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Prospekt über nominal Mk. 4000000 neue Aktien (Nr. 40018000 zu j6 Mk. 1000.) der

BE7L1GENSTAEDT & COMF.

Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei, Aktien-Gesellschaft in Gießen.

Die Heyligenstaedt & Comp., Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei, Aktiengesellschaft, hervorgegangen aus der im Jahre 1876 gegründeten offenen Handels­gesellschaft Heyligenstaedt & Comp., ist am 19. April 1911 mit dem Sitz in Gießen errichtet worden.

Das Grundkapital der Gesellschaft, das ursprünglich Mk. 1250000.- betrug, wurde durch zweimalige Erhöhungen bis Ende 1921 auf Mk. 4500000.- gebracht, bestehend in 4000 Stück Stammaktien zu je Mk. 1000 und 500 Stück 7% mit sechs­fachem Stimmrecht ausgestatteten Vorzugsaktien.

Durch die Ausgabe der Vorzugsaktien soll ausländischer Einfluß auf die Ge­sellschaft ferngehalten werden. Die Vorzugsaktie erhält aus dem jährlichen Reingewinn vorweg 7% mit dem Recht auf spätere Nachzahlung für den Fall, daß ein Geschäfts­jahr einen geringeren Gewinn ergeben sollte. Bei der Verteilung des Geschäfts­vermögens wird zuerst der Nennwert der Vorzugsaktien und dann erst der Nennwert der Stammaktien ausgezahlt, während der Rest der Liquidationsmasse auf Vorzugs­und Stammaktien gleichmäßig verteilt wird. Vom 1. Januar 1931 an steht der Gesamt­heit der Inhaber von Vorzugsaktien das Recht zu, diese durch Beschlußfassung der einfachen Majorität ihrer Mitglieder in Stammaktien umzuwandeln.

Die Generalversammlung vom 6. Februar 1922 beschloß eine weitere Kapitals­erhöhung um nom. Mk. 4000000.- durch Ausgabe von 4000 Stück neuen, für das Geschäftsjahrl922 dividendenberechtigten Stammaktien von je Mk. 1000.-. Die neuen Stammaktien wurden von einem Konsortium zum Kurse von 170% - unter Tragung der durch die Kapitalserhöhung erwachsenen Kosten bis zum Betrage von Mk. 400000. mit der Verpflichtung übernommen, sie den bisherigen Aktionären im Verhältnis von einer alten zu einer neuen Stammaktie zum Kurse von 200%, zuzüglich 5% Stückzinsen vom 1. 1.22 bis zum Zahlungstage, innerhalb einer Ausschlußfrist von drei Wochen, anzubieten.

In der Generalversammlung vom 6. Februar 1922 wurde ferner beschlossen, die bereits bestehenden Mk. 500000.- 7% um weitere Mk. 500000.- 7% Vorzugsaktien zu erhöhen. Diese neugeschaffenen Vorzugsaktien sind mit 10fachem Stimmrecht und mit Dividendenberechtigung für das Jahr 1922 ausgestattet. Sie sind mit einer zehn­jährigen Sperre belegt, verbleiben im Besitze des Konsortiums bzw. der Verwaltung and wurden zum Kurs von 100% übernommen. Im übrigen sind sie den früheren Vorzugsaktien gleichberechtigt. Das Grundkapital beträgt insgesamt Mk. 9000000.-, eingeteilt in 8000 Stück Stammaktien und 1000 Stück Vorzugsaktien, und zwar ver­fügen die Stammaktien über 8000 Stimmen, denen 8000 Stimmen der Vorzugsaktien gegenüberstehen. Die Erhöhung des Kapitals wurde bedingt durch die infolge der allgemeinen Geldentwertung notwendig gewordene Verstärkung der Betriebsmittel, sowie durch Neuerwerbung von Grundstücken und infolge der Vergrößerung des Werkes nötig gewordenen Neubauten und Neueinrichtungen. Das durch die Ausgabe der neuen Stammaktien erzielte Aufgeld wurde nach Abzug der Kosten mit Mark 2736196.60 dem gesetzlichen Reservefonds zugeführt. Diese Summe wird noch eine nachträgliche Kürzung erleiden in ungefährer Höhe von Mk. 113000.- für Steuern, entsprechend den neuen Bestimmungen des in der Zwischenzeit in Kraft getretenen K.V.St.G. Die durchgeführte Kapitalserhöhung ist am 21.6.22 in das Handelsregister des Amtsgerichts Gießen eingetragen worden. Die Stammaktien lauten auf den Inhaber und tragen die Nummern 1-8000. Sie sind mit der faksimilierten Unter­schrift des Aufsichtsrats und der beiden Mitglieder des Vorstandes versehen.

Der Vorstand der Gesellschaft besteht aus den Herren Direktor Friedrich May und Direktor Dietrich Fahlenkamp.

Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens 3 Mitgliedern. Zur Zeit wird er gebildet aus den Herren Gustav Plaut, Kommerzienrat, Cassel, als Vorsitzender; Wilhelm Sartorius, Rechtsanwalt in Darmstadt, als stellvertretender Vorsitzender; Albert Strauß, Bankier in Marburg; Carl van den Daele, Fabrikdirektor in Barmen ; Hugo Strauß, Bankier in Frankfurt a. M., und Joseph Frisch, Bankier in Stuttgart.

An Dividende hat die Gesellschaft gezahlt in den Geschäftsjahren:

1917 20% \ auf Mk. 1 250 000. -

1918 14% / Aktienkapital

1919 . . 20% auf Mk. 1 250 000.- Aktienkapital,

sowie einen Bonus von 10% in Reichsanleihe zum Kurse von 77%%.

1920 ....... 20% auf Mk. 2 000 000.- Aktienkapital,

sowie einen Bonus von 15% in Reichsanleihe zum Kurse von 77%%.

1921 ....... 25% sowie 15% Bonus auf Mk. 4 000 000.- Stamm­

aktienkapital.

1921 .... . .7% 500 000.- Vorzugs­

aktienkapital.

Die Bilanz, sowie die Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 1921 lauten:

Bilanzkonto für 31.* Dezember 1921.

Immobilien-Konto: Aktiva

a) Gelände, Wert wie am 1. Januar 1921

b) Gebäude, Wert am 1. Januar 1921 .

Zugang in 1921........

. J6

493 000.-

70 196 62

315 200.-

vH

. Abschreibung für 1921.....

563 196.62

58 196.62

505 000.-

c) Beamtenwohnhaus-Neubau: Wert der bis zum 31. Dezember 1921 geleisteten Arbeiten.......

Abschreibung für 1921.....

189 971.54

75 971.54

114 000.-

934 200.-

fnventanen-Konto: Arbeitsmaschinen, Wert am 1. Jan. 1921......

Zugang in 1921 an neuen Maschinen

Abgang in 1921........

Abschreibung für 1921......

392 000.-

380 772.76

772 772.76

747.-

772 025.76

325 025.76

447 000.-

Fabrikeinrichtung, Wert am 1. Januar 1921.....

Zugang in 1921..........

Abschreibung für 1921.....

27 000.-

12 152.75

39 152.75

21 152.75

18 000.-

Werkzeuge, Wert am 1. Januar 1921 Zugang in 1921 ........

Abschreibung für 1921.....

57 000.-

54 716.12

111 716.12

61 716.12

50000.-

Elektrische Licht- u. Kraftanlage, Wert am 1. Januar 1921.....

Zugang in 1921 . . . . . .

Abschreibung für 1921......

41 000.-

1 530. -

42 530.-

29 530.-

13 000.-

Mobilien, Wertswie am 1. Januar 1921

Zugang in 1921........

Abschreibung für 1921. . . . . .

1.-

1 315 65

1 316.65

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Abschreibung für 1921 ...... 11 000. 14 000.

Gleisanschluß, Wert wie am 1. Jan. 1921 1. 542 002, -

Fabrikations-Konto: Bestand an Fertig- und Halbfabrikaten am 31. Dezember 1921 . 4 614 104351)

Materialien-Konto: Vorräte an verschiedenen

Betriebsmaterialien am 31. Dezember 1921 303 817.84

Versicherungs-Konto:VorausbezahltePrämien 11 003.55

Effekten-Konto: In unserem Besitz befind­liche und gegen Kaution hinterlegte Effekten, Kurswert am 31. Dezember 1921 10953.-)

Bankguthaben: Guthaben bei verschiedenen

Banken und dem Postscheckamt Frank­furt a. M. Nr. 4692 * 3 400 663.82

Kontokorrent-Konto: Ausstände .... 1 59277880

Kassa-Konto: Barbestand 5 801.29

Mk. 11 415 324.65

1) Davon an Fertigfabrikaten Mk. 797 917.55, an Halbfabrikaten Mk. 3 816 186.80.

2) Festverzinsliche Werte, Staats- und Stadtanleihen und Hypothekenpfandbriefe.

Passiva

Aktien-Kapital-Konto .............. 4 500 000.

Obligations-Konto 532 500. -

Reservefonds-Konto ............. 386 089.57

Reserve-Konto B 131 829.85

Talonsteuer-Reserve-Konto ......... 35 000. -

Obligationszinsen-Konto

Noch nicht erhobene Zinsen ......... 13 226.74

Konto ausgeloster Obligationen

Noch nicht eingereichte ausgeloste Obligationen 510.

Dividenden-Konto

Noch nicht erhobene Dividende 4 559.93

Kreditoren-Konto, darunter Anzahlungen Mk. 900 000.-. .... 2941 619.92 Gewinn- und Verlust-Konto

Vortrag aus 1920 70 386.32

Reingewinn in 1921 2 799 602.32 2 869 988.64

Mk. 11 415 324.65

Gewinn- und Verlustkonto für 1921

An Unkosten: 00,1

Handlungs-Ur»kosten Betriebs-Unkosten

An Abschreibungen:

Immobilienkonto B .......

Beamtenwohnhaus-Neubau Arbeitsmaschinen-Konto Fabrikeinrichtungs-Konto Werkzeug-Konto Elektrische Licht- und Kraftanlage-Konto Mobilien-Konto . .

Fuhrpark-Konto .........

An Reingewinn 1921

Vortrag aus 1920 *

Gewinnverteilung:

7% feste Dividende an die Inhaber der Vorzugsaktien 4% des Aktienkapitals an die Inhaber der Stammaktien Reservefonds Tantieme an den Aufsichtsrat und Vorstand, Sonder­zuweisung an letzteren und Gaben an Angestellte Steuer-Rücklage .........

Talonsteuer-Rücklage 21% Superdividende ......

15% Bonus

Vortrag auf neue Rechnung

1 213 571.15 *)

2 397 102.95 3 610 674.10

58 196.62

75 971.54

325 025.76

21 152.75

61 716.12

29 530.-

1 315-65

11 000.- 583 908.44

2 799 602.32

70 386.32 2 869 988.64

35 000.-

160 000.-

63 910.43

663 874.05

400 000.-

50000.-

840 000.-

600 000.-

57 204.16

1) Darunter Steuern und Abgaben Mk. 198 329.35.

Mk. 7 064 571.18

Haben JC

Per Vortrag aus 1920 70 386.32

» Fabrikations-Konto:

Betriebs-Ueberschuß 1921 6 881 016.40

Per Zinsen-Konto 108 066.21

» Gewinn auf Effekten 5 102.25

Mk. 7 064 571.18

Bezüglich des Gegenstandes der Gesellschaft, der Fabrikanlagen und des Grund­besitzes, sowie der darauf lastenden hypothekarischen Anleihe, Entwicklung des Grundkapitals, Generalversammlung, Geschäftsjahr, Bekanntmachungen, Verteilung des Reingewinnes und der Zahlstellen wird auf die Beilage Nr. 202 im amtlichen Börsenkursblatt der Maklerkammer zu Frankfurt a. M. vom 28. Sept. 1921, sowie auf den im 2. Morgenblatt der Frankfurter Zeitung vom 28. September 1921 Nr. 721 erschienenen letzten Prospekt vom Juli 1921 verwiesen.

Nachzutragen ist folgendes:

Die Gesellschaft hat mit der Durchführung ihrer Bauprojekte begonnen und zwar zunächst mit dem Bau einer größeren Werkstätte zur Herstellung namentlich größerer Maschinen. Das Areal der überdachten Fabrikräume ist um 1300 qm vergrößert.

Die Fabrik beschäftigt zur Zeit 500 Arbeiter und 46 technische und kauf­männische Angestellte.

Der Geschäftsgang im laufenden Jahr ist ein guter. Der Umsatz wird im ersten Halbjahr den vollen Jahresumsatz von 1921 übersteigen. Wenn es auch bei den heutigen unübersichtlichen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen sehr schwierig ist, sich von der künftigen Gestaltung ein richtiges Bild zu machen, so ist doch anzu­nehmen, daß der Tiefstand der Mark dem Ausland Anreiz zu weiteren Käufen gibt.

Gießen, im Juli 1922.

HEYLIGENSTAEDT & COMP.

Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei, Aktiengesellschaft.

Auf Grund des vorstehenden Prospektes sind nom. Mk. 4 000 000. auf den Inhaber lautende Aktien zu je Mk. 1000.

Nr. 40018000

der Heyligenstaedt & Comp., Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei, Aktien­gesellschaft, Gießen, zum Handel und zur Notiz an der Börse zu Frankfurt a M zugelassen worden.

Frankfurt a.M., im Juli 1922. BaiTlCh Stfailß. 80380

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