Ausgabe 
28.10.1921
 
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der Ausbruch eines Krieges, so etwas ist wohl I für niedliche Seme ge

noch nie dagewesen. Die Llriache dieser Lieber- aus meiner Verschämtheit und sah. dah dre Worte L. nam^ittich, da man noch nicht losschlagen die Prbi-esstn von Wales gesprochen hatte, roollte ist mir niemals klar geworden. Eine Erne Statte beutlet ©arten *PDÄ? J.1 . ,ulr / . __»Xr n h t (Xrnp pinimnrtinp ©artcn-

27. DM.

26. DM.

Datum:

28. 10.

Schweizer Franken

100 Fl.

100 L

bei

nach Beginn einer

8,42 170,70 22,78 53,10

8,12 170,95 22,53 65,GO

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55,40

Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag .... Stockholm . Wien.... London.. . Paris. . . . Reuyork . .

187.50

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1.75

3.70

Gegen

Husten

und

kunst bedroht. Eine einzigartige ©arten- anlage, der Wriedtsche Park bei Blankenese, der so lange eine Stätte der Erholung und Ratur- freude war, soll jetzt, nach einer Mitteilung der Zeitschrift .Niedersachsen", zum Epekulationsob- jeft erniedrigt werden. Der Park, der int Jahre 1786 von 3. E. Godeffrvy in einer eigenarttgen Verbindung der französischen mit der englischen Gartenkunst angelegt wurde, war lange Zeit im Besitz der Familie Wriedt, die die prächtigen Anlagen der Oeffentlichkeit freigab. Nun soll dieses Juwel deutscher Gartenkunst unter den Hammer kommen. Ttze Erhaltung dieses Para­dieses ist aber für Volk und Voltsgesundheit so wichtig, dah hoffentlich von Staats wegen diese Absicht vereitelt werden wird.

681,80 683,20

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3381,- 3989, - 269,70 270,30

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.)

Vorläufiger Reichswirtschastsrat.

23. Vollsitzung, Mittwoch.

Berlin, 26. Oft. 1921.

Der vorläufige Reichswirtschaftsrat trat heute sehr knapper Besetzung zu seiner 23. Voll-

Mk. = Kr- = Kr. = Fr. = £ '= L. = Fr. = Kr. ---- r = Kr. =

. Fr. . Fl. . Kr. . Kr. . Kr. . Kr. . Sh. . Fr. . $

Märkte.

Wechsel auf

Holland

Deutschland ....

Wien........

Prag........

Paris........

London

Italien.......

Brüssel.......

Budapest .....

Reuyork. ......

Agram.......

Bukarest......

r Büchertisch.

.Immanuel Kant, Einführung in die Kritik der reinen JB e r n u n f t, in neues reines Deutsch übertragen von ©ex i Dehcke, Lübeck 1921, Verlag von Charles Coleman, Lübeck. Man darf sagen, das) es dem Verfasser gelungen ist, den Kantischen Gedanken fahliche Form zu geben, ohne die gei­stige und sprachliche Eigenheit des großen Den­kers zu beeinträchtigen.

Kirchliche Nachrichten.

Israel.Religionsgemeinde. Gottes­dienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag. 29. Oft. Dorabd. 5.00. Morg. 9.00. Adds. 5,15 und 5.55 Uhr.

Marknotierungen.

Für 100 deutsche Mari wurden gezahlt

Handel.

Berlin, 27. Oft. Der Börsenvorstand be- schloh, morgen keine Wertpapierbörse stattfinden zu lassen, dagegen wird in nächster Woche am Montag und Donnerstag Vollbörse abgehalten werden. An den übrigen Tagen werden nur Devisen und Roten notiert.

F r a n k f u r t a. M., 27. Oft. Der Dörsenvor- stand teilt mit. Von Montag, 31. Oktober ab, sind den Kursmaklern die Aufträge für die Ausfüh­rung zum ersten veränderlichen Kurs und zum Ein­heitskurs an den Tagen, an denen ein offizieller Effektenverkehr stattfindet, jeweils bis spätestens 11 Uhr vormittags einzureichen.

Frankfurt a. M., 28. Oktober.

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief

Der spätere Generalseldmarschall Graf Wal - dersee der bis zum Ausbruch des Krieges Militärattache in Paris war, gibt in seinen Aus­zeichnungen aus dieser Zeit, die von Heinrich Otto Meisner im neuesten Heft derDeutschen Revue veröffentlicht werden, hochinteressante Mitteilun- §en über die damaligen Vorgänge. Rachdem er Infang Juli bei König Wilhelm in Ems gewesen war und dort bereits den Ernst der Lage erfahren hatte, kehrte er am 9. Juli nach Paris zurück. Sobald ich nach Frankreich hineinkam" schreibt er,merfte ich, daß hier eine ganz besondere Luft wehte. Die Leute waren sämtlich unnatürlich auf­geregt, und diese Aufregung steigerte sich, je mehr man sich Paris näherte. . . . Alles, was ich sah und hörte, deutete darauf hin, dah in Frank­reich der Krieg beschlossene Sache sei. Die ganze Presse war autzer Rand und Band und sagte uns die grössten Injurien und Llnverschömtheiten. Im Kriegs- und Marine-Ministerium sah schon ein Unbefangener ein fürchterliches Gelaufe und Ge­triebe. Die Truppen die sonst überwiegend fau­lenzten waren sehr tätig. Unaufhörlich ritten Ordonnanzen jn scharfem Trabe durch die Stadt. Französische Offiziere, die ich kannte, machten sehr ernste Gesichter. Die hier wohnenden Militär­attaches glaubten alle an Krieg: jeder hatte Eini­ges erfahren." Die Stimmung der Pariser schildert Waldersee in der bekannten Weise:Dazu kam das tolle Treiben der Franzosen. Die Bevölkerung war von einem förmlichen Kriegstaumel erfaßt und wurde darin von den Behörden bestärkt. Kolossale Menschenmassen durchzogen die ©traten und schrien ä Berlin au Rhin, ä bas Guillaume, ä bas Bismarck usw. Sehr viele Truppen mar­schierten durch die Stadt und zu den Bahnhöfen, von brüllenden und betrunkenen Menschenmassen begleitet. Dazu die jämmerlichen Renommagen mit Überschreiten des Rheins, falsche Gerüchte usw. Pis zum 16. ging ich noch täglich in meinen Klub. Die Franzosen zogen uns aber schon schreck­liche Gesichter. . . Vom verrückten Taumel in Frankreich mutz ich die Armee ausnehmen. Sie benahm sich in all dem lyüsten Geschrei würdig und ruhig. Fast zu ruhig: die gehobene Stimmung einer in den Krieg ziehenden Truppe habe ich nur selten wahrgenommen. Mir bekannte Offi­ziere waren sogar recht ernst gestimmt, namentlich non dem Moment ab, als Bayern sich offen für uns erklärt hatte."

Mit Olliviers Erklärung in der Kammer, dah

schluh der Oeffentlichkeit statt und endete mit der Arisprechung der Angeklagten D. Der Angellagte W. wird wegen Beihilfe zu einer Gefängnisstrafe von 2 Monaten verurteilt. Es wird ihm eine Be­währungsfrist von 3 Jahren bewilligt. Der Handlanger Wilh. M. aus Haiger ist wegen ver­suchten Sittlichkeitsverbrechens an- geklagt. Die Verhandlung fand ebenfalls unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt und endete mit der Verurteilung des Angeklagten zu 1 Monat Ge­fängnis unter Bewilligung einer Bewährungsfrist von 3 Jahren. Dem Hüttenarbeiter Karl M. aus Hohensolms, einem aus E l s a h - L o t y° ringen vertriebenen Deutschen, wird zur Last gelegt, bei der Anmeldung seiner Schaden, die ihm angeblich durch den Verlust von Möbel­stücken usw. entstanden sind, dem Feststellungs- ausschuh in Homburg v. d. H. unrichtige Angaben gemacht und diese durch eine eidesstattliche Ver­sicherung bekräftigt zu haben. Der Angellagte, ter in seiner Anmeldung angegeben hatte, dah er fein Mobiliar im Clsatz bei ter Flucht habe zunick- lasten müllen, hat von dem Ausschutz eine Enb- schädigung von 12 000 Mk. erhalten. Nachträglich stellte es sich jedoch heraus, dah er bereits vor dem Waffenstillstand den grötzten Teil seines Woblliars nach Deutschland geschafft hatte. Hier­über vernommen, gab der Angeklagte tee« ju, be- hauptete aber, dah ihm ein grober -Lei! feiner Sachen damals auf dem Eisenbahntransport ge­stohlen worden sei. Der Angellagte ist geständig. Er will sich zu seiner Tat haben überreden lassen da ihm in einer Versammlung angeblich gesagt worden sei, man solle eher zu viel als zu wenig anmelden, denn es wurde doch von dem Angemet- beten gestrichen. Der Angeklagte erhalt wer Monate Gefängnis unter Bewilligung einer Be­währungsfrist von 3 Jahren.

rm. Darmstadt. 27. Oft. Das Eisen- bahnunalück auf der Nebenbahnstrecke 'Bin- genauWeinheim am 14. Mai d. I.. das den Tod deS Kutschers der Freiherr v. Wambvld- schen Fuhrwerke zur Folge hatte, brachte gestern den 45 Jahre alten Lokomotivführer Ioh. Peter S.eehaus aus Zwingenberg, wohnhaft in Weinheim, auf die Anklagebank. AuS der Beweisaufnahme ergab sich, datz S. im allgemeinen kein besonderes Verschulden trifft, da auch der Knecht hätte Vvrsichttger sein müssen. S. wird von ©träfe und den Kosten freigesprochen.

f>o<f)fd)ulnad)ridbtenr

rm. Darmstadt, 27. Oft. Die feier­liche Rektoratsübergabe des bisheri­gen Rektors Geh. Baurat Prof. Walde an Den neuen Rektor, Prof. Ing. Petersen, fand gestern mit dem Üblichen studenttschen Gepränge statt. In seiner Abschiedsansprache gedachte Prof. Walde der zahlreichen Er­nennungen zum Dr. ing. und teilte mit. datz jetzt die bisherige Höchstzahl von nahezu 3000 Studierenden erreicht sei. Mit warmen Worten ehrte der Redner das Gedächtnis der im letzten Jahre gestorbenen Lehrer und «Schüler, darunter des in Oberschlesien im Juni d. 3. gefallenen ©tut). O. Gutenberg. Er gab dann eine Anzahl verliehener Preise de- fannt, worauf er dem neuen Rektor die gol­dene Amtskette Überreichte. Stud. Schott dankte im Namen der Studentenschaft dem scheidenden Rektor für seine wohlwollende und segensreiche Tätigkeit. Zum Schluh be­handelte der neue Rektor in einem längeren Dortrage das Thema:Die Entwicklung und Leistungen der Grohkraftwerke in Deutsch­land-.

Waldersees Erinnerungen an den Kriegsausbruch vor 50 Jahren.

Vermischtes.

'DieSelbstbiographieeinerMa- haradfcha- Frau. Rachtem wir dieLieb­lingsfrau tes Maharadscha" im trügerischen Licht des Films kennen gelernt haben, ist es nicht un­interessant. den Empfindungen und dem Seelen­leben einer wirklichen indischen Fürstin nach­zuspüren. Das gestattet uns die soeben in Eng­land erschienene Autobiographie der M a h a - ranivonCoochBehar. der Gattin eines ter grötzten und mächtigsten indischen Maharad- chas. der ein besonderer Freund der Königin Viktoria war. Von ihrem Vater erzählt sie uns, datz er über mystische Kräfte verfügte und weit- entfernte Personen zu sich rufen konnte,Intern er eine Trommel schlug und sie beim Namen rief". Die Maharadscha" Frau erzählt unS, dah Heiraten für eine Inderin etwas Selbstverständliches sei und man dortalte Jungfern" kaum kenne. Ihre dritte Schwester hatte aber beinahe dieses Schick­sal gehabt, denn sie war mit einem Maharadscha verlobt, dessen Familie die Einwilligung zur Hei­rat verweigert hatte und ihn zwang, eine andere heimzuführen. Schliehlich bekam sie, die daraufhin jede andere Ehe ablehnte, doch noch den Geliebten. Die Frau tes Maharadschas starb und nun wurde sie seine Gemahlin. Die Fürstin wendet sich gegen die in Europa verbreitete Anschauung, datz die Inderinnen dierichtige Liebe" nicht kennen lern­ten.Das ist ebenso absurd und falsch wie ein Maharadscha in einer Operette oder einem anglo­indischen Roman," schreibt sie.Aber wie so manche Sinnlosigkeiten hat man es für Ernst ge­nommen, so datz die meisten Europäerinnen keine Ahnung haben von ter innigen Liebe, die in­dische Frauen mit ihren Männern verbindet." Sie wurde die Braut des Maharadscha von Tooch Behar, weil dessen weibliche Verwandten er­klärten.datz nur ein verheirateter Mann mit einem gewissen Grad von Sicherheit nach Europa reisen könne". Sie wurde zunächst von den weib­lichen Anverwandten des Maharadscha in Augen­schein genommen, begutachtet und dann dem Be­werber vorgefuhrt, ter ihr gelobte, er wolle keine Frau auher ihr nehmen. Sie erzählt, datz sie sich beite auf den ersten Anblick für immer ineinander verliebt hatten. Die Maharani be­

eile Versuch? zu einer Aussöhnung gescheitert seren war eigentlich am 15. Juli der Krieg so gut 'wie verkündet.Wahrhaftig prompte Be­dienung!" bemerkt dazu Waldersee und bringt bann bedeutsame Enthüllungen über die Llrsache dieses übereilten Kriegsausbruches:Neun Tage

Frankfurter Schlachtviehmarft.

F r a n k s u r t a. M., 27. Oft Der Kleinvieh­markt wurde bei lebhaftem Handel geräumt, bei Schweinen ruhiges Geschäft und ileberftanb. Auf­getrieben waren: 610 Kälber, 895 Schafe und 437 Schweine. AnPretsen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht: für Kälber beste Quali­täten 900 bis 1050 Mk., mittlerer Qualitäten SCO bis 900 Mk., geringe Qualitäten 700 bis SCO Mk.; für Hämmel 250 bis 550 Mk.; für Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht 1200 bis 1400 Mk., von 80 bis 100 Kilogramm Lebendgewicht 1400 bis 1500 Mk., für alle schwereren Sorten 1400 bis 1500 Mk., für Sauen und Eber 1300 bis 14C0 Mk. Au ter dem wurde ein Rind ohne amtliche Preis­notierung gehandelt. Die Marktpreise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht un­erheblichen Gewichtsverluste. Spesen und Händler- gewinn in sich schließen.

ba. B ü d i n g e n, 26. Qkt. Bei dem gestrigen Gallus-Schweinemarkt haben Spanferkel anfänglich 40 Mk.. später bis 100 Mk gekost^ Springer von 6001200 Mk. das Stück. Nach Ferkel war verhältnismäßig geringe Nachfrage, dagegen umsomehr nach schönen Einlegern.

la Lauterbach, 27. Qkt. Auf dem gestri­gen Viehmarkt tru den für F ries 10018) Mark für Läufer 200- 700 Mark ezahlbt.

Turnen, Sport und Spiel*

Das Winterspvrt-Progr am m von Davos mit seinen reichhaltigen sportlichen und gesellschaftlichen Darbietungen wird jetzt ver­öffentlicht. Die Eislaufsaison beginnt im_ No­vember, während im Dezember die berühmte Schahal p-B o b b a h n in Betrieb genommen wird. Der Januar bringt dann die klassischen Bobsleighrennen sowie die Internationalen Eis­kunstläufen, die mit ter Entscheidung der Eu­ropameisterschaften im Kunstlaufen und der Weltmeisterschaft im Paarlaufen am 28. und 29. Januar ihren Höhepunkt erreichen. Danach folgen am 3., 4. und 5. Februar die Großen Schweizer Skirennen und Ente Februar die Pferderennen auf dem Eise des Davoser Sees.

- Rütt mit Saldow im Neuhorker Sechstagerennen? Wie amerikanische Zei­tungen äußern, hat der Deutsche Meister Rütt die Absicht, nachdem er für das lange Rennen im Dezember verpflichtet worden ist dasselbe mit dem Deutschen Kriegsmeister Saldow zu bestrei­ten. Saldow weilte bereits 1911 in Neuyork und Bestritt das damalige Sechstagerennen mit Lorenz zusammen

Eine Sportiammlung von ho­hem kunsthistorischen Wert beherbergt, wie uns aus Frankfurt a. M. gemeldet wird, für einige Tage das dortige Stadelsche Kunst- inflitut. Es ist eine Sammlung von Kunstwerken, die alle Arten tes Sportes darsiellen, vom Alter­tum dis in die Neuzeit, alles in erlesensten Stücken der bedeutendsten Meister. Die Sammlung kommt in den nächsten Tagen in Leipzig zur Verstei­gerung und ist auf 1215 Millionen geschätzt.

Pariser Stimmen über das neue Kabinett Wirth.

Paris, 27. Oki. (WTB.) Rur wenigr Morgenblätter beschäftigen sich mit ter Reu« bildung des Kabinetts Wirth und nu der gestrigen Debatte im Reichstag. DasP c t i. Journal" bedauert, datz Dr. R a t h e n a u de» neuen Kabinett nicht angehört. Es stellt du Frage, in welchem Matze maajiuf einen Reichs- lanzler bauen forme, ter die Teilung Oberschst- siens nur angenommen hab?, um Sanktionen »j verhindern, und der unter tem Beifall des Reichs­tages erklärte, dah Deutsckiand seine finanziell': Beipflichtungen nur nach Ma> gckte l.iner Kraft, ausführen werte. Das Blatt spritzt auch vv' dem persönlichen Vertrauen, datz man Dr. Wirth cntgegenbiinge. Aber nicht mit ihm und |einen Mitarbeitern habe man es zu tun, sondern mit einem Deutschland, das heute eine andere Sprach als der Konzilianz und der Zusammenarbeit rete. und dessen Haltung der französische Regierung mehr denn je eine Politik tes beschränkten Ver­trauens, ter Wachsamkeit und ter Energie auf- zwinge. Der sozialdemokratischePvPu­la i r e" sagt, das Verschwinden Rathenaut werte sicher nicht die 6t:llung tes neuen Kabi­netts Wirth im Inneren verstärken, ebensowenig ater sein Prestige im Ausland erhöhen. Der Figaro" sagt, Dr. Wirth hate in den letzte« Tagen seitens Frankreichs und ter Alliierte« Lobsprüche auf seine Loyalität, seine Weisheit und seinen demokratischen Grit erhalten, so datz er glaube, sich nun alles erlauben zu können, er bäte deshalb eine Rete gehalten, die zwar nich» Unerwartetes enthalte, ater doch nichtsdesD- weniger vollkommen unzulässig fei. Er habe die Deutschen als unterdrückt bezeichnet, den Frie- tensverirag von Versailles ein Werk der Zer­störung genannt und erklärt, die Entziehung Ober­schlesiens ändere alle Bercchnungen hinsichtlich der Leistungsfähigleit Deutsch ands. S in Programm bestehe nicht darin, auszüführen, sondern er wolle tem Gegner nur jeden Vorwand nehmen, Sank- Honen zu verhindern und Sicherheiten verlangen Zwischen Wirth und ter nationalen Rechten, öü sich für den entschiedensten Widerstand ausge­sprochen habe, sei also ter «Unterschied nur gering.

Ernennung der Delegierten für Oberschlefiev.

B e r l i n, 27. Okt. Das Kabinett wird heute den Reichskommissar für die wirtschaft­lichen Verhandlungen über Oberschlesien ernennen und ihn derVoss. Ztg." zufolge am Nachmittag den alliierten Mächten namhaft machen.

Willkür der Defahungükommission.

P a r i S. 27. Okt. (WTB.) Wie die Ha- vasagentur aus Koblenz meldet, hat die inter* alliierte Oberkommission gegen die Ernennung des Direktors des ReichSbauamteS in Aachen, Menzel. Einspruch eingelegt, da er angeb­lich als ehemaliger w ü r 11 e md e r g t s cher Offizier nicht genügend Garantie für die Sicherheit und die Bedürfnisse der Be­satzungsarmee biete.

Ein Ultimatum der flehten an Ungarn.

Wien. 21. Oft. (S'ZB.) SieHeue Stete Presse" meldet aus Belgrad: Gestern tourte ein Ultimatum an Ungarn überreicht, worm öle kleine Entente sofortige, unveränderte Durch fübrung tes Vertrages von A r i a no n fordert Das Mommen von Venedig ist nicht erwähnt.

Umstur-beftrebungen in der Tschecho-Elowakei.

Prag. 27. Okt. (WTB.) DaS tschechv- slowakische Pressebureau meldet aus Preß- bürg: Die Staatspolizei verhaftete bei einer nächtlich vvrgenommenen Durchsuchung den Professor der früheren madiarischen Universi­tät. Dr. Bela Tuga, den Sekretär der madjarischen christlich-sozialen Partei, Nob­ler, und verschiedene andere Personen. Bet allen Verhafteten wurde eine Menge Ma- terial gefunden, aus dem hervorgeht, daß sie gegen die tschecho-slowakische Republik Um­triebe vorbereiteten, und in ständiger Berüh­rung mit der irredentistischen tschechischen Pro­paganda standen.

Lesart ist die, dah man tem altersschwachen, ent­schlich losen Kaiser dem ein Krieg höchst unsym- pathisch war, die Brücken zum Rückzüge abbrechen wollte und das scheint mir die wahrscheinlichste Lösung. Ruhige Leute, die die Verhältnisse kann­ten, waren mir gegenüber ter Ansicht, toenn Q55er- ther (der preußische Gesandte) direkt zum Kaiser gegangen wäre und energisch mit ihm gesprochen hätte, a>äre die ganze Sache wahrscheinlich m Ordnung, unbedingt aber in einen ruhigeren Ver­lauf zu bringen gewesen sein. Es herrschte nun aber in Paris eine ziemlich starke Pockenepitemie, und man war vor Ansteckung auherortentlich ängstlich. Werther hatte kurz vor seiner Reise nach Ems selbst die Pocken gehabt, auch lag rin Kanzlei- diener mit Familie noch krank daran. Der Bot­schafter glaubte, unter solchen Umständen, nament­lich mit Rücksicht auf den kaiserlichen Prinzen sich nicht in St. Cloud zeigen zu dürfen und sah davon ab, sich beim Kaiser persönlich zu verab­schieden, wie es sich ja eigentlich gehörte. Da nun damals gerate die spanische Thronfolge ella- tierte, so hätte er gleich mit tem Kaiser darüber sprechen formen, zweifellos wäre, namentlich, da ter Monarch ja ein sehr verständiger Mann i|t, die Behandlung der Frage eine ruhigere gewor­den. Der Kaiserin hat in jenen Tagen ihr spani­sches Temperament wohl einen schlechten Gefallen getan. Sehr verständig soll die Prinzessin Ma­thilde gewesen sein. Nachdem sie von nichts ahnend den ganzen Emst ter Sache erfahren hatte, ist sie sofort zum Kaiser gefahren und hat ihm rund heraus erhärt, er renne Hals über Kopf ins Un­glück. Sie begegnete ihm, als er wie gewöhnlich vom General Beville geführt, langsam spazieren ging und redete ihn etwa folgen termaben an: .Mit den Beinen wollen Sie Krieg gegen Preu- hen führen?" Waldersee hatte noch viel damit zu tun, die grotze Zahl ter in Paris wohnenden Deutschen, die nach Hause drängten und einen erhebenden Anblick nationalen Pflichtgefühls bo­ten, fortzubring«. Am 20. Juli fuhr er selbst ab.

sitzung zusammen Edle r von Braun gu» dachte in seiner Eröffnungsansprache ter schwerer wirtschaftlichen Folgen, die die Entscheidung üba Oterschlefien nicht nur für Deutschland, sondern für den ganzen Osten von Europa mit sich bring® werte. Der Entwurf einer Schlichtungsordnung, sowie der Gesetzentwurf über Lohnstatistik wich an ten sozialpolitischen Ausschuh verwiesen.

Der Ausschub hat einen KomprvmihantroH angenommen, ter dafür eintritt, die erlassen», Bestimmungen über die Aufnahme einer Lohn- und Gehaltsstatistit und die Durchsüh. rung des Verfahrens mit einer vom Reichswin- schaftsrat zu bildenden Sachverständigenkvimnis. fion zu vereinbaren. Der Antrag ist jedoch mn mit geringer Mehrheit angenommen Worten, ba die meisten Arbeitnehmer dagegen stimmten, well durch einen solchen Beschlutz die Lohnstatistik sehr erschwert werte. Die Anträge tes sozialpolitischen Ausschusses auf Zustimmung zu tem Genueser Abkommen über Seemannsordnungen und Arbeitsbedingungen in Schifferei und Binnen- schiffahrt werten nach einem Bericht von Wern» durch die Arbeitgeber einstimmig tebattelos an­genommen.

Dr. Berthold. Vertreter der Heineren Land gemeinden, und Architekt Kröger begründen An. träge, in denen verlangt wird, dah ter Begriff ..Kleinwohnungen" in den Steuergesey« einheitlich gestaltet wird, dah die Steuer für In­haber von Kleinwohnungen weilet ausgedehnt und datz für den Begriff des gemeinen Wertes eine Auslegungsvorschrift für die Liebergangszeit er­langt wird. Die Anttäge Dr. Berthold und Kröger werden angenommen.

Damit ist die Tagesordnung erledigt: nächst» Sitzung: Donnerstag, 11 Hbr. Lohnstatistik, He­bung Ser Wohnungsnot. Schluh 2 Ähr

ennahernd

4.0 ächte Sodener

____ >hren Mineral-

Heiserkeit beiSt Pastillen

Amsterdam-Rotterd. 5684,30 5695,70 5894,10 5905,90 Brüssel-Antwerpen. 118 .30 1188,70 1236,25 1233,75 Ehristiania 2197,80 2202,20 2282,70 2237,36 Kopenhagen 3206,75 3213,25 3331,653338,35 Stockholm 3846,15 3853,85 Helsingsors 257,70 258,30 Italien 652,30 653,70 London 655,80 657,20 Reuhork 165,83 165,67 Paris 1206,25 1208,75

Schweiz 3016,95 3023,05 3176,80 318.,20

Spanien 2202,75 2207,25 2307,65 23 i2,35

Wien (altes) .... -, - Deutsch-Oesterr.. . . 8,38

Prag.........170,30

Budapest 22,72 Buenos Aires . . . 52,90 Bulgarien Konstantinopel ...

Züricher Devisenmarkt.^

gleitete ihren Gemahl nach London und berichtet, datz sie bei ihrem ersten Erscheinen am englischen Hofe und bei tem ersten Staatsball sehr nervös gewesen fei.Sobald wir ten Ballsaal betraten, teilte man mir mit, dah ter Prinz von Wales ter spätere König Eduard mich um einen Tanz bitten lasse. Ich erwiderte, dah ich die Ehre zu schätzen wüsste, aber sie nicht annehmen könne, da 'ch niemals gelangt hätte. Darauf lief) mir ter Prinz sagen, es sei nur ein Lancier und er wolle mir gern die Schritte zeigen. Ehe >.ch noch darau *trieg»auöuuiu,t:x>. ,,-cieun , antworten konnte, hörie ich eine angmehme diplomatischen Verwicklung schon j Stimme sagen:Sieh mal, was die Mabarani

1.7.14.

26.10.

27.10.

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