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vay die kontraktlich fest gelegten Summen ebenso wie andere Schulden eingetrieben werden könn­ten, war der Ruin der Zwicbelspckulalion nicht mehr aufzuhalten. Das Land hat sich viele Jahre lang nicht von dem Schlag erholen können, und die Manie hatte sich nicht nut auf Holland be­schränkt, sondern bis London und Paris erstreckt.

Gin zweites Beispiel bietet die französische Fincrnzgeschichle in der ersten Zeit des 18. Jahr­hunderts Der schottische Finanzkünstler John Law hatte eine bescheidene Privatbank in eine .Danque Royale" umgewandelt, aus der dann die .Compagnie d'Occident". eine privilegierte Handelsgesellschaft für den unüberfceischen Han­del entstand. Diese übernahm die Privilegien der ost indischen, chinesischen und afrikanischen Ge­sellschaften und wurde so zu der riesigen .Com­pagnie des Indes", die das ausschließliche Handelsrecht nach dem Kaplcmd, Oflafrila, Süd­amerika, China, Japan usw. und dazu noch die Generalpacht des Münzregals erhielt. Als Law 1719 die Massen seiner Aktien auf den Markt warf, begann eine wilde Zagd des Publikums danach, die lebhaft an die heutige Zeit erinnert. 300 000 Aktien mit einem Aominalwert von 150 Millionen Livres wurden in drei Wochen aus- gegeben, die aber vom Markt zu Kursen auf ge­nommen wurden, die der Gesellschaft 1500 Mil­lionen brachten. Aach dem Zinsertrag fragte kein Mensch mehr, in den letzten Monaten des Jahres wurde der Kurs von 11 000 Livres in einigen Tagen auf 18000 pro Aktie getrieben, und an den Tagen der Aktienziehung war das Gedränge vor den Kontoren der Gesellschaft so, daß täglich mehrere Menschen erdrückt wurden. Wieder erfolgte die Reaktion mit derselben Hef­tigkeit. Man begann zu realisieren, das Publi­kum wurde ängstlich, einer steckte den anderen mit seinen Befürchtungen an, und trotz aller Dewaltmaßregeln, um die Kurse zu halten, wirkte die Suggestion der Massen unwiderstehlich, vor den zeitweilig geschlossenen Bureaus warteten viele Tauserrde die ganz« ^a^^t, um die ent­werteten Aktien in Metallmünze umzulauschen, wobei mehr als ein Dutzend Personen das Leben im Gedränge verloren, und zehn Monate später waren die Aktien nur noch 40 Livres wert.

Indem Dr. Kirchberg diese Erscheinung in Vergleich mit den heutigen Vorgängen setzt, die einen noch viel gewaltigeren Umfang angenommen haben, betonte er, dah diese Bewegung sich nur durch die Beeinflußbarkeit der Menschen erklären läht, die in ihrer Angst vor der Entwertung des Geldes nach allem streben, was noch Goldwert besitzt oder zu besitzen scheint.

, Schwurgericht.

Diehen, 27. Sept.

Auch die heutige Verhandlung fand unter AuSschluh der Öffentlichkeit statt. Angeklagt war der Schlosser Karl Schiefer- st e i n, zuletzt in Rieder-Eschbach bei Vilbel, der auS der Strafhaft vorgesührt wurde. Er hatte in einem Zivilvrozeh, den eine Frau Dickhardt aus Rieder-Eschvach führt«, di« geschlechtlichen Bezie­hungen zu ihr als Zeuge unter Eid in Abrede gestellt und stand heute wegen Meineids vor Gericht.

Die Geschworenen besahten die Schuldfrage und versagten dem Angeklagten Strafmilderung. Et wurde dem Antrag des Staatsanwalts ent­sprechend zur 1 Jahr Zuchthaus verurteilt und erhielt 10 Jahre Ehrverlust: auherdem wurde auf dauernd« Unfähigkeit, als Zeuge oder Sach­verständiger eidlich vernommen zu werden, er­kannt.

Die Anklage vertrat Staatsanwalt Knauh, di« Verteidigung führte Rechtsanwalt PeterS.

1 Dieben, 28. Sept. 1921.

£. In der Rächt vom 10. zum 11. Zuli ds. ZS. stiegen drei Einbrecher bei einem Landwirt in Erbenhausen bei Homberg aln, um zu stehlen. Dabei gelangten sie in das Schlafzimmer des Hauseigentümers, in dem dieser mit seiner Frau schlief. Der Landwirt erwachte und ries die Un- bekannten an. Wahrend einer an der Tür stehen blieb, gingen die beiden anderen mit Stöcken 6c- wassnet an das Bett, verhinderten den Mann am Aufstehen und erklärten ihm, sie seien Sparta­kisten und Kommunisten aus Halle, der ganze Ort sei von Kommunisten beseht, der Kom­missar habe befohlen, 100 000 Mark einzutreiben, er der Landwirt stehe auch auf der Liste, er solle sofort den Schlüssel zum Geldschrank heraus­geben, andernfalls werde von der Waffe Ge­brauch gemacht, er werde erschossen, er sei sofort eine Leiche. Der Landwirt bestritt, dah er Geld im Haus habe, und versuchte mit den Einbrechern zu verhandeln, in der Hoffnung, andere Haus­bewohner würden wach werden, und zu Hilfe kommen. Et empfahl den Leuten, den Schrank, der im Rebenzimmer stand, doch aufzubrechen. was sie aber ablehnten, da es zu viel Lärm gebe. Sie wurden nun immer dringender und ie Bedrohungen mit Srschiehen nahmen in einem Mohe zu, dah der Landwirt ernstlich für fein Leben fürchtete, wozu er bei der Situation auch allen Grund hatte, und schliehlich, zumal es ihm auch feine kranke und naturgemäß in grober Auf­regung befindliche Frau zur Erhaltung seines und ihres Lebens riet, den Schlüssel seines Geld­schrankes herausgab. Während einer bei ihm als Wache blieb, gingen die zwei anderen ins Rebenzimmer, nahmen eine Kassette mit Geld und Papieren, und alle drei verschwanden, nach­dem sie noch der inzwischen wach gewordenen Tochter augerufen halten, sie solle sich beruhigen, es sei schon alles erledigt.

Der sofort aufgenommenen umsichtigen und energischen Verfolgung durch die Gendarmerie in Kirtorf ist es zu danken, dah die Täter am nächsten Vormittag einige Stunden von dem Ort entfernt sestgenommen und ihnen ihr Raub über 6000 Mark abgenommen wurde. Auch die Kassette, die sie fortgewvrfen hatten, wurde wie­der gefunden.

Vie hatten sich heute wegen räuberischer Erpressung zu verantworten. Der Monteur Willi Wittig von Quedlinburg und der Ar­beiter Erich Jäger von Sunstedt, die zwei

Haupttäter, sind beide schon oft bestraft. Der Dritte im Bunde, der Arbeiter Otto Zander von Schernberg, ist rrvch nicht bestraft unb offenbar von den anderen zu der Sache verführt worden.

Zager ist weiter angeklagt, dah er im Zuni dS. Zs. auf der Straß« bei ßauingen in Braun­schweig einem 15jährigen Zungen mit Gewalt ein Fahrrad abgenommen habe, indem er ihn vom Fahrrad fließ, sich dann daraus schwang und davonfuhr.

Die Angeklagten waren im wesentlichen ge­ständig, auch durch Zeugen vollkommen über­führt. Der Vertreter der Anklage, Amtsrichter R e u r o t h, beantragte, die Fragen wegen räu­berischer Erpressung und bei Zager auherdem wegen Strahenraubs zu bejah n, und wandte sich ganz entschieden dagegen, dah Zager und Wittich mildernde Umstände zugebilligt würden, während er Gewährung solcher für Sander, als den am wenigsten belasteten, selbst beantragte.

Die Verteidiger, Zust izrat Z u n g undRechts- anwalt Albrecht, plädierten für Gewährung mildernder Umstände.

Rach einstündiger Beratung sprachen die Ge­schworenen die Angeklagten Zäger und Wittich unter Verfagung mildernder Ämstände der räu­berischen Erpressung schuldig, und den Angeklag­ten Zäger weiter des Strahenraubs unter Ge­währung mildernder Umftänbe, den Angeklagten Sander erkannten sie nur der einfachen, nicht räuberischen Erpressung für schuldig.

Das Gericht erkannte gegen Zäger auf sechs Zahre, gegen Wittich auf fünf Zahre Gefängnis, 10 Zahre Ehrverlust unb Zulässigkeit der Polizei­aufsicht. Sander wurde zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt. Allen Angeklagten wurde die erlittene plntersuchungshaft voll angerechnet.

Die Angeklagten erkannten das Urteil sofort als rechtskräftig an.

Gießener Strafkammer.

©teßen, 23. September 1921.

BiS in die Abendstunden zog sich eine Ver­handlung gegen 18 Arbeiter der Hirzenhainer Eisenwerke wegen

Landfriedensbruchs hin. Der Tatbestand war folgender: Am Bahn­hof S t o ck h e i m waren Ende 1920 die Verhält­nisse insofern unhaltbar geworden, als die Rei­senden des gegen 6 Uhr abends von Gedern ein- treffenben Zuges, meist Arbeiter der Hirzenhainer Eisenwerke, sich den Anordnungen der Dahn- beamten gegenüber sehr unbotmäßig zeigten, ins- befonbere vorn Zuge absprangen, solange er noch in Fahrt war. Da hierdurch die Betriebssicher­heit gefährdet wurde, ordnete die Eisenbahndirek­tion an, baß Sicherheitspolizei am Bahnhof Stock­heim für Aufrechterhaltung der Ordnung sorgen solle.

Am 1. Rovember 1920 stellten sich demgemäß drei Leute der Hanauer Sicherheitspolizei auf. Als der Zug einlief, sprang einer der jetzt Ange­klagten vorzeitig ab und wurde deshalb von einem Sicherheitsmann gestellt, riß sich aber von ihm los und packt« ihn sofort an der Brust. In der nun entstehenden Rauferei wurde der Arbeiter von Kollegen unterstützt, die sämtlich mit Eh- kesseln, Stöcken und Fäusten auf den Wachmann einschlugen, so daß dieser in der Rot zu seinem Dienst revvlver griff- Das war das Zeichen für Hunderte von Arbeitern, auf den Mißhandelten erneut etnzudringen und ihn bis in die Dienst­räume zu verfolgen. Trotz wiederholter Auffor­derung der Dahnbeamten, sie zu verlassen ver­langten sie unter Drohungen di« Herausgabe deS Wachmannes und konnten erst allmähl ch wieder beruhigt werden. Besonders taten sich hervor Zohann Geißler Vater und Sohn, Wiedersum von Büdingen, Protzmann von Altenstadt unb Gall von Stockheim. 14 Angeklagte wurden zu Ge­fängnisstrafen von 5, 4, 3, 2 unb 1 Monat ver­urteilt, 4 erzielten Freisprechung.

©eridbtsfaaL

sd. Darmstadt. 27. Sept. Wegen Steuer­hinterziehung sind von der hiesigen Steuer­behörde mehrere Verkäufer von Häusern und Villen der Bergstraße angezeigt worden. Der Steuerfiskus ist dadurch geschädigt worden, und zwar meist um xecht erhebliche Beträge, daß sich die Händler von den Käufern eine größere Summe vorb^ahlen ließen, die nicht hn offi­ziellen Kaufvertrag vermerkt war, so daß der Verkausspreis ein scheinbar sehr niedriger ge­wesen ist. Die verhängten Strafen sind derart hoch, daß di« damit Bedachten wohl noch lange ihrer Steuerhinterziehung gedenken werden.

Büchertisch.

Di« krankhaften Erscheinungen deS Seelenlebens. Allgemeine Psycho­pathologie. Don Dr. Phil, et med. Erich Stern, Privatdozent an der Uniberfität Gießen. (.Aus Ratur und Geist eSwelt", Sammlung wissenschaft- lich-gemeinverständlicher Darstellung, Dd. 764). 116 S. Verlag von B. G. Teubner. Leipzig unb Berlin 1921.

Vermischtes.

Ziu-Zitsu-Kampf im Gerichts - saal«. Eine aufregend« Szene hat sich gestern in Berlin vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts I abgespielt. Es war ein früherer Arbeiter angeflagt, der eS besonders auf Land­arbeiter abgesehen hatte, die durch Berlin ka­men, um an anderen Orten Arbeit zu suchen. Gr verstand eS, den unerfahrenen Leuten unter fal­schen Vorspiegelungen Geld unb Gepäck abzu- schtoindeln. Der Angellagte ber in Stettin we­gen gleichartiger Schwindeleien schon verurteilt worben ist erhielt gestern eine Zusahstrafe von einem Zahr. Kaurn war das Urteil verkündet, alS der Angellagte laut .Voss. Ztg." sich über die Anklagebank vorbeugte und dem Staatsan­walt mit einem Griff die Robe herunterriß. Gleichzeitig schleuderte er ein Tintenfaß auf den StaalSanwalt. Dann sprang der Angellagte über die Brüstung und stürzte sich auf die Richter, deren Roben zum Teil bei dem nun entstehenden Handgemenge in Fetzen gingen. Der im Saal anwesend« Justizwachtmeister, ber, tote eine Reihe

anderer Gefängnis- und Gerick^Sbeamten, einen Ziu-Zitsu-Kampf mitgemacht hat, toarf sich auf ben Angeklagten. Es gelang ihm aber erst nach Anwendung eines Würgegriffes den Tobenden zu Boden zu werfen unb durch Fesselung un­schädlich zu machen.

Handel.

Frankfurt a. M., 28. Sept. Börsen- st immungsbkld. Die Börse eröffnete den heu­tigen Verkehr in fester Haltung, unterstützt von erneuten Steigerungen ber Ausla.chLdcv.sen. Dri Beginn zeigte sich toieber das schon seit langem ge­wohnte Btld umsangreichen Geschäfts im freien Verkehr bei starken Kurssteigerungen. Aus­nahmen traten nur bei Wansfelder Kuren ein, welche vernachlässigt blieben. Deutsch« Petroleum wurden lebhaft gehandelt. Großes Interesse be­stand auch für Gebr. Fahr. Die amtlichen Do­tierungen verzögerten sich wieder erheblich, da die Maller üderhäuft mit Aufträgen sind. Che­mische Werte waren wieder stark gesucht. Am Ein- heitsmarkt nahm die Aufwärtsbewegung ihren Fortgang. Sehr begehrt waren Adler Kleyer, bei erster Rotiz 60 Prozent gesteigert. Sehr seste Haltung zeigten auch ©LLrotoerte. Im weiteren Verlauf zeigte sich auch für Bankaktien Interesse. Mexikaner fest. Schisfahrtsaktien hoher. Die Börse schloß auf der ganzen Linie bei großen Umsätzen fest. Privatdiskont 3/4 Prozent. Die nächste Börse findet am 30. September Tiatt

Hehligenstaedt & C o mp., Werk­zeugmaschinenfabrik und Eisen­gießerei A. - G., Gießen. Mit den auf An­trag des Bankhauses Baruch Strauß in Frank­furt a. M. zur Frankfurter Börse zuge­lassenen 4 Millionen Mark Aktien ber Hey° ligenflaebt & Comp. erhält die Frankfurter Börse eine neue Indust rieaktie. Das Unternehmen be­steht feit 1911 als A.-G., es ist hervorgegangen aus einer 1876 gegründeten offenen Handels­gesellschaft. Das Gründungskapital. war 125 Mill., es stieg 1 Z. 1920 auf 2,30 Mill., worunter sich 300 000 Mk. Vorzugsaktien befanden. Im März 1921 wurde das Stammaktienkapital um 2 Mill. Mark auf den heutigen Stand von 4 Mill. Mark gebracht, außerdem wurden weitere 200 000 Mark 7proz. kumulative Vorzugsaktien geschaffen. Im Zuni 1921 wurde das zunächst zehnfache Stimmrecht der Vorzugsaktien auf ein sechsfaches Stimmrecht herabgesetzt. Durch die Herabsetzung des Stimmr«hts der Schutzaktien auf das sechs­fach« der Stammaktien stehen laut »Franks. Ztg." nunmehr 3000 Vorzugsaktien-Stimmen den 4000 Stammaktien-Stimmen gegenüber. Vom 1. Za- nuar 1931 an steht der Gesamtheit der Inhaber von Vorzugsaktien das Recht zu, diese durch Be­schlußfassung der einfachen Majorität ihrer Mit­glieder in Stammaktien umzuwandeln. Die Fabrit beschäftigt zur Zeit über 500 Arbeiter unb 40 Be­amte. Beschäftigungsgrad und Auftragsbestand seien normal, so baß, falls nicht politische Er­eignisse störend eingreifen, im laufenden Zahre mit einem befriedigenden Ergebnis gerechnet Wer­dern tonne.

London. 28. Sept. (Wolff.) Die deutsche Einfuhr nach England im Monat August weist eine Zunahme von fast 158 000 Pfund

Sterling auf.

5 r an fcf o rt a. M., 29. September.

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin

797,

760

640,

645

950

252,- 244,75 259,- 272,- 800,75

765,- 760,-

987,- 650,

640,- 910,-

500,- 485,-

550,- 505,-

1000,- 390,- 850,-

500,-

6<50

Höchster Farbwerk«. (Elehtr. 2L 6. ® Schuckert-Werke. . . gelten»(Buifleaume^ . Daimler Bub.» Lisenw.- Akt» . Adlerwerke .

4'/. Hest.Staatranl. , tldUron (Brusfetüs.

5/, Dtsch. Änegsanl 4*/, Disch. Aeichsanl.

8 ♦/. Dt»ch. Reichranl. 4P reich Äonfals Darmfiibter Bank. Deutsche Dank . . . Dl»conto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Nationalbank s. D. . Mittelb. Lredilbank. H.-AmeriL. Pakets. . Norddeutscher Lloyd. B och. Buhstahlwerk . D.-Luxemb. Berg®..

Velsenkirch. Berg®. . 797,

Harpen er Bergbau . 1000, 1000 Oberschles. Gisenb.-B. 640 Oberschles. Lisentnd. . 648, Phönix-Bergb -Akt.. 880, Bab. tÄnilin- u. Soba,

l-Llhr- 1-Llhr- Schluß- Anf -

KurS

Kurs

Kurs

KurS

26.9.

28. 9.

26. S.

28. 9.

77,50

77,50

77,50

74.40

f

78,-

62,50

_

62,50

E»

390, -

_

.

--.

317,50

Markuotieruugen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.1 L 2?. 9. 28.9.

125,40 4,60 4,45

59,20 2,55 2,47

88,8) 4,55

präg , , *# 11 f, ou r

Stockholm.........Ar. 88,80,,-

Wien Ar. 117,80 -,-

Conbon Sh. 97,80 4,25 4,32

Pari» Fr. 125,40 11,25 11,

NeuyorK 3 23,80 ,81 0,78

Zürich . . Amsterdam

Züricher Devisenmarkt.

28. 9. 29. 9.

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 1Ö0 * 185.50 183.50

Deutschland 100 Ä*K. = 4.70 4.45

Wien 100 Ar. = 0.375 0.35

Prag .. 100 Ar. = 5.95 5.90

Pari» 100 Fr. - 41.20 41.-

ßonbon 1 / = 21.59 2L53

Italien 100 ß. - 23.95 23.60

Brüssel 100 Fr. 40.80 40-50

Budapest 100 Är. * 0.825 0.80

NeuyorK 100 $ = 579 - 579- -

Agram.........100 Ar. 2.60 2-50

Bukarest 100 2. = 4.60 4.90

Berliner Devisenmarkt.

Geld CB l ief Geld Brief Datum: 27. Sept 28. Sept

Amsterdam- lottert. 3971,- 3979,- 4070,90 4079,10 Brüffel-TIntwerpen . 866,60 868,41 891,60 893,40 Thristiania...... 1570,90 1574 101598,50 1601,50

Kopenhagen 22 0,25 2 -34,75 2267,70 2272,30 Stockholm 2517,152822,85 29 2,05 2907 95

helfingsor» 179,80 180,20 185,80 186,20

Italien........ 506,95 508,05 516,95 518,05

London 471,- 472,- 473,- 474,

Neuyork 124,13 124,17 126,87 127,13

Pan» 88S,60 888,40 893.10 890,90

Schweiz 21 7,80 2162,20218 ,802187,20 Spanien . 1623,651626,65 1633,35 1636,65 Wien (altes). . . . ., -,,

Deutsch-Oesterr. . . . 7,63 7,67 7,88 7,92

Prag 125, 0 125,40 128,35 128,65 Bubapeft 18,48 18,52 17,98 18,02

Bulgarien .....,,

Konstantinopel. . . »,,,

e

Märkte.

ga. Sun gen, 27 Sept. Der gestrige Ferkelmarkt hatte einen lehr starken Auf­trieb (523 Stück) zu verzeichnen. Die Preise sind bedeutend zurückgegangen. Gezahlt wurden bei flauem Handel für ca. 6 Wochen alte Tiere 60 bis 70 Mark, 9 Wochen alte 90 Mark, und 10 biS 12 Wochen alte 100 Mark pro Kopf. Einlege­schweine waren mit 1100 bis 1200 Mark ver­käuflich.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Die Frage der Regierungsumbildung.

Berlin, 28. Sept. In einer gemeinsamen Besprechung der demokratischen Frak­tion des Reichstages und des preußi­schen Landtages war man einmütig der An­sicht, baß bie breite Koalition von der Mehv» heitssozialdemorratie bis zur Deutschen VolkS- partei für unsere gesamte staatliche und wirt­schaftliche Entwicklung besondere Bedeutung hat, weil sie die einzige Grundlage ist. auf der eine stetige Politik aufgebaut werden kann. Die Ver­sammlung gab weiter der Meinung Ausdruck, daß die Regierungsbildung im Reiche nur ein Kabi­nett Wirth sein könne. Man ließ gleichzeitig kei­nen Zweifel darüber, daß von der Deutschen Volkspartei ein offenes und unzweideutiges Be­kenntnis zur demokratischen Republik zu verlan­gen sei. Ferner sprach man sich dahin auS, daß es wünschenswert sei die Umbildung der Regie­rungen im Reich und in Preußen möglichst bald und gleichzeitig vorzunehmen.

Em deutschnationaler Antrag.

Berlin, 27. Sept. Die deutschnatio­nale Fraktion hat im Reichstag folgenden Antrag eingebracht: Der Reichstag wolle be­schließen. die unter Bezugnahme auf Artikel 48 ber Reichsverfassung erlassene Verordnung deS Reichspräsidenten vom 29. 8. d. Zs. ist so­fort außer Kraft zu sehen.

Die neuen Vorsitzenden der ZentnnnSfrakttou.

Berlin. 27. Sept. Die ReichstagS- fraktivn ber Zentrumspa rtei hat an­stelle bes verstorbenen Adg. Trimborn den Adg. Marx zum ersten Vorsitzenden gewähll. Das Amt des zweiten Vorsitzenden verbleibt in der Hand Des Adg. B e ck« r - Arnsberg. Dritter Vor» fißertber wurde der Abg. Dr. Gerard.

Sine neue kommunistische Partei.

Berlin, 28. Sept. Einer Korrespondenz zu­folge haben sich die Abgeordneten Dr. Levi. Maltzahn. Reich. Düwell, Geyer jun- Säumig und Adolf Hoffmann sowie die Abgeordnete Wack- wih zu einer eigenen Gruppe der .Kommu­nistischen Arbeitsgemeinschaft" zu- samrnengeschlv'sen. Diese F.altionSbildung dürste nach ber Korrespondenz der Auftakt zur Grün­dung einer neuen kommunistischen Partei fein, die sich von MoSkau unabhängig halten will

Die internationale WährnngSkonferenz.

London, 28. Sept. (WTB.) Laut .Reuter* nehmen die Vorbereitungen für die Abhaltung der Internationalen Währungs-Kon­ferenz anfangs Dezember einen guten Fort­gang. Ihr« Beteiligung haben dis jetzt zugesagt: Amerika. Frankreich. Deutschland, die Riederlande, Schweden und Dänemark.

Wilson gegen die Ratifizierung.

London, 28. Sept. (WTB.) D e .Times' meldet auS Washington, daß der vormalige Prä­sident Wllsvn in einem Interview den demo­kratischen Widerstand gegen bie Ra­tifizierung der Friedensverträge mit Deutsch­land, Oesterreich und Ungarn angekündigt habe. Rach Ansicht Wilsons verbiete die Ehre und daS Interesse der Vereinigten Staaten die Ratifi­kation. Der Berichterstatter der .Times" meldet, daß die Republikaner auf die baldige Ratifizierung vertrauen.

Mm die Aushebung derSanktionen-.

H ö ch st. 28. Sept. (WTB.) Die gestrige Rach» richt über die Aufhebung der wirtschaft­lichen Sanktionen und der Zoll­grenze in der Rächt vom Samstag muß alS unrichtig widerrufen werden. Der Vorsteher des Zollamtes Höchst teilt heute mit. baß diese Information nicht den Tatsachen entspreche. Ze- denfallS habe er nicht die geringste dahingehende Anordnung gemacht.

DaS Ziel der türkischen Aationallsteu.

Paris, 28. Sept. (WTB.) Rach einer Ha- vaSmeldung aus Konstatinopel berichtet man auS Angora, das Mustapha Kemal Pascha bie a la­gern e i n e Mobilisierung zu dem Zweck angeorbnet habe, um die griechisch« Armee zur Räumung deS gesamten türkischen Gebiete- zu zwingen.

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