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offenen Ohmen entgegen, es entstand die »Entente CDtbiale**. Rußland lieh sich gleichfalls ge» Winnen. Mit Belgien wurden militärische Ab- machungen getroffen. Italien und Rumä­nien wurden in ihrer Dundestreue zu Deutsch­land wankend gemacht und alle übrigen Staaten in englischem Interesse bearbeitet. Ein unpartei­ischer Beweis sind hierfür die bet der Einnahme von Brüssel 1914 vorgefundenen Berichte der belgischen Gesandten an ihre Regierung und die Veröffentlichung des 1914 auS dem englischen Ministerium ausgeschiedenen E. D. Morel.

England verstärkte seine Flotte mehr und mehr, es baute dieDreadnought-", riesige Schlachtschiffe, und verlegte seine Operationsbasis aus dem Mittelmeer in die Nordsee. In der Zeit, wo wir mit Frankreich wegen Marokko in Zwie­spalt kamen, war es bereit, loszuschlagen. Aber Frankreich fühlte sich noch nicht kräftig genug. Trotz der ungeheuren Kosten führte es die drei­jährige Dienstzeit wieder ein und bildete bereits im Rieben seine Reserven zu schlagfertigen Ver­bänden aus. In Rußland wurde nach Abmachun­gen mit Frankreich bestimmt, daß eine allgemeine russische Mobilmachung einer Kriegserklärung gegen Deutschland gleichbedeutend sei.

In Deutschland blieb alles friebrtd) ge­sinnt. Kein Mensch wünschte einen Krieg. Es wäre auch unglaublich töricht gewesen. Untere Devölkerungszahl stieg von Jahr zu Jahr, unser Handel, die Schiffahrt, die Industrie wuchs in einer Weise, das) wir in kurzer Zeit alle Ra­tionen überflügeln mußten. Die durch Zölle ge­schützte Landwirtschaft gab durch eingeführte Futter- und Süngemittd sowie bessere Wirt­schaftsmethoden doppelt so hohe Erträgnisse wie früher. Was konnte uns ein Krieg nützenWei­teren Ländererwerb erstrebten wir nicht, Kolo­nien tauften wir für gute® Geld, militärischer Wettbewerb schied auS, da wir unbestritten das beste Heer hatten. Unter Kaiser suchte seinen Ruhm darin, den Frieden zu wahren. So lehn­ten wir ein während des Durenkrieges von Frank­reich und Rußland angebotenes Bündnis gegen England ab. DaS Offizierkorps, pflichttreu und meist arm. suchte nur seine Ehre dann, die Truppe auf den höchsten Grad der Ausbildung zu bringen.

Leider, leider beachtete der Reichstag aber zu wenig den Grundsatz, dah das für die Rüstung angelegte Geld die beste Sicherung des Frie­dens, also Die beste Kapitalanlage sei. So hink­ten wir mit den HeereSverstärkungen immer hinter

dem Feinde her. AIS 1913 der Generalstab drei weitere Armeekorps aus denen im Krieg sechs gebildet werden konnten 'für nötig erklärte, wagte der KriegSminister nicht, diese Forderung beim Reichstag durchzusetzen. Dessen Mehrheit sprach von unerträglichen Lasten, dabei waren die deutschen Militärausgaben die geringsten im Vergleich mit den Rivalen. 11914 fehlten uns diese drei Armeekorps an der Marne. Waren sie da, so batten wir diese entscheidende Schlacht nicht abzubrechen brauchen. Ebmsowenig wurden die vorn Generalstab angeregten wirtschaftlichen Vorsichtsmaßregeln getroffen. Ja, wir verkauften noch kurz vor dem Krieg viel Getreide an unsere Feinde. Auch Verständigungsversuche wurden ge­macht, so 1911 mit England, nach Pfingsten 1914 iplt Frankreich. Vergeblich l Unsere Friedensliebe zu bezweifeln, ist daher unmöglich.

t Wenden wir unS nun zu den Vorgängen, die 1914 unmittelbar zum Kriege führten.

< Maßgebende großserbische Kreise veranlaßten die Ermordung des österreichischen Thrvnfvlger- » baareä in Serajewo. Die Pflicht der Selbst- erhaltung gebot Oesterreich, den Wühlereien der Serben ein Ende zu machen. Wir mußten un­seren letzten sicheren Bundesgenossen an seinem Bestand erhalten. Obgleich man hätte annehmen lönnen, daß Petersburg seinen serbischen Tra­banten nicht vor der gerechten Strafe schützen würde, so zeigte sich das Gegenteil. Die den mei­sten Erfolg versprechenden unmittelbaren Ver­handlungen zwischen Oesterreich und Rußland wurden von Deutschland tatkräftig unterstützt, ein englischer Konferenzvorschlag gebilligt. Rußland befahl aber, nachdem es schon seit Monaten im Geheimen mobil gemacht hatte, Die a 11 g e m e t n e Mobilmachung. Unser Kaiser machte nun per­sönlich einen letzten Versuch. Er beschwor tele­graphisch den Zar, durch Einstellung der Mobil­machung den Weltfrieden zu erhalten. Der Zar gab zwar den bezüglichen Befehl, doch wurde dieser nicht ausgeführt.

Die Versuche Deutschlands, England und

Frankreich zu einer neutralen Haltung zu ver­anlassen, scheiterten gleichfalls. Beide Staaten hatten sich schon früher zur Unterstützung von Rußland verpflichtet und alle militärischen Ab­machungen getroffen. Die Mobilmachung wurde überall früher ausgesprochen wie bei uns. Um nicht weiter überholt zu werden, entschloß sich Deutschland erst jetzt zur Mobilmachung und da­mit zum Krieg.

Den aus strategischen Gründen gebotenen Durchmarsch durch Belgien hätte England mit dem Versprechen, neutral zu bleiben, verhindern können. Beiläufig bemerkt, vergewaltigte es aber später seinerseits Griechenland in viel rücksichts­loserer Weise. Seine zur Schau getragene Ent­rüstung ist also umsoweniger am Platz als uns die älteren Verträge das Recht zur Besetzung von belgischen Festungen sicherte und der feindliche Durchmarsch durch Belgien längst borbereitet war.

Amerika ließ alle völierrechtlich unzulässi­gen Gewaltmaßnahmen, einschließlich der beson­ders Kinder, Greise und Frauen schwer schädigen­den Hungerblockade gegen uns zu, lieferte dem Feind in größtem Umfang Kriegsmittel aller Art und trat, pekuniär stark engagiert, Anfang 1912 in den Krieg ein, als sich das Liebergewicht auf unsere Seite neigte. Leider hatten wir aus Rück­sicht auf Amerika bis dahin den durchschlagenden Erfolg versprechenden, völkerrechtlich zulässigen U-Boot-Krieg mehrfach eingeschränkt und dadurch dem Feind Zeit gelassen, (Segenmaßregeln zu tref­fen. Auch der Umstand, daß wir schon im De­zember 1916 unseren Feinden den Frieden an­geboten hatten, hinderte Amerika nicht an seiner Kriegserklärung.

D i e Schuld am Kriege tragen un­sere Feinde. Revanchelust seitens Frank­reichs, Brotneid seitens Englands, gewaltsame Ausdehnungsbestrebungen seitens Rußlands waren die Triebfedern. Wir befanden uns in berech­tigter Rotwehr: es kann uns kein Vorwurf daraus konstruiert werden, daß wir dem fest beschlosse­nen und bereits eingeleiteten Angriff des Feindes zuvorkamen. Die russische allgemeine Mobil­machung war das sorgfältig berechnete Mittel, uns zu dem schon lange von der Entente vor­bereiteten Krieg zu zwingen. Wir waren das Opfer eines in frivolster Weise abgekarteten Ueberfalls. Rach amerikanischen Rachrichten hatte sich Wilson bereits vor dem Kriege durch ein Geheimabkommen mit England zu dessen Unter­stützung verpflichtet. Gen. K.

Vermischtes.

Ermüdetes Metall.

Es ereignen sich bisweilen Unfälle bei der Eisenbahn dadurch, daß eine Koppelung zweier Wagen plötzlich bricht. Sachverständige, die das gebrochene Cisenstück untersuchen, finden nichts ir­gendwie Auffälliges an dem Metall, und es bleibt dann nur die Erklärung, daß das Eisen, durch die ewigen Stoße ermüdet, plötzlich zusammengebro- chen ist, ganz so, wie der Mensch, der sich in seiner Arbeit nicht ausruhen würde, den Dienst ver­sagt. Hätte man der Koppelung eine Zeit der Ruhe vergönnt, so wäre sie nach deren Ablauf durchaus wieder brauchbar gewesen und hätte eine ganze Zeit verwendet werden können. Die Tatsache, daß Metalle, hauptsächlich Eisen und Stahl, Ermüdungserscheinungen untertoorjen sind und nach einer bestimmten Gebrauchsdauer der Ruhe bebürfen, ist der Wissenschaft seit einiger Zeit wohl bekannt, der Allgemeinheit aber nicht recht gegenwärtig. Der große englische Physiker Lord Kelvin war der erste, der diese Entdeckung von der Ermüdung der Metalle machte und die Erscheinung durch zahlreiche Versuche einwand­frei nachwieS. Er brachte Gisendraht sechs Tage hindurch in einen Zustand beständiger Bewegung und stellte dann fest, daß der Draht ein Beträcht­liches von seiner Elastizität verloren hatte. Ließ man den Draht einen Taglang ausruhen, so kehrte das Metall zu seinem ursprünglichen Zu­stand zurück. Die weitere Forschung hat dann festgestellt, Daß Kelvins Ergebnis eine absolute Tatsache ist, soweit es sich um geschmiedetes Eisen und Stahl handelt. Bei gegossenem Eisen tritt aber keine derartige Ermüdung ein. Während ein geschmiedeter Eisenstab nach einer starken Be­nutzung von 3 Wochen 10 Prozent an Elastizität verliert, nimmt gegossenes Eisen an Stärke zu, wenn es heftigen Stößen ausgesetzt wird. Ver­suche haben ergeben, daß solche gegossenen Eisen­stangen, nachdem sie einer Reihe heftiger Erschüt­

terungen ausgesetzt sind, um 100 Prozent an Störte gewinnen. Durch Die Ermüdungserscheinungen Der Metalle erklären sich manche HouSeinstürze, Die in früheren Zeiten Oortamen, ohne Daß man Den Gründen auf Die Spur kam. Ermüdete Metaü- teite an Trägern gaben eben plötzlich nach und riefen Dadurch Das Unheil hervor. In unferm Stahlzeitalter freilich finD solche Fälle glücklicher­weise sehr selten,'denn Das Metall wird vorher auf seine Härte geprüft, so daß es viel größere Anstrengungen aus hält, als ihm gewöhnlich zu- gemutet werden. Trotzdem ist Die Kenntnis Der Metall-Ermüdung von großem pratt scheu Ruhen für unser Reisepublikum, Denn seitdem man von diesem Rachlafsen der Kräfte Des Eisens und Stahls weiß, verwenden Die Eisenbahnbehörden sehr viel größere (Aufmerksamkeit auf die Unter- suchung und Instandhaltung der Eisenbahn­schienen, und auf allen vielbenutzten Strecken wird nach wenigen Jahren das alte Metall ausge­wechselt, ihm wird Die notwenDige Ruhezeit ge­währt, Daß es seine Elastizität wieDergewinnen und Dann für eine weitere Reihe von Jahren seinen Dienst tun kann.

*

* Die drahtlose Telegraphie der Inkas. Die hohe Kultur, die da? alte Inkavolk erreicht hatte, ist uns in Den neuesten Dichtungen von Gerhart Hauptmann und Eduard Stucken le­bensvoll geschildert worden. Wiemodern" aber bereits die Inkas waren, das zeigt die Tatsache, daß sie auch schon eine drahtlose Telegraphie hat­ten. Darauf weist der dänische Reiseschilderer Ebbe Kornerup in seiner prachtvollen Darstellung Perus im neuesten Heft derDeutschen Rundschau" hin. Die Inkas hatten den drahtlosen Telegraphen," schreibt er.Ein paar Tonnen, gewöhnliche, aus­gehöhlte Baumstämme mit Oeffnungen wie Stun­dengläser waren ihre Apparate; noch heute hat man unten in Lima im Museum gute Exemplare. Die eine Tonne dient zur Absendung Der Tele­gramme, die andere fängt sie auf. Man schlägt auf die Tonnen und bringt Schallwellen her.vor. Ein paar Schläge mit kurzen Hölzern auf Die hohle Tonne rufen einzigdastehende Vibrationen hervor, so daß es kein Wunder ist, Daß man sie in der Ferne im Aufnahmeapparat hören kann. Run ist Die Tonne außerdem nach vielleicht jahr­hundertelanger Erfahrung konstruiert, jede Ge­neration hat wohl das Ihre dazu gegeben, das Holz ist fest und doch von gleicher Elastizität wie Geigenholz, es ist auf irgendeine Art erwärmt oder getrocknet. Länge und Breite Der Tonne sowie ihre Kurven.sind ihrem Zweck genau angepaßt; fyeutgutage kann kein Mensch etwas Aehnliches machen. Defonders aber sind Die Stundenglas­öffnungen, Die mit einer anderen fingerbreiten Oeffnung verbunden find, genau berechnet. Tele­gramme gingen von Cuzco nach Tiaguanaco oder bich nach Chile und hinauf nach Quito ebenso schnell wie Telegramme heutzutage, die erst auf­geliefert und ausgeliefert werden müssen und der Reihe nach expediert werden. Auch Briefe gingen mit Eilboten bei den Inkas rascher als heutzutage mit Der Eisenbahn die Knotenbriefe wurden in einen hohlen Stock gesteckt und mit laufenden Boten abgesandt, von Hand zu Hand, für jeden Kilometer ein neuer Mann, der eilig den Stock ergriff und damit zum nächsten weiterlief, Der schon wartend "bereitftanb. Sie liefen auf den alten Inkawegen, Die noch heute vorhanden finD, über Dergpfade^ durch Täler und über kühne Brücken. UnDoer Inka, der König in Cuzco, jeden Tag frischen Fisch aus dem Meere, der auf dieselbe Art über die Berge gebracht wurde. Heute dauert es mit dem Expreß zwei Tage, da Der Zug in Iuliaca Aufenthalt hat, während die Läufer damals Richtwege einschlligen."

Handel.

Züricher Devisenmarkt. 23. 7. 24» 7.

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 100 5L = 193.50 191.-

Deutschland 100 M = 7L7 7.82

Wien.........100 Rt. 0.78 0.80

Prag 100 Är. = 7.90 7.85

Paris 100 Fr. -- 47.30 47.05

London 1 £ ---- 21.83 2L81

Italien 100 ß. - 26.90 26.95

Brüste! 100 Fr. - 46.- 46.-

Budapest 100 Är. 1L5 1.85

Neuyork 100 $ --- 608.- 609.-

Agram.........100 Är. 3.60 3.60

Bukarest 100 ß. -= L30 8.25

JeLtef&weg

Ö^lte/xiwMBlJnhJUiabtf^artdr; $

Heute bis einschl. Mittwoch: W

Rembrandt$

S Die Tragödie eines Großen

6 schicksalsschwere. Akte.

Beachtenswert ist, daß dieser Film bei der Uraufführung im Marmor- hau* wahrend der leisten Hitse­tage prolongiert wurde.

Ferner;

öieslöHe tarne?

5 sensationelle Akte mit Original­en f nah men von d. Kanarischen

Inseln. 8113c

Die Herstellung dieses Films verschlang 2J/< Millionen.

Wiederum ein Programm, bei dem die Besucher nichts ver­missen.

Ab Donnerstag:

HL Teil. 8152c

Anni Böckner-Llephan Franz Babl

Verlobte

Gießen, den 25. 3*It 1921

Riegelpfad 32 Schöne Aussicht

01*966

Praxis geschlossen

vom SO. Juli bis 28. August 1921

Zahnarzt Dr.medPetsch

Vertreter: Zahnarzt Buchinger

Liebigstrafle 29

Praxis geschlossen

bis Mitte August

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staatlich geprüft nach § 123 RVO.

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Donnerstag. 28. Juli, abends 8»/, Ubr vüuktl. im ±bfcftfalikben Institut der Universität (Ein- gang Stephanftrahes:

Dortrag des Herrn Dr. Will). Worringer

Professor au der Universität Bonn, über:

Moderne und antike Plastik

(mit Lichtbildern).

Eintritt 2 Mark, für Mitglieder, Studenten und

Schüler 1 Mark. Karten bei E. Thallter, Stuben« tenkarten usw. bet Hausverwalter Ritter. [816ID HtWeVkttilliguugsmMslM

Dienötag. den 26. Juli 1921, abends 8 Uhr im großen Hörjaal der LandeSuniversität in Giesten:

Vortrag des Hem Mrtrooolito« üc.$etitt

(Marburg a.d. Lahn):

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Gäste willkommen. 8146V

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Für WO deutsche Mark wurden gezahlt:

Datum: 1.7.1 L 22.7. 23.7.

Zürich Fr. 125,43 7,95 7,90

Amsterdam Fl. 59,20 4,14 4,12

Kopenhagen ....... Är. 88,83 8.75 8,66

Prag Rx. 117,80

Stockholm Rx. 88,8) 6.40 6LS

Wien ; . . Är 117.88 1109,-

London . LH. 97,8) 7,12

Paris Fc. 125,40 17,-

Neuyork I 23,80 1,30 1,29

bleute bis inkl.Donnerstag

Lichtspielhaus

BahnhofstraBe 34

Erstklass. Künstlerkonzert

Die MM | lies Maharadscha I

III. Teil

Hervorragendes Filmdrams in 6 Akten.

In der Hauptrolle:

Gunnar Tolnaes

Erna Morena

Egede Nissen I

Ferner:

Der Hee Witwer!

Hervorragendes T xv*"

4 Akieiiifhfl

In Vorbereu.f \

Zlgeunerhlüij

Müller sche Badeanstalt. Wasserwärme Der Lahn am 25. Juli: 20° R. (In einem Teil der Auflage wiederholt.)

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Ein Vorschlag Englands zu emer Konferenz

in Europa?

PariS, 23. Juli. (WTB.)Petit Parisien- meldet. in London sei das Gerücht verbreitet. Lloyd George habe an Den Präsidenten Harding eine Einladung gerichtet, zu einer Konferenz nach Europa zu kommen, die noch vor Beginn der Washingtoner Konferenz zusammentreten soll. Man gebe in London die Möglichkeit eineS der­artigen Schrittes des englischen Ministerpräst- denten zu, verspreche sich aber im allgemeinen nur recht wenig davon. Tatsächlich glaube doch niemand, Daß Präsident Harding die Einladung annehmen wolle oDcr könne.

Die englisch-französische MeinrmgS* Verschiedenheit.

PariS, 23. Juli. WiePetit Pariflen" mll- tcllt, sind gestern abend Dem franz. Botschafter a LonDon neue Instruktionen zugegangen. Die im gestrigen Ministerrat gebilligt wurden. Der sranzösische Botschafter soll'die enalische Regierung benachrichtigen. Daß Frankreich vollkom­men geneigt sei, Die O b e r sch le s i s ch« Frage baldmöglichst zu lösen, aber Daß es Darauf halte, Daß alle Garantien geschaffen toürDen, Damit Die OrDnung nicht gestört werde. Deshalb verlange die französische Regierung die sofortige Entsendung von Truppen, wie die Inter­alliierte Kommission in Oppeln es verlange, und Die vorherige Berufung von Sachverständigen, Deren Arbeit Dem Obersten Rate gestatten würde. In voller Kenntnis Der Dinge eine Entscheidung zu treffen.

Paris, 23. Juli. (WTB.) Wie .Petit Pa- rifien zu wissen glaubt, ist der französische Bot­schafter in Berlin beauftragt worden, eine De­marche bei Der deutschen Regierung zu unterneh­men, sie möge alle Vorbereitungen treffen zuck Transport von Verstärkungen nach Oberschlesien. Die Verladung werde sofort vorgenommen, sobald Großbritannien seine Zu­stimmung gegeben habe.

Sie Rote Japans an Amerika.

London, 22. Zull. Reuter erfährt von japanischer Seite, daß die Regierung der Ver­einigten Staaten die Rote Japans, in der um Mitteilungen über Umfang und We­sen der pazifischen Konferenz ersucht wird, noch nicht beantwortet hat.

London, 22. Juli. (WTB.) Rach einer Exchange-Meldung aus Reuyork schreibt das Tokioer Blatt Rischi-Rischi, das Kabinett habe beschlossen, alle japanischen Truppen aus SlbirtenundSchantung zurück» z u z i e h e n und die Einladung des Präsiden­ten Harding zu einer Konferenz über Den fernen Osten anzunehmen. Auf dieser Konfe­renz werde es dann die Anerkennung der Gleichberechtigung aller japanischen Staats­angehörigen in der ganzen Welt fordern.

Ein Strafverfahren gegen den früheren baye­rischen Minister Frauendorfer.

Berlin, 23. Juli. Wie dem .Derl. Tage­blatt" aus München berichtet wird, Ist gegen Des ehemaligen baßer. Berkehrsminister Frauen­dorfer daS strafrechtliche Verfahren verfchic- dener Fälschungen an antiken Altertümern eingeleitet worden.

Unwetter im Kreise HerSfeld.

Hersfeld, 23. Juli. Der KreiS H^ f e l d ist von einem schweren U n to i heimgesucht worden. Im Geißbachtal touu f zelne Dörfer überschwemmt, so daß die B f flüchten mußten. Die ©etrelbcernte Ist v 11