Aettag, September 1922
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Zweites Blatt
Nr. 205
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Landkreis Gießen.
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Aus dem besetzten Gebiet.
Unwürdiges Benehmen eines Deutschen in Trier.
Sn der „Trierer Zeitung" lesen wir:
Am Samstag 19. August, wurde die von dem deutschen Schäserhunde-Derein (Ortsgruppe Trier) und dem Verein für Hundesport und -zrcht veranstaltete Hundeausstellung dirch einen Festkommers im Katholischen Bürgerverein beschlossen, an dem zahlreiche Gäste aus dem unbesetzten Deutschland teilnahmen. Wie üblich, wurden viele Reden gehalten. Als kurz nach Mitternacht die Festesstimmung ihren Höhepunkt erreicht hatte, erhob sich der mit einem französischen Offizier am Vorstandstisch sitzende T i e c -
Kreis Friedberg.
* Dad-Aauheim, 31. Aug. Vis heute betrug der Gesamtbesuch 33 623 Personen.
Hessen-Nassau.
Die Not der Presse.
* Fulda, 31. Aug. Das „Fuldaer Kreisblatt" stellt mit dem heutigen Tag« als em Opfer der schweren Zeit fein E r s ch « U nen ein.
Realgymnasium in Darmstadt: der Zeichenoberlehrer an der Augustinerschule in Friedberg Ludwig Roth zum Studienrat an der Augustinerschule (Gymnasium und Realschule) in Friedberg: beide mit Wirkung vom 1. April 1922 ab. - Ernannt wurden am 23. August: Zakob A r nold aus Fürstengrund und Adam Wolf aus Crumstadt mit Wirkung pom 20. Juni 1922 an zu Wärtern an der Landes-Heil- und Pflegeanstalt „Philippshvspital" bei Goddelau. — Am 25. Aug. wurde ernannt: der stellvertretende Leiter der quelltechnischen Abteilung des Snstituts für Bäderkunde Dr. Louis De de zu Bad-Rauheim
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Aus Stadt und Land.
Gießen, den 1. Sept. 1922.
heitsschädlichkeit ergab. Man setzt ie$t feine Hoffnungen auf den kommenden Winter. Wenn dieser, so sagt man, normal verlaufe und dem Boden die erforderliche Menge Feuchtigkeit zur Hebung des Grundwasserspiegels in unserer Gemarkung zuführe, glaube man die Kalamität überstanden zu haben. (Am zweckmäßigsten dürste es wohl sein, sich nach der Erschließung neuer Quellen umzusehen. D. Red.)
Der 4. Dertrelertag der Deutschen Zuristeu- schaften
fand in diesen Tagen in Halle a. S. statt. Sm Mittelpunkte der Tagung stand ein Vortrag von Prof. Dr. Kohlrausch über ..Grundstagen der jur. Vorbildung", und ein Referat von Dr. Wcmdersleb über den ..Stand der Arbeiten zur Besserung der Vorbildung und Ausbildung der Suristen und Verwaltungsbeamten". Von den Beschlüssen ist bemerkenswert, dah sich der Ver- tretertag für die Gestaltung des 1. Studien-
2 kg).
b) Po st karten (Große nicht über 14: 9 cm) einfache — 3 Mk. 50 Pf., mit Antwortkarte — 7 Mk.
c) Drucks ach en je 50 g — 1 Mk. 25 Pf. (Meistgewicht 2 k$).
d) Geschäftspapiere je 50 g — 1 Mk.
25 Pf., mindestens = 6 Mk. (Meistgewicht 2 kg).
e) Warenproben je 50 g — 1 Mk.
25 Pf., mindestens 3 Mk. (Meistgewicht 500 g). ,
* Amtlich e Personalnachrichten. Ernannt wurde am 23. Mai der Studienassessor Dr. Heinrich Jung aus Darmstadt zum Studien- rat an der Realschule und dem Proghmnasium in Alzey mit Wirkung vom 1. April 1922 ab. — Ernannt wurden am 23. August: der Zeichenoberlehrer an dem Realgymnasium in Darmstadt Johann Machemer zum Studienrat an dem
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erckennen. Es k^ndelt sich um gewöhnliche Lichtpausen der echten Scheine. Das verwendete Papier ist rauher und weicher als dasjenige der echten Scheine, das sich glatt und fest anfühlt. Während auf den echten Roten die linke Hälfte der Druckseite einen ganz weihen Grund zeigt, weist dieser auf den falschen eine helle rötlich-bläuliche Tönung auf. Der Druck kommt durchweg, besonders bei dec Strafbestimmung am linken Rand und bei den Unterschriften des Reichsbankdirektoriums, scharf und verschwommen heraus. Das Wasserzeichen am linken Rand (500 Mark) fehlt entweder vollständig oder ist plump nachgeahmt. Die Rümmer wurde mit der Hand ausgezeichnet. Den Geschäftsleuten und Snhabern kleinerer Ladengeschäfte wird empfohlen. an den Kassen zur Vergleichung einen echten Schein bereitzuhalten und Einlieferer falscher Roten zur weiteren Rachprüfung unter allen Umständen der Polizei zu übergeben.
mer brach, und der Garderobier sagte mit einem Schmu wein: „Die Gärtnerei Richter hat dies soeben für Herrn Güldewin abgegeben. Sn der Garderobe zu überreichen." _ D
Heinz zog vorsichtig die Radel heraus, die das Papier zusammenhielt. Eine rote Rose lag barin, wie frisch von einem sommerlichen Stock geschnitten um den Bienen und Schmetterlinge gaukeln Richts Treibhausartiges — Leben. Dust. Warmei Ganz dunkel, fast samtschwarz. —
Eine schmale, glatte Karte lag bei. auf die mit einem sehr spitzen Bleistift mehr gestochen als geschrieben war: ,.O. du süßer Kettenschmied . . .
Rechts in der Ecke, winzig llein: „Lily".
Heinz ließ die Hand mit der Karte sinken, sein ganzes Gesicht war ein Lächeln.
Eine Stimme, die er nie gehört, die 9an8‘ern in weitgelegenen Wäldern von Wipfel zu Wipfel zog. bis sie sein Ohr erreichte, erfüllte ihn mit ihrem fremden, sühen Klang.
„Hier an dem Herzen treu geborgen.
Die Blume sieh von jenem Morgen —
Unb es war doch seine Stimme. Er hörte sich selbst. Rein, den verliebten Sergeanten Hose, dessen Blut nun in seinen Adern floß . . -
Der Garderobier hatte den Sekt einzefchenlt. Sn leise klirrenden Perlen drängte der Wunderwein zum Glas hinaus, zerknitternd webte der Schaum seine zarten Brüsseler Spihenkanten. seine Gebläse von feinstem Glasgespinst.
Jemand hielt ihm die Schale hin. „Pwst!
„Sch brauch' ihn ja nicht mehr sagte Heinz weich. Aber dann leerte er ihn doch: „Gib her! , und leerte das Glas fast andächtig.
Die Rose steckte er in die Brusttasche feiner Uniform. . r .
Alle Operngläser richteten sich auf Güldewin. Er war heute anders als sonst. Er war aufgeregt, sein Auge irrte von der Buhne ufcr bie ersten Parkettreihen, er verpaßte einen Einsatz.
Der Direstor erhob sich lautlos in feiner Loge, ginp auf die Bühne und stellte sich in die erste U Auf Güldewin konnte man sich sonst verlassen. Gr verdarb nichts, war ein sogenanntes nützliches Mitglied, überall verwendbar. Er hatte keinen Dünkel, rannte nicht bei jeder Gelegenheit aufs Bureau, er war. wie gesagt, brav.
BaalsfempeL
Roman von Margarete v. Oertzen- F ü n f g e l d.
11. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Er wandte sich suchend nach dem Stuhl um. auf dem er vorher seinen Hut abgelegt hatte.
Und nun entschuldigt ihr mich Wohl? Sch muß" ins Theater — eingereicht hab' ich für euch heute nicht."
Er küßte die Lene flüchtig auf die Stirn, und der Tante machte er einen Diener, so von oben herab, als stünde er auf der Bühne vor einer Theatergräfin. ,
Die beiden Frauen sahen bedruckt da.
„Ec hat nicht für uns eingereicht,' sagte die Lene scheu.
„Vorschuß nimmt er!“
Der Lene drückte die Geschichte von der Dame mit dem schwarzen Hut fast das Herz ab. Ehe es 9 Uhr schlug, wußte die Tante alles. Ohne zu unterbrechen, immer nur mit dem Kops mckerw, als habe sie ein Uhrwerk im Racken, lauschte ft« der Erzählung von Anfang bis Ende.
Dann drückte sie das Doppelkinn tief m die Halskrause und sagte mit spitzen Lippen: -Morgen muh er Hals geben, ob er will oder nicht. Du kannst den Postsekretär haben und den Eisen- bahnassistenten — und so — so einer vvm Theater besinnt sich noch!"
„Um Gottes willen, Sant'!“
Die Lene sah sich entsetzt um. Aber niemand hatte es gehört. ...
Sn der Garderobe herrschte Gewitterstimmung. Alfons Decker, der den Escamillo fang, war indisponiert und schluckte eine Mischung von Zitronensaft und Glyzerin. Heinz Güldewin lachte grimmig das Monstrum an, das friedlich an seiner Gummischnur über dem Schminkspiegel schaukelte. rv
„Alter Freund! Heute werden wir uns blamieren! Heute hilft alles auf-den-Dai'ch- schlagen uns nichts! Und so wird es künftig immer sein. Wir haben eine Frau, liebes Monstrum und die wird uns immer hübsch ducken — sie bürd von Vorschuß sprechen, wenn das
arzt Dr. Schmitt, Dampfschiff st r. 9 in Trier wohnhaft, der bereits eine Rede gehalten hatte, und erbat sich das Wort za einer neuen Ansprache. Darin führte er aas, er stelle mit großer Freude die Anwesenheit eines Vertreters der Hohen Snteralliierten Rheinlandkom- Mission fest: das fei eine hohe Ehre, die alle Anwesenden gewiß zu schätzen wüßten. Dann forderte er zu einem Hoch auf das in Straßburg liegende französische Eisenbahnregiment auf und verlangte, daß die Kapelle das Lied: „Zu Straßburg auf der Schanz" spiele.
Eisiges Schweigen und eine tödliche Verlegenheit im ganzen Saal war die Antwort auf diese erbärmliche Taktlosigkeit eines offenbar nicht mehr ganz nüchternen Menschen. Zahlreiche Personen verliehen den Saal. Unten am Büfett kam es dann zu einem Rachspiel, als die ent- rüsteten Gäste dem deutschen Tierarzt energisch zu Leibe rückten. Erregte Auftritte waren die Folge, dabei hatte Dr. Schmitt die Frechheit, einem Gegner zuzurufen: „Wenn Sie den Mund nicht halten, sind Sie in vierundzwanzig Stunden, wo anders."
Das ist der nackte Tatbestand. Die „Trierer Zeitung" fügt folgende erfreuliche Worte hinzu: Sm Satteresse der Wahrheit sei festgestellt, daß der französische Offizier sich durchaus korrekt verhielt: man merkte ihm die peinliche Verlegenheit an, in die er infolge des taktlosen Auftretens eines Deutschen geraten war, und er zog es । vor, sich zu entfernen. Ec mag an dem Abend einen netten Begriff von gewissen Deutschen gewonnen haben. Für uns Trierer ist damit die Sache erledigt. Mag unser Volk alles verloren haben, unsere nationale Würde, unfern nationalen Stolz lassen wir uns von niemand antaften, am allerwenigsten von einem Menschen, den wir mit Scham einen Volksgenossen nennen müssen. 2katürlich ist es eine Lüge, dah dir Snteralliiecte Rheinlandkommission einen Vertreter zu drr Festlichkeit entsandt habe: sie hat andere Sorgen als deutsche Hundeausstellungen. Der französische Offizier war lediglich als Gast erschienen.
Aber heute . . . zuweilen gab es ein verwundertes Murmeln im Publikum, und jene ßeute, die alles sehen, jede aufgeplahte Raht am Kleid einer Sängerin, jede unter einer blonden Per- rücke sich ungezogen hervorstehlende dunlle Haarlocke — kurz alles, was nicht da sein sollte, jedes Heine und große Unglück — jene Elemente des Publikums, die eigens deshalb ins Theater gehen, um ein wenig in die Kulissen zu schnüffeln - die entdeckten dann auch mit Hilfe , ihrer Zwicker und Operngläser, dah dieser Zosv eine ganz andere Rose aus der Tasche zog als die, die Carmen ihm beim Beginn ihres Liebesspiels zu- geworfen hatte. Erstens war jene aus j)apier gefertigt gewesen. . , , „ «
Und diese — es war, als dufte sie über den Lichtkreis der Rampe in das atemlose Parkett hinein und empor in die rotverkleideten Logen und über den goldenen Prunk des Proszeniums.
.Hier an dem Herzen treu geborgen, « Die Blume sich von jenem Morgen —
Die Gleichgültigen ermunterten sich, und die Wohlwollenden nickten mit geschlossenen Augen vor sich hin. .
So hatte Güldewin noch me gesungen. Erne Art Verzückung schien ihn befallen zu haben.
Die Kollegen in ihrer Loge berieten flüsternd die Wahrscheinlichkeit, „ob er Applaus haben würde oder nicht".
Eine Weile hatte es den Anschein, als sei die Leistung wirkungslos verpufft. Dann brach ein gewaltiger Jubel los _____
Heinz Güldewin hielt die Rose noch immer tu der Hand.
Er verbeugte sich nicht, dankte nicht — nur der seltsame, suchende Blick hob sich noch einmal zu dem in rötlicher Dämmerung versunkenen Balkon. X
Der Direktor nahm Becker beiseite: „Wissen Sie, was mit Güldewin los ist?"
Decker wuhte von nichts.--
Die Klohberg lauerte Heinz vor der Tür seiner Garderobe auf.
„Kind! Kindchen! Run ist es ja mit einem Mal geworden I Das Herz lachte mir Im Gelbe! Zuerst war es ganz mies — aber dann — baS toar nicht mehr die hochanständige Mittelmäßigkeit Kindchen, ich muß Shnen einen Kuh geben!
(Fortsetzung folgt)
W. LaNg - GöNs, 31. Aug. Unsere Gemeinde hat schon seit längerer Zeit mit grv - henSchwierigkeiteninderWasser- versvrgung zu kämpfen. Die Wasserleitung, deren Quellen nicht reichlich genug fließen, muh täglich von morgens 8 bis nachmittags 6 Uhr gesperrt werden. Allein hierdurch ist es möglich, täglich einen gewissen Wasservorrat anzusammeln, der dann wieder einmal für einen Tag die gleichmäßige Wasserabgabe an alle Ortseinwvhner ermöglicht. Der Versuch, der Schwierigkeiten durch den Anschluß eines Gemeindebrunnens an die Wasserleitung Herr zu werden, ist mißlungen, da die Untersuchung des Wassers aus dem Gemeindebrunnen dessen Gesund-
Orchester die Levnoren-Ouvertüre Rr. 3 intoniert, und von den Fleischpreisen, toeim wir den „Lohen- grtn" studieren. Sa, ja, liebes Monstrum!"
„Verrückt, Güldewin!" bemerkte Astons Decker troden.
Heinz lachte.
„Mach' einen Witz daraus für die neueste Rümmer der „Puderquaste" I Sch lade dich auf meine Hochzeit ein!“
Decker wandte sich achselzuckend ab.
Tvch Heinz wurde von einer nervösen Unruhe befallen. Ganze Teile seiner Partie versanken vor ihm in den Dunst einer plötzlichen Gedächtnisschwäche. Seine <5tim bedeckte sich mit Schweiß, er bohrte die Fingernägel in die Handflächen und wiederholte mechanisch ein paar leere Silben.
Decker wurde aufmerksam.
„Mensch, du scheinst wirllich krank zu sein! Geh zum Streiter!"
Güldewin fuhr auf wie gepeitscht. „Rein, nein! Laß! Du siehst doch, ich bin ganz gesund — ganz vergnügt, als ob ich der dreihundertsten Aufführung der „Lustigen Witwe" beigewohnt hätte —“
„Reiß' dich zusammen, mein Sohn," sprach Becker emst. „Sch weiß ja nicht, was dir passiert ist, aber ich habe einmal den Wotan gesungen — den Rheingoldwotan — während meine Mutter todkrank lag — und just als ich die Drücke betrat — du weiht, die Regenbogenbrücke — da —"
Er schwieg. Heinz blickte düster vor sich nieder.
„Es war ein großer Schmerz. Der weiht. Aber das Kleine — das Klägliche — das wirkt wie Vitriol — ätzend — zersetzend —“
„Trink ’ne Pulle Sekt," rief Becker in verändertem Ton.
Sn Heinz kam Geben. Er schlug das Monstrum auf den Bauch.
„Richtig! Werd' ich tun! Eine Sbeel Sekt! Sekt!"
Er jagte den Garderobier zum Theaterdiener und ließ Sekt holen. Der brachte eine geeiste Flasche aus dem benachbarten Wirtsbaas und eine feingeschliffene Schale, die wie die Flasche vereist und beschlagen war.
Auf dem Glas lag eins Düw von dünnem, weißom S2idc.pavier, durch di? ü » mfa Schim-
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rotgtf LEnbchv, ^ Beachiuiig. w wdjfttti Sonntag *
3n der Schluhversammlung des >
Deutschen Katholikentages führte der Münchener Erzbischof Kardinal Faulhaber über „Die Friedensmacht der Kirche folgendes aus:
Papst Benedikt habe einen Völkerbund gewollt: aber so, wie jetzt der Völkerbund beftepe, sei er ein Strick, um die Wirtschaft eines Volkes zu erwürgen, um die wirtschaftlich Schwachen noch mehr zu schwächen und die wirtschaftlich Starken noch mehr zu mästen. Der Völkerbund sei kerne Stütze des Weltfriedens, sondern Zündstoff für neue Weltkriege. Wenn wie in Genua ieder den Dolch oder den Revolver in der Tasche trage, könne kern Völkerbund zum Gedeihen des ärte- I bens zustandekommen. Das Unselige, was bem Völkerbünde anhafte, sei, dah er nicht dem Weltfrieden, sondern oer Wel tborfe diene, daß er eine Spielhölle des Groh kapitalismus sei. Es sei doch hrmmel- schreiend, daß im Gefolge aller Friedenskongresse bes Völkerbundes immer diese Börsenmanöver, bie wachsende Teuerung und der wachsende Hunger für einzelne Völker kämen. Ein Völkerbund 'dieser Art säe Sturm unb werde Sturm ernten; er werde feinen Weltfrieden schaffen, well er den Herrn der Völler als Schiedsrichter nicht anerkannt habe. Der Münchener Katholikentag habe ein so deutliches Bekenntnis zu seinem Volke abgelegt, daß er sagen dürfe, es könne auch einen überspannten Rationalismus geben, eine Art Götzendienst, eine Selbstvergötterung eines Volkes, und dagegen trete die Kirche auf wie gegen alle fremden Götter. Man müsse auch ein offenes Auge haben für die Lichtseiten und für das Gute rn anderen Völkern, auch für die Leiden anderer Volker. Man müsse verstehen, was die Armenier durch blutige Verfolgungen durch bie Türkei litten, was bie Katholiken in Srlanb für ein Martyrium durchmachten. Die 300 Millionen Katholiken auf der Welt sollten sich zu einem Weltentscheid zusammenschliehen, daß der Heilige Vater, diese sitlliche, religiöse und neutrale Großmacht der Welt, auch auf den Friedenskon - s erenz en der Völker dabei sei. Richt von Moskau, nicht von Versailles, nicht von Genua komme der Weltfrieden, I Dnrtoiätte für Serrdttttaen nach sondernvonRom.Es müsse jenes Wort aus ^1C dem Evangelium, dah alle eins sind, mit lauter Poltnsch-Oberschlesten.
Stimme verkündet werden. Richt als Besiegte, Die Bestrmmungen über den Postverkehr mrt bie schweigen müßten, sondern als Katholiken Polnisch- Oberschlesien werden bei der Em- riefen die deutschen Katholiken den Glaubens- lieferung dahin gerichteter Postsendungen von genossen in Frankreich das zu. Wenn die Kirche den Absendern noch immer nicht ausreichend be- eine Weltmissivn des Friedens habe, bann mühten achtet. Besonders häufig Serben gewöhnliche an der Verwirklichung dieses Friedens in erster Driessendungen nach P vlm sch-Ober sch.e(ien nach Linie diejenigen arbeiten, die innerhalb der Kirche den Snlandssähen freigemacht, so daß für den ^tne besonders ragende Stelle einnehmen. Die Empfänger und den Absender unUebfame -verdeutschen Katholiken fragten ihre Glaubensbrüder terungen und Verzögerungen entstehen, da dre in Frankreich: Könnt ihr es uns nicht nachfühlen. Bezahlung der mit Rachtare belasteten Sendun- wie sich unser katholisches Herz umdreht, wenn gen für die Firmen in Polnisch-Ok^r schießen man gerade in die katholische Rheinprovinz eine nicht unerhebliche Belastung darstellt, wie Heiden und Mohammedaner geschickt hat? Gleich- andererseits die schon von den deutschen Om- viel ob man die erstgeborene Tochter der Kirche I lieferungspostanstalten zu versuchende Ergänzung oder eine spätgeborene sei: Wan könne nicht des unzureichenden Frankos durch den Absender dulden daß Heiden und Mohammedaner bei nicht nur eine unerwünschte Mehrarbeit t>er- Katholiken die Zivilisation hüten sollen. Der ursacht, sondern oft auch eine für den Absender Münchener Katholllentag trage einen strahlenden unliebsame Verzögerung Mr Folge hat.
nationalen Cha ratter, er sei aber auch einen I Es find nach Polnisch-Oberschlesien frerzu- Schritt gegangen auf der internationalen Linie, machen:
Mehr als sonst hätten Ausländer an dem Katho- 3) Briese bis 20 g -- 6 Mk., für wettere lifentage tellgenommen. Diese sollten in ihre | 20 g allgemein — 3 Mk. (Meistgewicht
Heimat einen Gruh des Friedens und katholischen Friedenswillens mit Heimbringen. Mit einem Gebet für den Weltfrieden schloß der Erzbischof.
vvm l . Mai 1922 an zum Leiter der quell- I * ■§ e r bo r n » 31-^9- technischen Abteilung der bäderkundlichen An- nerTageblatt erscheint ab 1. Oktober nur statt bei der Bade- und Kurverwaltung Bad- noch dreimal wöchentlich, lediglich als Folge Rauheim: der Vermessungsprattikant Philipp ber ungeheuerlichen Verteuerung des Druck- W iß mann zu Darmstadt vom 1. April 1922 pgvjers.
ab Zum Oberfinanzsekretär bei dem Landesver- --------
messungsantt; die Oberbau'ekretäre Ferdinand
Hansel, Paul Scheid, Ludwig S chwi nn und «ochschUlnachrichteN.
Georg Wörtge zu Darmstadt zu Mmrsterial- J f
oberreoiforen bei dem Ministerium der Finanzen I <g)le Studierenden der Medizin, der Zahnyeil^ im Daudienst vom 1. April p. 3- ab. fanbe, der Pharmazie und der Tierheilkunde.
" Aufklärung zum Reichs miet en- , $TPR»r-fidrt über die Zahl der im
«SÄ«Ä NWkSLZL-SB äs« liebe Miete erstmals schon am 1. September 1922 'Olgenves^ , TBinterbaTbiaBt 1921/22
gu zahlen wäre. Die gefettfidjeTi Universitäten und 3 Tierärztlichen
erfter Zahlungstermin m Fracht. Heilkunde, der Pharmazie und der Tierheilkunde
** Falsche 5 0 0 ° Ma r k s ch e ine B^" eingeschrieben gegen 21 938 männliche und 2416 den neuen Reichsbanknoten zu 500 Rkirk der Aus- tocißf^c zusammen 24 354 im Winterhalbjahr gäbe vom 7. Juli 1922 sind am 24. und25 August lg20/21 24232 männliche und 2504 werbliche,
in (Stuttgart bereits mehrere Falschstucke auf- ,ufnmmen 26 736 im Winterhalbjahr 1919/20. Da- getaucht. Die gefälschten Scheine smd leicht zu üon codierten 3185 in Berlin (2909 an der Uni- erkennen. Es handelt sich um gewöhnliche Licht- beTfit§t und 276 an der Tierärztlichen Hoch- pausen der echten Scheine. Das verwendete Paprer r$uIe) 3057 in München (Universität, einschließ- ist rauher und weicher als dasjenige der echten ^r 223 Studierenden ber Tierheilkunde); in fiA ......... I folgten dann die Univerfltäten
Würzburg mit 1356, Leipzig mit 1223, Dreslau mit 1205, Freiburg mit 1011 Studierenden der Medizin, der Zahnheilkunde usw. Auf die vier Wissenschaftsgebiete verteilt sich die Gesamtzahl dieser Studierenden, wie folgt: Medizin studierten im Winterhalbjahr 1921/22 (an den 23 Universitäten) 12 930 männttche und 1809 weiblich? Personen gegen 14 676 männliche und 1969 weibliche im Winterhalbjahr 1920/21 und 17 682 männttche und 2163 weibliche im Winterhalbjahr 1919/20, Zabnheilkunde 3697 männliche und 291 weibliche Personen gegen 4956 männliche und 304 weibliche im Winterhalbjahr 1920/21 und 4051 männliche und 223 weibliche im Winterhalbjahr 1919'20, Pharmazie 925 männliche und 124 weibliche Personen gegen 847 männliche und 136 weibliche im Winterhalbjahr 1920/21 und 969 männliche und 114 weibliche im Winterhalbjahr 1919/20, Tierheilkunde (an den Universitäten in München und Gießen und den drei Tierärztlichen Hochschulen in Berlin, Hannover und Dresden) 1255 männliche und 7 weibliche Studierende gegen 1459 männliche und 7 weibliche im Winterhalbjahr 1920/21 und 1530 männliche und 4 weibliche im Winterhalbjahr 1919/20. Mit Ausnahme der Pharmazeuten hat die Zahl der Studiereirden bei den genannten Studienfächern im letzten Berichtshalbjahre mehr oder weniger stark abgenommen; im Vergleich mit dem Winterhalbjahr 1919/20 weisen alle vier Studienfächer einen Rückgang der Studentenzahl auf, der besonders groß bei den Medizin Studierenden ist.


