Ausgabe 
30.11.1921
 
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Nr. 281 Zweiter Malt

Gießener Anzeiger ^General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, "0. November 1921

WO

bienroferentsir" rxr

(i'-eblcte normaler Hörweite eine

id>t für ander»

Bon man Lide

Schweigens besah, ber fich ein

Hörbarkeit anfchloh. 3m Norden Bayerns lag er etwas näher an der Schallquelle, durchsch''ittlich in 170 Kilometer Entfernung, in Südbayern vüdte er weiter ab. Die Entfernung, an der Donau

gebaut, war ihm doch eine gewisse nervöse Schwäche und llnraft anzumerken.

Die beiden fuhren in ihrer Unterhaltung

einer Ob be nie im eigen t(idv*n Sinne kann ledoch nicht sprechen, in federn Jahr um <jeit heran ige Cr Iran hingen sich häufen.

und ft hatte der Beobachter brauten Gelegen- beit, sein Gesicht zu sehen. GS war vor Erregung

12 'perlenen leicht verles»! Die Unter» such ng i«: cm geleitet ?ic Re'.run.-swache brachte 8 be; Berleni.n nach dem städtischen raufen»

Kapitän. . .

Ts muh sich doch noch ein Ausweg finden lassen.

Plötzlich lief ter Apotheker zur Xfcr und schlvh sie ab Sann lehrte er wieder $ui feinem Be'ucher zurück. Er Halle auge.'.ichernl^ ver­

ton Die lebhaften Bewegungen der beiben Her- I sah ein Kneifer, in dessen Gläsern sich der Licht-

Iküenunqen ntcbi ernftcr Matur find Die Ber» letzten l:'n'nen sämtlich in ihre Dehnungen ge­bracht werden Dir Verletzungen bestanden in der Hauptfach' tn leichter Gohnmerschütternng. Rer» Dtnib.'i. Krpfverl.nunge' durch Splitter usw., Quetschwunden Derstauchungen usw.

Äh'iic II ft Üau.

mc Frankfurt a UL 29 Nov Jnfolgt ber Witterung mehren sich in der neuesten Seit >.e Erkrankungen an 211 a 1 e r n und Schar» l ach in den Frankfurter Volksschulen 3n#lwfonn berc werden die utteren Klassen betroffen. In de» non oft 9 -12 Kinder an Scharlach erkrankt sind

WtcücHcr etroffftmmer.

Dietzen, den 25 2kov. 1921.

Der unbestrafte Buchhalter Hrgo B. aus Bremerhaven ilt der Untreue l^eschuldigt. »r war nie Buchhalter bei dem Laun itzbrunnen in Groft- Karden ange 'ell'. er hatte ali solcher Post- und <Zeichnung»vvllmacht und war mit ber "flltW* fubrang beauftragt. Er ist geständig, fett Fe­bruar l. 3- fortgesetzt Bel rüge au» der Kasseveruntreut-i haben. insgesamt seht- ten etwa 24 000 Mark ES wurde fett gestellt, datz der tXngetiagte anfangs nur ein recht befrei» bene» Schalt hatte, und bah ihn bc»oalb bi» QiPt zu den T'crur.tieuunflcn veranla'.t haben kann Mit Rücklicht aber daraus, datz er später da» Geld für Dbealer und Reisen verbraucht hat. wurde die eträfe aus 4 Monate Gefängnis be-

Der jug^rdliche K M steht wegen Sitt­lich k e i t » ve r b r e ch en » vor den Schranken de» Gericht» Er hat mit Gewalt an einem Mädchen unter 14 fahren untüchtige Handlungen vorgenommen. Er ist in vollen Umfange ge­ständig Die Schwere des Fall« veranlatzt da» Gericht, den Angeklagten trotz feiner Jugend ,u 3MvnatenDefLngni»LU verurteilen: doch soll er zur bedingten Begnadigung empfohlen werden.

Der Händler H Sch txm Dietzen war von dem Schöffengericht Dietzen wegen Hehlerei zu 3 Lagen Defängni» verurteilt worden Die Beweisaufnahme in der Berufung»instand geftal- tetc sich sür den Angeklagten derart günstig, datz er f reigesprvchen wurde.

34» kann nicht anders handeln, Kapitän." sagte ber Apotheker. .Das kann ich um meine» Gewissen» willen nicht, und auch nicht der an­deren incgcn. 3ch habe mir sowieso schon eine q rotze Beran llvvrtung auf geloben."

Tiber e» ist doch nur menschlich. Rachsicht zu üben, entgegnete der mir dem.otttacn Schnurrbart. .Man kommt mit der Herzlosigkeit nicht weit. Du machst nicht nur ibn. sondern auch ferne bedauernSwe te Stau unglücklich. Und denke doch an die armen Kinder!

Der Apotheker machte eine betauernde Hand- bewegung. .

.Tja. was soll ich tun? (agtc er. ,'E-a» würdest zum Beispiel du an meiner Stelle tun,

.Ich würde tun, was ich könnte, um ihn za retten.

Ter Apotheker lachte erregt auf.

.-Run. so tu e» doch! ries er .Da» kostet dich "fürs ertte einmal zwanzigtautend Kronen Haft du sie 1"

.Du weitzt nur zu gut. bah tchtc nicht hobel' antwortete der Kapitän.

..Du haft leicht reden. So machen es immer die Leute, die nicht» zu verlieren haben Natürlich formte ich die zwanzigtau»end Kronen berbei- fd.affen aber welche Berantwortung wurde ich mir damit aufladen! 3d) kann ,a morgen wegsterben, und bann stünde meine Familie untKri-rat da. Hnb wofür? Dafür, bah iL lorglo» meine Heinen Srlparrntte einem Schwindler und Fälscher über­lassen hätte. Das wäre ja einfach unsinnig!"

eben konnte, datz die

So gefällst du mir gar nicht." sagte der tän ärgerlich. .Du siehst viel zu schwarz.

Briand» Frankreich!"

Denn uns also Herr Briand ersucht. Deutsch­land au! den Weg be* normalen Geben», eines grohen demotrattfchen Deutschland» zu führen. <o möchten wir Deutsch-Amerikaner ihm den wohlgemeinten Rat erteilen. Deutschland oft von dem sranzöstschen 3 m p e r la­ll e m u » und Militarismus zu be­freien Dann würde sich da» übrige von selbst anf.dlcn denn Deutschland ist mündig und braui't weder frrnzösi'che Daumenschrauben noch deutsch-amerikanische Ratschläge.

Deutsch-Amerika und Herr Briand.

Eine Entgegnung von Dr Friedrich A. Tvyneken.

Dietzen. 29. November

hau»

rm. Darmstadt, 29 Nov Degen Höchst- prei» Überschreitung ftant-ci heute die zwei Inhaber der Firma S. Guggenheimer m Dr.-Gerau vor der Strafkammer. Vie wurden seinerzeit vom Schöffengericht zu Geldstrafen von je 3000 Mk und Einziehung de» Mehrpreises ver­urteilt weil sie Thomasmehl weit über den fest­gesetzten Höchstpreis in verschiedenen Waggon» ab­gesetzt hatten. Sie haben hiergegen Berufung ver­folgt. machen jetzt Unkenntni» ber gesetzlichen Be­stimmungen zu ihrer Entschuldigung geltend. ®a auch der Staatsanwalt Berufung eingelegt hat, wurde die Strafe auf je 5000 Mk. und Einziehung des Mehrerlöses von 2948 Mk. erhöht, da der Gerichtshof nach der Begründung auf keinen Fall bei derart gewiegten branchetundigen Geschäfts­leuten die 2uiffebe der Unkenntnis gelten lieft.

Turnen, Sport und Spiel.

Winters Portwoche der Deut­schen Kampsspiele. Zur Vorbereitung für die Kaytpfspielwoch« im Januar 1922 in Garmisch-Partenkirchen sand am SamStag abend in München eine Sitzung der Dertreler der Wintcrspvrwerbände und de» Deutschen

ren verrieten, datz sie wichtige Dinge zu t

dein hatten Vie fuchtelten mit den Händen, und von Zeit zu Zeit schlag der Apotheker mit der Faust auf den Tisch wie um seinen Worten mehr Nachdruck zu verleihen.

Oppau hörbar? Die auch von un» wieder- gegebene Aufforderung der Tatzerischen Landeö- we'.tcrwane. ihr Bedacht über die Wahrnehmung ber Explosion von Oppau einzusenden, hat erfreu- lichen Widerhall gefunden. Die Meldungen lassen erkennen, datz auch diese Explosion neben dem grobe Jone des Streifen zweiter

Aber Herr Briand fordert die Deutsch-Ame­rikaner auch noch aus, ihrem deutschen Bater- land zuzureden. und e» auf den Weg de» norma­len Lebens, eine» groben demokratischen Deutsch­land» zu führen Dewift. da» werden wir Deutsch- Amerikaner tun, Herr Briand. Denn wir sind so demokratisch angehaucht wie möglich, und wün­schen wohl alte, datz Deutschland eine Republik bleiben soll, da» eine aber wünschen wir Deutsch- Amerikaner noch besonder», nämlich datz die so­genannte Vchwesterrepublik Frankreich die neue deutsche Republik etwa» schwesterlicher bebau- dein möge Wir wissen recht »obt datz Deutsch- land von Herrn Wilson unter Mitwirkung der französischen Republik .befreit'' worden ist. da­mit man dem deutschen Volk desto sicherer die Gurgel abschneiden und e» am Boden sesthalten sonne. Wundem Sie sich also nicht. Herr Briand. wenn wir Deutsch-Amerikaner unseren Lands­leuten. Ihren Nachbarn, raten, zwar bei ihrer freiheitlichen neuen Verfassung zu bleiben, den Franzosen aber ganz gehörig das Fell zu gerben, wenn sie auch fernerhin dic deutsche .Freiheit" mifthandeln und durch fran­zösischen Imperialismus und Militarismus zu ersticken versuchen. Wir Deutsch-Amerikaner würden keineswegs erstaunt darüber fein, wenn der deutsch-demokratische Geduldsfaden reihen sollte wie dereinst vor hundert Zähren der Preu- tzisch-autokratifche. Denn überall, wo die neue deutsche Demokratie, die wir Deutsch-Amerikaner billigen und nach Kräften unterstützen möchten, sich entfalten will, um wenigsten» zu eristieren, da stellt sich ihr Herr Briand mit seinen tmpe- rialist isch-militürischen Franzosen in den Weg.

Wer hat Deutschland den besten Teil Obcr- schlesienS gestohlen? Herrn Briand» Frankreich.

Irgendein Mittelweg."

Der Apotheker schlug heftig mit der Hand auf den Tilch

Für mich gibt e» keinen anderen Weg. als den der Pflicht!" erklärte er bestimmt .Ich bin Revisor der Bank und habe die Fälschungen ent* deckt Wenn ich sie nicht anzeige, so mache Uh mich zum Mitschuldigen, und au herbem würde sch mich auch des Bert rauens unwürdig zeigen, da» meine Mitbürger in mich gefetzt haben Glaub mir, lieber Freund, ich habe mir die Sache hin und her überlegt Sie bat mich schon manche schlaflose Olatt gekostet, aber ich habe keinen AuSweg ge­sunden Ich kann nicht mehr tun, als ich bereits getan habe "

,Wa» hast du denn eigentlich getan? fragte der Kapitän unwirsch

.Ich habe ihm acht Tage Frist bewilligt." antwortete bei Apotheker. .GS ist die» bereits ein ungesetzliches Vorgehen von mir. aber ich bin jedenfalls kein solcher Unmensch, wie du denkst und der Mann tut mit wirft.ch leib "

.Und wann ist die Frist verstrichen?"

.In drei Tagen Sonnet»tag nachmittag um »wei Uhr ist ste abgetönten Wenn bei Dvkto» bi» b hin ten Fehlbetrag nicht g d ckt hat, bin ich ü-^wungen. die Sache meinen Kollegen bei der Bant anzuzeigen. Gs bleibt mir kein AuSweg." .Haden die anderen irgendeinen Verdacht?"

Kein Mensch ahnt etwa», au her uns beiden. Dir hat er es ja felM erzählt Sr meinte Wohl, du könntet ihm helfen, nicht wahr?"

(Fortsetzung folgt)

ig .Studienassesso bsw .vlu» ------------- . ..liehen

" Heirnschassung deutscher K r Ile gerleichen Gegen die Hetmtchafsung d.utscher Kriegerieichen aus dem Auslande bestehen ke.nc Bedenken mehr Für die Rückwirkung sind fol­gende Bedingungen matzgebend Die getarnten Kosten sind von den Angehör gen zu tragen Die Identität mutz einoxinbfrel seslstehen Die Ge­nehmigung zur Uebers^hrung erteil das Zentral- t.achwciteamt. durch bellen Vermittlung die Zu­stimmung des Frcmdstaatcs eingeho!! wird. Die Anträge sind daher an da» Zentrainachtveifeamt ür Kriegerverluste und Kriegergräber in Span­dau. L-chm.dt-Knobelsdors-Stratze. ZU richten Bei der Uebcrfübrung mässen die gesetzlichen Vor- schristen beachtet werden Dies bezieht sich auch auf die GefetzeSur ckchriften der Länder, aus denen die Leichen ausgefuhrt und durch die sie befördert werden Für Hehler bei der Gradaniage haftet da» Reich nicht Angehörige, die Kriegerleichen au» dem AuSlande überführen, verpfltchten fich

210 Kilometer, wuchs bi» an die Alpen an 230 Kilometer an Der Streifen hatte eine durch­schnittliche Breite von 70 Kilometer, doch war in manchen Richtungen die Tiefenerstreckung noch bedeutendere Orte in 300 Kilometer Entfernung haben den Schall noch deutlich wahrgenommen.

" Die Freie Vereinigung ehe­maliger Angehöriger de» R. I. R. 222, dessen 1. Bataillon hier zusammenge- stellt wurde, beabsichtigt, wie aus dem heu­tigen Anzeigenteil ersichtlich ist, am Sonntag, 4. Dezember, vormittags 11 Uhr, aus dem hie­sigen Ehrenfriedhof anlätzlich der 7. Wieder­kehr der Schlacht bei Lodz, an der das Re­giment so ruhmvollen Anteil genommen hat. eine Gedächtnisfeier für ihre ge­fallenen Kameraden zu veranstalten. Am Nachmittag findet alsdann um 4 Uhr im Saale des Turnvereins, Nord-Anlage, eine kameradschaftliche Zusammenkunft statt, bei der Divisionspfarrer Haupt einen Licht­bildervortrag über die Kämpfe in den KarpathenundinGalizien hal­ten wird. Alle Kameraden, einerlei welcher Kompagnie sie angehört und zu welchem Zeit­punkt sie dem Regiment eingereiht wurden, mit ihren Angehörigen und die Hinterblie­benen der (Gefallenen können an diesen beiden Veranstaltungen teilnehmen.

Lftndtreis Klcftcn.

' Lich 29. Nov. Da» Ende de» Po- lizeibiener». Mit Genehmigung be» Hess Ministerium» ist den Polizeidtenern Meyer und Kemps in Lich die Amtsbezeichnung .Schutz­mann" verliehen und ihnen bie (Erlaubnis zum Tragen einer entsprechen den Uniform erteilt wor­ben In Verbindung damit steht eine Tleuorgani- lation be» össenttichen Sicherheitsdienste» in un­terer Stabt. Ls ist allerleit» mit Freuden be­grübt worben, bah man endlich Wieder, beson­ders in den Abendstunden und zur Nachtzeit, die "Polizei auf ber Strafte sieht, wohin sie von Rechts wegen auch gehört.

Starkenburg und Rhetnhcffen.

fpb. Darmstadt. 29 Nov. Am Montag­abend fuhr der von Frankfurt kommende Per- sor.enzug im Hauptbahnhos Darmstadt auf einen am Bahnsteig stehenden Leerzug infolge fal­scher Signalstellung aus. E» wurden

®erid)tsfaaL

fpb. Butzbach. 29. Hob. Die hier w)hn- hasten Korbmacher Gebr. Ha vier übten im vorigen Jahr in Qberhefsen ein wahres SchreckenSregiment aus Sie tneben btt Sache io arg, bah gegen sie ein grötzere» Kom­mando ber Landespolizei aufgeboten werden muhte, wobei bv eine Hatzler erfcho'sen wurde. Der andere, der 32jährige Korbmacher Kart Ha st­ier wurde verhaftet und gestand ein. bast er auch in der Umgebung von Würzburg zahlreiche Ein­brüche und Raubzüge verübt hatte. Nachdem ihn da» Bvllsgericht Aschaffenburg schon zu sechs Jahren Zucht hau» verurteilt hatte, erhielt er jctz' vom Würzburger Volksaerichl für ander- Straftaten weitere sechs Jahre Zucht-

Während sich die beiden so miteinander unter­hielten. stand eine Gestalt brausten auf der Strafte. Ser Mann war vom Sahnhof gdommen. ver­mutlich mit dem Stockholmer Züg, der vor einiger öeit fauchend und Pfeifend vorixtgesahren war. Ex hatte rid) nicht unter die anderen Reisenden gemischt, sondern war erst hinter ihnen berge- kvmmen und war dann ganz allein, al» er nun ocr der erleuchteten Apotheke stand und zu den zwe. sich eifrig unterhaltenden Herren bincm- fpähtc Es hatte ber. Anschein, al», hab.' er viel überflüssige Feit und warte auf etwa» ganz Be­sondere» Als er mertte. datz er mitten im Licht- schein de» einen Fenster» stand, trat er nftch m ben Schallen zurück. Das in der Apotheke ver­ging. mutzte sehr wichtig sein, da er trotz der schneidenden Kälte stehen Hieb, und Bast er tzch im Tunkeln verbarg, verriet, datz er von niemand geteften ?u werden wünschte, weder von Den bet- ben ba örinnen, noch von jemand, ber vielleicht zufällig autzen vorbeiging

zur Instandsehung und Instandhalll'.ng dec neuen Gräber in Deutschland Die Angehörigen müllen dem Zentralnachrveiseamt mitteilcn, wo bie Leiche auogegraben und wohin sie umgebettet wor­den ist

''WieweitwardieGxplosionvon

Aus Stabt und Land.

Gieften, den 30. Nov. 1921.

Nutcrikftnisckse Xilrtbrrpftfrte.

Aus Anregung und Wunsch deS Cen­tral Relief Committee hat das Deutsche Rote Kreuz die Einrichtung von Kleiderpaketen neben den schon bestehen­den Lebensmittelpaketen übernommen. Bestel­lungen auf diese Pakete können nur von amerikanischer Seite aus erfolgen, und zwar in derselben Form wie aus die LcbenSmittel- pakete. In Deutschland kommen die Pakete daher nur als Liebesgaben zur Bertei- lung und können hier nicht käuflich erworben werden. Für die deutsche Volks­wirtschaft sind die Pakete deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie in Deutschland selbst herqestellt und verwandt werden, ihre Bezahlung aber durch auslän­dische Mittel erfolgt, und Ueberschüsse, die aus ihnen tn Amerika und Deutschland erzielt wer­den, zur Linderung der deutschen Notstände verwendet werden. Aus diesem Gründe ist eS auch dringend zu empfehlen, datz jeder, der in den Vereinigten Staaten Verwandte oder Freunde hat. diese auf die Möglichkeit, Klei- derpakete durch da» Eentral Relief Eommit- tee 247 East Street Neuyork zu bestellen ver- weise, denn selbstverständlich können durch diese Pakete nicht nur Privatpersonen, son­dern auch die s6)werbedrohten und gerade in bezug auf Wäsche und Kleidung äutzerst be­dürftigen Anstalten und Einrichfttngen der deutschen Wohlfahrtspflege wirksam unter- stüyt werden. Da» Eentral Relief Committee nimmt einstweilen Bestellungen auf sechs ver­schiedene Pakete entgegen:

Paket 1. SrstlingSauSstatllmg, enthaltend 68 Gegenstände, darunter 6 Hemdchen, 10 Windeln, 3 Strickjäckchen, 1 Gummiunter­

lage usw.

Paket 2. KnabenauSftattung, enthaltend 21 Gegenstände, darunter 3 Taatzemden, Trikots, 1 Sweater, 1 Stoffhose, 1 Waschan­zug usw.

Paket 3. MädchenauSstattung, enthaltend 24 Gegenstände, darunter 3 Laghemden, 2 iln- terröcke, 1 Wollkleid usw.

Paket 4. Haushaltung, enthaltend 24 Gegenstände, darunter 2 Bettbezüge, 2 Laken, 6 Handtücher usw.

Paket 5. Männerausstattung, enthaltend 32 Gegenstände, darunter 1 wollene Anter- Jade. 3 Hemden, 6 Taschentücher usw.

Paket 6. Frauenausstattung, enthaltend 23 Gegenstände darunter 1 wollenes Kleid. 1 warmer Anterrock. 4 Paar wollene Strümpfe usw.

Die verfügbaren Grötzen sind Durch- schnittSgrötzen, unter denen der Endempfän­ger wählen kann. Die Zustellung geschieht durch Paketpost. «

Amtliche Personalnachrichten. Ernannt würbe am 15. November 1921 ber Iustiz- infpcftoi Philipp Bauer in Srvtz-Amftadt zum gefchäft»leitenben Zustizinipektor bei dem Amts geruht Grvtz-Amstadt. In ben Ruhestand würbe

Spuren im Schnee.

Roman von Sven E l v e st a d. Ermächtigte ileberfetjung. Nachdruck verboten.

(Nachdruck verboten.)

Erste» Kapitel.

Nach der Dorlchrift hätte die Apotheke am acht Üftr gefchloften werden füllen, atx'r um ball' neun strahlte dort noch helle» Licht au» den Fen­stern und warf gelbe Streifen über die hart­gefrorene Strafte. Wer aut dem Wege nach ober von dem kleinen ländlichen Babnbvf an dem Haute porbeiging^ konnte deutlich darin den Apotheker erblicken. Gr stand, aus den Rezcptiertt^ch gelehnt, m eifrigen Gespräch mit einem dunkel gekleideten Herrn. Vesten Gesicht von auften nicht zu teften war, da er Vern Fenster den Rücken zukehrie.

Es war gegen Ende November. Der Winter hatte auf sich warten lasten - noch immer war fein Sch ne.- gefallen. Ieyt aber iah da» Wetter auS. als ob man die weiften Flocken jeben Augen- blid erwarten bfirfte. Der Himmel war grau anb dunstig, und die Wege und Straften waren nab Ifta rt gefroren Jedermann beeilte sich, so ;afd> wie möglich nach Hause zu kommen

» der Apotheker zufällig einmal auf sah. unb feine Blicke bie Wanduhr streiften, entdeckte er wie spät es geworden war. Er ging binaa» v.*--

unb setzte die Läden vor d.c .Fenster Dte Apo- arifen. datz er an den beiben andren F<n tern kJc barte im ganzen vier Fenster auf die Strafte die Läden noch nicht wxyW

Mrnui» xxrvitcrx honen in der Mitte sich d'0 Augenblick drehte stch der ^k^lgeklebte um. yltr betanb Trotz vieler deutlichen Borberei- unb fr hatte der Bcodachter braube.i tüngen ,-um Ladenschluß ncriieft de. dunkel ge- teil, fein Deftcht zu tehen.

ffribete Herr die 2lprtbcl? nicht, unb als ber gerötet Sr Halle markige ^llchtszuge und etn^n Apotheker bie Läden vor zwei Fenftern befestigt dichten, ««ugesprentelten Schnurrbarts der ihm Nichte fein Gespräch mit dorn Briucher in Zotteln über den Mund hing. Auf teurer Nate

i auch nur unfrti3>Ul.gei. | triucht, da» öaargebtci zu tranAÖlihcren? Wer Ceftiamt» ftatt be; ^iEherig«

1 iner. fdbdnt. Da gebt | :Dtll dem flciftiaen deut'ch.n Dolk den sauer er- die Dunstbe-etchnua- Ä

1 Wer tyrannisiert die Rheinländer und läftt deren versetzt am 21 November 1921 der Mangenauf herrliche Tochter durch schwarze Franzo'en be- f.-ic XV < o b m a n n <n »ft.Umftabt auf tem

, drrh.nHerro Bnand» Frankreich Wer intr Aach -ch.n mit Wirkuni vorn

I giert am Rhein um einen Raub be» linfe i ) ... < -! Kt» u t<: Sncrfennung ferner tem ölaatc

Ufer» unb möchte die einstige Mamlinie mitb*. : gelctfietc:i Di7nste

1 f-asten? Wer lauert vor dem XubrgdHct. um ee " N e ue A mt * b< e tch nunge n. -B»»

1 unter irgeubwelchen hi'.Iig« Bvrwünd« ; »u de einet Ikrorbnuna bei Land.»amte» Tur ba»

< -VT "-------- ..k ? -5K1 dungswefen wirb ben Anwärtern d.e höheren

'Bezeichnung

Jterr Briand. bet französtfche MinistecprLll' etzcn unb mdx tprber herau»zugeb<n? , a ____mIni*nlf I 1 .L. * - , . (rin i nliltAf ?f!

ent beiÄt Humor, wenn «« ------- -------...---»----

mte un* Deutsch-Än-. t! inet' 'ch int. Da gebt I toill dem flettzigen deutlchn Dolk den sauer er- stcheriich au» feiner in L'otod-Slub in Nruv2rit arbeiteten letten Pfennig au» der Tasche stchlenr gehaltenen Rede hervor ubec di un» unter dem i Immer wieder lautet die Antwort .Herrn $5 RovGnber au» b. r nneri.'anifchen Nletropvlc iach Deutschland berichtet wirb Herr Aria: d hatte die Lt»ben»wurdigkeit, h4> in 1*'ner neuesten Stilbl Ansammlung sogar an un» Deutsch- Ameritaner z u wenden, bt ihm tnzwriche i wvhl tn ihren 3eitungen gebührend geantwortet und ben franzbsi'chen Staatsmann entfp:ca>c b Nureftigcirtflen haben .Heu Briand hat uns Deutsch-Amenlaner gerühmt, well wir aut den tianvh <tnn Lch'attselb t i zu'ammen mit An e ofa gejen das imperialistische und militartsti'chc Deutf-, .»'.d der H-h-nzollern gekämpft hätten Wte schecht doch selbst ötaatimänner vo:i der Schlauheit und '2Dt1fenr4>aft eine» Bnanb von den ®cfü*)Ien unb Taten ber Deutsch-Ameri­kaner unterbotet sind! Wir Deutsch-Amerikaner wissen ja langst, datz wir verkannt - Genie» sind, die weder im alten nach im neuen Vaterland nach Verdienst gewürdigt werden. Diese neue An von Berkanntsein geht un» Deutsch-Ameri­kaner aber doch gegen Sen Strich Wenn unfarc xpobne gezwungen waren, gegen das deutsch 'Satertanb zu Felde zu ziehen, so sind ihre Herren Däter noch heute nicht sehr stolz barauf <Ss war in nuferen deutsch-um r.kanifchen Äuge t kine De- wal fache, »u vergteichen etwa m»' ben hessischen dzng gegen die Arn r tanerDashingtonLeit« muhten eben unsere Im Lande geborenen Söhne mitgehen, wie anno dazumal die Hellen gegen bie amerikanischen Freiheitchelden W)r Väter mutzten mit zusammengekiampsten H<rzen zufehen, tote unser eigen Fleisch und Blut aus der sastchen Seite kämpste, ohne datz wir e» auf die richtige Selle dirigieren konnten Bitte, keine Gefchichis- s.istchungen, Monlleur Briand! Wir Deutsch Ame- rifaner werden stolz daraus sein, wenn derrinst im amerikanischen Gelchichi^buch steht, datz zwar unsere Jungen» ihre Pflicht getan unb auf den französischen vchiachtseldeni gegen da» imrena- listtsche unb militaristische Deutschland gekämpft haben, ihre Väter aber durchaus ber Ansicht ttvrcn, datz ihr Vaterland zu Anrecht angegriffen wurde, ihre Väter aber sehr schwer bedauerten.

da» Land ihrer Wahl nicht auf feiten de» Lande» ihrer Geburt Limpfcn zu sehen Nein, über solche deutsch-amerikanische Desühle dürfen sich weder Herr Briand noch auch der eingeborene Ameri­kaner im unklaren fein Mit feiner Pflicht bat der Deutfch-Amerikaner auf der falschen, mit seinen Gefühlen aber auf der richtigen Seite gestanden. Das sollte sich Herr Briand und die amerika­nischen Krieg'Historiker merken unb gebührend tn die Bücher der Geschichte eintragen.