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Dienstag, 27. Pcjcmbcr 1921
171. Zayrgang
Erstes Blatt
’Dtthe üix’r bte Vorschlag«, trat benen der Cbcrfle
Tie Unruhen in Äcqypten.
nai
61 r e
am
einem Untcrfriebcn«brcife von 50 Pfennig den Zentner gewährt werben. 3n einer Zelt.
ber heran, wo die plötzliche Kälte
alles Obst und Gemüse erfror.
und
an den Bäumen noch Blätter und
v.
Septem- etnfehte Wo sich Knospen
Boden.
Sv kam die zweite Hälfte des
dem Reichs rat
Gesetzentwürfe _ _
Ausfuhr von Waren nur unter ber Beding >ng erteilt wirb, bah ber Ausfuhrwert in 4uit- lanbSwahrung fern Reich zur Verfügung gestellt w.rb Der Rrichskomm.star für bic Au»- unb Einfuhrbewilltguna toirb durch bas Gesetz ermächtigt. Ausnadmen von ber angeführten Be-
pazifistische Gruppe gebe, vor allem unter den Arbeitern, aber auch nicht wenige Finanzleute gehörten dazu. Sie hätten begriffen, bah außerhalb be« Frieden« nicht« geleistet werden tonne. S« scheine ihm aber, dah man oon dem Fried.-n noch viel weiter entfernt sei. als nach dem
Hilfe zu schicken, wenn sie auch noch so klein ist. Geben Sie uns nur ein Etwas, auch Dafür werden wir dankbar sein und mutig und freu« dig Weiterarbeiten.
(amte studierende Jugend ist in den i k cingetretcn. Zaglul ^atdia und die anderen verhafteten Rationalisten bleiben In
Suez unter militärischer Bewachung di« eine Entscheidung über ihren künftigen Aufenthaltsort getroffen ist.
Die Novelle zum Umsatzsteuergesetz vom 24.12.1919.
Paris, 26. Dez. (Dolfs.) Wie HavaS aus Malta meldet, erhielten zwei englische Regimenter den Befehl, sich zur Einschiffung ch Aegypten bereitzuhalten.
Der ..Aeuyork Herald" meldet auf
Kairo: Gestern kam es wieder zu Un ruhen. Dabei wurden fünf ägyptische 6 tu- deuten getötet und zwanzig verwundet.
Kairo, 26. Dez. (Wolff.) Fast die ge
Die Not in Rußland.
Dem Briefe eine« im Hungergebiet a n fäsfigen Russen entnehmen wir folgende Schilderung:
Born Mai bis Mitte September 1921 ist kein Regentropfen gefallen, Gras und Kraut des Wiesenlandes vertrocknete unter den heißen Winden. Unsere einzige Hoffnung blieb noch das Obst, das jedoch bei und so wenig kultiviert ist. Die Bauern bemühten sich bei dem Mangel an Flüssen, Teichen und anderen Wasserquellen die Obstgärten vor dem Ter- trorfnen zu bewahren.
DaS Aussehen der Leute wurde mit jedem Tage schrecklicher. Bei manchen schwoll daS Gesicht furchtbar auf. andere sahen vollst m- dig abgemagert mit aufgeschwollenen Bäuchen
Tie Cebeiibiirgcr Abstimmung.
Budapest, 27. Dez. (Ungar. Kort.- Bureau.) Die interalliierte Generalkommif- fion in Oedenbu rg veröffentlicht eine .Kundgebung, dah infolge 2lnerknnung des Abstimmungsergebnisses durch die Botschaf- terkonserenz im Sinne des Abkommens von Venedig das Abstimmungsgebiet in den Besin Ungarns gelangt. Die Uebernahme erfolgt am AeujahrStage.
Rat in öarmrf befaßt werben
Auf Wunsch de« TorHrenben bei Kammer- ausfchussc« erklärte Snanb. bic von ihm verlangten Xolamentc über die Oricntangelegenheiten werbe er demnächst unterbreiten.
Aus Helsen.
Sine Erwiderung v. Brentano«.
rm Da rmstabt, 26. Dez. Der Minister Brentano erläht gegenüber ber Derbst ent-
Die .Industrie- unb Handelszeitung' do richtet, bah im Ruhrrevier den Bergarbeitern bi» zu 120 Zentner Deputatkohle zu ..... — für
[ommilfar, hier Abhilfe zu schaffen und die tiber- mähige Zuteilung durch eine vernünftige Rationierung im Wege der Verordnung zu regeln.
Briand und Lloyd George.
Pari«. 26. Dez lWTB.) Lloyd George. ber beute vormittag von London nach (Sanne« abgereift ist. bat um 5 Uhr nach- mi'lag« Par.« paffiert. 6r wurde namen« bei Tli i'terfräfibenten vom Unte- ftaatefefretär Tif- fier begrübt
Pari«. 27 Dez (WTD) Ministerpräfidenk Briand hat gestern bei der Durchfahrt Lloyd George« durch Pari« mit diesem eine ungefähr halbstündige Unterredung gehabt
L o n d o n. 27. De-z. (WTD) Die .Times" will toiffen. bah Lloyd George und Briand grundtätzlich beschlossen haben. Befprechungen mit ber Sowjet-Regierung aufzunehmen. Der Bolkskommtstar für auswärtige Angelegenheiten T f ch i t f ch c r i n sowie fein Mitarbeiter Litwinow würden zu diesem Zwecke für Anfang nächsten Zähre« nach London eingeladen wer- den. Al- wahrscheinliche« Datum für den Anfang der Besprechungen werde der 8. Februar an* gesehen.
llr. 50.3
Der Gießener lajeiaet erschein« täglich, anher Sonn, nnd 5etertaqs. moealti*eBeiig«rti1r Vst» S^v «nicht. Träger- lob«, durch die Post VU». 7.50 einfcht gelb, auch deiNichtersch«. Ui cinjelntr Nummern kfolge höherer Gewalt Aernsprech-Lnschlütl«: ftrbieSdjnftlrttunq 112; für Druckerei, Verlag Hb 'S es chä,«.stelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Gietze».
pet1*Hfeite:
Lrenksnrt a. Bl. II6M.
Aus dem Reiche.
Verhaftung von Kommunisten in Kastel.
Kassel. 26 Dez. (WTB) Hier wurden, wie das Bolksblatt meldet, einige Mitglieder ber Kommunistischen Partei auf Grund eine« Haftbefehl« be« Untersuchungsrichter« verhaftet Die Verhaltungen merben in Zusammenhang gebracht mit versuchten Sprengver- brechen auf bic grofiten Gisenbahnvervin- dungsbrücken über die Fulda. Da« Spreng- i erbrechen hangt mit den Märzunruhen »ufamm n und sollte Truppen- ober Pvlizeinachzüge in b.i« mitteldeutsche AufstandSgebiet verhindern.
Tas Tcputat brr Zcchrnarbritrr.
versetzt werbe, bte Vorschrift des Zahlm-gs plane- über die unmittelbare Örbebung ber 25prvzcntigen 2ttgabc tal'ächtlch zur Durchführung zu bringen, sali« ba« Gauantiekom.tee lies al« noltnenbig betrachten unb ein entfprechenbe« Verlangen heilen tollte. Die Orjüllung dieser beiden Forderungen wurde dem Garantrekomitee von der deutschem Regierung xugetagt. Zw« Gesetzen twurse. bic bic Zu age eftüllen sollen, sind Egangen. Der erste der beiden vor. bat) bie Bewilligung zur en nur unter ber Be.ing ing
Wafsenstillstande.
Pari «^ 24. Dez. (Wolff.) Der .Gau- l o i«“ schreibt un:er ber Uebe schrift: »Bon ber Zttu ivn zur Wirktid'ef,d e öste..t'iche Meinung in Frankreich lei geneigt, von ber Schwäche derer zu sprechen, denen die Aufgabe zufalle, ihre Sache zu terteibigen. GS fei zwei cLo&ne möglich, das) urvtümer begangen werden, jedoch müsse man die tiefe Urfache der Enttäuschung in der Tatsache suchen dast man in Frankreich zu lange mit Bebar.l chleit die Wirllichkeit De.tinnte. Man habe geglaubt, bah bie Freundschaft Amerika« einen Beistand ohne Grenzen unb ohne Reserven nach sich ziehen werde. Man habe auch angenommen, bah sich ein Einverständnis der I Böller bei der Erfüllung be« Reparation«- und Li^erheitSprogramms für Frankreich zeigen werde Die franzöfifche Politik müffc, fo tage man, sich der europäischen anpafsen, aber man füge auch bah, wenn man von ber Rheinfrage spreche eher von den Reparationen, man bic Franzo'e r aU Imperialisten betrachte, die den allgemeinen Frieden störten unb sich der Lösung der wirtschaftlichen Krise wideisenten Wenn man allo nicht die Fensterscheiben einschla- gen wolle. waS zu nicht« führe, müffe Frankreich mit der Verteidigung seiner Interessen mehr Geschicklichkeit. Anpassungsfähig- feit und Takt, zeigen, was sich aber schwer mit dem berechtigten Gclübl von Gerechiigfct gegenüber bei französischen Sache und der Unantastbar- feit feine« Rechtes vertragen würde Ob man wolle oder nicht. Frankreich mühe bie notwendigen Folgen einer Umgestaltung tragen, bie bic menfch- Uche Widerstandsfähigkeit überschreiten.
Ter Hetzer Poincar^.
Pari«. 26. Tez. (Wostf.) Die _®re Aou- I pelle“, weift darauf hin. dah Poincars in feinem gestrigen Artikel im .TempS" Lloyd ! George anllage. Frankreich auf den Olymp I geführt zu haben, von wo au« man inmitten der I Wolken die ungeheuren Pläne für den euro- ! päischen Wiederaufbau erblicke. Dar- I über könne sich PvincarS nicht trösten denn er | halte unbedingt daran fest, dah die 3ntcvcHen Europas mit denen Frankreichs im Widerspruche I stünden Rach Poincarc könne sich der Wiederaufbau Frankreich« nur durch den R:ii Deut'ch- I land« wlliiebcn Für seinen patrioti'chen 2lppc- I tjt brauche er nicht den Ruhen der Arbeit, au« Ibem ter Sieger wie ber Bestente Gewinn ziehen I könne, fvndem das Pfund Fleisch Shylvcks.
Briand im Kammerausschutz.
den Zentner gewährt werden. 3n einer dctt. wo bic gesamte übrige Bevölkerung bc« Lande« nun schon feit Zähren an einer fast unerträglichen Kohlennot leibet und für da« wenige, wa« ihr ugcteilt wird, schier unerschwingliche Preise zahlen muh, erscheint ein Deputat in solchem Ausmahe als ein Unding, zumal man al« sicher annehmen kann, bah von blesen 122 Zentnern ein nicht unbeträchtlicher Teil verschachert wird ES Ware eine dankbare Aufgabe für den Reich«lohlen-
Tir ^lottcnsragc in ÄVashiugton.
Pari«, 26 Dez <Wolff s Da« .Journal de« Debat«' veröfsentlicht eine Meldung aus Washington, nach der Balfour dem fron- zöfifchen Delegierten öarraut auf die Weigerung Frankreichs, eine Tonnenzahl von weniger al« 90 002 Tonnen Unterfeebooten anzunehmen. e. klärt hätte, diese Ziffer bedeute eine Drohung für Grotzbritannien. öarraut habe gegen diele Auffassung protestiert unb auf den defenstven Standpunkt Frankreich«, da« den Frieden wol.e, hingewiesen.
Ba l t imv re, 26. Dez. <Wolff ) Rach einer Meldung der .Sun" herrscht in gewissen Kreisen der Washingtoner Konferenz der Eindruck vor, bah Staatssekretär Hughes beabsichtige, auf die Frage ber Abrüstung zu Lande zu- rückzukornmen, nachdem die Frage der Abrüstung zur See geregelt fei
Washington, 24. Dez. lWolsf.) Reuter meldet: Der Flvttcnausfchuh bat den amerilanifchrn Plan einer Einschränkung der Unterseeboot-Tonnage vorgclegl. Danach entfielen auf die Bereinigten Staaten unb England je tODOOO Tont en, während Frankreich, Italien und Zapan ihre gegenwärtige Tonnage behielten.
lichunq be« Evangelischen Bunde» auf feinen Artikel .Gegen bie Berlinerei“ in hiesigen Blättern eine längere Erwiderung. In der er sich energisch gegen die ihm dort zugefchobenen Unterstellungen verwahrt unb die darin enthaltenen Behauptungen, soweit sie ihm .Feindschaft gegen Preuhen' unb Bestrebungen zur Zersplitterung dee Reiche« unb Schaffung eine« .Südstaaten- L-'inbc«" vorwerfen, al« grobe Unwahrheit bezeichnet. Er führt u a. au«, bah von anderer nationaler Seite schärfere Worte in dieser Rich- tung gebraucht wurden, ohne bah der Evang Bund dazu Stellung genommen habe Er lehnt auch eine Identifizieruna Deutschland« mit dem Protestantismus in der allerentschiedensten Form ab.
lene|iet wi Snjciatn für dir legtsneet*« di» |um Jla4)*:rtag vorher pbRfjtb« Serbin Mid)hriL Dreis stzr l mm HStze fir Anzeig,nv 34mm Breit« trtüch S5 Df. antwort» 65 Vf : f*r «»kl am». Rnzeiaen von 70 mm Brau ?50TM S<i TW »orichnN R> .Aus chlag. f>tiup:idrdtl<iur tzmg. ü oey VerantwoNlutz für Tolitth. Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther: für den Mnjeiqenteä. non» Beck, sämtlich in Gietzen.
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3. Wegfall de« BergüNingSansprucheS ^eibc (^feoe haben hiernach im wesentlia>cn beim Gnverbe von Automobilen. Die Ber- Eine formale Bedeutung. Das erste G. flünina soll nur noch gewährt werden, soweit setz soll an tem tatsächlichen Hergang Ler De- fcÄÄÄ*bcI 21u6übun9 b" ^5»"n-una.n u.d Tor- CUflyiblungen. Abgabe int VerordnungSwcge durchaus uh. en, fall«
Hiernach hat der Steuerpslichnge inner-1^ Ilvtwenbigleit dazu ergeben sollte.
halb eine« Monat« nach Ablauf eine« jeden
Vierteljahres eine Borauszahlung zu leisten. Stimmen der (yrmid)terung m Oft der Steuerabschnitt das Kalenderviertel-1 Frankreich.
fahr oder ein kürzerer Zeitabschnitt (Luxus- Pari« 24 Dez. (WTD.) Anatole France (teuer, Gasthoffteuer oder Onferatensteuer Erklärte einem Mitarbeiter bc« . Figaro" über lifm ). und ist die Steuer nicht Innerhalb eines fctnen Aufenthalt In Deutfchlanb: So- mfonäte noch Ablauf des Kalenderviertel, viel .r in ber kurzen Zeit habe beurteilen
WÄÄ'ta'«Ä ‘XST1 fKÄjöß
RÄÄuÄ UmSe^rüo hat ^L hab H in »«urtoianb eine bebeutenbe ber Steuerpflichtige innerhalb eines Monatcs nach Ablauf eines jeden Kalenderviertel jah-1 res eine Boranmeldung abzugeben und gleich-, zeitig eine entsprechende BvrauSzahlung zu leisten. , |
G« ist bestimmt damit zu rechnen, dast al« Termin zum Inkrafttreten dieser Novelle der 1. Januar 1922 bestimmt werden wird, wenn auch die endgültige Derabschledung erst im Laufe de« Monats Januar 1922 erfolgen dürfte. Da auch bezüglich der Höbe des Steuersatzes. ob 2°, oder 2'/,°». die Meinungen iu«etnanberqeben, dürfte anempfohlen werden. den höheren Satz von 2'/»°» bei den Kalkulationen für die ab l.Zanuar 1922 in 5rage kommenden Umsätze zugrunde zu legen.
Die Wiederherstellungs- zahlungen.
Berlin, 27. Dez. Gestern vormittag fand in der Reichskanzlei eine Besprechung ber an der R e p a r a t i o n S f r a g e beteiligten Ressorts über die B e a n t w o r t u n g der drei Rückfragen der ReparativnS- kommiffion wegen des von Deutschland ersuchten Zahlungsaufschubs der Zanuar- und Februarraten statt. Zn der Sitzung, an der auch Reichsbankpräsident Havenftein teilnahm, erstattete Dr R a t h e n a u Bericht über feine Londoner Reife. Am Rachmittag besprach das gesamte ReichSkabinett In einer Sitzung den- selben Gegenstand. Rathenau berichtete hier gleichfalls über seinen Londoner Aufenthalt Wie die Blätter Mitteilen, soll eine schriftliche Beantwortung der Fragen der ^Repa- rativnskommissivn vorläufig noch nicht erfolgen, sondern die Beratungen über die Angelegenheit sollen in Fühlung mit der Repara-1 twnskommistion fortgesetzt werden.
Berlin, 24 Dez (Wolf».) Der Zahlungsplan zum Ultimatum v. m 5 Mai 1921 sicht vor. bah bie Erträgnisse ber Abgabe pe-n 25 Prvz auf ben Wert aller *21 u « f u b r an ba« Garant.ekornit« adg<fühn werben Lern Sr- Oortcur soll ber Gegenwert ber Abgabe von ber deutschen Regierung In beutscher Währung ersetz! werben. Unabhängig bavrn waren von der deutschen Regi«ru-g Ma' ixchmen qctrrf'c '. am bei Zuslutz von Erportdevi'en au« ber beutsch«" Ai« fuhr bei ber Reichsbant stcherza'tellcn. Die ge-1 troffener RlaNnahmen hatten einen b?friebigcn-1 den Erfolg, fo bah ba« ®arantiefomiicc runach^t auf bie Forderung der unmittelbaren E Hebung der 25proz Abgabe von bet Au»fuhr nicht bestand. sondern bic 25 Prozent-Vorschrift nur als Matzstab für die Höhe ber Cci iu g ange'ehen wurde, bah aber die Art der 2Lifbri :gung des Betrages unb der Devisen der deutschen Regierung überlaffen bleibt Lnlävlich ber in dieser Frage geführten Verhandlung stellte jeb-d) da« ©arantictom;:« die 5>rbeiur.g aur. du die vom Reichskommi <ar für AuS- unb £i i£u' r1e.i>i(Ii- aung in Verbindung mit ben Autzenhanbels'teilen
befanden, ,wurden sie eifrig gesammelt und aufgegessen.
3m Oktober war auf den Feldern von GraS ober Kraut nichts mehr zu finden. 3n ben Dörfern stieß man immer häufiger auf Leichen, die Zahl der vor Hunger geftor- benen Menschen mehrte sich. Was für einen Anblick unsere Gemeinde jetzt bietet, das ist unmöglich zu beschreiben. 3n jedem Dorfe sind „Gebrüder - Gräber" auSoegraben worden, worin jeden Tag die vor Hunger Gestorbenen geworfen werden. Die Dörfer sind wie aus- gestorben. Ueberall sieht man Hütten mit ocr- ncgelten Fenstern, ba bie Bewohner in die Ferne gewandert sind, um irgendwo ein Stück Brot zu suchen. 3n der ganzen Gemeinde hört man kein Kinderlachen mehr, kein Lied bet Mädchen, kein lautes Gespräch. Ueberall' sieht man abgemagerte Gesichter, unb statt Red:n hört man nur ängstliches Lispeln von Essen unb vom Tode.
Das Bieh ist schon längst verkauft, gestorben oder aufgegessen. Auch die Hunde unb die Katzen sind meist aufgegessen. 3m Rovember wurde die Lage unserer Gemeinde noch schrecklicher. ES ist ein gewöhnliches Bild in ben Dörfern unserer Gemeinde, daß die gestorbenen Kinder auf Straßen und Höfen verfaulen und von den letzten abgemagerten Hunden gefressen werden, weil es für die Aeberlebendett unmöglich ist, alle Gestorbenen zu begraben.
Man kann mit Sicherheit vorher lagen, daß kaum 5 Prozent von allen Einwohnern unterer Gemeinde bis zum Frühjahr werden aushalten können. Die übrigen 95 Prozent find dem Hungertode verfallen und müssen unbedingt sterben, wenn in ber nächsten Zeit keine Rahrung bereit gestellt wird. Die Leute haben noch eine dunkle Hoffnung unb glauben, daß irgendeine Hilfe kommen wird und daß nicht alle sterben müssen. Zeder Ankömmling aus der Stadt oder au« einer anderen Gemeinde wird von neugierigen umringt, die Rachrich- ten von irgendeiner Unterstützung hören wollen. ES ist zu schwer, bie Wahrheit zu sagen unb die letzten Hoffnungen ber Sterbenden zu vernichten.
Selbst die Meldung, daß bie Sommer- Saaten unter bie Bauern verteilt werben sollen, bringt ihnen keinen Trost mehr. Di«
P a r i«. 27. Dez iWTB > Dor hem Stammet- au«fdfuh für auswärtige Angelegenheiten gab gestern Ministcrkräflbcnt Briand r.nc Sr- tlärung über die von der Konferenz in Wai ding ton diStut erten Probleme ab. D.i- anö entwickel le die Bedeutung dcs Adkr-mmenS zu Vieren im Pazifischen Ozean sowie die Stellung Frankreich« ’u der Frage der Abr-Ciung öec. namentlich fein Verlangen nach Unterfee-
GiehenerAnMger
General-Anzeiger für Oberhessen
vnttk und Verlag: vtzühl'sche Unie.-BnA- mb Steinbniderei R. £aege. Schriftseitmg, SeschSflrsttllt unb Prutferci: 5chulftraße 7.
actroffenc Tlahnabmc zur 20Xie<erung von »r-1 booten und leicheen Krcu-crn Briand gab als-1 Bauern sagen: ..Wer wird den Samet in die Jortbctxten auf eine besondere gesetzliche Grund- dann auch Erklärungen über tnc letzten Ber- Grde säen, wenn wir gestorben sind? Wozu lagt gefüllt werde, dah we-.ier durch ein dessn- j Handlungen mit^L1 o y d Deorg^ Ui I bann noch die Mühe?" ES ist notwendig, uns
de re« Gefcy bie bcut1<t< Regierung in die Lug<
Die Aenderungen de« UStG, von 1919. welche durch die Rovelle beabsichtigt find, sind im wesentlichen folgend,:
1. Sin- und Ausfuhr: a) Es sollen künftighin nur befreit werden die ersten Um- iäye au« dem Au«lande bezogener Gegen- stände Im 3nlande. die der ReichSrat in einer Freiliste näher bezeichnet. S« kommen hauptsächlich In Frage Lebens- und Futtermittel sowie Rohstoffe und Halberzeugnisse. BorauS- seyung ist weiter, daß die Umsätze außerhalb be« Kleinhandels erfolgen (Großhandel) b) Bei Ausfuhr in da« Ausland sollen solche ------------------ - -.
Gegenstände frei bleiben, die der ausführende dingung zozvlasten und bic notwend g n A
gütungSVOrschrift des § 4 Uct®. kommt in bei der 2lusfuhr von Waren nach
Wegfall. I botfcöalu lauf len Ländern 25 Prozent be«
2. Erhöhung des Steuersatzes der all- W e r t e « der Ausfuhr als Ab gäbe g. gen Er- gemeinen Umsatzsteuer von 1,5 v. H. auf fiattung be« Gegcnwer te« unmittelbar h h a erhoben werden.


