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der
der
mir der Phrase eines Dummkopfes.
Wie Longe
hält die
ihren Stern zu zeigen.
Oe höher ein Mensch steht, desto häufiger ihm die Fratze Gemeinheit die Faust unter Nase.
Wem nicht jeder Satz, den er schreibt, wichtigste ist. soll da- Schreiben lassen.
Goethe ist der deutschen Nation gar nicht
Aus dem befehlen Gebiet. Verschärfung und Verteuerung der Paßkontrolle.
fpd. Trier. 23. Olt. Die Paßkontrolle an der Grenze Westdeutschlands ist mit dem heutigen Tage in Kraft getreten, d. h. von heute ab muß jeder Ausländer für die Einreiseerlaubnis nach Deutschland 18.50 Franken entrichten. Diese Vorschrift gründet sich auf die deutschen Paßgesetze. deren Anwendung im besetzten Gebiet zugelassen worden ist. Wenn deutscherseits bisher auf die Anwendung dieser Bestimmung verzichtet wurde, so muhte dies geschehen mit Rücksicht auf den Mangel an Grenzpersonal. Diesem ist jetzt abgeholfen. Wie wir hören, hat auch die luxemburgische Regierung den deutschen Gesandten in Luxemburg gebeten, auf die Anwendung der deutschen Pah- vorschriften hinzuwirken. Die luxemburgische Regierung sprach die Bitte im Interesse der Luxemburger Geschäftsleute aus.
Aus Stabt und Land,
Gießen, den 25. Ott. 1921.
Vernichtete Postsendungen infolge mangelhafter Anschrift.
Bei der Ober-Postdirektion in Darmstadt muhten im Jahre 1920 etwa 19060 im Gebiete des Freistaates Hessen aufgelieferte Postsendungen. darunter 6340 Briefe, 12 000 Postkarten und 720 Drucksachen, vernichtet werden. die infolge ungenügender Anschrift weder an den Empfänger, noch an den Absender zurückgegeüen werden konnten.
Wieviel Unannehmlichkeiten mögen dadurch den Absendern und Empfängern erwachsen sein, wieviel unberechtigte Vorwürfe werden die „unschuldigen" Absender gegen die Post und ihre Beamten erhoben haben.
Ohne genaue und vollständige Angabe des Empfängers und des Absenders, zu der bei größeren Orten außer dem Vor- und dem
Feuilleton.
Neue Raabe-Weisheit.
Wilhelm Raabe hat in seinen Erzählungen «une erstaunliche Fülle kluger Gedanken in orige- nefler Form ausgelpeichert, so dah man schon verschiedentlich solche „Raabe-Weisheit" aus seinen Werken gesammelt hat. Nicht minder groß aber ist der Reichtum an unve r öffentlich- t»n Gedanken und Einfällen, die er ausgezeichnet. AuS diesem Schah wird in dem bet Hermann Klemm in Derlin-Grunewald erschienenen „Raabe-Gedenkbuch" einiges mitgeteilt, und ein paar dieser tiefsinnigen und feingeschlisfe- nen Aphorismen seien hier wiedergegeben:
Der größte Fortschritt dar Zeit liegt darin, dah jeder anständige Mensch, der jetzt viel Geld erworben oder überkommen bat, das Gefühl in sich trägt, al • ob er sich auf irgendeine Weise deswegen entschuldigen müßte.
Die Vicchrrei bleibt dieselbe, ob man sich heute mit Züdnadeln und Chassepot zu Leibe geht oder, wie vor lungeren Jahren und Jahrtausenden. seinen Stein in die Schleuder legt und sich den an die Köpfe wirft.
Man sieht einem großen befruchtenden, wenn auch wilden Weltereignis zu, wie einem Gewitter mit nachfolgenden! Landregen. Man trinkt mit dem Erdboden. Hnö es ist ein Behagen in der Unbehaglichkeit, die man persönlich von wegen der Näss? auüzustehen hat.
Die soziale Frage Cs geht nicht mehr alles so hin. Das DamoUes'chwert des allgemeinen Durcheinander ift nichts. Aber dah jeder von oben bis unten fid; zu sagen hat: Man achtel dir auf die Finger. Und die Finger anderer — auch unter dir — haben die Macht, sich zu einer Faust zu ballen — das ist etwas, und alles in allem genommen, etwas recht Segensreiches.
Die Massen in Bewegung zu setzen, braucht's
fast völlig durchgeführt. 3n den Nachbaraemein- den beider StädtL verzeichnet man jedoch zahlreiche Fälle über die Wiederaufnahme der Arbeit.
(Sin Schreckcuöbild aus Marokko.
Madrid. 24. Oft. sHavas.) Bei seiner Ankunft im Ministerrat hat der Kriegsminister La Cierva heute nachmittag erklärt, daß er mit dem General Berenguer eine lange Besprechung gehabt habe^ dieser habe ihm mitgetdLt. dah sich die spanischen Truppen, die den Berg A r r u i d besetzen wollten, heute morgen ein schrecklicher Anblick geboten habe. Den spanischen Soldaten sei es unmöglich gewesen, den Berg zu besetzen, da mehr als 830 Leichen spanischer Soldaten und mehr als 200 Pferdeleichen, alle In halbverwestem Zustande, auf der Erde lagen. Die Truppen seien auf jjyre Ausgangsstellungen zurückgenommen und am Berge Ärruid seien sofort die nötigen hygienischen Maßnahmen eingeleitet worden.
Aus dem Reiche.
Der Kampf im Berliner Zettrmg-gewerbe beendet.
Berlin. 25. Oft. 3n einer Versammlung der Funktionäre der Berliner Buchdrucker wurden die von den Verlagen bewilligten Zuschüsse zu dem laufenden Tarifvertrag angenommen. Damit ist der Kampf im Berliner Zeitungsgewerbe endgültig beendet.
Der Gastwir»schaftSbetr:eb im Reichstag.
D e r 1 i n, 24. OIL (Wolff.) DerRestaura - tivnsbetrieb des Reichstages wird, wie die „B. Ztg." erfährt, unter gemeinsamer Verwaltung auf gemeinsame Rechnung der bisherigen Angestellten zur bevorstehenden Tagung eröffnet. Der Betrieb wurde in den letzten Zähren von der Hotelbetriebsgesellschaft geführt, die mit dem Reichstagspräsidenten ein Abkommen traf, wonach unter für die Arbeitnehmer recht günstigen Bedingungen das Zehnprvzentsystern eingeführt werden sollte. Der Reichstagspräfident warf jedoch dieses Aökominen auf Grund des Einspruchs der Gewerkschaften um und erteilte den Angestellten dic Erlaubnis, den Betrieb auf eigne Rechnung zu führen. Daraufhin zog die Hotelbetriebsgesellschaft mit ihrem ganzen Mobiliar aus dem Reichstage aus.
Zeit gebraucht der kluge Mann, um nur einen einzigen zu feiner Meinung zu bekehren!
Sich selbst will das deutsche Volk nie.
Wie der Mensch körperlich auf das llich selbst satt essen" gestellt ist so steht er seelischerseits auf dem „selber sich durchfressen". Es hilft ihm kein anderer zu dem einen wie zu dem anderen. Man muh eben in dieser Wett alles selber machen.
Die ewige Allusion, daß das Leben noch vor einem liege. Das Leben liegt immer hinter einem.
Wenn längere Zeit nach dem Tode eines geliebten Wesens einem der alte Schmerz überkommt, so überlege man, was der Tote versäumt habe, während man selbst und die anderen weiter lebten.
Die wirllich großen Herren in der Welt knöpfen erst im Tode ihren llebcrrod auf. um
Die amerikanischen Truppen am Nhein.
Reu York. 24. Olt. (WTB) E'n Funk» spruch der „New Bork Times" meldet aus Washington: Der Kr!egsse*retär hat angeordnet, daß die amerikanischen Truppen in Deutschland um ungefähr 128 Offiziere und W73 Mann verringert werden. Es verbleiben in Deutschland ungefähr 327 Offiziere und 5217 Mann. Die Verschiffung wird ausgeführt durch zwei TranSpvrtdamvfer von Mitte November bis Mitte März. Die „New Bork Times" fügt hinzu: Offenbar haben internationale Erwägungen, die mit der bevorstehenden Entwaffnungs- lonferenz zufammenbängen, den Beschluß, die Truppen in Deutschland zu behalten, mit veranlaßL
Die Frage der Entschädigungen im englischen Nnterhanse.
London, 24. Oft (Havas) 3m Londoner Unterlaufe fragte der Abgeordnete Äenn- worthh an, ob die Wirkung der o b e r s ch l e - fischen Entscheidung hinsi'btlich der deutschen Entschädigungszahlungen geprüft worden sei und ob man die Absicht habe, die Gntschädigungsfraae nach dem Spruche des LLölkerbundSrates wieder zu eröffnen. Der F i - manzminister antwortete: Nein, das Ultl- Nrunim sei von der deutschen Regierung im vergangenen Mai angenommen worden und habe die dutowatische Regelung der Schadenersahfrage ohne irgendwelche Vereinbarungen über die Entscheidung hinsichtlich Oberschlesiens geregelt. Der I. Finanzminister beantwortete eine andere Anfrage > dahingehend. daß er die Absicht habe, den Abgeordneten einen amtlichen Bericht über das zwischen Lvuchmr und Rathenau in Wiesbaden unterzeichnete Abkommen zu liefern.
Der Streik in Nordfrankreich.
Paris, 24. Oft. lWTD.) Nach einer Ha- vaSmeldung aus Lille ist heute morgen in Roubaix an zahlreich en Stellen Bie Arbeit wieder ausgenommen worden. Man rechnet mit etwa dreitausend Arbeitern. In den Betrieben in Tourcoing wird der Streik jedoch nach wie vor
terung. wo die Hoffnung auf die Seligkett dia Seelen antreibt, und das- Paradies, das Reich des Schauens und Detrachiens hunrnlischer Wahi- beit, biete Reise wirkt noch heute mit ebensolcher dichterischen Kraft aus den, der sie zu leien versteht, wie vor 600 Zähre.: Freilich gehört Mühe und für die meisten Leitung dazu, wi.' auch Dante auf seiner Reife von Beratern ge leitet wird. — Fräulein Meline Müller aus Wetzlar, die hier als Sprecherin bestens bekannt ist. wird sorgfältig auHgewählte Prober aus der göttlichen Komödie bortragen, und Professor Franz von ter Universitär wird ir ferner Ansprache ü5~r "kaS kämpf reiche Leden Dantes und untere Tötellung zu fdr.cn Werken sprechen- er wird besonders durch Erklärungen der notwendigsten Vorausletzungm die Zuhörer in die Lage versetzen, die vor getragen en 6tü4f zu verstehen und zu genießen. Vergleiche Anzeige.
— Deutschnationaler Handln n g s- g e b ilf §n-V e r b a n b, Ortsgruppe Gießen. Wie aus dem Anzeigentell ersichtlich, spricht morgen in . der Ortsgruppe Herr Fever von der ©au- gcschäftsstelle Frarckfurt a. HL über Gehalts- und Wirtschaftsfragen.
Landkreis Gießen.
* Wieseck, 24. Oft. Zum Orntehant» f e st prangte bad Innere unterer Kirche diesmal reicher als sonst im Schmuck des Herbstlaubes, zum HauptgotteSdienst halte unser Z,ra u euch o r trotz starker Inanspruchnahme ' für ein Kirchenkonzert ein neues Lied geübt, auch bet Mädchenchor brachte im zweiten Teil bet Abendfeier unter Worten von Dervk, Geibel, Rückert, E. M. Arndt, KlauS Harms u. a. von Herbst und Ernte zu früheren treffliche neue Weisen. Ihren ersten Teil füllte das kirchliche Erntedankfest spiel des Führers der Dvrf- kirchendewegung Pfarrer D. von Lüpfe aus. Die Kirchenopfer für die neue Glocke und Oppau betrugen 120 bzw. 105 Mark.
Kreis Büdingen.
la. Stockheim, 24. Oft Bei hellichtem Tage wurde dem Maurermeister Kreuzer fein Fahrrad aus dem Keller gestohlen. Sein Nachbar, der Eisenbahnschaffner Schäfer sah am Vormittag einen fremden Mann in daS Haus eintreten und nach kurzer Zeit mit einem Fahrrad wieder verlassen, (sr war der Meinung, der Fremde hätte sich das Rad geliehen.
-t- Ortenberg, 24. Ott. In festlich gc- schmückter, und von der Gemeinde dicht drseuer Kirche wurde gestern das Erntedankfest begangen. Der Gottesdienst wurde durch einen drei stimmigen Schülerchor unb durch ?wrr bierstim mige Chöre des Kirchengsangv-^rrinS verichönt. Die dankbare Festgemeinde gab neben einigen besonderen Gaben 512,52 Mark als Kollekte. Auch bei dem in 14 Tagen stattfindenden Res or ma t i o n s f e st wird der Kirchengeiangverein mit - Wirten. •
Starkenburg und Rheinhessen
Eine Ehrung Dr. Adam KarrillouS.
Waldmichelbach, 24. Oll. Am Sonntag, den 23. Oktober fand sich in Waldmichelbach. dem landschaftlich so bevorzugten Odenwaldstädt- chen, dem Geburtsort Dr. AdamKarrillons. eine große Anzahl von Freunden und Verehrern des Dichters zusammen, um an einer für den größten Sohn Waldmichelbach- bestimmtenGhrung tellzunehmen. Karrillon ist am 12. Mai 1853 in Waldmichelbach als Sohn eines Schulmeisters geboren. 3m vergangenen Hahr trat ein Ausschuß zusammen, der eine Ehrung für den Dichter bezweckte und in dessen Namen Professor Wit- t i ch von Mainz am Sonntagmorgen in Gegenwart des Dichters Karrillon, seiner Frau, Tochter und Enkelin vor einer großen Menge von Gästen am Geburtshaus des Dichters, dem katholischen Schulhaus, eine Tafel aus Odenwälder Granii enthüllte, die daS SchulhauS als Geburtsstätte des Odenwolddichters Karrillon für alle Zeiten kennzeichnet. Der Bürgermeister von Wald- Michelbach übernahm die Ehrentafel in de , Schutz der Gemeinde. Hierauf fand in dem schön gc schmückten Saale des Gasthauses „3um Engel" die akademische Feier statt. Landesbibliothekar Dr. Esselborn von Darmstadt entro'P.c ein Bild vom Leben und Schaffen deS Dichters. Hierauf ergriff Bürgermeister Stein von Wald- Michelbach das Wort und überreichte dem Dichter eine künstlerisch ausgestattete Ehrenurkunde über die Ernennung zum Ehrenbürger seiner Vaterstadt. Oberbürgermeister Dr. G l 2 s s i n g von Darmstadt sprach für den Obentoalbflub. Endlich überbrachte der Vertreter des badischen Kultusministeriums, Professor Oef ter ing von Karlsruhe, die Glückwünsche und Grüße der Behörde von Karrillon- zweiter Heimat. Sichtlich gerührt dankte der Jubilar.
des revolutionären Rußland ihre Hauptpllege- flätte fanden, sind gezählt, wenn man den Nachrichten eines In der „Kunstchronlk" veröffentlichten Briefes auS Moskau glauben will -Dieses Eldorado des Futurismus und der absoluten Malerei", heißt es hier, „scheint sich keinem Ende zuzuneigen. Die Arbeiter haben daS Gefühl, daß man sie zum besten hält, wenn man ihnen unverständliche Malereien als großartige Offenbarungen vorführt und ihnen weismachen wlll. diese Kunst sei eigens für sie erfunden. Sie sei die wahre Kunst der Revolution. Sw wären glücklich wenn man ihnen Historienbilder alten Stiles vorletzte, Bilder, auf denen etwas zu sehen ist auf denen etwas erzählt wird. Der neuen Kunst fehlt jeder Boden Im Volke. So macht sich innerhalb der Regierung auch bereits eine Reaktion fühlbar. Die alle realistische Richtung wird wieder auSgegraben. Sine Kommission hielt Beratungen ab über die Reorganisation der Kunstschulen und fand, baf) sie ruiniert seien. Ob sie auch ein Heilmittel für den Wiederaufbau finden wird, ist die Frage. Denn die bedeutenden Künstler der alten Generation werden sich wohl hüten, in diese Betriebe wieder einzutreten. Wovon sie leben, ist nicht immer leicht zu sagen. Ls geht ihnen nicht schlecht, obgleich eigentlich der einzige Ääufcr heute der Staat fein soll. Aber es gibt auch In Rußland .Schieber", die viel Geld verdienen und gern Geld ausgeben. Tin Porträt zu malen, ist noch immer eine einträgliche Sache, wenn auch ein Dutzend Millionen Rubel in Wirklichkeit feine große Summe mehr ist." Zu dem Umschwung mag freilich auch bad Borbilb von Paris beitragen, wohin ble russische Kunst immer geschaut bat Als bic ersten Abbildungen von Werken der neuen klassizistischen Richtung Picas- sos nach Ruhlanb kamen, waren die revolutionären Maler sehr verbuht unb erklärten sie zunächst für Schwindel. Aber allmählich müssen sie sich mit ber Tatsache abftnbcn.
Schaden ÄUfügen. .Unter diesem höheren (!) Geirchtspunll muß rückhaltslvs anerkannt ©erden, daß die deut' che oberste Kriegsleitung ihr guteS Recht vertrat, wenn sie sich ber Ubortuxiffe alS Mittel zur Erlangung des endgültigen SjegeS bebiente. ES muß daher mit allem Nachdruck darauf bestand en ©erben, daß trotz der während des Krieges lautgewordenen Einsprüche gegen den Gebrauch der Ubootwaffe Liese selbst, vom militärischen Standpunkt aus betrachtet, unanfechtbar ist. Es ist auch vollkommen ungerechtfertigt, wie man im Anfänge Les Krieges immer glaubte, daß ein feindliches Handelsschiff vor der Torpedierung gewarnt werden müsse (!). Hier handelt es sich um grundsätzliche Fragen des Kriegsrechts, über deren Auslegung bei denen nicht der geringste Zweifel bestehen sollle, die die Verantwortung für die Leitung eines Krieges übernommen haben. Nach allem kann daher nur anerkannt werden daß die Verwendung der ilboot- Waffe als entscheidender Faktor im verflossenen Weltkriege in jeder Weisel!) korrekt gehandhabt worben ist."
So tönt'S aus Frankreich. Sind auch der englische DurchschnittSpropagatvr bringt eS scbeintS nicht mehr fertig, auf längere Dauer öffentlich immer wieder ein frommes Gesicht machen zu müssen. Englische Autori- tätenbekennensichglattzumunbe- schränkten Ubootkrieg. 3n einem von der „Royal United Service Institution of Britain" preisgekrönten Essay über Seekriegführung sind folgende Satze zu lesen: „Den Handel des Feindes anqretfen ist ein gesetzlicher Kriegsakt." „Die Versenkung feindlicher Handelsschiffe ist vollkommen gerechtfertigt; solche Schiffe bilden einen Teil der Verkehrswege." Die Deutschen handelten nach ihren Grundsätzen und versenkten viele Schiffe ohne Warnung. Solch eine entschlossene Regel für den HßDotlrleg ist unzweifelhaft das beste." Diese Proben genügen. Wir werden nach sollen moralischen Demaskierungen im „nächsten Kriege", der ein beliebtes Thema der Ententepresse ist, ja recht Erbauliches erleben können. Wer weiß, man bringt es vielleicht, wie vor 300 Jahren, wieder fertig, daß dann Deutschland der Schauplatz der Krieqsgreuel wird, und das Lewisit, das neue flüssige Gas, unsere Städte und Dörfer, Felder und Wälder zerstört. •
Der Brief, der kürzlich neu aufgefunden wurde, wird nun nach dem Abdruck im Akttonskatalog von Oswald Weigel in dem lochen bei'der Diete- rich'schen Berlagebuchhandlung in Leipzig erschienenen „Goethe-Kalender auf das Z idr 1922" zum erstenmal der Oefsentlichleit zugä -tzlich gemacht. Das schone Schreiben, aus dem Goethes herzliche Beziehungen zu dem Frankfurter Freunde und seiner Gattin, der Sulelka des West-Östlichen Diwan, hervorleuchten. bephmt mit einem Dank für eine Sendung Wem, die Willerner an Goethe hatte abgehen lassen und nimmt Bezug auf die kürzlich vollzogene Heirat des Freundes mit Marianne, der „lieben Kleinen". »Sie beschämen mich, verehrter Freund, durch das Angekürrdigte. wie durch so Vieles, im Laufe meiner glücklichen Wanderung," schreibt Goethe. „Map wagt wohl einen kühnen Wunsch auszusprechen, weil man gewohnt ist. daß weder Götter noch Menschen von unseren Wünschen Notiz nehmen, daher sind ble- jetzigen Freunde, die uns den Glauben ©reder- geben, nicht hoch genug zu schätzen. Mit den Meinigen, die herzlich grüßen, unterhalte ich mich oft von Ihrer Güte unb Ihrem Glück, von jener wissen sie auch zu singen, an bleiern nehmen lie herzlichen Anteil Daß ich ber lieben Kleinen noch ein Blättchen schulbig bin. habe Ich nicht vergessen, und ich hege diese Schuld gleich'am als ein Denkmal meiner kleinen Schulden. Ein guter Augenblick gibt mir bald, hoffe ich, den Mut, einen Teil abzutragen. Und leben Sie beide schönstens wohl und gedenken mein, der ich zwischen alten Wänden, Rauchsängen und Feueressen cingcllemmt bin, gedenken Sie mein am offenen Fenster im Angesicht des Stromes in diesem De»ember-Frühling. Am Fam.lientage sei mein Gedächtnis unter den Ihrigen bad herzlichste, wünsch reichste Lebewohl."
— Ein Umschwung in ber Sowjet- Kunst. Die Tage bcs Futurismus, Kubismus unb all ber Ismen, ble In ber bildenden Kunst
Dichterei usw. wegen gegeben; sondern daß sie aus seinem Leben einen ganzen vollen Menschen von Anfang bis zum Ende kennen lernen. Keinem anderen Volk ist je solch ein Geschenk von dem Himmlischen gemacht worden. Nur die einzelnen Züge liegen in den Schriften.
Wer ist ein Humorist? Der den winzigsten aller Nägel in die Wand oder die Hirnschale des bochlöblichen Publikums schlägt und die ganze Garderobe der Zeit und aller vergangenen Zeilen dran aushängt.
— Ein neuaufgefundener Brief Goethes. In kern B icfwech'el GottheS mit Willerner war bei Brief des Dichter- vorn 14. Dezember 1814, auf den Willerner am 21. Dezember antwortete, bisher unbekannt geblieben.
Zunamen auch der Stand, die Straß", und die Hausnummer gehören, ist eben bei dem heutigen Massenverkehr die richtige Bestellung ber Postsendungen selbst den findigsten Bestellern nicht immer möglich. ES wird daher von neuem empfohlen, auf den Sendungen, insbesondere den Ansichtspostkarten, stets Namen unb Wohnung bes Absenders handschriftlich oder durch Abdruck eines Stempels anzugeben, damit im Falle ber Unbestellbar keil die Sendungen wenigstens zurückgegeben werden können.
Wettervoraussage
für Mittwoch:
Wolkig, kühl, Nachtfrost, Winde mit nördlichen Richtungen.
Heber den britischen Inseln hat sich das atlantischr Hochdruckgebiet zusammengezogen. Es folgt dem in nördliche: Richtung abziehenden Tief. Die Witterung arirb sich nicht wesentlich ändern. Auch heute haben wir Nachtfrost zu erwarten.
♦* Amtliche Personalnachrichten Ernannt wurden am 18. Oktober Zohann Hermann Pfefser in Gießen zum vlan- mätiaen Maschinisten, Johann Seiserth in Gießen zum planmäßigen Installateur und Zobann Heinrich Uhl in Gießen zum planmäßigen Heizer, sämtlich bei der allgemeinen Verwaltung der medizinischen Klinik, Frauenttinlk und der Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten der Landesunivrrsltät Dießen. — Am 19. Oktober wurde der provisorische Gewerbeamtmann Paul Susat zu Gießen zum De- werbeamtmann ernannt. — An 19. Oktober wurde der Landmesser Karl Bocher zu Nidda zum Obcrlandmesser bei dem Landamtmann zu Bad Salzhausen ernannt.
** Oberhessischer Kunstveu:ein. Die Ausstellung der Hessenkünstler hatte sich bereits an den beiden ersten Tagen eines regen Besuches zu erfreuen. Die Ausstellung, welche diese Woche täglich geöffnet ist, mit Ausnahme des Samstags, ist morgen Mittwoch außer von 11 bis 1 Uhr auch am Nachmittag von 3 bis 5 Uhr geöffnet.
•• Der vom W a r t b u r g v e r e i n am vergangenen Sonntag veranstaltete Familien- abend erfreute sich eines recht zahlreichen Besuches. Das Programm, das hauptsächlich von der Jugend ausgeführt wurde, bot in den musikalischen Darbietungen unter Leitung von Herrn Otto Schäfer, recht Schones und Gutes. Besondere Erwähnung verdient Mitglied Daubertshäuser, der durch zwei schone Soli dic Zuhörer erfreute. Die Vorführungen der Turnabteilung zeigten erstaunliche Leistungen von gewandter Technik und straffer Koi.perbcherrfchung. Das von Nlitcliedern der Mädchenabteilung äußerst gewandt gespielte Theaterstück „Die Folgen einer Lüge" loste viel Heiterkeit aus. 3m Mittelpunkte des Abends stand ein Vortrag über Jugendarbeit, ein Thema, das Herr Pfarrer Strack durch zahlreiche Beispielr aus seiner eigenen Arbeit anschaulich und interessant darzustellen verstand. Nicht vergessen soll ein Hin- weis auf den zweiten Teil des Abends sein, der durch scherzhafte Vorträge junger „Wartburger" wirklich zu einem gemütlichen Teil wurde. Alle- in allem wird wohl der Abend denen die ihn mitgemacht haben, als rechter Familienabend in angenehmer Erinnerung b[eiben.
Vornotizen.
— Tageskalender für DienStag. Stadttheater, 7 Uhr: „ Fuhrmann Henschel". — Hotel Einhorn, 7»/4 Uhr: MiHliederversammlung des Hausbesitzerhrreins. — Felfenkeller. 8 Uhr: Vortrag von P. Kreß-Dortmund.
— Aus dem Stadttheaterbureau. Für das morgige Gastspiel des Neuen Theaters Frankfurt a. M mit Georg Kaisers „Äor alle" zeigt sich lebhaftes Interesse. Gerade durch das Neue Theater wird aber auch die berufenste Interpretation gerade der Werke dieses Dichters geboten, denn die meisten seiner Stücke, so auch „Koralle", erlebten durch Direktor Hellmer ihre Uraufführung. Da der Dichter stets den Einstudierungen beiwohnte, fo sind dadurch Aufführungen garantiert, die die Intentionen des Autors restlos zum Ausdruck bringen. Die wichtigen Rollen des MUliardars und seines Sekre- tärs werden von den Herren Fried und Gruning gegeben.
— Danteseier. Zu Deglmr der Wrnter- kurfe veranstallet die Volkshochschule nm Samstag, 29. Oktober, atenhd 8 Uhr im großen Hörfaal der Universität eine Dantefeler. In sehr vielen Städten Deutschlands sind unter stärkster Beteiligung der Bevölkerung solche Feiern abgebalten worden. Die Rcile DanteZ durch die drei Reiche der Ewigkeit, die Hölle, von wo die Erlösung nicht möglich ist, den Berg d»r Läu-


