Ausgabe 
3.7.1922
 
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Wirtschaft, denn die Herstellung und Zuführung i D ü ck i n g. T.V. 1846 Gießen und Adolf Rinn, «frühen Morgenstunde eines Samstag:-, t.n Oaljrc der notwendigsten Produktionsmittel für den land- I T. D. Heuchelheim: 18. W. Ch. Decker, L. V. Treis ! 1909, als diese wunderliche Gestalt im Lauf-

Berliner Devisenmarkt.

wirtschaftlichen Betrieb beruht-- in der Hauptsache

a. d. Lda. und Wilh. Loh, T. D. 1846 Gießen

Brüssel-Antw.

6137.30

1.7,

Schweizer Franken

100 Kr.

100

100

100

100

100

100

100

100

100

Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reuhork . . Paris. . . .

100 Fr.

1 £

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L. Fr. Kr.

$ Kr.

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134,07 247,66

17«,50 5118,-

22,11

1,65

-,26

3,20

Fl. Mk. Kr. Kr.

29. 6.

1,33

1.7.14

125.40

59.20

88.80

88.80

117.80

117.80

97.80

23.80

125.40

1,20

1, * 4925,-

1667,10 874,97

3128,95 7108,90 6o 17,30

1,99 716,90 36^5

134,42 248,35 180,50

6182,-

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2,5 764,-

36,85 144,55 268,65 194,50 5568,-

20.6.

1,41 ,69

1,27

1,08

Christiania. . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . HelsingforS. . . Italien London Reuhork Paris Schweiz Spanien Deutsch. Oesterr, Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro

1897,60

1767,75

40149 3395,. 5 7740,30 634.3,05

1 «02,40 1772,25

402,51

3404,25 7v5d,?Ü 6357,95

2,19

766,-

36^6 144,95 269,35 19 ,50

5582,

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8014,95

9617 95

851,90

1747180

lo52,90

374,08

3121,05

7091,10

5802,70

1,95

716,10

Handel.

Berlin, 1. Juli.>(Wolff.) Börsen­bericht. 2lm Devisenmärkte kam es heute zu einer katastrophalen Steigerung der Kurse. Unter höchster Erregung machte sich allseittger Kaufandrang geltend, der seinen Grund teil» weise in der notwendigen Beschaffung aus­wärtiger Lebensmittel und in dem bisher zu­rückgehaltenen Bedarf der Industrie an Roh­stoffen, sowie nicht in letzter Linie in speku­lativen Anschaffungen hatte. Die Furcht vor Verschärfung der innerpvlittschen Wirren durch Streiks, Reichstagsauflösung usw. trug zu die­sen unerfreulichen Verhältnissen bei. Der Dol­lar stteg über 400. Die Effektenkurse gingen nicht mit, weil die Geldknappheit Käufe hin­derte und die Bankiers sich weigerten, auf Kredit Effekten zu kaufen. Rur türkische Zvll- anleihe und Ungar. Goldrente wurden häu­figer als begehrt genannt. Für rein valu­tarische Papiere, insbesondere Kolonial­papiere, wurden stark erhöhte Kursschätzungen laut. Im allgemeinen aber blieb der Effekten­markt umsatzlos. Der Dollar stieg bis auf etwa 407.

202.75

1.395

= 0.027

= 16.10

44.15

23.27

= 24.70

41.75

--- 0.51

527.25

1.65

--- 0,115

1.79

-,25

3,17

Wechsel auf Holland Deutschland . . . . Wien Prag Paris London Italien Brüssel Budapest Reuhork Agram Warschau

Die Voi

W liegt im Mchreitimger vollen, um an vergessens taten an W Beleuchtung u Bssen auch / Damstadt. die Verhältnissen: tonnten, nach ! beurteilt werbt Md der De Brentano. W i gestattet hick eHe^r guten/ B die Devoltt Sprache der schwächt Werder sichen Dehandli Moden blohc tisches Leben Di ttachtung verdie derFrankfurt- Damstädter Gc

Dr. Osan Frankfurts richtigung gesan!

.In der Du Sie über die Dor des Demonstratil Qlbg. Dr. Osann daß dieser gcf unrichtig: DZ etngedrungenen Möbel in Mi Schränke, Tische, den Garten uni ebenso Tettzeug, stört wurden. ' Driefe, Doten, hinausgMeude zerbrochen und e: fier Zinausgewor We, Silber- un geraubt, sWsie brutal^ Zerstörr mung nernien. - var in dem Haus entgegen, ohne Q wordm, niemand dann in ein Zim schenmenge dank mcht etnfaang; meine Tochter un eine Stunde [an mehr als dreißig gebauten Lebens!

Frankfurt a. (HL, S. Juli. Marknotierungen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

1 ft st st

203.10

1.31

0.027

10.10

44.275

23.32

2*775

41.10

0.50

526.84

1.675 I

6,11 1

Fr.

Fl. Kr. Kr. Kr. Kr. Sh.

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Fr.

Züricher Devisenmarkt.

29. 6.

- Das ist in g oachvechalt.

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lC Höchst?

Dermischles.

* Wie Gefangene ausreihen. In Rom ist es dieser Tage einem alten Zuchthäusler gelungen, nur durch eine Brille in seinem Aus­sehen verändert, aus dem Zuchthaus zu ent­fliehen. Er gab sich als sein Rechtsanwalt aus und verließ mit würdigen Schritten die Ge­fängnismauern, ohne aufgehalten zu werden. Aeynliche kühne Ausbrüche aus Gefängnissen wer­den aus diesem Anlaß in einem englischen Blatt mitgeteilt. So verließ vor einigen Jahren ein Ver­brecher in Glasgow das Gefängnis, nur mit seinen Llnterbeinkleidern angetan. Es war in der

schritt die Duke-Street in Glasgow entlang lief, und die Milchkutscher oder Polizisten, die ihn auf der menschenleeren Straße erblickten, hielten ihn für einen Warathonläufer. der die Morgen­stunde zu einem ausgiebigen Training benutze. Rur ein Zunge, dem die Sache verdächtig schien, zog die Klingel an dem Gefängnis in der Duke- Street und rief dem Portier zu:Einer von Ihren Gefangenen ist draußen und läuft die Straße entlang! Statt des Dankes Tür diese wertvolle Mitteilung erhielt er ein oaar Flüche und Drohungen wegen desschlechten Witzes" Aber bald stellte sich heraus, daß es Ernst gewesen war. und es dauerte nun 14 Tage, bis man den Ausreißer wieder hatte. Einige Minuten vor 12 erschien an einem Tage im Januar 1914 ein gut gekleideter Herr bei dem Torwächter des Zuchthauses von Chelmsford und sagte:Ich gehe jetzt fort Ich habe die Orgel repariert. Mein Rame ist Griffin." Der Wächter blickte Aur Vorsicht in sein Desuchsbuch und fand dort den Ramen Griffin nicht. Obwohl er wußte, daß die Orgel ausgebessert werden sollte, ging er doch ans Telephon und hörte nun. daß Mr. Griffin tatsächlich im Gefängnis gewesen sei. Er wollte nun den Herrn anstandslos herauslafsen. Aber die kurze Verzögerung brachte den kühnen Ausreiherplan zum Scheitern, denn ein vorüber­gehender Wärter erkannte zufällig in dem an­geblichen Griffin einen seiner Gefangenen. Einen verwegenen Ausbruch aus dem Exeter-Zuchthaus vollbrachte ein Verbrecher, ter als der ,König der Juwelendiebe" bekannt war. Er machte ein Loch in der Wand seiner Zelle und gelangte so auf das Dach der Wohnung des Zuchthaus­direktors,' durch die Dacbluke stteg er ins Haus und stahl den Mantel und den Hut des Direktors, worauf er in den Sachen dieses würdigen Herrn ruhig forlfpazierte...

EL» mem

Turnen, Sport und Spiel.

49. Gauturnfest des Gaues Hessen in Wetzlar.

-o- D e r T u r n g a u H e s s e n (D. T.) beging gestern sein 4 9. Gauturnfest in Wetzlar. Die Heimatstadt des derzeitigen 1. Gauvertreters Arthur Pfeiffer hatte das Fest vorzüglich vor­bereitet, zumal es auch feit Jahren wieder das erste größeren Stiles war. Eine erhebende Feierstunde auf dem Domplah leitete das Fest am Samstag Abend ein. Bürgermeister Dr. Kühn begrüßte die Turner namens der Stadt, Turner Allmen- r ö d e r vom T.V. Wetzlar übergab das Fest an die Gauleitung. Der 1. Gauvertreter Pfeiffer sprach markige Worte über die Bedeutung des Turnens, und der 2. Gauvertreter Schneider (Butzbach) erstattete den Dank der Gäste. Ein Chor von 450 Sängern schloß unter Musikbegleitung mit dem Riederländischen Dankgebet. Gastgeber und * Gäste füllten den historischen Platz zu Lausenden und die Abendsonne goß ihre goldenen Strahlen über das Ganze; ein erhebendes Bild! Sonntag früh 6 älhr begann das Wetturnen, an dem rund 350 Turner teilnahmen. Rachdem am Rachmittag ein gewaltiger Festzug die gastliche Stadt passiert hatte, bildeten die allgemeinen Freiübungen in vorzüglicher Ausführung von mehr als 500 Turnern und Turnerinnen unter Leitung des Gau- oberturnwactes Wilh. Will (Gießen) den Höhe­punkt des Tages. Ein Wettbewerb von 40 Muster- riegen schloß den ersten Tag. Die Ergebnisse des Wetturnens sind folgende:

Oberstufe: 24 (Betreiber. 3m 12-Kampf sind Ehrensieger: Anton Ries, Tv. Ridda, 208 P. und Karl Schmidt, T. u. Sp. V. Marburg, 236$. Den 1. Steg erringt Wilh. Siebert, T. u. Sp. V. Marburg, 191 P.. den 2. Bernhard Bühner, T. u. Sp. V. Marburg, 187 P., den 3. Albert Rohrbach, T. u. Sp. V. Marburg, 183 P., den 5 Wilh. Hof- mann, T.V. Krofdorf. 3m 9-Kampf sind Ehrensieger: Anton Ries, T.V Ridda, 172 P. und Karl Schmidt, T. u. Sp. V. Marburg, 162 P. Den 1. Sieg erringt Richard BurkhoDt, T. u. Sp. V. Marburg, 153 P., den 2. Bernhard Büh­ner. T. u. Sp. V. Marburg, und Fritz Knoke, T. u. Sp. V. Marburg, 152 P., den 3. Heinrich Gieß- ler, T. V. 1860 Bad-Rauheim und Wilh. Siebert, T.u. Sp.-V. Marburg, 151 P den 9. Albert (Rinn, T. V. Heuchelheim, 135 P., den 10. Wilh. Hofmann, T. V. Krofdorf, 132 P., den 11. Her­mann Ulrich, T. V. Hungen, 131 P.

Mittelstufe: 50 Bewerber. 1. Sieger wird Karl Reuter, T. V. 1846 Gießen, 227 P., 2. P. Gerhardt Hermann. T. V. Ridda. 203 P., 3. Hein­rich Keller. T.V. Burgsolms, 202 P., 6. Wilh. Magnus, T. V. Großen-Li'den, 199 P.. 7. Wil­helm Weih, T. V. Großen-Li ate r, 19 8P-, 8. Hein­rich Drechsler. T.V. 1846 Gießen und Fan; Sauer, T.V. 1846 Gießen, 197 P., 10. Hch. Ra­benau, T. V. Treis a. d. Lumda, 195 P., 11. Karl Müller, T.V. 1846 Gießen, 192 P., 13. Karl Kehr, T. V. Treis a. d. Lda., 190 P., 21. Wilh. Keßler, T.V. Lang-Göns, 178 P., 27. Deinh. Spieß. T. V. Lang-Göns, 170 P., 29. Wilh. Stoll, T. V. Lang-Göns, 168 P.

sinter stufe: 272 Bewerber. 1. Sieget wurde Heinrich Leineweber. T. D. Treis a. d. Lda., 214 P.; 2. Rudolf Gilbert, T.V. Heuchelheim. 213 P.; 3. Adolf Ratschlag, T. V. Ridda, 207 P.; 6. Willi Gartenschläger, M. T. V. Gießen. 203 P.; 7. Arthur Heichelheim, T. D. 1846 Gießen, 201 P.; 9. Ernst Freitag. T. V. 1846 Gießen. 197 P.; 10. Karl Keßler, T. V. Großen- Linden. 196 P.; 12. Johs. Amend und Kurt Walter, T. V. Treis a. d. Lda., 194 P; 13. Will). Euler. T. V. Grüningen, 193 P.; 14. Georg Hof­mann. M. T. D. Gießen. 191 P.; 15. Karl

Großer Erfolg eines Gießener Leichtathleten. Paulus, vorn Gießener Sport-Club 1900, hat bei den gestrigen Schluh- kämpfen der deutschen Kampfspiele in Berlin im 110-Meter-Hürdenlauf den 3. Preis errungen. (Siehe heutige Anzeige des S.-C. 1900.)

Hungen, 3. Juli. Bei dem gestrigen Radfahrer bundesfest in Steinheim wurde dem hiesigen VereinGermania" im Korsofahren wiederum der Ehrenpreis in Klasse A zuerkannt.

Steinheim. 3. Juli. Begünstigt von herrlichem Wetter veranstaltete der hiesige Rad­fahrervereinWanderlust" gestern ein Radler- sport- und Dundesfest, verbunden mit Banner- Weihe Von 5Vs älhr früh an fand das Renn- fahren für Klasse A (85 Kilom.) und Klasse B (65 Kilom.) statt, hieran schloß sich von 910 älhr Preis-Langsamfahren. Zu dem Feste hatten sich etwa 25 Vereine von auswärts eingefunden. Um 2 älhr bewegte sich ein stattlicher Festzug im Preiskorsofahren durch den Ort nach dem Festplatz. Rach Ansprachen des Bundespräsi­denten und des Vorsitzenden des hiesigen Ver­eins wurde das Danner enthüllt und über­reicht. Mit einer Ansprache wurde von einer Dame die dem Verein gestiftete Fahnenschleise übergeben. Don 4 älhr ab gaben Tanz und Dollsbelusttgungen dem Fest das übliche volks­tümliche Gepräge. Heute findet noch eine lokale Rachfeier statt.

Fußballkampf Südschweden (Bremen. Die repräsentative südschwedische Fußballelf traf nach ihrer Riederlage durch die Rvrddcutsche Derbandsmannschajt auf eine aus­gewählte (Bremer Mannschaft. Der Kampf, der auf beiden Seiten keine besonderen Leistungen aufwies, sah die Schweden mit 3:2 (1:1) als Sieger. ,

Deutsche Kampf spiele. (Bei den (Boxkämpfen, die im Rahmen der Deutschen Kampfspiele in der Sportausstellung am Kaiser­damm ausgetragen werden, gab es am Freitag die ersten Entscheidungen. 3m Federgewicht kämpfte Roack (V. f. L. 58-Charlottenburg) drei Runden überlegen gegen Schmidt-Dremen, der sogar tn der ersten Runde zu (Boten muhte und erhielt den verdienten Punktsieg zugesprochen. Dritter wurde Peukert (Derl. Sportclub). 3m Leichtgewicht siegte ter deutsche Meister Funke (Heros 03-Derlin) in der dritten Runde durch Rieterschlag gegen Giese (Derl. Sportclub), ter bereits vorher einmal unten war. Dritter wurde hier Tscheber-Dreslau. Der Freitag ist durch den Ausfall des Kampfspielreitturniers zum Ruhetag für die größte Anzahl ter Teilnehmer geworden. Diese sowohl wie die Letter, Starter und technischen (Beamten, die während ter ganzen Tage eine Riesenarbeit zu leisten hatten, werten diese kurze Pause ganz angenehm empfinden. 3m Schießen wurde auf den Plätzen in Halen­see und Schönholz weiter fortgefahren. Zum Teil gab es einige bewundernswerte Leistungen. So hatten die beiden Sieger im Wurftauten- schiehen unter 100 Tauben, die recht schwierig geworfen wurde, 97 Treffer zu verzeichnen. Die nächsten zehn Bewerber standen ihnen mit 93 nicht viel nach. Die Ergebnisse: Wurftauben­schießen: 1. Sack und Kotthaus 97 Treffer. Pistolenschießen: 1. Schiwh-Derlin 101 Ringe; 2. Max Schulz-Berlin 96 Ringe; 3. Paar-Berlin 95 Ringe. Taschenpistolenschiehen: 1. Weih­rauch-Zella Mehlis 166 Ringe; 2. Walter-Zella Mehlis 162 Ringe; 3. Gumann-Berlin 150 Ringe. Scheibenschiehen 175 Meter auf Stand: 1. Schmidt-Suhl 453 P.; 2. Scharpe-Rümberg 449 P.; 3. Schmidt-Frankfurt a. M. 447 P. Scheibenschiehen 300 Meter auf Feld: 1. Schih- kow-Derlin 402 P.; 2. Müncheberg-Berlin 395 P.; 3. Doetz-Suhl 393 P.

Hochschulncrchxrchten.

DerHochschulringdeutscherArt Gießen hat, wie uns geschrieben wird, an Rektor und Senat folgende Entschließung gerichtet: Die durch den Hvchschulring deutscher Art vertretene Gießener Studentenschaft lehnt wie jeder anständig denkender Mensch den politischen Mord, woher er auch komme, als verabscheuungswürdiges Kampf­mittel auf das entschiedenste ab. Der H. d. A. legt jedoch auf das schärfste dagegen Verwahrung ein, dah die (Regierung durch den Erlaß betr. Schlie­ßung der Llniverfität anläßlich der Ermordung des Außenministers Rathenau in die Selbstverwaltung der Hnioerfität und in die akademische Freiheit der Studierenden eingegriffen hat. Ebensowenig wie dies bei früheren Fällen (Münchener Geihelmord, Ermordung der 33 Sipoleute am Essener Wasser- turm, Ermordung des Generals Küber in Halle, Ermordung des Ministers a. D. Erzberger usw.) erfolgte, war auch in diesem Falle nach Ansicht der Studentenschaft ein derartiges Vorgehen nicht ge­rechtfertigt. Die Hochschule war und ist eine Stätte geistiger Schulung und kein gewerkschaftlicher Zu­sammenschluß organisierter Studenten, die in einen politischen Streik gedrängt werten können. Die Studentenschaft macht auf das nachdrücklichste auf die Folgen eines derartigen Vorgehens aufmerk­sam und verurteitt voller Abscheu die durch diesen Erlaß verursachten unerhörten Gewallakten an ter Hniberfität Heidelberg, insbesondere die Miß­handlung des verdienten Professors und Robel- preisträgers Lenard.

«ebenfalls in der Kvhlenproduktion. Da diese jmangelhaft ist, so stockt vor alten Dingen die Er­zeugung künstlicher Düngemittel, wie Stickstoff. (Bei den diesjährigen ungünstigen Witterungs- Verhältnissen wird das Resultat wahrschemlich eine entsprechend geringe Ernte sein und diese wird in Dcutschlano jeder, auch ter Kohlenarbei­ter, zu verspüren bekommen. Die Schwierigkeiten beschleunigter intensiver landwirtschastticher Pro- duttionssteigerung werden noch vermehrt durch den Wagenmangel der Eisenbahn, ter ebenfalls auf die schlechte Kohlenversorgung der Dahn zurückzufuhren ist. Daher kommt es auch, dah große Verb rauch ergeb iete nicht rechtzeitig und ge­nügend mit Lebensmitteln versehen werden können. Man sieht, daß ter Mangel an Kohle ein Manko nach dem andern nach sich zieht und zuletzt den Produzenten und den Ko'hlenarteiter selbst triff . Es ist hier in Produktion und Konsumtion ein Ring geschlossen, und eS wird der Kohlennot und damit der Rot ter Drvtversorgung nur abge= hvlfen werten können, wenn intenfit>er gearbeitet wird. Hiermit wurde dem inneren Frieden ge­dient sein, ter je gerate in diesen Tagen so schweren Erschütterungen ausgesetzt ist. Es ist Pflicht aller Schichten des Volkes, also auch ter (Bergarbeiter, mitzuhelfen, dah die Gesundung des Reiches möglichst rasch vor sich> geht. Die Landwirtschaft dürfte es dann gewih ihrerseits an ter nötigen intensiven (Bearbeitung des Bo­dens nicht fehlen lassen.

und Hans Rinn, T. V. Krofdorf, 187 P.; 19. Kon­rad Klee, T. V. Holzheim, 186 P.; 20. Balthasar Amend, T. V. Treis a. d. Lda., 185 P.; 22. Heinr. Voll, T. D. Grohen-Linden, 183 P.; 25. Friedr. (jung I., T. D. Holzheim und Hch Marx, T. D. 1846 Gießen und Hch Rock. T. V. Treis a. d. Lda.. 180 P.; 26. Karl Volz, T. V. Lich 179 P.; 27. Max Kreiling, T. V. Heuchelheim. Karl Ludwig, T. V. Lich und Gustav Müller, T. V. Holzheim, 178 P.; 29. Heinrich Magnus, T. V. Grohen-Lin­den und Christian Volz, T. V. Lich und Hch Wagner. T. V. Krofdorf, 176 P.; 30. Hch Kehler, T. V. Grohen-Linden, Georg Schäfer, T. D. 1846 Giehen, Karl Weber, T. V. Münchholzhausen, 175 P.; 31. Wilh. Gerlach. T. D. Krofdorf, Hch. Römer, T. V. Treis a. d. Lda., August Voll, T. V. Großen - Linden und Otto Vollmann. T. V. Heuchelheim, 174 P.; 33. Hch. Hofmann. T. D. Grüningen. 172 P., 34. Hermann Freitag, T.V. Heuchelheim, Emll Geismar, T. V. 1846 Gie­ßen, Hermann Volkmann, T. V. Heuchelheim, 171; 35. Hch Decker, T. D. Treis a. d. Lda.. 170 P.; 36. Emst Römer, T. V. Grohen-Linden und Fritz Stein, T. D. 1846 Giehen, 169 P.; 37. Ludwig Malkomesius, M. T. V. Giehen, 168 P.; 39. Karl Schmidt, T. V. Lang-Göns, 166 P.; 40. Wil­helm Engel, T. V. Grüningen, Friedr. Jung II.. T. D. Hochelheim, 165 P.; 41. August Volkmann, T. V Heuchelheim, 164 P.; 43. Karl Debus, TD. Krofdorf, Hch. Euler, T. V. Grüningen und Hch. Wagner, T. V. Holzheim, 162 P.; 44. Werner Heiser, M. T. V. Giehen und Hermann Schmidt. T. D. Hörnsheim, 161 P.

Fechter: Florett: 11 Dewerber: 1. Sieger Georg Zörb, Mtv. Giehen, 29 P., 2. Hans Roll, Tv. Gießen, 27 P 3. Fritz Roll, Tv. Giehen, 27 ,P.. 5. Karl Rv l( Tv. Gießen, 27 P., 7. Karl Herchenröder, Tv. Giehen, 22 P., 8. Edgar Vogel, Mtv. Gießen, 20 P. Leichte Säbel: 10 (Bewerber: 1. Sieger Hans Roll, Tv. Giehen, 22 P., 2. Hugo WÄekind. Tv. Wetzlar, 21 P.,.3. Fritz Roll, Tv. Giehen. 21 P.. 5. Karl Roll, Tv. Gießen, 19 P., 6. Karl Herchen­röder, Tv. Gießen, 17 P. Schwere Säbel: 18 (Bewerber: 1. Sieger Karl Hahn, Tv. (Bäte Rauheim, 20 P., 2. Herbert, Tv. Wetzlar, 20 P 3. Edgar Vogel, Mtv. Gießen, 19 P., 5. Lübecks Tv. Wetzlar, 14 P.

* Diamanten in der Antarktis. Mitglieder der jetzt zurückgekehrten Shack- leton-Expedition haben sich in Kapstadt da­hin geäußert, dah wahrscheinlich große Dia­mantfelder in antarktischen Gebieten vorhan­den sind. Auf einer kleinen Insel in der Nähe von Sudgeorgien fand man Spuren von größeren Grabungen, und der Geologe der Expedition stellte fest, daß es sich hier um Bo­den handelt, in dem Diamanten ^gefunden werden; auch gelber Quarz wurde ausgegra- ben. DaS Loch, das man fand, rührt von einer Expedition aus Kapstadt her, die be­reits vor fünf Monaten auf der Insel nach Diamanten gesucht hat. Diese Privatleute sol­len bereits Diamanten gefunden haben. Es soll^ demnächst eine neue Unternehmung aus­gerüstet werden, die den Wert dieser Dia­mantenfunde genau feststellt und auf die Mög­lichkeit der Ausbeutung hin untersucht. Selt­same Erscheinungen wurden auch rings um die Küsten der verlassenen Inseln und in den MeereSttefen der antarktischen Gebiete fest­gestellt. Die Tiefsee birgt hier noch manche Wunder und Geheimnisse. So wurden durch die Lotungen riesige Anterseewälder entdeckt unb neue, reiche Fischgründe fest­gestellt. Man fand, dah die Gewässer des Süd- polarkreises voll sind, von eßbaren Fischen. Die tiefsten Lotungen, die gemacht wurden, re- gisttierten eine Liefe von 2700 Faden etwa 800 Kilometer östlich von den südlichen Sand- Wich-Jnseln. Als man sich Feuerland näherte, fuhr dieQuest", Has Expedittonsschiff, eine ungewöhnlich lange Strecke durch Seegras. Die Lotungen zeigten eine Liefe von 100 Faden, und die unterseeischen Bäume, deren Gipfel über Wasser sichtbar waren, überttafen die Höhe der höchsten Landbäume um 150 Pfund. Die Fische sind in der Antarkttk so zahlreich, daß man die Angeln nicht mit Köder zu ver­sehen brauchte.

Geld (Brief Geld Brief Datum. <10. Juni. 1. Juli.

Amstd.-Rotterd. 14382. - 14418 15330,80 15369,20 ------- 2971,25 2878,75 319b - 3204- c.o<7on b)52,72 6613,70 663□ 30 8035,05 8539,30 8560*70 9642,05 10297,10 10322,90 854,10 878,90 881,10 1752,20 1807,60

(3n einem Teil der Auflage töteberholt)

Aus dem hessischen Finanzausschuß.

rm. Darmstadt. 30. Juni. Der Finanz­ausschuß setzte heute vormittag die Beratung des Hauptvoranschlages fort. Eine zu Kap. 49, Volksschulen, von der Regierung vorgelegte 2len- derung findet Zustimmung. Kap. 50, Turn- und Zeichenunterricht, wird genehmigt. Bei Kap. 51, Taubstummenanstatten, erllärt die Regierung auf eine Anregung, dah eine (Bereinigung ter Lei­tung der Anstalt mit ter Leitung ter Blinden­anstalt wegen ter Verschiedenheit ter Ausbildung uicht möglich sei. Ebenso wurde erllärt, daß ter Staat die älebemahme ter ganzen Kosten für die Pfleglinge anstatt ter Hälfte, wie bisher, nid^t ausfuhren könne. In Kap. 55, Kinderpflege, wird der Beitrag von 40 000 auf 100 000 Mk. erhöht. Vei Kap. 57 wird eine Vorstellung des Lehrlicht- bildvereins sowie der Volkshochschule mitberaten. Die Regierung verschließt sich nicht ter Auf­fassung, daß vermehrte Mittel für die Volks­hochschule notwendig sind. Ausschuß und Regie­rung sind aber auch darin einig, daß die Volkshochschulen als Privatanstalten sich selbst erhalten müssen. Es ist deshalb nur mit vorübergehender Unterstützung des Staates und nur dann, wenn sie unerläßlich ist, zu rechnen. Der eingestellte Betrag wird auf 150 000 Mk. erhöht. Die andere Vorstellung wird für er­ledigt erllärt. In Kapitel 57 a, Mrderuna der Kunst, wird der für den Ankauf von Kunst­werken eingestellte Betrag von 25 000 Mk auf 100 000 Mk. erhöht. In Kapitel 58, Landes- universität, wird die Vergütung des Rektors als Kanzler auf 10 000 Mk.. die Vergütung für Dekane zusammen auf 18 000 Mk., für Seelsorge auf 6000 Mk für Prüfungsarbeiten von 9000 Mk. auf 50 000 Mk. erhöht. Die Kapitel 59, Technische Hochschule, 61 Landesmufeum, 65 Denkmalpflege 32 Tierärztlicher Dienst, 35 Anstall für Blöd­sinnige Alicestift in Darmstadt, werten tebattelvs angenommen. Zu Kapitel 38, Staatsunter- stützungskafle, wird ter Regierung die Er­mächtigung erteilt. in Ro t geratene Reckarschisfer entsprechend zu unterstützen. 3n Kap. 41, Fonds für öffentliche und gemeinnützig« Zwecke, findet der Antrag auf Erhöhung der älnterstützung ter Prvvinzialpflegeanstalten von je 20 000 Mk. auf je 50 000 Mk. die Zustimmung ter Mitglieder. Der Fonds für das Ministerium d. I. wird von 80 000 Mk. auf 120 000 Mk. er­höht. Die weiteren Kap. 66, Ministerium für Ar­beit und Wirtschaft, 70, Gevl. Landesanstalt. 72, Verbesserung ter Milchversorgung. 73, Landw. älnterricht, und 74. Dotenverbesserung und Wasserversorgung, finden ohne Aussprache Er­ledigung. Rächste Sitzung Dienstag, den 4. Juli. Erklärung des Heidelberger UniverfltatesenatS

zu einer Ausschreitung.

In Heidelberg hatte am Tage terVolkS^ kundgebungen ter bekannte Rotelpreisträger Ge­heimrat Lenard seine Vorlesungen abhalten wollen, worauf Arbeitermaflcn gegen fein Institut stürmten. Polizei nahm ihn in Schutz haft, aber die wütende Menge hätte ihn beinahe in den Reckar geworfen. Der engere Senat ter Heidel­berger Universität hat nun eine Erklärung am schwarzen (Brett anschlagen lassen, in der es heißt: ..Wir leiten an dem Mangel einer von der Dolks- gesamtheit in allen ihren Gruppen und Gliede­rungen einhellig und freudig in ihrer überragen­den Autorität anerkannten Staatsgewall. und uns tut not die Wiederherstellung der Grundlage, auf ter allein die Rechte aller Staaten und Staatsgewalten beruhen. Wie wett wir von die­sem Ziel heute noch entfernt sind, beweist mit erschreckender Deutlichkeit auf ter einen Seite das scharf zu mißbilligende Verhal- t en eines im übrigen hoch angesehenen Mit­gliedes des Lehrkörpers, welches tn deutlich bekundeter Opposition gegen die derzeitige Staatsleitung deren auf den Lehrbetrieb and sein Institut bezüglichen Anordnungen zuwider gehantelt und hierdurch sowie leider auch sonst durch agitatorische Haltung, die ihm als Staatsbeamten und akademischem Lehrer ob­liegenden Pflichten verletzt hat. Mit allem Ernst uno Rachdruck verwahren wir uns aber auf der anderen Seite gegen das jeder Grund­lage entbehrende Verhalten berufs­ständischer Organisationen, die in völliger Verkennung ihrer Rechte und ihrer Stel­lung im Staate sich für befugt gehalten habens die von ihnen proklamierte Arbeits- einftetlung auch staatlichen Behör­den ynb (Beamten aufzuerlegen und diese Anordnung durch Anwendung einer nicht ihnen, sondern nur dem Staate zustehend«! Zwangsgewalt auf Grund eines angebluh eigenen, in Wahrheit aber angemafjten Rechtes in Vollzug sehen."

Drohender Generalstreik der Eisenbahner in Amerika.

Chicago, 30. Juni. Der für 1. Juli an­gesagte Eisenbahnerstreik wttd, soweit wie hier bekannt ist, tn seiner ganzen Schwere durch­geführt werten. Die Eisenbahner des ganzen Landes, ungefähr eine Million, haben zum größ­ten Teile ihre Derettwilligkeit zu dem Streife ausgesprochen und. wenn mcht in elfter Stunde die Regierung ihn verbietet, wttd er mit seiner ungeheueren Folgenschwere stattftnden. Die Eisen­bahner verlangen erstens, daß sämtliche Repa- raturarbeiten der Dahnen in den von Tech­nikern der Eisenbahnen geleiteten Plätzen statt- finden sollen, nicht an auswärtige Firmen kvn- traktweise vergeben werden sollen, fernerhin stehen sie einer vorgenommenen Reduzierung ter Löhne im Wege. Man hält die Situation all­gemein für sehr schlimm.