Ausgabe 
3.11.1922
 
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Kind erkenne Ne jedoch an und werde die Last auf sich nahmen. Es habe Amerika gesagt, daß es bis zum letzten Pennh verantwortlich sei und daß es bis zum letzten Pennh bezah­len werde.

Der Prozeß des Reichsfinanzministers. Berlin. 2. Rov. (WTD.) 3m weiteren Rerttmf der Sitzung wies der zweite Verteidiger ??.? e 1 m deu Vorwurf zuruck, daß dieFrei- yett ohne nähere Prüfung gegen den Minister vocgegangen sei. Rechtsanwalt Alsberg fragte, warum denn die Verteidigung gegen die Ver­eidigung des Zeugen Faust keinen Einspruch er­hoben habe. Das Reichsgericht habe es lediglich oerpöM, Geschenke mit der ausgesprochenen Ab­sicht zu geben, jemanden zu einer pflichtwidrigen Handlung zu bewegen. Geschenke, die aus Lie­benswürdigkeit gegeben würden, fielen nicht darunter. Der Preis von 3Mark gegenüber den Produktionskostenvon78 Pfennig für die Flasche müsse als durchaus angemessen betrachtet werden. Der Reben- Häger Minister Hermes erklärte, er habe auf Beschleunigung des Verfahrens gedrängt und habe von vornherein in der gerichtlichen Aus- itagung der Sache ein Radikalmittel gesehen. Die gestrigen ,Zeugenaussagen hätten bewiesen, daß nur rein sachliche Motive für die Aenderung des Verteilungsmodus maßgebend waren. Er habe ausgekostet, mit welcher Schärfe dieser poli­tische Kamps geführt wurde, und wolle dazu beitragen, mitzuhelfen, daß der politisch: Kampf wieder zu anständigen Formen gelange. Rur so könne unser Volk wieder zum Aufbau und zur Erholung kommen. Der Abschluß der Verhand­lung and die Urteilsverkündung wurden auf Samstag 10 Ülhr festgesetzt.

Der Staatsanwalt beantragte gegen den Redakteur Hensel drei Monate Ge­fängnis. Er betonte, daß die Beweisauf­nahme durchaus zugunsten des Ministers Her­mes ausgefallen sei. Der Verteidiger Hensels, Rechtsanwalt Levi, beantragte Freisprechung.

Der Rücktritt Lerchenselds.

München, 3. Rov. (WTD.) Wie die Blätter melden, hat Ministerpräsident Lerchen­feld gestern an den Landtag ein Schreiben ge­richtet, in dem er seine Absicht, zurückzutreten, bekanntgibt und begründet. Der Rücktritt i ft damit vollzogen. Der Termin des Zu­sammentritts des Landtags steht noch nicht fest. Er hängt davon ab, toanni sich die Bayerische Volkspartei über die Person des Rachfolgers Lerchenfelds schlüssig geworden ist.

Die französische Rheinlands- Politik.

London, 3. Rov. (WTD.) DerMan» chest er Guardia n, der den auch in deut­schen Blättern veröffentlichten Geheimbericht des Vorsitzenden der Finanzkommission der französischen De Pu t ie r t en k am - m e r über das Rheinland in vollem Wort­laut wiedergibt, schreibt dazu in einem Leitartikel, man könne dieses Dokument nur mit tiefer Be­sorgnis lesen. Der Bericht sei eine offene brüt iTe ^Bloßlegung der Politik, die zum mindesten von einem großen Teil der Franzosen, möglicherweise Luch von der französischen Regierung, verfolgt werde. Es sei eine Politik, die sich auf 'die physische Gewalt verlasse, um rein materielle Ziele zu erreichen. Keine britische Regierung werde eine Politik unterstützen können, die in so flagrantem Wider­spruch zum Frieden und zur Wohlfahrt Europas iehe. Glücklicherweise bestehe augenblicklich kein Grund zu der Befürchtung, daß irgendeine fran­zösische Regierung dem rücksichtslosen Rate Porn- ares folgen werde.

Die deutschen Kriegergräber in Frankreich.

Paris, 2. Rov. (Wolff.) Wie schon in den Vorjahren auf den Pariser Friedhöfen B a a n e u x jirtb 3vrh fand heute auf dem Friedhof Pantin eine eindrucksvolle Feier zu Ehren der in französischer Erderu- henden deutschen Krieger statt, wel­cher die in Paris wohnenden deutschen Be­amten und Angestellten sowie die Vertreter der deutschen Presse mit Angehörigen bei­wohnten. Die deutschen Kriegergräber sämt­licher Pariser Friedhöfe trugen Blumen­schmuck. Bei der Einweihung des Gedenksteins hielt Botschafter Dr. Mayer eine An­sprache, worin er aller in französischer Erde ruhenden deutschen Krieger gedachte. Die Rot der Heimat sei groß und fordere täglich neue Opfer. Aber keine noch so bittere Rot werde jemals aus dem Herzen des deutschen Volkes die Gefühle der Dankbarkeit und Bewunde­rung für unsere Tapferen auslöschen. Die Frau des Botschafters Dr. Mayer legte für die deutschen Mütter und Frauen einen Kranz nieder.

Die Ergebnisse der Gemeindewahlen in England.

London, 2. Rov. (Wolff.) Gestern haben n ganz ®nglanb und Wales die Gemeinde- 'atswahlen stattgefunden, deren Ergebnis, vie die Blätter hervorheben, angesichts der nn- nittelbar bevorsteheirden Reuwahlen von beson­derem Interesse ist. Die bisherigen Wahlergeb­nisse zeigen eine sehr schwere Riederlage der Arbeiterkandidaten und einen Erfolg der konservativen. Es wird besonders betont, ) die Industriestädte im Rorden gegen die Arbeiterkandidaten aestimmt hätten. DerTimes" »ufolge haben nach den bisher bekanntgewordenen Ergebnissen der Wahlen in der Provmz die Konservativen 101 Sitze gewonnen und 12 der- toren, die Liberalen 33 gewonnen und 11 verloren üe Arbeiter fünf gewonnen und 168 verloren, /ie Ülnabhängigen 37 gewonnen und 19 verloren

London, 3. Rov. (WTD.) Die neuesten Meldungen über die Ergebnisse der neind ewahlen besagen, daß die Ar­beiterpartei in Lyndon eine schwer - Liederlage erlitt. Sie habe dort 200 Sitze verloren. Auch in den anderen Teilen des Landes

hatte sie mehrere Verluste. Reuter fügt hrnzu^ daß, dieses Ergebnis noch keinerlei Rückschlüsse auf den Ausfall der Parlamentswahlen gestatte.

Lloyd George.

London, 3. Rov. (WTD.) Laut den Blättern geht es Lloyd George viel besser. Er beabsichtige, seine für nächsten Sonntag in London angesagte Rede zu halten.

Der italienische Botschafterwechsel in Berlin.

Paris, 2. Rov. (WTD.) Rach einer Ha- vasmeldung aus Rom bestätigt man die Er­nennung des Darons Romano Arenzzana zum italienischen Dotschafter in Derlin.

Der Zwiespalt in der Türkei.

Paris, 2. Rov. (WTD.) DasJournal des Debats" schreibt über die Lage im nahen Orient: E shandelt sich zunächst um die ausge­sprochene Feindschaft zwischen der Regie­rung von Angora und der Regierung von Konstantinopel. Die Alliierten haben bekanntlich gleichlautende Einladungen ergehen lassen. Angora aber lehnt es ab, in Lausanne neben den Delegierten der Pforte zu jitzen. Es liegt ^iber auf der Hand, daß die Alliierten in einem solchen Falle nicht Partei ergreifen können. Die Krisis scheint akut z uwerden. Es heißt sogar, die Rationalversammlung von Angora hätte die Absetzung des Sultans proklamiert und sich Vorbehalten, zu seinem Rachfolger einen Staatschef mit dynastischen Rechten zu ernennen. Andererseits ist man seit einigen Tagen in Paris wie in London sehr besorgt wegen gewisser mili­tärischer Dewegungen der Türkei in Konstanti­nopel und in Thrazien.

Hilfsmaßnahmen gegen die Wintersnot.

rm. Darmstadt, 2. Rov. Der Finanz­ausschuß des Hessischen Landtags trat heute wieder unter dem Vorsitz des Abg. Delp zur Erledigung seiner umfangreichen Tagesordnung zusammen. Den Verhandlungen wohnten der Staatspräsident, die übrigen Minister sowie zahl­reich« Regierungsvertreter bei. Vor Beginn der Deratungen lenkte der Vorsitzende die Aufmerk­samkeit auf die durch die ungeheuere Teuerung hervorstehende Rot und gab der Hoffnung Aus­druck, daß geeignete Vorkehrungen getroffen wer­den, um eine Katastrophe zu verhüten. In der folgenden Aussprache wurde die Rotwendigkeit der geeigneten Schritte allseitig anerkannt, und die Regierung erklärte sich bereit, in entsprechen­dem Rahmen unter Mitwirkung der Gemeinden und Kreise eine Hilfsaktion in die Wege zu leiten und entsprechende Mit­tel bereitzustellen. Es wirt) aber da­bei vorausgesetzt, daß vor allem die Gemein­den und Kreise durch Selbsthilfe ebenfalls ent­sprechende Opfer bringen. Es wird beschlossen, für den kommenden Montag in Darmstadt eine gemeinsame Aussprache herbeizuführen, zu der die Vertreter der verschiedenen Parteien, der Landwirtschaft, des Handels, der Industrie, der Kirchen, der Schulen, der Genossen schäften, der größeren Städte Einladung durch die Regierung erhalten sollen. Es sollen alsbald Ausschüsse und älnterausschüsse gewählt und <ille erforderlichen Schritte in die Wege geleitet werden. Der Finanzausschuß beschloß weiter die Tagegel­der der Abgeordneten den Teuerungs- Verhältnissen anzupassen. Rächste Sitzung Freitag.

Für die Kinderheime des Roten Kreuzes.

Das Deutsche Rote Kreuz veröffent­licht im ganzen Reiche einen Aufruf zur Mild­tätigkeit für seine Kinderheime. Die Kinder­not steigt, und die Spannung zwischen Einnah­men und Ausgaben der Kinderheime auch der vom Ausland gestifteten werde immer größer. Hauptsächlich Sachspenden werden erbeten: Wäsche- und Kleiderstoffe, Rähgarn, Knöpfe, Radeln, Schuhe, Lederabfälle, grüEhnaterial für Betten und Decken, Teppichreste, Gardinenreste, Werkzeuge, Rägel, Seife. Industrie und Land­wirtschaft müssen helfen, die Kinderheime können alles brauchen: Kondensierte Milch Kartoffeln, Gemüse, Dauerfleischwaren, lebendes Kleinvieh, Mehl, Fett usw. Das Deutsche Rote Kreuz be­fördert alle Liebesgaben frachtfrei, schickt alle Emballagen frachtfrei zurück.

Aus dem Reiche.

Das angebliche Brautgeschenk deS ehemaligen Kaisers.

Berlin, 3. Rov. Die sozialdemo­kratische Reichstagsfraktion hat eine Anfrage im Reichstag eingebracht, in der die Regierung gefragt wird, ob die zu­ständigen Stellen die Genehmigung zu der Ausfuhr des Diadems erteilt haben, das der ehemalige Kaiser als Brautgeschenk nach bisher unwidersprochenen Nachrichten in Ber­lin habe anfertigen lassen und das einen Wert von mehreren hundert Millionen habe und von Deutschland nach Holland übergeführt werden soll. Falls um die Ausfuhrgenehmigung nicht nachgesucht worden sei, wird gefragt, ob die Reichsregierung Auskunft über den Verbleib des Schmuckstückes erteilen könne und welche strafrechtlichen Maßnahmen die Regierung zu ergreifen gedenke, wenn dieses Werwbjekt ohne Ausfuhrerlaubnis über die Grenze des Reiches gebracht würde?

Braunschweigische DerfassungSfragen.

Braunschweig, 2. Rov. (WTB.) Dem Landtag ist ein Initiativantrag Hampe (Bür­gerliche Vereinigung) auf Abänderung der braunschweigischen Verfas­sung, soweit sie sich auf den Landtag bezieht, zugegangen. Danach soll die Landesversamm­lung künftig nur aus 36 Abgeordneten be­stehen. Der Antrag Käfer (D. Vpt.) fordert die Herabsetzung der Zahl der Abgeordneten von 60 auf 40

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 3. November 1922.

Versammlung der Handwerker des Kreises Gießen.

Im Einvernehmen mit den handwerklichen Organisationen fand gestern in Gießen eine all­gemeine Kreis Handwerkerversamm­lung statt, die sehr gut besucht war. Der Vor­sitzende der hessischen Handwerkskammer, Geh. Rat Falk, wies in kurzen Grnführungswvrten auf die Bedeutung derartiger Veranstaltungen hin. Syn­dikus Schüttler sprach hierauf über die Wir t- s chaf ts la ge und das Handwerk. In seinen eingehenden Darlegungen behandelte er die wichtigsten Fragen der Preisbildung and ver­breitete sich ausführlich über den sog. Wieder­anschaffungspreis, über die Berechtigung der hanowerklichen Organisationen zur Festsetzung der Richtpreise, über Hebung der Produktion, so­wie über alle in dieses Gebiet fallenden wichtigen Fragen. Sodann ging er auf die Krankenkasse für selbständige Handwerker und sonstige Selbsthilfe- ftagen ein. Von den wirtschaftlichen Angelegen­heiten ging der Redner zu allgemeinen Hand­werkerfragen über, schilderte den Stand der Ver- banblungen über das Reichsrahmengesetz betr. die Derufsvei tretrng rm Handwerk and Gewerbe, ver­breitete sich über die Lehrlingsangelegenheiten und gab ein Bild, welche Stellung das Handwerk im Interesse der Selbsterhaltung zu den wirtschaft­lichen und Berufsfragen einnehmen mutz.

Rach eingehender Aussprache faßte die Ver­sammlung nachstehende Entschließungen:

1. Die am 2. November in Gießen abgehaltene Kreishandwer kervers ammlung nahm Kenntnis von den Darlegungen über Preisbildung und über die wirtschaftlichen Schwierig­keiten. Die Versammlung nimmt auch für das Handweri das Recht in Anspruch, sich fort- gesehtmitderPreisbildungfürseine Erzeugnisse zu beschäftigen, genau wie dies von den anderen Berufsständen, von In­dustrie und Handel, von Landwirtschaft, Arbeitern, Beamten und freien Berufen restlos und unbean­standet geschieht. Die Behandlung der Preisbil- dungsfrage in den Inn ingen kann nicht als ehu Verstoß gegen die Gewerbeordnung aufgefaßt wer­den und ist unerläßlich, um dem Handwerk bei den derzeitigen überaus schwierigen Verhältnissen seine Existenz zu sichern.

2. Die Versammlung bedauert die Verschlep­pung des Zustandekommens des Reichsrahmen­gesetzes über die Derufsvertretung des Handwerks und ersucht die Handwerkskammer, bei der Generalvertretung des deutschen Hand­werks und bei der Landesregierung ihren Ein­fluß dahin geltend zu lnrachen, daß der Gesetz­entwurf so bald wie möglich Mit gesetzgebenden Körperschaften vorgelegt anrb.

3. Das Handwerk hat mit Erstaunen von dem Antrag dec Gewerkschaften auf Herabsetzung der Lehrzeit im Handwerk Kenntnis genom­men. Derartigen Anschauungen muß mit aller Ent­schiedenheit entgegengetretert werden, da sie un- vereinbar sind mit der Verantwortung, die der Lehrmeister für die ordnungsmäßige Er­ziehung des handwerklichen Nach­wuchses gegenüber seinem Gewerbe und der Gesellschaft übernimmt. Nach wie vor muß di« Forderung erhoben werden, daß die Lehrzeit für alle die Gewerbe die der fortschreitenden tech­nischen Entwicklung Rechnung tragen müssen, ent­sprechend dem Beschluß der Handwerkskammer vom Jahre 1921 um mindestens ein halbes Jahr verlängert wird.

Pachtschutzordnung Naturalpacht.

Die Pachtschutzordnung vom 25. Juli 1921 hat durch das Gesetz vom 11. August 1922 einige Abänderungen erfahren, unter denen § 6 Abs. 3 von besonderer Bedeutung ist. Er lautet:

Der Antrag auf Erhöhung des Pachtzinses ist abzuweisen, wenn er nicht spätestens am letzten Tage des Pachtjahres, für welches die Erhöhung verlangt wird, beim zu­ständigen Pachteinigungsamt eingeht."

Neuerdings hat sich in Anbetracht des fort­gesetzt wechselnden Geldwertes die Vereinbarung einer Naturalpacht oder Naturalwert- Pacht stark durchgesetzt, indem als Pachtpreis eine gewisse Weizen- oder Roggenmenge oder deren Tageswert angenommen wird. So hat man bei­spielsweise bei öffentlichen Versteigerungen bis zu 14 Zentner Weizen als Pacht für einen Morgen Land für das Jahr 1923 geboten, an anderen Stellen werden schon jetzt pro Morgen 7 Zentner Weizen entrichtet.

Im hiesigen Bezirk ist man jetzt auch mehr­fach zu dem neuen Pachtpreismodus übergegangen. Der Verpächter-Verband Gießen hat in einer Versammlung am 28. Oktober beschlossen, für das Erntejahr 1 922 als Pacht für einen Morgen (2500 Quadratmeter) Land zu verlangen: bei gutem Boden bis zu 4 Zentner Weizen oder Roggen, batn. deren Wert (je nach­dem es sich um zum Weizenanbau geeignetes Land handelt, oder nicht); bei mittlerem Boden 21/a Zentner Weizen oder Roggen, bei geringerem Boden entsprechend weniger. Falls der Pachtzins nicht in Natur geleistet wird, soll der Wert vergütet werden, der am 1. No­vember an der Frankfurter Börse fest­gestellt wurde.

Die Deuerungszaßlen in den fünf größten hessischen Städten auf Grund der Preise vom 25. Oktober (20. Sep­tember) betrugen für Mainz 22 682 (11269), Darmstadt 21 119 (11161), einschl. Bekleidung 28 848 (15 786), Offenbach 22 648 (11 556), Worms 21 872 (11 033). einschl. Bekleidung 29 789 (16 313), Gießen 20 903 (11 161), einschl. Bekleidung 27 521 (15 170); der Durchschnitt der fünf Städte beträgt 21 845 (11 235), einschl. Bekleidung 29 266 (15 874). Die Teuerung ist also vom SkPtember auf Oktober fast auf das Doppelte gestiegen.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag. Stadttheater, 7 Ahr:Der Biberpelz". Hotel Kobel, 4 llbr: Versammlung der Sattlermeister des Kreises Gießen. Oswaldsgarten, 8 Uhr: Zirkus Barnum und Bailey.

Wettervoraussage

für Samstag:

Wolkig, Regenfälle, südllche Winde, wärmer.

Eine neue Depression zeigt sich über der DiSkaha und ist mit der im Norden in Ver­bindung getreten. Sie wird morgen ihren Einfluß geltend machen.

Das Lehrgeld für Schülerinnen der Hebammen-Lehranstalt in der Uni* versitäts- Frauenklinik wird nach ministerieller Verordnung, wie folgt, erhöht: a) D ie Sätze für Hebammen-Schülerinnen (Lehr­dauer 9 Monate) betragen ab 1. November 1922: 1. für Schülerinnen, die auf Gemerndekosten ler­nen, 10 000 Mk., 2. für Schülerinnen, die auf eigene Kosten lernen, 15 000 Mk., 3. für Schüler­innen, die Emzelzimmer und 2. Klasse Ver> pflegung beanspruchen, 18 000 Mk., 4. für außer- hessische Schülerinnen 2000 Mk. mehr, je nach der Derpflegungsllasse, also 17 000 bzw. 20 000 Ml Ermäßigung dieser Sähe um monatlich 90 Mk., wenn die Schülerin außerhalb der Anstalt zu wohnen gezwungen ist. b) Für Wochen­pflege-Schülerinnen gelten vom 1. März 1923 ab folgende Sähe: 1. für Schülerinnen mit Verpflegung 3. Klasse 8500 Mk., 2. für Schüler­innen mit Verpflegung 2. Klasse 10 000 Mk. Er­mäßigung dieser Sätze um monatlich 90 Mk., wenn die Schülerin außerhalb der Anstatt zu wohnen gezwungen ist. Die Kosten für Lehr­buch und Dienstanweisung sind von tgc Schülerin zu ersetzen. Das Lehrgeld ist für die ganze Lehr­dauer im voraus zu entrichten.

** Opernvorstellungen. Im heutigen Anzeigenteil wird an bte Einlösung ber Mit­gliederkarten für die Opernvvrstellungen erinnert, was spätestens bis morgen Samstag zu erfolgen hat, da sonst über die nicht abgeholten Stamm­plätze anderweitig verfügt werden muß.

Der V or trag der Gesellschaft für Erd- und lker kunde wurde so rege besucht, daß der große Hörsaal der Uniöerfttät die Gäste mcht alle zu fassen vermochte. Viele standen noch am den Wänden, viele mußten um- teuren. Der Vorsitzende teilte mit, daß im Laufe des Wrnters noch fünf bis sechs 03Erträge ver­anstaltet würden. Er empfahl den Besuch der elsaß-lothrmgischen Woche, zu der die Mitglieder eingeladen worden seien. Major a. D. Dr. H. Dehner sprach bann über das Thema ,W ä h- renbber Kriegsjahreunter den Kan­nibalen des unerforschten Innern von Oieugritnea. Im Februar 1914 war ihm der Auftrag geworden, das Innere der Insel zu erforschen und strittige Grenzgebiete festzulegeN. Am 3. Juni konnte der Marsch nach Nordwesten über die Hochgebirge angetreten werden. Der gold- reiche Wariafluß wurde überschritten. Mit Stäm­men, bte noch dem Kannibalismus huldigten, mit Völkerschaften, deren Gebiet noch keines Weißen Fuß betreten hatte, kam seine Truppe in Berüh­rung. Besonders dicht besiedelt fand er das Mittel- gebirgsland südlich vom Dismarcksgebirge. In- zanschen war der Krieg ausgebrochen und eine englische Kolonne suchte die schwa'che deutsche Ab- teilung abzufangen, aber sie zog sich in die Ge­birgslandschaft Saruwaged im Südosten zurück. Die deutsche Truppe fand eine treue Stühe ht den Eingeborenen, die sie bis zum Waffenstillstand begleiteten. Höchst anschaulich schilderte der Red­ner die Raturschönhetten, den Reichtum, die Pflan­zenwelt, den Kokvswußbau, die ausgezeichneten Häfen der Insel und vor allem bte treue Anhäng­lichkeit der Papuas, und sprach die Hoffnung aus, daß dem deutschenBolte wieder seine Kolonien zurückgegeben werden möchten. Der 03ortrag wurde illustriert und belebt durch eine größere Anzahl von Lichtbildern. Lebhafter und anhaltender Bei­fall dankte dem Redner für seine interessanten Ausführungen.

* Der Zirkus Henny, der seine Zelte zu einer Gastrolle in Gießen auf Oswaldsgarten errichtet hat, gab gestern abend vor einer außer­ordentlich starten Besucherzahl (das große Zelt war nabegu völlig beseht) seine Eröffnungsvor­stellung. Es ist ein großer Apparat an Menschen. Tieren und Gegenständen der verschiedensten Art, der da in Bewegung ist, um den Besuchern die Vielseitigkeit der Zirzensischen Kunst zu zeigen. Neben den üblichen Darbietungen der Zirkusar­beit, wie Dressuren, Reitkunst, humoristische Alle der Clowns usw., zeigt der Zirkus Henny noch einige besonders eindrucksvoll wirkende Schlager. In erster Linie ist da derlebende Hydrant" Hans Röhrl zu nennen, der gestern abend vor den Augen des Publikums 20 Gläser Wasser in einem Zuge hintereinander trank und danach die ver­schiedenartigsten Sprihproben aus feinem Magen heraus folgen ließ. Röhrl bemerkte, seine Fähig­keit zu diesen Experimenten beruhe auf einer ganz ungewöhnlichen Beschaffenheit seines Magens. Die H o 11 v ck s alsbeste Kunstschützen und Mes­serwerfer der Welt" zeigten in beiden Arten ihrer Tätigkeit, namentlich aber im Schießen, eine Fer­tigkett, bte staunenswert ist. Boghi ß I o r E'8 Dar­bietung ist schließlich noch als etwas Besonderes zu registrieren Die Därendressuren des Domp­teurs H e n r i ck s, die ausgezeichnete Reitkunst der Frau Direktor Gleich, die famose Abrichtung der Pferde und der Hunde und all die zahlreichen weiteren Darbietungen zur Ausfüllung des Be­suchsabends in diesem Zirkus müssen sich bei un­seren beschränkten Raumverhaltnissen mit einer lobenden Gesamterwähnung begnügen. Das Tier- material ist gut gepflegt und ausgezeichnet bei ferner Arbeit. Ein Besuch des ülnternehmens ist wirllich empfehlenswert: er wird jedermann einige angenehm-unterhaltsame Stunden bereiten.

** Die W ohnungsnot macht sich in ihrer ganzen Schärfe allerorts immer stärker be­merkbar. Welche Schwierigkeiten durch den Man­gel an Räumlichkeiten entstehen und wie groß die Bedürfnisse nach Wohnraum sind, läßt sich auch aus dem Umftanb ermessen, daß in letzter Zeil verschiedentlich ganz enorme Summen für die Heberlaffung einer Wohnung an- geboten werden. So teilen Anzeigen in einem Frankfurter Blatt mit, daß ein Wohnungssuchen­der für eine beschlag na hmef reie 23-Zimmer- Wohnung 250 000300 000 Mark aussetzt. In einem anderen Falle ist man gewillt, für eine beschlagnahmefreie 56-Zimmerwohnung sogar 500 000 Mark zu entrichten. Für eine Wohnung mit Laden ober nur 45-ZimmerWohnung im Zentrum bietet ein anderer Inserent, der eine 4-Zimmerwohnung in einem anderen Stadtteile einKUtauschen beabsichtigt, bis zu 200 000 Mark Prämie. Für den Eintausch einer 3-Zimmerwoh- nung gegen eine 6°ZimmerWohnung im Westend Frankfurts werden sodann wieder 200 000 Mark versprochen.^ Diese ungewöhnlichen Angebote sind nicht etwa über eine größere Zeitspanne verteilt, sondern alle indenlehtenTagen veröffent­licht worden. Es handelt sich also nicht um einen Ginzelfall, sondern die Mißstände haben sich all-

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Berlin 5950, Frankfurt a. M. 595059Z5

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