im Zugverkehr unverm.idlich werden. Auch die Fahrordnung im Hauptbahnhofe kann während der Dcxuer der Drückensperrung nicht in allen Fällen aufrecht erhalten werden. Das Publikum muß deshalb mit der Ankunft und Aofahrt der Züge auf anderen als den planmäßigen 'Bahnsteigen rechnen. Für ausreichende Auskunft auf dem Querbahnsteig des Hauptbahnhofs ist gesorgt. Die Mainbrücke im Zuge der Main-Neckarbahn (Richtung Darmstadt) wird durch diese Betriebsstörung nicht betroffen.
fpd. Frankfurt a. M., 2. Nov. Zur Aufklärung des Raubmvrdversuchs an dem amerikanischen Major Sauerwein verfolgt die Polizei jetzt eine Spur in der Richtung, daß als der Tat dringend verdächtig der frühere amerikanische Soldat Frank Johnsen angesehen werden kann. Johnsen ist 24 Jahre alt, 1.76 Meter groß, hat dunkelblondes Haar, braane Augen, Stampfnase, volles Gesicht und finsteren Blick. Er war zuletzt bekleidet mit schwarzem breitkrempigem Hut, rötlich braunem Mantel, blauem Anzug, blauem Hemd mit silberblauen Streifen und braunen Schuhen. Der verletzte Major befindet sich noch ständig in einem Zustand halber Bewußtlosigkeit. Nur zeitweise ist er bei vollem Bewußtsein. Die in diesen Augenblicken von ihm gemachten Angaben können mit Rücksicht auf seinen Zustand als
„Ehrenwort, Durchlaucht, es ist meine feste ■Uebcrjeugung. Ich kenne sie ja auch erst feit gestern"
Grete speiste mit acht Kavalieren in der rosig beleuchteten Loge. Die Maskenschar, die lärmend an ihnen vvrüberzog, erschien ihr wie das Dolf, das seiner Fürstin Huldigungen darbringt. Eine Unbefanntc, ein Mittelding zwischen Zigeunerin und Kartenlegerin, kam dicht an ihren Tisch heran, warf Grete eine Serpentinschlangc über den Kopf und nickte ihr vertraulich zu. Sie ging am Arm eines stämmigen Arabers tn der Polonäse.
Der Höhepunkt des Festes war der Blumen- Walzer. Ein tolles Konfettitreiben begann. Die hohen Spiegel warfen das bunte Bild zurück, während die Maskenschar auf dem spiegelglatten Parkett durchcinanderwogte und sich lachend bewarf. Die ältesten Herren beteiligten sich an der Schlacht. I
Die Schneebälle platzten auf den weißen Busen der Tänzerinnen, und über die weiß- gebuberten Köpfe ringelten sich grüne Serpentinbänder, um schlanke Hälse wanden sich rote Schlangen, aus den Logen gezielt, sie fuhren im Zickzack durch den Saal, die setdenen Schuhe glitten über den weichen Konfettischnee, man rutschte aus, glitt zu Boden, zärtliche Hände halfen, und bald flog man wieder dahin.
Die Geigen fangen zart und gedämpft, aufreizend klirrten lockende Kastagnetten dazwischen und die hellen, feinen Schellen der Tamburins. Die Locken lösten sich, die Schleifen sanken herab, die glatten korrekten SKritel der Männer ver- fdjfcben sich es sah alles aus wie aufgelöst und trunken. Ein bacchantischer Trubel durchwogte den
zuverlässig ntch! angesehen werden, zumal er in vielen Fällen seine Aussagen später widerruft. Eine amtlich zusammenhängende Vernehnnlna durch die Kriminalpolizei konnte überhaupt noch nicht erfolgen.
' Frankfurt a. M., 2. Nov. In diesen Tagen feierte die TaunuSbahn Frankfurt — H öch st — Kastel — Wiesbaden ihr goldene- Jubiläum als StaatSbahn. Sie war der erste Schienenstrairg, der In ganz Süd- und Westdeutfchand gelegt wurde, im Reich die dritte Dahn. Am 10. Ntärz 1840 wurde zwischen Wiesbaden und Kastel unt> am 13. April 1840 aus der gesamten Strecke von Frankfurt nach Wiesbaden der (Verkehr eröffnet Im Iahre 1872 ging die Taunusbahn in den Besitz des preu- fsischen Staates über, der auch zugleich die Verbindungsbahn zwischen Höchst und Bad Soden mit übernahm.
fpd. Bad Homberg v. d. H., 2. 2lov. In der Nähe der Saalburg wurde vor fünf Iahren der Forstmeister Dirkenauer aus Ufingen von bisher nicht ermittelten Tätern erschossen. Der „Verein hirschgerechter Taunus- jager" errichtete jetzt in der Nahe des Tatortes aus Quarz st einen des Taunus ein schlichtes Denkmal und axißte dieses heute in Gegenwart vieler Freunde des Ernrordeten ein. Die Forstbehörde war durch Oberforstmeister von Hammer st ein - Wiesbaden vertreten, der auch die Gedächtnisrede hielt
wd. Wiesbaden, 2. Nov. In der Weber- gaffe fand am Samstag eine hiesige Angestellte einen Briefumschlag, in dem sich 140 000 Mart und ein Scheck über 15 englische Pfund (ca. 300000 Mk.) befanden. Sie lieferte das Geld an die Verliererin, eine englische Dame, ab und erhielt als Lohn für ihre Ehrlichkeit 40 000 Mark Finderlohn.
Handel.
Dörsenfeiertag« in (Berlin.
Berlin, 2 Nov. (WTB.) Der Dörsen- vorstand hat beschlossen, auch in der nächsten Woche am .Dienstag, Donnerstag und Samstag keine Wertpapierbörse stattsinden zu lassen. Ts werden an diesen Tagen nur Devisen gehandelt.
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Berlin, 2. Nov. Börsenstimmungs- bild. Am Devisenmärkte gerieten heute bu Kurse in scharf steigende Bewegung. Am frühen Vormittag setzte Neuyorl mit 4600 und London mit 20 300 ein und zog bann vor der amtlichen Festsetzung bis auf 4900 bzw. 22 000 an. In entsprechendem Ausmaße folgten die Notierungen für die anderen Plätze. Die amtliche Fest.ehuug erfolgte zu den höchsten Tageskursen, und zwar zum Mittelkurs von 4937 bzw. 22 000. Die wieder erwachende Nachfrage, der kein nennenswertes Angebot gegenüberstand und die daher so preis- steigend wirkte, ist in der Hauptsache darauf zurückzuführen, daß man in Börsenkreisen über das Ergebnis der Verhandlungen mit der Repa- rationstommission bei dem schon so weit vorgeschrittenen Währungsverfall nach den bisherigen Erfahrungen recht skeptisch denkt. In gleicher Weise wirkten auch die Ausführungen des Reichsbankpräsidenten in der Zentralaus- fchußsitzüng über die deutschen Wirtschaftsverhältnisse und die deutsche Zahlungsbilanz ungünstig. Sin Verkehr tn Noten und Effekten hat wieder nicht stattgefunden. In Bankkreisen rechnet man wegen der Devisenpreisfleigerung und des anhaltenden Einganges von Kaufaufträgen seitens des Publlkums mit einem Anhalten der festen Tendenz.
Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Notierungen. Datum: 1. Woocmber 2. November
Geld Brief Geld Brief Antw.-Brüssel . 2'7.- 298.50 310,20 317,10
Holland...... 1785,50 1794,50 1916,20 1924,80
London...... 203,24 204.25 219,45 220,55
Paris....... 322.15 323.85 346.60 348,40
Schweiz...... 822.90 827,10 903,75 908,25
Svanien..... 692,25 695,75 753,- 757,—
Italien...... 192,- 193,- 199,40 200,60
Lissabon-Oporto —,— —
Dänemark .... 914,20 919,80 987,50 992.50
Noriveaen .... 817,95 822.05 902,70 907,30
Schweden .... 1201,95 1208,05 1321,65 1328,35
Heliinafors. ... —
Neunork...... 455140 4573,90 4975,- 5000,-
Deuisch-Oesterr. 5,73 5.77 6.22 6,28
Budapest..... 179,90 1*0.10 197,30 197,70
Vraa........ 143,22 144,02 156,10 156,90
Sofia.......
Märkte.
Berliner Produktenmarkt.
Berlin, 2. Nov. Im Einklang mit den scharf anziehenden Devisenpreisen erhöhten sich auch die Forderungen für Getreide im Produkten- veriehr. Die Käufer verhalten sich bei der ge«
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Darthou über die Rufgaben der Reparationt- kommission in Berlin.
Paris. 2. Nvv. (WTD.) Der Berliner Dertreter der „Ehicagv Tribüne"meldet, daß Darthou gestern morgen ihm in einem Interview erklärt habe, die Kohlen» frage, die Frage des Ruhrgebietes und die Moratoriumsfrage werde der Brüsseler Konferenz Vorbehalten bleiben. Die (Reparation^» kommission sei nach Berlin gekommen, das deutsche Budget zu revidieren, Maßnahmen zur Stabilisierung der Mark voczuschlagen und soweit als möglich eine Finanzkontrolle einzurichten.
Am da- Abkommen von Mudania.
Paris, 2. Nov. (WTB.) Nach einer Havaömeldung aus London haben sich die alliierten Regierungen darüber verständigt, daß die Bestimmungen des Abkommens von Mudania respektiert werden sollen. Sie haben auf Grund von Nachrichten, die ihnen aus Konstantinopel zugegangen sind, beschlossen, bei der Regierung von Angora dieserhalb Vorstellungen zu erheben.
Die Pforte wird in Lausanne durch die kemalistische Delegation vertreten.
Paris, 2. Nov. (WTD.) Eine Havasrnel- bung aus London besagt, eins von den nachmittags eingegangenen Telegrammen aus Konstantinopel meldet, in offiziellen Kreisen werde erklärt, daß die Pforte feinen Vertreter zur Lausanner Konferenz entsenden werde. Dem Telegramm zufolge erkennt der Sultan die kemalistische Delegation an.
Die Antwort Poincares an Mussolini.
Paris, 2. Nov. (WTD.) Ministerpräsident P v i n c a r e hat an Mussolini auf dessen Telegramm von seinem Amt: antritt geantwortet: Ich danke Ihnen für Ihr liebenswürdiges Tele° ?;ramm. Ich freue mich. Ihnen versichern zu omren, daß die Regierung der Republik auch fernerhin mehr als je den Gedanken der Waffenbrüderschaft und der Aufrechterhaltung der Solidarität treu bleiben wird, welche dem Kriege eine siegreiche Wendung gegeben haben.
Biickertisch.
— Fröhliche Woche mit Freunden Don Dörries, Freiherrn von Münch Hausen. (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt.) — .Fröhliche Woche mit Freunden" nennt Dor- ries. Freiherr von Münchhcvu'sen sein erstes Prosa- buch. In sieben Abschnftten, als an sieben Abenden einet Woche die von Montag bis zum Sonntag reicht, plaudert der liebenswürdige Grundherr des Wiesenschlosses mit seinen Freunden: erzählt von sich, seinem Werdeit, Erleben und Schaffen, von (Begegnungen mit Gleichstrebenden und Andersgerichteten, Dichtem, Künstlern and Vaganten, macht unS mit fernen Dr iefschätzen bekannt, berichtet von seinen Vortragsreisen, von feinen ersten Kriegscrlebnissen, von den Gästen des Wiesenschlosses. Der fröhliche Plauderen gleicht am meisten dem Lyriker Münchhausen, dem stillen, nachdenklichen Stiimnungsmensch^n und dem Dichter jener heiteren ländlichen Idyllen, die vornehmlich dem letzten VerSbuche Münchhausens »Schloß, in Wiesen" eine besondere Prägung gaben.
spannten Marktlage sehr vorsichtig. Bei Weizen zwingt das knappe Angebot die Mühlen zur Dezahlung der hohen Forderungen. Dom Inlande bezieht sich das Angebot nur auf Material, da- zur Beschaffung dringender Geldbedürwisse, oder wegen Dispositionszwanges abgestoßen werden muß. Die Mehlpreise stellen sich bei kleinem Angebot und kleinen Llmsähen beträchtlich höher. Don Kleie wird böhmische Ware stärker gekauft.
Frankfurter Schweine» und Kleinviehmartt.
Frankfurt a. M.. 2. Rov. (Amtlich) Marktverlauf. Kleinvieh bei lebhaftem Handel ausverkauft; bet geringe Schweineauftrieb hinterläßt bei sehr langsamem Handel noch Ucberflanb. Im einzelnen ist zu bemerken. Aufgetrieben waren: 502 Kälber, 711 Schafe und 272 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht: Kälber, beste Qualitäten, von 18 500—20 000 Mk., mittlere von 17 000 bis 18 500 Mk., geringe von 15 000—17 000 Mk., geringste von 13 000—14 600 Mk.: Schafe hm 8600—14 500 Mk.: Schweine unter 80 Kilo Lebendgewicht von 30 000—35 000 Mk., von 80 bis 100 Kilo von 36 000-40 00) Mk., von 100 bis 120 Kilo von 40 000-43 000 Mk., von 120 bts 150 Kilo von 40 000—43 000 Mk.: Fettschweme über 150 Kilo von 40 000 -43 000 Mk. Außerdem wurden 87 Rinder ohne amtliche PreiSnotierang gehandelt. Die Preise liegen um soviel über ben Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn tn sich schließen.
Saal. Fastnacht hatte seinen Höhepunkt erreicht — Karneval am Rhein.
Arn tollsten waren die Dichtrheinlander.
Die anderen schwammen tn dieser Luft behaglich und leicht dahin, wie von Schwingen getragen.
Gegen vier Ußr fuhr Grete mit Den acht Schwarzbefrakten in eine Dar. Don diesem lon- fetttbeft reuten Lokal wußte sie mch^. mehr, als daß es Duhenscheiben gehabt unb Daß man Kaviar auf, kleinen Fäßchen serviert und Lutz Schnäpse gemischt hatte.
(Beim Morgengrauen ftrhr ein geschlossener Landauer durch dic leere Kurhausstraße, gerade als die ersten (Bäcferjungen erschienen und die Straßenkehrer'den schmutzigen Schnee fortzuschaufeln begannen.
»Liebst du mich denn wirklich, ßufo ?“
„Aber Grete, wie oft hab' ich dir das heute schon gesagt."
Aber sie konnte es nicht oft genug hören. —
„Wirst du mir auch immer treu bleibenT
„Immer," versicherte Lutz, und die a>eiche, schlanke Gestalt, schmiegte sich fester tn feinen Arm. Sie schauten hinaus in den Aschermittwoch, der eben graute.
„Ewig treu, schwör es mir, Lutz."
ilnb Lutz schwor ihr dasselbe, was er allen Frauen geschworen hatte. Sie wollten das nun einmal so.
•
Währenddessen durchstreifte Emst das verregnete Eppenhausen. Es war Schlackerwetter ein- getreten, der Regen verwandelte die beschneiten Gassen in schwimmende Pfützen, und man mußte sich dicht an den Häusern hallen. Das Städtchen hatte weder Straßenbahn noch Droschken, und er
mußte eS von einem zum anderen Ende durchqueren, um einen Magistratssekretär aufzusuchen, der ihm geschrieben hatte, daß er feine Aktien unbedingt verkaufen wolle.
Als er den Marktplatz erreichte, sah er einen Herrn in einem gelben Aeberziehcr auf sich zukommen, der, eine Mappe unter dem Arm, unter seinem Schirm vorsichtig neben den Hausmauern einhertrippelte.
Das muß der Magistratssekretär sein, dachte Gmst, und er ging auf ihn zu. Er war es. Unb Emst konnte gleich auf offener Straße sei Plädoyer beginnen — was tat man alles für solche verdammten Aktien! Er suchte dm mißtrauischen Mann zu überzeugen, daß er sich selber nur schade, wenn er jetzt feine- Eppenhausener mit Verlust ab stieß. Im Frühjahr gaben sie sicher hohe Prozente und hatten einen besseren Kurs, wenn er wenigstens bis dahin wartete ...
Endlich hatte er den Argwöhnischen soweit. ES war einer der wilden Amateurbörfenspekulan- ten, die nach einem an Stammtischen, in der Dahn oder sonstwo aufgefangenen Wort irgendein Papier kauften, von dem man hohe Gewinne erhoffte.
„Auf Ihre Verantwortung, Herr Doktor." „Die nehme ich auf mich."
Emst verabschiedete sich. „Also, bis nächstes Frühjahr, nicht wahr, Herr Schmahl?" Er ging Weller, als er plötzlich dicht vvr sich die alte Kirche hellerleuchtet sah unb eine Menge Menschen bemerkte, die unter ihren Schirmen der Kirche quellten. An den Türen Derfünbeten grüne Zelle! die Aufführung der Matthäuspassion. Ohne sich zu besinnen trat er ein.
(Fortsetzung folgt.)


