Ausgabe 
3.4.1922
 
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Häusern aut dem Festhallengclände untergebracht., Werkes willen gal Jedes lästige äämherirren der Käufer ist damit | Ausmaße kundtat-

ten ferner erklären, ob sie den Randländern große Bamrmeisier schuf, und das Gebet aller Rußlands Freiheit und Setbstbestimmungsrecht I Deutschen muh sein: Gott, schenke uns einen Rach-

rnaterieller De- des Völkerrechts

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scheu Regierung sicher zu sein beide Fälle in formeller und ziehung nach den Grundsätzen zu erlärigen seien.

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halben Internationale wohl die Frage einer ge­meinsamen Front Sowjet uAands mi den Men­schewiken und Sozialrevolutionären d.tonen, aber wir werden fest darauf beharren, das) in unserem Lande, in dem die Arbeiterklasse hinter der Re­gierung siebt, keine Rotwendigkeit vorhanden ist, Parteien wie die Sozialrevo.utionäre und der

bereits vorläufig in Benutzung genommen wer­den. Mit Ausnahme der K u n st m e s s e, die im Römer eine gastliche Stätte gefunden hat, sind nunmehr sämtliche Warengruppen in den Meß-

Dentsche Beteiligung an einer Gemälde-Ausftcttttng in Florenz.

Rom, 1. April. (Wolff.) Durch Vermitt­lung des Berliner italienischen Botschafters F r a s s a t i hat die deutsche Regierung darin gewilligt, der Stadt F l o r e n z für die Aus­stellung von italienischen Gemälden deö 17. und 18. Jahrhunderts rund 40 wertvolle Bilder zu leihen.

seiner schwersten Bedrängnis muh sich das deutsche Volk an die Hoffnung klammern, daß ihm zum zweiten Male ein Mann der Tat entstehen möge, der es wieder zu Macht und Ruhm führt. Die Vorträge der Reichsweh ckapelle unter der Leitung von Obcrmusikmeister Löb er bildeten in der Auswahl der Musikstücke und in der Aus­führung einen passenden Rahmen für die Ge­denkrede. Der vollbesetzte Saal erbrauste unter den Hochrufen auf Deutschland und der spontan einsehenden Rationalhymne. Die Anwesenden ver­band ein Gefühl, das in den Worten des Liedes zum Ausdruck kommt:Das Haus ist zerfallen, was hat's denn für Rot, der Geist lebt in uns allen, und unsere Burg ist Gott".

** Der Gernhardtsche Zither- und Mandolinenchor gab gestern in der Turn­halle am Öswaldsgarten ein Konzert, das sich guten Besuches erfreute. Das Programm brachte Kompositionen von Swoboda, Mendelssohn, Hil­ler, Ritter u. a. Auch Seb. Bach war mit seiner kleinen Dorfmusik aus derDauernkantate" ver­treten, die es sei vorweg genommen von dem mitwirkenden und die Chorvereinigung unter-

und Georgien. Auch sei an ein Zusammenarbeiten mit den Komtnunisten nicht zu Henken, solange die russischen Sozialdemokraten im Kerker schmach­ten mühten. Der Bolschewist Radek erklärte in seiner Antwortrede, das) die Bolschewisten zu Vanderveldc auch nicht das geringste Vertrauen hätten. Wenn Dandervelde die Bilanz der letzten 8 Jahre ziehen wolle, so wären die Kommunisten dazu bereit. Vanderveldes Bedingungen bezeich­nete Radek als plumpe Einschüchterungsversuche.

Moskau, 2. April. (Wolff.) Auf dem Kon­greh der russischen kommunistischen Partei begrün­dete S i n o w j e w am 29. März den neuen Stand­punkt der Partei zu Gunsten einer einheit­lichen Arbeiter front. Wenn wir nicht wollen, so sagte Sinowjew, das' die Arbeitermasfen über uns hinweggehen, so müssen wir Vie Sehn­sucht der internationalen Arbeiterklasse nach ein>r Einheitsfront ohne Rücksicht darauf unterstützen, das) an dieser Arbeit auch S o z i a l i st e n, Ver­räter und Henker der Arbeiterklasse wie Scheidemann und Roste, beteiligt sind. Am 2. April beginnt, so fuhr Sinowjew iort. in Berlin eine Konferenz aller drei Internationalen, auf die unsere Delegierten Bucharin, Radek, Zet­kin, Frossard, Werskij und andere die Frage der Einberufung eines internationalen Arbnterkon- gresses ohne Rücksicht auf die politische An­schauung mit Einschluß der Vertreter der Bauern­verbände anregen werden. Auf diesem Kongretz werden die Vertreter der zweiten und zweinem-

Oenten Tyeunrs aufgesucht, um ihm auftrags­gemäß daS Bedauern der deutschen Re­gierung über den Vorfall in Ham­born cmszusprechen, dem ein unsch uldiger belgi­scher Offizier zum Opfer gefallen ist. Gleichzeitig machte er die Mitteilung, daß alle Maßnahmen er­griffen worden seien, um den älrheber drs Atten­tats zu ermitteln und ihn der verdienten Strafe zuzuführen. Für den Fall, daß die Untersuchung Lin Verschulden deutscher amtlicher Organe er­kennen lassen sollte, wurden entsprechende Maß­nahmen in Aussicht gestellt. Alsdann lenkte der Geschäftsträger die Aufmerksamkeit des belgischen Ministerpräsidenten darauf, dah beinahe an derselben Stelle wenige Tage vor­her ein deutscher Polizeibeamter durch einen belgischen Polizeibeam­ten ohne Anlaß erschossen wurde, und bemerkte in diesem Zusammenhang, dah die deut-

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Dsr frühere Kaiser Kar? 1'.

London. 1. April. (Wolff.) Reuter mel­det aus Funchal: Exkaiser Karl ist gestorben.

In wenigen Tagen hat eine Lungenent­zündung dem Leben des früheren Kaisers Karl von Oesterre'ch ein Ende gemacht. Wir Deutsche können dieses verbünde len Herrschers in der Erinnerung an die zweite Hälfte des Krieges nicht ohne Bitterkeit gedenken. Seine unheilvolle Politik, die hart an Treulosigkeit streifte, wirkte mit zum Zusammenbruch Oesterreichs und auch Deutschlands. So ist es erklärlich, daß ihm nicht die Sympathie ent­gegengebracht werden konnte als seinem ehr­würdigen Vorgänger Franz Joseph.

Karl Franz Joseph wurde am 17.Aug. 1887 zu Papenburg geboren als Sohn des Erzherzogs Otto Franz Joseph (Bruder des in Serajewv ermordeten Erzherzogs Franz Ferdinand) und der Erzherzogin Maria Jo­sepha, geborene Prinzessin von Sachsen, eine Schwester des Königs Friedrich August III. von Sachsen. Den Weltkrieg machte der Erz­herzog unter Zuteilung zu hohen Stäben mit, bis er im Mai 1916 zum erstenmal als selb- - ständiger Heerführer bei der österreichischen Offensive in Südtirol hervortrat. Inzwischen war er im Juli 1915 Generalmajor und im Frühjahr 1916 Feldmarschalleutnant gewor- t den. Die schönen Erfolge, Die die Truppen des .' Erzherzogs gegen die Italiener errangen, \ wurden jäh unterbrochen durch den Erfolg der russischen Ofensive im Osten. Als dann dort

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Werkes willen galt und sich mit Recht im starken " ' \ Dr. Br.

sche Regierung des Einversiändnisfes der belgi- glaube, und dah

eine Neuordüung der Befehlsverhältnisse ein-l trat, erhielt der Erzherzog den Oberbefehl über den südlichen Flügel neben Hindenburg, der nun den weiteren, größeren, nördlichen Teil der Front befehligte. Dieses Kommando gab er ab, als er, nach dem am 20. Rov. 1916 erfolgten Tode des Kaisers Franz Joseph selbst Kaiser vvn Oesterreich und König von Ungarn wurde. Seine Schicksale nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie sind noch in frischer Erinnerung. Seit dem 21. Oktober 1911 ist er mit der Prin­zessin Zita von Bourbon und Parma (geb. 9.5.1892) verheiratet. Zwei Sohne, Erzherzog Franz Joseph Otto (geb. 20.11.1912), Erz­herzog Ludwig (geb. 8.2.1915) und eine Toch­ter, Erzherzogin Adelheid (geb. 3. 1. 1914), sind dec Ehe entsprossen.

Kunst und Wissenschaft.

Bremer Schauspielhaus. Der

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Juhnke und Volk in den Hauptrollen wieder im eine interessante Darstellung verbärgt.

Lauvkrcts Gießen.

Ettingshausen, 3. April. Die Eheleute Heinrich Vogler I. von hier feier­ten gestern im Kreise ihrer Kinder und Enkel das Fest der goldenen Hochzeit. Der 77jährige Jubilar ist Veteran von 1870 71. Dem Jubelpaar wurden im Ramen des Krfe- gervereins vom Bürgermeister Glückwünsche übermittelt und ein Geschenk überreicht.

Kreis Schotten.

A Schotten, 2. April. Der gesamte Vo­gelsberg ist dicht verschneit, der Schnee liegt stellenweise noch fußhoch. Heute hat cs wieder aufs neue geschneit.

Kreis Friedberg.

A Butzbach, 2. April, älnsere neue Wasserleitung schneitet ihrer Vollendung entgegen. Für den Stadtteil westlich der Marn- Wescr-Bahn wird ein besonderer Hochbehälter am Schrenz er errichtet. Die Quellen beftnben sich in der Rähe von Griedel.

Kreis Wetzlar.

el. Wetzlar, 1. April. Am 30. März ver­anstaltete die Wetzlarer Ortsgruppe der Deutschen Vvlkspartei eine Bismarck- Gedenlfeier in dem neu her-gerichteten Saale des Schühengartens. Die Stimmung fand in Rezi­tationen, Gesängen eines Männerchors und ge­meinschaftlichen Liedern ihren Ausdruck, besonders aber durch die Festrede von Prof. D. Schian aus Gießen, der in beredten Worten Bismarcks Größe feierte, indem er ihn namentlich gegen manche in letzter Zeit erhobenen Vorwürfe aufs treffendste verteidigte. Für immer bleibe es der Ruhm des Gewaltigen, daß es ihm gelang, Deutschland zu einigen. Sein ideales Ziel war vor allem, das deutsche Volk stark zu machen und ihm Rationalbewußtsein zu geben. Die warmherzigen, gedankenreichen und von Bezie­hungen auf unsere heutige Gegenwart erfüllten Ausführungen wurden vvn der zahlreichen Fest­versammlung mit gespanntester Aufmerksamkeit angehört und waren äußerst eindrucksvoll. Rebenbei sei erwähnt, daß heute, als am 1. April, das Feuer des Dismarckturmes bei Wetzlar dem Gründer des Deutschen Reiches zu Ehren wieder lodern wird.

Hefferr-Naffau.

Sie Frankfurter Frühjahrsmesse 1922.

fpd. Frankfurt a. M., 2. April. Als letzte der deutschen Frühjahrsmessen öffnete heute vormittag die Frankfurter ihre Pforten. Sie bietet

in Fortfall glommen. Ratzezu 7000 Aussteller haben in den Mehhallen ihre Stände aufgeschla­gen. Textilwaren, Lederwaren und Tabakwaren dominieren. Dann folgt im Hause der Technik das Reich der Maschinen und in nächster Rähe das der Elektrotechnik. In stärkerer Weise als bisher kommen die Aussteller landwirtschaftlicher Maschinen zur Geltung. Reben dem Werkbund­hause, das die'kunstgewerblichen Erzeugnisse in schöner Anordnung birgt, steht zum erstenmal das Haus der Bücher. Der Besuch ist über alle Erwartungen stark. Der Weg vom Hauptbnhnhof nach der Messestadt gleicht einer unübersehbaren Menschenwoge, durch die sich in endlosen Ketten Autos und Wagen hindurch­schieben. In gleich erfreulicher Weise setzte auch schon am Sonntag das Geschäft ein, namentlich wurden in Textilwaren erhebliche Abschlüsse ge­tätigt. Die Zahl der anwesenden Ausländer ist sehr groß. Ramentlich sind viele Holländer, Dä­nen, Schweden, Schweizer und Englcckkder ein= getroffen, daneben zahlreiche Vertreter der Ost­länder. Engländer und Amerikaner werden erst dieser Tage in größeren Scharen erwartet.

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ra. Herborn, 31. März. Die im Jahre 1874 Hierselbst begründete Präparandeli­tt n st a l t wurde dieser Tage a u f g e l ö st. Mehr als 1400 Lehrer haben auf dieser Anstalt ihre Vorbildung erhalten.

HochschuLnachrrchten.

Schnlungswoche

der deutschnationalen Studentenschaft.

Man schreibt uns:

. Vom 19.29. März sand inDarmsiadt die erste Schulungswoche ter deulschnationa en Studenten­schaft, les Zusammenschlusses der dcutfchnationalen Studentengruppen on len Hochschulen, statt, lieber 50 Teilnehmer waren aus allen Gauen Deutsch­lands herbeigeeilt, Angehörige der verschiedensten studentischen Verbände, Zinken, Wandervögel, um die Großen der Parteien zu hören. Vormittags und nachmittags fanden die Vorträge statt, an Ne sich meist lebhafte Diskussionen anschlossen, ter Abend war dann für Geselligkeit frei. Zwi­schendurch wanderte man nach dem Hermann hinauf, oder den Externsteinen zu. Der Verlauf war infolgedessen in jeder Hinsicht prachtvoll. Sie Themen ter Vorträge können nur andeu­tungsweise die Fülle unv den Wert des Ge­botenen wiedergeben. Es sprachen Prof. Brun­st ä d t - Erlangen überDie deutsche Staats­idee", Prof. H ö tz s ch - Berlin, M. d. R, über Gegenwarts- und Zutunftsfragen deutscher Au^enpoli ikv. Ltndeiner-Wildau, M. d. L., überGegenwerts- und Zukunftsfragen deutscher Innenpolitik" und über Finanzpolitik", Prof. Otto- München überGrundfragen ter deutschen Reichs wer, assung", Prof. Martin Spahn-Köln überDreißig Jahre deutscher Politik", Cxz. Edler von Braun, M. d. R. und Präsident des Rcichswirtschaftsrates über ..Gegenwarts- und Zulunftsfragen de rischer Wirt­schaftspolitik", Oberst vonTy 1 anLer überDie militärpolitischen, Folgen des F iedrnsvertrags". Dr. Mann hardt-Marburg überGrenzlands- not, Prof. Stralhmann- Erlangen, M. b. R., überStaat und Schule", stud. Phil. Kayser überDeutsche Jugendbewegung" und cand. med. C o t i überHochschulpolitik".

(Llraufführung.) .Unbillig wäre es, von einem Dichter nur als von einem Rachfahren zu sprechen, wenn ihnr die Zufälligkeit dramatischer Ausdrucks- form mit einem großen Vorgänger gemein ist. Karl Reurath ist nicht Epigone Schillers, obwohl sein Drama in innerer Form Idealismus, in äußerer Jamben von seltenem Fluß zeigt. Er ist eine Individualität. Und darin, daß es ihm ge­lingt, in seiner Dichtung der Gefahr einer Fesse­lung durch übernommene Form zu entgehen, gerade darin zeigt sich die Stärke seiner künstleri­schen Kraft. Mit wuchtigem Auftakt mit dem VorspielDie Böckinger" wird das Wer? ein- geleitet. Ein durch Willkür geknechtetes, geschän­detes Volk, bricht in aufströmender Oual feine Keilern Verzweiflung und Rot. zugleich aber tiefe Religiosität, Religion, die auch in der tragischen Hauptgestalt des Drunas, in Florian Geyer, lebt, bewegt die Masse mit elementarer Gewalt. Schon hier im Vorspiel zeigt sich ,der Zug, der dem Drama den GesamititelDer Bundschuh" nur als äußeren Rahmen, seinem Hauptteil aber die Benennung nach einer Person, dem Florian Geyer" zuerkennen läßt. Denn aus der Masse löst sich die Einzelperson als Trägerin der Idee, in denBöckingern" als der Jäcklein, als dasPrinzip des trüben Masseninstinlt.es, der aboluten Gegen­wärtigkeit, des Ichmenschen, der darum in der Weiterentwicklung des Dramas, imFlorian Geyer" als Gegenspieler Geyers, des Menschen reiner, starker Ideale auf tritt, von rhm bekämpft wird unb, äußerlich zwar unterliegend, im letzten Grunde aber in seiner geistigen Rückwirkung auf die Masse oder weil er selbst ja Blasse ist, tot unausbleiblichen Sichselbstzersehen den Unglück= lichen Ausgang der Erhebung und damit den tragischen .Untergang des ideal gesinnten Einzel - urenschen, des Bauernführers Geyer, herbeiführt. Es ist die Tragödie des Einzelnen, der auf seine ethischen Ideale auch die große Menge gegründet glaubt, und der uniergehen muß, weil dieser Irrtunt ewig ist: das große Menschheitsdrama aller Zeit, hier nur im bunten Dildausschnitt des großen Bauernkrieges gezeigt. Ein Drama von hochgeborener Ethik, voll wahren und darum unpolitischen sozialen Gehaltes, und darum voll Hoffnung und Liebe für den Menschen der Zu- funft, selbst bann, wenn der Kämpfer für die Idee an der Gegenwart, durch sie. zerbricht. Welches Leben in den Gestalten! Ein starkes, im­pulsives, handelndes Leben, aus dem des Dichters eigentlich geboren. Die Sprache ist wirklich, in den Episoden tiefster Innerlichkeit voll lyrischer Weiche und Melodie. Die Handlung bleibt auch in den großen Massenszenen zusammengehalten und wirkungsvoll geballt, bleibt bis zum Aus­gang voll stark flutender Frische. Das Bremer Schauspielhaus hatte die Aufführung mit größter Sorgfalt vorbereitet. Als Florian Geyer gab Karl Rehder, als Sabine Annelieses Joho um) als Jäcklein Max Schmack außerordentlich tief empfundene, wahre Menschen: das Spiel leitete Paul Krohmann mit feinem künstlerischen Ge­schick. Der Dichter wckhnte der Vorstellung bei. Er wurde mit für Bremen ganz unerhörtem Beifall Überschüttet, der dem Dichter um des

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 3. April 1922.

Adreßbuch der Stabt Gießen 1922. Vom Dienstag dem 4. April bis einschließlich Donnerstag dem 6- April liegt ein Abdruck der Buchstaben I bis R des alphabetischen Einwohner- und Firmenverzeichnisses in unserer Geschäfts­stelle auf. Wir bitten um Einsichtnahme und Eintragung etwaiger Berichtigungen. Spätere Beanstandungen können nicht mehr berück­sichtigt werden.

Adretzbuchverlag, Schulstraße 7

und Staatsbehörden sowie aller Wohlfahrts- organstativnen der zusammenfassenLen Reichs­gemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege, ferner führende Persönlichkeiten des Wirtschafts- und Kulturlebens unb der Presse geladen waren. Der Reichspräsident wies in seiner Ansprache darauf hin, dah, trotz der großen allgemeinen Rot unseres Volkes, die zugunsten der besonders hart be­trogenen Teile der Bevölkerung unternommenen Hilfsaktionen offene Herzen und Hände gefunden hätten, und sprach die Erwartung aus. daß auch das jetzt begonnene Hilfswerk, das die arbeits­unfähigen. auf unzureichende Ersparnisse und kleinen Renten angewiesenen alten Leute unter­stützen soll, einen vollen Erfolg haben möge. Es ist die Chreirpflicht des deutschen Volkes, auch diejenigen nicht zu vergessen, die nach einem arbeitsreichen Leben den schwerer gewordenen Kampf ums Dasein aus eigener Kraft nicht

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Bundsch u h. Ein Dauernkriegdrama. Mit dem VorspielDie Böckinger". Von Karl R e u r a t h.

Berlin, 1. April. (WTB.) Bei -----

Reichspräsidenten und Frau Ebert fand heute nachmittag anläßlich der Eröffnung Oer VolkZsammlung für das notleidende Alter ein Tee statt, zu dem auch Vertreter der Reichs-

Menschewiki heranzuziehen.

Der Kongreß beantragte Sinowjew, eine solution auszuarbeiten und dem Kongreß Genehmigung vorzuschlagen.

Aus Dem Reiche.

Sin Tee beim ReichS'Jäsidentrn.

das alte gewohnte Bild einer ausgezeichneten Organisation. Den alten Hallen haben sich seit dem Herbst 1921 neue Räume angefügt. Das Haus derTechNik" wächst in feinen Riesen­ausmaßen auf dem Gelände auf und konnte

** Amtliche Persvnalnachrichten. Ernannt wurden: Regierungsrat May in Hangen zum Stellvertreter des Vorstehers des Finanz­amts Gießen und Regierungsrat H a n a ck beim Finanzamt I Mainz zum Vorsteher des Finanz­amts Hungen.

Erweiterte Gültigkeit her Sonntagsrückfahrkarten. Mit Gültig­keit vom 8. April 1922 zunächst versuchsweise hat die Eisenbahndirektion nachgelassen, daß die in ihrem Bezirk ausgegebenen Sonntagsrückfahr­karten am Samstag und am Tage vor Sonn- und Feiertagen nur zur Hinfahrt schon ab 12 älhr nachmittags benutzt werden können.

** Die Hessische Hauptfür­sorge stelle der Kriegsbeschädig­ten- ,und KriegShinterbliebenen- Fürsorge zu Darmstadt hat mit Rücksicht auf die sich täglich mehrende GesckästS- belastung als Sprechtage für den Verkehr mit dem Publikum Montag und Donners­tag jeder Woche bestimmt.

** Diebstahl. In der Rächt vom Samstag zum Sonntag wurde vvn dem Hause eines Photo­graphen im Seltersweg ein Ausstellkasten mit Photographien entwendet.

** Preußisch-Süddeutsche Klasfen- Lotterie. Die Lose zur fünften Klasse müssen bis zum 5. April, abends 6 Uhr, unter Vor­legung des Dorllassenloses eingelöst fein. Die Ziehung dieser Hauptklasse beginnt am 11. April und enoigt am 13. Mai.

* D i e Bismarck-Gedenkfeier der Deutschen Volkspartei am Samstagabend war eine machtvolle Kundgebung zu dem Geist der Tat, den uns der Schöpfer des Reiches als teuerstes Vermächtnis hinterlassen hat. Pfarrer Der ck - Mainz gab in markigen Worten ein Bild von der Eharaktergroße des unvergleichlichen Mannes, der mit slahlhartem Willen und un- crschutterlicher Pflichttreue im Dienst doch ein N armes, weiches Herz für den Familien- und Freundc-skreis verband, älnerschütlert steht noch das Fundament des stolzen Gebäudes, das der

Me Konferenz der drei sozierMLschen

Berlin, 3. April. Der Beginn der heu­tigen Konferenz der drei sozialisti­schen Internationalen im Reich Stag ver­zögerte sich, well die Bolschewisten gegen die Zulassung von Vertretern der russischen Sozial­revolutionäre als Journalisten protestieren. Rach erregten AusemMrdersetzungen hierüber wurde beschlossen, öffentlich zu verhandeln. Friedrich Adler aus Wien hielt die Eröffnungsrede, in 6er er betonte, daß Hie Konferenz nicht die organisatorische Verschmelzung der drei Inter­nationalen zum Zweck habe, sondern nur ein ernster Versuch sei, um in gewissen alle Arbeiter berührenden Fragen zu gemeinsamen Aktionen zu gelangen. Darauf verlas im Ramen der Dele­gation der 3. Internationale Klara Zetkin eine Erklärung, wonach die 3. Internationale eine Einheitsfront des gesamten Proletariats für die dringendste Forderung des Tages halte, da die B v u r g e n t f i e versuche, Deutschland durch Reparationen auszuplündern, Rußland kapitalistisch wirtschaftlich zu unler- jochen luno die ganze Last deS Krieges auf die Arbeiter aller Lander abzuwälzen. Deshalb mühte mindestens während der Genueser Konfe­renz eine Konferenz aller Sozialisten zusamrnen- treten, um die Genueser Konferenz zu zwingen, sich mit der Arbeitslosigkeit, dem Achtstundentag und anderen dringenden Arbeiterfragen zu be­schäftigen. In einer scharfen Erwiderung sagte der belgische Sozialistenführer Vandcrvelde als Vorsitzender der Exekutive der 2. Inter-

tiatirnale, dah auch sie eine einheitliche Ver­teidigungsfront der 2. Internationale, des Pro­letariats für notwendig halte. Die Frage aber, ob mit der 3. Internationale gemeinsam gearbeitet werden könne, hänge davon ab, ob ein aufrichtiges gegenseitiges Einvernehmen und ehrliches Ver­trauen von vornherein garantiert weiden könnten. Die Bolschewisten müßten fiar zum Ausdruck bringen, ob es ihnen auf die Einheit der inter­nationalen Arbeiterbewegung antomme. Sie müh­ten ferner erklären, ob sie ben Randländern

lassen wollten insbesondere Armenien, forlHraine] folger des großen Kanzlers, der fähig ist, das

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stützenden Streicherchor einwandfrei zu G.hör ge­bracht wurde. E'mgeleitet wurde das Konzert mit der schonen stimmungsvollen Ouvertüre in l)-Dur von Swoboda. Gleich in dieser ersten Rümmer zeigte sich die gewissenhafte, gründliche Kleinarbeit des Dirigenten in der dynamisch fein abgetönten und tonreinen Wiedergabe und in dem ausgeglichenen Zusammenspiel der Insirumente Besonders. eindrrrcksvoll wirkten das Mendels- sohnsche Rocturno au5 dem Sommernachtstraum und die beiden Mandolinensiücke von Ritter, wenn auch in dem erstgenannten die Tonreinheit durch ein Instrument zuweilen etwas getrübt wurde. In einem Zither-Solo zeigte Herr Gernhardt sein virtuoses Können wrd bewies, daß diese volks­tümliche Kleinkunst doch auch größeren Ansprüchen gerecht zu werden vermag. Reben einem fein­sinnig vorgetragenen MelodramDas Märchen vom Glück" von Schulz boten dann noch> 3 Ge- san'sdurtte mit Zitherbeglci'uvg eine schöne Ab­wechslung. Die jungen Damen, die sich ihrer Auf­gabe mit schlichter, einfacher Ratürlichkeit er­ledigten, sanden dankbare Anerkennung b.im bei­fallsfreudigen Publikum. Mit den Gesamt­leistungen haben sich der konzertgebende Verein und sein Leiter auch diesmal ein gutes Zeugnis ausgestellt, das hoffentlich dazu beitragen wird, dem Verein neue Verehrer und neue aktive Kräfte zuzuführen.

Tageskalender für Montag: Stadttheater, 7 Uhr: Geschlossene Vorstellung: Die deutschen Kleinstädter". Kath. Vereins­haus, 8 Ilhr: 5. Vortrag der Gießener Frauen­vereine Astori-a-LichtsPiele, ab heute bis ein­schließlich Mi.twoch:Das Achtgroschenmädel". Lichtspielhaus, Tas'nhofstrnße, ab heute bis ein­schließlich Donnerstag:Das Frauenhaus von Trescia" undDer Apachenlord".

Aus t e m <5 t a b 111) c a t e r t u r e a u. Auf die morgige Aufführung Georg Engels Drama Heber den Wassern" sei auch an Lieser Stelle hingewiesen. Wern das Werk auch im letzigen Theater noch nicht gegeben ü orten ist, jo ist es für Gießen doch keine Reuß-oit mehr, da es eine der ersten Vorstellungen der Direktion Stern- geettev im altenStadttheater" war. Die Auf- -ührurig erzielte damals außerordentlichen Er­folg: Dieser wird ihm auch in der Reueinstu- rierung treu bleiben, da die Spielleitung Adolf Telekys mit Rosner Rubner sowie den Herren