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Erster Blatt

M- Jahrgang

Dienstag, 28. Juni (921

unerhörten Anforderungen und Belastungen

durch die Entente, so wird niemand

auftcr

halb

unserer Grenzen uns helfen.

meldet, vollzieht sich

eutlchen Selbstschutzes

Umschwung des italienischen Kurses haben wir, nur nochSimonen schwerlich zu erwarten. Alles hängt vielmehr Falligkettslermute am 3. A g > Z ton der Kraft ab, mit der das deutsche VolkI

die der

Würze in laufen, eines W&- ler Plomben-

Wie nun auch die Kabinettsfrage in Ita­lien gelöst werden mag einen günstigen

Paris, 27. Juni. (HavaS.) Der ^Temps" meldet, daß eine bevorstehende Zahlung von 44 Millionen Goldmark von Berlin angekündigt wurde. Diese Summe soll heute oder morgen bei der Reparationskvmmission eingezahlt werden. Da für Rechnung der 830 Millionen deutscher Reichswechsel bereits 50 Millionen Gvldmark befahlt worden sind, sind jetzt mit diesen 44 Millionen Goldmark nur noch 756 Millionen Gold mark bis zum

Äer J cw JW fam der Zeiwurb Briten Rates noch in-k

und seine Regierung selbst ihre Rechte in der! DasLtudium" der Abrüftungsfrage. Welt Mrtreten. ©eben wir uns zufrieden, er-1 ®,nf gunL (WTB.) Am 16. Juli findet in Paris die erste Tagung der ge­mischten Kommission zum Studium der Ab - rüstungsfrage statt, die auf Grund eines Beschlusses der letzten DölkerbundSversamm- lung geschaffen wurde.

anzeigepflichtig, der Kenntnis von verbor­genen Geräten bat.

Deutschland ohne Luftschiffe.

Berlin, 27. Juni. (Wolfs., W e die Xlätta aui Stuttgart melden, wird morgen das 3 e p p c l i n - Lu ft s ch i s s ,.Bodenfeee An Ita­lien abflcllefcrt werden Mit feiner Ucberfübrung nach dem Luftschiff baten Campioac bet Aon wird Deutschland kein Zeppelin-Luftschifs mcpr de­ssen.

..Dossische Zeitung' Rückzug deS d

Die Spaltungen in Sowjetrussland.

London, 27. Juni. (WTB.) DerMor- ntng Post- zufolge wurde in Rußland ein großes Komplott gegen die Sowjet- regt erung entdeckt, das bezwecken sollte, eine neue Koalitionsregierung zwischen Lenin und den gemäßigten Kommunisten auf der einen Seite und der bürgerlichen sozialistisch- antibolschewistischcn Grupppe auf der anderen Seite zustande zu bringen. Zahlreiche Der- hafwngen wurden vorgenommen.

DieMorning Post- meldet aus Reval, die Sitzung des dritten Kongresses der kom­munistischen Internationale habe bewiesen, daß die Spaltung in der russischen kom­munistischen Partei endgültig sei. Es sei zu heftigen Zusammenstößen zwischen den Anhängern Lenins und den Extremisten ge­kommen. Obgleich Lenin die kräftigste Unter­stützung durch die Delegierten der deutschen Kommunisten erhalten habe, hätten die Extre­misten, da ihr Kandidat B u ch a r i n an Stelle des zurückgetretenen Sinowjew zum Präsi­denten der Internationale ernannt wurde, ge­siegt.

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setzcntwurf betr. die Wochenbeihllfe und Wochcnfürsorge. Zugestimmt wurde einem Gesetzentwurf zur Aeberwachunq deS Ver­kehrs mit P o st p a k e t e n, der der Sinschmug- gelunq von Luxuswaren aus dem besetzten ins unbesetzte Gebiet begegnen soll, ferner einem Gesetzentwurf, der die Verfassung und das Verfahren der Behörden zur Festsetzung von Entschädigungen und Vergütungen für Schä­den anläßlich deS Krieges und deS Friedens­schlusses einheitlich regelt. Die erste Rechts­instanz soll künftig ein neu zu schaffendes Reichsentschädigungsamt fürKrieaS- schäden bilden, die zweite Instanz das ReichS- wirtschaftSgericht. Das ReichSentfchädtgungS- amt ist gleichzeitig Verwaltungsbehörde und Spruchbehörde. ES wird in den einzelnen Tellen des Reiches Zweigstellen errichten. Die Spruchkammern werden über das ganze Reichs­gebiet verstreut. Angenommen wurden ferner Aenderungen des Handelsgesetzbuches und der Gewerbeordnung. Schließlich stimmte der Reichsrat noch einem Gesetzentwurf zu, der abermals die Herausgabe noch versteckt ge­haltenen Gerätes der Militärluftschiffahn be­schleunigen toill. Er schließt sich an die früheren Gesetze dieser An an und verschärft die Stra­fen, wenn auch eine weitgehende Amnestie

Rechte in der! zufrieden, er­lahmt unsere Widerstandskraft gegenüber den«

Rücktritt des Kabinetts Giolitti.

3n Konsequenz einer Abstimmung in der Hellenischen Kammer, wobei die Regierung mit 234 geaen 220 Stimmen nur eine kleine Mehrheit erlangte, die sie dem Amstand dankt, daß die Kammer aus innerpvlitischen Grün­den über die ihrer Ansicht nach unzulängliche Außenpolitik hinwegzugehen wünscht, hat der Ministerpräsident Giolitti für sein Kabinett das Rücktrittsoesuch eingereicht. Außer den Sozialisten hatte die ganze Rechte gegen die Regierung gestimmt. Wir erhalten folgende Meldungen:

Rom. 27. Juni. (WTB.) In der Kärn­tner erklärte Giolitti, als er auf die Aus­führungen der vorhergehenden Redner erwi­derte, nach dem Proportionalshstem müßten die Ministerien aus Männern meh­rerer Parteien zusammengesetzt sein. Zweimal habe er in der Vergangenheit die Sozia­listen aufgekordert, an der Regierung teil- funehmen. Wenn zukünftig ein Abkommen mit den Sozialisten zustande komme, so würde es auf einer festumschriebenen Grundlage sein. Was die äußere Politik betreffe, so sck ließe er sich den Erklärungen SforzaS an. Er glaube, man müsse die in den anaeglie- denen Provinzen in Kraft befindliche Auto­nomie beibehalten. Die Regierung werde die nationale Produktion fördern, indem sie ihr neue Absatzmärkte im Auslande suche. Giolitti hob die Rotwendiakeit hervor, Er­sparnisse zu machen und erklärte, daß ein Streik im öffentlichen Dienste ein Verbrechen sei. das unter das Strafgesetz falle. Er sprach schließlich die Hoffnung aus. daß der Kampf zwischen den Parteien dank der friedenstiften­den Eintracht aller ein Ende nehmen werde. (Beifall.)

Rom. 28. Juni. (WTB.) In der Rach- «ittagssttzung der Kammer teilte Giolitti mit, daß er infolge der gestrigen Abstimmung und der Heinen dabei erzielten Mehrheit, deren politischer Wert durch die während der De­batte gemachten Vorbehalte noch verminden wurde, der Ansicht sei. daß diese Abstimmung die der Regierung zur Lösung der aeaenwäni- gen ernsten Fraaen notwendige Stärke nicht gebe. Das Ministerium habe deshalb dem König Vxn RücktrittSgesuch einaereicht. der sich de Entscheidung Vorbehalten habe. Die Regierung werde zur Erledigung der laufenden Geschäfte auf dem Posten bleiben.

Rom. 27. Juni. (HavaS.) Infolge des Ergebnisse^ der gestrigen Kammerabstimmung hat das Ministerium beschlossen, seine De­mission zu geben. Der Rücktritt des Mini­steriums wird heute noch in Kammer und Senat bckanntgegeben werden. Weiter wird gemeldet, daß Giolitti den Auftrag, das neue Kabinett zu bilden, abgelehn t hat. Er wird dem Könige den derzeitigen Vinan,zminister B o n o m i als die geeignete Persönlichkeit für die Bildung des Kabinetts bezeichnen.

Die Oppositton gegen die Politik des Grafen Sforza^ mit dem Giolitti sich solida­risch erklärte, hat natürlich zum Hintergründe nicht etwa eine Deutschfreundlichkelt, die wir bei Sforza vermissen mußten, sondern natio­nal-egoistische Gründe. Die Rechte der italie­nischen Kammer ist besonders mit der Adria­politik der Regierung nicht einverstanden und wünscht In dieser Beziehung ein kräftigeres Auftreten Italiens. Ans Deutsche interessiert In der Hauptsache die Haltung deS ttalienj- fchen Kabinetts in allen den Fragen, die für unser Land zu Lebensfragen geworden sind. Da können wir nur feststellen, daß Graf Sforza eine ziemlich schwankende und wenig charak­tervolle Kompromißpolitik getrieben hat. An dem Eingreifen der italienischen DesatzungS- ttuppen in Oberschlesien gegen die polnischen Aufständischen hat der Minister, obwohl er dieses Auftreten in seiner Kammerrede pries, tm Grunde keinen eigenen Anteil. Seine Haltung gründete sich nicht auf die reine, un» verwaschene Rechtslage, sondern auf Zweck» Mäßigkeitsabsichten. Er pendelte zwischen Eng­land und Frankreich hin und her, um zwischen den beiden Großmächten jenenstarken" Ein­fluß zu gewinnen, auf den der Minister in seiner letzten Rede sich etwas zugute tat. In Wahrheit fehlte der italienischen Polittk Festigkeit und Folgerichtigkeit. Die englische Opposition gegen den übermächtig sich gebär­denden französischen Rationalismus machte Graf Sforza nur zum Teil mit. Auf halbem Wege schwenkte er zuletzt aber immer wieder in die französische Front ein. Lein Teilungsvorschlag sür O er chle ien ist für Deutschland gänzlich unannehmbar.

Abg. Dr. Breitscheid (U.S P): Der Antrag läuft auf eine Deriallungsunderung hm- Iaud Die Verordnung des Reichspräsidenten ist oerfassungswidrig. An sich ist für uns die Frage der Farben von geringer Bedeutung. Die Ar- festgesetzt wird, und macht auch Denjenigen beiterfc&aft bat keinen Anlaß, »Uy nach der Fahne.

in Oberschlesien ohne Störung. Vereinzelten Ver­suchen jüngerer Ofihierc, sich dem Rückzugsbefehl des Generals Höfer entgegenzusetzen, wurden sofort von öfteren Offizieren mit Erfolg entgegen­getreten. Es ist anzunehmen, daß zur vorge­schriebenen Zeit die erste Linie bei RäumungS- planeS von allen deutschen Kräften erreicht sein wird.

Ratlbor. 25. Juni. (Wolsf.) Im süd­östlichen Bezirke sind die Insurgenten abgerückt. Leit gestern nachmittag wird der Abbau der Insurgentenfront und A ffebvng der einzelnen OrtSguarliere burefrg f'brt Der Dahn- verkehr von hier nach Kandrzin wird bis Birawa durchgefübrt. Die Verbindung nach Kattowitz wird durch einen öfters am Tage bis Markowitz verkehrenden Lokalzug au freckfterhall'n. Ad Mar° kowih seht der fahrplanmäßige Personenverkehr nach dem Industriegebiet ein.

Ovpeln, 27. Juni. (WTB) Die Han­delskammer in Oppeln richtete an die Interalliierte Kommission eine Ein­gabe, in der es heißt: Auf untere Eingabe vom 10 Juni wurde bisher ein Bescheid nicht zuteil. Wir wenden unS daher im Interesse von Handel und Industrie unseres Bezirkes erneut an die Interalliierte Kommission, um nochmals auf die Bedeutung der Frage hinzuwttsen. die der Durch- süh'-ung einer beschleunigten Auszahlung der Ent- schädiaunasgelder an sämtliche Insassen unseres DettriS. die durch den frivolen Ausstand Korfan- tys Schaden erlitten, zukommt. Die vergangenen Wochen des Aufstandes zeigten in völliger Klar­heit. daß es ausgeschlollen ist. Oberschlesiens Wirt­schaftsleben nach einer Trennung Oberschlesiens von Deutschland aufrecht zu erhalten. Der völlige Zusammenbruch strht bevor, wenn c5 nicht gelingt, in kurzem den Absatz und den Verkehr .wischen Oberschlesien und dem unbesetzten Deutschland wie­der herzustellen. Dies erkannte Korfanty sehr wohl, und daher rührt auch seine Bereitwilllg- feit zum Rückzüge her. und sein Bestreben, da­durch. wenn möglich, wenigstens die letzte völlige Katastrophe deS Zusammenbruchs zu verhindern. Schon jetzt geb« uns von allen Seiten wieder Klagen zu, daßUmch in den Orten, die die In­surgenten angeblich geräumt haben, sofort nach dem Abzug der Kontrollkommission die früheren Banden die Waffen auS den Bestecken wieder herausholen und mit Mord und Plünderung von neuem ihr Unwesen treiben. Wir wenden uns daher an die Interalliierte Kommission alS die gegenwärtig zustärd'"e Retterurglltstanz für Obettchlesien und erbitten und verlangen noch­mals nachdrücklich Schuh für Industrie und Han­del unseres Bezirkes. Wir weisen insbesondere daraus hin. bei der Bildung der neuen Schuh- Polizei darauf bedacht zu sein, ein Instrument zu schaffen, das in der Hand der Kommission auch tatsächlich geeignet ist. die Ordnung und Ruhe in unserem Revier aufrechttuerhalten. Hab und Gut der Bevölkerung zu schuhen und den Terror und die Gewalttätigkeitsakte der Polni­schen Banden zu verhindern.

P a r i s. 27. Juni. HavaS bezeichnet den G e- heimbcfebl Le Ronds an die französische Mission in Berlin in allen Teilen für erfunden.

Die bewaffnete« Polen.

G l e i w i y. 28. Juni. (WTB ) Bei Haus­suchungen. die gestern von französischen Soldaten im Vororte Petershof vorgenvmmen wurden, fand man im Hause eines volnischen SchusterS 14 Gewehre, einen Karabiner und eine große Menge Munition Es kam zu einer Schießerei zwischen den Franzosen und den Insurgenten, wo­bei ein Franzose und ein Landjäger leicht ver- leht wurden.------

Amerikas Friede mit Deutschland und Oesterreich.

Washington. 28. Ium. (WTB > Sin r Reutermeldung zufolge er'lären die repvb i ari­schen Führer, es |et ein Ab'ornmen über die mit- einanbet korrespondierenden Entschließun­gen Knocks und Porter über die Been­digung des Kriegszustandes mtt Deutschland und Oe it erreich e ztllt wor­den. Sie sagen voraus, daß di.'ses Abkommen namens des Senats u-b desPevräle-ttantenhgules aus der morgen stattfirdenden Konferenz von Ver­tretern der beiden Häuser formell angenommen werde. .

Die deutschen Zahlungen.

Aus dem Reiche.

Die Interpellationen im RetchStagSauSschuß.

Berlin, 28. Juni. Wie dieDeutsche All­gemeine Zeitung" mitteilt, werden im Ausschuß des Reichstag- für auswärtige Angelegenheiten, der heute vormittag zusammentritt, die Interpel­lationen über Ober schl esien und die San k- t i o n c n von der Regierung beantwortet werden.

Der Abbau deS Ausnahmezustandes.

2erlin. 27. Juni. (WTB.) Im Haupt- a u S s ch u ß deS Reichstages erllärte der Reichs­minister deS Innern Dr. Dradnauer, daß das Reichswehrministerium die Bedrohung der ostpreußischen Grenze auch für möglich halte. Der Kanzler habe sich dafür eingeseht. daß bal­digst der Abbau des Ausnahmezustandes erreicht werden möge. Die Regierung fei durch­aus gewillt, daran festzuhalten, aber es lasse sich nicht verkennen, daß der Weg schwierig sei. In der Provinz Sachsen stehe der Ober­präsident zum Beispiel auf dem Standpunkt, daß in gewissen Provinzteilen die völlige Be­seitigung des Ausnahmezustandes noch nicht empfehlenswert sei. Die Regierung habe immer daraus gehalten, in dieser Frage mit den Landesregierungen einig zu gehen. Man müsse mit ihnen zu einer Verständigung gelangen. Es sei richtig, daß gewisse Meinungsverschieden­heiten noch beständen. In Bayern sei die Be­lastungsprobe sehr schwer gewesen. Aber auch hier werde man, sobald die Entwasfnungs- und Auflösungsfrage geregelt sei. zu der normalen Lage zurückkommen können. Hinsichtlich der Or- g e s ch sei es auf Grund deS Ultimatums selbstver­ständliche Pflicht der Landesregierunaen. die nö­tigen Schritte zu tun. um zur Durchführung der Belli^m-naen ?u odan^cn D'e etrafb-ftimmun- gen beruhten auf dem Gel eh vom 2 3. Drr Mint- ftcr betonte nochmals, daß von der Reichsregie­rung in Württemberg überhaupt nichts veranlaßt worden fei und der Ausnahmezustand dort nicht mehr bestände.

Eine Sitzung de- ReichsrateS.

Berlin, 28. Juni. (WTB.) Der R e i ch S r a t hielt gestern abend eine öffent­liche Sitzung ab. Angenommen wurde u. a. ein Gesetzentwurf über die anderweite Fest­setzung der Leistungen und Beträge in der Invalidenversicherung und ein Ge-

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Aus Oberschlesien.

Berlin, 27. Huni. (Priv-Tel.) Wie

Nr. 148

Der Lietzener Anzeiger mit ber'Dienstagsbeilag« .Zport'Nmschau- er- idjeini täglich, außer Sonn- und Feiertags. Monatliche verno'pre'se: Marz 5.- einschließlich Trägerlohn. durch die Post bezogen Martz 5.75 einichließlich Bestellgeld. Ferniprech-Anjchlüste: für bie^nf Heilung 112; für Druckerei, Verlag unb (ße|d)dft6ftelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Ließen.

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Deutscher Neichstay.

125. Sitzung, nachmittags 3 Ubc Berlin. 27. 3um 1921.

Präsident C ö b c eröffnet die Sitzung bet »ehr schwach besuchtem Hause.

Der ReichSrnimster deS Innern ersucht um Denehm'g'ing zur Straiversvlgung bei 2Ibj Höl- lein (Komm.). Der Gegenstand wird dem Ge- schäftsordnungSauSschuß überwiesen.

Gemäß Antrag des G.schästSordnungsauS- schustes versagt da- Haus bie Genehmigung zur Strafverfolgung deS Abg. Heidemann «Komm.), die der Reichsminister deS Innern beantragt hatte.

In der fortgesetzten zweiten Beratung bei RachtragsetatS wird der Etat des Reichsmtnl- sterttimS für Wiederaufbau ohne Aussprache an­genommen, ebenso berjenige des ReichSarbeits- rninisteriums Dabet wird jedoch der Antrag Hoch (Soz.) angenommen, welcher eine Mi'llon Mart auSwirft alS Beihilfe zur Schulung von Be- triebsvaiSmitgliedern. Der (Stil des Rcichsver- kehrsministeriums wird gleichfa l» angenommen, ebenso die Entschließungen de» AuSschusles.

Es folgt die Beratung des beschleuntgten An­trages der Rechten, des Zentrums und der De- mohaten, betr. tte Außerkraftsetzung Per B r* ordnung über die deutschen Flaggen vom 11. 2lprü 1921.

Abg ® i l b c m e t ft e r (D Bp.). Für die Erhaltung der deutschen Hande's'laige schwarz- weiß-rot ohne Göscheinsügung der ReichSsarben haben sich alle beteiligten Kreise. Reeder. Kauf­leute und Ausländsdeutsche ausgesprochen. Dies erfolgte In der Hauptsache aus ideellen Gründen. Die neuen Reichsfarben würden nur der Arbeit des Wiederaufbaues der überseeischen Beztehun- gen Schwierigkeiten bereiten.

Abg Dr. David (Soz.): Die Frage ist feit bald zwei Jahren durch die Dersastung entschie­den. Der Antrag scheint barmlos zu fein, er ist aber ein Vorstoß gegen die Verfassung Die Ge­samtheit bei deutschen Volke- hat ein große- Interesse daran, daß die Farben der Republik auch draußen gezeigt werden. Die deutschen Waren werden draußen nach ihrer Qualität be­urteilt, nicht nach der Farbe der Flagge, unter der sie herauskommen. Ich erinnere daran, daß e- unter der reinen Flagge schwarz-weiß-rot Zeiten gegeben hat, wo unsere deutschen Waren alS billig unb schlecht bezeichnet wurden 2» handelt sich hier im Grunde nur um einen Kamps für die Farben der Monarchie gegen die Farben der Republik. Die Farben schwar^-rot-gold sink seit 1815 mit der deutschen Wirtschaft unb mit dem großdeutschen Sinheitsgedanken aus das engste verknüpft Hoffmann von Fallersleben war einer der Männer, die unter dieser Farbe kämpften. (Zuruf recht«: ..Singen Sie denn Deutschland über alle-?-) Ich finge es. abhr Sie (nach rechts) haben es verstanden, dieses schöne deutsche Lied dem Volke zu verekeln. Luch Friedrich Wilhelm IV. hat diese Farben alt altehrwürdig unb deutsch anerkannt und IM auf allen öffentlichen Gebäuden hissen lallen. Unter der schwarz-weiß-roten Flagge wurden schon vor den Tagen von Weimar Ausnahme­gesetze gegen die Arbeiterschaft erlassen. Rach Weimar wurde die schwarz-weiß-rote Flagge die ausgesprochene Kampfflagge gegen die Re­publik und für die Monarchie. '2ärm recht» und lärmende Zurufe links. Glocke des Präsidenten) Aber keiner derjenigen Abgeordneten, die heute so große Töne reben, hatte im Iohre 1918 ben Mut, diese schwarz-weiß-rote Fahne zu ent­falten. Wir haben allen Grund, in unterer gegen- bärtigen Lage zu vermeiden, wa» der Entente gegenüber so aussehen könnte al» der Anfang einer Rückkehr aut Monarchie. Sine einheitltche Haltung Deutschlaird» auch nach außen hin ttt nur möglich auf dem Boden der Demokratie.

2lbg. Dr. Braun (Soz.) macht darauf auf­merksam, daß seiner Meinung nach der Antrag als eine Llbänderung der Brriassung angesehen und demgemäß behandelt werden muß.

Präsident ßö be: Mit dieser Frage wird sich evtl, noch der StaatSgerichtshof belaßen müssen. Jetzt wollen wir In der Debatte fort­fahren.

2lbg. Dr. Oberfohren (Dtschn.): Die Frage ist allein flaggentechnisch. Sollte diese iyragc aber einmal dem Volksentscheid übergeben Derben so sind wir unserer Sache gewiß. Für die rein schwarz-weiß-rote Flagge haben sich alle seemännischen Kreise ausgesprochen, darunter auch die sozialdemokratischen Senatoren von Ham­burg und Lübeck, die Arbeitnehmer der Reede­reien. unter denen sich sogar Kommunisten be­finden. Mft einer Aenderunz der Handelsflagge würden wir unS vor aller Welt lächerlich machen. Die Seeleute, auch die sozialdemokratischen, wollen unter der schwarz-weiß-roten Flagge fahren, well unter ihr der deutsche Handel den kolossalen Auf­schwung genommen hat. Ist das Oemokraüe. wenn man doktrinäre Verbohrtheit bis yim Gipfel

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General-Anzeiger für Gderhefsen LMZ

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