Die Wiederherstellungen in Oppau.
Berlin. 29.
Dez. Sine Blättermeldung t: Der bayerische Minister-
aus München besagt
*81
wütende Franzose schreibt weit'" peinlich, dieses odiöse Blättchen u
.Ist es schon durchblättern.
— SindeutschesOriainalander Oxforder Bibliothek. Der vor kurzem im Alter von 77 Jahren in Darmstadt verstorbene Dr. Heinrich Krebs war seit dem Jahre 1871 Bibliothekar des Taylor-Insti- tutes in Orford und hat diesen Posten bis zu
Die Lage in Aegypten.
Kairo. 29. Dez. (WTD.) Lord Al- lenby deröffenllicht eine Kundgebung, in der er die Unterstaatssekretäre jedes einzelnen Ministeriums ermächtigt, die Gewalt und die Funktionen eines Ministers in Derwaltungs- fragen auszuüben. Die Unterstaatssekretäre werden die jeweiligen Minister vor den Ge- richtshöfen ersetzen, bis das neue Kabinett gebildet sein wird.
Der Rektor und der Bizerektor der Universität AlaShar haben an den Sultan einen gemeinsamen Brief gesandt, in dem sie erklären. dah die UlemaS sich der Protest. Kundgebung der ägyptischen Nation an-
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L Januar 1922 a
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schlietzen. In dem Schreiben wird die iln- zufricdenheit über die augenblickliche Lage, über den Druck, der auf die Freiheit des Einzelnen ausgeübt wird und über die Attentate auf unschuldige Personen ausgedrückt und das Eingreifen des Sultans gewünscht und von ihm verlangt, er möge die Lage mit seiner bekannten Weisheit prüfen.
Die deutsche Gegenliste in Südamerika.
Paris, 28. De.; (Sin Leser deS .TempS' In San-Salvador beklagt sich bitter darüber, dah die .gemeinen Schmutzseyen der Boches", die .Deutsche Gegenliste", ganz Südamerika überschwemme. Dieser .Derleumdungswisch". mit dem .die deutschen Propagandisten die eigenen Derbrechen des deutschen Militarismus glaubten verteidigen zu können". sei bereit- in mehr als einer Million Exemplaren in Südamerika verteill worden. Ganz Amerika würde damit überschwemmt. Der
rat beschloß, daß die Badische Antltn- und Sodafabrik zum Wiederaufbau in Oppau auf eigene Kosten rechtlich verpflichtet sei. Die freiwillige Millionen- spende der Allgemeinheit dürfe nicht dem Wiederaufbau der industriellen Anlagen, sondern nur der geschädigten Bevölkerung zugute kommen. Der bayerische StaatSkommis- sar für Oppau begab sich nach Berlin, um dort die Stellungnahme der bayerischen Regierung der Reichsregierung mttzutellen.
Aus dem Reiche.
Em sozialistischer mitteldeutscher Bund.
B e r l i n. 3V. Dez. Wie den Blättern aus Dresden gemeldet wird, findet in Weimar wieder eine Zusammenkunft sozialdemokratischer Minister aus Sachsen. Thüringen. Braunschweig und Anhalt statt, auf der die auf der- Leipziger Konferenz eingeletteten Beziehungen zwischen den sozialistischen Regierungen der mitteldeutschen Länder zu einer dauernden Arbeitsgemeinschaft zur Förderung sozialdemokratischer Arbeit in Mitteldeutschland verdichtet werden sollen.
diesem Jahre, also ein halbes Jahrhundert hindurch, bekleidet. Im Manchester Guar- dian wird dieser populären Oxforder Srschei- nung, die allen Studierenden der modernen Sprachen wohl verttaut war. ein Dcdenkblatt gewidmet, und dabei werden einige Züge mit- geteilt, die Dr. Krebs als 'ein interessantes Original erscheinen lassen. In seinen bibliothekarischen Maßnahmen ging er seine eigenen Wege. Sv las er eines Tages in der Zeitung die Anzeige von! Tode eines früheren Oxforder Abgeordneten Charles Reade. und sogleich fiel ihm ein. daß er noch ein Buch aus seiner Bibliothek hatte. Sr schrieb also den folgenden Brief: ..Sehr geehrter Herr! Ich nehme an, daß Sie für — dann kam der Titel des enlliehenen Buches — keine Verwendung mehr besitzen urrd würde Ihnen daher sehr verbunden sein, wenn Sie so freundlich wären, mir es möglichst rasch wieder zuzustellen." Er adrestierte dies Schreiben an den ..verstorbenen Charles Reade" und schickte es in das Haus, in dem die Leiche des Abgeordneten aufgebahn war. Sine besondere Auszeichnung war es, wenn Dr. Krebs vertrauenswürdigen Benutzern der Bibliothek erlaubte, sich die gewünschten Bücher aus den Regalen selbst herauszunehmen. Aber diese Ehrung wußten nicht alle zu würdigen. Sv kam einmal die Frau eines hervorragenden PrvfesiorS und bat um ein Buch. Liebenswürdig sagte der Bibliothekar: „Sie können es sich selbst nehmen," erregte aber dadurch die Entrüstung der Dame, die überall herum» erzählte, Dr. Krebs sei so unhöflich, daß er Damen sich selbst die Bücher nehmen ließen
halb nötig gewesen, daß diese Gerüchte auf der Kammertribüne niedergeschlagen wurden. Auch er habe in London erklärt, daß das Reparaiions- problem die Lage Frankreichs beherrsche, und seine er st en Worte an Lloyd George seien gewesen: .Frankreich muß bezahlt werden. SS muß wiederhergestellt werden. Wenn Opfer gebracht werden mu'sen, müssen sie andere bringen. Lloyd Dwrgc habe ernt internationale Anleihe ins Auge gefaßt, durch die Frankreich sofortige Vorschüsse hätte erhalten sollen. Gr habe diesen Gedanken aufgeben müssen, da gewisse günstige Umstände nicht eingetreten seien. Es fei dann die Lage im Jahre 1922 geprüft und setz gestellt worden, daß Frankreich nicht für einen Sou Opfer bringen könne. Aber, da dir Frage auch Belgien und Italien an- gehe, so sei bef flotten worden, daß vor der Zustimmung der anderen intereffierten Staaten nichts Endgültiges entschieden werden solle. Ribot habe von einem großen Wiederaufbau Europas gesprochen. Alle Welt sei einig, daß das nur mit Hilfe aller geschehen könne, und daß ein derartiges Unternehmen Schwierigkeiten und Gefahren in sich berge. Aber die internationalegrohe Konferenz unter Beteiligung Deutschlands und Rußlands sei noch nicht einberufen. Eine Regierung, die dieses Namens würdig sei. müsse ihre Blicke in die Zukunft rich- ten. Rußland sei kein Land daS man vernachlässigen könne. Rußland dürfe nicht unter die wirtschaftliche Herrschaft eines anderen Landes fallen, der dann bald auch die politische Beherrschung .folgen würde. Frankreich könne sich der Wiederaufrichtung von Mittel- und Osteuropa nicht entziehen. In London sei beschlossen worden, daß disseS Werk nur durch ein französischenglisches Abkommeir auSgeführt werden könne. Man werde davon in Cannes reden. WaS die Anwesenheit Deutschlands und Rußlands auf einer wirtschaftlichen Konferenz anlange, so fei die Frage noch nicht entschieden. Wenn aber Deutschland aus ter Wiederaufrichtung Rußlands Nutzen ziehe und dies den Reparationszahlungen zugute kommen würde, so würde eS keine schlechte Operation sein. — Briand fuhr fort, er müsse noch von der Reparationsfrage sprechen. Der Mechanismus des Vertrages werde nach jeder Richtung funktionieren, wie eS sein müsse. Heber die Verfehlungen Deutschlands müßte sich die Repa- rationskommifsion aussprechen. ilrtcUc sie nicht, dann hätte bie Regierung zu entscheiden. Die Kommission könnte das Verlangen Deutschlands nach Zahlungsaufschub abweisen. Sie könne neue Garantien verlangen. Driand sagte hinsichtlich t>er Washingtoner Konferenz, die 11- V o o t e seien für ben Schuh der französischen Kuße und der französischen Kolonien unerläßlich. Das Abkommen von Angora habe gewisse Schwierigkeiten mit England ergeben. Driand betonte die Notwendigkeiten, die sich ergaben, mit Mustapha Kemal Pascha zu verhandeln. Der größte Vorteil des Abkommens sei, daß 100 000 Mann französischer Soldaten nicht mehr in einem fernen Lande zu dienen brauchten. Das Abkommen berühre jedoch nicht das Mandat über Syrien. — Nach kurzer Unterbrechung der Sitzung wurde schließlich das Budget für auswärtige Angelegenheiten angenommen.
Paris, 29 Dez. (Havas.) Der Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten hat heute die neuen Erklärungen geprüft, die ihm durch Ministerpräsident Briand gemacht worden waren. Er hat formell den Wunfch ausgesprochen, daß bei den demnächst igen Verhandlungen keine Entscheidungen getroffen werden sollen, durch welche die von Deutschland geschuldeten Zahlungen verzögert oder herabgesetzt würden. Der Ausschuß hat ferner den Bericht Guemier angehört über das mit Ungarn geschloffene Uebereinfcmmen bezü glich der Anwendung der wirtsichaftlichen Klausen des Vertrages von Trianon.
O^dr. oder .Ich kund Such fürwahr ein gut selig c?rr i On manchen Fällen tritt der Drucker selbst hervor: so schreibt der rührigste unter diesen frühen Kalenderdruckern einmal: .Zesum und Tiariam sin Mutter dar Wünscht euch HanS Zainer zum guten Jahr." Sin Nürnberger Blatt fugt dem Lbristkind einen Wetterhahn bei unb loht diesen sprechen: „Ich bin ein Wetterhahn. Gin selias Jahr verkünd ich lebermann.“ DaS Christkind aber sagt: .Das sottt ich allen denen geben, die in Gottes Forchi leben/’ Eine beliebte Verzierung der Kalender war die Darstellung der verschiedenen Planeten. deS astrologischen Himmelshauses. des Adorlaßmänn- tan«, der Sonn- und Mondfinsternisse, also der Hauptinhalt deS Kalenders bil- oeten. Jldm hlich werde i1 le Salnbe im - er r ehr mit Bildern ausgeschmückt. Das schönste Blatt stammt von Peter Drach in Speyer aus dem Jahre 14S3 und zwar schmückt den Kopf des Kalenders ein Liebesgarten, in dem. durch ein Drünnlein ge- trennt, Jüngling und Mädchen zum Neuen Jahr Glückwünsche tauschen. Jeder Monat ist mit einem dubschm A tezcich ungsbuchstiben geschmückt. Man hat als den Schöpfer dieser Zeichnungen einen der beften graphischen Künstler des 15. Jahrhunderts, ben sog" »Meister des Amsterdamer Kabinetts'' festgestellt.
Die Drucker waren deshalb von Anfang an so eifrig auf die Herstellung von Kalendern auS. weil ihre jährliche Wiederkehr eine sichere Ein- nabme verschaffte. Der wichtigste Inhalt bestand m ben .sterndeutenden" Angaben, die dem astrologischen Aberglauben der Zeit entgegen- tarnen. Manche der frühesten Kalender find lateinisch geschrieben und ft-'iben ihre Gelehrsamkeit &cr.iu*. So bei l es z D.: .Di fer Almanach ist der Hoheni^ule der «großwürdigen Stadt Mainz oder ..Almanach in der hochgeprie- fenen hohen Schule zu Erfurt durch Jacoben .y>e:inlgcr auf das 1494. Jahr gecakulleret.“ Viel- fa<b aber verfaßten die Drucker ihre Kalender
Aus Stabt unb Lanb.
Gießen, den 30. Dez. 1921.
•• Auskunft für Auswande - rungsiustige. Bei der Bedeutung, die die Auswandererfrage für unser übervölletteS, verarmtes Vaterland hat und immer mehr gewinnt, ist eine gute Beratung für alle, die sich nut solchen Gedanken tragen, unumgänglich notwendia, damit sie nicht aus Not und Glend in nod) größere Not sich hineinbegeben. Da bietet der Evangelische Haupt- Verein für deutsche Ansiedler und Auswanderer E. V. in Witzenhausen an der Werra seine Dienste erneut an. Er erteilt in allen Auswanderungsfragen unentgelllich Auskunft und ist die Zentrale für alle deutsch-evangelischen AuS- und Einwanderermissionen in den Hafenstädten und deutsch-evangelischen Zweigfürsvrgestellen für Auswanderer. Der Landesverein für Innere Mission, Darmstadt, Karlstraße 211, ist als Zweigstelle bereit, mit sachgemäßer Auskunft zu dienen und eingehendere Informationen zu vermitteln.
"DerteuersteBrief 15Mark. Ebenso wie am 1. Januar die gewöhnlichen Post- gebühren eine wesentliche Erhöhung erfahren, teeren auch die Postnebengebühren bedeutend erhöht Die Einschreibegebühr beträgt 2 Mart, die Eil-
zu benutzen. Es werde erklärt, datz Frankreich den Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten unb Europa Schaden zugefügt habe. Es habe unalückttcherweise ten amerikanischen Politikern, unb dem Teil der amerikanischen Presse, die sich einer Mitaroeit der De einigten Staa en an den europäischen Angelegenheiten widersetzten, eine Waffe in hie Hand gedrückt.
Die ältesten gebrückten Kalender.
• hängen tetr uns einen neuen Ka-
lenbcr an die Wand um mit Ihm zusammen die Wanderung durch ben Tageslauf des Jahres anzutreten. Der Kalender ist uns ein so unentbehrlicher Begleiter geworden, bah wir uns gar uicht ohne ihn denken können. Unb boch ist eS kaum ein halbes Iahrtausenb her. seit die ersten Wandkalender In die Welt traten und damit der Allgemeinheit erst die Möglichkeit geboten amrde NH inten mannigfachen Festen und Einteilungen P6” ^Inyres zureck) tzu finden. In einem soeben tm Derlaa von Richard Earl Schmidt L Co. zu Berlin erschienenen inbalt« reichen Werk ..Flug- blatt uiid Zeitung", daS die Entwicklung des Tagesschrifttums von seinen frühesten Anfängen diS m die Gegenwart verfolgt, widmet der Der- tafto. ter Mü ichmer Ole;bblrotbctar Dr. Kail Schotlenlober auch den ältesten Wandkalendern eine eingehende Betrachtung. Diese Ka- lenberblätter gehörten mit zu ben frühesten Erzeugnissen. die die eben erfundene Kunst des Buch- vruckS bervorbrachte. Die ersten gedruckten Wandkalender, von denen wir wissen, sind su Mainz in ben Jahren 1448 bi« 1457 erschienen. Dann klafft in unserer Kenntnis eine ßüde bi« 1462. eine zweite bi« 14c0. unb erst &on ba an ist ein regelmäßiges Erscheinen dieser Kalender festzustellen. Unter ben 1600 Klein- drucken des 15. Jahrhundert«, die das von der preußischen Kommission sür den Gesamllo.taloa der Wiegendrucke geschaffene Verzeichnis auf- teeift. finden sich 324 dieser fliegenden Kalenderblätter, die zum Aushängen und Ankleben bestimmt waren. Die Ausstattung wird allmählich immer reicher unb künstlerischer: der Kalender bient zugleich al« Neujahrsglückwunsch inbem er ein Christkind mit einem Spruchband jeigt, auf dem geschrieben steht: ,Sin gut selig
so muh man sich noch mehr barübc. --klagen, bah eine französische Gegenpropaganda nicht eriftiert und baß sie bad Feld vollständig den deutschen Lügen überläßt. Im Gegenteil, In Sao-Paolo erscheint jetzt sogar eine französische Wochenschrift „Öe Bourdon („$er Brummbaß"), die voll ist von heftigen Angriffen auf die Geschäfte der Franzosen unb auf gewisse französische Persönlichkeiten in Sao-Paolo. Da« Blatt ist in einem Geist unb in einer Sprache geschrieben, bah man sich fragen muß. ob dieses nicht eine neue, versteckte Form der deutschen Propaganda ist."
Ein großer Tag im französischen Senat.
Pari«, 29. Dez. (WTD) Bei der Beratung de« Budgets des Ministeriums des Aeußern im Senat erfiärte heute nachmittag dec Berichterstatter Venator Lucien Hubert, die auswärtige Politik Frankreichs müsse ofien sein Die Völker protestieren h ute gegen die Geheimniskrämerei, die bei der Abfassung des Friedensvertrages von Versailles vorherrschte. Die Völker wollten wisien, wohin man sie fahre. Man verlange keine Diplomatie auf dem offenen Markte, aber die Regierungen könntern nicht mehr eine Politik der vollendeten Tatsachen unb der illusorischen Kontrolle betreiben.
Im Verlaufe bet Debatte ergriff Senator 7t 1 b 0 t daS Wort. Er sagte, die Aussprache Über die Angelegenheit Angora sei nicht opportun. Senator PoincarL sprach die Erwartung auS. daß Briand dem Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten die Erllärungen geben werde, die er öffentlich nicht geben könne. Driand erwiderte. da man auf der Tribüne von dem Abkommen gesprochen habe, wolle er alles sagen. Ribot fuhr fort, et verlange nur einige Auskünfte über die letzten Verhandlungen In London und die bevorstehende Zusammenkunft in Tanne«. Die öffent- lich« Meinung sei über alle«, was die Forderung an Deutschland betreffe, nervö« geworden Deutschland könne zahlen. Die ReparationSkommis- sion habe Deutschland zu verstehen gegeben, bah sie ba« wisse, und boch stünden noch die Erläuterungen au«. Pflicht der Regierung sei eS. nun zu prüfen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, wenn Deutschland sort- fahre, sich feinen Verpflichtungen zu entziehen. Vor allen Singen müsse man wissen, ob England und Frankreich einig seien. Werbe diese Einigkeit aufrechterhalten, so werde Deutschland nachg^ben. Ribot fragte, ob man sich in London mit der Frage beschäftige, was man tun wolle, toenn Deutschland nicht bezahle, unb ob man die Reparationskommission mit der ganzen Autorität der Regierungen unterstützen werbe. Driand erwiderte. Ich werde Ihnen das sagen. Ribot fuhr fort: Vielleicht sind Sie aber weit mehr gebunden. alS Sie glauben. Driand antwortete. Zch werde Ihnen das sagen. Ribot fuhr fort: 2Iber, wenn üb ben englischen Zeitungen glauben darf, die von der Downing Street inspiriert sind, scheint es. dah man einen europäischenKon- Sreh zusammenberufen will, auf dem die europäischen Nationen die wirtschaftliche Wiederherstellung der Welt studieren sollen. Man spreche von den europäischen Nationen, sagte Ribot weiter, zweifellos, weil auch Deutschland und Rußland einbegriffen feien. Lloyd George bade eine auyerordentllch schmieg- Intelligenz. Er habe Konferenzen mit Dankiers und der City unb verhandle mit Mtthenau und SttnneS. Gr verstehe, Deutschland und Ruhland wünschten mit den europäischen Nationen zu verhandeln. Aber habe man für den geplanten Kongreß schon einen Plan? Man müsse von England vorher Garantien verlangen unb müsse bie Sicherheit haben, dah man im Verlause der Verhandlungen nicht im ötiäK gelassen werde. Wenn Rußland eines Tages wieder aufgerichtet werbe, so würden Deutschland .und England ben größten Nutzen davon haben aber Frankreich könne nicht auf die geplante l Konferenz gehen mit einer noch immer unbezahlten _ unb bedrohten Schuldforderung. Er könne nicht ' begreifen, dah die Regierung die Verantwortung , übernehmen wolle, an der Internationalen Kon- ' ferenz ohne vorherige Garantien teilzunehmen.
Ministerpräsident Driand
erklärte, bevor er sich über das Abkommen von Angora auSspreche. wolle er sich offen über die Behandlungen, die er in London geführt habe äußern. In Deutschland habe man Lloyd George porgetoorfen. daß er seine Versprechungen nicht gehalten habe. Die gleichen Einwände habe die englische Piesse erhoben. In der französischen Presse dagegen habe er nach seiner Rückkehr 'Bemerkungen im entgegengesetzten Sinne gelesen. In ber Kammer habe er sich ausgesprochen well in ben Wandelgängen daS Gerücht verbreitet gewesen sei, er habe einige der Sicher- belten am Rhein aufgegeben. Nach dieser Rtch- tung sei ba« Land sehr empfindlich. GS sei des-
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destellgebühe füi ‘Briefe Im OrtsveNelldezirr tofta 3 Mart, im Landbestellbezirt 9 Mart (für Pakete 6 |Unb 12 Mark), Zustellungsgebühr. Rück- Icheingebühr 1.50 Wart. Zuschlagg^ühr für Post- lage cd..ese 0,50 Mart, tägliche Pakellager^ebähr O.c5 Ntark Schie.dgebühren für PostauSweis- tarten 5 Mart, für Postlagertarten 4 Mark, Laufzettelgeb-Hr 3 Ma:k Auch bie Posttredit- diicfgeb chren werden ebenfalls beträey lich erhöht: Ausfertigung 5 Mark. Rückzah.ui g gebühr 0.63 Dark, Stctgeningegcb-br für pbc Rückzahlung von je 100 Nlarl 0,50 Wart. Der teuerste deutsche Dries kostet vom l. Januar ab 15 Mart. Es handelt sich um einen eingeschr.ebenen Eilbrief nach einem Canborte im Gewicht von 200 unb 250 Gramm, bei dem folgende Berechnung zugrunde liegt: 4 Mart Porto. 2 Marl Sin- 'chreitegebühr, 9 Mart Eilbestellgebühr durch Radfahrer. Das teuerste deut'che "Paket nach einem Canborte (eingekbiiebenc« Eilpaket von 18 Kilogramm» kostet Poitv 40 Mark, Ein- schreiben 2 Mark. Gebühr für dringende Bestellung (Eilbehandlung auf Transport und bei Bestellung) 80 Mark eitra, zusammen also 122 Mart. ImHinb ick auf diese bedeutenden inzelerhöhu gen wiro sich die ReichSpo'rv^rwalui g w^tzl entfalteten müssen, in ab'ebbarer Zeck neue hochwertige Briefmarken herauSzugeben.
** S i n T e l e P h 0 n ge f p r ä-ch 607.50 Mark. Die Gebührentafel für Ferngespräche im Inland iß vom RcichSpostministerium nach den neuen Sätzen bereit« auSgegeben. Da« teuerste Gespräch kostet von Lleu ahr an nicht teeriger aM 607,50 Mark. D.e« ist ein dringende« Gespräch von 15 Minuten In der 18. Zone von 1400 Kilometern. Ein gewöhnliche« Gespräch v)n drei Minuten kostet mindestens 45 Pf. in der 1. Zone bi« 5 Kil-Meter, in der 2. bis 15 Kilometer 1,35 Mark, bis 25 Kilometer 2 23 Mart, bi« 50 Kilometer 3.60 Mark, bi« 103 Kilometer 5,43 Mark, bi« 200 Kilometer 8.10 Atark. bis 300 Kilometer 10.80 Mark, 400 Kilometer 13.53 Mark, 500 Kilometer 16.20 Mark. 600 Kilometer 18 93 Mark, 700 R [enuter 21.63 Mark 803 Kilometer 24.33 Ma ick. 900 Kilometer 2i Mart. 1000 Kilometer 29,70 Mark. 1100 Kilometer 32,40 Mark. 1203 Kilometer 35.10 Mart, 1300 Kilometer 3Z.80 Mark, 1403 Kilrmeter 40,50 Mark. Bei dringend fortgesetzten Gesprächen wird eine Minute dringend — drei Minuten nicht dnn- gend gerechnet. Für die Berechnung maßgebend ist jetzt ein Monberer Zonentee fer. fbätet da« Verzeichnis der Telegraphenanstalten.
" Eln Schwindler treibt, tote uns aus unserem Leserkreise mitgeteilt wird, hier sein Unwesen. SS handelt sich um einen jungen Menschen anfangs der 20er Jahre, der eng- lisch und französisch sprechen soll. Er „kaufte" in einem Geschäft gegen Anzahlung eines kleinen Betrages Waren,'die er einem anderen Geschäftsmann zu höherem Wett Wetter zu verkaufen suchte. Der Schwindler trägt einen umgearbeiteten Mllltärmantel.
" Die Stenographen-Gesellschaft „Gabelsberger" eröffnet am 10. Januar 1922, abend« 7»/, Uhr, in dem Schulhaus der Stadt-K7tabenschule in der Nord-Anlage einen Anfängerkursus in der Babelsberger Stenographie. 3m Hinblick auf die Wichtigkeit der Kurzschrift In Handel, Vettehr, bei Behörden usw. kann jedermann und insbesondere der jungen Kaufmannscl-aft empfohlen werden, die Gelegenheit zur Erlernung der Kurzschrift wahrzunehmen.
Bornotizen.
— Tageskalender für Freitag: Stadttheater. 7 Uhr: „Herodes und Mari- amne“. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab beute bis einschließlich Sonntag: „Die Nächte des Cornelius Drouwer" und ^Die Jagd nach Luxus".
Landkreis Ziesten.
• Großen-Llnden. 30. Dez Der t» Jahre 1882 nach Amerika au«gctoanbcrie Heinrich Rohrbach hat fett dieser Zeit große Liebe und Anhänglichkeit für fein Vaterland bewahrt, fo daß er schon in DortliegSzetten 6f:ctf seine alte Heimat aufsuche. D.ese Treue brachte er auch jetzt wieder zum AuSdruck, indem er bc fvnderS nach dem Kriege eine offene Hand aiu Linderung ber Notlage zeigte So Übersandl» er ben beiden Gesangvereinen je 1000 Mart, stiftete zur Qiflaunrg eine« Denkmal« für Mr Gefallenen 5000 Mark, und unterstützte d.e Für- forgetätigleU für tte Crt«atmen durch Zusendung größerer Beträge und auch Naturalleistungen. Zum Danke dafür wurde Herr Rohrbach zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt.
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selbst: so lesen wir auf einem hübsch gedruckten Blatt: ..Dies han practlciert ich Hans Schrot- banck Maler und Bürger zu Straßburg." Häufig sind die Stadtärzte die Verfasser der Kalender, denn die ärzlliche Kunst war ja damals mit der Astrologie noch eng verbunden, und die wichtigste Aufgabe de« Kalenders bestand darin, die günstigste Stunde für den Aderlaß anzugeben. DaS Almanachblatt beginnt Immer mit dem astronomischen Teil, der die grldenc Zahl, den Sonntagsbuchstaben, ben Fastenabstand, bie Hauptfeiertage angibt. Der astrologlfch-metizinifche TUl enthält Anweisungen in der Gesundh-.'i'spslege: er beginnt mit bem besonderen Hinweis: .Hienach folgen die Aderlässe des Jahr« nach wahrem Lauf de« Monds in Angesicht der andern Planeten", oder .Folgt hernach bie gute Zeit der Aderlafsung und Purgatien zu nehmen, erwählt nach bem Sauf des Monde« und der glücklichen Planeten Ansehung zu ihm." Auch noch andere astrologische Angaben werden gemacht. .Folgen." heißt e« ö- -die erwählten Tag zu baden, zu säen und zu pflanzen nach des Monde« Lauf und seiner guten Schickung zu den Planeten" Der angesehene Ptzhsikus der Stadt Zürich Dr Eberhard Schien finger. gab fvgar ein Dlatt herau« mit der Tlntoei ung: .Gat Stunden, Freunds chatt Gesellschaft anzufahen". gab asso au« den Gestirnen an. wann der Mensch am b*rten sich mit seinesgleichen zusamm-mtue. Die Mehrzalf der Kalender ist in deu scher Sprache verfaßt und gibt reichen Aufschluß über die astron)- milche uni) medizinische Ausdruck«weile lener Zeit.
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