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Nr. J22

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firairtfurt o. M. 1(686.

Erstes Blatt

171. Iahrgang"

Samstag, 28. Mal (921

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühl'sche Unio.vuch- und 5teindruckerei R. Lange. §chriftleit«ng, Geschaflsftelle und Vruckerei: 5chu!straße 7.

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Wochenrückblick.

Deutschland hat bcstriffen" so lautete em für uns nicht schmeichelhaftes Wort des französischen Ministerpräsidenten, dessen Lob deS Kabinetts Wirth innerhalb der gegenwär­tigen Geistesverfassung Frankreichs ebenfalls sehr zu denken gibt. Deutschland wird mit einer ungeheuren Nichtachtung behandelt. Die Beweisführungen des Herrn Briand vor der Kammer stellen ohne Scheu und Rücksicht die Tatsache fest, daß Deutschland nur neue Be­drückungen zu erwarten hat, daß das Da­moklesschwert der sogenanntenSanktionen" nach lvie vor uns bedroht. So schmählich deutsche Ehre und deutsches Recht unter die Räder gekommen sind, so unsagbar wichtig macht sich der französische Siegesdünkel. Wir können allerdings in das Innerste der Seele des französischen Parlaments nicht hin­einblicken, wissen nicht, wieviel von der natio­nalistischen Opposition, die Briand bereitet wurde, bestellte Arbeit war. Es ist aber klar, daß jenseits unserer westlichen Grenze einer den andern nationalistisch aufpeitscht und an einen genügsamen Frieden, an eine ruhige Abfindung mit dem Elend der Zeit wenig ge­dacht wird. Das Vertrauensvotum, das Briand den Rücken gestärkt hat, spricht von der Londoner Abmachung als einem Mini­mumdas Frankreich zugemutet werde, und erwartet, daß bei sehr leicht möglichen neuen Verwicklungen die schwere Hand auf Deutsch­land nicdcrsalle, um noch mehr aus ihm her- auszuholen. Nur scheinbar hat die Pariser Politik Herrn Lloyd George gegenüber etwas eingelenkt; bei näherer Prüfung erkennt man, daß die Hochspannung der Meinungsverschie­denheiten nur vertagt und hinausgcschleppt worden ist. Lloyd George hat gesagt, er fürchre das Spielen und Tändeln mit dem Ver­sailler Vertrag und was war es anders als ein n e u e s T ä n d e l n mit dem Vertrag, das Herr Briand in seinen neuen großen Reden, nunmehr ganz öffentlich, getrieben hat? Briand hat sich nicht etwa bemüht, den Ver­trag auSzuleyen, die Ereignisse mit dessen Einzelheiten in Einklang zu bringen, sondern er stellte ganz ungeniert die Zweckmäßig­keitsgründe in den.Vordergrund, die es erheischten, daß Oberschlesien Polen zugeteilt werde. Indem er die Notwendigkeit einer Sicherung des Fortbestandes der Entente dar­legte, drang noch ein dumpfes Grollen gegen das bisherige Verhalten Lloyd Georges hin­durch, um damit einen Druck auf seine nyi? teren Entschließungen auszuüben. Es scheint, als sei es unter der Hand zwischen Loudon und Paris in der obcrschlesischen Frage zu einer vorläufigen Verständigung gekommen. Man spricht von einem italienischen Vermitt- lungsantrag, und die Verschleppungspolitik Driands wird am Ende der britischen Staats­kunst ein neues Entgegenkommen, eine Tei­lung Oberschlesiens zugunsten der Polen, ab­gewinnen.

Der neue Reichskanzler Dr. W ir th hat bisher nicht viel unternommen, um diese Wen­dungen zu beleuchten und dagegen vorzugehen. Haben die deutschen Staatsmänner kein Reckt mehr, die Stellung ihres Landes zu verteidi­gen, ja, gegenüber offensichtlichen Anmaßun­gen und Mißbräuchen der Gegner auch in freimütiger Rede zum Angriff überzugehen? Es brauchte keine unkluge Herausforderung darin zu liegen, aber jetzt, nach den französi­schen Kammerdebatten, wäre es doch wirklich an der Zeit, daß unsere Regierung von dem Ueberaemicht guter Nachweise, die uns dem Ge^ rede der Franzosen gegenüber zu Gebote stehen, Gebrauch macht! Auch das Kabinett Wirth, dem ein gewisses Wohlwollen der Feinde aus die Schulter geklopft hat, sollte, wenn es redliche Ziele des Friedens verfolgt, durch Schweigsamkeit nicht den Anschein er­wecken, als fürchte es, bei offenherzigen Kund­gebungen von der draußen umgehenden Gön­nerschaft etwas einzubüßen. Langmut und Duldsamkeit, gut, sie sind vielleicht jetzt von­nöten, aber sie besitzen nur dann Ausdruck und Wirkung, wenn sie auf einem guten Knochengcstell des Charakters ruhen. Das Zeitalter neuer Leistungen, das Herr Wirth dem deutschen Volke vorhält, darf an ihm lei- ber nicht schonend vorübergehen, denn von ihm sind auch ganz bestimmte, große Leistungen |u fordern. Er soll uns nicht bloß ein Butz Prediger und Steuereinsammler, i'onöern er soll uns ein Vorkämpfer für Recht und Billig­keit, für Wahrheit und Gerechtigkeit lein, xie von Herrn Erzberger ausgehende Parole der christlichen Solidarität" würde ein utdciL» volles Schlagwort sein, wenn ne etwa Ver­künder und Praktiker in der Reichsregterung finden sollte, die gegenüber den wahren Ten­denzen der Außenwelt blind, unaufmernam und gleichgültig bleiben.

Der neue deutsche Außenminister ~r. Friedrich Rosen wird dem Kurs des ge­genwärtigen Kabinetts vermutlich keinen be­

sonderen Antrieb geben. Vielleicht hat man ihn erwählt, weil man ihn mehr als Hohc> Priester der Kultur und Gelehrsamkeit, denn als tatendurstigen Staatsmann kennt. Dr. Rosen hat sich eifrig mit dem Studium des Orients befaßt und selbst altpersische Dichter verdeutscht. Solches Wissen und Können wird ihm den Schochzügen Lloyd Georges und Briands gegenüber wenig helfen. Möglich, daß er auch noch anderes Rüstzeug des Diploma­ten und Staatsmannes besitzt. Man darf ihm die Wege nicht sperren und ihm nicht von vornherein mit Mißtrauen begegnen. Wohl aber darf man wünschen, daß Dr. Rosen bald irgendwie hervortreten wird, um darzutun, wie er sein Amt aussaßt. Der deutsche Außen­minister hat, auch wenn seine Tätigkeit sich im Rohmen der Grundsätze des Gesomtkabinetts abspielt, eine Fülle besonderer Ausgaben und Anforderungen zu erfüllen, bei denen es sich zeigen muß, ob er der rechte Monn am rechten Platze ist. Gerade von ihm wünschen wir, er möge nicht vergessen, daß dem mißhandelten Deutschland noch einige Würde und einiges Ehrgefühl übrig geblieben sind. Mit dem moralischen Schatze hat er sehr sorgsam und haushälterisch umzugehen, nicht nur um der Erziehung unseres Volkes willen, sondern auch um die Politik des Auslandes wirksam zu beeinflussen. ES ist nicht unbedingt notwen­dig, daß die deutsche Regierung bei jedem An­laß in wortreichen und oberflächlichen Pro­testen sich erschöpft, aber eS ist eine der ersten Pflichten des Reichskanzlers und des Außen­ministers, daß sie sich bei allen Anlässen äußern, wo das Ansehen und das Interesse des Reiches draußen öffentlich berührt werden. Der Gelegenheiten, bei denen solche Anfor­derungen sich erheben, sind gegenwärtig außer­ordentlich viele. Nicht zuletzt gehört dazu die ungewöhnliche Art und Weise, wie heute das öffentliche Interesse auf die Leipziger Prozesse gelenkt ist, denen die Aburteilung sogenannter deutscher Krieasverbrechen obliegt. Tagelang beschäftigte sich die Presse des In- und Aus­landes mit den Taten des Unteroffiziers Hey- nen, der in einem Kriegsgefangenenlager sich grober Mißhandlungen von Engländern schul­dig gemacht hat. Es sind dabei empörende Roheiten ans Tageslicht gekommen, die mit Recht dem Angeklagten eine Gefängnisstrafe eintrugen. Einigermaßen beruhigend ist es, daß derselbe Heynen schon während der Kriegs­zeit sich zu verantworten gehabt hat und mit einer Strafe bedacht worden ist. Jetzt aber ist die oberflächliche Welt nur zu leicht geneigt, über dem unglücklichen Deutschland erneut den Stab zu brechen, eS wie mit der alleinigen Schuld am Weltkrieg auch einseitig mit dem Brandmal der barbarischen Kriegführung zu Mafien. Weitere Prozesse vor dem Reichsge­richt werden diese Ungerechtigkeit vergrößern. Do darf denn doch nichts unterlassen werden, um mit dem größten Nachdruck das Bild zu vervollständigen. Wo ist das deutsche amtliche Material, das die unerhörten und zum Teil grauenhaften Barbareien unserer Gegner, be­sonders unserer westlichen Nachbarn, nach­weist? Dem Fall Heynen können doch wohl, wie man aus den Berichten zahlloser Feld­zugsteilnehmer weiß, ungezählte und weit schlimmere Fälle zur Seite gestellt werden, die den Ehrenschild unserer Feinde beflecken. Ge­rade jetzt kommen empörende Berichte aus dem besetzten Gebiet, wonach die dort massenweise angesammelten französischen Soldaten sich der schlimmsten Röheiten und Mißhandlungen friedlicher Bürger schuldig machen, unter den Augen ihrer Vorgesetzten und mitten im so­genannten Frieden! Es würde wahrlich nichts schaden, wenn aus berufenem amilitbeir Munde diese Feststellung hinaus in die Welt ginge, nicht nur in der Form einer einfachen Beschwerde bei zuständigen Stellen, sondern auch zu dem ausgesprochenen und berechtig­ten Zweck, den Kampf für deutsche Ehre, ge­gen die Besudelung des deutschen Namens, zu führen. In diesen Dingen ist die Organisation unseres waffenlosen, geistigen Wehrdienstes mangelhaft, und Herr Dr. Rosen würde sich ein Verdienst erwerben, wenn er mannhaft das Versäumte nachholte.

Ein deutscher Beschluß über Zahlungen an die Entente.

Berlin, 27. Mai. Die dasBerliner Tageblatt" hört, wurde über die Zablungs- werfe des Restbetrages von 850 Mil­lionen Goldmark ein Beschluß gefaßt. Heute gehen zwanzig Schatz' ckstn? nac5 Paris im Betrage von je zehn Millionen T? mrs ab, deren Gcsanmverr rund 85U Trillionen Goldmark entspricht. Tie Schatzjcheine tragen den Londoner

Bedingungen gemäß das Indossament anerkannter deutscher Banken und sind teils in London, teils in Paris und teils in Neuvork zahlbar. Die lieber gäbe dieser Schatzanweii ungen erfolgt wahr­scheinlich morgen Damit sind die Bedingun­gen des Artikels 5 deS Zahlungsplanes der Re- oarationSbommission in Einhaltung der vorge­schriebenen Frist restlos erfüllt.

Papern und die Entwaffnung.

London, 27. Mai Weisst Wie HavaS mel­det, schreibt dieDaily Mail", daß nach Nachrich­ten, die sie auS amtlichen Sonboner Kreisen erhalten habe, die 93er6anb5regierungeii die Er flärung abgegeben hätten, daß. wenn Bayern biS znm 80. Juni die Entwaffnung nickt durch- geführt habe. daS ganze deutsche Volk für diesen Verstoß gegen die Bestimmimw'n deS Lon- boncr Vertrages verantwortlich gemacht werde.

Nach einer Meldung derBoss Ztg." aus Münsten hat Dr Escheri ch dieser Tage erklärt, daß h sich ohne Einschränkung hinter die Regie­rung Kahr stelle, wie ihre Beschlüsse in der Ent- wafsnungsftage auch aussallen würden.

Die VerbandSschuldcn an Amerika.

London, 27. Mai. fDolffst Havas meldet: Daily Mail" erfährt auS Washington, daß die <rnTcrifani"(fie Reg er rn i>m Entw rf des Prä ? en» ten Harding, über die R-gelimg der 6er- bandSschnlden gebilligt htt Nach diesem Ent­wurf sollen die fraglichen Schuldverschreibungen be­geben werden und zwar von den» amerikanischen Exfxiframt. Die Finanzleute, welche die Begebung burdifübren werden, sollen gleichseitig den Erwerb der deutschen RrpavationSverschv.'ibuiigen an- empfehlen.

Die tage in Sberschlefien.

Oppeln, 27. Mai. Wolfs.) Im nörd­lichen Abschnitte deS AufsdarchsgebieteS wur­den die Orte Radau und Lenke von polnischen 10,5-Zentimeter-Geschähen, die bei Zembowitz ste­hen, ständig unter Feuer gehalten. Polnische Iir- furgenten haben den Bahnhof Rosenberg und einige Privatgebaude in die Luft gesprengt, wie die polnische ZeitungTz'ennik Poznansn" selbst zn- gibt. Heftige Angriffe ber Insurgenten gegen Borek und Kiafetzna wurden abgeschlagen. Wieder­um wurden diesmal bei Wyg^iolow Wachen des deutschen Selbstschutzes ron polnischen Banden mit Maschinengewehren beschossen. Die Besatzung von Leschna wurde heute früh von den Polen schwer angegriffen und tonnte sich nur mit Mühe halten. Die Insurgenten verloren bei diesem Angriff 29 Tote. Allen Anzeichen nach haben die Polen nördlich und südlich von Rosenberg sich bedeutend verstärkt. In der Gebend von Eosei wurde von den Polen stark geschossen. Tie Stadt Groß- Strehlitz ist mit Ausnahme des Bahnhofs frei von Insurgenten. 9tuf tyroß-Stein schonen die Aufständische von Ottmütz her mit Artillerie.

Im aanzen Südabschnitt des Aufstands- gebietes herrschte heute lebhafte polnische Fener- tätigfeit. Bei fcobenbirton und Plania schossen die Polen mit Minen. Bei Ratibor sind Scharf­schützen der Insurgenten aufgetreten, die ein Passte- ; Straße unmöglich machen. Ter Italic nische Kreiskontrolleur erhielt auf der Fahrt über Land sechs Schüsse in seinen fitaft- roagen. In der Gegend von Cosel war die Feuer­tätigkeit der Polen besonders über Nacht sehr stark. Groß-Stein wurde in der achten Abendstunde aus der Richtung Ottmütz mit einigen Artillerieschüssen belegt. Tie Lag- der von den polnischen Insurgenten ein- geschlosscnen Städte im Zenlralrewer des Indu­striegebiets i"l jo beben fiirix bau bei einer ire teren Zunahme der setzt herrschenden Not mit einer Uebergabe der Städte an die Insurgenten zu rech­nen ist. Tie .stvhlenftage tvtrb 'bedrohlich, weil fern geregelter Abtransport Rattiinbet, da bte Bühn­höfe mit beladenen Güterwagen verstopft smd und die Halden voll Kohlen liegen.

Berlin, 27. Mai. Nach einer Meldung desOberfchlesischen Wanderers" wurde der von Ovveln tommende Lebensmittelzug in La- banb von den Insurgenten fünf Stunden seftge- halten. Zwei Güterwagen wurden beraubt

Wafsenniederlegung Korfanty»?

Paris, 27. Mar. Tie Agence Havas meldet: Ter Führer br- polnischen Insurgenten, Kor­so n t o, bqt mitgetelt .baß er die Dänen nieder- leae und die Amtsgewalt der interaüiirrten Kom­mission anerkennt.

Polnischer Vandalismus.

Berlin, 27. Mai. Wie dieBoss. Ztg." aus Breslau meldet, haben die Polen in der Gegend von Landsberg nach einwandfteien Feststellun­gen viele Prioatgebäude in Brandgesteck l und durck Handgranaten demoliert. Auch mürben verschiedene Mühlen von den Insurgenten oemo- lieri und angezündet.

Tie englischen Truppentransporte für Lberschlenen.

Berlin, 27. Mai. (Dolfs.) Tie Eisenbahntransporte der eng­lischen Truppen haben heute begonnen. Sie dauern bis 1. Juni. Tie vier in Frage kommenden Bataillone werden in 10 Zügen, von denen täglich ein bis zwei abgelassen wer­den, befördert. Die Route geht über Mainz, Bebra, Erfurt, Leipzig und BreSlnu nach O b e r s ch l e s i e v.

Kein Vergleichsvorschlag Italiens.

Paris. 27. Mai WTB) Ter ttalimtid* Botschafter teilte ber Agentur mit, bot die von einigen 3eitungei verStsentti \ Rrrchrstht über einen angeblichen BergIeit >v< r 11 a g der italieinfthcn Regierung in der oberschlestsckien ("trage burdxmd unrichtig fd

Die Kreiskontrolleure ohne jede Autorität.

Am Mittnxxfruidimrttng trat ber t n gl li Äreiifoi! trott tut von Ro ben bei gegebenen fran»8ftfd)en und Ha­lten t f eben ÄlriStontm:!« .i en tu O p- 0e In ent. Sie twnriicftm ^foicnlvri end ul i mit der Begründung, Xu si i t

feien, um auch nur ben geringsten Schutz für bte Aufrechterhaltung der Ordnung in 9hcncnherg zuüben. Tiefes ist der erste Fall, bau ti? Behörde eines Kreis Kontrolleurs g 8 n > I x d> aulgelöst wird.

Beratungen dentsch-franistsischer Sachverständiger über Wiederaufbau.

Paris, 27 Mai (Wolff- Hettle nach­mittag fand eine Zusammenkunft deutscher Sachverständiger und Vertreter der tech­nischen Abteilung deS Ministeriums derbefreiten (Me biete" statt Die fran­zösischen Sachverständigen gaben den deutschen Delegierten nähere Einzelheiten über die Art und Qualitäten der Materialien, die zur Konstruktion ber 125 000 Häuser bienen sollen, deren Lieferung ber Reichsregiertmg vorgeschlagen imirbe Die deutschen Delegierten werden in der Lage fein, Loucheitr ein endgültige- Ang-bot zu unter breiten, ber dann das weitere veranlassen wird

London, 27. Mai (Wolff s Heute imrrbt im Handelsamt eine Konferenz zwischen ben Vertretern ber Regierung, ber Berg- Werksbesitzer imb der Bergarbeiter ab ge­halten. Lloyd George legte darin den Standpunkt der Regierung bar. Hierauf vertagte sich die Kon­ferenz.

Eine englische Deligation für Moskau.

London, 27 Mai <W"lff.> Nack dem , Daily Telegraph bereitet da« Foveign Office die Entsen­dung einer Delegation für Moskau vor. Die Delegation ist aut einer ärgsten Grundlage ge­plant Die für ihre Unterhrlttrng erforderliche Summe würde etwa 70 000 Pfund Sterling be­tragen. ES wurde beschlossen, den Leiter der Dele­gation als Hmrptag-nt zu bezeickium Diesen Posten wird Hodafon eimiehmen. brr 1019 der Regie­rung bes Admirals Koltfchak attackiert mar Die von den bisherigen D-rtretern miS Rußland mit- gebrachten Nachrickitni la"t m übrigens n i ch t se hr ermutigen b. ES sei so gut wie nichts zur Aus­fuhr vorhanden unb nichts, um die Einfuhr zu bezahlen.

Die -lufstandsbewegnng in Rußland.

Ko n st a n tin o ve l, 2fi Mm HovaS. st'ücktlinge auS dem Süden Rußlands rn ld-n daß die Aufstandsbeweguna hort nock hrnn-t anbaurrt Budfennn, der mit derNnterdnickuna brr llnrufien beauftragt ist. muß ateifiieitia auf s ' o :c känwfen D r cm < Seiten ,'ebr erbittert. Tie Aufstau bi s^vn sind be» so:'ders Hart in ber Umgegend von Äuro unb Ioka- terinoSlaw.

Die zweite und dritte Internationale.

Amsterdam. 27 Mai fWolft ) Der hont 18. bis 20. Mai tn Amsterdam versammelt ge­wesene Vorstand deS internationalen OlewerkschaftsbundeS erklärt in brr ron ihm angereommenen Entschließung, bat», bo1 'Bm* zip ber E t n he i t'ine unerläßliche Torar - >n \ der Arbeiteraktio' i: imb daß "* 4 i Organisationen richt bad Reckt vme'.mben kann, jroei Internationalen *u g I e t *i mi mi gefrören Jede Ornorn'satton i b-mn,rch ihren Bei-riN ' t -m M os-

ko ne r internationale etfa t stelle sich damit selbst außerhalb deS Vt?nt'i2<ona!er Gewerkscka'tsbu''bes.

Reval, 27. Mai ''Wolst ) Tie Shmboefnmg ber Moskauer dritten Internatio­nale, die sich mit dem für «nttanos Thmi <mae- Ujarrrr ontten r >ngreh ber dritten tnalo

in 9Po?ai befaßt, verweist batxrrf. baß der hör- frrgefmb stongr-ß mit seinen 21 Bedmgimgen die sozialistischen Parteien in Europa gespalten habe, unb baß ber neie Kongreß neue f'^nrrni» ststck< .stilduncen aus ben gespalteten Gruppen herbei führen werde.

Au» dem Neiche.

Tie süddeutsche Reise deS Reichskanzlers.

Berlin, 27. Mai. <Dolst.'' Tn: Re, cks- kan zler ist von seiner Rci'e au5 Südbeutsch.'and ;urückgekebrt. Eine §labinertssic>ung fand noch nicht statt.

Beschlüsse deS ReichsratS.

Berlin, 27. Mat. ^WTD.) Ter Reichsrat nabm heute eine Verordnung an, wonach die Ei.ilommnsg en^n inrReichsr'er'orgunas- gcseh enbpreäjrnb den Grbi/uncen ber Teue­rungszulagen gleichfalls erhöht werden Ange-» Kommen wurde ein Gesetzentwurf über die Ab­wicklung von Kriegsge'ell schäften unb Kriegsorganisationen des Reiches. In UdtereimÜmmimg mit ter Reichsreaferuttg wurde ber neuen Tamvfettomv2<mie tn Stettin bte nachgesuchte Erlaubnis kur A förberirng von Auswanderern nach Rußland versagt.