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vrrlSngenmg öes Termins ffli Vie LmkoiumensteoererUärung.

23erEin, 27. April. (Wolff.) Im S'tenerausschuß des Reichstags erklärte der ftintrn^nrnnfter, daß er im Hinblick auf mancherorts entstandene Schwierig reiten eine Verlängerung des Termins für die Einkom­mens steuererrlarung um 14 Tage, also bis tzum 15. Mai, alsbald mrordnen wird.

Sayern und -le Erhöhung

-er Sierfteuer.

München. 27. April. (WB.) In Beantwor­tung einer Interpellation betr. die geplante Erhöhung der Biersteuer sagte Finanz­minister Dr. Krausneck'tn der heutigen Sitzung deS Landtages, die Lage der Reichsstnanzen zwinge dazu, bestehende (Steuerauetten auSzunutzen ui d neue Steuerquellen zu erschließen. Tie Reichs- regierung plane eine Vervierfachung der Bier ste uer sätze, so daß durch eine solche Erhöhung der Anfall aus der Biersbauer 'von iähr- Itd) 140 auf 400 Millionen Mark gefingert werde. Trotzdem nach dem Gesetz tom 24 6. 1919 auch Bayern eine derartige Erhöhung durchführen ürüsse, fei die bayerische Regierung mcht tm Zweifel, daß eine Vervierfachung der Biersteuer die drückend« ften Folgen für die Branindustric urb den Ver­braucher nach sich zi^he und auch für das Gast­und Schankgewerbe grobe Schädigungen im Ge­folge habe. Die bayerische Regierung fer ent­schloßen, einer weiteren Steuererhöhung m dem geplanten Umfang mit allen versassungsmäßigen Mitteln entgegenzutreten.

Uns dem besetzten Gebiet.

Die französischen Schießereien in Mülheim bei flöht.

Berlin, 28. April. (Privattel.l lieber fran­zösische Schießereien in Mülheim bei Köln, die eine Folge von Auseinandersetzungen französischer Soldaten mit Zivilisten auf einem Rummelplatz waren, berichten die Blätter, daß 'die Franzosen blindlings mit Karabinern unb Revolvern auf Straßenpassanten schossen. Auch englischeSol- da ten wurden zu Boden gerissen und mit Tritten und Kvlbenschlägen schwer mißhandelt. Nach der Darstellung eines Augenzeugen wurde besonders einem englischen Sergeanten übel put- gespielt, der von einer Gruppe Franzosen nncter«* holt zur Erde geioorfcn und mit dem Gewehr- wlben unmenschlich geschlagen wurde. Britische Miliiärpolizer ging gemeinsam mit deutschen Polizisten gegen die Fran­zosen vor und stellte die Ruhe wieder her. Die Zahl der durch die Schießerei ßertounbeten steht noch nicht fest.

Schwebens' xrr ungleichmäßige, unruhige Luftge­schwindigkeit, die der Vogel ausnLtzt. Die wech­selnden Luftbewegungen sind nicht nur in der Geschwindigkeit, sondern auch in sich ändernder Richtung der Winde zu sehen. Während man beim Motorflugzeug eine ungeheure Verschwendung von Energie betreibt, wäre es heute das Richtige, den motorloser! Flug zu studieren, der allerdings nie Endziel sein könne. So hat der Modell- und Gleitflugverein Dresden im vorigen Jahr Proben angestellt, die zufriedenstellend waren. Tas un- gemein gengnete Terrain dafür war die Rhön, wie verschiedene Lichtbilder zeigten. Die Veranstaltung selber in den Augusttagen 1920 begann mit einem Unglück, da ein Flieger, von dem das Meiste er­wartet wurde, töÄich abstürzte, so daß die Neu- gung zu energischen Flugversuchen erst in den beiden letzten Tagen der Untersuchung vorhanden war. Rur wenige Modelle toaren speziell für den Gleitflug, die meisten nach Art unserer Flugzeuge konstruiert. Der größte gelegt* Gleitflug hatte eine Länge von acht Kilometern und beanspruchte ungefähr 2 Minuten. Der Redner, der selbst der offiziellen Prüsrmgskonttnission der Veranstaltung augehörte, ließ durch ausgezeichnete Bilder Ein­blick in die verschiedensten Szenen des ganzen Unternehmens gewinnen. In diesem Jahre ist eine neue .Konkurrenz ausgeschrieben worden, die vom 15. August an stattfindcn soll. Sehr viel erheblichere Mittel als im1 Vorjahre stehen dafür zur Verfügung.

Rhein-Mainischcr Bczirkswirtschastsrat.

Während der vorläufige rhein-mainische Be- zirkswirtschoftsrat nur den Freistaat Hessen, den Regierungsbezirk Wiesbaden und das Lahn- und Tilltal umfassen sollte, geht der endgültige Vor­schlag nunmehr dahin, dem rhein-mainischen Be- zirkswirtschaftsrat folgendes Gebiet zuzuwcisen: Freistaat Hessen, Provinz Hessen-Nassau (mit Lahn- und Tilltal), Bayerische Pfalz, Regierungs­bezirke Koblenz und Trier, Birkenfeld. In einer* Besprechung dieser Tage hat man sich dahin geeinigt, diesen Vorschlag der Reichsregierung zu unterbreiten. Tie Vettreter der neu in den Vor­schlag einbezogenen Bezirke haben sich ihre Stel­lung Vorbehalten, jedoch ihr Einverständnis damit bekundet, daß der Vorschlag von dem Vorort des rhein-mainischen Bezirks der Reichsregierung unterbreitet wird. In einer Versammlung der südwcstdeutschen Handelskammern in Stuttgart wurde bekanntgegeben, daß die württembergischen und badischen Handelskammern sowie die Handels­kammer Ludwigshafen sich für einen südwestdeut­schen Bezirkswirtschafts rat, der Württemberg, Baden und die Pfalz umfaßt, ausgesprochen haben. Im Laufe der Verhandlungen wurde die An­regung gegeben, ob nicht beide Bezirkes der süd- westdeutsche und der rhein-mainische zu einem ein­zigen Bezirk vereinigt werden könnten. Tie Han­delskammern des Rhein-Maingau-Bezirks haben diesen Gedanken abgelehnt.

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1ch dem Mitteldeutschen »mmen lasse und wählte

Heber dieses Thema sprach Gel^nnrat Professor Dr- KSn'g am Mittwoch abend vor dem Verna kür Lustschlffahrt, im tetbet wenig besuchte , Ac , tartum des PhnsiLallschen Instituts Nach der äußerst interessanten Erklärung vom Zustand tornnen des Flugs überhaupt die das 13 r b -t des Fliegens er helldm, wurde das Rät'el Segelflug- erörtert, den die Kunst der Vögel io vollkommen beherrscht. Tie Bedingung, die die Lust erfüllen muß, um den Serelflug

W wurde vo

Wcttcrvoraussage für Freitag:

Wolkig bis heiter, trocken, tags warm, nachts kühler, Winde aus östlichen Richtungen.

Wir liegen noch immer zwischen dem skandi­navischen Hoch und dem im Süden ticgenbeir Tiefdruckgebiet. Bei östlichen Landwinden wird daher das trockene Wetter anchalten.

Berlin, 27. April. Blättermeldungen aus München zufolge mehren sich die Klagen der pfälzischen Bevölkerung über die Schandtaten farbiger Franzosen. Nvs Landau wird gemeldet, daß dort seit vori­gem Sonntag 400 schwarte Fremz-osen in Bür- aerguartieren untergebracht wurden. Auch Kaiserslautern erhielt eine Besatzung von mehreren hundert Mann schwarzer Trup­pen. In Germersheim erreichte die Stärke der schwarzen Besatzung die Zahl der Einwohner.

9- me die gen inne Erfahrung

**r. wgH Sängerverband uigu

** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 21. April der Privatdozent an der Landee--Universität Dr. Gvorg Haas aus Gießen zum außerplanmäßigen auftecoiHnit- lickzen Professor in der medizinischen Foülltät b r Landes-Universität Gießen. Am 23. April 1921 wurde der Schloßverwalter Georg Borger zu Friedberg aus 'Nachsuchen unter Anerkennung seiner geleisteten T-renste vom 1. Mar T> IS. an tn t>en Ruhestand versetzt.

** R e ichsv er kehr s Minister Grüner und die Präsidenten mehrere Eisenbahndtrekttonen 'batten gestern im Gießener Bahirhos 'eine Be­sprechung über d!e durch die gegenwärtigen politischen Verhältnisse bebtngte f chwrerrge Verkehrs- und Betriebslage.

** In dem Gießener Braunstern­bergwerk (Grube Fernie) ist am Montag bie gesamte Belegschaft, etwa 700 Arbeiter, wegen Lohndifferenzen in den Streik getreten.

** Festgenommen wurde gestern abend ein Mann in dem Moment, als er ein in Wetzlar gestohlenes Fahrrad an einen hiesigen Geschäfts­mann veräußern wollte. Als Fahrroddieb kommt ein Mensch in Frage, der erst vor einigen Tagen aus einem Gefängnis in Westfalen entlassen wor­den war und sich in hiesiger Gegend untertrieb. Ter gestern gemeldete Bettw ä sche d t e b- stahl hat seine Aufklärung gesunden. Täterin ist eine bei der Geschädigten wohnende Frau, bte. weil ohne Stelle, aus Gnade Aufnahme gefunden hatte. Taß ihr geschenkte Wohllvollen hatte sie derart mißbraucht, daß sie währe b der Abwe.en­dest der Wohnungsgeberin für über 6000 Mk. Sachen stahl und an einen hiesigen Althändler r erkaufte.

** Der M itteldeutsche Säuger» verband hielt ant Mittwoch im Saale des Hotels Einhorn^unter reger Beteiligung den 1. Fr ie» denS-Sängertag ab Nach einem von der Sängervereinigung Lollar flott und gilt Borgetra^ genen Begrüßrmgschor leitete ein Molin-Solo mst Begleitung von Streichquattett und Klavier (Air von Bachl eine Gedäckstnisseier für die Gefallenen stimmungsvoll ein. Alsdann nahm der Berbands- vorsitzende, Gehestweoat Dr. U s i n g e r, das Wort zu einer längeren weihevollen Ansprache, in der er nilt tief emdfunk'nen Worten der Gefallenen w FMr. die mit fröhlichem, mannhaftem Gesang hinauszogen, in schweren und schwersten Stunden

Kürneroben durch ihr Lied erfreut und aufge- n(Jtct daben, letzt aber stumm in fremder Erde ruhen. Ihr ckndenken durch Wort und Melodie in C.» m baltcn merbe allzeit vornehmste Pflicht deS Verbandes bleiben. Au die Ansprache reihte

, onsgewäblt, das Arioso vorr Händel Biolrw-solo^ an, dessen ernste feierliche Klänge tiefen Eindruck machten. Auch das schöne Klavier- guattett von Beethoven gelangte zum Bottrag und rand bei guter Wi'dergabe anbärätiae Qu» höret. ES^fvlgten geschäftliche Beratann^ über bie runrtme L rqannahtm imb das Arbestsprogramm De« Verbandes Tte von dem Bundesvorsitzentten des denwald-Bergsträßer Sangerhunto, Regie- rung5rat $ r ot e a t 11, gegebenen Anrenungen antrn icNane gummmuna unb feine Ermah-

Aur Stabt unb Canb.

G ie ßen, ben 28. April 1921.

Strompreiserhöhung.

Infolge der Kvhlenpveisethöhung wird mit Wirkung vom 1. Mai 1921 der Lichtstrompreis auf 3,20 Mk für die Kilowattstunde und der Kraft­strompreis aus 1,60 Mk. für die Kilowattstunde er» höht. Der Gaspreis ist bereits vor wenigen Tagen erhöht worden.

vorläufige Zahlungen auf die flörperschaftssteuer.

Born Finanzamt wird uns geschrieben: Nach betit Gesetz über vorläufige Zahlungen aus die Körperschaftssteuet vom 26. Märt 1921 RGBl. 1921 S. 342 sind die der Körper- schastSsieuer imterliegenden Erwerbsgesellschaften Mtiengesell schäften, Kvntman di tgesells chatten auf Aktien, Kolonialgesellschaften, bergbantoeibende rechtsfähige Vereinigungen unb niclstvechtsfä'bige Berggewerkschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, ferner sonstige Person en ve reim gungen mit wirtschaftlichem Geschäftsbetriebe, bereit Zweck die Erzielung wirtschaftlicher Vorteile für sich oder ihre Mitglieder ist verpflichtet, von dem Rein­gewinn iedes nach dem 31. März 1919 bis jetzt ab- .gelaufenen Geschästsialwos, wie er durch die Bi^ lcnrz, die Rechnung ober den sonstigen GesMfts- atjd Jub auSgewiesen ist, jeweils 1 0 v. H als oor- läusige Zahlung aufbie Körper sck,as t4steuer bis zum 1. Mai 1921 zu entrichten Für die Fvlgezeft ist die vorläufige Zahlung leweils binnen etnem Monat nach Feststellung der Bilanz, der 'Rechnung ober des sonstigen GeschästSabscbtusses zu leisten Bei ausländischen ErwetbSgesrtlschaften beträgt die vorläufige Zahlung 10 v. H. deS Ge­winns. der auf den imätchiscyen Grundbesitz und Gewerbebetrieb entfällt. Bei dem vor dem 1. April 1919 begonnenen Geschäftsjahr ist der für dieses GeschäftSiahr zu zahlende Betrag nach dem Teil des Reingewinns zu berechnen, der dem seit 1. April 1919 laufenden Teile dieses Jahres ent­spricht. Die oben genannten Erwer bSgesellschaften nxiben die vorläufig .zu zahlende Steuer von sich Vu berechnen unb ohne Auffordenmg pn die Sündige BezirkSkaise abzuführen. Ist der ge- übctc Betrag nicht rechtzeitig entrichtet, so hat «nnanzamt dem steuerpflichtigen einen Zu» O^ag »m 20 v. H der enbgülttt sHgesetzten Kör- crufzuerlegen. Tie vorläufig gv- »ablten Beträge nx-rben später auf die Wrver- schaflSsteu« abgerechnet, die bei der endgültigen Bermuagung festgeetzt wird.

Motorlose- Fliegen.

Luftströmen, da nur diele tragen. T« zweite.s<bu>>> Wir einem (Vfa>r sr wrt-vwll'g.ich- Wglichdit trs Steifens und!Lolli» smd di- Tagung eäm

Im Laufe des Sommers sollen ein wei rer Sängertag und ein Dirigententag mit anderlei^iiem Programm abgehatten werden

** Besitzwechsel. Verkauft rourtx das Hotel Lenz, Bahrchofstvatze 91/93, eüischl. In­ventar ; das Haus W.l«lntst«he 5 an Zahlmeister Milbradt; das Studentenheim früher EafS Ebel), Burggrabeii 9, an 2lpotheker und Fabrikant Pas­coe. Die Fvces'sche Unioerfitats-Buchhandlung, Seltersweg ö9, ging an T«r. Wolsgang Meyer über.

Bornotizen.

Tageskalender für Donners­tag: Markusiackl, Kirchstraße 9, 8 Uhr, Familien­abend des WartburgvereinS. Hotel Einhorn, 8 Uhr, Theater-Variete. Cafö Leib, 8 Uhr, Konzert einer Kölner Truppe. Lichtspieltheater, wie gestern.

Verlegung desOperngastsviels Das für Samstag vorgesehene Opcmgastspiel des Landestheaters kann wegen Erkrankungen nicht stattfinden.

Gesellschaft Liebig-Museum. Für das SoNtmerHalbjahr sind folgende Borttäge vorgesehen: Geologie der Mmtalinbuftric: Prof. Tr. Harrasvwitz, Chemie der Lahntalindustrie: Ge­heimrat Pros. Dr. Elbs, Die Lahntalindusttie vom wirtschaftlichen Standpuntt: Handelskammersekre­tär Mctschke, 2'te Lahntalindustrie vom technische Standpunkt: Ingenieur Brinkmann, Vortrag ton Sanitätsrat Dr. med et Phil. M. Kranz-Busch, Wiesbaden, über Mkrochewie und ihre Bedeutung für Medizin und Naturwissenschaft. Näheres wird im Anzeigenteil dieses Blattes jeweils bekannt- gegeben. In unserem gestrigen Bericht über die Gesellschaft Liebig-Museum muß es statt , von endokritischen Drüsen"von endokrinen Drüsen", ferner stattHypophysischen Präparate"Hypo- physis-Präparate" ^heißen. '

Der Gewerks chaftsbund derAn- ge st eilten veranstaltet nächsten Sawstag im großen Saal des HotelsGwßherzog von Hessen" einen öffentlichen Vortrag über 'Der Frie­densvertrag unddie Angestellten", zu dein der bekannte Dolkswirtschaftler und Boben- reformer Wilhelm Beckmann, Berlin, Mitglied des rsteickswirtschaftsrats, das Referat übernommen hat.

Starkenburg und Rheinhessen.

Der Rhein ohne Wasser.

wc. Worms, 26. April. Ter hiesige Rhein­pegel zeigte heute 65 Zentimeter, ein Wasser- stand, wie er seit Jahrhunderten nicht mehr be­obachtet wurde.

Kreis Wetzlar.

SelbstärwigkeitStzestrebungen in Bieber.

T Bieber an der Bieber, 27. April Unser Jndustrieort hat die merlroüti>tgc Eigenschaft, daß er drei Gemarkungen bzw. Gemeinden an- gehört, nämlich Rodheim, Königsberg und Fel­lingshausen. Ter Ort macht jetzt Anstrengungen, eine eigene Gemeinde zu bilden und sucht sich von seinen Muttergemeinden loszulösen. Die erste ge­meinsame Tat der drei Ortstcile soll die Errichtung eines eigenen Kriegerdenkmals für die Ge­fallenen des Weltkrieges werben.

Hessen-Rassau.

Der Löffelschlucker kommt ins Zuchthaus.

mc. Frankfurt a M., 27. April. Der 21jährige Aicheiter Heinrich Göckel.hat dem Ge­fängnis schon viel Kosten verursacht, berat nicht weniger wie sechs Löffel hat er verschluckt, um im Krankenhaus natürlich sofort nach der Operation auszurücken. Das ist ihm dreimal geglückt. Nun erhielt er wegen eines schweren Diebstahls ein Jahr Zuchthaus. Ein Komplize erhielt 10 Monate Gefiingnis.

Jubiläum der Handelskammer Hanau.

X Hanau, 27. April Die Hanauer Handelskammer, aus dem 1849 gegrün­deten Handels - und Gewerbeverein hervorgegangen, blickt heirte auf ein fünfzigjähriges Bestehen zurück. Ihr Bezirk erstreckte sich anfangs nur auf den Stadt- unb Landkreis Hanau, wurde jedoch im Jahre 1890 auf den Kreis Gelnhausen, 1894 auf die Kreise Fulda, Schlüchtern, Hünfeld und Gers­feld ausgedehnt. Seit IVs Jahren hat sich die Han­delskammer Hanau mit der Nachbarkammer Frank­furt a. M. zu einer Berwaltungsgemeinschaft zu- sammengeschtossen. Das Jubiläum wurde in ein­facher Form durch Festatt und Festmahl gefeiett.

Dillenburg stellt die Steuerzahlung ein.

Dillenburg, 27. April. In der letzten Stadtrerordnetenversammlung war die Uebctrocv hing des aus die Gemeinde entfallenden garantier­ten Anteils an der Reichseinkommen- st e u e r an bie Finanzkasse zu erörtern. Unter Bei­tritt zu dem Magistratsbeschluß wird einstimmig beschlossen, den Bürgermeister zu ermächtigen, die U e b e r w e i s u n g des auf die Gemeinde entfallen­den garantierten Anteils an der ReichseinVommen- steuer an das Finanzamt mit Rücksicht aus die Fol­gen a b z u l e h n c n. Es müßten noch 161 000 Mk abgeliefert werden, für die die Stadt keinen Ersatz hat. Da ferner nicht seststeht, wann bet Stadt der ihr zustehende Teil wieder zurückübernnesen wird, wird also die Ablieferung bisher konnte der der Gemeinde zustehende Teil einbehatten werden abgelehnt.

Schöffengericht.

Gießen, 26. April 1921

Ein Mädchen aus Pohlgöns Hit in der Entbindungsanstalt der hiesigen FemienNlnik eine Handtasche, in der sich zwei PortemomiaieS mit etwa 50 Mk. Inhalt, eine silberne Nadel, ein Schleier und ein Fläschchen Parfüm befanden, ent­wendet. Trotz ihres Leugnens wird die wegen Diebstahls bereits bestrafte Angeklagte überfühtt und muh ihre Tat mit vier Wochen Gef ä n g- nis büßen.

Wegen Beleidigung erhält ein Maurer aus Reiskirchen eine Geldsttase von 80 Mk. Er hat den dorttgen BahnsteigschaffnerDtetffacf" genannt.

Ein Bergmann von Lang-Göns und fein 14 Jahre alter Sohn sind mögen Dieb­stahls von Brettern und Satten im Werte von etwa 100 Mk. angeflagi Beide gaben die Weg­nahme der Sachen zu. behaupten aber« sie hätten sie für herrenlos gehalten. Nach der gcchzen Sach­lage konnten fie mit ihrer Ausrede keinen Glauben hnben. Der Vater erhält deshalb eine Woche Gefängnis, der Sohn dagegen die Strafe des gerichtlichen Verweises.

Ein Dachdeckerlehrling aus Kinzen­bach bat einem Landwirt aus Klein-Linden, bei dem et früher gearbeitet, und den er um einen Leib Brot anaegangen hatte, eine an her Wand hängende Taschenuhr im Werte von etwa 100 Mk. gtfMfen. Er wird deshalb zuzweLWochcnGe- tänflni* verurteilt.

Wegen Körperverletzung erhält ein Arbeiter aus Gießen eine Geldstrafe von 100 Mk Er hat einer Frau mit einem Flinten- laut gegen die Brust gestoßen und ihr damtl einen SÄag aur die Schuller verhetzt. In dem 5traf« befehl, gegen den er Einspruch eingelegt hatte, waren nur 60 Mk. gegen ihn ausge'v' ochen worden

Ein vielfach iH>rbeftrafter Arbeiter au3 Gießen Hal den Deckel eines Senkkastens, der schon beschädigt war. ganz entzivei geschlagen und entwendet. Der Stadt ist dadurch ein «schaben von 280 Mk. entstanden Mit Rücksicht auf seine Vor­strafen erhalt der rückfällige Dieb sechs Monate Gefängnis.

Eine Frau aus Rödgen ist ancuHagt, ihrem Dienstmädchen ein Stück Swsf ent­wendet und daraus ein Röckchen für ihr Angenom­menes Waisenkind angefertigt zu Itabcn. Trotz ihres hartnäckigen Leugnens hielt das Gericht sie für überführt unbjxnrrteilte sie zu drei W 0 che n G efa n g n i s. Straferhöhend wurde dabei die Gemeinheit der HaMungswcise dr'r Angeklagten berücksichtigt, die sich nicht scheute, ihr eigenes Dienstmädchen z u b e st e b I « n, und die dann noch die Kühnheit hatte, dasselbe wegen Beleidigung zu verklagen, weil es ihr den Diebstahl vorgehalten hatte.

Mehrere andere Sachen mußten wegen Aus­bleibens der Angeklagten oder zwecks weiterer Be­weiserhebungen vertagt werden.

Ein Zeuge, der fein Ausbleiben mit geschäft­licher Verhinderung telegraphisch entschuldig', hatte, wurde in eine Ordnungsstrafe von 50 Mk. genommen, weil das Gkricfot eine derartige ®nt- schuldigung für ungenügend hielt.

TCitttfi und Wissenschaft

DerWeibsteufel" in Schotten verboten.

vk. Schotten, 28 April. Tie Apflührung des TramaSDer Weibsteufel" von Start Schönherr, ist für Schotten polizeilich ver­boten worden Tas Gasd'piel des ehemaligen Stadtchealers Tirsckzau in Destpreußen, war für heute vorgesehen.

rtirchttche Nachrichten.

Freitag, 29., unb Samstag, 30. April: Pasz ab fest-Ende. 7. Tag. Ärvabd. 7.30. Mvrg. 8.30. Predigt. 8. Tag. Bovabd. 7.30, Morg. 8.30. Aüds. 7ZS il 8.35 Uhr,

Xirdie unb Schule.

Iah reSverftlmmlu n g

des oberhesfifchen Vereins für innere Mission.

Nach einer Sitzung des Vorstandes mit den Vertrauensmännern der lefanatr in der Sakristei begrüßte der Vorsitzende, Professor D. Schian, die öffentliche Versammlung im JobanneSsaal. c^öeh. Konsistorialrat D. Kayser, Buchschlag bei Frankfurt a. M., hatte seinem Vortrag über Gegenwartsprobleme und Auf* gaben der Inneren Mission" folgende Leitsätze mitgegeben:

1. Tie Umgestaltung deS ZenttalaussckmsseS in einen Zentralverband für I. M. hat der Inne­ren Mission neue Möglichkeiten des Einflusses auf das öffentliche Leben gegeben. Sie bedarf ber Durchführung in den Einzelgebieten durch Auf­bau von unten.

2. Tie so organisierte Innere Mission sollte nun auch ein in den Kirchenverfassungcn verankertes feste- Verhältnis zu den amtlichen Kirchen gewinnen ohne Beschränkung ihrer Frei­heit und Selbständigkeit.

3. Eine der brennenden Gegenwart-ftagen ist die der Jugendpflege und Jugend­bewegung. Sie sollten sich nicht au-schließen, sondern einander ergänzen.

4. Tie durch die Not ber Zeit eingestellte Tätigkeit der Jugendpflege schule sollte wieder ausgenommen werden, um ani Irr Jugend­bewegung l/erausgewachsene junge Männer zu Jugendführern zu bilden

5. Die Notlage der Vereine für Innere Mis­sion. am größten bei ihren idealsten Tätigkellen, durch Kollekten gemildert, ruft nach größerer B - Tanntfdxift mit dem Wesen und dem Wir* ken der Inneren Mission in den Gemeinden.

6. Tie Verkennung unserer Rettung-'« und Fürsorgeanstalten beim gwßen Pu­blikum ist ein b'trübende- Zeichen dieser Unkennt­nis. Eine Ergänzung der Fürsorgebeime durch eigentliche Fr au en Heime ist im Gang unb wirb weitere Ergänzungen nöttg machen zur Be­kämpfung ber Prostitution.

7. In diesem Kampf wie in dem gegen den Al ko holiSmus ist gemeinsames Vorgehen mit ber katholischen Mrche und der Humanität erstre­benswert. 8. Tie Notlage der Diakonissen Mutterhäuser und der Brüderanstalten ist nicht nur eine materielle, sondern besteht im Mangel an tüchtigem Nachwuchs Es ist Ausgabe aller Freunde der Inneren Mission, besonder- der Geistlichen, den Opfersinn liebender Hingabe zu wecken.

Tie Zustimmung der Hörer kam in einer leb­basten AuSspr a cke zum Ausdruck, die u. a Herausgabe einschlägiger Flugblätter unb -Zehrst ten, Schaffung von Lichtbildern. Veranstaltung von Besichtigungsfahrten nach Anstalten ber I. M. unb von Studienkursen für Pfarrer und Nichtgeist liche wünschte. Ter Einrichtung eine- Für- sorgeheims in Oberhessen wirt) bald nähergetreten werden müssen

Pfarrer Tittmar (Hausen) lud ein zur Freizeit für Helferinnen ber weiblichen Jugend am 18. b:- 22. Mai im Tiakonissenhau- zu Tarmstadt und ber Referent nir Tagung ber Süsuxitbeutfcbcn Konferenz für Innere Mission in Homburg v.d D- am 12. unb 13. Juni.

Ter Jahresbericht deS Vorsitzenden zeigte, daß da- Elonorenhofviz in Bab- Naicheim sich selbst erhält: Eine Grüntpmg be# zu seinem 75. Geburtstag beglückwünschten, leider abwesenden D. Schlosser, wie die Gießener Herberge zur Heimat". Während ihre Schwestern in Wetzlar und Frietckerg eingingen, muß die Gießneer gehalten werden: sie mußte wegen Herstellungen nach Schluß der Lazavtt- benutzung zu einer vom Kreis Gießen gewahrten Beihilfe eine Berücksichtigung der Notlpende für Innere Mission erbitten. Bei der Begründung der cvang. kirchlichen Arbeitsgemein­schaft für Oberhessen half der D^em mit unb bet Eintritt dc- Dor itzenden deS Oberh-ss^AuS- schusse- für BolksMisilon. P'arrers Knodt-Schlitz, in den Vorstand deS Vereins verLürgt wettere Zusammen ar bett. Ter Beitrag für Deziehor der Grünen Blätter^^ wurde auf 6 Mk. erhöbt Ein eindrucksvoller Gottesdienst mtt Prrtngt des Schlitz« O bet Pfarrers, verschönt durch drei treff­liche Chore des Kitchengesangveveins, tn bettabt- kttche beschloß die Tagung.