Ausgabe 
3.3.1922
 
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Die Frankfurter Goethervoche.

Frankfurt a. M.. 2. Marz. (WTD.) Dir Goethe-Woche fand heute ihre Fortsetzung in einer Aufführung derIphigenie aus Tauris" in der Sträusschen Erarbeitung. Daran ging ein Vorspruch Rudolf G. Din­dings, der vom Hause mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Die Aufführung, deren musikalische Leitung wieder in den berührten Händen Ludwig Rockenbergs lag. hob sich in den beiden Schluhbildern zu besonderer Dedeu- tung. Don den Darstellern fesselten besonders die am heutigen Tage von ihrer erfolgreichen Amerikafahrt zurückgekehrte Beatrice Lauerr- Kocklar als Iphigenie. Adolf Jager als Ph- lades und Adolf Permann als Orest, die zum Schluß immer wieder erneuten Hervorrufen Folge leisten muhten. Morgen finden die Festvorstel-- lungen ihren Abschluß mit einer Aufführung desT a s s o" rm Schauspielhaus, der eine An­sprache Fritz v. Hnruhs vorangehen wird.

Die Ausgrabung eines alt­karthagischen Heiligtums. Aus Sa­la m m b o in Tunis, einer kleinen Station an der Eisenbahn zwischen Tunis und Karthago, wird von einem Aufsehen erregenden Fund tunischer Altertümer berichtet. In dem Garten eines be­scheidenen Bauern wurden bei Umgrabungen merkwürdige Scherben von Tongesäßen gesun­den, die den Nachbarn auffielen und von denen bald allgemein gesprochen wurde. Sofort begaben sich der französische Archäologe Dr. Garton und der Prior der Weißen Väter, der als Archäo­loge bekannte Pater Delattre, an Ort und Stelle

und beaufsichtigten die Grabungen, die nun syste­matisch vorgenommen wurden. In weniger als einer Woche waren wichtige frühkarthagische Denkmäler ans Licht gefördert. Die Grabungen werden etwa 14 Fuß unter der Erdoberfläche durchgeführt. Die wichtigsten Funde sind einige kleine Weihaltäre aus Stein, sodann eine gr-ße Anzahl von Stelen mit Inschriften in tunischen Buchstaben. Sehr viele tönerne Töpfe und Be­hälter. die kleine Knochen von Tieren enthalten, augenscheinlich Lieberreste der Opfer, die hier einst dem Baal und der Tanit, dem Sonnengott und der Mondgöttin, den beiden größten phönizischen Gottheiten, dargebracht wurden. Die Tongefäße sind z. T. von großer Schönheit. Der Grund, auf dem diese Funde gemacht wurden, gehört zu der Stelle, aus der einst das alte Karthago lag. Die Funde sind nach dem Bardo, dem Museum in Tunis, überführt worden und werden hier von den Archäologen geordnet und entziffert. Die Weihaltäre find klein; sie haben nur von lr/2 Fuß bis 23/< Fuß Länge; viele von ihnen sind nicht breiter als 10 Zoll. Manche sind spitz zu^aufend, andere oben leicht gerundet, und sie standen auf­recht im Boden. Manche tragen das Symbol des Gottes oder der Gottheit, dem sie gewidmet waren. Zwischen ihnen oder unter ihnen einge- graben fand man die Behälter, in denen die Knochen der Opfertiere lagen. Solcher Gefäße be­fanden sich häufig sechs zusammen. Aach den Mitteilungen Dr. Cartons ist die Bedeutung der Funde für die Kenntnis der altkarthagischen Kultur noch gar nicht abzuschähen, bis die In­schriften entziffert und die Gegensätze wissenschaft- . lich bearbeitet sind. Zweifellos aber werden wir | dadurch ein anschauliches Bild von dem noch

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weiteres segensreiches Wirken im Dienst? Deutschtums im fernen Afrika. Wie groß Interesse an unserer ehemaligen Kolonie in Bevölkerung ist, geht daraus hervor, daß len Anw.senden etwa 1000 Mart freiwillig die deutschen Schulen in Südwestafrika g?-

und des Las der von für

Licht" oder trgenbtote reflektiert dem Auge zu­kommen, sind sie für uns sichtbar, und zwar von jeder Stelle aus in vielen Blickrichtun­gen zugleich. Dicht bloß wie das direkte Licht nur in je einer Richtung.Wenn wir alle die direkten Lichtstrahlen eines himmlischen Leuchtkvrpers, die den Himmel über uns durch­setzen, auf einmal sähen," sagt Roux,so würde der Himmel, statt blau und nur wenig hell zu sein, am Tage wie mit leuchtendem (Solde, bei Rächt wie mit glänzendem Silber aus­tapeziert erscheinen, richtiger, es würde der ganze Raum über uns bis auf die Erdober­fläche herab mit so großem Glanze erfüllt sein, daß wir vor ihm von dem diffusen Licht, wenn es allein uns die Gegend und die Gegen­stände zeigt, nichts sehen könnten."

Der Fuhrmann konnte im letzten Augenblick ?5- springen; das eine Pferd wurde getötet, dos andere leicht verletzt, der Wagen schwer beschädigt.

Jftrciö Kricdvetft.

4. Bad-Rau heim, 2. März. Aas Ein­ladung ter hiesigrn Ab.e.iang der Deutschen Kolonialgesellschast hin hie'.t geilem abend vor zahlreicher Zuhörerschaft aus aller. Devölkeru'gskreisea Lehrer Gui.av Jung aas Okahandja (Südw-estasrika), ?ur Zeit in Ur= [aub in Merlau in Oberhessen, einen Lich.bilder Vortrag überS ü d we st - A f r i k n e i n und 1 e h t. Einleitend schilderte der Redner die Ent­wicklung des deatschm Schulwesens i.n einmaligen Schutzgebiet und zeigte dabet 'besonders, wichen Kampf die Deutschen in Sadwest mit der jetzigen englischen Regierung geführt haben und noch führen, um unsere Muttersprache, unser Deutsch tum drüben zu erhalten. Dann führte er an der Hand von etwa 100 eigenen Lichtbilderausnuhmen durch die verschiedensten Teile des Schu'.g'bietcs und gab ein anschauliches Bild von Land und Leuten, von Jagd- und Kriegserlebnissen, vom Pad"-Leben und vom Schulw.sen. Reicher Bei­fall tc-ur.e dem Redner zuteil. Obamte ichter Dr. Fuhr, der Vorsitzende de. Abteilung, dan te und wünschte Herrn Jung und sei e. uamü.e für die demnächst erfolgende Wie"ercu(r.ise tnei Glück

spendet wurden, die zur Anschaffung eines Licht- bilderapparats verwendet werden sollen, damit der Jugend drüben die Schönheiten der deutschen Heimat in Lichtbildern gezeigt werden können. Außerdem wurde aus der Versammlung für die nächsten Tage eine Sammlung guter deutscher Bücher angeregt, die durch die Frauenabtet- lung der Deutschen Kclor.ialg f l chaft dm deut­schen Schulen in Südweslafrika üb -'rm.tv.lt. wer­den sollen. Hm im Sinne einer Verfügung des Hessischen Landesarnts für das Bildungswesen den kolonialen Gedanken vor allem auch. unter der Jugend wach zu halten, hielt heute morgen Lehrer Jung vor den Schalern der Stadtschule und der Realschule ebenfalls Lichtri.dervortrLge über Süd- Westafrika.

4. Bad-Rauheim, 1. März. Aachdem kürzlich die S t a d t v e r v r d n e t e n mit 13gegen 9 Stimmen sich für die Gründung der Bäu­ge n o s f e n s cha f t »Gemeinwohl" ausge- fprochen hatten, stimmten sie in ihrer gestrigen Sitzung mit 16 gegen 5 Stimmen dafür, daß zur Förderung des Wohnungsbaus in Verbindung mit der Gesellschaft »Gemeinwohl" ein Darlehen von 10 CJK i H tonen auf­genommen wird. Der städtische Einfluß soll durch einen besonderen Ausschuß gesichert werden. Ge­plant ist zunächst die Errichtung von 10 Häusern durch die Meguin A.--G. und von einem Hause durch die Stadt, Die Gutsreform, die auch Mit­glied der Ges.llschaft ist, will zunächst nicht Bauen. Der Handwerk erfchule wurde ein Bor- ' schuß von 3300 Mark bewilligt. Wit Wirkung

Der Abend war

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Tages kalenber für Stadttheater, 7 Hhr: Kunstlerse^t mit .Die Czar- dasfurslin". Lichi'pielhaus, Bahntzcfstiaße, ab heute: »Die prei'g'.k.vnte Spielracke" und »Das Drama im Schlafwagen".

** Der Goethe-Bund, zu dem sich die Vereinigung zur Pflege von Musik und Literatur umgebildet hat, hielt gestern abend seine erste öffentliche Veranstaltung ab. Friedrich Lien­hard, dem der Abend galt, gehört nicht zu den Großen unter unseren deutschen Dichtern ja es ist ihm vielleicht überhaupt wenigstens bisher ve.sagt geblieben, ein Werk von wirklich bleiben­dem Gehalt zu schassen, und er ist vor allem auch kein Dramatiker, sondern eine wesentlich lyrische Ratur. Aber er hat sich um die Heimat­kunstbewegung sehr verdient gemacht und ist ein Mahner zum Festhalten an deutschem Wesen ein edelgesinnter, echt deutscher Mann, als Per­sönlichkeit sicher wertvoller als mancher andere, der ihm dichterisch überlegen ist. Der Goethebund war also nicht nur im Recht, sondern hat sich auch ein Verdienst erworben, wenn er den «us dem Elsaß stammenden Dichter zu Wort foinmen ließ. Auch »W ieland der Schmie d", dieses im Jahre 1905 veröffentlichte Werk Friedrich Lienhards, das gestern gelesen wurde, gehört nicht, um mit Lienhard selbst zu sprechen, zur »Höhenkunst", bietet aber im einzelnen viel Schönes und ist deutsch wie sein Schöpfer. Die Dichtung wurde in verteilten Rollex ge'efen. Von den Mitwirkenden verliehen namentlich Dr. G e r ft e r (Wieland) und Frau Mendels- sohn-Bartholbv (Allwitz) ihren Worten tönendes Leben. Docy auch die Damen Storck, Walther, Ger st er und Vetters, sowie

schmecker" niederlegte, unsterblich geworden. Auch in Deutschland gab man viel auf eine gut; Küche; doch ist die Zahl der gedruckten Koch­bücher verhältnismäßig gering, und so ist es von Interesse, daß nunmehr int Autographenhandel ein geschriebenes Kochbuch der Werther- zeit aufgetaucht ist. Wie wir dem Katalog der demnächst stattfindenden Autographen-'Dersteigo ntng von Karl Ernst Henrici zu Berlin ent­nehmen, kommt auch ein Kochrezeptbuch zum Verkauf, das von einer A-imensschwester der Werther-Lotte, Charlotte /Buff, eigen händig geschrieben worden ist. Die eifrige Samm­lerin ist eine Verwandte der Lotte Buff aus Wetzlar, die Goethe geliebt hat, ihre Coufine, eine Tochter des Hessen-Darmstädtischen Majors Georg Wilhelm Buff. Auf 58 Blatt hat sie eine große Anzahl von Rezepten mit verschiedenen anderen nützlichen Vorschriften für den Haus und Wirtschaftsgebrauch vereinigt. Man findet hier eine Anzahl von Rezepten, die der Küche, der Gegenwart ganz unbekannt sind, und auch die Aufzählung solcher Gerichte, die heute in ganz anderer Weise zubereitet werden. Sind schon diese Angaben kulturgeschichtlich interessant, so sind es noch mehr verschiedene andere An­weisungen für den Haushalt, wie z. B. »weiße seidene Strümpfe zu waschen",Vor Zahnweh" (ein Blättchen Pvstpapier, so groß die Backe ist, in Eiweiß getunkt und aus die Backe gelegt: Wenns trocken ist, wieder ein anderes eingetunkt und aufgelegt, bis es nachläßt"), sodannseiden-: Strümpsband und Zitz zu waschen",blau zu färben",rosenrot zu färben usw.,Magen­tropfen",gute Dinte" . Die Rezepte für all solche Dinge sind dem Kochbuch beigefügt

den Tod mit faszinierender Gewalt. Die Rolle war bis in dje kleinste Bewegung äußerst fein durchdacht und wirkte gleich überzeugend durch das gesprochene Wort wie durch die Pantomime. Ria Hoch st etter als Claudios Mutier, Lisel B e h a g h e l als Geliebte des Claudio und Günther Goldschmidt als Jugendfreund, die aus dem Lotenreich erscheinen, um Claudio sein verfehltes Leben klar erkennen zu lassen, verdienen ebenfalls volle Anerkennung. Von außerordentlich ergreifender szenischer Wir­kung war am Schluß des Stuckes dec Zug des Todes. InLa'iös" gibt der Verfasser, Wal er A m e l u n g , die Vorgeschichte zumKönig Oedi- pus" von Sophokles wieder. Die Handlung spielt im Reich der Toten und schließt sich völlig an die altgriechische Sage an. Die für die menschlicher Schwäche entsprungene Schuld des La'iös die be­kannte gräßliche Sühne sindet. Amelung ist es gelungen, den Zusammenhang mit den Sophokle- ischen Dramen herzustellen, der zu ihrem vollen Verständnis notwendig ist. Die stücktragende Rolle lag in den Händen von Dr. v. Faber du Faur, der der furchtbaren Verzweiflung des 'unglücklichen Thebanerkönigs ergreifenden Ausdruck gab. Heber Dr. Kling als Hermes und unsichtbarer Richter ist wiederum nur Gutes zu sagen. Der Chor der Schatten wurde von Lisel B e h a g e l, Ria H o ch st e 11 e r, Paul Sauer und Emst Holtzmann mit bestem Er­folge dargestellt. Erwähnt werden muß noch das Spiel der Geige, das besonders durch den feinen Wechsel in der Tonstärke mit dazu beitrug, den Abend zu einem wohlgelungenen zu ge-

2lus Stabt uttb Land.

Dießen, den 3. März. 1922.

Der goldene und der silberne Himmel.

Daß der Himmel blau ist, war eine der wenigen Tatsachen, die wir bisher auf unserer so viele Zweifel bietenden Erde für unbe­stritten hielten. Vorn Himmelsblau haben uns unzählige Dichter gesungen, und ein Blick em­por überzeugt uns, daß sie recht hatten. Aber in Wirklichkeit ist der Himmelsraum gar nicht blau, sondern bei Tage blendend goldig und bei Rackt silbern. Auf diese überraschende Er­scheinung macht der Hallenser Professor Wil­helm Roux in den bei Julius Springer in Berlin erscheinendenNaturwissenschaften" aufmerksam.Ich erinnere mich noch," erzählt er,daß ich bereits erwachsen war, als ich in einer klaren Winternacht während d-es Heber» schreitens eines großen Platzes und ß»ei län­gerem Betrachten des Vollmondes plötzlich ürkamcke:Der ganze dunkle Raum über dem Play ist ja in Wirklichkeit leuchtend silber» 5eIL Der klare Himmelsraum erscheint dem Auge verhältnismäßig wenig hell; er ist aber tatsächlich mit einem sehr viel intensiveren Lichte erfüllt, als wir glauben. Dieses Licht ist bei Tage so hell, wie Der Blick in die Sonne, bei Rächt wie der Blick in den Mond oder in jeden einzelnen der sichtbaren Sterne. Die Tatsache der allseitigen Durchdringung des Himmelsraumes mit Licht ist seit Hrzeiten be» faiuti. Wir müssen uns also nur dessen be­wußt werden, daß dieser Raum von einem überaus Hellen, aber nicht als Ganzes sicht­barem Lichtmeer erfüllt ist, und müssen uns .klar machen, warum dieses Lichtmeer nicht als solches erscheint. Das hat zunächst seinen Grund darin, daß wir nur dasjenige Licht lehrn, das in unser Auge fallt, und dann darin, daß in unser Auge in jedem Augenblick und an jedem Ort immer nur derjenige kleine Teil, der nach allen Seiten vom Leuchtkörper aus­gehenden Strahlen gelangt, den die Pupille durchläht. Die anderen dirÄten Strahlen gehen am Auge vorbei; sie sind daher für dieses nicht sichtbar, also so gut wie nicht vorhanden. Sv weit aber diese Strahlen alszerstreutes

Airs Hessen-

Bevölkerungsbewegung in Hessen.

Die Eheschließungen, Deren Zahl in den Kriegsjahren 19151918 jährlich nur 5722 betragen hat, sind nach dem Kriege 1919 auf 16 945, l£20 sogar auf 19 315 gestiegen. Im letzten Vierteljahr von 1920 machte sich allerdings bereits ein Abflauen dieser hohen Heiratsziffer bemerk­bar. Im Jahre 1921 wurden nur noch 15 540 Ehen geschlossen. Gegenüber der Vorkriegszeit ist diese Zahl immer noch sehr hoch, denn 1911 biS 1913 betrug sie nur 9635. Man sollte nun er­warten, daß entsprechend dieser vielen jungen Ehen auch Die Geburtenziffer gegenüber her Vorkriegszeit stark in die Höhe gegangen wäre, das ist aber nicht der Fall. 191113 betrug die Zahl der Geborenen 33 622, 1920 33 612, 1921 sogar nur 32 027. Da die Sterbeziffer etwas zukückgegangen ist (911113 betrug sie 18718, 1920 19 070, 1921 17 582), so ist der Geburten«- Überschuß in den beiden letzten Jahren nahezu der gleiche wie kurz vor dem Kriege. 191113 betrug d.eser 14 904, 1920 14 542. 1921 14 445.

2h«s dem besetzten Gebiet

Koblenz, 1. März. (Wolsf) Die -Inter­alliierte Rleinlandkonunission hat tie Wochen­schriftRheinischer Beobachter", her­aus gegeben in Berlin, Stromstratze 50, vom 1. März an auf die Dauer von drei Monaten tm besetzten rheinischen Gebiet verböte», weil ein in (Kummer 5 der Wochenschrift enthaltener Artikel Die Würde und die Sicherheit der Be­satzung Struppen zu verletzen geeignet f i. Außer-, dem hat die Rhcinlandkommisiion den Vertrieb des BuchesT ie Schrecknisse der fran­zösischen Legion", betau3gg bei von Her­mann Schasfenftc-in in Köln, nn besetzten Gebiet verboten.

Künstierfest tm Stadttheater. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß zum Künstlerfest, das, außer anderen Heberraschungen, eine Einstudierung von Kalmans OperetteDie Csardasfürstin" bringt, noch auf allen Plätzen Karten zu haben sind, mit Ausnahme des 2. Ranges.

Wettervoraussage

für Samstag:

Wollig, meist trocken, kühl, nordwestliche Winde.

Die 'Wetterlage zeigt noch keine wesentliche Aenderung.

Kreis Lauterbach.

z. Bermuthshain, 1. März. F a m i- liendrama. Seit gestern nachmittag hatte sich die Ehefrau eines hiesigen Einwohners mit ihren beiden kleinen Kindern im Alter von 2 und 5 Jahren von ihrem Hause entfernt und war nicht dorthin zurückgekehrt. Jetzt gelangte die Mit­teilung hierher, daß man die Vermißten in dem -in der Kreisstraße gelegenen Weidheckcnteich er­trunken aufgefunden habe. Familienstreitigteiten sollen die Hrsache zu der (£at gewesen sein.

A Frischbvrn. 2. März. Ein schweres Hnglück trug sich hier zu. nachdem der Racht- zug Der Vogelsbergbahn abends 10 Hhr von hier nach Lauterbach abgefahren war. An derStraßen- überfahrt nach Lauterbach stieß die Maschine auf ein Fuhrwerk, dessen Leiter zu spät das Bauten gehört hatte; eine Schranke ist nicht vorhanden.

Sie Doppellast des Ministers Dr. Hermes.

Berlin, 3. März. Die Blatter erklären, daß dvr Reichsernährungsminister Dr. Hermes, der $ur Zeit auch die Geschäfte des Reichsfinanz­ministers führt, den Reichskanzler ersucht hat, eine endgültige Entscheidung darüber zu treffen, welches Ministerium in der Folge von ihm ver­waltet werden soll. Hermes erhärte, daß er die Last der Verantwortung für beide Ministerien nicht mehr taqen Ion ne.

Stunde, außerdem eine Erhöhung der Kinder- Zulage um 10 Pf. pro Stunde. Da die Kohlen für bas Gaswerk für den hohen Preis von 85 Frk. pro Sonne z. T. aus Dem Saargebiet bezogen werden müssen, wurden Gas- und KotS preis wesentlich erhöht. Der erstere ist von 2,30 auf 3 Mark, der letztere von 35 auf 50 Mark gestiegen. Gebrochene' Koks kostet ^53 Mark.

Starkenburg und Rheinhessen.

wd. Mainz, 2. März. Während dcS gestrigen Gewitters schlug der Blitz in d l c Starkstromleitung des städtischen Elet- trizitätSwerkes, die über Zahlbach nach Rie­derroden geht, und das Dortige Werk, Das verschiedene Orte Rheinhessens mit Kraft und Licht versorgt, mit Strom versieht. Die Sin- schlagstelle, die bisher nicht gefunden werden konnte, nvib zwischen Zahlbach und Rieder roden liegen. Außer der Stadt Mainz selbst, die durch den Rückschlag betroffen worden ist. waren noch mehrere Orte in Rheinhessen bis 9.30 Hhr ohne Licht und Kraft.

Gerichtssaar»

Berlin, 2. März. (WTD.) Dic Straftam- mer verurteilte den Schriftleiter derDeut­schen Z e i t u n g". v. S ch i 11 i n g , der in einem Artikel über den Kahnschen Vertrag mit den Deutschen Werken von einem Panama der Sozial Demokratie gesprochen und dabei Den Vizekanzler Bauer, den Reichsminister Wissel und Den Reichstagsabgeordneten Hoch beschuldigt hatte, wegen Beleidigung zu 20 00 0 Mark Geld ft r a s c.

L. H. Don der Landesuniversität. Dr. phil. K ö t t g e n, der sich für das Fach Der geologischen Bodenkunde an unserer Hniversitzät zu habilitieren wünscht, wirb am Freitag, Den 3. März, nachm. 6 Hhr, in Der Kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema: Die Zusammenhänge von Klima und Boden.

** Amtliche Perfonnlnachrichten. Am 24. Februar 1922 wurde Der Förster KonraD Oestreich aus Mehlvs-Gehaag zum, Förster Der Forstwartei Felbkrücken, Oberförsterei Hlrich- stein, ernannt. Mit Wirkung vom 1. April b. Z. ab wurden übertragen: Den Oberzollsekcetären Jäger und Keil zu Ofsenbach a. M. je eine Oberzollsekretärstelle beim Hauptzollamt Mainz, dem Oberzollsekretär Jacob zu Worms eine Oberzollsekretärstelle beim Hauptzollamt Bingen, dem Obcrzollsekretär Dreser zu Gießen eine Oberzollsekretärstelle beim Hauptzollamt Worms.

mc. Vom Sommerfahrplan. Der am 1. Juni in Kraft tretende Sommerfahrplan bringt, wie schon jetzt mitgeteilt werden kann, zahlreiche Aenderungen and Hmlegungen von Zügen. Auch Die Einführung Der schon lange geplanten (Bierter- klaste-Schiwll^üge ist zu Diesem Zeitpunkt geplant.

** DiehhanDelserlaubniskarten. Die Gültigkeit Der für Das Jahr 1921 aus­gestellten Viehhandelserlaubniskarten ist gemäß der Bekanntmachung Des Hessischen Ministeriums für Arbeit unb Wirtschaft, Abteilung für Er­nährung und Landwirtschast, vom 1. März 1922 toieberum um zwei Monate, unb zwar bis zum 30. April b. I., verlängert worden.

** E i n Betrüger ist in letzter Zeit in der hiesigen Gegend ausgetreten, der es auf bas Gepäck von stellensuchenden Dienstmäbchen ab­gesehen hat. Gr mietet Durch Vermittlung Der Stellenvermitllerinnen Dienstmädchen, wobei er sich als Witwer und Angestellter eines Berg­werks ausgibt, nimmt Die Mädchen alsbald mit. ist ihnen beim Transport des Gepäcks behilflich und verschwindet Dann Damit Aus Diese Weise hat er in Der verflossenen Woche auch eine hiesige ältere Person, die er als Haushälterin gemietet hatte, um ihr Gepäck im Werte von 8000 Mk. geprellt Vor Dem Schwindler wird hiermit nachdrücklichst gewarnt

"* Diebstahl. Zn Der Nacht zum Mittwoch wurde aus der Garderobe eines hie­sigen Hotels ein werwoller lila Darnen- flauschrnantel mit Skunksbesatz entwendet. Bor Ankauf wird gewarnt.

** Das Gießener Ortskartell na­tionaler Derufsverbände hält, wie aus feiner Bekanntmachung hervorgeht, an jedem Dienstag und Donnerstag von 1012 Hhr vor­mittags unb von 36 Hhr nachmittags in Der Geschäftsstelle GoBer (trabe 1 5 p., Sprechstun- Den ab. Auskunft wird erteilt in Rechts- unD Steuerangelegenheiten, außerDem tn allen das Arbeitsverhaltnis betreffenden Rechtsfragen für alle Arbeiter kostenlos.

** Der Theaterabend zum Besten Der Gießener Studentenh ilfe trug mit Ausnahme DeS musikalischen Teiles ein tiefernstes Gepräge. DieS war tz^hl Der Grund, Daß Die Sonate OMoll von Scyubert zwischen Die beiDen Aufführungen gelegt tourhe. HnD sicherlich wirD ihre meister hafte WieDergabe Durcb Pros. Dr. Henle vielfach eine von Dem (Bann des Ge­sehenen befreiende Wirkung gehabt und wieder ein gewisses Gleichmaß Der Seele hergestellt haben, um von Der packenDen Tragik DesLa'iös" nicht überwältigt zu werben. Für Die beiden dra­matischen Stücke hatte Die Gießener WalDbühne ihre Kräfte zur Verfügung gestellt. Deren Leistun­gen ja schon mehrfach erprobt sinD. Hugo von HofmannsthalsDer Tor unD Der Tob" läßt sich zusammenfassen in die Worte Claudios, die etwa lauten:Tob, lehre Du mich leben" unD Tod, Du bist mir Leben". ClauDio, Der Tor, wurde von Dr. v. FaberDu Faur verkörpert, Der besonDers in Der Zwiesprache mit Dem ToD sehr glückliche Momente hatte. Dr. Kling gab

so wenig gekannten Leben Der alten Karthager erhalten, oas Flaubert in feinem RomanSa- lammbo in einer Durch Die neuen Funde vielfach bestätigten Form Dargestellt hat.

Die erste Ausstellung fran­zösischer Kunst in Japan. Sine um­fangreiche Ausstellung französischer Kunst. Die vorzügliche Arbeiten der hervorragendsten modernen französischen Maler und Plastiker umfaßt, wird im kommenden Frühjahr in To­kio statrfinden. Wie imCicerone" berichtet wird, werden neben den besten Arbeiten der Manet, Cäzanne, Renoir, Degas usw. auch lebende Künstler aller Richtungen gezeigt wer­den. Bon Rodin werden 30 Bronzen Da sein. Es wirD interessant sein, Die Aufnahme dieser in chrer Art ersten Veranstaltung in Japan zu beobachten und ihre Nachwirkungen festzu­stellen. Hoffentlich kommt es bald zu einer ähnlich umfassenden Ausstellung von Arbei­ten Deutscher Künstler.

Ein Kochbuch Der Wertherzeit. Tie Wissenschaft der Kiiche spiell tn Der Kultur Des 18. ZahrhunDerts bekanntlich eine große Rolle, und selbst Herrscher, Dichter und Philo­sophen bünften sich nicht zu gut, um sich an den Kochherd zu stellen unb irgend ein besonders schwieriges Gericht auszuprobieren. Wer Lud­wig XV. eine neue Finesse der Tafel vorführen wollte, mürbe eher bei ihm zur Audienz zu- gelassen, als wenn er ein hochpolitisches Geheim­nis mitzuteilen hatte. Der geistvolle Grimod De la Reynii:re ist Durch seine kulinarischen Kunst­werke, Die er in seinemAlmanach der Fein-

Ko y l h a s e verdienen Lob. ein Gewinn.

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