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2.6.1922
 
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(Nachdruck verboten.)

1. Fortsetzung.

entkorkte eine der Flaschen, zeigte mit mit einem

lze den Pfropfen mit dem Brand- Vergangenheit mit all ihren Erinnern igen. sich F. QL 3. Jüncke. dem alten de- * aufbaumt und einem cm Herz uma Bieren frißt»

deS der

Lil st er Auskunft zu geben.

gewissen <3toi Zeichen von

U San bescher A m c Dallmselssch Drand. (?' ktploswn. L sassrndea

Mein Vetter Iolus.

Roman von Richard Skowronnek.

Handel und Industrie zur gwanysanleihe.

Berlin, 21. Mai. Der Zentralverband

Manchmal, so in der Erntezeit, wenn man vom Morgengrauen bis in die sinkende Rächt zu schaffen hat, baß man schließlich müde ach ab- geäschert in sein Bett fällt, dann konnte ich mir sogar einbilden, ich wäre ein ganz zufriedener Mensch. Dann aber kommen wieder ßtucn, in denen der heißhungrige Wolf da drinnen, die

rühmten Rotweinhause in Königsberg und Dan­zig, und schenkte ein.

Auf dem Hofe war es mittlerweile still ge­worden. Rur ab und zu drang das Klirren einer Kette oder ein gedämpftes Aufbrüllen aus den Biehst allen zu uns herüber. Hetzt kam der Borarbeiter der Insiläute, lieferte die Schlüssel ab und meldete, baß auf dem Hofe alles in Ordnung Ware. Josua sprach mit ihm noch ein paar Worte über die Arbeiten des nächsten Tages, dann hieb er ihn den Feierabend ein­läuten, und wir waren allein.

Der scharfe Klang der Glocke am Dachfirste Les Gurshofes war schon lange verstummt, und wir sahen uns noch immer schweigend gegenüber an dem weihgedeckten Tische, in dessen Witt: die mit einem Schirm überdeckte Lampe einen leuchtenden Kreis zeichnete. Ich mochte nicht zu sprechen anfangen, und Jofua sah da mit nach innen gekehrtem Blick, der in vergangenen Zei­ten forschte, indes seine Finger mit dem Stiel seines Glases spielten.

Endlich begann er wieder zu sprechen, und seine Stimme klang ruhig, wie sonst in gewöhn­lichen Stunden.

..Siehst du, Bruderherz, ich tarnt tage- und wochenlang 'rumgehen, ohne daran zu denken.

3d) löste die dünne Seidenschnur und das vergilbte Papier und hielt ein kleines Bild in Händen, um das eine lange blonde Locke weichen Frauenhaares g-schlungen war. Das auf Elfen­bein kunstvoll gemalte Bild zeigte das Gesicht eines jungen Mädchens in der schwarzen Dia- konissenhaube. Die Augen waren geschlossen, es hatte den Anschein, als sei das Porträt nach dem Tode der Dargestellten gefertigt. Auf den regelmäßigen und rührend schönen Zügen lag der tiefe Friede endlicher Erlösung von einem Leben voll Kummer und Bitternissen.

Josua sah mir zu, tote ich das Bild be­trachtete. Als ich es ihm wiedergab und fragte, was das alles zu bedeuten habe, hielt er es mir vor das Gesicht und sagte mit einer Stimme, die von gewaltsam unterdrückter Wehmut rauh geworden war: .Siehst du. darum sitze ich hier Hier, dies holdselige Menschenkind, das lieblichste, bravste und edelste, das je diesen miserablen Erdboden beschritten, dem habe ich erst sein Leben zerstört und schließlich das Herz gebrochen um ein nichtsnutziges Frauenzimmer, das mir die Sinne verrückt gemacht hatte mit allerhand raf­finierten Teufeleien I . . . Das werde ich nicht abbüßen, und wenn ich mich noch hundert Jahie lang hier in dem gottverlassenen Gr den winkel mit mei.ier Reue quäle und kasteie."

Gr legte die Stirn auf die harte Tischtantr und ein gewaltsam ausbrechendes Schluchzen er« schüttelte seinen ganzen müchllgen Körper. Ich

Aus Hessen.

Unterhaltungszuschüsse für Referendare.

* Darmstadt, 1. Juni. Dem Borbill) des Reiches und der größeren Lander fol­gend, hat das Gesamtministerium beschlossen,

Aus dem besetzten Gebiet.

Französische Justiz.

Mainz, 2. Juni. Dor dem nach einer An- oidnung des Oberkommandos der französischen Rheinarmee als Spezialgericht für politische Pro­zesse der französischen Besahungszone bestellten Kriegsgericht in Mainz gelangte als erster Fall eine Anklage gegen den Gymnasial-- oberlehrer Dr. R e u b a u e r aus Trier zur Ber- handlung, dem zur Last gelegt wurde: 1. daß er eine in Trier abgehaltene politisch» Bersammlung des deutschnationalen Zugendbundes nicht vor­schriftsmäßig bei dem zuständigen franzöfischen Kreisdelegierten angemeldet habe und 2. daß er in mehreren Versammlungen derselben Organisa­tion ein alldeutsch-patriotisches GedichtWest­markenlied" verteilt und zum Bortrag zugelassen habe, obwohl das Lied mehrere Stellen enthalte, die als eine Verletzung der Würde Frankreichs angesehen werden müßten. Das Gericht verurteilte den Angetlagten zu einer Gefängnis st rafe von einem Monat und zu 10C00 Mark Geldstrafe.

Schlichtrrngsausschus; der Provinz Oberhesierr.

Verhandlung vom 1. Juni 1922.

Die Gail'sche n Tonwerke in Gießen und die T v n w e r k e A b e n d st e r n in Heuchel­heim und Hüttenberg in Leihgestern sollen den Deti iebsarbeitem über 21 Jahren vom 2. Mai an 16,50 Mk. und vom 16. Mai an 18.20 Mk. Stundenlohn zahlen. 3m Llpril wurden 10,95 Mk. gezahlt. Die übrigen Altersstufen und die Arbei­terinnen sollen ungefähr im gleichen Verhältnis aufgebessert werden. Die Stundenlohnzuschläge der Handwerker, Ofenarbeiter usw. sollen bleiben wie bisher.

Für die Arbeiter der Alt h an d lu n g en Heß und Rothenberger in Gießen wurden 16 Mk. Stundenlohn ab 8. Mai statt bisher 14 Mk. und die Erhöhung der Akkorde der Sortiererinnen um 15. v. H. vorgeschlagen.

Die Bad-Rauheimer Mitglieder des Südwe st deutschen Arbeitgeberver­bandes für das Trans Port-, Handels- und Verkehrsgewerbe sotten vom 1. bis 30. Juni die Löhne um 25 v. H erhöhen. Hiernach erhalten zum Beispiel die Fuhrleute über 21 Jah­ren 775, Mk. Wochenlvhn und die Lagerarbeiter über 23 Jahren 750,- Mk.

Einem Gehilfen der Schuhmacherei Decker in Gießen wurde der Lohn zuerkannt, der nach der Bekanntmachung der Innung ab 8. Mai ge­zahlt werden sott. Welche Lohnstufe jedoch in Frage kommt, soll nötigenfalls auf dem Rechts­weg flargcftellt werden.

3n allen Sachen erhielten die Parteien eine Woche Erllärungsfrist.

Unruhen in Italien.

Bologna, 1. Juni. (Wolff.) Durch FaS- eisten, die aus verschiedenen Gegenden, nament­lich auf Ferrara, nach Bologna gekommen waren, find Unruhen hervvrgerufen worden. Tele­graphenleitungen wurden zerstört und einige Häu­ser von den Sozialisten angezündet. Besonders richtet sich bet Haß der FaScisten gegen die Ge­nossenschaften, denen mehrere Häuser in Brand g e st e ck t mürben.

Rom. 1. Juni. (Wolff.) Anläßlich der Zwi­schenfälle in Bologna erteilte der Minister­präsident die strengsten Anweisungen, um zu ver­hüten, daß sich die Fascistengruppen ansammeln und von einer Provinz in die andere übertreten. Gleichzeitig erhielt der Präfekt von Bologna den Befehl zur Verhaftung der Urheber der Zer­störung von Telegraphen- und Telephvnleitungen.

In Bologna erfolgten gestern nachmittag neue Zwischenfälle. Dir F s isten steckten zwei weitere Genvslenschaftshäuser in Brand.

sah, wie ihm die Hellen, schweren Tränen aus den Augen auf den Fußboden tropften und wußte nicht, wie ich trösten sollte. Endlich trat ich zu ihm und legte ihm leise die Hand auf die Schulter.

Er richtete sich jäh auf, wischte sich mit der Hand durch die Augen und seine Stimme klang fast unfreundlich:Brauchst mich nicht gleich für ein altes Weib zu halten, weil ich dir da etwas vorgegraust habe. Das ist nur so unversehens über mich gekommen, weil da mich vorhin so verquer fragtest . . . Ra, und nun komm mit in den Keller, vielleicht, daß wir da noch etwas Vernünftiges finden. Das Zeug da, den Grog, mag ich heute nicht trinken."

Als wir unten standen in dem feuchtkühten Raume, dessen Fußboden mit breiten Milch­schüsseln fast ganz bedeckt war, leuchtete Josua in eine Ecke, in der sich ein großer mit Flaschen durchsetzter Sandhaufen türmte.

So, jetzt kratz mal da an der Seite, bis die roten Lackköpfe 'rauskommen. Da liegt ein Wein- eßen, das man auf den Knien trinken muß, weil man dem lieben Gott gar nicht dankbar genug sein kann, daß er in seiner Gnade so etwas über­haupt hat wachsen lassen. So etwas kriegt man heutzutage gar nicht mehr, feit die gottvergessene Bande da unten in Bordeaur es mit dem Pant­schen angesangen hat."

Wir beluden uns mit einem halben Dutzmd von Rotgesiegelten und traten den Rückweg an. Auf der Frei kreppe hatte unterdes das alte Wi lschafttf au ein die Lampe entzündet, Josua

irgend etwas unternehme, um die Allianz zu zerstören. Aber man würde auch ihr An­denken verraten, wenn man gegen die Gleich­heit der Rationen verstoße, was keine Regie­rung und kein Voll zulassen könne.

Damit ist die Rede des Ministerpräsidenten beendet. Die weitere Diskussion wird auf morgen Freitag vertagt.

.unerläßlich.

, Auf die Erhaltung des Betriebs­vermögens ist in weiterm Umfang als bisher .Rücksicht zu nehmen, ebenso auf die Zahlungs­fähigkeit der kleinen und mittlem Zeichnungs- Pflichtigen. Die vorgesehenen Härte- und ©tunbungebeft imm ingen sind unzu­reichend. Ti? Belastung der ju istischen g> genüber den Physischen Personen muß nach Len Grundsätzen der bishe igen Steue ce^ßgeb ing, insbesondere des Verm"ge sfteurg sihes, abge­stuft werden, um Doppelbesteuerung za vermeiden.

Die Anleihe muß im Interesse der Kurs- geflaltung wesentlich besser als im Ent­wurf vorgesehen ausgestattet werden, ; tnSbcfonbere hinsichtlich der Verzinsung nach Ab­lauf'der drei zinsfreien Jahre. Sine Verzinsung von 5 v. H. vom Beginn des vierten Jahres an und die Annahme zum Rennwert auf die Erbschaftssteuer und andere geeignete öteueni zu einem bestimmten Bruchteil sind das mindeste, was gefordert werden muß.

Frstzulegen ist ferner eineangemessene Beleihbarkeit der Anleihe durch die Dar- lehnskassen. Rur auf diesem Weg kann die völ­lige Entwertung der Anleihe, bte gleichzeitige Erschütterung der Kurse aller sonstigen Reichs- anleihen sowie an eine verhängnisvolle Kredit­not gerade der Mittlern und kleineren Unter­nehmer verhütet werden.

3m Hinblick auf seine außerordentliche Trag­weite maß der Gesetzentwurf mit den wirt- schuf blichen Bert re tu gen eingehend erörtert werden, wobei weitere Au-führungrn über wichtige hier nicht erwähnte Einzelfragen vorbehallen bleiben. Bor einer übereilten Ver­abschiedung ohne sorgfältige Durcharbeitung kann nicht dringend genug gewarnt werden.

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daß man das bißchen verpfuschte Leben am sieb­st en wegschmeißen möchte, wir einen abgetragenen Handschuh . .

Er brach kurz ab und stürzte hastig ein Glas Wein hinunter. Unb dann, nach einer kurzen Pause:Wenn ich dir die Geschichte, wir ich zu dem Bilde da gekommen bin, erzählt habe, wirst du nicht mehr fragen, weShalb ich mich vor der Welt und den Menschen verkrochen habe. Wie einer, der ins Kloster geht, wett ihm das Leben da draußen wehe getan oder wett er etwas Schweres auf der Seele hat und als halbwegS anständiger Mensch sich sagt, dafür mußt da dir eine Buße auferlegen, na und so weiter . . .

Also du wirst in den Korpsannalen ge­lesen haben, daß wir mal lange vor deiner Zeit mit den Lawiniern in Zürich ein befreun­detes Verhältnis hatten. Urtfer alter Herr Drell hatte es angebandelt, als er vor jenen grauen Se­mestern dahin gegangen war, um sein Examen zu machen. Dazu hatte er bei uns vor lauter' Pau Doktern nicht kommen können, und so war er gewissermaßen vor sich selber ausgerissen, und zwar so weit als möglich, vor allen Verführ la­gen drrch gute Freunde und Bekannte. Aber da es bekanntlich immer anders kommt, so war er gleich am ersten Abend nach feiner Ank inst, frisch vom Bahnhof weg, aif "bie Kneipe der Lawiniei geraten, die damals schon an chroni­schem Füchsenmangel litten. Er half ihnen ihr Leid beklagen, und ehe er sich 'dessen recht ver­sah. so nach dem zehnten Schoppen, war er wieder ausgeflagat und hatte die blaue ßatointet» mütze auf dem Kopfe .

(Forifeyung folgt.)

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Ernste Lage in Irland.

London, 1. Juni. (WTB.) Den Blättern zufolge lauten die Rachrichten aus Ir­land ernst. In gut unterrichteten Kreisen jedoch werden die Aussichten als keineswegs hoffnungslos bezeichnet. Infolge der kritifchen Lage per irischen Verhandlungen hat Lloyd George seine Abreise nach Criccieth vor­läufig ausgeschoben. Er hatte heute vor­mittag eine lange Konferenz mit dem Präsi­denten von Ulster, Craig, an der Churchill und Birkenhead teilnahmen. Eine wettere Konferenz findet morgen vormittag statt. Einer anderen Blättermeldung zufolge wurde in der heutigen Konferenz das Ersuchen Craigs um Verwen­dung britischer Truppen gegen die Truppen des irisch-republihinifchen Heeres, bie bie Grenze be­drohen, erörtert Rach einer weiteren Mel­dung ist in der Frage der Unterstützung Rord- irlandS im Falle eines Angriffes auf Hlfter- gebiet ein Einvernehmen erzielt worden. Weitere brttische Verstärkungen gehen nach Ulster ab.

London, 1. Juni. (WTB.) Seit gestern abend wütet, wie die Blätter melden, inSei-

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 2. Juni 1922.

Vornotizen.

Tageskalender für Freitag. Waldbühnc, ?ys Ahr:Das Frühlingsfest". Astoria-Lichtspiele:Dr. Mabuse". Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße, ab heute:Die Hafenlore", 2. Teil.

deutschen Bank- und Bank.e gewerbss, Deutsche Industrie- und Handelstag, die Haupt- gemeinschaft des deutschen Einzelhandels, der Reichs verband der deutschen Industrie, derReichs- toetbamb des deutschen Ein- und Ausfuhrhandels unb der Zentralverband des deutschen Groß- thandels guben zu dem Entwurf des G e» lsetzes über die Zwangsanleihe eine 'Erklärung ab, in der es heißt:

Seit dem Abschluß der Verhandlungen über ;bo8 Steuerkompromiß haben sich 'die Verhältnis) >, ;unter denen es vereinbart wurde, wesentlich verschlechtert: d ie k -tastrophale Erhöhung aller Detrttbskosten hat bie sinanzletten Kräf.e der Unternefynta^gen aufs erh.d.ichste geschwächt. Hierzu kommt, daß es infolge der unzureichenden Steuergesetzgebung den gewerblichen Unterneh­mungen nicht möglich war. für die Erhaltung und Erneuerung des Betriebskapitals auch nur an­nähernd Vorsorge zu treffen. So ist jedenfalls zu fordern, daß per bedrohten deutschen Wirtschaft, die ohnehin schweren Zeiten der ! Absatzstockung entgegengeht, jede nur irgendwie durchführbare Erleichterung zuteil wird.

Völlig untragbar für die Wirtschaft ist die Aufbringung der Anleihe zaeinemeinzigen Zeitpunkt. Bei den Ungeheuern ©immen, um bie es sich handelt, sind schwere Störungen sowohl bei den kr.besuchenden Bet i ben als auch bei den Kreditinstituten zu gewärtigen. Eine Ver­teilung auf mehrere Termine ist daher

fast ein Häuserkampf. Männer und Frauen wurden In ihren Häusern ermordet und die Häuser in Brand gesteckt. Die Zahl der Toten beträgt bisher 18.

London, 1. Juni. (WTB.) Heute nach­mittag fand unter dem Vorsitz Llohd Georges eine Kabinettssitzung statt, an der außer dem Staatssekretär für den Krieg auch der Chef des Generalstabs teilnahm, lyn über die Lage

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** Sonderdrucke beS Fahrplans, der kürzlich imGießener Anzeiger" veröffentlicht war. liegen (auf besserem Pa­pier abgezogen) in unserer Geschäftsstelle auf unb können znin Preise von 2. Mk. (ausschl. Porto) von dort bezogen werden.

**DerufundErkrankung(4. Vortrag). 3m Anschluß an bie Mitteilungen über Spiegel­besichtigung des Kehlkopfes wurden an Licht­bildern und an einem Gefriermikrotomschnitt durch Kopf und Hals des Menschen die Wirkung der Kehllopfmuskeln unb ihrer Rerven, die Beschaf-

vom 1. April 1922 ab den Referendaren und sonstigen Anwärtern, die sich im Vorberei­tungsdienst zur Ablegung einer Prüfung be­finden, auf Rachsuchen jederzeit widerruf­liche Rnterhaltungszuschüsse für die Dauer des Vorbereitungsdienstes zu gewähren. Die Ge­suche, in denen das Bedürfnis für die Gewäh­rung eines LlnterhattszuschusseS darzulegen ist, sind den Ministerien oder dem Landesamt für das Blldungswesen durch Vernrittlung der dienstaufsichtsführenden Stelle derjenigen Be­hörde dvrzulegen, bei. welcher der Referendar oder sonstige Anwä.rter im Vorbereitungs­dienst beschäftigt ist. Die Behörden selbst sind angewiesen, das Ausschreiben, das den Be­schluß des GescnntministeriumS wiedergibt, den Beteiligten zur Kenntnisnahme vorzulegen.

Aus dem Reiche.

SrholungSreise deS Reichspräsidenten.

Berlin 2. Juni. Wie bie Blätter mit­teilen, wird Reichspräsident Ebert eine mehr­wöchige Erholungsreise nach F r e u b e n st a d t in Württemberg antreten, von wo aus er die M ü n - chener Gewerbeschau besuchen wirb.

Teilnahme deS Reichskanzlers an einer politischen Tagung.

Berlin, 2. Juni. Wie die «Deutsche All­gemeine Zeitung" meldet, werden Reichskanzler Dr. Wirth unb ber bayerische Ministerpräsident Graf Lerchenfeid an ber Dobensee- tagung katholischer Politiker teil-* n eh men.

Rückgang in der Kohlenförderung.

Essen, 2. Juni. (WB.) Die Kohlen­förderung hat sich im Monat Mai sehr ungünstig gestaltet. Während schon im Aprtt 7225 Tonnen arbettstäglich weniger gefördert wor­den waren als im März, so ist für Mai mit einem weiteren Rückgang zu rechnen, ber sich voraus­sichtlich auf runb 18 000 Tonnen arbettstäglich Belaufen wird. Wird der 1. Mai, wo nur wenig mehr als ein Drittel des arbeitstäglichen Dirch- fchnittes geförbert wurde, underüchichtigt gelas­sen. so wirb Lie arbettstägliche Förberang voraus­sichtlich 11 500 Tonnen weniger als ün Aprtt be­tragen. Die Cugerbeftänbe sind stark zurückgegan­gen. Währenb am 25. Februar noch 1 139 0C0 Tonnen lagerten, sinb heute nur noch etwa 700 000 Tonnen vorhanben.

Schntzdundtagnng in Allenftein.

A l! e n st e i n, I. Juni. (Wolfs.) Der Deut­sche Schuhbunb, der vor zwei Jähren über 103 000 Ostpreußen unter schwierigen Umständen in die Heimat beförberte, tagt vom 1. bis 4. Juni in Allenstein. Den Auftakt zu ber Tagung bildete die mehrtägige Fahrt nach der samländischen Küste unb durch das Masurenland, wo den zahlreichen Abgeordneten ein überwältigender Einpfang be­reitet wurde. Am Vorabend ber Tagung fand eine Begrüßungsfeier statt, an ber über 1000 Personen teilncchmen.

Deutscher Gewerbeschultag.

fpb. Frankfurt 0. M., 1. Juni. Die Deutsche Gewerbeschultagung wurde heute mittag durch einen schlichten Festakt in ber Aula ber älniversttät eingeleitet. Mit ber Tagung ist eine Hochschul- wrche oerbunben, eine Einrichtung, die zum ersten­mal versuchsweise vorgenommen wurde, und an der sich mehr als 450 Gewerbelehrer usw. aus allen Teilen Deutschlands beteiligen, älniversitätsprvses- sor Dr. Ziehen, Frankfurt a. M., eröffnete den Reigen der Hochschulvortrage mit einem groß­zügigen Referat über »Dildungswert unb Tech­nik'. Für bie eigentliche Gewerbeschultagung, die am Pfingstsonntag ihren Beginn nimmt, haben sich rund 1500 Teilnehmer gemeldet.

fenl)eit der Stimmsippen beim Atmen, Sprechen unb Singen sowie funktionelle und organifche störungen (Phonasthenie, Sängerknötchen) nach beruflicher ilcberanfirengung der Stimme und in­folge unrichtigen Gebrauches der Stimmregister besprochen. Ferner wurde auf die wichtiger. Be­ziehungen zwischen Stimme und Sexualsphäre hin- gewiesen unb babei aus historischem Interesse ge­wisser, schon von ben römischen Satirikern Martial und Juvenal verspotteter Operationen (3nfibula* tion) des Arztes Celsus im Altertum zum Schutz der Stimme von Schauspielern und Sängern ge­dacht. Alsdann wurde die normale Lunge unb das Emphysem der Blasinftrumentenfpieler unb die Marmvrstaublunge der Bildhauer im Präparat und Lichtbild gezeigt. Es folgte ein Ausblick auf die Sehnenveranderungen und Krampfadern der Ballettänzerinnen und bie Herzerweiterung unb Gesäßschäven ber Athleten, Ringkämpfer und Sir-1 kuskünstler. Darauf wurde eine äledersicht über die Berufskrankheiten der Schalterbeamten, Brief­träger unb anderer Beamten im Postdienst, sowie! der Telegraphisten, Telephonistinnen, Eisenbahner und Straßenbahnführer gegeben. Rach statistischen Erhebungen leiden 5 v. H. der Telegraphenbeamte»! an Beschäsiigungsneurvsen. Radiotelegraphisten auf Schiffen, werden durch ben übermäßigen Ozon- gehalt der eingeschlossenen Lust geschädigt. Dleg- vad fand durch sehr umfassende Beobachtungen,^ daß unter den Telephonistinnen 57 v. H. neura­sthenisch sind: er tritt energisch dafür ein, baß nur Damen mit intaftfm Rervenshstem zum Fern­sprechdienst zugelassen werden. Gehörstörungen btt Telephonistinnen sinb, abgesehen von manchmal! Dorfcmmenber Einziehung des Trommelselles, nicht festgestellt worden. Es müssen jedoch die lästigen Knäckgeränsche und Eigenschwingungen ber Mem­bran im Hörer durch passende Konstruktion bet Apparate vermieden werden. Auch ist der Ueber-j tragbarfeit von Hautkrankheiten durch Anlegen beff Hörers an bas Ohr unb der Infektionsmöglichkeisi durch ben Sprechbecher Aufmerksamkeit zuzuwen-j den. Für die Bureaubeamten in Eisenbahn­ämtern gilt dasselbe, was von anderen Beruf--. arten mit Kopfarbeit unb sitzenber Lebensweise! gesagt würbe. Auf den Schultern ber mittlere» und niederen Gifenbahnbeamten, insbesondere der­jenigen, bie im Signaldienst beschäftigt sind, sowie! der Lokomotivführer, Weichensteller, Strecken-, Wärter usw. ruht der unmittelbare Betrieb. Der- teils Tags, teils Rachts ausgeübte Dienst, beso»-! berd der Lokomotivführer und Zentralweichen-, stetter, verbunden mit großer Verantwortlichkeit für die Sicherheit von Menschenleben unb 'Be­triebsmaterial, erfordert einerseits bei ber Be­dienung der Maschine bzw. ber Weichen starkem körperliche Betätigung, andererseits stellt er durch die fortwährende Konzentration der durch Wttte» rungsunbill ost erschwerten Aufmerksamkett ganz­er hebliche Anforderungen an bie geistige Lei­stungsfähigkeit. Cs tritt daher trotz Hebung unbj Gewöhnung, auch bei Vermeidung von Alkohol verhältnismäßig schnell Emrübung ein, bte, tote-, manche Etsenbahnunfälle lehren, verhängnisvoll werden kann. Der Vortragende demonstrierte dies! nach Messungen an einem Lokomotivführer vor und nach ununterbrochenem achtstündigen Ran­gierdienst unb an einem Weichensteller, ber eben­falls acht Stunben beschäftigt war. Er hat auch nach Besprechungen im preußischen QHinifteriuut' der öffentlichen Arbeiten die Lokomotivführer des, Tages-D-Zuges BerlinFrankfurt a. M. wöhrenb des Weges über Halle, Erfurt, Debra, Elm je­weilig vor der Abfahrt von der betreffenden Sta­tion und nach der Ankunft auf ber Station, wo. Mafchinenwechsel ftattfanb, auf Ermüdung unter»! sucht. Vier Führer waren vor ber Bedienung der Schnellzugmaschine dienstfrei, einer hatte bereit» einen Güterzug über eine Strecke von 82 Kilometer gefahren, ein anderer war vorher zwei Stunden' mit Rangierdienst beauftragt gewesen. Bei allen; besonders aber denjenigen, die vor dem Schnell» zugdiensi anderweitig beschäftigt waren, überwog!, die geistige Ermüdung die körperliche ganz erheb­lich. Das ist für bie Sicherheit des Zuges nicht ohna Belang: benn es ist nicht unmöglich, baß im Zu­stande hochgradiger geistiger Ermüdung Signale übersehen bzw. nicht richtig erkannt werden. Zum Schluß wurde eine Tabelle über die Morbidität aller Eisenbabnbeamten und der Stiaßenbahn- füßrer sowie über die Erwerbsunfähigkeit nach Er­krankungen derselben im Beruf vorgelegt. Räch­st er Vortrag Dienstag den 12. Juni Derusserkran- fungen im Erd-, Wasser- und Bergbau, bei bet Erzverhüttung und Metallverarbeitung.

* Druckfehl er. 3n ben Ccitarrtifel V2- geftrigen 1. Blattes,'Abschaffung ber Todes­strafe", von Staatsanwalt Dr. Eckert, hat sich ein ftnnflörenber Druckfehler enigefchsichen. In dem mit der 5. Zeile des 3. Absatzes beginnen­den Satz:Man weiß nicht, ob es dieselbe find, die von Zett zu Zett aus den Schriften ver­schollener Philantrvpen hervorgeho'.t werden, um dieRechtmäßigkeit der Tobesstrafe zu begrün­den und auf bie Kant bas Wort von betteil- nehmenben Empfindelei einer affektierten Humani­tät (comapassibilitas)" gemünzt hat" muß es natürlich "heißen Unrechtmäßigkeit.