Ausgabe 
28.11.1921
 
Einzelbild herunterladen

irr

Nr. 279

Ter 6iefc«aer lajcir erfchemt täglich, oufr

Sonn, und Feiertags. mtnetlid)tte(u<tiprelfe: Mk.5^0 einfd>L Iräccr. lohn, durch die Post Mk. 6. etnidfl SefieQ. gelb, auch bei «ichterfche,- neu etnjelr.fr Nummern infolge höherer (Bemalt Fernfpiech-Ai, sch löste: f(irbteS4rifiktinnall2; für Drucker«, Verlag und stieichastsstelle 51. »»fchrift für Drahtnach. lichten anjcigtr diesen, vetzfcheskenf:

$reeffert a. M. 1tM6.

Erstes Blatt

Ub Jahrgang Montag, 28. November fir.-l

/.,»« <Ä Zk '* V 1* H M aneapee »en Seiftet*

IAA*' für bie Idqeenummer bi#

GletzenerAnzerger

U M M *,;/ uorichr-N-X)' .«uf^ag

tV^F ßaur fdjriftletter Äuu.

General-Anzeiger für Oberhessen x?MZ

' Dtnjeigenteu: 5eee Sed^

vntck nn& Verlag: vrübl'sche Umv. Such und Steinbrrickerei tt. Lange. 5chriflleitung, Hrschäftrtzelle und vruSerei: Schulftratze 7. I4m,h* ®,eb,n-

Das Ergebnis der Landtagswahl.

Darmstadt, 28. Rod (WTB.) Rach dem vorläufigen

wirrten insgesamt abgegeben 452 981 Stim­men. Davon erhielten:

Derrtschnat. (Heff.) Dolksp. 24 006 (45 785) Leutsche BollSpartei 68 908 (62072) Hessischer Bauernbund 64301 (0)

Zentrum 78914 (108589)

Deutsche Demokr. Partei 33660 (116252)

Mehrheitssozialdemokr. 148579 (273 468)

Unadh. Sozialdemokratie 15797 (9077)

Kommunisten 18764 (0)

Bedistonspartei 0 (0)

Die übrigen Stimmen sind zersplittert.

108 539, für die Demokraten 116 252. für bie I Mehrheitssozialisten 273 468 und für bie Unabhängigen 9077 Summen Ss stimmten s ab 616 947 Ix\äb(er von 760 053 Berechtigten

Gesamtergebnis au# btt Provinz Qbcrhessen.

Deutschnattvnole (Hess ) Bollspanei 8519 (32 449), Deutsche BollspaNei 9410 (9469). Hei- fi'chcr Bauernbund 32 734 (0). Zentrum 2383 (8325), Deutsche Demokratische PaNei 5302 (30 756), MehrbeitssozialdemokraNc 24 092 (62 324) Unabhängige Sozialdemokratie 5278 (3088), Kommunisten 1803 (0).

Gesamtergebnis aus der Provinz Ttarkenburg.

D e w ä h l l wurden 5 Deuts chnativnale (Hess.) Dolkspartei. 7 Deutsche DolkS- Partei, 13 Zentrum. 13 Demokraten. Gefamtresultatj 31 Mehrheitssozialisten und 1 Unab» hängiger.

Di« Mandate verteilen sich wie folgt: Deutschnationale(Hess.)Dolkspartei 4(5) Sitze Deutsche Dolkspartei iq 14(7) Hessischer Bauernbund 10(0)

Zentrum 1 12(13)

Deutsche Demokratische Partei 5(13) Mehrheitssozialdemokratie H Z3(31) Unabhängige Sozialdemokratle 2(1) Kommunisten / 3(0)

Dedtsionspartei ** 0(0)

Danach verfügen die drei Koaliiionspar- teien über eine Mehrheit von 10 Stimmen; sie haben 40 Mandate gegenüber 30 der ande­ren Parteien erhalten. Ueberraschend ist das Resultat insofern, als der Bauernbund, der bisher nicht vertrelen war, 10 Mandate erhal­ten hat. Die WahlbeteUigung war im allge­meinen gering.

Die vorstehende Aebersicht ergibt, daß seit der Reichstagswahl im vorigen Jahre der Ruck nach rechts weitere Fortschritte gemacht hat. Das liegt einmal daran, das) die Mehr- heitSsvzialdemokraten zwar unter der allqe- mein schwächeren Wahlbeteiligung Verhältnis» mähig das gleiche Ergebnis wie bei der letzten Aeichstagswadl erzielten, dah jedoch die Flut der Unabhängigen ganz rapid zurückgcgangen ist, während die Kommunisten nur etwa ein Drittel dieser Erbschaft übernahmen. Auch der bcmDfratikfx Einsturz ist noch grhtzer als er bei den Wahlziffern der vorjährigen Wahl gewesen wäre; denn danach hätte diese Partei auf 8 Sitze zu rechnen gehabt, während sie heute nur 5 erzielt hat. Die Rechtsparteien haben seit dem vorigen Zähre neue Fortschritte gemacht.

ES ist bedauerlich, daß die schlechte Wahl­beteiligung. die in allen Lagern sich geltend machte, die Veränderungen etwas verschleiert. GS wurden diesmal nur 452981 Stimmen ab­gegeben gegen 592 622 bei der letzten Reichs» tagSwahl und 616947 bei der Landtaqswahl im Jahre 1919. Wir müssen den vom Wolff- Bureou zum Vergleich herangezogenen Ziffern der Wahl von 1919 auch diejenigen der letzten ReichStagSwadlen bei der Betrachtung des heutigen Besitzstandes der Paneien zugefellen. Wir geben darum nachstehend die vollstän­digen Uebersichteu der beiden früheren Wah­len wieder. Die Liste des Hessischen Bauern- bunde.'c hat, wie ja vorauSzusehen war. die deutschna nona len Aussichten stark herabgemin­dert, während die Deutsche Dollspartei toc- niger davon berührt wurde. Dxutschnationale und Bauernbund zusammen erhielten 88 307 Stimmen, während die Deutschnativ- nalen bet der ReichStagSwahl 1920,83 153 Stimmen auf sich vereinigten. Der Rückgang der Stimmenzahl der Deutschen BollSpartei von 94 653 im Jahre 1920 auf 68 908 be­trägt 72 Prozent, während der Rückgang der Wahlbeteiligung überhaupt etwa 77 Proz. beträgt. Die Demokratische Partei hat da­gegen nur 50 Prozent der von ihr im Dorjahr erzielten Stimmen erhalten, 33 660 gegen 63 715. Die Erwartungen, die man vom Aus­gang der diesmaligen Wahl gehegt hatte, find also vollauf erfüllt worden."

Bei den Wahlen zum Reichstage am 6. Zinn 1920

wurden in Hessen gezählt für bie Deutsch­nationalen 83 153. für bie Deutsche Bolkspartei 94653. für bas Ze ntrum 95 453. für bie Demokraten 63 715, für bie Mehrheitssozialisten 179814. für bie Unabhängigen 72218 unb für bie Som« munisten 3035 Stimmen. Stimmberechtigt waren 781 724 bavcm wählten 592622. also 75,4 to gegen 86.8 eo im Jahre 1919.

Bei den Wahlen zur DerfcssuLggebendem Volkskammer am 26. Januar 1919 wurden im Freistaate Heften abgegeben für die Deutschnationalcn 45 785. für bc Deut- lchsBolks Partei 62 072, für das Zentrum

Darmstadt, 28. Rov Abgegeben wurden tnsge'aml 223 376 Stimmen Gs erhielten: Deutsch- nationale (Hess) BollSpartei X11921 (12 251). Deutsch? Bolkspartei 34 748 (27 053). Hessischer Bauernbund 26 543 ( 0), Zentrum 35 624 (45 617). Deutsche Demokratische Partei 14 003 (48 918). Mehrheit-sozialdemokratie 85 543 (146 206), Un­abhängige Sozialdemokratie 6887 (5536), Kom­munisten 14000 (0). Revllionspartei 52 (0) Stim­men.

(tzesamtcrgebnis aus der Provinz Rheinhessen.

Deutschnationale (Hess.) Bolkspartei 3566 (1058). Deutsche Bolkspartei 24 750 (25 550), Hes­sischer Bauernbund 5004 (0). Zentrum 40 907 (54 597). Deutsche Demokratisch' Partei 14 355 (36 578). Mehrheit-sozialdemokratie 38 869 (64 938). Unabhängige Sozialdemokratie 3624 (453), Kommunisten 2961 (0) Stimmen

Das Ergebnis in der Stabt Giehen.

Deutschnationale (Hess.) BollSpartei 2 238

Deutsche Dolkspartei 4 340

Hessischer Bauernbund 20

Zentrum ' 702

Deutsche Demokratische Partei 1 542

Mebrsteilsfozialbemokratie 3 005

Unabhängige Sozialdemokratie 1 427

Kommunisten 451

Revision-partei z

Bon 21 118 Stimmberechtigten wählten 13 725, asio 65 Vo.,

Bei den Wahlen zum Reichstag« am 6. Juni 1920

erhielten in Giehen bie Deutschnationalen 1840, bie Deutsche Bolkspartei 4950. das Zentrum 767, die Demokraten 2263, die Mehrheitssozialisten 2789. bie Unab­hängigen 3076 unb bie Kommunisten 34 Stimmen Gewählt hatten 15 719, also 65 Prozent.

Bei den Wahle» zur Derfassunagcbenten DolkSkammer am 26. Januar 1919 würben in ® i e b c n abgegeben lur bie D e u t sch- nationale (Hessische) Bolkspartei 1559. für die Deutsche Dolkspartei 2737. für bas Zentrum 910. für bie Demokraten 4288, für die Mehrheitssozialisten 5038 unb für bie Unabhängigen 407 Stimmen. Ss wählten 14 964 Wähler von 23 802 Stimm­berechtigten, also 62 <Yo.

Landkreis Gießen.

Deutschnatl 5086. Deutsche Bolksp 5721, Bauernbund 9914. Zentrum 780. Demokraten 2803. Mehrhcitüsozialisten 12 068. Unabhängige 4058, Kommunisten 894.

Weitere Ergebnisse.

(3n Klammern die Zahlen von 1920.)

Dad-Raubeim- Deutschnatl. 806 (1350), Deutsche Dpt 782 (1925), Bauernbund 53 (), Zentrum 284 (490). Demokraten 315 (1109). Mehr- heitSfozialisten 1000 (1148), Unabhängige 5 (462), Kommunisten 134 ().

AlSfeld (Stadt): Deutfchnatl. 262 (345), Deutsche Dpt. 563 (643) Bauernbund 102 (), Zentrum SO (76 . Demokraten 362 ( 468). Mehr- bcitsfpyaliflen 462 (448), Unabhängige 223 (441), Kommunisten 2.

Alsfeld (KreiS. bis aus 3 Orte Deutsch- natL 1253 < 7395). Deul'che Dpt. 1252 (1747), Bauernbund 6872 (), Zentrum 636 (834). De­mokraten 83C (10^). Mehrheitssozialisten 3503 (3135). Unabhängig« 460 (1689). Kommunisten 39 (__*).

X U lrichstein. 27 Rov Deullchnatl. BP. 10. Deutsche DollSP 45, Hell. Bauernbund 114. Deutsche Demokratische Partei 95. Mehrheit«- fpaiaibemohatte 26. Unabhängige So; Partei 18 Stimmen. Don den 383 Wah:derech;g en mach­ten 308 von ihrem Wahlrecht Gebrauch

Friedberg (Stad!'- Deutschna.l 532 (73t). Deutsch: Dpt. 907 (1251). Bauernbund 153 <). Zentrum 411 (382). Demokraten ^) (786) OHebr- heitsfv;ialisten 1580 (1288), Unabhängige 166(608). Kommunisten 159 ().'

Offen & a<b (Stabt): Deutschnatl 3472 (2832 t Deutsche Dpt 4341 (4507t. Bauernbund 37 (). Zentrum 4129 ( 4436 . Demokraten 2048 (3720). Mehrheitssozialisten 13 050 (13 3 9). Mn- I abhängige 1631 (6636t. Kommunisten 3081 (941).

Obben beim: Deutschnatl 22 (- ), Deut­sche Dpt 364 ( 396 t. Bauernvund (). Zentrum 446 (413*. Demokraten 326 (379'. Mehrheitssvzia- Itftcn 497 (555). Unabhängige 31 (67). Kommu­nisten (6).

Worms Deutfchnalü 492 (2091. Deutsche Dpt. 7592 (7527 t. Bauernbund - (). Zentrum 2871 *2.42). Demokraten Ml *2078). Mehrheit^ fojialificn 7397 (7078). Unabhängig? 213 (2116), Kommunisten 1278 (92).

Mainz Deutschnatl 1222 (367), Deutsche Dbt. 4543 i5554). Ba».ernbunb 259 (). Zentrum 12 275 (13 525). Demokraten 4057 (7626). Mehr- heitssoziolisten 14 099 (16 414), Unabhängige 2244 (7417), Kommunisten 967 ()

Darmstadt: Deutschnatl 3:85 (1722), Deutsche Dpt 16 169 (17819). Bauernbund 10 (). Zentrum 2833 (2697). Demokraten 3599>6379), Mehrheitssozialisten 11 294 (12969), Unabhängige 935 (2769), Kommunisten 1436 (--).

Bingen: Deutlä-'.all 33 (7). Deutsche Dpt. 609 (928), Zentrum 2332 (2279). Demokraten 412 (662). MehchntSsozialisten 2 (885). Unabhängige (241), Kommunisten 76.

Ober-Ingelheim: Deutschnatl 4 (). Deutsche Dpt 404 (370). Zentrum 231 (301). Demokraten 408 (473). Mehrheitssozialisten 349 (385), Unabhängige (70). Kommunisten 9

Rieder-Ingelheim Deutsche, l 11 (7), Deutsche Dpt. - (162'. Zentrum 427 (395). Demokraten 532 ( 623), Medrheitssozialisten 577 (534), Unabhängige (123). Kommunisten 151.

Kreis Erbach Deutschnationale (Hess.) Dolkspartei 733, Deutsche Dolkspartei 1925. Hes­sische. Bauernbund 4288. Zentrum t90. Deutsche Demokratische^Jartci 2295. Mehrheit-soztalden'.o- kratie 6745. Unabhängige Sozialdemokratie 327, Kommunisten 397 Stimmen

KreiS Dingen Deutschnationale (Hess.) Dolkspartei 102. Deutsche Dolkspartei 1987. Hes­sischer Bauernbund 575. Zentrum 7710. Deutsch« Demokratische Partei 2753. MehrdeitSsozialdemo- Cratic 2953, Unabhängige Sozialdemokratie 46, Kommunisten 122 Stimmen.

KreiS Bensheim: Deutschnationole (Hell.) Dolkspartei 1534, Deutsch: DollSpartei 2805. Hessischer Bauernbund 3925. Zentrum 7931, Deutsche Demokratische Partei 1100. MehrheitS- sozialdemokratic 7518. Unabhängige Sozialdemo­kratie 642. Kommunisten 1570 Stimmen

KreiS Alzey Deullchnativnale (Hell) Dolkspartei 389 Deutsche Dolkspartei 3434. Hes­sischer Bauernbund 1947. Zentrum 3876. Deutsche Demokratische Partei 2296. Mehrheitssozialdemo­kratie 3195, Unabhängige Sozialdemokratie 370, Kommunisten 45 Stimmen.

Die Washingtoner Konferenz.

London. 26 Rov (Wolsf) Reutrr berich­tet aus Washington, dar UnterauSschutz unter Senator Lvdge, ber von bem 2lu:sHutz der Konferenz für den fernen Osten ernannt wurde, um sich mit bet Frage ber Sffterritoriali- tät EhinaS zu befassen. beabsiö".ige, wie ver­lautet. den Entwurf einer Entschließung betreff« Ernennung einer internationalen Kommission von Juristen, bie sich nach China begeben sollen, um das chinesische Rechtssystem zu unter1 ud^en unb sestzustellen, ob dieses System genügend fortge­schritten sei, um bie Dsenbigung ber erterrtton- alen Rechte bet Ausländer zu rechtfertigen

London, 26. Rov. (Wolsf.) .Daily ($p preh" meldet aus Reuyork, Lvrb TurzonS Rebe habe in 2Ime r ifa riesiges Auf­sehen erregt

Lonbon. 26. Rov. (Wolff.) .Daily Chrv- nicle" meldet aus Washington. B r i a n d habe sein Ziel erreicht: bfe Abrüstungskonfe­renz habe bie Frage der Einschränkung ber Heere beiseite gestellt Der italienische Delegierte Schanzer erklärte in ber Sitzung des Abrüstungs­ausschusses am Mittwochmorgen die ziemlich dra- maiid) verlief, und die sicherlich feil Eröffnung ber Konferenz bie freimütig"te war. bic Washing­toner Konferenz bürfe bie Frage ber Rüstungen zu Canbc nicht beifeite stellen. Italien habe ab- gerüstet, bie österreichischen Rachfolgestaatcn unb andere neue Staaten, insbesondere Polen und Griechenland, seien jedoch biS an bic Zähne be- wasfnet unb verfügten über verhälmiSmähig grobe Heere. Die französischen Delegierten traten jedoch dafür ein. bah bie Konferenz bic Frage ber Rüstungen zu Canbc nicht in Angriff nehme unb erklärten angellchtS ber befonberen Lage Frankreichs, wie sie Briand am letzten Montag bargclcgt habe würbe jeder besondere Dor'chlag durch bic Kommission ein Fehler fein. Balfour soll bemerkt haben, bah ©rohbritannien ber Frage der Rüstungen zu Cante in Europa nicht gleich­gültig gegenüberstehen könne Der Berichterstatter veS Blattes fährt fort eS verlaute jetzt, bah eine neue Konferenz bn nächsten Jahre statt- finben werte um bic Arteüen. bie von dieser Konferenz nicht erledigt werten, totster aufui- nehmen. Don amerikanischer Seite werde auch daran gedacht, dah diese Konferenz die erfte einer Reihe von Konferenzen fein tolle bie sich mit ten Schwierigkeiten in ter Welt befallen.

Zn;iehonq DentschlnndS?

Paris. 26 Rov. (Wolf» ) Der Sonter- berichLerstatter ber .Agence HavaS" bestätigt eine bereits mietergegcLene Meldung, im Weihen Hau'e werte erklärt, bah Präfitenr Harding falls die Konferenz erfolgreich auSgehc. geneigt wäre, folgende Punkte inS Auge zu fallen:

1. bah weitere interessierte Na­tionen zwecks Billigung ter erzielten Ab­machungen zugezogen werd.n Lunten. Diese Billigung könnte vor BerraLung ber gegenwär­

tigen Konferenz erfolgen unb unter ben betret fenden Cantern könnte evtl sich auch D e u t f ch - land tesinten.

2. Dah weitere Konferenzen ähn­lichen LdarakterS zur Begleichung zwifchen staat­licher MeurU''g-vcrfchiedcnteiten künftig etnberu- fen werden konnten

Berlin. 26. Rov. «WTB) Funllpruch Rach einer Meldung der 'lew Pork Xiibune aus Walhinaton ist Im B jen Haufe zum Aus­druck gebracht worden, bah die Anregung. Deutschland möchte zur Teilnahme an ten Schlus'pbafen ter Konferenz b i n z u ge­zogen werten, im Hauptguartier ter f ran- zöfischen Delegation kühl aufgenom­men worben ist.

Conbon. 27 Rov (Wolff.) Rach einer Havas-Depesche aus Wafhlngronan bic Zei­tungen foll der deutsche Gefchäftsträger gestern abend eine Unterredung mit einem Beam­ten de« Staat«deparunnenlS gebabi Haven, in der gefragt werten fei. ob die Deutschen eine Ein­ladung ter Bereinigtes Staaten zur Konferenz ann(b:ncn wurden. ®« wird versichert, patz Deut'chla.rd die Sragv Nr Reparationen und ter Abrüstung der Canbarmcen gerne auf ame­rikanischem Boten besprechen wurde In ter Fraae der Reparationen hoste e«. ei' e Revision ter Bedingungen zu erlangen. Die deutschen De­legierten wurden außerdem ermächilgt werden, die von Bttand geforderten Sicherheiten gegen einen Angriff zu geben.

Briand und Curzon.

Berlin, 26. Rov. (WTB.) Funkspruck). ..Rew-Bvrk Herold" meldet au« Washington, die amerikonischen KonferenzdelegieNen hätten erklärt, doh sie an der Meinungsverschieden­heit zwischen der brtttschcn und französischen Delegation nicht beteiligt seien, dah sie die Entwicklung der Dinge aber sehr bedauerten. Die Erörtemng der GrNärungcn Eurzon« rief bei den französischen Vertretern grohe Er­regung hervor. 3n einem Celtarttfel erklärt derÖIctD Bork Herold", es sei unmöglich, die Hypothese zuzugeben, dah sowohl Briand wie Curzon in ihren gegenseitigen Erklärungen korrekt gewesen seien. Beide hätten der Welt einen schlechten Dienst erwiesen, als sie von ihrer heimischen Politik sprachen, während so viele ernste Männer e« unternommen hätten, über ten Weltfrieden zu sprechen. Wenn Briand Deutschland nur durch dunkle Gläser des Argwohns sehen könne, so sei dies für beide Seiten um so schlimmer.

Reuyork, 26. Rov. (WTB.) Funl- spruch. Wie die »Rew-Bork Time«" au« Wa­shington meldet, ist kein mohgebcndeS Mitglied der amerikanischen Regierung bereit, sich über die Erklärungen Drtands und Curzons hinsichtlich der Haltung Frankreichs in der Frage der Abrüstung zu Cante ouszusprechen. Wie von autorisierter Sette verlautet, lieh die Konferenz jedoch die Frage der HeereS- herabminterung nicht fallen, sie wird In ten verschiedenen Unterkvmmisstonen weiter be­handelt.

Der peinliche itolienisch-franzöfisch« Zwischenfall.

Rom, 26. Rov. (HavoS.) In Beantwor­tung einer Anfrage über ten angeblichen Vorfall auf der Washingtoner Konferenz sagte ter Minister des Aeuhern in ter Kammer: Ich ergreife das Wort nicht, um ten angeblichen Zwischenfall aufzuhellen, ter nach ten Depeschen Schanzet« sich nicht /^getragen hat, sondern um hewor- zuheben, und zwar in meiner Eigenschaft al« Minister ter auswärtigen Angelegenheiten, dah eS häufig auf ungenaue Angaben hin die nicht ausfchliehlich Frankreich betreffen gelingt, in dem das pattiottfche Gefühl des itahcntfcfxm Volkes erregt wird, in ter Öeffentllchkeit eine durch Die Tatsache nicht gerechtfertigte Unruhe zu verbreiten. Der Mi­nister fügte hinzu, dah einige Zeitungen eine vollständig unrichtige Version ter angeblichen Zwischenfälle veröffentlicht hätten, die sich in einer der letzten Sitzungen des Aus- fchuffe« für die Einschränkung ter Rüstungen bei ter Konferenz in Washington zugetvagen haben sollen.

französische Stimmungen.

PariS. 26 Rov. (Wvlst.) Der ,Dau» l o i S" schreibt: Ceiber gelte in Italien, wie in England, in ber Vorstellung vieler Leute Frankreich alS ein Störenfried, einzig und allein, weil eS stärker als feine Miierre^ gefährdet fei und deShald nach den ihm unent­behrlichen militärischen Sicherheiten und nach fx-r finanziellen Genugtuung trachte, die man ihm schuldig sei. Man habe wiMich hinsichstlch ver .Schwache" Frankreich« geirrt. Man hätte stch erngebittet, day Frantreich auf da« einfache Ber- wiechen einer rnoralilchen LInterfrü"ung Mn sich ?,ur allgemeinen Abrüstung bereit erklären werde. Man habe nicht begriffen, bah es fchon merk­würdig demütigend getoe'en fei. datz Frankreich gezwungen war. vor dem Aeropag von Washing­ton dafür zu plaidievvi. dal fein Recht, gege- bencnfafL« »eine Grenze am Rtein und feine Ko­lonien zu verteidigen, anerkannt werde.Zäu- I schen wir un« nicht darüber," sagt da« Blatt.