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Die Konferenz von Genua

irtDrcen nacf*rnitf-nrt ftntt Fv>wtn -inrtvmtttnn ,,, unterriu)tetcn Mreijen yerrfcht die Hoffnung vor, fammen^fp^ 9 * nachmittag zu- die Schwierigkeiten überwunden toerdlä und

rn i'v; O ms r die Koalition vor einem Bruch bewahrt wird.

A iT8- (Wolff.) «amtliche Lach derTimes" bestehen scharfe oattlscye Staaten haben sich entschlos- iGegeusätze in der univnistischen Partei

gen des Außenministers nicht den Rücktritt ganzen Kabinetts zur Folge haben wird.

Das schwedisch-russische WirtfchafLsabkomrnen.

Waffe Gebrauch machte. 3 Personen wurden ge-, /tötet, 5 verletzt. 4 Polizisten wurden durch 6letn=«

Eine neue polnische Forderung.

Berlin, 3. Marz. Dach einer Mel­dung derBossischen Zeitung- hat der pol­nische oberste Bolksrat in einer Sitzung in Kattowitz einstimmig eine Entschließung an­genommen, die sich an den apostolischen Stuhl mit der Bitte um Absonderung der schlesi­schen Wojwodschaft von der Breslauer Diö­zese und Errichtung eines selbständigen oberschleslschenBiStumö wendet.

Polnische Kabincttskrisis.

Warschau, 2. März. (WB.) Der polnische Minister des A.ußeren, 6 11 r m u n t, stellte tn der Sitzung des parlamentarischen Ausschusses für auswärtige Ang legen beiten ganz unerwartet einen Antrag aus ein ausdrückliches Dertrauens- lbvtum für seine Außenpolitik. Er will seine Reise nach Paris und London erst ontreten, wenn ihm das Vertrauen ausgesprochen ist. Am Donnerstag findet eine neue Sitzung des Aus­schusses für auswärtige Angelegenheiten statt, worin die Vertrauensfrage erörte t werden soll. Die innenpolitische Lage ist so verwickelt, das; man nicht übersehen kann, ob das Terlcrn-

. Paris, 3. März. (WTD.) Der inter- mtnifterielle Ausschuß, der mit den Dorarbel- ten für das technische Programm der K o n - ferenz von Genua beaufttagt ist, soll

Die parlamentarische Krifis in England.

Die Unruhen in Aegypten.

Kairo, 3. März. (WTV ) InTanta fand vor einem Polizeikommissariat eine Kund -t gebung statt. Die Polizei wurde mit. Steinen beworfen, worauf sie von derch

fallstor für seinen Handel mit Rußland ttachtet.

Die Unruhen in Portugal.

Lissabon, 3. März. (WTV.) Es treffen, weitere Truppen hier ein, um sich mit den­jenigen zu vereinigen, die die Umgebung von, Lissabon beseht haben. Der Befehl hierzu geht- von der Regierung aus, welche politische oder soriale Kundgebungen in der Stadt befürchtet. Die Lage ist bis jetzt noch normal.

Spanien und Frankreich.

Madrid, 1. März. (WTB.) Anläßlich bet'1 heutigen Wiedereröffnung der Cortes weifen die Zeitungen auf die Schwierigketten hin, auf die die Regierung wahrscheinlich gelegenllich dev, Steuervrojekte stoßen werde.

Wie die Zeitungen berichten, gestalten sich di<^ spanisch - französischen Vertrags-, Verhandlungen weiter schwierig.El D'c-^ bäte" übt in einem Leitartikel scharfe Kritik^ an Frankreich, das in der Abftcht^ Deutschland zu ruinieren, gegen den aller Welt notwendigen Frieden Obstruktion treibe.

Gleiwitz.

Von Dr. Herschel, M. d. R.

3n Genf scheinen einige Punkte der deutsch- poln'schrn Wirtschaftsverhandlungen nicht durch Vereinbarung, sondern durch Slichentscheid des Unparteiischen geregelt werden zu sollen. Das ist eine Entwicklung, die den Vertragschließenden wohl ebensowenig erwünscht erscheinen dürfte, als Herrn Calonder selbst. Auf dessen Wunsch soll augenblicklich noch die Erörterung von Einzel­heiten unterbleiben. Eine Mitteilung der deut­schen Delegation an die Presse meint, daß sonst eine Erschwerung der Arbeiten sich ergeben könnte. Dabei wollen wir uns bescheiden, obwohl gerade diese streitig gebliebenen Punkte zu den wich­tigsten der Verhandlungen überhaupt gehören.

Dun werfen die Gleiwiher Vorgänge tiefe Schatten über Oberschlesien. Von der Schießerei in Petersdorf waren sofort unangenehme Folgen zu erwarten. Hetzt aber, nachdem französische Bluttaten dazwischen getreten sind, die man viel­leicht dadurch ins Vergessen bringen will, werden in Paris Forderungen erhoben, gegen die schärf­ster Widerspruch erhoben werden muß.

Die französische Rote ist bekanüt. Das trau­rige Ereignis in der Turnhalle verschaffte Herrn Poincare ein billiges einstimmiges Vertrauens­votum der Kammer. Daß Sozialisten fehlten, wurde nicht erwähnt. Gegen den Premier stimm­ten sie jedenfalls nicht. Run erfolgte eine genaue Untersuchung des Falles durch den Staatskom- mif'ar Dr. Peters. Sie ergab nichts von einer Beteiligung deutscher Organisationen aus dem Reiche.

Solche hatte Frankreich beschuldigt. Es muß beweisen. Sonst ist die 3. K. verantwortlich Sie hat für Ordnung und Sicherheit auch ihrer Leute zu sorgen. Moralisch und materiell hat sie etwaigen Schaden zu vertreten, ebenso wie den der polnischen Aufstände. Hat sie doch auch diese nicht verhütet.

Jetzt, einen Monat nach dem Vorfälle, be-

_______________ _______ , mahlin des Reichspräsidenten Ebert würfe verletzt. Die Ruhe ist vollständig wieder-. I fand heute nachmittag für die hier beglaubigten hergestellt. . "Botschafter und Gesandten mit ihren Damen

* -----------/ k - ,etn Empfang statt, _

. , -re Frank­

reichs, man verlangt Entfernung der kommunalen Behörden von Gleiwitz und sonstige Genugtuung durch die Stadt, daneben reiche Sühne vom Reiche in Gold (der .Mcttin" spricht von vielen Millionen!), vor allem aber auch und baß ist das Tollste wirksame- Garantien durch den Druck einer Verlängerung der Desehungsdauer von Oberschlesien. Ja, derQHatin (bekanntlich das Blatt Poincar6s) spricht sogar drohend von Kriegsgefahr, falls Deutschland (!) die Propa­ganda gegen die Truppen nicht sofort einstelle. Den Beweis einer solchen, aus den es allein an- iäme. schenkt man sich freilich.

Die Pariser Presse ist gut eingespielt. Sie oroht sofort mit der gepanzerten Faust. Run wird verhandelt. Kommt schließlich eine etwas weniger schlimme Rote, so muß Deutschland doch leben, wie gerecht, ja wie milde Frankreich ist. Wir sind schon wiederholt auf solche Dinge in ben letzten Jahren hineingefallen.

Rehmen wir aber diesmal die Säche nicht leicht. Man mobilisiert am Ende die französische öffentliche Meinung für die Fortdauer der De- letzung. Vielleicht glaubt man den Vorwand zur Festhaltung des deutschen Restgebietes im Falle Gleiwitz gefunden zu haben. Das Abtretungs- geviet mit den großen deutschen Städten wird ingn am 3. Mai feierlich den Polen übergeben. ~~ der Gedenktag ihrer Konstitution und des letzten furchtbaren Aufstandes in Oherschlesien. o VT011 ^Qentteinem juristischen oder moralischen A^en ist selbstverständlich auch nach festen der Franzosen gar keine Rede, x Friedensvertrage sind die polnische

und deutsche Regierung aufzufordern, die Der- waltung der Teilgebiete zu Übernehmen. Dann abziehen. Für Sanktionen ble'bt Obersch'e. ten außer Betracht, weil es Son- oerbest immungen des Friedensvertrages unter- L? SaMi-mMll bot. Oiur auf das Recht des Stärkeren könnte Frankreich sich berufen.

Nr. 53' -

Der -iehener Jhtjelqej erscheint loglich, außer Sonn« und Feiertoos. Monatliche Sezugsvrtife:

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koüschecllonlo: Sronfiurt a. M. 11686.

Stockholm, 2. März. (Wolff.) ...... lich. DaS vorläufige schwedisch-russi­sche Wirtschaftsabkommen ist von

hinsichtlich der Frage, ob man Lloyd George folgen soll. Das Blatt meint, wahrscheinlich werde die große Mehrheit der Füh.uug «Shamber- lains folgen. 3n einigen Kreisen werde vorge- schlagcn. Balfour aufzufordern, ein Verlegen- heitskabinett zu bilden, und zwar mit Unter- stühung der Unionisten, die eine ausreichende Mehrheit über alle übrigen Parteien im Unter­laufe besitzen. Indessen würde eine solche Re­gierung mit der Zeit auf Schwierigkeiten stoßen.

Englische Kulturpropanda in Lettland. t

3n der WvchenauSgabe desManchester Guardian- veröffentlicht Sir Alfred T. Davies einen Aufruf zur Fortsetzung der englischen Bücherspenden für Lettland. Zwei große Sen­dungen, die auf Anregung des Lord-Mayors von London gesammelt worden waren, sind bereits nach Riga verschifft worden und dort eingetrvffen. Die große Schenkung hat in dem jungen Staat wie der Dank des Minister­präsidenten Meieroviz bezeugt, großes Inter­esse hervorgerufen, hat doch die Republik Lett­land das Englische zur zweiten Staatssprache (nach der lettischen Ra- tionalsprache) erkoren. Sir Lllfred T. Davies ist der Meinung, daß derartige private Be­mühungen der Engländer um die Sympathien Lettlands sich segensreich erweisen müssen, nicht zuletzt für England, das die drei let­tischen Häfen Riga, Libau und Windau, wie Davies ganz offen schreibt, als nördliches Ein-

Dentsche Answattderrrvereinc und Sicdkuiiqsgcsellschaficn.

Grob ist die Zahl der dm'scheu Auswanderer- ibereine und Siedlungsgesellschaften, welche sich den wenigen Zähren nach dem Kriege in »-Deutschland und im Ausland g'bilb't haben Ihre .-Zahl ist noch ständig im Wachsen begriffen. !Mitte Februar 1922 sind es bereits ü5er 2)0 Ge- iSeilschaften, welche sich auf die verschiedensten 'Auswanderungsziele verkeilt haben. Mit wie gc- I' ringer Sachkenntnis und Erfahrung häufig der­artige Auswanderervereine und Eiedlungsgesell^ ^baften gegründet werden und wie sie sehr ost .lediglich den Zweck der Bauemftnzerei ha^en «.beweist die große Zahl der bereits zusammen- -gkb.ochenen und ruhenden Auswanderung -- und ,SieUungsgesellschaften, es sind deren nach dem -uns vorliegenden Material nicht weniger als 72. '»Grund deS Zusammenbruchs sind mit unsolide liGeschäftsmethoden und falsche Spekulationen ; gewesen.

2ln der Arbeit sind zur Zeit noch im ganzen 137 Gesellschaften, wovon die meisten (49) '$>:*« silicn als Auswanderungsziel ins Auge gefaß' -haben. Von diesen haben 33 ihren S.tz in Bra j filiert und 16 in Deutschland. Cs folgt Ar'e ckinim mit 21 Siedlungsgesellschaften, von le en IS ihren Sih in Argentinien und 6 in Dru schland haben. 12 haben das Ausland allgemei i als »Siedlungsgebiet inS Auge gefaßt 7 mit dem XSiQ in Deutschland haben sich Südarne ika tm ofllgemeinen als Auswunde rungstiel erwä'l'.. Es folgen 4 Siedlungsgesellschaf'en für Metik) mit dem Sih in Deutschland, 3 für Mexiko mit dem '/Sih in Meriko, je 3 für Venrzue'a. Paraguay, je 2 für Ehile, Columbien, Asien A'rila, Ufra'nc uns) Rußland. Es bestehen außerdem nicht we­niger als 20 Unternehmungen, welche als zweifel- hqste Auskunftsstellen bezeichnet werden müssen.

Aus Dem Reiche.

Die Drotversorguug.

Berlin, 3. März. LautVorwärts" beauf­tragte die sozialdemokratische Reichstagsfraktivr ihren Vorstand, beim Reichskanzler Dr. Wirth unverzüglich wegen der sehr beunruhigender' neuen Preissteigerung für Brotge­treide vorstellig zu werden. Don der Regie­rung sollen sofort durchgreifende Maßnahmen verlangt werden, die Drotversorgung der min­derbemittelten Bevölkerung zu Halbwegs erträg­lichen Preisen sicherzustellen.

Deamtenbesoldungssragen.

Berlin. 2. März. Wie die .Deutsche All. gemeine Zeitung" erfährt, sind die Finanzministe der Ländern heute nachmittag im Reichsfinanz. Ministerium unter dem Vorsitze des Reichsfinanz- miniNers zu einer Besprechung über die Be - amtenbesoldungS fragen ^uf an-, nter ge­treten.

Der Arbettszettgesehenttvurf.

Berlin. 2. März. iPrrv.-Tel.) Grsterr fanden im ReichSarbeitsmmisterium Verhandlun­gen zwischen den Vertretern der Reichsregierung und den Spitzenorganisationen der Gewerkschaf­ten statt, um die Aussprache über den A r beitszeitgesehentwurf fortzusetzen. Mi­nisterialdirektor Hitzler wies darauf hin, daß die Einführung des Arbeitszettgesehes für die Eisenbahn eine unbedingte Rotwendigkeit sei Man einigte sich dahin, daß die Spitzen Organi­sationen zunächst sich mit der ganzen Materie eingehend befassen wollen. 3n eitler weiteren Sitzung, die für den kommenden Freitag an gesetzt ist, sollen die Verhandlungen mit der Regierung fortgesetzt werdem

Ein Empfang bei Frau Ebert.

Berlin, 2. März. (WTB.) Bei der Ge-

Reichskobinett und Steuerkompromih.

Berlin, 3. März. Wie die Blätter erfahren 'tritt bad Reichskabinett heute nachmittul ^u einer KabinettSsihung zusammen, by illch unter anderem mit dem oorläufigcn Ao körn- racn über die Sachlieferungen befaßen wird.

Den Blättern zufolge wird Reichskanzler Dr ,*3$ i r t b-bie Besprechungen mit den FruktionS- führern über daS Steuerkompromiß heute vormittag aufnehmen. Wie die .Zeit" mittcilt, bat die Reichstagsfraltion dec Deutschen Volts- Partei bisher noch keine (SlnlabTng zur Teilnahme an den Besprechungen erhalten. Das Blatt be- -merkt weiter, dgß eine Beteiligung der Deutschen '^olkspartei an den Verhandlungen nur dann in *Srage komme, wenn sie nicht nur von der Re­gierung, sondern auch von der Regierungskoa­lition ausdrücklich gewünscht wird.

Die sozialdemokratische Reichs­tag s s r a 11 i o n beschäftigte hdi laufVoi - ftoärtä gestern abend mit dem Steuerlompromis) 'Anlaß zu diesen Bespreckmngen hat das Ver halten einzelner Mitglieder der Deutschen V o l k s p a r t e i gegeben, die in den ©teuer- ausschüssen den Anschein erweckt haben, als ob das Kompromiß für ihre Fraktion keine Geltung .mehr habe. Die sozialdemokratischen Mitgliedel .her Steuerausschü.se wurden von der Fraktion beauftragt, hurte von der Deutschen Volkspartei eine Erllärung über ihre Stellungnahme zu dem ISteuerkompromih zu verlangen. Sollte di? Deut' -schr Voltspartei ihre bisherige Zustimmung ver «weigern, bann würden selbstverständlich auch die i Sozialdemokraten alle bisherigen Qkreinbarungea über diese Fragen als hinfällig erklären.

London, 2. März. (WTB.) Bis gestern abend Hal sich in der politischen Krise nichts geändert, indessen deuten Anzeichen darauf hin, daß die Anhänger der gemäßigten Rich- tUHQ alles tun, um die Koalition zu retten.

Dailh Chrvnicle" erflärt: Balfour n^er : ®eor9e gegen die Unversöhn­

lichen in der konservativen Partei und beabsich» tigt, sie demnächst öffentlich zu fragen, welcher 2Irt ihre Politik fein würde, wenn sie die Koa­lition niedergeworfen hätten.

DieWestminster Gazette" schreibt: Die Koalition zerbrach, weil sie ein unnatür­liches Bündnis darstelll und zu Kompro­missen und Ausflüchten gezwungen war.

Daily Telegraph" schreibt: In wohl­unterrichteten Kreisen herrscht die Hoffnung vor, daß die Schwierigkeiten überwunden werden und

Was wird England dazu sagen? Ob Lloyd George in Boulogne auch über Oberschlesien ver- handelt haben mag?

Dessen Dauerbesetzung hätte u. a. folgende innerpolitische Folgen für uns: 196

. CBcber könnte der Reichspräsident noch in Oberfchlesien zum Reichstage gewähtt werden Schon im Jahre 1920 war letzteres unmöglich Es mühte ferner die Abstimmung über die Auto­nomie unterbleiben, denn sie kann erst nach Lieber- gäbe der Verwaltung erfolgen. Daß diese nur '-iviliter übergeben würde, ist nicht anzunehmen.

Die ungeheuren Desehunaskosten liefen Wei­ler. Die Polen könnten ihre Agitation in Deutsch- Oherschlesien unter der wohlwollenden Billigung ihrer französischen Freurtde fortsetzen. Schwerster Schaden drohte.

Grund genug, unser gutes Recht auf das äußerste zu verfechten. Wir haben in Gleiwitz eine Gegenrechnung aus den Fällen Willim und 2ticfcnberg. Si, steht aus festerem Rechtsboden -als die Forderung der Franzosen. Darüber ein anderes Mal.

Annahme von Anzeicien für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit Stets für 1 mm höhe für nzeigen v 3-i mm Breite örtlich 90 Df, auswärts 120'Df., für Reklame, Anzeigen von 70 mm Breite 350*Df- Bei Platz- Vorschrift20 ,Aufschlag Hauvtschnftleiter: '2Iuc Eoetz Verantwortlich für Politik Aug. Goeg, für den übrigen Teil Karl Walther: für den Anzeigenteil Hans Beck, sämtlich in Gießen

fen, sich auf der Konferenz von Gen u ge­meinsam verttelen zu lassen, und ihre A e u - traltfterung zu fordern.

Die französische Angst vor der deutschen Wehrmacht.

Paris, 2. März. (WTB.) Die Bot- schafterkonferenz beschäftigte sich gestern Doimittag mit der Frage der Aufrechte. Haltung der ständigen Kontrolle über die deu tfche Wehrmacht. Der eng'i,ch2 Bot­schafter Hardinge brachte ein neuerliches Schrei­ben der Foreign Office zur Verlesung, worin dieses an der Zurückweisung der von Frankreich vorgebrachten Gründe festhält. Das ^Echo de Paris" wirst die Frage auf, ob England sich mit der Einrichtung der ständigen Kvntro'le des deut­schen Lustsah'.wesens nur unter der Vorauisetzu g einverstanden erkläre, daß die drei im Ruhr­gebiet besetzten Orte von den alliierten Truppen geräumt würden. Frankreich halte daran fest, iese Räumungsfrage mit der Einrichtung der Luftfahrtkontrolle nicht verbinden zu lassen. Das Blatt fragt, ob England damit ein verstanden sei, daß nach der Auflösung der mllttärischen Ent­waffnungskommissionen der Stand der deutschen Streitkräfte unter der direkten äleberwachung der Alliierten verbleibe und nicht der Beaufsichtigung durch die im Versailler Vertrage vorgesehenen, vom Völkerbünde zu entsendenden Än.erkom- Missionen unterworfen werde.

Berlin, 2. März. (WTB.) Eine Tele- graph.magrntur verbreitet Aus'ührungen Poin- rares über die deutsche Artillerievor­schrift, die nach seiner dort wiedergegebenen Dehaupttrng den Offensivkrieg in begeisterter Weise rühme. Die Artillerievorschrift, auf die der Ministerpräsident Bezug nimmt, hat selbst­verständlich die Aufgabe, die Truppen auf den Kampf vorzubereiten. Daß dabei von einem Offen­sivkrieg mit keinem Wort die Rede ist und daß an einen solchen niemals gedacht wurde, ver­steht sich von selbst. Wenn einmal in der Vor­schrift von einer Vorbereitung auf den Krieg ge­sprochen wird, so hatte das Reichswehrmini, fterium den Fall tm Auge, daß Deutschland durch einen feindlichen Einfall oder durch den Uebcrtritt fremder Truppen, wie seinerzeit in Ostpreußen, vor die Rotwendigkeit einer kriege­rischen Defensive gestellt wird. Eine solche ist auch durch den Vertrag von Versailles nicht unterlagt

Aus der französischen Kammer.

Paris, 2. März. (WTB.) Kammer. 3n der Fortsetzung der Debatte über das Rekru - tierungsgeseh verweist der Abg. B e n a - z e t auf die Bemerkung des Berichterstatters Fabry, Deutschland könne trotz der ihm auf- erlegten Abrüstung durch seinen organisatorischen Geist die Mittel finden, um schnell ein furcht­bares Heer auf die Deine zu bringen. Er ver­weist auf ein Schriftstück, daS Einzelheiten über die Organisation des zukünftiaen deutschen Heeres bringt, und legt bar, das Deutschland es ver­standen habe, eine mächtige Selbstschuh­organisation zu schaffen, trotzdem der Ver­trag ihm nur ein Heer von 100 000 Mann zu­billige. Man müsse deshalb etwas anderes finden. Was vor allem nötig sei, fei eine Organisation, die Frankreich befähigt, feine Unverletzlichkeit zu sichern. Der Redner erklärt, er werde in der nächsten Sitzung auf die Wichtigkeit des Funk­tionierens der Verkehrsmittel zu sprechen tom- men. Die Sitzung wird auf morgen vertagt.

Die Aranzosenpolitik im Sanrgebiet.

Berlin, 2. März. Gegen die Verfügung der Saarregie'.'ung, die den fakultativen fran­zösischen Unterricht tn den saarlän­dischen Schu len verfügt, hat die Schul­deputation der Stadt Saarbrücken einen Be­schluß gefaßt, in dem sie den Antrag stellt, daß für die Zulassung der Kinder zu dem französischen Unterricht neben tem Wunsch der Ellern das Urteil der Lehrer über Begabung und Leistungs­fähigkeit der Kinder maßgebend sein soll. Die Schuldeputation sieht sich veranlaßt, ihr Be­fremden über die Art und Weise der Ein-1 führung kurz vor Schluß deS Schuftahres ohne! Anhörung der behördlick-en Organe auszu'prechen. I Sämtliche politischen Parteien stell en sich auf den Boden dieses Beschlusses und erklärten, daß die betreffende Verordnung, da sie ohne An­hörung der gewählten Vertreter des Volles er­lassen worden sei, ein Verstoß gegen den Friedens- Vertrag bedeute.

dem schwedischen .Handelsminister und dem hiesigen Sowjewertteter Kershentsesf unter­zeichnet worden. Das Abkommen bedarf noch der Zustimmung des Reichstags.

Der russifch-persifchk Vertrag.

Teheran, 2. Mürz. (WTB.) Am 26. Febr. erfolgte in Teheran der Austausch der Ratifi­kationsurkunden über den rus sisch- per s ischen CDertrag.

\ 172.3afirgang Zreltag, 3. Mrz 1922

GletzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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