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zu erwarten war. Interesse an den

fern des Gießener Anzeigers mag beim Lesen dieser Stelle nicht em gelinder Schauder über den Spiehbürgerrüüen geiauien |eim

Der Herr Direktor erwartet so etwas tote eine stille Zustimmung der Bolles-uUehrer zu seiner Behauptung, wenn sie sich nur emmai der Mühe einer eingehenden Selbstprüfung unter­ziehen wollten. Run. ich zweislr daran, ob in den bcsog en tiefsten Falten ihres Herzen- die Vollsschackehrer wir l ch so wunderliche Anschau­ungen vei steckt halten, wie sie der Direktor der Oberreal,'chule zu (3ie,;e:i dort vermutet. Jeden­falls finde ich bei mir nichts davon. Mir erscheint es nach wie vor absurd, die Frage der Grund­schule mit unseren Standesinteressen überhaupt in Verbindung bringen zu wollen.

Ich widerstehe der Versi ch^ng, hier a'-führ- licher darzutun. wo nach meiner Ansicht die trei­benden Kräfte und Beweggrund: im Kampfe für die Einheitsschule liegen. Bi.l eicht ergibt sich später einmal Gelege?h tt dnzu. Aber mir scheint, es spricht schon gar nicht für die Abfassung des Herrn Direklors Schnell, das) Anhang:r und nam­hafte Beitreter des Einheit.schu gedan.ens in allen Lagern zu finden sind, sogar auch in den Kreisen der Oberlehrer und sogar auch der Direktoren höherer Lehranstalten. Was mag wohl in den tiefsten Falten dieser Männer zu fin­den sein? Sind auch diese Männer auf das Schlagwort von der Einheitsschulehereingcfat- len"? Auch die nicht geringe Zahl von Hoch­schullehrern, die auf dem Boden des Einhe^ts- schulgedankens stehen?

Dielleicht hat die kurze Auseinandersehung wirklich den Dorteil gehabt,das Bürgertum auf­merksam zu machen". Möglich, da; doch der eine oder der andere Leser Deranlassung nimmt, sich aus der reichen Literatur über die Einheits­schulidee darüber zu unterrichten, was die ganze Bewegung will. Er wird dann finden, daN cs hohe Ziele 'sind, auf *bie durch die Einheitsschule (die gewis) nicht mit der Grundschule gleichbedeu­tend ist, wie man nach dem Artikel in Ar. 140 annehmen könnte) hingearbeitet werden soll, und das) die Besten unseres Volkes sich zu diesem Oe- danken bekannt haben. Dann mag sich der Leser selbst die Frage beantworten, w o erherein- gesallen" ist. Fische r.

Ans dem Amtsverkündiftttnqsblatt.

DaS AmtsverkündlgungSblatt Ar. 92 vom 27. Juni enthält: Aenderungen in der Unfallversicherung. Kon rol Dächer D.r Vieh­händler. Viehseuchen. Feldberelnigung Ober» Steinberg.

D i e Maul- und Klauenseuche ist in Stangenrod erloschen. Die Gemarkung Stangenrod wird aus dem Sperrgebiet ausgeschie» den und alS BerbachtungSgebiet erklärt. Die Ge­markungen Grünberg, Bliershaln, Lumda wer­den aus dem Deobachtungsgebiet ausg schieden.

Die Schweineseuche ist in Dietzen in dem Gehölte Druchstraße Ar. 12 erloschen. Di» Sperimratzregeln sind aufgehoben.

Aus Stadt und Land.

G i e tz e n. den 23. Juni 1921.

Hessische Kinderhilfswoche.

Die Zeichnungslisten bei den hie­sigen Banken liegen noch diese Woche aus. Es ist noch jedermann Gelegenheit gegeben, durch eine Spende am Werke der Kinderhilfe mitzu­wirken. Aach Ablauf dieser Woche werden dann die bei den Banken eingezahlten Bei­träge veröffentlicht.

ftoctfcvhortiuStaße für Mittwoch:

Heiter und trocken, tags warm, nördliche bis nordöstliche Winde.

Heber England und der Aordsee hat sich wieder ein Hoch entwickelt. Aördliche Winde an seiner Vorderseite haben m dieser Aacht stärkere Abluhlung bewirkt. Vorerst ist mit Fortdauer dcö heiteren, tags warmen Wetters zu rechnen.

Dietzen hatte gestern 26 Grad Höchsttem­peratur. in der Aacht sank das Thermorneier auf 10 Grad. Lauterbach hatte Temperaturen von 28 und 10 Grad.

Kreis Alsfeld.

X G r o h - F e l d a, 27. Juni. Die Deutfch- n a t l o n a l e V o l k S p a r t e i hielt, tote uns mU- getcLt wird, am vergangenen Sonntag nachmittag m G r o tz - F e l d a eine stark besuchte öffentliche Versammlung ab. in der Prof. Dr. Werner- Vuhbach über die politische Lage sprach. Herr Stein- Stumpertenrod leitete die V.rsamm- lang. Ohne die geringste Störung folgten die Zu­hörer Herrn Pros. Werners Ausführungen, für die ihm von allen Seiten lebhafter Bei a'i zu- teil wurde. An der Aussprache beteiligte sich nur em Parteifreund, der in deuischnationalem Sinne sprach.

Kreis Rriebbcrfl.

Dad-Aauheim, 26 Juni. Der Ver- band hessischer Hebammen hielt gestern in der Turnh I? seinen 9. VerbandStag ab Frau ?.äaer (Offenbachs und Frau Wagner (Bad-Rau- heim) begrüßten die 20D Teilnehmerinnen. Dür- ceimelfter Dr. Kayser hietz sie im Auftrage der Stabt willkommen, während Medizinalrat Dr. Aebel im Auftrage der hessischen Regierung p-ach Auster dem Geschäfts- und Kassenbericht variben auf der Tagesordnung mehrere Vorträge, . ie aber nur zum Teil für die breit» Oeffentlich- feit von Interesse sind. Recht anschaulich sprach ProfSstor Dr Walther (Glotzen) über Ge- mirtshilfe. Beschlossen wurde, bei der hessischen Acg>eurng einen Antrag auf eine SOprvzentige E^ho una der Gebüh-en einzubringen. Annahme tand nach lebhafter AuSfprache auch ein Antrag des Vereins Grost-Gerau. de- vorschlägt, dem Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter bet- }l,ltre«,n-5afüv ilt aber Grundbedingung, daß öle Anstellung der Hebammen durch die Ge­meinden erst in allen Orten zur Durchführung

Kreis Schotten.

4- 2a u bad). 27. Zuni. Der Zweig- verein La ubach des D. H. C. veranstaltete am Donnerstagabend eine Sonnenwend­feier auf dem Ringelsberg. Schon unsere alten Vorfahren mögen auf dem Ringelsberg ihre Ver­sammlungen abgehalten haben Denn ./Ring" ist gleich dem altgermanischenDing". Man besitzt noch weitere Anhaltsvunkte dafür, datz die alten Chatten unserer nächsten Umgebung dort zu­sammentrafen. Etwas weiter entfernt vom Rin- gelsberg liegt der heute noch so genannte Gauls­kopf". Zweifelsohne wurden an dieser Stelle Glosse den hohen Gödern in Gsgard geopfert. AlS nun vom Kloster Hersfeld aus, die evangelische Lehre auch nachLnbahn" (Gaubad)) kam und immer mehr freie Männer übertraten, mutzten die wenigen Heiden ihre blutigen Ovfer geheim abhalten. Die Chatten aber nannten den Ort auS Spott stattGaulskopf:EsclSkorf", und so er­klärt es sich, datz der daneben liegende Berg noch heuteEselskopf" heitzt. Als Beigabe zu dem Iugendfeiertag hat die Stadtverwaltung in dankenswerter Weise für jedes Kind eine« Sierweck" backen lassen.

Starkenberg und Nheknhessen.

rm. Offenbach, 28. Juni. Durch die Landwirte werden jetzt nach Aufhebung der Zwangswirtschaft für Milch dauernd große Mengen in die Stadt geliefert. Da die Bauern aber auf den Stallpreis von 2.50 M. bestehen, bleiben täglich etwa 2500 bis 3000 Liter Milch unverkäuflich. Die Stadtverwaltung hat sich daher genötigt gesehen, um die Milch nicht verderben zu lassen, tm Schlachthof einen Molkereinotbetrieb einzurichten, in dem die übrigbleibenden Milchmengen zu Käse usw. verarbeitet werden.

Eine Tagung der mitteldeutschen Industriellen.

fz. Frankfurt, 26. Juni. Der Verband rnitteldeut che' Industrieller feierte bei seiner dies­jährigen Hauptversammlung zugleich daS Jubi­läum seines zehnjährigen Destel,eas. Der Vor» sitzende Fabrikbesitzer Th. Böhm (Osfenbach) b g.-ützte die Mitglieder und Gäste, worauf der Derbandssyndikus einen Rückblick über die 6nt» Wicklung des Verbandes gab, de sen Mitglieder- Sahl lich von 200 Firmen 1911 aus 739 End« 2lprU d. I. gehoben hat. Im letzten Jahre habe die Industrie durch den von der Regierung ge» billigten Generalstreik nach dem Kapv-Putlch und später, als gegen den Willen der Industrie der zehnprozentige Lohnabzug durchgeführt wurde, durch dis Steaerstreiks sehr schwere Schädigungen erlitten. Der vorläufige Reichswirtschaftsrat hab« die auf ihn gesetzten Hoffnungen nicht erfüllen können, weil Die produktiven Kräfte In ihm nicht In genügendem Matze verlrcten seien.

Da auf sprach der Geschäftsführer des Reichs- Verbandes der deutschen Industrie, Dr. R Schneider (Berlin) überDie wirtschaftlichen Folgen des Ultimatum^ und die deutsche In­dustrie". 6r forderte die Ersetzung der 26pro- zentigen Exportabgabe durch einen anderen Ander und die Aufhebung der Sank­tionen. die eli schreiendes Anrecht darstellten. ^Inermetzliche Arbeit erwarte die deutsche In. dustti?, es sei unbedingt notwendig, sie nun auch In Ruhe arbeiten zu lassen und nicht durch Kom­munalisierung und Sozialisierung im Innern, durch militaristischen ilnug, Sanktionen und Sin- ma schdroh tng n von außen neue Verwirrung zu fajaffen. Die allen Mächten eigene wirtschaftliche Aotwendigkeit.der Hunsei der Well nach der deut­schen Ausfuhr und nach den deutschen Märkten, kien unsere Bundesgenossen, die dereinst das Ultimatum zerbrechen würden. Die Versamm­lung nahm eine E n t s ch l i e tz u n g an. In der di: ra'cheste Aufhebung der Sanktionen verlangt und gegen jede Belastung der Ausfuhr protestiert wird. Der Verbandsvorsitzende Brehm for» verte in einem Schlußwort u. a. schärfste Ein. schränkung im Verbrauch feindlicher Waren, die durch eine Liste kenntlich zu machen seien.

Der Gedanke der Einheitsschule.

Herr Rektor Fischer schreibt uns.

Die Ausführungen des Herrn Dii-ektorS Dr. Schnell in Aummer 140 des (Siebener An­zeigers veranlassen mich, noch einmal zu eini­gen letzten Bemerkungen das Wort zu nehmen. Zwar bin auch ich der Meinung, datz derartige Auseinandersetzungen geeignet sind, -aus der andern Seite zu verstimmen und Gegen- ö" verschärfen, die besser gemildert werden fönten". Aber warum wird die Sache von der andern Seite in einer Weife in einer Tages­zeitung! erörtert, die uns zu einer Verwah- rung unbedingt heransfordern muh? Wenn es n u r galt, nur das Bürgertum auf einschneidende Reuerungen in unserem Schulwesen hinzuweisen war e« dann nötig, der VoltSschullehrerschast' oie kränkende Unterstellung zu machen, für sie K»?nach der Durchführung der Einheitsschule im wesentlichen ein Mittel zur -Forderung ihrer Standesinleresien. Und war es nötig diese Behauptung nachdem ich Den Gedanlen mit Entschiedenheit abgetoic|cn halte ~ 1n°3) eln2?al. In verschärfter Form zu

^Ederholen? Es Ist schon richtig: SVrr Di rdTtor Canell totrö in dieser Sache mit mir nicht toe;Z)cn- M»er Lmntcn to r nichi toinigften3 so weit kommen, datz wir der andern Seite anständige Motive unterstellen? Sie Herr Direktor, Haden gegen die Durchführung Der gemeinsamen Grundschule B anken. Schön! Ich kann das verstehen. Ader warum M3m?fen g* dl- nun kommende. Ihnen u wlk mmcne Schulform, indem Sie sie wie hüdfch Sic das sagen! zu einer Forderung der Sozialdemo- traten und Volksschull hrcr machen und u i ru ©tanb Dab.i das häßlichste Motiv unterschieden DaS überhaupt aufgewtesen werden kann ,

Keine Frage! Mit dieser Zusammenstellung ;??,.treibenden Kräfte im Kamm um Du- Einheitsschule (SoziaDemokraten und D siSscku. Wirer) Dürfen Sic Ihres SIo gs in gw.sien Kreisen ohne toeitereS sicher sein. Wtevier Le-

Eine Frau und zwei kleine Kinder der gleichen Eouleur, in ihren malerischen Lumpen, betrieben eifrig ihr Geschäft des Cinsammclns. Mit man­chem Groschen wurden die Künste des Tieres an­erkannt. Leider machte die hochwohll Bliche Po­lizei der Kinderfreude bald ein Ende und der Därentrupp $og durch die Eichgärten wieder ab. 3)a3 lange nicht mehr gesehene Schauspiel schien so unwi, kl ich, datz wohl mancher Leser glauben wird, man wolle ihm einen Bären ausdinden. Oiber der 1. April ist längst vorüber.

** 3m Deutsch-Oe st erreichlschen Alpenverein. Sekt o.i Ooerh sen. f^iieer e am Freitagabend Geh. Reg -Rat Winkel aus Marburg an Hand zahlreicher Lichtbilder die Elsriesen-Höhlen im Tennenge­birge bei Salzburg. Die Höhle liegt un- gesähr 30 Kilometer von Wersen enjernt In einer Höhe von 1640 Meter. Die Hohle wurde 1819 von Herrn Poffelt entdeckt und bis zu einer Tiefe von 250 Meter erschlossen. Bis zum Jahre 1913 ruhten die Arbeiten, die alsdann von den Herren von Mörk und Dr. Angermayer wieder ausgenommen und bis zum dritten Etswall und dem Sturmsee fortgesetzt wurden. Infolge des Krieges wurden die Arbeiten eingestellt, um erst 1919 weitergeführt zu werden. Mit Hilfe eines Taucheranzuges wurde der Sturmsee erforscht und Dann seine Ableitung vorgenommen. Man gelangte allmählich bis zu einer Tiefe von 6000 Meter in den Berg, wovon 1000 Meter durch Gletscher führten, dann wurde es eisfrei und man fam in Tropfstein. Dis jetzt ist eine Fläche von 20 000 Quadratmeter erschlossen, d. h. ein Gebiet, welches viel gröber ist als die Dachsteinhohle. Der Cingaag zur Höhle ist ein 20 Meter breites, 18 Meter hohes Loch, Es ist festgestellt, datz dies ein altes unterirdisches Flußbett gewesen lst Die Höhle setzt sich aus einer Flucht von Hallen und Gängen zusammen die die Qlamen nordischer Götter tragen, so Odinfaal. Asenheim, Thors Eispalast. Großartige Eisbildungen in den verschiedensten Färbungen von milchweiß bis stah.blau wechseln in Den einzelnen Teilen. Glä­serne Berge von 10 Meter Höhe und 30 Meter Breite wechseln mit Eisflächen von 70:30 Meter ab. Dazwischen durchwandert man Eisdome von 150 Meter Länge, 50 Meter Breite und 60 Meter Höhe, auch Eisvorhänge von 15 Meter Mächtig­keit und Türme von 10 Meter Höhe, 2030 Meter Durchmesser treten Dem WanDerer ent­gegen. An Die geschlossenen Cismassen schließt sich nach Osten ein 1 Kilometer langer Gang Midgard genannt, von 2040 Meter Breite und 815 Meter Höhe an. Bon hier aus zwei­gen Labyrinthe und Gange nach Süden und Rorden: einer Dieser Gänge führt Den Ramen Satanehalle. In ihr befinDet sich eine Tropf- steinwanD mit Stalagmiten von 1 Meter Durch­messer. Hier tourDen Skelette von FleDermäusen gefunden i..iD man nimmt an, daß hier irgend­eine Verbindung mit der Außenwelt besteht, die aber bis jetzt noch nicht gefunden wurde. Hinter der Eatanshalle befinDet sich noch eine Spalte von 800 Meter Länge unD 80 Meter Hohe Ar, Aufstieg zur Hohle Dauert 4 StunDen Die Besichtigung 2 StunDen, Der Abstieg ebenfalls 2 StunDen, so Daß Der Besuch Der Hohle von Salz­burg bequem in einem Tage gemacht werben kann. Sonst ist in Wersen tadellose Unterkunft zu bekommen.

Bornotizen.

TageSkalender für VtenStag: etaDftbeater. 7V3 Mbr, 1. Tag Der Haah-Berkow- Spiele. Lichtspieltheater, tote gestern.

Haaß-Berkow-Fe st spiele. Wie

schwarz-weitz-rvt zurückzusehnen. Wenn Die SScbe Des Ausländsdeutschen zum Vaterland gefährdet wird durch das Stückchen Schwarz-weih-rot in Der Handelsflagge so können mir Die AuslanDs- Deutschen nicht imponieren. Die Hauptsache ist, daß Das AuslanD einsieht datz das neue Deutsch­land ihm Waren schickt, datz die Qualität seiner Waren nicht Davon abhängt, ob ein Kaiser an Der Spitze steht oDer ob wir Republik sind. Die augenblicklichen GrünDe Der Antragsteller sind zu fadenscheinig, als datz es glaubhaft toure, das wären alle Gründe. Es würde Sie (nach rechts) mehr ehren, wenn Sie offen erklären würden. Sie wollen das Symbol der Republik, die Ihnen verhaßt ist. stürzen. Es ist doch schon so weit gekommen. Datz Die StuDentenschaft, Die Sohne Der Bourgeoisie, sich Der alten Fahne Der Burschenschaft zu schämen beginnt Am meisten wunDert es mich, Datz hinter Dem Antrag auch Die Demokratische Partei steht. Die Den Anschluß nach rechts zu verpassen fürchtet. Der Antrag ist ein Symbol Dafür. Daß eS Die Demokratie nach rechts zieht Rutscht sie Doch täglich auf Den Knien vor Der Deutschen Volkspartei herum mit Der Bitte, sie möchte in Die Regierung eintreten. Der Antrag beweist, Daß Die Rechte glaubt, Oberwasser zu haben.

Abg. Bartz (Stemm.); Das arbeitende VoU Hat keinen Vorteil erreicht, weder unter Der einen, noch unter Der anDeren Fahne. Kapital g seilt sich zum Kapital. Das beweist die Ha'tung d.r D mo- traten in dieser Frage. Die Antragsteller spielen Versteck. In Wahrheit wollen sie alles, was an die Republik erinnert, und das ist ohnehtn herzlich wenig, beseitigen.

Abg. Dauch (D. Vp.): Die AuslandLdeut- schen sind Die einzigen, Die uns in Die Weltwirt- schast Wiedel ci ifd)alten können, und wenn sie Das nicht tun, verhungern wir. Die weilaus gtöb'.e Zahl Der Ausländsdeutschen bittet uns, fernen Flaggenwechsel vorzunehmen.

Abg. Heile (Dem.): In Der Frage liegt ganz und gar kein großer politischer Hintergrund. (Ironischer Zuruf linkS: Iwo!) Ich habe in Weimar für schwarz-welß-rot gestimmt, well ich keinen GninD für einen Flaggenwechsel sah, ohne Damit für Die Monarchie Demonstrieren zu wollen. Wir finD gegen Die Verunglimpfung Der Fahne Der Republik von selten Der Rechtsparteien. Cs hanDclt sich hier nur um Die HanDelsslagge. Es ist politische Demagogie, untre Ct llungnahme tn Dieser technischen Frage politisch auszunützen. (Lärm links.)

Abg. Dr. Brei Ische ID (110$.): Dema­gogie ist es, wenn man einen Antrag als rein technisch kennzeichnet, währenD er politisch ft. Im Prinzip sind Sie (zu Den Demokraten) Demo­kraten, tn Der Sache nicht. Der Geist ist toilltg, aber Das Fleisch ist schwach.

Abg. Dr. Koch (Dem.) ;In Weimar hat Der weitaus größte Leit Der Demokraten für schwarz-weiß-rot gestimmt. Die Zeit von 1848 hat Die Farben schwarz-rot-gold geheiligt. Ader schwarz-welß-rot hat Die Tradition für sich. Unter Diesen Farben ist Die nationale Einigung »u- ftanbe gekommen. (Gelächter links.) Mit Rücksicht aus 'Die schwerwlegenDen Bedenken aller Sach- vo> ständigen stimmen wir für Den Antrag. (Lärm linlS)

Abg. GUdemeister (D.Vpt.) bestreitet. Daß Der Antrag eine QlenDerung Der Verfassung in sich trägt.

ES folgen dann persönliche Bemerkungen Der Abgeordneten Heile (Dem.), Dr. David (S.) und Dr K o ch (Dem ).

Seitens der Rechten wird nunmehr nament­liche Abstimmung über den Antrag verlangt.

Abg ßeDebout (USP): Der Antrag be­zweckt eine VersassungSänderung. Bei Der Ab­stimmung müssen Daher s/., Der Abgeordneten an­wesend fein und von diesen müssen */3 für Den Antrag stimmen.

Präsident Lobe: Del Der Abstimmung totrD sich ergeben, wieviel Abgeordnete anwesend sind und wie viele davon für Den Antrag stimmen. Weiteres wird Dann eventuell Durch anDere In­stanzen zu enischeiDen sein.

Anwesend sind und abgeftimmt haben 246 AbgcorDnete, davon 120 für und 121 gegen Den Antrag hei 5 Stimmenthaltungen.

Danach blei':t also die Verordnung derReichs- dei-sassung in Geltung, wonach die Handelsflagge schwarz-weiß-rot mit einem Göfchstreisen in Den LanDesfarben nunmehr elngesührt wird.

Der Antrag über Die Gleichstellung Der Frau tm Iustizwcsen wird Dem RechtsauSschuh über­wiesen.

Morgen nachmittag 2 Uhr kleine Anfragen, Rachtragsetat und andere-.

Schluß 7 Ahr.

Landkreis Giesjen.

Der Heukrieg in Müazenberg.

ß i ch, 28. Cräni. Zu unserem gestrigen Be­richt über Den Heukrieg zwischen Münzenberg und Oberhörgern erfahren wir noch folgende Einzelheiten:

Am 24. Zunl mähten Münzenberger Be­wohner auf Dem Oberhörgern zugesprochenen SiedlungSland mit 1 7 M ä h m a s ch i n e n un­berechtigt 22 Morgen HeugraS der Gemeinde Oberhörgern ab, und zwar in der Zeit von 10 bis 2 4lhr nachts. Die G e n d a r m e r i e L i ch wurde zur Hilfe gerufen. Auf der Wiese hat- ten sich ungefähr 400 bis 500 Menschen eingefunden um das Heugras abzufahren. Die Gendarmerie stand mit gezogenen Revolvern davor und verhinderte den Abtransport. In­zwischen wurde die grüne Polizei Butz­bach verständigt. 3m Auto kamen 3 Offiziere und 20 Mann an. Das Heugras wurde be­schlagnahmt. Mm 4 Ahr nachmittags traf ein Vertreter des Ministeriums von Darmstadt am Tatort ein. Das Heu wurde per Autos im Auftrag des Ministeriums nach Butzbach verbracht. Während dieser Zett, ungefähr ge­gen 1 Ahr nachts, stürmte die Gemeinde Münzenberg, zirka 4500 Menschen, auf Die Polizei ein, wobei auf Der Seite Der Bauern Schüsse fielen. Das Feuer wurDe von Der Polizei erwidert, wodurch ein regelrechter Kampf entstand. Die Poli­zei nahm verschiedene Verhaftungen vor. Die Einwohner Münzenbergs werden sich nun­mehr wegen Raubes, Landfriedens- b r u chs und Widerstandes zu verantworten haben. Dieser Streit war. wie schon mitgctcilt, dadurch entstanden, daß 22 Morgen Sied- lungsland Oberhörgern zuqesprochen waren obwohl die Wiesen in Der Gemarkung Mün­zenberg lagen. Die Wiesen gehörten vorher Oekonomierat Hoffmann-Hofgüll.

S Leihgestern. 26. Juni. Zu einer sehr eindrucksvollen Feier gestaltete sich Die Weihe Der Den 40 aus unserem Orte Gefallenen vom hiesigen Kriegerverein gewitmeten Ehrentafel. Sie wurde von Geheimerat Wilde In Darmstadt ent­worfen und in Der Werkstätte des hiesigen Stein- und Bildhauers Schrader musterhaft au^gefühn und bedeutet einen Schmuck für unser neues Got­teshaus. Der Volsitende deS ÄrlegeiD?r?tn3 über­gab Die Gedenktafel dem Schuh Der Kirche unD unser Onsgeistlicher gab dem Denkmal Die rechte Weihe. Die beiDcn Gesangvereine und der Po- faunenchor sowie Schulkinder der 1. und 2 Klasse umrahmten die schone Feier durch den Vortrag ihrer Ehore, Musikstücke unD Gedichte.

zeigt auch unsere Stadt reges Spielen. Auch Der Spielplan des zweiten TageS toirD mit seinen beiDen frohen StückenDie kluge Bauemtochter" unDDis zer- tanzten Schuhe" Den Besuchern Einige recht ge­nußreiche StunDen bringen.

Amtliche Personalnachrichten ilebertragcn wurde am 21. Hunt Dem Lehrer Friedrich Häusel zu Dielchenbach eine Lshrer- ftelle an Der Volksschule zu Gedern, Kreis Schot- ten, Dem Lehrer Kart Sch n ie r l e zu Gedern eine Lehrerstelle an Der Volksschule zu Bleichenbach, KreiS Büdingsn, Dem Schulamtsanwärter Konrad Ruckeishausen aus Burg-Gemünden Die Lehrerstelle an Der Volksschule zu Höingen, Kreis Alsfeld, unD Dem SchuIamtLanwärter Ernst S t - nion aus Wahlen Die Lehrerstelle an Der Volks­schule zu DleiDenroD, Kreis Alsfeld.

* Beförderung Von ehe na'igen Elsaß- Lothringer Eisenbahnbeamten in Gießen sind be­fördert worden: Oberkas envorsteher Matezky zum Eisenbahnoberinspektor. Die Bahnhofsvor­steher Daniel, Möbus und Gutervorsteher Fricke zu Eisenbahninspektoren.

Aeue Lebensmittelmarken. On den nächsten Tagen werden von Dem städtischen Lebensmittelamt für Die Zelt vom 1. Juli 1921 bis 30. September 1921 ausqe- ae&cn. Mit Rücksicht auf Die lange «Gültig­keitsdauer Der Lebensmittelkarten find Die Marken sorgfältig aufzubewahren. Die Fälle, in Denen vom StäDtischen Lebensmittelamt Er­satz für in Verlust geratene Marken gefordert wird, mehren sich derart, daß der Verdacht entsteht, daß einzelne Personen sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen widerrecht­lich in Den Besitz von Marken setzen wollen. Cs toirD auf das strafbare Dieser HanDlungS- toelse hingewiesen und dringend gebeten, Die Marken sorgfältig aufzubetoahren. Ersatz von Marken wird nur noch in ganz besonDeren Fällen und nur gegen Erstattung Der vorge­schriebenen Gebühren geleistet.

Postsendungen nach Oberschle- sien. Infolge Freiwerdens einiger Orte an oer West- und Rordselte des oberschlesischen Aus- standsgeblets sind Postsendungen aller Art nach Orten an Den Eisenbahnstrecken OppelnKandrzin OppelnGrotzstrehlltz, Oppeln-Vossowska und KreuzburgRcsenbcrg wieder und. schränkt zuge-

Wogegen hat die interalliierte Kommission ute Versendung von Zeitungen in das Ausstands- gtb.et verboten. Durch die Post bezogene Zei- tungen unD Zeitungen unter KreuzbanD können deshalb nach dem noch veröleibenDm AusstanDs- gi-biet bis auf weiteres nicht befördert werben sobald weitere Orte von Den Ausrührern frei- toerben, werden die Postanstalten wegen Weiter- » rung »er Im Postwege bezogenen Zeitungen Das Erforderliche veranlassen. u

Sin feit fam e« Schausviel, das an frühe Kindertage erinnerte, bot sich gestern ""-mittag g-gen vier Llhr Ecke Licher Straße und Kaiser-Allee. Plötzlich ertönte auf der Lt-aße ju lautem Zambourtngeraffel eine monoton sin­kende quäkende Männerlrimme Selt'am wie N'a^, verfchüitete Kindhii serinnerungen Im Blute l gen Denn sofort tauchte Dazu Die Vorstellung

^ömden Buren auf. Hab richt g Freund UM beruhte, umringt von jubelnden Kiadein muten auf Der Straße feinen unbeholfenen täb- QUt bcn Hinterpfoten zu dem anf- reizenven Singsang eines braunen Zigeuners

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Bericht!

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Serliti, 27. ?unt xt (Blätter aus Leipzig qdj enigeg'n ankerslautti von ihm im Dogtla taten doch noch vor eine rtdjt zu verantworten i ->jid vor einem 8chwu ?a blt 5ölz zur Last,gelt 3t(t fallen, in Ser Die ( Milden Gerichte noch

Kirche und

r Ävdgen b.Siebe 'we^lisiivnSfest na! beirictiaenten CBedauf. ? ^rehen-Linden und Misti 'Beuern sprachen von der uffion und über die Se "i5nifd)en Frauenwelt, n rvanaeliums. Der festlich Drilles wurde pehvben d iatverslöndlqeBegleltun

Mn-Linden und ei fwaniften rein und stimm Ätnbenft'ir. Die Kollekte ttflab 355 Mark.

-t« Dahenborn-L 'In'er bisheriqer Leelsorw 'ad, tritt mit dem l.Zu!

Sestern nachmittac Wgotteebienft, der stc ?0ahre wirkte er am hi lange Jahre gleich,eitiq

Fifialnemeinde Darben zehnte DeWche der hiestae Errichtung im ^ahre 1605

Konsistorium In Darmstadt aanlstenschulen eim 6efllrmen < Vn^^Eorgamst Lehr Diejenigen |n grleh L.^uguQ un6 werden öi

JJ «fle, daneben soll in Jari ein fortlaufender ÄL Dvchemaaen eingerichtet i £* unZ,t 61 nil|ie mufifal

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