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Nr. 98

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Erstes Blatt IN. Jahrgang Donnerstag, 28.2iprll 1921

O jÄf O Annahme von Anzeigen

für die Tageanummer bi»

GietzenerAnzeiger W

General-Anzeiger für Oberhessen DW

Dntd und Verlag: vrühl'sche llniv.-vuch- und Zleindruckerei R. Lange. Zchriftleilung, Seschäflrftelle und vruckerei: Schulftratze 7. ^tiiTV©"*6**

Der Uebersall in Bozen.

Im deutsch-italienischen Bozen hat es am vergangenen Sonntag ein blutiges Nachspiel oder vielmehr Bcgteitspiel zur Volksab­stimmung im deutsch-österreichi­schen Nordtirol gegeben Die Bozener veranstalteten anläßlich ihrer Messe ein Trach­tenfest, das gar nichts mit der Anschlußbewe- flunfl'rm Norden zu tun hatte,-sondxrn ein süd- tirolischeS Feiertagsvergnügen ttrar. Der ita­lienische Generalzivilkommissar Credaro hatte persönlich die Messe eröffnet und sie als ein glückliches Unternehmen für die Förderung des Handels von Nord und Süd begrüßt. Niemand dachte an eine politische Demonstra­tion außer 200 italieni scheu Fas- z ist en, die schwerbewaffnet aus Verona ka­men und über die deutschen Bauern hersielen. Mehrere Tote u* viele Verwundete waren das Ergebnis der Rauferei, bei der die Deut­schen festgestelltermaßen die Angegriffenen ttxrren. Die Faszi, Freischärter der Staatsorte nung, meist Studenten und sonstige jüngere Elemente, die bisher der schwer gefährdeten bürgerlichen Gesellschaft gegen die Kommu­nisten zu Hilfe kamen und damit eine nützliche Aufgabe erfüllten, scheinen sich als Vertei­diger des italienischen Nationalismus wider die unglücklichen Deutschen Südtirols aufzu- spielen und damit namenloses Unheil stiften. Hu wollen. Sie kamen mit eisenbeschlagenen .Knütteln nnd mit der Varole. daß esdies­seits des Brenners keine Deutschen mehr, nur noch Italiener geben dürfe".

Die Regierung in Rom hat von dieser neuesten Schwenkung der Faszisten gewußt, nnd sie hat nichts getan, irm die seit tamrem angekündigte Gewalttat zu verhindern. Das ist itmfo bedauerlicher, als der nationale Zwist anläßlich der tirolischen Anschlußbewegung auch nach Reichsdeutschland herüber - und in unsere derzeitige traurige Lage hineinspielt'. Der(Sortiert della Sera" wandte sich ganz kürzlich wieder aufs heftigste gegen Deutsch* land, das angeblich die Tiroler Jrredenta un­terstütze: Deutschland werde es sich darum selbst zuzuschreiben haben, wenn Italien sei­nerseits nunmehr Repressalien übe und ge­wisse Forderungen Frankreichs unterstützen werde. Also eine deutliche Drohung im Zu- samnienhang mit der deutschtiroler Frage! Gegenüber solchen welschen Ränken hat man in Reichsdeutschland nur ein Achselzucken. Die Wahrheit muß ja doch einmal an den Tag kommen, die Wahrheit nämlich. daß wir uns über jede gesamtdeutsche Re­gung in Nordtrvol und Südtirol herzlich freuen, daß wir jedoch unter dem furcht­baren internationalen Druck, unter dem mir unS zur Zeit befinden, weder Zeit noch Lust haben, irredentiftiscke Bewegungen zu unter­stützen. Es muß alles von selber kommen, ohne unser Zutun. Dir im Reiche kämpfen ja auch um unsere nationale Existenz. Den Südtirolern ist Mitte Mai die Gelegenheit geboten, diesen Kampf zu führen, Mitte Mai bei den Dahlen zum italienischen Parla­ment. Auf vier deutsche dlbgeordnete rechnet man sicher. Das sind nicht viel. Aber wenn sie ganze Männer sind, werden sie festhatten an der Forderung der Autonomie. Die italienische Regierung ist den Deutschtirolern in gewissem Sinne entgegengekommen durch die Festlegung zweier getrennter Wahlkreise in Südtirol. Aber es wäre folgerichtig ge­wesen, wenn die Regierung nicht auch durch Einführung der amtlichen Bezeichnung ,.Ve­nezia tribcntrna" eine Einheit des Landes zwischen Brenner unb Veroneser Klause vor­ausgesetzt hätte, die nickt besteht und die mir .den Trientinern, niemals den Deut­schen genehm wäre. Ganz abgesehen von der falschen historiscken Vorstellung, die diese Be­zeichnung erweckt denn was hat Venedig rn der 'Geschichte, in der Kultur und im Geiste mit Passeier zu tun! kann es auch rein staats- und verwaltungstechnisch nur von Uebel sein, wenn eine Provinz so hete­rogene Elemente vereinigt, wie das in dieser Vene-ia tridentina" der Falt wäre. Die Zeit wird Feuer und Wasser scheiden. Für den Reichsdeutschen aber gelten die Worte, die ein anderer Bergler, der Steiermärker Rosegger in seinenVolksreden" schrieb: Unsere Brüder unter fremden Völkern dür­fen wir nicht verlassen. Ihr weltlich Gut, das sei ihre Sorge allein. Mer ihre deutsche Seele, die müssen wir ihnen helfen schützen und erhalten. Denket, wie einem deutschen Manne zu Mute fein muß, wenn der deutsche Boden gleichsam unter seinen Füßen ihm weggezogen wird, wenn er sieht, wie seine Kinder und Kindeskinder aufgehen müssen in einem fremden Volk, das keinen Goerbe und Schiller hat. Tie Hauptsache, die Treue, die mich er selbst haltens"

Die Anschluhsrage in Desterreich.

S a l z b u r g, 27. April. (WTB.) Im Land- t a g wurden folgende A n t r ä g-e einstimmig angenommen: Ter Landtag legt Verwahrung em gegen den von dem französischen Gesandten m Wien unternommenen Sckwilt. der nicht im. stände sei, die Bevölkerung in ihrem Ansckrttlßge- danken wankend zu machen Tie Volksabsti m- mung im Lande Salzburg ist am 29. Mai vorzunehmen, falls nicht burd) die Bundcsregie^ rung ein früherer Termin für das ganze Reick festgesetzt wird. Tie Bolksabstimmungsiragc hat zu lauten: Wird der Anschluß an Teutsckland ge- fordert?

Linz, 27. April. (WTB.) Im Landtage brachten die Großdeutschen einen Antrag ein, in welchem Bundesregierung, Nationalrat und Bundesrat mifgefordert werden, das eingebrachtc Gesetz zur Durchführung der B o l k s a b st i m mung über den Anschluß der Republik Oesterreich an das Teutsche Reich zur Verabschiedung zu brin- ge*n, andernfalls würde die Volksabstimmung im Lande Oberösterreich selbständig vorgcnommen. Für diesen Fall wird die oterösterreichffcte Regie­rung ermächtigt, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Ter Antrag mürbe unter stürmischem Beifall einstimmig angenommen.

Das Verhalten Amerikas.

London, 28. April. (Wolff.) Wie Reu­ter aus Washington meldet, erhielt die a m e r i k a n i s ch e R e g i e r u n g bis gestern nachmittag keine von ermächtigter Seite her- rührende Benachrichtigung über die Hal­tung der Alliierten. Unzweifelhaft wird das Staatsdepartement den Empfang einiger Angaben über die Annehmbarkeit der deutschen Gegenvorschläge abwarten, ehe es nach Berlin Antwort erteilt.

Paris, 27. April. (Wolff.) Havas er­klärt sich in der Lage, bestimmt versichern zu können, daß die amerikanische Re­gierung nach Kenntnisnahme der neuen deutschen Vorschläge erneut ihre Absicht be­stätigt habe, fernerhin die Stellungnahme zu tvahren, die gestern nachmittag Briand im Partarüent klargelegt habe; mit anderen Worten: die Vereinigten Staaten würden keinen Schritt unternehmen, ohne sich vor­her vergewissert zu haben, daß er den alli­ierten Regierungen angenehm sei.

Berlin, 28. April. (Priv.-Telegr.) Blättermeldungen aus London zufolge sind dort Nachrichten aus Amerika eingetroffcn über die wahrscheinliche B e r e i t Wil­ligkeit Amerikas, in itDeutschland weiterzuverhandeln, um eine Grund­lage für neue Besprechungen zwischen Deutsch­land und den Alliierten zu finden. Amerika wird vermutlich Frankreich zu verstehen gc ben, daß eine Besetzung des Ruhrgebiets Amerika unangenehm fein werde, solange nicht alles versucht worden ist, um vorher zu einer Verständigung zu gelangen. Im Falle einer Weigerung Frankreichs sollen England und Italien gebeten werden, die neuen Pläne Frankreichs nicht zu unter­stützen.

Paris, 27. April. (Wolff.) lieber die Haltung der Vereinigten Staa- t e it sagt das Journal des Tebats, offenbar halbamtlich beeinflußt, die ameri- kanische Regierung habe die deutschen Vor­schläge nickt an die verbündeten Regierungen weitergegeben und werde dies auch nicht tun, aber sie habe Wert darauf gelegt, sich mit dem französischen und mit dem englischen Botschafter rn Washington darüber zu be­sprechen. Im Laufe dieser Besprechung, die gestern im Staatsdepartement stattgefunden habe, habe der französische Botschaf- t er nicht 'verfehlt, darauf au f me r f fam zu machen, in welchem Grade d i e deutsche Note bei der französi­schen öffentlichen Meinung Anstoß erregt habe. Der Schlußsatz macke für die Verwirklichung der deutschen Vorschläge zur Vorbedingung, daß die Sanktionen unterdrückt würden, daß O berschte sie n ganz an Deutschland falle und daß eine internationale Sackver''andigenkom misfion zusammentret'' Tamil verliere der Tert der Vorschläge von vornherein zum großen Teil seinen Wert. Es scheint, so fügt das Blatt hinzu, daß die Regierung der Vereinigten Staaten sich darüber klar ist.

Paris, 27. April. 'Wolff.) DieChi­cago Tribüne" meldet aus Washington: In wohlunterrichteten Kreisen herrscht volles Vertrauen, daß bei gegenwärtige 9Loten- austansch über das ergänzende deutsche An­gebot zu einem UebereinFommen führe.

Paris, 27. Avril. (Wolff.) Havas mel­det: Die letzte Nacht übermittelte Nachricht aus Washington, daß die deutsch e n Vorschläge in Amerika einen gÜnsti - gen Eindruck bervorgerufen haben, Minunt aus fcn&Uidiet Duelle.

Berlin, 28. April. (Priv.-TelZ Wie die Doss. Ztg. hört, hat der englische Botschafter in Berlin Lord d'Aber- non gestern Reichsministcr Dr. SimonS ausgesucht, der ihm erläuternde Erklärungen zu den deutschen Vorschlägen machte.

Beratungen in London.

London, 28. April. (Wolff.) Tas Ka­binett hat gestern im Laufe des Vor­mittags die deutschen Vorschläge für die Reparation geprüft.

Paris, 28. i'lprit. (Wolff.) Nach einer Havasmeldung aus London wurden die Besprechungen zwischen den belgisck>en, fran­zösischen und englischen Sachverständigen gestern nachmittag fortgesetzt. Es wurde bc schlossen, zwei englisch-französi­schen U n t e r ko m m i s s i o n e ii, die heute zusammentteten werden, die Prüfung ver schiedener Fragen zu übertragen, besonders der Kohlen frage Der qesttige Tag endete mit einer wichtigen Besprechung zwischen Loucheur nnd Iaspar.

Louchenr in London.

Paris, 27. April Wolff > Havas inc'tet: Louckcur trat gestern rorm t'an in London ein imb unternahm sofort einen Schritt bei der engtischeu.Regierung. Da diese am em io balbneS Eintreffen Loucheurs nicht torfemtet war, kannte sie nicht sofort ihre Sachverständigen an* geben, die heute mit den französischen in Fühlung treten sollen. Loucheur stattete nachmittags Llaich George einen Besuch ab.

Eine Festsetzung öe$ Wie-erherftellung8a'u5schusse5.

Paris, 28. April (WTB., Havas. Die Re­parationskommission beschloß am Grund des Artikels 233 des Versailler Vertrages den Be­trag der Schäden, für die Deutschland nach den Bestimmungen des Artikels 232 und des An­hanges zum Tell 8 des Gesamt Vertrages für die Reparationen schuldet, aus 13 2 Milliarden Gold mark festzusetzen.

Bei der Festsetzung dieser Ziffer nahm die R.-- parationskomMission von ter Summe der Schaden die Abzüge vor, die notwendig sind, um die in Ausführung des Attikels 238 bereits geleisteten oder noch zu leistenden ZurückerstattuMcn zu berücksich­tigen. Infolgedessen werden diese Zurückerstattun­gen nicht gut geschrieben. Die Rep^rationskommis- sion hat in die oben genannten Ziffnn die Sum men nick t mit einbegrirc i, dir den Verpflichtungen entiprech.'u, die Deutschland außerdem in Aus­führung des dritten Absatzes bea Artikels 233 zu übernehmen hat, nämlich bi? Zurückzahlung oller Summen durchzuführen, bi* Belgien bis zum 18. November 1918 bei den änderten und assozi­ierten Regierungen geliehen hat, einschließlich 5 Prozent Zinsen jährlich

Herr von O e r t e n, der in Abwesenheit Bergmanns an der Spitze d r ttriegolasienkom- mission steht, wurde gestern abend 9 Uhr vor die Reparatwnskommission berufen, bi* in amtlicher Sitzung tagte. Ter Borsitzente brach!' Lerten namens der Kommission die obig' Enticheidung zur Kenntnis. Diese mündlich' Mitteilung wird der Kriegslastenkommission schriftlich bestätigt. Eine Entscheidung dc» Votschasterratc»

Paris, 27. April. 'Havas Ter Botschaft t c r r a t ist heute jufammengefommen und be­schäftigte sich mit der Note der deutschen Regierung vom End- vorigen Monats, in ter diese gelten hatte, die Memungsversckiedm- beit, die zwilchen ihr und der interafliiertfli Kontrollkommission bin sichtlich der Ausführung ge­wisser Bestimmungen militärischer Art des Ver­sailler Vertrages entftanben waren, einem Schiedsgericht zu unterbreiten. Auf Vor­schlag bei interalliierten Militärausschusses lehnte der Oberst? Rat oas deutsche Am'ucken ab und bestätigte ine von der Berliner Kontrollkommission getroffene Entscheidung.

Eine Kritik desTempi".

Paris, 27. April. WTB. TerT e m p i" und dasJournal des Debats" fehlen die deutschen Vorschläge, als zu weit unter dem Erträgnis stehend, das das Pa­riser Abkommen pon'ebe, ab DerTemv i" stellt eine Reihe von Fragen hinsichtlich der deut­schen Vorschläge Er möchte vor allem nriven. ob die Restsckuld der 20 Milliarden Gold- mar k aus Art. 235 des Friedensvertrags von Versailles in der vorgeschlagenen Summe ent­halten sei Des ferneren will er wissen, ob Deutsch­land die feoueftrierten Güter im Ausland frei- gegeben würden, und ob Deutschland die Zurück­zahlung der bereits erfolgten Liauidationen be­anspruche. TerTemps" möchte auch reinen, ob bei der Entlastung Deutschlands von unproduktiven Ausgaben etwa auch die Kosten tür die Besetzung am linken R beinufer gemeint seien Das Blatt wendet fick auch dagegen, daß Deutt'chland die sofor­tige Aufhebung der Sanktionen oer- (ange. Man müsse also die Ruhrhäfen räumen und die neue Zollgrenze wieder auf beben. _ Das Blatt kommt deshalb zu dem Schluß, daß die deutschen Forderungen den Friedensvertrag um­stoßen und die Verbündeten fast aller Garantien berauben würde. Die Vorschläge rechtt'eitigten also vollkommen die feste Sprache, die Miniftermän­dern Briand, ohne die deutschen Vorschläge zu feanai geM« habe, .

Pari-, 27 April Wolff.> TerRappel" findet die Vorschläge burchaus unanrdiinVar D- 4 Abkommen von Paris habe fefti c e d Iabrrs» Zahlungen im Gesamtbet a c von *22h Millia den Mark in 42 \3abrnt vorgesehen, fotenn nick* icft» stehende Annuitäten in Gesiall einer uvdjprJkn» tigelt AnssUhrabgabe, deie» Gesanttbrttag man m 42 Fahren am 70 Milliackni Goldmark hätte schätze t können. Deutschland biete also Ob URil- harten weniger an, als das Abkommen von 'Ban« vorsehe. Tatsärttick übetsckwei'e bteier Plan f.iuut ten von London, well er vorsehe, bih bürd' leine Annahme alle anderen Verpslil iMtnen Denvch- laudo als getilgt mtgefebni nx*rben müßten T iS, beweise also, dtß die adv Mi0i ndc.i <^o.binark- Lieferung abgezogen wecken müßte und dap tu Wirklichkeit also Deutt'chland im Augenblick 13 Milliarden anbiete.

Pie Sewaltpläne Frankreichs.

Pari i, 28 April WTB ) Marcel 5) u 11 it berichtet demEcko bc Paris", dost selbst, reim die deutsche Regierung von heute bis Sxunslag der Reparations-onnnifsion hölcrv Angebote marfien werde, Xcutfdianb die Sanktionen wohl nickt mehr vermeiden werte Selbsb wenn -Franfreich ganz allein morscheren mürbe, set es en lick Tosten, nicht irrchr auf teu guten Willen ein.S l^'eine.S. der in Wirtlichkeit schleck>te,t Willens fei, zu U rnen Alle Vorbereitungen seien getroffen. Man habe die Ernährung von 3 Millionen Ein^ nvHuer im Wmfalk v'rgeefen. Aber fciij, 'Blatt ta'rbc twr Ende b*r Lontener .üvnstren'z. wahr­scheinlich vor Ende der nädjftcn Wock- mtsgeführl w.ndrn Deshalb glaube man, daß die Be­setzung des Ruhrgebietes »zwischen dem 7. un b 1 5. Mai ausgefühtt werde

Paris, 28 Avril 'WTB.^ TasEcho be Paris" unb ander? Blätter behaupten, int O'uck d'Orsah seien Berichte aus Essen eingetroffcn, daß im Ruhr gebiet von denTeutschen be­reits Baracken für die Unterbrin« g u*n g der französischen Truppen er­richtet würden. >'!)

Paris, 28 April. sWTB.) Wie der ,/Petit Parisien" mitteilt, re ar gestern m Paris da- Gerücht verbreitet, daß die IahreSklasse 1919 brüte ben Mobilisternngsbesebl erhalten werde. Tiefes Gerücht habe sich noch nicht bestätigt Ab« es scknne fast als sichor, angesickts der m Lhmpne ins Ange gefaßten Maßnahmen, daß die Mo­bilisierung bald erfolgen werde Es sei ronbrfdxrinlidh daß die Frage heute vormittag im Minislerrnt geprüft werde

Paris, 27 2lpril. tWolff.' An Senat fügte Briand seiner in der Kammer abgegebenen Er­klärung nach estiem Havas-Bericht noch hinzu, intern er nut "bie Kundtebungen anläßlich der Beisetzung ter früheren deutschen Kai­serin himmes:Dir haben bv* Pflickt, beunN ruhigt, ja sogar ängstlich zu lern/'

Daily Mail" über da» Hauptziel Frankreich».

London, 28 April «'WTB jDaily Mai^ meldet: Zn amtlichen politischen Krei­sen besteht keinerlei Neigung, in die be- zct cknendc einstimmige Ablehnung der deutschen Vorschläge durch de fran­zösische Preise eiNAu stimmen. Man tönne ent­nehmen. baß bei ter Erörterung her gesamten Re- paratinnsftagen am Samstag durch den Oberst« Rat. der Einfluß Englands und Fta- licns juir Verhinderung einer über­stürz t e n Alt io n kräftig genug fein werde. Ti* Ansicht greift immer mehr um sich daß bei auvtziel Frankreichs überhaupt nickt die N-paration. sondern die Befetzunn he$ Ruhrgv- bietes unter irgendeinem Vorwande ist

dem Reiche

Die Verfolgung von KrirgSverbrechen.

Berlin, 28 April lPriv -Tel) Die Ä o a « litionsparteien des Reichstage- haben ge­meinsam mit ten Mebrheits'vzial'sten einen Ergän­zung saMrag zu dem Gesetz über die Verfolgung von st niensverbrechen emgebvockt. Der Antrag sieht bie Anberaumung einer HaupwerHandlung tettch ten Oberreichsanwalt vor, auch hmn nach feinet lleber-eugima kein genuaenber Anlaß besteht, eine Anffagesckrift einzureichen In der Anklage ist bK Tat, bie den Gegenstand des Ermit^ungsver- fahrens ober der Voruntersuchung gebil'et hat, unter Hervorbebung ihrer gesetzlichen Merkmale und des Strafgesetzes ;u bezeichven

Uu» dem Memelland.

B er ltn, 27. April. Wie dasB. T." aus Königsberg meldet, find im Memel- tand Bestrebungen im Gange, bie für daS Memelgebiet das Selb ft bestimmungs­recht verlangen. Ter Forderung nach einer Abstimmung sind auch Nichtdeutsche beigetre­ten, die Burger Deutschlands waren und eS weiter bleiben wollen.

Ein weiterer Kommunistenprozeß.

Berlin. 27. Aprll. ^WTB.'.Das Urteil tn dem Lommunistenprozeß wegen des Anschlages gegen das Elektrizitätswerk ,.U n t e r f v r e e" lautet: Gegen Wingeniny wegen Verbrechens gegen das Sprengstoffg^'etz unbroe*en unbefugten Waffenbesitzes sowie Widerstandes gegen bie Staatsgewalt auf 10 Jahre 6 Monate Zucht­haus, gegen Schwalbe wegen des gleichen Ver­brechens auf 7 Jahre Zuchthaus, gegen Vierkorfch auf 5 Jahre 5 Monate Zuchthaus. Ofcaen bie übrigen Angeklagten wurden Gefängnisstrafen oq XÄßät

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