Ausgabe 
28.9.1921
 
Einzelbild herunterladen

Französische Verstimmung über Italien.

London, 26. Sept. (Wolff.) Der .Daily Telegraph" berichtet aus Paris, daß trotz des allgemein in der französischen Presse gewahrten Stillschweigens die Zwischenfälle beim Besuch deS Marschalls Faholle und der anderen französischen Offiziere in Italien in Paris Verstim- m u n g hervorgerufen haben.

Die Deutschen in San Salvador.

Berlin, 27. Sept. (WD.) Rachdem die DeutscheninSanSalvador erst vor Kur­zem 3350 Mark für Studenten Hilfe und 8000 Mart zur Speisung armer Flensburger Kinder gespendet hatten, überwies die kleine deutsche Ko­lonie daseDst neuerdings 20 000 Mark der deut­schen Kinderhilfe und 10 000 Mark "ber Studenten- hllfe in Berlin.

Der Streik in Nordfrankrerch.

"Paris, 27. Sept. (WB.) Wie der .TempS" aus Lille meldet, wird der Streik in der Textilindustrie in Roubaix und Tour- coing in vollem Um arge weiter durchgeführt Heute vormittag durchzogen 15 000 Streikende Roubaix und Tourcoing.

Ernste Lage in den Kohlenfeldern von Sud»Wales.

London, 28. Sept. (WTD.) Eine ernste Lage herrscht in den Kohlenfeldern von Süd-Wales. Rach einer Versammlung in Car­diff 'beschlossen die Bergwerksbesitzer, eine große Anzahl Zechen au schließen. Wenn dieser Beschluß ausgeführt werden sollte, würde sich die Arbeits­losigkeit noch beträchtlich erhöhen.

Der türkische Sieger.

London, 27. Sept. (WD ) DaS Reutersche Bureau meldet aus Konstantinopel, daß die Ra- tionalversammlung in A.gora Mustapha Ke­mal Pascha den Rang eines M a r s ch a l'l s und den TitelChazi" verliehen hat. Mu- stapha Kemal erllärte, er werde die Waffen nicht eher ntederlcgen, als bis die letzten Griechen vom Boden der Türkei vertrieben seien.

Aus dem Reiche.

Der dritte Dand von BismarcksGedanken und Erinnerungen".

Berlin, 27. Sept. (Priv.-Tel.') Blätter- Meldungen aus Stuttgart zufolge gelangte der 3. Dand von Diemarcks Gedanken und 'Erin­nerungen zur Ausgabe. Die Rachfrage war so groß, daß die Auflage von 200 000 Exemplaren bereits verlauft ist. Im Rvvember wird ein hoch- bemessener Reudruck zur Ausgabe gelangen.

Streik in sächsischen Papierfabriken.

Berlin, 27. Sept. (Priv.-Tel.) Blätter- Meldungen aus Halle zufolge brach in den mei­sten Papierfabriken Sachsens ein Streik aus. Bon 16 Fabriken sind bisher 13 zum Stillstand gekommen. ES besteht die Gefahr großer Schwlec^leiten in der Papierbelieferung der Zeitungen.

Aus Hessen.

Zur hessischen Landtagswahl.

fd. D a r m st a d t, 27. Sept. Die Mehrheits­sozialisten Hessens haben folgende Kandi­daten zur Landtogswahl aufgestellt: Für den Wahlkreis Friedberg-Büdingen: Lux-Florstadt, Wittig-Butzbach. Rcchthien-Dilbel, Bund-Fried­berg Knaaf-Büdingcn, RoSlec-Rauheim, Groth- Echzell und Scheid-Hirzenhain. Für den Bezirk Offenbach-Dieburg: Ulrich-Darmstadt, Widmann- Offenbach, Frau Steinhäuser-Ofsenbach, Kaul-Of» fenbcrch, Lang-Urberach, Stulm,els-Groh-Umstadt, Anthes -Spreiidlmgen, Weber-Offenbach und MauS-Riedermodau.

Hkuptversammlung des Hessischen Landes- gewerbevereinS.

' rm. W o r m s, 27. Sept. Die Hauptversamm­lung des Hess. Landesgewerbeveretns unter Borjitz des Geh. RegierungZrates Roack erfreute sich eines sehr guten Besuches. Der Vor­sitzende teilte bei der Begrüßung mit, daß der Landesausschuh für die Verunglückten in O p P a u 2000 Mark bewilligt habe. Es wurde dann be­schlossen, die nächstjährige Tagung in Gießen abzuhalten. Rach eingehender Aussprache wurde der Jahresbeitrag auf 20 Mark festgesetzt. Das Gewerbeblatt" soll weiter ausgebaut werden. Es wurde weiter beschlossen, eine Kranken- und Sterbekassenversicherung mit der Frankfurter Krankenkas,e abzuschlie­ßen. ES wurde ein Vorschlag angenommen, daß das Handwerk in Heilen bet den näch­sten Land tags Wahlen zusammengehe, da jetzt in der Kammer nur ein Handwerker ser. Es soll'in eine Besprechung über diese Frage in Frankfurt eingetreten werden.

Der Reichspräsident aus der Deutschen Automobil- Ausstellung.

Berlin. 27. Sept. (WTB.) Der Reichs­präsident besuchte heute vormittag in Be­gleitung des Reichsschatzministers Dauer^ des Reichswirtschaftsministers Schmidt, des Reichs­justizministers Schiffer, des Reichsverkehrsmini- sters Gröner. des Reichspostministers Giesberts, des Reichsernährungsministers Hermes, des Reichsministers des Innern Gradnauer, des preu­ßischen Ministers des Innern Dominicus, deS preußischen Finanzministers Sämisch, des Staats­sekretärs Lewald, des Ministerialdirektors Meiß­ner und von Vertretern verschiedener Ressorts die Deutsche Automobil-Ausstellung am Kaiserdamm. Admiral Rommold und Geheim­rat v. Opel hatten die Führung des Besuchs über­nommen, bei welcher der Reichspräsident die be­sonderen Darbietungen der deutschen Automobil­industrie besichtigte und auch den Sieger des Grünewald-Automobilrennens beglückwünschte.

Bei dem an die Besichtigung anschließenden Frühstück hielt der Vertreter der deutschen Auw- mobilindustrie, Geheimrat v. Opel, eine An­sprache auf die der Reichspräsident mit folgenden Worten erwiderte: Hochverehrte Her­ren I Darf ich Ihnen für die freundlichen Worte der Begrüßung, die Sie mir und den mit mir hier anwesenden Herren der Reichsregierung gewidmet haben, meinen verbindlichsten Dank aussprechen? Haben Sie auch herzlichsten Dank für die sach­kundige Führung, mit der Sie uns durch diese große Ausstellungshalle geleitet und uns so einen guten Blick über die bewundernswerten Leistungen der deutschen Auwmobll-Industrie gegeben haben. Ich darf Sie, auch namens der anwesenden Reichs­minister, versichern, daß die Besichtigung der Aus­stellung auf uns einen tiefen Eindruck gemacht hat. Obgleich die Motor-Fahrzeugindustrie zu den jün­geren Zweigen der deutschen Industrie gehört, gibt die Ausstellung doch ein gewaltiges Bild von deutscher Schaffenskraft, von hochentwickeller Technik und großzügiger kaufmännischer 0r- ganisatwn. Wenn wir nach der über uns hereingebrochenen beispiellos schweren Kata­strophe mit Leistungen, wie sie diese Ausstellung darstellt, wieder vor die Welt treten können, so muß uns das mit berechtigtem Stolz und neuer Hoffnung erfüllen. Der Kampf um die Zukunft unseres Volkes wird sich auf wirtschaftlichem Ge­biet vollziehen müssen. Rur durch Steigerung der Leistungen unserer Industrie und durch intensive Förderung der deutschen Technik gesteigerte Ver­edlung unserer Qualitätsarbeit werden wir un­seren Platz in der Weltwirtschaft wieder erringen und schließlich auch behaupten können. Hier liegt die große Lebensaufgabe unseres Volles. Wird sie in allen Schichten unseres Volles richtig erfarmt, leisten alle, Arbeiter, Angestellte Techniker und Industrielle, jeder auf seinem Platz, das beste, und konzentrieren wir all unsere Kraft auf die große Ausgabe: Wirtschaftliche Wieder» erstarkung unseres Vaterlandes, dann brauchen wir nicht zu verzagen, dann werden wir es schaffen! Daß die Motorfahrzeug-Industrie auf dem besten Wege ist, dieser Aufgabe gerecht zu werden, das ist die Ueberzeugung, die wir von der Besichtigung hier mitnehmen. Dank und Anerkennung allen denen, die an dieser Ausstellung im großen wie im keinen mitgearbeitet haben. Die deutsche Auw- rnobil-Industrie und ihre Hilfs- und Zubehör­zweige beglückwünsche ich zu der wohlgelungenen Organisation der Ausstellung. Möge ein guter Erfolg baS Werk krönen.

«nC »

Das Unglück in Oppau.

Ludwigshafen, 27. Sept. (Wolff.) Die furchtbare Rot der Oppauer Bevölkerung machen sich, wie diePfälzische Presse" meldet, bereits gewissenlose Gauner und Gaunerinnen zunutze dadurch, daß sie in der Stadt Ludwigshafen uni), wenn ihnen nicht bald das Handwerk gelegt wird, wohl auch in den benachbarten Städten von Haus zu Haus gehen und sich als schwer heimgesuchte Bürger von Oppau ausgeben und so erhebliche Beträge einstecken. Ratürlich sind die Angaben Lug und Trug und die gegebenen Beträge sind für die wirklich Betroffenen verloren. Andere Schwindler verkaufen Ansichtspostkarten von der älnglücksstelle zu dem horrenden Preise von 2.50 bis 6 Mark mit der Angabe, daß der äleberschuh den von dem Unglück Betroffenen zugute komme, was natürlich in keinem Falle yi trifft

Ludwigshafen, 27. Sept (Wolff.) Die vierte Totenliste weist 14 Ramen auf, so daß die Zahl der jetzt festgestellten Toten 414 be­trägt. Die Zahl der noch nicht erkannten Leichen beträgt auch heute noch 75. Die Zahl der seitens der Angehörigen alsvermißt" gemeldeten Per­sonen ist um 70 auf 160 gestiegen.

Aus Stabt und Sano.

Gießen, den 28. Sept 1921.

Die neuen Gas- und Wasserprcisc.

In der letzten Stadwervrdnetensitzung find die Preise für Gas und Wasser vom 1. Oktober d. Z. wie folgt festgesetzt: für 1 Ku­bikmeter Leucht-, Heiz- und KochgaS 1.50 Mark, für 1 Kubikmeter AutomatengaS 1.50 Mark, für 1 Kubikmeter Gas für Motor- und Industriezwecke 1.46 Mk., für 1 Kubikmeter Wasser 0.75 Mk. Die Miete für die Gas­messer und die Rabatte für Grohwasserver- braucher bleiben unverändert bestehen.

Neue Kohlenhöchstpreise im Landkreis.

Rach Anhören der Preisprüfungs stelle für die Provinz Oberhessen wurden für die Landkreise des Kreises vom Kreisamt folgende Höchstpreise fest­gesetzt:

Fettkohlen: Stück 24 Mk.. Ruß 24.20 Mk., melierte 21 Mk., Eßnuß 2620 Mk., Anthrazit 29.50 Mark, Steinkohlen 26.50 Mk., Braunkohlen (rhein.) 13.50 Mk., Koks: grob 28.50 Mk.. fein 31.50 Mk. per Zentner.

Vorstehende Preise treten ab 1. September in Kraft und verstehen sich in Fuhren ab Eisenbahn­wagen bis vor das Haus des Käufers ober frei Lagerplatz des Kohlenhändlers einschließlich Um­satzsteuer. Die Preise für Brennstoffe, die strecken­weise mit dem Schiff und der Dahn geleitet wer­den, erhöhen sich um die Mehrfrachten, die auf Grund von Frachtbriefen usw. von Fall zu Fall vom Kreisamt festgestellt werden. Da in den vor­stehenden Sähen die Fracht bis Gießen zugrunde gelegt ist, tritt auch bei weiter entlegenen Statio­nen eine Erhöhung entsprechend der Mehrfracht ein.

Wettervoraussage

für Donnerstag:

Rachts klar, Frühnebel, wolkig, vorwiegend trocken, tags etwas kühler, wechselnde Winde, Rachtfrostgefahr.

Unter dem Einfluß der von der nördlichen Atlantik ostwärts ziehenden Depression hat sich das mitteleuropäische Hochdruckgebiet südostwärts verlagert. Für morgen ist mit wolkigem, noch meist trockenem Wetter zu rechnen. Immer noch auftretende nördliche Luftströmungen werden in der Rächt eine starke Abkühlung zur Folge haben.

Heute Rächt war in Gießen der erste Rachtfroft bei einer Temperatur von 0,9 Grad unter Rull eingetreten. In Lauterbach sank das Ther­mometer auf 4 Grad unter Rull. Darmstadt hatte dagegen 5 Grad über Rull zu verzeichnen.

L.A. VonberLanbeS-Llniversi- tat Gießen. Der Ordinarius an der Uni- versität Kiel Dr. Fritz Klute hat den an ihn ergangenen Ruf als Rachfolger beä verstorbenen Geh. Hofrats Professor Dr. Sie­vers zum Wintersemester angenommen.

* Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Post erfolgt in der Woche vorn 26. September bis 2. Oktober unver­ändert wie in der Vorwoche zum Preise von 450 Mark für ein Zwanzigmarkstück, 225 Mark für ein Zehnmarkstück. Für ein Kilogramm Feingold zahlt die Reichsbank 63 000 Mark und für die auslän­dischen Goldmünzen entsprechende Preise.

** Förderung des Obstbaues. Für Deutschland ist es gegenwärtig nicht mehr möglich, wie früher, Obst in größeren Mengen aus dem Ausland zu beziehen. Es wird daher unbedingt notwendig sein, daß Deutschland durch erhöhte eigene Obsterzeugung sich mehr und mehr vom Ausland unabhängig macht. Das Kreis- aml empfiehlt daher in einer Dekanntmachuna den Gemeinden, an allen geeigneten- Feld- und Gemeindewegen Obflbäume, und zwar Edelobst, zu pflanzen.

* Vom Deutschen Deamtenbund wird uns mitgeteilt, dziß am Samstag bei einer Zusammenkunft der Vertrauensleute der Orts­kartelle des Kreises Gießen das Kreis kartell Gießen des Deutschen Deamtenbun- d e s gegründet wurde. Lehrer Westphal- Wieseck wurde zum Kreisobmann gewählt. Die noch rückständigen Orte des Kreises sollen sich mit den Gründungen von Ortskartellen beeilen und sobald dies geschehen, bann dem Kreisob- mann davon Mitteilung machen. Der Kreis» obmann wird nach der nächsten Deamtenbundes- vorslandssitzung eine Versammlung der Mitglie­der des Kreiskartells einberufen, um über die Beschlüsse des Deamtenbundesvorstandes zu re­ferieren und Tagesfragen zu besprechen.

** Reichsbund für Kriegsbeschä­digte und Hinterbliebene. 3n seiner letzten Mitgliederversammlung wurde, wie uns geschrieben wird, auf Antrag des Vor­standes zu dem großen Unglück in Oppau Stel­lung genommen und einstimmig beschlossen, den Hinterbliebenen und Rotleidenden aus dem Heber» schuh des Volksfestes den Be.raz von 500 M k. zu überweisen. Der Reichsbunb für Kriegsbeschä­

digte und Hinterbliebene will damit fernen Kame­raden und Kameradinnen zur Linderung ihrer Rot helfen. Sämtliche Mitglieder erhoben sich zum Zeichen der Trauer von ihren Plätzen.

^oriion^en-

J Tageskalender für Mittwoch: Hotel Schütz, 4 ülhr, Hauptversammlung des Ver­eins für Gastwirte. Safe Astoria, 8 ülhr, Wohl- lätigkeitskonzert zugunsten der in Oppau Ver­unglücktem Oswaldsgarten. Schaumesse. Astoria-Lichtspiele, heuteSchloß Vogelöb", ab morgenKaro Dem Tode entrissen" und ,Cde u. So.

Landkreis Gießen.

0 Hausen, 27. Sept Wie an vielen an­deren Orten, |o soll auch hier zu Ehren der im Weltkrieg gefallenen Krieger ein Gedenkstein errichtet werden. Die Vorarbeiten stnd fowrit gefördert, daß am nächsten Sonntag die (Su- wrihung des Denkmals erfolgen soll. 22 Söhne unserer Gemeinde hat der Krieg gefordert.

y. Lollar, 29. Sept. Ein interessantes Dei- spiel von Selbsthilfe bietet ein von einem btefgen Arbeiter und Familienvater selbst erbautes Häuschen am nördlichen Ausgange unseres Dor­fes. Plan, Maurerarbeit, alles, mit Ausnahme der Fenster und ver Schreinerarbeit, hat er in freien Stunden wahrend eines Jahres fertig­gestellt. Das Heine, wohl leicht gebaute, aber völlig ausreichende Haus, steht auf seinem Grund­stück. das eineWüstung' war und nun ein Garten ist. Er hat es während der letzten Jahre um- gerodet und zu hohem Wert gebracht.

h. Staufenberg, 29. Sept. Rach dem Tode des bisherigen Durgwirtes wurde von der Ka- binettsdirektion des ehemaligen Grvßherzogs dem Wirt und Metzger Dierau, bisher in Wißmar, gegen entsprechende Pachtvergütung die Burg- wirtschaft übertragen. Der neue Inhaber er­öffnete feine Wirtschaft am vergangenen Sonntag unter Anwesenheit von sehr zahlreichen Gästen aus der Umgegenb. Arn gleichen Tage weihte der hiesige Gesangverein in entsprechend feierlicher Veranstaltung eine Gedächtnistafel für die gefallenen Sangesbrüder im Vereinslokal ein.

X DerSrod, 24. Sept, ilnfere Dorf- kirche wird zur Zeit einer inneren und äußeren Wiederherstellung unterzogen. Die be­trächtlichen Mittel, die dazu notwendig finb, hat der Gemeinderat zur Verfügung gestellt. Bei dem teilweisen Abbruch der schadhaften Hinteren Kirchenwand fand man, daß diese Wand aus zwei verschiedenen Mauern besteht, big durch einen Raum von etwa 40 Zentimeter voneinander ge­trennt sind. Der Zwischenraum macht den Ein­druck eines Geheimfaches, das in Kriegszeiten zur Aufbewahrung von Wertgegenständen usw. ge­dient hat.

Kreis Büdingen.

r. Fauerbach, 28. Sept. Am Sonntag fand die Einweihung des Denkmal- für die im Kriege gefallenen G e - meinbegtieber statt. Die Feier wurde ein- geleitet durch einen Gottesdienst, in dem besonders der vermißten Krieger Theodor Kaiser und Hein­rich Westerweller gedacht wurde. Dann begab man sich nach dem nahegelegenen Friedhof, dlif dem das Denkmal steht. Der Ortsgeistliche,Pfarrer S t r a ch - Wallernhausen, hielt die Weiherede Durch je einen Vertreter des KriegervereinS. des Gesang- und Turnvereins wurden Kränze am Denkmal niedergelegt. LiedervortrSge des Ge sangvereins sowie gemeinschaftlich gesungene Lie­der verschönten die eindrucksvolle «Seiet, zu der auch von auswärts eine große Anzahl von Gästen erschienen war. Das Denkmal trägt die Ramen von zwanzig Söhnen unseres DvrfeS.

r. Ober la iS, 27. Sept. Das Fest der silbernen Hochzeit feierten die Eheleute Karl Rach III. und Louise Rach geb. Edelmann.

da. Bübingen, 27. Sept. Am Sonntag abend brannten in Wolferborn zwei große gefüllte Scheunen mit Stallungen nieder. Rur dem raschen Eingreifen der Feuerwehr au# Wolferborn und den umlieaenden Orten ist es zu verdanken, baß größeres Ll.ih il verhütet wurde

Kreis Alsfeld.

M. Flensungen. 26. Sept. Gestern fand unter zahlreicher Beteiligung von nah und fern die Einweihung des Denkmals für die 19 Gefallenen und Vermißten aus hiesiger Ge­meinde statt. Die Festrede hielt Lehrer D a ch, der auch die Einweihung vornahm. Kinderchor und Vollsbilbungsverein wirkten bei ber Feier mit. Ansprachen hielten noch Herr Schumann und Bürgermeister Bräun in g. In der Rachver­sammlung wurde durch Schüler und Schülerinnen bet Oberklasse ein Festspiel mit Gesang in drei Teilen ausgeführt. Rach der Ausführung sprach Lehrer Schmoll- Elpenrod.

Kreis Lauterbach.

xDom oberenVogelsberg. 24. Sept. Die Kar tos feier nie bat h.er ih en Anfang genommen. Es scheint im allgemeinen eine mittel­mäßige Ernte zu geben. Vielfach wird über Mäuse- und Engerlingschaden geklagt.

Die Rothersteins.

Rvman von Erich Ebenstein. Copyright 1919 by ©reiner & Comp., Berlin W 30.

(Rachdruck verboten.) .

(Schluß.)

So sehr, daß dagegen alle# Mißgeschick, da# vns traf, zu einem Richt# zusammenschrumpft," erwiderte Rüdiger mit innigem Ausdruck.Ader nun fühle ich wieder Riesenstärke in mir und eine frohe Lust, das Schicksal zu zwingen, das mich niederztoingen wollte. Ja ich werde fürs erste eine Anleihe auf dein Anthrazitwerl auf­nehmen. Aber in kurzer Zeit hoffe ich, sie zurüct- erftatten zu können. Dann soll kein Hcller deines Stgcntum# mehr in meine Hände kommen."

So flöt» bist du und liebst mich doch?"

Eben darum! Ich toll arbeiten für dich, und alles, was du wünschest, sollst du mir allein verdanken. Begreifst du dies nicht?"

Do schüttelte ernst den Kops.

Olein 1 Wenn ich auch arm wäre wie eine Kirchenmaus ich würde doch alles gerne von dir nehmen weil ich dich liebe!"

Das wäre auch nur natürlich. Aber Männer lieben ander#!" Er schloß' sie lnchmd in seine Arme.Laß mir meinen Mannesstoiz. Ich will ja doch sonst genug v?n dir: deine Liebe und deine Hilfe in ber Wirtschaft! Ist das nicht genug f ilnb nun komm, mein süßes Mädchen wir wollen Papa mit der Freude.rbotscha.t unserer Verlobung überrafrf en. Der arme alte Mann bat in Nelen Tag n genug durch gemacht und toirb ur.Li diesem Sonnenstrahl aüj.b'.n!*--

Rüdiger hatte recht gehabt. Do, deren Hoch­zeit mit Rüdiger schon in vier Wochen ftatt- finben sollte, umsorgte ben alten Herrn wie eine Tochter und hatte bereits jetzt die Zügel des Haushaltes ergriffen. Denn G.äfin Carola hatte auf die Rach richt von Rüdigers Verlobung kühl gratuliert und geschrieben, daß sie vorläufig nicht nach Grafenegg zurückkehren werde. Ihr Katarrh erfordere einen längeren Aufenthalt im Süden, wo sie eine Villa auf Lussin für drei Jahre ge­mietet hätten, sie hoffe, Rüdiger werde Rainers Apanage erhöhen usw.

Dieses Opfer brachte Rüdiger gern. Beson­ders, da Do ihm erllärte:

Ich hoffe die Mehrausgabe in bet Wirtschaft hereinzubringen."

An dem Aufbau der neuen Fabrik wurde bereits fleißig gearbeitet. Rüdiger hatte dabei so viele seiner einstigen Arbeiter beschäftigt, als sich irgend tun ließ. Außerdem hatte er die Klage wegen Holzfrevel und 'Wi'.dsch.iden gegen Frau Scheibinger zurückgezogen und ihr eine kleine Pension ausgesetzt, die sie vor bitterster Rot schützte.

Dies gewann ihm die Herzen ber Leute um­somehr, als Scheibinger die Brandlegung ein­gestanden hatte. Seine Verlobung mit Do tat das übrige. Sie wurde mit Enthusiasmus aus­genommen. Man war jetzt völlig überzeugt, daß Rüdiger sich nie mehr zu Härten hinrri'en lassen würde an der Seite diesesguten Engels", ilnb da man nebenbei auch stillschweigend zur Einsicht gekommen war, daß man ben Rothersteins doch ein wenig Llnrectt getan hab?, beschloß man, es durch alürl- i Au m r s mkeiten a la Ich Rü­digers Vermählung wieder gut zu machm. Man

plante einen Fackelzug zum Schloß mit Ständ­chen und Ansprache.

Anneliese wollte nicht mehr zu längerem Auf­enthalt nach Grafenegg zurück. Sie schrieb, fte wollte auf Obdensloh bei Tante Isabella bleiben, mit dieser 'Ende Mai für ein paar Tage zu den Ihren kommen, worauf sie alle nach Wien reisen würden, da sie ihre Hochzeit in dein dortigen Stadtpalais der Rothersteins fd:m möch c.

Aus (Srafenegg war man auch damit einver­standen. Der Fürst war wohl genug, diese Reise wagen zu können und freute sich im stillen schon darauf, Do die Restdenz zu zeigen, in ber er einst als Dragonerleutnant fröhliche Jahre ver­bracht hatte.

An Waldemar hatte Rüdiger einen langen Brief geschrieben, in dem er ihm sein Herz aus­schüttete, um die alte Freundschaft bat und ihn zur Hochzeit einlub.

Die Antwort kam umgehend und machte Wal­demars Herren alle Ehre. Er gratulierte warm und herzlich, gestand aber bann ehrlich, daß er die Einladung zur Hochzeit nicht annehmen könne. Er wollte erst einenkleinen Rutscher' um die Welt machen und hoffe dann nach zwei bl5 drei Jahren soweit zu fein, daß er freien Herzens wiederWolkenrieter ßuft" atmen könne.

Gleichzeitig mit diesem Brief Waldemars kam ein Schreiben Magelones aus Wien, das alle mit Staunen, aber auch Erleichterung erfüllte. Sie teilte darin ihre Verlobung mit Eugen Ruhlanb mit! Es sei einealte Liebe", wie sie schrieb. Eugen, der es ja gottlob nicht nötig habe, denSchmied" to.iter zu spielen. woll:e die Buchauer Werke in eine Aktiengesellschaft um- wandeln und mit ihr als Privatmann wc-eri-ven.

Als ständiger Wohnsitz sei Wien bestimmt, doch würbe man vorerst für ein halbes Jahr nach Paris gelten. Wilhelminenruhe bllehe Frau Ruh­land als Witwensitz.

Ra, viel Glück bazu!" lachte der Fürst, al6 er ben Brief vorgelesen hatte.Eugen Ruhland hat mir ben Prozeß abgetoonnen, aber ich denke, in dieser Heiratsangelegenheit wird er dex Ver­lierende fein! Mögen sie nur alle in die Welt hinausfliegen! Wir vier bleiben In Orafenegg und werden es hoffentlich nie bedauern!"

Sein Blick flog warm über das Brautpaar unb Hertha hin, bic ihm mit freundlichem Lä­cheln zunickte. Sie hatte es Do längst vergeben, daß biefe Waldemar abwies, unb lebte gleich ihrem Vater unter den veränderten frieblichen Verhältnissen sichtlich auf.

Rüdigers Hand suchte unter dem Tisch Die Dos und umschloß sie mit warmem Druck.

Mein Lieb," flüsterte er weich,bist du glücklich? Ober möchtest du nicht wenigstens zur Hrchzeitsreise einmal in die Well hinaus flat­tern, von ber du noch so wenig kennst?"

Do schüttelte ben Lvckenkopf.

Rein. Ich mag sie gar nicht weiter kennen lernen! Sie ist nur schön in unseren Träumen, so viel habe ich schon gemerkt. Wir gehen nach der Hochzeit, wie geplant, ein paar Wochen nach Mon- repos. Das wird der Himmel auf Erden sein: Im übrigen denkst du hoffentlich lo wie ich: Für uns Rothersteins bedeutet die eigene Scholle die Welt! Der wollen wir leben und sie allein sva unser Glück tragen I"

Si antwortete nur durch einen leuchtendes Blick unb einen stummen, langen Kuß, den die geliebte kleine Hand brückte

W Im i»6 Ä

0118 hat bi^Lt * Veine *

8Ut N-iesen- " A Laad

-:,r unter

Shre-talel hi?" her

Äs*

rjgznfa * 3 ßnSrom Em Sie

§füiftc wäret

MltKiH w.

Aach dm D kiegervnenv tafeln der Ge folgten Kratt ben Sedemwr h. iHrid

Ortsgruppe i deutschen Dinierarbeit r nogsabend. Re Hamsiadt, der trag das Thei Scheidevef

Startti bta-TBo der vppa lassen sich seh als anfänglii in der Stadt Einzelne $ü: Nack zu ver­dat Einzelschi und in den sämtliche 2lnc men Vörden. tperbetrdbenk. mit ber Hand

Staat für bte

Hvche Trockenheit k Dasferml Ärunnen ha slühuvi 3al lich gutes 2

6tl|ör

Gas-1 btt

Preise für ® wie folgt sch für 1 cbm - 1 , 1 .

v 1 . DieM

Drohwasstn Dietzen Stäbti

Wh 3us be

Jorftwartei oartd II, n Jttftaartej werde

U8,z

SU

Mtb

Donner "Uhr^ Kuie, schin verkauf. '

Der Uer obere

! 2lt Del ^Oktobtt U 2( - Dietzen, ^Obttbü