24. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
freien.
(Fortsetzung folgt)
Dur eine kurze Las! durfte sich der Doktor gönnen, denn wenn er länger zögerte, war der Kanal bis oben gefüllt und ein Durchschwimmen lrch. 2111 o begab sich P.rzeltus
2lbg. Knoll (Ztr.) tritt warm für daS Mainzer Stadttheater ein, das ein künstlerisch hervorragendes Institut sei -und das m ferner Eristenz schwer bedroht ist.
2lbg. Dr. 'Müller (Bbd.): Meine Fraktion hat schwere Sorge, ob wir diese Zuschüsse auf die Dauer bewilligen und aufbringen können. Selbstredend find wir von der kulturellen Bedeutung des Theaters durchdrungen, aber wir können es nicht verantworten, so große Summen zu bewilligen, für ein Institut, das immerhin mir Wenigen zugute kommt. Es must erreicht werden, dast das Theater für alle Schichten der Bevölkerung da ist. Wir werden prüfen müssen, ob und wie wir das Theater zu einer Bolls- bühne umgestalten. In dem inneren Betrieb des Theaters lann noch viel gespart werden. So werden wir ;. B. den Betrag für die Theater- zeitschrifl. die wir für überflüssig halten, und für die ein besonderer Ledakteur angestellt wurde streichen.
Der Doktor liest sich nun rasch ent sch! osten rn das Wasser fallen und schwamm in den soitlichrm Kanal. Er muhte dabei den Kopf hart an die Schultern pressen, um nicht an der oberen Wandung anzustoßen. 2luch empfand er einen starken Wellenschlag sich entgegenfluten.
Er schwamm mit kräftigen Stösten vorwärts, denn jetzt wo die Rettung winkte, spannte sich seine Energie zu einem letzten Aufgel. ost Dennoch wurde das Licht nur wenig stärker, die Wogen und Wirbel nahmen jedoch ständig zu. Auch bc obachtete er, Last der Wasserspiegel ununterbrochen stieg, so Latz oft kaum mehr Raum genug blieb, um Len Kops über Wasser zu halten. Es war, als senkte sich die Decke nach dem 2lusgang hin, der Doktor machte sich darauf gesastt, eine Zeitlang tauchen zu müssen.
Er verdoppelte seine Anstrengungen, um wenigstens selbst vorerst in Sicherheit zu'komm en denn an die Rettung Eduards konnte er M.m erst denken
In immer vollerem Senaten drang ihm di; Helligkeit entgegen und nach werteren m Heistern Kampfe verbrachten Minuten trat die Lecke wieder zurück und Perzelius tauchte, tief afem- schöpfend, am Ufer des Lils über die Flut.
In breiten Wogen stürzten die Wasser des gewaltigen Stromes daher und drangen kreisend und schäumend in die Oeffnung des Kanals ein. Die Überschwemmung des Niltales Hütte in den zwei Tagen unverhält i mä'ij zugeuo.nmen und hxre vorher noch Land gewesen, stand fehl titt unter Wasser.
9art einschliestlich der Börsen (soweit vorhanden) in diesen Orten ausgetauscht werden. Außer- dem nehmen über Dortmund vom 1. August ab am Dlihfunkverkehr auch eine Reihe anderer westdeutscher Städte, die meist im Ruhrgebiet liegen, teil. Durch Dlitzfunktelegramme erfolgt die schnellste Uebcrmittlung wichtiger und dringender Nachrichten (Handelsnachrichten, Kursmeldungen, Börsenaufträge usw.). Qluflicfc- rung bei den Telegraphenanstalten der genannten Orte durch Fernsprecher oder am Schalter, Beförderung zum Bestimmungsort drahtlos-telegra- Phisch: cklebermittlung an den Empfänger am Bestimmungsort durch Fernsprecher. Nähere Aus- künfte erteilen die Telegraphenanstalten der beteiligten Orte. +
__ ** Amtliche Personalnachrichten. Am 24. Juli 1922 wurde der Forstwart der Korn- munalsvrstWärter Beuern, Oberförsterei 'Rabenau, Heinrich Koch II. zu Beuern unter der Amtsbezeichnung „Förster" vom 1. Juli 1922 ab in den Staatsdienst übernommen. — ©-mannt wurde am 26. Juli der Dauschätzer im Kreise Offenbach Ferdinand Fischer aum Oberbausekretär bei der Brandvers icherungsbimmer mit Wirkung vom 26. Juli 1922. — Die Oberbausekretäre Stein- bock und Ahl in Mainz sind an Stelle der Dammeister Aßmuth und Strauß mit Bornahme der Flostuntersuchungen mit Wirlling vom 1. 2lug. 1922 beauftragt worden. — Am 25. Juli 1922 wurde der Aechnungsrat bei dem Ministerium der Finanzen im Bau dienst Karl Ereter zu Darmstadt auf fein Nachsuchen unter Anerkennung einer dem Staate geleisteten treuen Dienste vom 1. Oktober ds. Is. an in den Ruhestand versetzt
** Arbeitsjubilaum. Morgen begeht Fabrikarbeiter Peter Kuhn, Nahrungsberg 12, fein 25jahriges Arbeitsjubilaum bei der Firma Georg Philipp Gail, Dampfziegelei.
* Sür notleidende Kleinrentner ifl neuerdings ein gröberer Betrag aus Deichs- und Landesmitteln bewilligt worden der nach den seither geltenden Grundsätzen verwendet werden soll. Zur Zeit werden aber neue Richtlinien aufgestellt, die künftig eine freiere Handhabung des Unterstützungsmodus ermöglichen.
Neue Sätze für den Ortslohn ge- wöhnlicher Lagearbeiter und den durchschnittlichen Ja h r e s a r b e i t s- verdien ft land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter, die mit Wirkung vorn 1. Oktober d. I. für die Stadt Giehen in Kraft treten sollen, werden in Bekanntmachungen Les heutigen Anzeigenteils veröffentlicht.
Augen frästen sich in die Tiefe -inb versuchten dort etwas zu erkennen. 2Lber noch war er geblendet von der Flamme des Streichholzes und es wirbelten feurige Flecke vor feinem Blick. Erst allmählich beruhigten sich die Sehnerven, Loch irgend etwas Leuchtendes biieb zurück, wie cm fernes Phosphoreszieren, Las fahl aus Lern Abgrand brang. Perzelius wischte sich über die Lider, aber das Leuchten blieb.
Er sah auch, Last es wie leise flimmernde Wellen über Len Wasserspiegel hinglitt. Woher kam diese Dew.gung ■ Das Wasser gewöhnlicher Zisternen lag still — also muhte dieser Brannen irgendwie mit unterirdischen Kanälen in Beziehung stehen.
Wie ein rettender Gedanke durchzuckte es das Gehirn des Doktors. Er erhob sich und wendete sich zu ELaacd hin, der nur mehr schwache Zeichen des Lebens gab.
„Bleiben Sie hier," sa-gte Perzelius Lairn za seinem Genossen, „ich will Len letzten Deriuch tragen. Komme ich nichr wieder, dann sind wir zum Sterben verurteilt. Aber wenn Sie weglaufen. rennen Sie in Ihr eigene» Verderben."
Dann schob er sich mit den Beinen voran in die Ocffmung des Brannens und liest sich abwärts rutschen, indem er sich wie in einem Kamin mit Händen und Füsten gegen die Wände stemmte. Dumps hallte das Kratzen seiner Stiefel in dem hohlen Schacht und von Zeit za Zeit bröckelte etwas von dem Gestein ab und klatschte tief unten in das Wasser
Wieder zweigte em Weg ob und wieder mündete er gleich dem vorigen. Ein wahres Wirrsal von Gängen schien hier den Felsen unter» miniert zu haben wie in einem Ameisenhaufen.
Doch Perzelius wurde aufmerksam. Bei allem Bienenfleiß, die den Alten aut den Ausbau derartiger Anlagen verwendet hatten, waren sie kwch immer mit einer weisen Berechnung vorgegangen, um mit dem geri rgsten Kraftaufwand die höchste Wirkung zi erreichen. Wozu zehn Stollen in den dein treiben, wenn zwei denselben Dienst tuten, sofern sie geschickt angzlcgt waren? Perzelius hatte feine Erfahrungen darin, welchen^ verwirrenden Eindruck ein tiug angelegtes System von nur wenigen Gängen hervorzubringen imstande sei.
Er zog feine Jacke aus und legte sie an Len Eingang des nächsten Stollens, den fte betraten. Wieder vergingen mehrere halbe Stunden, bis ein Quergang tarn, in welchem jener mündete. Aber hierauf hatte man nur wenige Minuten ju gehen und dann zweigte ein scheinbar neuer ©arg ab. Da stolperte Perzelius über etwas Weiches und chls er es a ishob — war es seine Jacke.
Sie waren also jetzt und wahrscheinlich auch vorher schon stundenlang im Kreise gegangen unb was wie eine Unzahl von Gängen erschien' war in Wirklichkeit nur eine einzige in sich z urütf- laufenbc Schlinge.
, Aun beschloß der Doktor, geradeaus zu geben, ohne Rücksicht auf weitere Abzweigungen. Fast ohne mehr eine Empfindung zu haben und w.e betäubt von der Finsternis und dec Stille schritten die beiden weiter.
M DM Mos
Roman von Ernst Scherte!.
treffend Lre Spielleitung Adolf Lelekys Üre Rollenbesetzung nach der Eigenart der Schauspieler »erteilt hatte. Auch die Inszenierung besonders der beiden ersten Akte, liest die sichere Hand des Spielleiters erkennen. Die Darsteller selbst standen ausnahmslos am rechten Platze. Ludolf Goll gab mit feinem Humor dem Professor Kuhlenkanrp die charakteristischen Etgenschasten des alten Junggesellen und, Frauenkenners". Dast diese Rolle dem Stück den Titel gegeben hat, ifl übrigens eine etwas willkürliche Mast nähme des Dichters. Als Großmutter Ku h- lenkanrp vermochte Auguste Marcks durch ihr frisches jugendliches Auftreten die ungalanten Theorien L^s alten Junggesellen über die Vergänglichkeit weiblicher Anmut glänzend zu widerlegen. Den gleichen Erfolg erzielte K a r l a K e l - le r als Maria Senden. Die schweren Seelenkämpfe der bitter enttäuschten Frau wurden in ihrer Darstellung zu einem ergreifenden Erlebnis. ®Iäre Türk fand m Susis üebermut gepaart mit Altklugheit die dankbarste Betätigung ihres L-alentes. Auch Oskar Feigel führte seine Rolle als Dr. Spernann, der das so naheliegende Glück erst spät erkennt, einwandfrei durch. Karl Lambert in war als Hans Ulrich von der Klenck der schneidige und entschluhsreudige junge Mann, wie ihn der Derfasser gedacht bat Die übrigen kleinen Rollen fügten sich dem Rahmen passend ein.
Das offensichtlich befriedigte Publikum das erfreulicherweise verhältnismäßig zahlreich' anwesend war. äußerte seine Anteilnahme in leb- ' >afteftem Beifall. tr.
Abg. Kindt (Snt.): Selbstredend muh das Theater uns erhallen bleiben. Der Spielplan ober bedarf dringend der Aenderung. Ich bin der Ueberzeugung. daß nur Las von Wert ist, was uni wirklich. etwas von Ewigteitswert zu sagen hat. Ich teile in dieser Hinsicht den Stand- .Punkt des Kollegen Wünzer. Das Mahnwort das Kollege Sturmfels an die Ellern gerichtet hat möchte ich unterstreichen. Ich frage aber, ist bte Jugend überhaupt noch zu lenken. Mahn- wvrte fruchten da kaum mehr. Es ist erforderlich daß Las Theater vor allem die Jugend berücksichtigt und seinen Spielplan darauf ein- stellt Um die Zukunft unserer Oper habe ich schwere Sorge. Man hätte die Kün stier innen, bie fetzt gehen, mit allen Mitteln hallen müssen. Wir müssen unsere Kulturmstitute halten, auch ■ mit schweren Opfern.
Abg. Wünzer (D. Dp.) polemisiert gegen E Sturmfelsschen Ausführungen und verwahrt -sich dagegen, daß er Unruhs „Stürme Kitsch grnmnnt haben solle. Dieses 'Wert sei von hohem Inhall, aber leider durchaus nicht geeignet für eine Dühnenaufsührung- das sei seine Meinung. T>er Redner ermahnt noch einmal zur Sparsamkeit
Finanzminister Henrich tritt für die Itanftlerisch: Individualität Gustav Hartungs ein Der Minister legt die Rentabilität des Kleinen Hauses näher dar. Die Gagen Les Künstlerperso- mils seien nicht viel schlechter als anderswo. Die -SparsamkItsmastnahmen der Theater lei tung s)ll- ten anerkannt werden. Das Ballett ist ein über- Lommenes Institut und dadurch nicht iünacr ac- toorben. (Heiterieit.) ' s
In der Abstimmung anrb der Ausschuhantrag Mls Genehmigung Ler Ausgaben mit 21 890 300 Mark und der Einnahmen mit 7142 000 Mark einstimmig genehmigt.
Nach der Pause teilte der Präsident mit, daß heute nachmillag die Besichtigung der Kunstausstellung auf der Mathildenhöhe stattsinde. Morgen nachmittag findet Nachmittagssitzung statt Ka- pllel 9 (Lotterie), 10 (direkte Steuern) und 11 (ßanötagäauSgaoen) werden einstimmig angenommen.
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 2. Aug. 1922.
Ausbau des
Blitzfunktelegrammverkehrs.
Vom 1. August ab wird der versuchsweise eingeführte Dlitzfunktele- grammverkehrweiterausgedehntCs lönnen dann Blihfunktelegramme zwischen Berlin, Bremen. Breslau, Darmstadt, Dortmund Dresden, Düsseldorf, Elbing, Frankfurt (Main), Friedrichshafen, Hamburg, Hannover, Königsberg (Pr.), Konstanz, Leipzig, München, (Stettin und ©tutt-
Bornotizen.
"7 A.^eskalender für Mittwoch Astvna-Lichtspiele: „Das Geheimnis des Lord Perseval' und ..Der Abenteurer". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Sas kleine Modisten- madel.
Wettervoraussage
für Donnerstag:
Wechselnd bewölkt warm, Gewittergefahr.
Der schmale Hochdruckrücken, der die Hochdruckgebiete über Frankreich und Rußland gestern noch verband, wurde gleichzeitig von einer Depression im Norden und einer über dem Adria- tifcben Meer liegenden angegriffen. Heute verbindet eine Furche tiefen Drucks diese beiden Depressionen. Die Gewittergefahr verstärkt sich.
Kreis Büdingen.
stOrtenberg, 1. Aug. Nachdem am gestrigen Nachmittag bereits mehrere schwere Gewitterregen gefallen waren, ging gestern abend um s/<8 Uf>r ein furchtbares 11 n to : 11 c r. verbunden mit schwerem Regen. Hagelschlag, orkanartigem Sturm über einzelne Teile unserer Gemarkung nieder, gelbschlammige Schmutzfluten kamen von den Bergen durch unsere Straßen geflossen, eine größere Anzahl O b st b ä u m e, besonders bei der Rumpelsburg, wurden wie Streichhölzer a b - geknickt besonders schweren Baum chaden richtete das Unwetter in der Nachbargemarkung Bergheim an. Derschiedene Landleute, die von dem Unwetter im Felde überrascht wurden, fonn- tan kaum Atem holen, kamen aber sonst mit dem Schrecken davon: dagegen soll sicherem Bernehmen nach bei Enzheim das Unwetter auch ein Menschenleben gefordert haben
plan entsprochen Man sollte die Klassiker noch mehr pflegen, die englischen Stücke einschränken, uns mit den neuen französischen aber ganz verschonen. Das sollte man besonders beachten bei der nächstjährigen Verpachtung des Kleinen Hauses für die Sommerspielzeit. (Sehr richtig.) Jeden- falls müssen wir alles tun. dieses wichtige Kultur- !gut unseres Volkes, das Theater, zu erhalten, auch wenn wir arbeiten und sparen müssen überall. ®e; rabe weil die Franzosen uns auch noch dieses Kulturgut nehmen wollen, was wohl verständlich ist. wenn die Franzosen unsere Theater sehen und die ihrigen dagegen abschätzen
Abg. Sturmfels (Soz.): Das flache Land sollte sich nicht sträuben, die Theaterzuschüsse za bewilligen. Die große Wichtigkeit des Theaters auch für daS flache Land ist nicht za verkennen. 8umal das Theater auch Worms mit versorgt bas für das besetzte Gebiet von besonderer Wirkung ist. In die inneren Verhältnisse sollte man sich nicht einmsichen. Man sollte dem Thcater- ieiter, dessen hervorragende Tüchtigkeit allgemein anerkannt wird, über lassen, nach seinen künstlerischen Gesichtspunllen za verfahren. Bei der Kritik des Spielplanes sollte nurn nicht zu weit Sehen. Es ist gesagt worden, man habe Stücke gegeben, die auf niedere Instinkte spekulieren. Es sind aber keine Namen genannt worden. Ich kann sagen, daß mir ein derartiges Stuck nicht bc- kannt ist. Man sollte dabei auch nicht immer nur an die Jagend denken. Das Theater ist nicht für die Jugend bo. sondern für das ganze Voll. Die Kritik sollte sich gegen die Ellern richten, die nicht wissen, in welche Stücke sie ihre Kinder schicken sollen. Die Kritik an Unruhs „Ötüxine" war unberechtigt. Za Stücken miinbcrcn Werlos kann man dieses sicher nicht rechnen.
Zu Kapllel 12 und 12 a (Gesamtministerium, Staatsverlag. „Darmstädter Zeitung". Presseamt beim Staatsministerium) erstattet Abg. Knoll den zwecken Ausschuhbe richt. Der Ausschuß beantragt, die Anträge Dingeldev auf Streichung der Ausgaben für die »Darmstädter Zeitung" in der Mehrheck abzulehnen.
Abg. Sing elfceb (S. Vpt) sieht keine Notwendigkeit zum Ausbau des Presseamtes und begründet damit den ersten seiner Anträge. Mit der Haltung der »Darmstädter Zeitung" sei seine Partei nicht einverstanden. Es sei das Beste, ein reines Ancksveikündigungsorgan aus ihr zu machen. Deshalb habe er QLntrag aus Ablehnung der Ausgaben gaben für die „Darmstädter Zeitung" gestellt. Der Redner spricht weiter zu der Frage der Kriegsschuld und seiner dazu gehörigen Anfrage bezüglich der Bekämpfung der Lüge von der Schuld Deuttchlands am Weltkriege.
Abg. Kindt (D. N.) betont, daß das deutsche Voll in der Frage der Bekämpfung der Kricgs- schuldlüge einig sein müsse. Der Redner schildert die Zustände in Südwestafrika beim Kriegsausbruch. — Der Redner verneint die Notwcnbigkeit der „Darmstadter Zeitung".
Abg. Kaul (Soz.) betont, daß die Sozial- benwkratie kein Interesse an der Krlegsschuld- froge insofern habe, als das deutsche englische ober französische Volk als Schulbige in Dttrachl komme. Das deutsche Volk sei nicht schuldig, aber manche Regierungen aas der Zeit vor dem Kriege seien schuldig. Die Schaldfrage maß restlos gellärt werden: die fra izösischen Archive muffen wie die deutschen geöffnet werden. Schuld am Kriege sei der 'internationale Kapitalismus.
Abg^ Brauer (Dbds p lenisi rl gegen die „Darmstädter Zeitung" and hält dem Slaats- ptäfibenten „leichtfertige und oberflächlich: Beantwortung'^ vor. Ein Zaraf von der Tribüne wird vonr Vizepräsidenten Soherr gerügt und mit Räumang gedroht.
..Wir sind am Ende." sagte Perzelius nach zwei weiteren Stunden gepreßt und fast unhörbar, »hier führt kein Weg mehr weiter."
Eduard tastete mechanisch in die Nacht hinein und seine Hänk>e sagten ihm. daß er vor einer Wand stand.
»Also sind wir verloren?" erwiderte der Doktor.
Und dieser entgegnete nichts darauf.
Eduard zog sich wieder zurück, wobei er sich an dem Doktor vorbeidrängen mußte — aber da gellte ein entsetzlicher- Schrei aus seinem Munde and Perzelius gelang es gerade noch, ihn an der Jacke festzuhalten: Eduard hing mit Len Mützen im Leeren.
Gang schien also hier an feinem Ende eine Ausbuchtung zu haben, von der aus ein Schacht in die Tiefe führte.
Mit Hilfe des Doktors klomm Eduard unter Aufwand seiner letzten Kraft wieder heraaf 'und brach oben b.s'nnungZlos zusammrn.
Perzelius war jetzt gänzlich aaf sich allein angewiesen. Er entzündet: s i t letztes Slleich- toy und leuchtete herum, denn ei wunderte sich bafi ihm jene Erweiterung des Raumes vorher entgangen war. Aber beim Schän deS verglimmenden Holzes bemerkte er. da' es eine niedrige Höhlung war. die in den gähnenden Abgrund leitete. Auch der Boden neigte sich fühlbar dorthin. Wahrscheinlich sollten die Ung lief ich n, d> nen es gelungen war. bis hierher vorzudringen dann hier unten am so sicherer ihr Ende finden.'
Per-clius warf den Rost des Zündholzes in ven schwarzen Rachen und durch den Laftzag leuchtete eS noch ciunol auf und erhellte beim Hinabfallen die Wände. Ganz unten in der f<ticr unabsehbaren Tiefe erlosch es lecke zischend wte in Wasser. Dann war alles wieder in Nacht begraben.
Perzelius legte sich platt auf den Boden und blickte in den schwarzen Schlund hinab. Seine
Gießener §t<rdttheater.
Frmrenkenuer.
Lustspiel in 3 Allen von Leo Lenz.
Gießen, 2. Aug. 1922.
Irrwege des Herzens, die aber schließlich otxi) zum glücklichen Finden führen. — dieses Thema scheint Leo Lenz mit besonderer Dor- Uebe zu Wahlen. Wie in »Bettinas Verlobung", so wirb auch in „Frauenkenner" aus einer übereilten eine glückliche Verlobung. Man Bunte faft sagen, daß lediglich ein Personen- und Szeneriewechsel stattgefunden hat, um den gleichen Geranien in dramatischer Form zu entwickeln. Doch wir wollen unserem Urteil nicht diese Schärfe geben, sondern anerkennen, daß Milieu und Handlung grundverschieden in beiden Stücken sind. Es läßt sich aber nicht verkennen, daß- der Autor, wie er sich selbst im Motiv treu geblieben ist, so auch in der Wahl der Ausschmückung schon vielfach beschrittenen Pfaden gefolgt ist. So schleppen sich die beiden ersten Alle in allzu bekanntem Fahrwasser reichlich matt Lahin. Man immer schon vorher, was sich im nächsten Augenblick ereignen wird, und ein solcher, wohl sicher unfreiwilliger Verzicht auf Spannung hat noch nie die Wirkung eines Lustspiels erhöht. Erst der letzte All, der an Umfang genügen toürbe. um für sich allein einen nicht unwirksamen Schwan? zu bilden, erweckt lebhafteres Interesse durch verschiedene Situationen, die, wenn auch nicht immer gerade originell, so doch geschickt zu zwingender Komck konsttuiert sind.
Daß diese unausbleibliche Wirkung sich bei ber gestrigen Aufführung zu einem stürmischen Heckerlcitserfolgc steigerte, bleibt ein Verdienst der Wiedergabe durch Las staalliche Kurtheater Bad-Nauheim. Gerade der 3. All zeigte wie
s. 21bg. Hofs mann-Alzeh (Ztr.) bemängelt die Berichterstattung der „Darmstädter Zeitung".
Vizepräsident Soherr teilt mit. Laß ein von Koalitionsabgeordneten unterzeichieter Antrag eingelaufen sei. dem Staatspräsidenten und den übrigen Ministern die Aufwandsentschädigung auf das Doppelte zu erhöhen.
. 2Ibg. Werner (Dntl.) polemisiert in der Knegsschuldfrage gegen den Abg. Kaul.
Es ist ein Zusatzantrag SingelSet) eingelaufen, im Falle der Ablehnung des Antrages Singeldey (auf Streichung der Kosten für die „Sarmflabter Zeitung") zu beschließen, die jetzige Form der „Sarmstädter Zeitung" aufzugeben und die Zeitung nur als reines Amtsverkündi- gungSoigan weckerzuführen.
^kaatspräsident Ulrich beniertt, wenn der Herr Abg. Brauer die Provokation seiner eigenen Fraktion nicht gemerkt habe, sei ihm nicht zu helfen. Ser Staatspräsident betont daß die Regierung kein Interesse daran habe, das Redak- tionsgcheimnis bei der ..Darmstädter Zeitung" aufzuheben. (Die Sitzung dauert an.)
Rach karger mchevoller Kletterei süh'te der Doktor die lauen Wellen um seine Deine spülen. Er tauchte noch tiefer ein und beugte sich nieder
Lachten käme. Da------- uhu
gewahrte er einen fett sichen Kanal, der fast dis nicht mehr möglich. Also begab sich P melius oben mit Wasser angefulck war, und dieses Wasser zum zweitenmal auf den gefahrvollen W§. im jctimmerte ticfgrun Von hier akso mußte es zur auch EduarS aus seiner furchtbaren Lage zu bc- Außenwelt geben, deren Licht vielfach gebrochen 0
und zurückgeworfen hier herein strahlte.
Das Pflegegeld für die Zöglinge der Blindenanstalt zu Friedberg ist vom 1. Juli 1922 an wie folgt erhöht werden: a) für Zöglinge, die uie hessische Staatsangehörigkeit besitzen und für die die Kosten von den Angehörigen oder von einem hessischen Armenveibond g.Lxigen werde.,, von 4200 auf 6000 Mk. jährlich, b) für andere Zöglinge von 4800 auf 7200 Mi. jährlich.
** Schweinerotlauf in Giehen. In rem Gehöfte Bruch st raße Nr 11 dahier ist Die Rotlaufseuche erloschen. Die Sperrmatzregcln sind aufgehoben.
Diebstahl. In der verflossenen Nacht wurden aus einem Haisgang in der Roonstraße ^rhier zwei FahrräLer, Marke „LorpLo", Fabriknummer unbekannt, ind 'Marke „AL ler Nr. 2". Fabrikmimmer 472 999, im Gesamtwerte von 14 000 Mk., entwendet. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilung nimmt bie hiesige Kriminalpolizei entgegen.
_ . wichtig für Fu hrwer ksbesiher Jedes Fuhrwerk, das nicht.ausschsie'siich zn Beförderung von Personen beftintini ist, mut an fi^tbarei Stelle mit beqt Namen (Firma) ™ ö u o r t des Eigentümers in deutlicher Aufschrift versehen sein.
"Die Alice schule beschließt das Som° merhalbiahr Ende dieser Woche mit öffentlichen £ r.u J u n 9 e n am Donnerstag. 3 Uhr. in Lei Steinstrahe (Haushaltungsschule) und am Frei- lag. 3 Uhr. am Brandplatz 4 p. Die Arbeiten Ler Schülerinnen aus dem Schneider-, Weihnäh und HandarbellLunterricht sind Sonnenstraße 2
Freitag von 11—1 und 2—5 Uhr offenllich ausgestellt. Der 'Beginn der Winter- lu r sc ist am 19. September, für das Fröbelsche Kindergartnerinnen-Seminar und die Kinder Pslegerinnenschule erst am 4. Oktober. Anmcü düngen nur Steinstratze 10.
■ Das Plahdelegen in der 41 cn Fiveifel über die Zulässigkeit Ler Platzbelegung in der 4. Wagenkbusse geben B>eranlassung, auf folgende Tehimm-ung-:n hio- zuwelsen: Der Reisende Lars beim Einsteigen für sich und jede mit ihm reifende Person je einen Platz belegen. Im Teil 2 des Eis-enbahi- Personen- und Gepäcktarifs ist zu § 19 die Aus- fuhnrngsbcstimmung getroffen: »In den Wagen 4. Klosse, die nur mit Banken für einen Seil Reisenden versehen sind, dürfen Plätze nicht be- fegt werden." Hieraus ist zu folgern. Laß in ^n Wagen^ 4. Kia sie neuer Bauar t, in Lenen Sitzplätze für alle Reikenden vorgesehen sind, Platze belegt werden dürfen, während Lies in cen Wagen 4. Kkasie älterer Bauart nicht gestattet ist. y
. ** l agenkonzcrt findet Donnerstag
den 3. L. Mts., mittags 12 Uhr. am Liebig-Denkmal statt. Musikfolge: 1. Armeemarsch Nr 9 (Her- Sog von Braunschweig): 2. Ouvertüre zur Oper: ..Rapmond" A Thomas: 3. Eriksgang und Krö° nungsmarsch a. d. Oper: „Sic Follunger" E
4r Fantasie o. d. Oper: „Sie Perlen- w ; 5. „Ein Jäger aus Kurpfalz'
Marsch A Rohde.
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bk mit grobem tx worauf Schutze 8- Banner m den M Hin DegnihungsHo Berger Sobjxlquart «Ott non jungen. WchMiger nügenbe AlnterW aerlichr Detter lock schrnmenge an. Mnc besonders für Die > lagen, toic Älcttcrb bildete den Abschluß
Hesst Die D mt. Franlfu einer Umfrage bei itz durch die heute ane Absahvcrm vbachten getreten bc Frankfurter Ta 150—3.— Mk. pro in ben Auslandsbl Wg. baut die Par tat von nun an prt ic Meuhork Heral
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