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damit yu rechnen. daß bereits heute endgültige Beschlüsse über die Maßregeln Preußens ge­faßt werden.

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Auf Besu öchwl^gc

Ein Brief des Reichskanzlers an den bayrischen Ministerpräsidenten.

Berlin 31. Aug. (WTB.) Der Reichs- ranzler hat am 20. August an den bayrischen AnNlsterprasidenten Grafen Lerchenfeld folgendes Schreiben gerichtet: a

Hochverehrter Herr Ministerpräsident!

Bei den Besprechungen mit den Vertretern der bayerischen Regierung wurde eine Reihe Rück- fragen über den Sinn des Protokolls vom U. August.vorgetragen, das das Ergebnis der bei ihrer vorigen Anwesenheit gepflogenen Erörterun­gen enthalt.

r, regten zunächst an, Last an di-

Stelle des suddeutschen Senats ein bayerischer Senat treten solle, dessen Mitglieder nach Dor- schlag der Landesregierung vom Reichspräsidenten ernannt werden soll n. Dabei soll Vorbehalten blerben, als Laienrichter ausschließlich oder zum Teil Personen vorzuschlagen, die die Befähigung zum Richteramt besitzen. Der Wunsch nach Errich­tung eines bayerischen Senats stellte sich schon bei den früheren Verhandlungen als für die Reichs- regierung unannehmbar heraus. Jedoch wieder- hole er gern die Zusage, daß die Ernennung der Mitglieder des für Süddeutschland bestimmten Se­nats nach Benehmen mit den beteiligten Landes­regierungen erfolgen wird und daß ihm drei bay­rische Laienrichter und eine entsprechende Zahl bayrischer Reichsgerichtsräte angehören werden Der letzte Satz des Wunsches wurde niemals in Frage gezogen.

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b Schotten lachmlS derdi steifes Scho« irektors Doeckn tz 1920 tmicb? n Mehmigt, dem 1 Sie Km-fir orges mchen soziale ^riegßbeschädig'e Zugendsürsorge), kren firtrM Mpr 8) geschas^ sieses Ämteß mir Sandtoirifcha 10000 M Mei At die getocr' dststen der S ch: Armemixm und : Mel bereitgM red« Opfer bringt icrbell^rung .rgm, besonders t'.anteti Postauiol b (ßmiterbaii)- M. An 6 t ra M ssahke sind w M nach Tfleti AllpprNmvd, v Kirche, sMe ei Glashütten, Sie1 Aoiiierslirchen- ben. Den Kreiss kj Marburger rereinigter Stad Berücksichtigung Spotten ziigebissj lrll den Wärtern Hebung der Do ^reis Schotten toi durch den Kreis finden. Es soll Mnbgabe durch

erhobenen M ^wndk X für 1921 DvraiMg der vom Kwstoq ai vuröe mit MAs [t

* Amtliche Perfvnalnachrichten

25. August 1922 würben bie Oberver- messilNgssekretats Georg Christoph Arzt zu WtCr *cc*er öu Nrb-RaLheiA Heinrich Falk zu Butzbach, Adam Masch- ^ann zu Alzey, Philipp Wenzel zu Ridda und Georg Wilhelm Schmitt zu Bensheim dvm 1. April 1922 ab zu Vermessungsinspektoren ernannt. Am gleichen Tage wurden die Ver­messungspraktikanten Karl Appel zu Grün-

Arss dem Reiche.

MrtfchafLLnot und Wucher in Prsutzen.

. . r?rI^ 11 Sept. Der preußische Minister- Präsident Braun hat für heute die preuhi-- chen Minister, die sich zum Teil auf Urlaub befinden. zu einer wichtigen Konferenz zu- ammenberusen. Bei diesen Beratungen will der Ministerpräsident seine Pläne zur Linderung der W l r t s ch a f t s n o t und insbesondere gegen den Wucher dem Kabinett Unterbreiten. Es ist

Inszenierung gab in den Grenzen des technisch Möglichen einen befriedigenden Rahmen für die Darstellung. Was die letztere selbst anbetrifft. io läßt sich ebenfalls im ganzen ein künstlerischer Erfolg feststellen. Eine wahrhaft große Leistung bot ^rrl Lambert in als Orest. Wir haben dem Künstler bisher in Bonvivant-Rollen volle Anerkennung nicht versagen können, doch sein gestriges Auftreten übertraf alles bisher Ge­sehene und stellt feine große Befähigung für das AH des Heldendarstellers außer allen Zweifel.

Orest hatte Fleisch und Blut. Das war ein Mensch, der von den fürchterlichsten Seelen- Sralen gemartert wird, und dessen grauenverzerrte W die Schreckensbilder seines geistigen Auges mit erschütternder Deutlichkeit Wiedergaben. Doch als der furchtbare Bann gebrochen ist, da wird aus Dem niedergeschmetterten Manne ein Held, ein Kbnigssohn, der in kraftvoller Männlichkeit keine Schwäche mehr kennt. Ein echter Pylades war Georg H e d i n g. Dieser lebensfrohe Jüng­ling mit dem weichen Herzen, das in hingebender Liebe für den Freund schlägt, und der listigen < ^ge zur Rettung findet,

wuroe in seiner Darstellung in feinem Kontrast zu dem härteren und geradsinnigen Otest charak-

Leider störte die etwas Unglücklich ge­wählte Haartracht die starke WirLng seines Spieles Die Verkörperung der Hauptperson blieb hinter den Erwartungen zurück. Wir vermögen nicht zu entscheiden, ob die Fähigkeiten Trude ^.andars auf anderem Gebiete liegen. Viel- leicht gab sie als Iphigenie das Höchste, was sie nach dieser Richtung hin zu erreichen vermag undultra possc Memo obligatur. Allein die Enttäuschung läßt sich nicht verhehlen. Wandte sie bisweilen ein übertriebenes Mäh von Pa­thos und Pose an, so sprach sie verschiedentlich wieder viel zu Überstürzend, um verständlich zu bleiben Andererseits Überanstrengte bie Künst­lern ihr Organ mehrfach derart, daß der Wohl- laut bet erhabenen Verse beeinträchtigt wurde Es fehlte ihr das volle Hineinversenken in diese unvergleichliche Frauenseele, der ein so wunder­barer Adel der Gesinnung innewohnt. Doll be­friedigte sie dagegen im I. Akt in der Vermittler- rolle zwischen Thoas und Orest. Ob Übrigens

wd. Gegen unehrliche Reisende. Das Elsenbahttbetriebsamt Frankfurt a. M. gibt durch Anschlag bekannt, daß das unbefugte De- nutzen von h ö h e r e n W a g e n a b I e i l e n in letzter Zeit derart Überhand genommen habe daß künftig gegen Personen, die höhere Abteile als auf ihren Karten angegeben benützen. Straf­anzeige wegen Betruges erstattet wirb Per- sonen die in höheren Wagenabteilungen wieder­holt , betroffen würden, seien auf der nächsten Station von der Weiterbeförderung au Sau- sch.ietzen, und wenn liePer ona ien nicht emwand- fC-6L ef,dti,el.le flnb- sollen bie Betroffenen der ^Een Polizeibehörde zur Inhaftierung vorge- führt werden. 3

ff ?erEaf an Ausländer.-

Der Wwehrkampf gegen die massenhaften Waren- kaufe der valutastarken Ausländer zum Rachteil der deutschen Bevölkerung wird nun auch in un- i? 6tä)t nrehrfach energisch unterstützt. Seit einigen Tagen sind in verschiedenen Geschäften, namentlich am Seltersweg, Schilber zu bemerken bie m deutscher und fremder Sprache die Auf-

: »^ln Verkauf an Ausländer." Hoffentlich findet das bisher noch etwas verein- ?^6ehen gegen die Waren hamsteret der Ausländer weitere Ausdehnung.

" Die israelitische Religions- gemeinde G ie ßen begeht am nächsten Sonn- ^9 25jährige Dienstiubiläum ihres Rab­biners Dr. S a n d« r. Zu Ehren des Jubilars findet morgens 10V, Ahr eine Feier in der Synagoge statt, bei der Rabbiner Dr Diene-

^Offenbach die Festrede halten wirb ?%?nt>emr tourbe am l3. Sept. 1867 ist Kurnik (Prov. Posen) geboren. Rachem ?r 7^? Johannes-Gymnasium zu Breslau ab- folviert hatte, bezog er die Llniversität und das Rabbinerseminar zu Breslau. Im Jahre 1894 erwarb er den philosophischen Doktorgrad und folgenden Jahre sein Rabbinatseramen ab. Rach kurzer Tätigkeit als stellvertretender ^bbiner in Karlsruhe wurde er im Sommer 189? als Provinzialrabbiner der Provinz Ober- Hessen mit dem Sitz in Gießen gewählt.

Der neugeg rändele Kreis- v e r e i n h e s s i s ch e r K a n t n ch e n z u ch t e . im Kreise Gießen hielt bei Mitglied Felsing seine erste Kreisversammlung ab Es wurde schlossen, itn Winter ein? Krei auf el ung «b u> Preisverteilung zu ver­binden. Die Iahresmitgliederbeiträge an lvm hessilchen Landesverband betragen drei Mark.

Ä

Zum Reichskriminalpolizei-Gesetz wird eine genaue Umschreibung der Begriffe ^Ge­fahr im Verzüge" unddringendstes Interesse des ganzen Reiches" gewünscht. Dazu erkläre ich fol­gendes: Gefahr im Verzüge ist überall da vorhan­den, wo ein Äuffchub der betreffenden Handlung deren Vornahme überhaupt vereiteln oder doch die Erreichung ihres Zieles irgendwie gefährden konnte. Dringendstes Interesse des ganzen Reiches ist gegeben, wenn es sich um strafbare Tatbestände von ganz besonderer Wichtigkeit handelt, wobei die Anstellung sofortiger Ermittlungen durch eigene Vollzugsbeamte für das ganze Reich von größter Bedeutung ist. Der bundesstaatliche Charakter des Reiches sowie die Staatspersönlichkeit und die Hoheitsrechte der Länder sind bereits in dem Protokoll vom 11. August 1922 anerkannt worden. In diesem Protokoll ist auch bereits die Zulage enthalten, daß das Reich die Hoheits­rechte derLänder nicht unter Abänderung der verfassungsmäßigen Zuständigkeiten des Reiches an sich ziehen will. Eine allgemeine Zusicherung dahin zu geben, daß die Reichsregierung auch von ihren in der Reichsverfassung bereits begrün­deten gesetzgeberischen Zuständigkeiten keinen Gebrauch machen wird, bin ich Nicht in der Lage. Doch glaubt die Reichsregierung in ihrer früheren Erklärung hinreichend zum Ausdruck ge­bracht zu haben, daß sie von den noch nicht aus- geschopten Zuständigkeiten nicht ohne Rot und so weit möglich, nicht ohne Zustimmung des Reiches Gebrauch machen wird, und nicht Willens ist die bisherigen Aufgaben der Länder in die Verwal- tung des Reiches durch neue Reichs-, Mittel- oder Unterbehörden zu übernehmen,

Die außenpolitische Läge, Herr Minister- prasident nahm durch die Entsendung von Mit» gliedern der Reparationskommission nach Berlin eine besondere Gestalt an. Es wirb der Geschlossen­heit der ganzen Ration bedürfen, wenn morgen in bie Besprechungen mit den Abgesandten der Re- parationskommisston eingetreten wird. Ich darf daher der Hoffnung Ausdruck geben, daß die zwi­schen dem Reich und Bayern schwebende Angelegen­heit nunmehr auch , formell im Minifterrat durch Aufhebung der bayrischen Verordnung eine ab» chliehende Regelung findet, nachdem Ihre Herren Vertreter mir zugesagt haben, den obigen Erklä­rungen zuzustimmen und für ihre Annahme ein- treten zu wollen.

Mit der Versicherung meiner ausgezeichnetsten Hochachtung bin ich Ihr ergebener (gez.) Wirth.

im ReichShnus-

nwgsversall-S muff wirkungslos Bkiben wenn L ^^»energischen Anstrengungen

des Uebel«, soweit dies innen- iten* ?n>?. lC&CL ^totuc ift, zu beseitigen, nämlich ben allzu geringen Betrag bet deutschen Vro- Kein°Vo^M^s^ Gebieten des WirtschAtsledns. Kem Borurteil kein Profitmleoesse, fein politischer w-rtschastlicher Glaubenssatz darf uns mte aCrVu4&!e Notwendigkeit, durch er- istungen das Volk und die Heimat vor dem Versinken in Elend äln° kultur unb Versklavung zu retten.

Sinne des Gesetzes zuwiderlaufen. Die gewünschte Berücksichtigung der bayrischen Gesichtspunkte bei der Frage der Aburteilung durch den Staats­gerichtshof oder der äleberweifung an bie Länder fann schon durch Maßnahmen der bayrischen Regie­rung gewährleistet werden. Es beständen keine Be­denken, wenn bie bayrischen Staatsanwalt­schaften von ber bayrischen Regierung angewiesen Würden, bei Bearbeitung der Sachen sich gegen- über dem Oberreichsanwalt darüber zu äußern, ob sich eine äleberweisung an die Landesbehörden enipfiehlt, ohne daß jedoch durch dieses Verfahren eine Verzögerung entstehen darf. Diese Aeuherungen toerben von dem Oberreichsanwalt bei Prüfung sachgemäß berücksichtigt. Dadurch wird das Recht der Landesregierung nicht berührt, von sich aus Bedenken gegen die Befassung des Staatsgerichts- hvfes mit der Sache bei Der Reichsregierung geltend gu machen. Was ben Wunsch ber Vermeibung eine Einwirkung auf bie Entscheidungen des Staatsge­richtshofes in Verwaltungssachen betrifft, stelle ich klar, daß auf solche Entscheidungen weder die Reichs­regierung noch die beteiligte Landesregierung fei es unmittelbar, sei es mittelbar durch ben Ober­reichsanwalt Einfluß nehmen können. Der Vor­trag der Beteiligten vor dem Staatsgerichtshof ist ein ber selbstängigen Beurteilung 6es Gerichts­hofes unterliegendes Parteivorbringx.'n wie jedes andere und wirb hierdurch nicht berührt.

berg. Friedrich Wilhelm B ü ck n e r zu Bad-Rau- heim, Otto D i e f f e n b a ch zu Gießen, Heinrich £ r i zu Dieburg, Heinrich ©reiner zu Opp-Nhem, Georg Kottmayer zu Offenbach Hemria) L t n o zu Darmstadt, Heinrich Martin zu Hombevg, Heinrich Merz zu A zey, Jakob Muller zu Wollstein, Georg S ch l ö r b au Bu- bwgett, Gustav Schmidt zu Darmstadt, Theodor -U hl zu Duomgen und Gustav W e is m a n l el zu Mainz vom 1. April 1922 ab w Oberver- mesfungsseki-etären ernannt. Ernannt wuiden

August 1922 zu Polizeiwachtnieist^ Polizeiwachtmeister auf Probe bei dem Polizei- amt Damistadt Heinrich Würz aus Eckarts- hausen (Kreis Büdingen), Wilhelm Ebert aus Hilsbach (Kreis Heidelberg), Georg D ö l a e r aug Arheilgen (Kreis Darmstadt), Heinrich Schu- m a n n aus Beuthen i. O., Fnedrich Kern aus Rieder-Zlorstadt (Kreis Friedberg)^ ber Polizei- auf Probe bei dem'Polizeiaml Bens- yeim Martin D o r g e r aus Gronau (Kreis Dens- ^tm Mirkung vorn 1. September 1922. h»» Sriebendpolfter in

Den Elfenbahnwage n^5)Je Polster der neuen Personenwagen 1. und 2.'Klasse sollen von der Winterlieferung 1922/23 an wieder S l 9 lut ° bezogen werden.

Oie 2. Klasse erhalt wieder den schwarz und

9^iIe4tCTkrbV ^n dunkelroten d^>T-die Dorschrrsten für die Beschaffenheit und Guteprufung werden aber dahin abgean- öert, daß die Grundkettfäden cms langfaseri­gem Seinen oder auß kräftigem Daumwoll- dtoirn herzustellen sind. Der Flor soll bei ro- rS £ierr bei gestreiftem Plüsch aus gutem Schafwollgarn bestehen. Die Polsterung wird dadurch vereinfacht, daß statt des bisher üb­lichen teuren Moltonstoffes ein weicher, dicht­gewebter Resselftvff zur Verhütung des Durchdringens der Roßhaare verwendet wird.

Es wurde ferner ber Wunsch ausgesprochen, bah ber Senat in einer sübbeutschen Stabt tagen solle. Rach ben geltenben Bestimmungen Fann ber Senat beschließen, baß er AmtshanblUngen außerhalb seines Sitzes vornimmt. Die Möalichkeit, bah Sitzungen in einer sübbeutschen Stabt statt- finben, ist also gegeben. Es ist kein Zweifel, bah der Senat von dieser Möglichkeit schon aus Grün­den ber Zugänglichkeit des Zeugenmaterials und der Kostenersparnis geeigneten Gebrauch machen wird. Die Herren Vertreter gaben weiter dem Wunsche Ausdruck, dah bas B e g n a d i g u n g s- recht in Fallen, in benen bie Zustänbigkeit des für Süddeutschland bestimmten Senats gegeben wirb, vom Reichspräsidenten im Benehmen mit ber Landesregierung ober auf deren 'Anregung ausgeübt werden foll. Der Reichspräsi­dent hat, wie ich ausdrücklich feststelle, eine solche Fühlungnahme bereits bei der früheren Besprech­ung in Aussicht gestellt. Was ben Wunsch betrifft, dah die bayrischen Angelegenheiten bei ber Reichs­anwaltschaft von bem bayrischen Staatsanwalt mit möglichst weitgehender Selbständigkeit behan- |belt werden sollen, besteht kein Bedenken, einen Bayrischen Beamten nach ber üblichen Fühlung Mit der bayrischen Regierung zur Reichsanwalt- schast einzuberufen und diesen als Referenten des Vberreichsanwalts für bayrische Sachen zu bestellen. Dah die Aeberweisung von Strafsachen an die ordentlichen Gerichte unb Cänber bie Regel bilden werde, wurde bereits bet den früheren Ver­handlungen festgestellt.

Darüber hinaus wurde gewünscht, dah min­destens alle Vergehen grundsätzlich an die ordentlichen Gerichte der Länder überwiesen werden sollen: und dah Ausnahmen von diesem Grundsatz nur von Fall zu Fall unb nur im gegen­seitigen Benehmen ber Justizverwaltungen zulässig fein sollen. Ganze Gebiete und insbesondere grund­sätzlich alle Vergehen von der Erledigung durch den Staatsgerichtshof auszuschliehen, würde dem

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 1. Sept. 1922.

Kohlennot und Gasversorgung.

Die überaus knappe und außerordentlich teure Kohlenversorgung Deutsch­land s ist eines der trübsten Kapitel der deut­schen Rachkriegswirtschaft. Die Steinkvhlen- örderung ist seit Anfang dieses Jahres wie­der ständig zurückgegangen, verursacht durch Abwanderung von Bergarbeitern aus dem Ruhrbezirk, Einstellung der äleberschichten im Ruhrbergbau und die Verkleinerung des För­derungsbezirks in Oberschlesien« Betrug die Fvrderungsziffer des gesamten deutschen Steinkohlenbergbaues abgesehen von dem des Saarbeckens und Bayerns im März noch etwa 5Ö0 Ö00 Tonnen arbeitstäglich, so fiel 'in den folgenden Monaten die 'tägliche Förderziffer ständig, und im Juni konnte nur mit einer arbeitstäglichen Förderung von rund 406 000 Tonnen gerechnet werden, wo­bei allerdings erwähnt werden muß, daß seit dem Tage der Durchführung der ntzUen ober» schlesischen Grenze auch nur die Förderung aus Deutsch-Oberschlesien berücksichtigt ist.

Am Betriebsstillegungen zu vermeiden, mußten die Industrie und viele kommunal­wirtschaftliche Betriebe zu Kohlenkäufen im Auslande, namentlich in England, schreiten, W zum Rachteil der deutschen Volkswirtschaft.

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8088,

Eichener Stadltheater.

Iphigenie auf Tauris.

. Gießen, 1. Sept. 1922.

Goethes Geburtstag muß uns heute mehr a!S je ein Tag stolzer Erinnerung fein; denn S8 großen Vergangenheit allein können wir die Kratt schöpfen, bie in jeder Beziehung nleberbrücfenbe Gegenwart mit Fassung und CSürbe im Sinne jener großen geistigen Führer M ertragen, bie wir heute schmerzlich vermissen. Gerade bie Wahl der »Iphigenie" zur Feier des diesiahrigen 28. August scheint uns mit tiefem Verständnis für das, was not tut, ge= troffen zu sein. Goethe war bet seiner über- ragenden geistigen Gröhe doch stets Mensch im Würsten Sinne des Wortes. Auch ihm blieben Kampfe und Irrtümer nicht erspart. Das Ringen feiner Seele mit der menschlichen Aatur spiegelt sich in seinen Werken wieder, älnd indem diese Zeugnis geben von seinem eigenen Erleben, wer- öen fte zum verewigten Symbol für Menschen- fdjicffat und Menschenwert. Mit derIphigenie auf Tauris erreichte Goethe eine hohe 0>ufe feiner wneren Entwicklung. Aus dem Jüngling, ftürmenbe Leidenschaften durchtoben, gefestigte Mann, der den schönsten Sieg der Selbstüberwindung errungen bat. Die tiefe, reine Verehrung, die er nun für Wt U"det ihren Riederschlag m der Gestaltung der Iphigenie, der VerWrp^ rung edelster Weiblichkeit. Das Schauspiel als ^Eündigung des hohen Humani- große Männer jener 3eit erstrebten. Sie forderten mit Rousseau Rück- m tS? t2Latur und zur reinen Menschlichkeit, die sich frei macht von der gärenden llni-iite unb den Auswüchsen einer krankhaft^rfeinerten Kultur. Der Ruf nach Selbstbesinnung und Er­kenntnis der wahren Menschheitsziele muß auch m unserer heutigen Zeit wieder der fteiaetiben Flut niederster Genußsucht, die alle Ideale au verschlingen droht, Einhalt gebieten. 6

Den Gesamteindruck der gestrigen Auffüh­rung kann man dahin kennzeichnen, daß unter Leitung von Adolf Telekh eine tuürbige Wiedergabe des Schauspiels erreicht wurde. Die

das Gewand ber Priesterin stilgerecht gewählt war, möge der Entscheidung kundiger Archäologen bfeiben. Paul Schubert führte sich Ä^envater fttr die kommende Winterspielzeit ?oiu König Thoas war von imponieren- bet Würde die gelegentlich vielleicht etwas we- 3u toerwn brauchte, um es begreif* »ch trot) gk-u-n §aatÖ ^och sehnsüchtige Wünsche in seinem Her­ren regen. Der alte Skhthe ArkaS wurde in Adolf Tehekys Darstellung ein Mann voll Lebens­erfahrung, der seine- weisen Ratschläge mit wohl» Meinender Dringlichkeit erteilt.

Es ist erfreulich feststellen zu können, daß das außerordentlich gut besetzte Haus mit sicht- lieber Ergriffenheit lauschte. Diese Teilnahme hielt unvermindert bis zum Schlüsse an. Der Beifall war stark und ehrlich unb darf für die demnächst beginnende Spielzeit als ermutigendes Zeichen angesehen werden, daß den Klassikern im Spiel- Plan eine gebührende Rolle zugewiesen werden kann.

So hat z. B. auch das st ä d t i s ch e G a s- werk, um nicht zu erliegen, im Laufe dieses Jahres englische Kohlen im Gesamtwerte von mehr als 2 Millionen Mark beziehen müssen. Weitere Kvhlenmengen hat es in Polnisch- Oberschlesien bestellt, da eS aus dem Ruhr- bezirk größtenteils nur noch minderwertige Kohlen (erhält, die ein Ausbringen an Gas und Koks erschweren und ein einigermaßen zu­friedenstellendes Ergebnis nicht bringen kön­nen. Rach dem gegenwärtigen Stand unserer Valuta ist der weitere Kohlenbezug ans dem Auslande unmöglich, solange nicht die Geld­mittel zur Verfügung stehen, die zur Bezah­lung der ausländischen Preisansprüche erfor- oerlich sind. Bisher hat das Gaswerk dank der vor zwei Jahren erstellten Rebenanlagen zur Gewinnung von schwefelsaurem Ammoniak und Motorbenzol den G a s p r e i s noch mrmer verhältnismäßig niedrig halten können. Es stand damit erheblich hinter anderen Städten zurück, die bislang schon und auch heute wesentlich höhere Gaspreise berechnen. Die neue Situation in ber Kohlenversorauna hat aber die bisherige Berechnung über den Haufen geworfen und eine Heraufsetzung des Preises erforderlich gemacht, durch die Geldmittel zur weiteren Sicherung der Koh­lenlieferung und damit zur Aufrechterhaltung der Gasversorgung unserer Stadt gewonnen werden sollen.

Wettervoraussage

für Samstag:

Wolkig Ms heiter, nur noch vereinzelt Regen, mäßig warm.

Ae^uckstörungen über Mitteleuropa lasten atlmahllch nach, doch ist noch nicht mit beftän- blgem Wetter zu rechnen.

die zeigen, mie reich £ite iJ&tten Hochschulen ausstatteten, fülkn Äaß?ne^c graphischen Ab- ? Museums. Dann folgen in großer

r Handschriften deutscher Ge- Irscher die Weltruhm erwarben.

Thomaslus an über Kant, ?"d_ Nietzsche (von ihm bringt die

öS9 Ctn drsher unbekanntes Bild aus

i,nh Schulpforta), über Gauß

Srfmm h n^9k Moritz Heyne und Jakob

dem Konzept feines noch immer ffÄkvollendeten Wörterbuches vertreten ist, von Gottsched und Gellert über Schleiermacher. Hegel, St bis zu Wundt und Emil Vischer: reihen sich Bildnisse und Handschriften anein- anöer. Interessanter noch ist der Teil, ber dem Studenten gewidmet ist, und der in Bildern, Almanachen unb Stammbüchern das studentische Leben alter Zetten wieder wach werden läßt. Seltsame, kulturhistorisch äußerst wichtige Doku­mente tote das sauber gemalte Göttinger Matrikel-, ouch, in das die adligen Göttinger Studenten ihre Wappen malen ließen, ällk- unb Scherz- bilber kuriose Stück tote ein Exemplar de« Holbelnschen Totentanzes, das ein Student mit paMcr durchschießen lieh unb als Almanach benutzte, sind zusammengetragen und lassen in die Mentalität der Stu'-entenschaft jener Zetten tiefer blicken als eine Geschichte des StudententUms es vermöchte. Altehrwürdige Ramen, fast vergesten oder doch als Hochschule verschollen, klingen an: 2llkdorf, Erfurt, Wittenberg.... Der Staat und die Stadt als Gründer und Förderer der Hoch­schule eröffnet die Ausstellung der Student als Frondeur gegen den Staat beschließt sie: mit ewigen seltenen Stücken wie dem Amizisten-Orden und anderen Abzeichen geheimer Studentenver­bindungen. Die Aussteslung ist nicht vollständig, nicht weil das Material fehlte, sondern weil es einfach unmöglich ist, der stolzen Geschichte der deutschen Hochschulen anschauungsmäßig gerecht werden. Was indessen zu leisten war, bid Hf geschehen. Magdeburg darf diese Aussiellum durchaus als Plus buchen.

Feldhaus - Magdeburg.

Sine Hochschulausstellung in Magdeburg.

Aus Magdeburg wird uns geschriebrn: Dutzende von Kongressen neben der Miama und dazu nun auch noch zahlreiche Sonder- 9"sltelttingenl Magdeburg will durchaus wttt- Mitte werden I So gibt es hier jetzt eine Schulausstellung, und soeben Wurde eine Ausstellung zur Geschichte des deut­schen Hochschulwesens eröffnet. DeUt

r.Au»^etlIft9er äusstellungstechnisch xu

Betodltigen, bietet säst unüberwindbare Schwierig­keiten. Rur mittelbar kann es gelingen: durch die -3eugmffc, an die sich der Glanz großer Ramen knuptt. Die Leitung des Magdeburger Kait^- ^^orich-Museums. Per di« Berliner Staats­bibliothek, die Universitäten Halle Leipzig Jena Göttingen, die Luiherhalle in Wittenberg u?a. m.

^^Zedeihen laffen, be­wies sehr viel Geschick in der Ausmabl .9u- iltte^stolL-s^r^ bieser Zeug-

beschichte. Wertvolle alle Urkunden, Privilegien an Universitäten u. Z.,