Ausgabe 
30.12.1921
 
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Nr. 306

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Erft« Blatt

UL Jahrgang

Zreitag, 50. vezemder 1021

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

thud tmb Verlag: vrßhl'sche Uliv.'vich. and SteiibrHdtrei R. £aegt. 5chrlflletri»g. Gefchsflrslelk und Ünideret: SdfeUtra^e 7.

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Die Hoffnung auf Tannes.

Wie vor der Londoner Konferenz zwischen Lloyd George und Vriond macht sich auch jcyt wieder angesichts der am 6. Januar be­ginnenden Tagung des OberstenRate« tn Cannes in der deutschen Öffentlichkeit ein zu starker Optimismus geltend. Dieser wird dadurch begünstigt, dah die Reichsregierung über das im wesentlichen negative Ergebnis der Londoner Konferenz sowie über die fort- gesetzt stattfindenden Rcporationsberatunqen des Kabinetts strengstes Stillschweigen be­obachtet. sowie durch die Meldungen der Pa­riser Presse über weitgehende Zugeständnisse gegenüber Deutschland, die der tn Cannes vor­zulegende Zahlungsplan enthalte. 3m wesent­lichen handelt es sich doch hierbei um Stim­mungsmache; die französische Presse will die Oeffentlichkeit gegen Driand scharf machen, damit er um so zäheren Widerstand gegen Lloyd George«' ReparationSreviswnSplänc leiste.

veber diese Pläne selbst steht nichts näheres fest, und was darüber aus franzö­sischer und englischer Quelle tn die Oeffent­lichkeit dringt, ist mit gröhter Vorsicht zu geniehen. Man weih nur so viel, dah in Can­nes die Frag« der Januar» und Februar­zahlungen und möglicherweise auch die der 'Reparationslasten für das ganze Jahr 1922 geregelt werden soll. Bekanntlich beträgt die Zanuarrate 500 Millionen Goldmark und die Februarrate, die Nach der 26prozentigen AuS- führabgabe berechnet werden soll, würde sich auf 325335 Millionen beziffern. Rach den Berechnungen der Regierung sind hiervon durch die bereits erfüllten Sachleistungen etwa 200 Millionen Goldmark beglichen. So viel man aus den Berichten über die Londoner Konferenz entnommen hat. will die Entente die auf Grund der Ausfuhrabgabe fällige Reparationsrate als abgegolten gelten lassen, und es scheint, dah man die 500 Millionen, die am 15. Januar fällig sind, bis zum 15. Februar stunden will. Aber auch an die­sem Betrage fehlen noch weit über 100 Mil­lionen Goldmark, deren Beschaffung auf dem Wege der Devisen zu einem neuen Druck au unsere Valuta führen mühte.

Diese brennende Frage wird also zu« nächst in Cannes geregelt werden müssen, wobei sich die englischen Sachverständigen au den Standpunkt stellen, dah der Verzicht au einen Teil der Zahlungen leichter zu er­tragen wäre als die Fortsetzung der Zerrüt­tung nicht nur auf dem internationalen Geld­markt, sondern im Zusammenhang damit (Dumping-Einfuhr) auf dem Weltwirtschafts­markt. Run berichtet der Londoner Vertreter desOuvve" von wesentlichen Zugeständnissen, die England zugunsten Frankretcl)S zwecks Er- leichterung Deutschlands machen wolle. So wolle England angeblich seine Prioritätsrechte aus dem Abkommen vom 13. August ab­treten und auf seinen Anteil an den deutschen Reparationszahlungen verzichten. Einmal sind diese Meldungen noch unbeglaubigt, und zwei­tens würde es im Endeffekt auf dasselbe hin- auskommen. ob Deutschland 132 oder 103 Goldmilliarden nicht bezahlen könnte!

Wetter berichtet das genannte Blatt, England geneigt sei. auf seine Forderungen an Frankreich in Höhe von 14 Milliarden Gvldfrankcn gegen Aeberlassung der deutschen scheu BvudS der Serie C zu verzichten, wenn Frankreich auf die Räumung des lin­ken Rhein uferS sowie die Berringcrunc der französischen Streitkräfte zu Wasser uni zu Lande elngehe. Was die Konzession Rr. 1, die Räumung deS linken Rheinufers, bettifft, so wird man leider BriandS Erklärung, da Frankreich tn Cannes auf keinen Teil feiner Garantien verzichten werde, hierauf beziehen müsset c.

3m übrigen hat eS fast den Anschein, als ob auch die von englischer Seite ange- kündigten Geschenke Danaergeschenke seien; denn nach den Berichten der Londoner Blät­ter wollen die englischen Sachverständigen den Plan des Ersatzes der Geldleistun- gen durch die Sachleistungen in den Vordergrund stellen. And zwar soll Deutsch­land danach nicht nur Sachleistungen für den OhnenbcDorf Englands aufbringen, sondern auch für dessen Exporthandel mit den bri­tischen Kolonien sowie mit Ruhland, und ähn­liche Abmachungen sollen von 3talien, Bel­gien und Japan angestrebt werden. Die Ver­wirklichung dieses Planes würde legten Endes einer Uebemahmc des Welthandels durch die Entente, insbesondere durch England, gleich- tommen, während Deutschland zum Lieferan­ten der Entente degradiert und sein Expon- handel vom Weltmarkt auSgeschaltet wäre, was gleichzeitig den Verzicht auf die für uns unentbehrlichen Devisen bedeuten würde. ZedenfallS geht aus all dem. was man von der Konferenz von Cannes hört, hervor, dah

wir keinen Grund au besonderem OpttmiS-1 muS haben, ganz abgesehen davon, dah der Oberste Rat voraussichtlich nur über die dring­lichsten Reparattonssragen entscheiden wird, während die Lösung deS Kernproblems, der Repavatwnsrevision, der bereits in Aussicht genommenen internationalen Wirt- cha f tSkonferenz Vorbehalten bleibt, zu der man den Schuldner wohl oder übelvor- laden" müssen wird.

Die Verhandlungen mit dem Wiederherstellungsausschuh.

Paris, 29. Dez. (WTB.) Die Repa- rationSkommisston hat heute abend olgenbe Mitteilung auSgegeben. Die Reparationskommission empfing heute nach­mittag 4 Ahr, wie angekündigt, dieVertre - terderdeutschenRegierung. StaatS- ekretär Fischer, Ministerialdirektor T r e n- >e len bürg und RegierungSrat v. O e r t zen. Die deutschen Delegierten fragten die Reparationskommission, ob sie eS für (nötig halte, eine sofortige Antwort auf den Brief vom 16. Dezember au erhalten. Die Kommis- ion antwortete, dah die deutsche Regierung allein über die Zweckmähigkeit zu entscheiden hätte, die eS für sie haben könne, auf den Brief der Reparationskommission vom 16. De- Aember sofort oder später zu antworten. Je­doch könne die Forderung auf einen Zay^ lungSaufschub, die von der deutschen Regie­rung in ihrem Briefe vom 14. Dezember ge­stellt wurde, von der Reparationskommission nicht geprüft werden, bevor sie nicht die in ihrem Briefe vom 16. Dezember angegebenen näheren Auskünfte erhalten habe. Die deut­schen Delegierten baten alsdann die Repa- rationskvmmission, die weiteren Verhandlun­gen bis morgen oder übermorgen aufzu­schieben.

Rathenau in Paris.

Paris, 29. Dez. (WTB.) Dr. Walter R g t h e n a u ist heute mittag in Paris an­gekommen.

Die Botschafterkonferenz und die Deutschen Werke.

Berlin, 29. Dez. (WTB.) Die Bot- schafterkvnferenz besahte sich am 28. Dezember mit der Angelegenheit der Deutschen Werke. Die von ihr getroffene Entscheidung wird der deutschen Regierung durch die interalliierte Militärkvnttollkommis- sivn mitgeteilt werden. Heber den 3nhalt der Entscheidung ist bisher an zuständiger Stelle bisher nichts bekannt.

Der Reichskanzler und die neuen Steuervorlagen.

Berlin, 30. Dez. DerLokal-Anzei­ger" erfährt aus parlamentarischen Kreisen, der Reichskanzler Dr. Wirth werde einige Tage vor dem Wiederzusammentritt deS Reichstags die Führer der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Demokraten und der Deut­schen Volkspartei zu einer Besprechung ein- laden, um ihnen nahezulegen, sich über ein Kompromih über die Steuervorlagen zu einigen.

Der drohende Eisenbahnerstreik.

Köln, 29. D«. (WTB) Der Deutsche Eisenbahnerverband hat den StreikfürKöln- O ft auf beute nachmittag 2 Ahr und für Köln- Bezirk auf heute abend 10 Ahr au«gerufen. Die Arbeiter in Köln-Oft find daraufhin heute nach­mittag 2 Ahr in den Au-stand getreten. ES ist bisher gelungen den Personenverkehr tm all­gemeinen glatt abzuwickeln, jedoch sind im Güter­verkehr bereits erhebliche Behinderungen einge- tteten.

Düsseldorf. 29. De,. (WTB) Die dem Deutschen Silenbahnerverband anaeschlosfenen Eifenbahnarbeiter in Düsseldorf haben beschlossen, morgen um 6 Abr in den Streik zu treten. Die De'ayungsbehörde in Düsseldorf befahl, dah die Arbeit weiter fortgesetzt wird. Die in den anderen Verbänden organisierten Ar­beiter scheinen gewillt, dem Befehl zu ent­sprechen. Heute ItJca noch sämtliche Züge von Köln. Esten und anderen Städten mit Ausnahme der von Elberfeld fahrplanmätzig ein

Düsseldorf. 29 Dez. (WAV.) Der hie­sige Deutsche Sifenbabnerverband teilt mit: Die Verbandsungen mit der 3nttrainierten Kommission gelangten heute zum Abschluh. DaS Endergebnis war. dah die Delegierten des Deut­schen Ei^enbabnerverbandeS die Erklärung ab­gaben. dah sie sich unter Protest der ®c- toa 11 der DesayungSbehörde fügen tnürten Die De anungSbedörde verlangt in den neubefetzten rheinis^en Gebieten die Beachtung der Bestimmungen des Belagerungszustands. Die alt befehlen rheinischen Gebiete werden von der 2Ir.orbr.ung der Te'ay ngS. e^örde nicht betrogen. Dort können somit otc E.'enbahner unbehindert streiken. Di: samt igen Kn.tcnpunkte deS Eilen- bahndirckllor.sbe^rlS Elberfeld find völlig fiill- gelegt. so da st jeder QSerfebr unmöglich ist.

Berlin. 30. Dez. Wie die Blätter mit- teilen, haben gestern im ReichSverkehrS- Ministerium keinerlei Derhandinn- gen mit den streikenden Eisenbahnern futt- cfunben, da man dort nach wie vor auf dem Standpunkt steht, dah die Teilaktion der Eisen­bahner in Westdeutschland einen Tarifhruch bedeutet. DaS ReichSverkehrSministeriuni wird versuchen, einen wenn auch beschränkten Per- lonenverbehr mit den bestreikten Bezirken einzu- richten. Zum Schutz der Bahnstreäe usw. wird ein ausgedehnter Schutzdienst eingerichtet werden

Die Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamter hat gestern in einer VorstandSsitzung In Berlin beschlossen. eine ab­wartende Haltung einzunchmcn und die letzten Entschlüste wenigsten« solange zurückzustellen, biS eine angestrebte Verständigung zwischen dem Deutschen Beamtenbund, der höchsten Vertretung der Beamtenschaft, und dem Reich-finanzministe- rtum positive Ergebnisse gebracht hat. Die Ge­werkschaft bat drei Vorstandsmitglieder nach den Bezirken Köln, Elberfeld und Essen beordert, um dort genaue Informationen einzuziehen, und um auch, wie da« .B.T." mitteilt, dahin zu wirken, dah sich die Beamtenschaft auf keinen Fall an dem Streik beteiligt Rach einer weiteren Meldung deS .B. T." haben die Cifcnbabnbeamten in dem Bezirk Elberfeld der Aufforderung deS Eisenbahnpräfidenten, zusammen mit den arbeitswilligen Arbeitern RotstandSarbetten zu verrichten, nicht Folge geleistet.

Blättermeldungen auS Dresden zufolge Kiben die Dresdener Eisenbahnwerkstättenarbeiter in einer Versammlung zunächst den Streik ab­gelehnt, nachdem sich auch die Gewerkschaftsführer gegen den Streik ausgesprochen hatten.

Wie der .Lokalanz." auS Dresden erfährt, »errfcht unter den s ächslschen Eisenbah­nern vorläufig völlige Ruhe.

Berlin, 29. Dez. (WTB.) Wie .Dor- wärt«" und .Freiheit" mit teilen, hat sich gestern abend >tne Funktionär-Versammlung deS Deut­schen EisenbahnerverbandeS für den Bezirk Groh-Berlin einstimmig für den Streik erklärt. Laut .Vorwärts" dürfte der Streik schon heute abend beim Schichtwechsel eintreten.

Elberfeld, 30. Dez. (WTB.) Rach Mit­teilung der Elberfelder Eisenbahn-Direktion ist im Streik der Eisenbahner dadurch erneut eine Ver­schärfung dzw. AuS dehn rng ein getreten, dah neben dem Deutschen Eisestbahner-Verband nunmehr gestern auch die Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner In Darmen-RltterShausen die St reikparvle auSgegeben hat. Die Eisen- bahndirektivn Elberfeld ist weiter bemüht, LebenS- mlttel- und Kohlenzüge trr.*in3iil>4 )mmen.

Köln. 30. Dez (WTB. » Die Sifenbabn- DivcMvn Köln teilt mit, dah akxmdS 11 Ahr die Lage wenig verändert war. Rur an einzelnen Stellen seien noch die Eisenbahner In den Streik getreten Bisher konnte der Verkehr kaum auf­rechte rhalten werden.

Der Konflikt in Washington.

Washington, 33. Dez (WTB ) In der gestrigen Sitzung wurden von Staatssekre­tär HugheS 2 Resolutionen eingebracht betreffend die Verwendung von A - B o o t e n in KriegSzeiten. Darin hecht eS. dah A-Boote Handelsschiffe nur angreifen dürfen, wenn dese dem Befehl -um Anhalten nicht Folge leisten, und dah Handelsschiffe nur vernichtet werden dürfen, wenn vorher die Besatzung und die Passagiere in Sicherheit gebracht wor­den sind Kein A-Bool könne HandelS'chfse alS Prile erklären, wenn sie durch die Umstande ge­nötigt worden seien, die oben erwähnten Be­stimmungen zu verletzen. Die Anterzeichneten er­klären. datz jede Perlon, die die genannten Be­stimmungen verletzt, vor Ger ich t gestellt and zu Gefängnis verurteilt wird, al« wenn sie Seeraub begangen hätte.

London. 30. Dez (WTB) Der Sonder­berichterstatter de« ReuterbureauS meldet au« Washington, nach einer Mitteilung soll 6a r raut über daS von Frankreich beschlossene Pro­gramm für seine A-Doote und HilsSschiffe Sr- fiärunqen abgegeben haben. eS handele sich um Bemühungen Frankreichs zur Erreichung eine« Aebereinkommens bezüglich der Einschränkung der U-Boot- und HilfSichifitonnage. 2lmerikanische italienische und japanische Delegierte drückten ihr 2kbauern darüber au«, dah ein Uebereinfommen nicht möglich sei.Balsoursagte,dahGroh- Britannien daSsranzösische A-B o o t- programmalSeineernsteDedrohung für feine Sicherheit ansehen müsse S ch a n z e r sprach ebenfalls über die ernsten Bes or gniNe Italien« wegen der wirt­schaftlichen Opfer und der politischen Folgen, die das flanzöfilche Programm zur Folge haben konnte. Der französische Delegierte er­widerte hieraus mit Schärfe auf die Be­hauptungen te« Vorredner«, von denen einige für ihn unannehmbar seien. Balfour erklärte Wahrend e« undenkbar sei. dah etwa« an bered alS Freundschaft zwischen Frank­reich und England herrschen könnte, beweist die Geschichte, dah beide Länder in der fernen Ver­gangenheit in Streit miteinander getoekn feien. G o -Dr t .nn.en fc Frankreich zur 6«: stet.« über­legen. zu Lande stet« unterlegen gewesen. Frank­reich habe niemals in seiner De'ch chte zu befürch­ten brauchen. dah Vroh-Dritannien die Wacht hätte, einen Schlag gegen da« Herz Frankreich« zu führen. RiemalS sei eine schwächere Militär­macht in der Lage gewesen, ein? überlegene Mili­tärmacht zu gefäbroen. nur well fie mehr Schiffe

gehbl hätte Angenommen, da st da« Andenkbare geschehe, und dah bic Alitierten zu Feinden wurden. sei e« vollkommen klar bat) in diesem Falle die britisch« Aeber legen heit an Grobkamp! schissen das Leben Frank,eich« tetneSfall« auch mr für eine O.unbe geiabiben würde. Wenn Frankreich jedoch die g.vtz e A- Bvotflotte der Welt behoe, könnte e« seine Flotte, wenn e« tpollte. zur Zerstör mg des Handel» bt- outzen. und rt kl schwer zu glauben, datz tn Zerten der Gefahr Zrankr'elch tn k Zlotr« nicht so verwenden würde, wem, Grost-^r.tannlen ge­gen die A-Bovte unbewaffnet fei ES fei klar, datz Frankreich, wenn es bl fe verbreche, tsch« Waffe anwende, bk Srlstenz DroN-Brttannien« vernichten könne. Balfour sagte. &irraut da de von bei unbedingten Rotweichlgkett für Frank­reich. eint A Boot lotte von 90.03 Tonnen za besitzen, gesprochen. Zu weichem Zwecke V Keines­wegs. um mit der Grotzkampssch.si-'Flotte non 175 000 lonr.en zufammenzuw.iken. $>.< A-Doote seien eine mächtige Waffe nur zu dem einen Zwecke, nämlich zur Zerstörung des Handels. Drost-Britannien könne nicht anders a « in An­betracht der Dedrohu g durch vLa fang einer groben A-Bvotflottc linertxilb w n.ger Me len von Hiner Stüfle, die zu keine n an'eren Zweck» al« zur Zerstörung de« Hand.'l« bl nen könne, offen erklären, daN c6 die dadu, ch geschaffene Lage nicht gleichgültig anichen könne.

Lcharfc Sprache brr ntnlifdini Prr ssr.

London, 29 Dez. (Wo'.sf ) Die Weige­rung Frankreich« In Washington, seine A- Boote zu beschränken, erregt hier grobe« Auf­sehen Die Dlätter heben übereinstimmend den schlechten Eindruck hervor, den diese Haltung auf die Vereinigten Staaten machen könne.

.Daily 6 t> r o n l c I e schreb! In einem .Frankreich al« Friedensbrecher" überschriebenen Artikel, der eigensüchtiae Mili­tarismus Frankreich« habe einen groben Teil der Hoffnungen der Welt auf Verminderung der Ausgaben für die Rüstungen zur See und auf Beseitigung der Gefahren de« RüstungSwett- bewerb« zum Scheitern gebracht. Frankreich habe tn Washington genau bic Rolle ge­spielt, die Deutschland seinerzeit aus der Haager Konferenz gefpieit habe Frank­reich sei In Deutfchlanb« Fuhtapfen getreten. Diese Frage berühre die Wurzel de« englisch- französischen Zufammenwirken« Grvstbritn nuten könne unmöglich weitere finanzielle Opser bringen, um Frankreich au« seiner misslichen Lage heraus- zuhelfen, wenn Frankreich das so erhaltene Geld zum Bau von Anterseeboolen gegen den Frieden der Welt verwende. Der französische Flot- iengröflenwahn stehe jedoch vorläufig nur auf dem Papier. SS seien liberale Kräfte In Frankreich vorhanden, die sich vielleicht 'Geltung verschaffen würden gegenüber einer so katastro­phalen Torheit. Mit einem friedlichen, nicht- aggressiven Frankreich würde Grostbritannien durch autzerordentlich starke Bande veiln pft fein. Aber keine Ration, auch Frankreich nicht, könne die Zuneigung England« besitzen, wenn sie fort­fahre, gegen die Sicherheit England«, gegen die Freiheit Europa« und gegen den Frieden der Welt Komplotte zu schliessen.

Auch die .Time«" bedauert den Defchlutz Frankreichs. Er könne eine unglüTliche Wirkung auf die amerikanische Oefsentlichk.it auiüien. Die Enttäuschung in den Bereinigten Staaten werde grob sein und vielleicht einen unliebsamen ©in- flufj auf die Haltung de« amerikanischen Volke« gegenüber zahlreichen wichtigen Problemen haben Der Schritt Frankreich« werde unverm iblich bk amerikanischen Sympathien sür Frankreich schwächen.

Die .Westminster Gazette" tndrt aus die Erklärung Balfour> hin. In der dieser sag e. ihn berühre der Besch.ud Frankretch«. feine Stel­lung aufrechtzuerhalten. .unsagbar schmerzlich" Das Blatt sieht au« der Haltung Frankreich« ernste Folgen für Frankreich. Eng­land und die gesamte Welt entsteh?n. Präsident Har ding werde diele Abweisung nicht hinnehmen und sich wegen einer europiilchen Macht, die anderer Ansicht sei. nicht für ge'chlagen erklären. Die Washingtoner Äonle-rm werde we­nigsten« zu einem Zufammen'chluss der englisch sprechenden Völker führen. Frankreich könne sich nicht beklagen, wenn e« jetzt sowohl moralisch wie materiell isoliert werde.

London. 29 Dez iWvlsf ) Auch die Wa- shingtoner Berichterstatter der englischen Blatter geben ihrem Bedauern über bk Haltung Frankreich« Au-druck. Der Korrespon­dent der .Time«" schreibt, sicher habe Frank­reich erkannt, dah die amerikanischen Sym­pathien für Frankreich eine Schwächung edabren haben. ES habe jedoch diele Tatsache im vvrau« tn Rechnung gestellt. Frankreich habe die Wahl zwilchen einer Verminderung de« ameri­kanischen Vertrauen« und der Preisgabe einer Machtquelle. die e« mit Erfolg bei der Regelung ter englisch-französischen Tifferen- zen, die sich nicht mehr lange auffch esten lalle, zu verwenden hoffe Wenn diele Ar licht bie Lage und über die französische Politik Tatlacs-en entspreche, dann werde Frank rfch bie U-Dvotfrage in Tannes und nicht in Washmgion Vorbringen.

Auch der Berichterstatter der .Mornina P o st" weist auf die Möglichk-it hin. dah Frank­reich r-erfuche. eine Aeberernstimmung mit Eng­land über die gegenwärtig zwilchen beiden Län­dern schwebenden Fragen herbeizu'ü> en und da­bei dre Unterleebootf rage al« Waffe i u benutzen Harbing und Hug^ feien lehr darüber beunruhigt, dah Frankreich die Wafhing- inner Konferenz benutzen wolle, um europäische politische Fragen dabei al« Handelsobjekt