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Die Mystik der Atmenr.
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Der Knabe sang zu den silbern btitzen- Streichen der Sense:
„Tod, komm Vyrc, ick fürcht' dich nit. Eil bafr.T in einem Schritt.
Werd' ich verletzet, so werd' ich versetzet in den himmlischen Garten, aus den alle wir warten. Freu' dich, schön's Blümelein!"
den Inder die Aufspeicherung der wertvollsten Kraft, und er roibmrt 'ich diesem Geschäft Mil tiefer Andacht und Hingebung Die hygienische Bedeutung des tiefen Atmens und einer guter Atemtechmt ist aber auch von unserer m.ibcmeu Medizin anerTatni worden, so daß diese indische „Mvitik des Atmens" nvht Nacba!«ung verdient. Ausgrebiaes Atmen ruft eine Art Massage der inneren Organe hervor und wirft auch auf daS Nervensystem beruhigend. Die Muslttn der Atmungsorgane werden zu ihrer hochsicn Stärke aus gebildet, und eS kann auf diese Weise die gcnv Lebenskraft erhöht werden.
tragungen aus den Brahmanas und Upanischaden, die der BroSlauet
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ihr viel färbige RSselcin,
ihr stolze Schwertlilien, ihr krause Basilien, ihr zarte Violen, man wird euch bald holen.
Hüte dich, schön's Blümelein!"
Die fetten, haarigen Berghummeln brummten herbei, flogen um den vlattgedrück- ten, sonderbar kleinen Kopf des Mähers und läuteten ihm in die wächsernen Ohren: ,Hüte dich, schön's Blümelein!" Er lächelte verles gen, seufzte dann tief und schneuzte sich voll- Schwermut in sein rotgeblümtes Taschentuch.
Da fang der erste Mäher, der braune Knabe mit den Hellen Augen, und seine sil^ berne Sichel flog klingend über das hohe Sommergras. Er sang mit seiner tiefen und vollen Stimme, die der Bergwind aufnahm und mit leichten Händen hinübertrug in die von Tau und Sonnenglanz erfüllten Morgentäler. Von den Felsenwänden der Berge löste sich das Echo, und die tausendfältigen Stimmen der Alpeneinsamkeit erwachten, hoben sich auf und brausten wie der friedliche Sturm einer Orgel über die von Morgenwolken überflogene Hochwiese.
_______________ ______altmdischer Philosoph" soeben in der bei (Eugen Diederichs M Sena erfcfiinenb.it Sammlung . Religiöse Stirn#» men der Völker" veröffentlicht. Die Gottheit des Atmens ist verkörpert in dem „Prana", dem „Stauch", dem Lerm deS Ms
Stimme überschlug sich, so ba% er gnälend der Fistel weitersang:
,Lhr hjchsck Lavendel, RoSrnarem.
ttgen Tätigkeit geführt. Der Jnhw versteht meisterhaft eine bestimmte „Atemtechnik" austzuüben, und wie ^utc unsere Besten bewundernd zu den Füßen des indischen Weisen TaZore fitzen, um von ihm bie Harmonie öfüidjen Weltgesühls *u erlernen, sv könnten wir auch in Mehr praktische Hinsicht von den „Vogts", die die Geheimwilsenschaft des Boga ausüben, manches übernehmen. Auch unsere Aerzte empfehlen „tiefes Atmen" und besonders jetzt, h» die Lungenerkrankungen so furchtbare Opfer fordern, ist eine Hebung imb Stärkung nnse- rer AtnrungSorgane besonders an Platz. Aber während der aufgeklärte Europäer im Atmen nur eine „Sauerstoff Frage" sieht, ist es für den indischen Weisen eine mystische Kunst, biarh die er stärkste Konzentration b.-r geizigen Kräfte, Selbst- zuckt. Glück und sogar ©ittlidtfät erlangt. Diese Mystik des Atmens, die doch einen so wichtigen hygienischen Hintergrund hat, tritt uns entgegen n einzelnen wichtigen Stellen der schönen Heber-
Der Atem, das Zeichen für das Leben des Mensckien, genießt bet allen Naturvölkern befcmbere Verehrung und wird vielfach für den Sitz der Seele gehalten. Die Inder haben bteic Lehve vom Atem beonbers eingehend und ttefsinnig ausgebildet. Das Wort „Attnan", das Eltern und.yi^ gleich Seele bedeutet, ist in den Hpanischaden, den heiligen Büchern der indischen Religion, mit dem „Brahman", dem Begriff für das höchste Wesen
Verehrung des Atmens hat
Das Lied vom Schnitter Tod.
Von Carl Martlaun.*)
Da der Morgen kam, rastete die Nonne Gudule auf einer blumenüberblühten Hochwiese. Mit der Sonne kamen Berghirten, die Wiese zu mähen. Unter der Sense ftel das zitternde Rispengras, der rote Klee ' verwelkte und der hochmütige, blaue Rittersporn zerbrach wie Glas. Die Nonne saß und schaute den schweigenden Männern zu. Heber ihnen stand die Sonne grell und gelb im klingend klaren Himmel. In grünen, rauschenden Garben fiel das Gras den Mähern vor die Füße.
Einer von ihnen, ein sonnenverbrannter Knabe mit blauen, fröhlichen Augen, begann zu singen. In die zugleich trotzigen und schwermutsvollen Worte seines Liedes siel der graustämmige Hochwald und die unter den Sicheln verwelkende Wiese mit Rauschen ein. Die wil- den Hummeln läuteten ihr Silber dazu, und goldgeflügelte Bienen summten um die well> ferne, verzauberte Morgenstunde.
Der Mäher fang:
„Cs ist em Schnitter, der heißt Tod, hat Gewalt vom höchsten Gott.
Heut wetzt er das Messer, es schneid't schon viel Miet. Bald wird er drein schneiden, wir müssen's mit leiben.
Hüte dich, schön's Blümelein!"
Aus dem unter der Sense rauschenden Gras flog eine Lerche auf. Sie warf sich hinan in den blauenden Morgen und schickte ihren fiebenfarbigen Triller mit vielen Grüßen dem» wehenden Wind nach. ,Hüte bich, schön's Blümelein," sang sie.
Unten klangen die krummen Sicheln zusammen, und der zweite Mäher, der ein kleiner, ausgewachsener Mensch mit einem Strunk von schwarzen Barthaaren in dem gelben Gesicht war, sang:
„Was beut' noch grün und frisch dasteht, wird morgen schon hinwvayemäht:
Die edlen Narzissen, die Sterben der Wiesen, die schön' Hyazinthen, die türkischen Binden.
Hüte bich, schön's Blümelein!"
ein Flug junger Wachteln auf. Sie flogen klagend und erschreckt über die Wiese und verbargen sich am Rain unter dem blühenden Klee. Heber die Sichel des Mähers rann ein dünner, roter Blutfaden, und die Wachteln schlugen im Klee: ,Hüte dich, schön's Blüme- letn!"
Da hatten die vier Mäher rund um die ganze Wiese gemäht und nur das Plätzlein verschont, auf dem die Nonne Gudule mit wunden Füßen und weinenden Augen in ihrem weißen, vom Nachttau benetzten Habit saß Sie schulterten ihre Sensen und gingen schweigend einer hinter dem anderen hinunter ins Tal, aus dem schon die Mittagsglocken herausklangen. Und da es wieder still wurde, flogen die Bienen in goldenen Kreisen um die hohe Sommerstunde, und das von Bitternis und Angst erfüllte Herz der Flüchtigen schlug laut. Um sie welkten die hundert Farben der Wieser, und sie selber saß in den weißen Kamillen, dem rotverblühenden Klee und dem blau zur Erde heruntergebrochenen Rittersporn wie auf einem Grab, um das rings die hohen gelben Königskerzen brannten,
Da erhob sich die Nonne Gudule. Sie trocknete ihre Tränen und ging, auf ihren Stock gestützt, den Berg hinan. Sie fiel über die Steine, die auf ihrem Wege lagen, raffte sich auf und floh weiter. Sie wußte nicht, was ihr Sinn war. Sie flüchtete vor ihrem voll Unruhe schlagenden Herzen. Die Nonne Gudule, die ausgegangen war, die Welt zu suchen, klomm auf den Fußpfaden der Jäger und Hirten zur Einsamkeit empor.
siäierungsamt 1 amt entscheidet mit enti'MllM
§ 5. Für di 125, § 127, § aerlichmmjM'd!
§ 6. Mr dc frfrriftcn der Rei< vor Dem Versicb biv 1686 iniö §1 ckvas anderes vr
5 7. Ter W gestellten Entschä numgen über bi vember 1912 uni angewiesen.
§ 8. Führt I geschriebene Prüf nehmern intb Be ren Ergebnis, h fo bat ihm bet der Reichster sich
Für das wc und das Spcnll sichermtgsordnun
§ 9. Dir V Kalenderjahr 19 Das Ergebnis Reichsbersicherm
Berlin, den Tas Seidt&erf;
So wirb der Atem als Sitz und Ursprung des Lebens in der in bi f (bat Philosophie vor allen andern Dingen gepriesen. Das große, dem Le- benshauck gewidmete Lied be» Atbarvaweda feiert ihn als den Herrn deS MlS. Auf üm beruhe alles. Im Mutterleibe atmet bei Mensch aus imb ein. Wen der Lebens bauch anrr eibe, der werde wiedergeboten. Wie Ohr, Auge, Manos ihr kosmisches Gegenstück in den Himmelsgegenden. in Sonne und Mond haben, fo der Hauch ‘im Wrnde. Immer wieder wird die Ucberfegenbeit des 'Atmens über alle andern Sinne borgeiteilt. So nimmt der in Müdigkeit ve:wandÄtt Tod alle Sinnes- organt der Reihe nach in Blitz' nur ben tn bei Mitte befindlichen Hauch verschont er, weil bieser der wichttaste ist. Ebenw ist es im Kosmos: Feua, Mond und Sonne erben zur Rast, aber me der Wind Qm Wind fahren die Toten aus dieser Welt und gelangen in den Himmel Wer das weiß, wer tn dem Hauch bcrs Bo täglichste er- kennt und des Hauches teilhaftig wird, dessen Wesa' Erkenntnis ist, der geht in den Wind ein unb gelangt, ymr Aetber geworden, in die Htmrnciswklt, wo die unsicrblichen Götter sind.
erreicht er das, was die unsterblichen Götter boL£n. Es wird unsterblich, wer das weiß. Die Mitnahme des w^uma" m ben Körper bedeutet
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Eine vorgeschichtliche Aextesabrik.
Daß das Steinzeitalter schon große Fabrikanlagen gekannt hat, in denen Tausende von steinet- nen Geräten angefertigt wurden und aus denen sich rurgeichichtllche Morschen in weitem Umkreis mit ihren Arbeitswetfjaujot versahen, beweist ein hoch« bedeutsamer Fund in England, der in den wissen- Kreisen das größte Interesse erregt. Der btahmonfCT H. Warren entdeckte durch Zufall am ?lbhong eines Berges rn Eamarvonshire etrnren steuizertlicher Aextc und legte dann in fovg» laltt^i. Au-tzrabungsarTeiten eine vorgeschichtlich öxifrru frei, die sich über ein Gelände von mehr als Mlndeit Hektar ausdebnte. Man ftteß auch auf ^bitten von Anlag?n. in denen wohl die Verfertiger oer Aexte g'wohnt haben mögen. Eine ganze Anzahl englischer gelehrter Gesellschaften hat sich bei der ^H^^mtung des Fundes beteiligt, und man hat be lebten en,Jxm den überaus zahlreichen Gegenständen kleinere Sammlungen in andere Museen Eng ands des Festlandes ab^ng -ben, danrit auf diese Weise me Werkzeuge der Fabrik mit anderen steinz-ntlichen Gatten verglichen n-etben können. Man bi näm h* bereits einzetnc Fabrikate dieser großen pcä Mstoriichen Anlage in ziemlich weit entfernten Gegenden gefunden, und so besteht kein Zweifel, daß solche grofajL steinzeitlickni Fabrikanlagen weithin bekamtt wo nen,und daß die Urmenschen von überolk. her herbeikamen, um hier die Geräte zu erwerben, die sie brauchten.
Insekten-Athleten.
.Ein Pferd, das 1500 Pfund wiegt, Tarnt durch, ichnittlich ein Gewicht von 2*/? Doniven ziehen. Die Ladung, die es ßonbringt, ist also etwa fünfmal so gwß.als fein Gewicht. Aber das Pferd, das wir für ein sv hervorragendes Zugtter baltai, ist nichts Segen eine Bi.'ne, die zwanzigmal so viel wie ihr Gewicht ^u tragen vermag, oder wie eine Raupe, Von bet man nachgewiesen hat, daß sie das Fünf, undzwan zig fache ü-res Gewichtes bavonschLepot. Eine Sckmeißffiege, die man auf ihre Tragkräfte hin geprüft hat. zeigte sich sogar fähig, mehr als das loOfadje ihres geringen Gewichtes fortzu^ schleppen. Alle diese Tiere übertreffen nicht nur das Pferd, sondern erst recht den Menschen ba weitem, und daher gibt es noch andere Insekten, die noch stärkere Kräfte entwickeln. Eine Küchen, schabe,, die zwei Gramm wvi, war imstande, ein Holzslück ävrtzubewegen, dm- 200mal so viel wiegt. Gäbe es einen Menschw, der tm Verhältnis eben^ viel Kräfte hätte, wie dieses kleine Insekt, so würde er imstande sein, eine mit 8 Tonnen Kohlen beladene Lore emporziuheben. Was die Beweglichftit anbetrifft, so ist das Insekt ben Menschen ebenfalls sehr überlegen. Es gibt einige kleinere Arten von Heuschrecken, die 200 mal soweit springen, als fit lang sind. Um die Heuschrecke hei ihren Sprung^ leistunaen zu übertreffen, mußte cm Mensch fast einen halben Kilometer weit springen. Wir betxnm* bern bie erstnunlick« Flugkunst mancher Vögel, wie her Schwalbe ober der Lerche. Aber cs gibt Fliegen, die sich viel schneller fortbcroegai, fo ickneff, daß wir ihr Schwirren durch die Lust kaum mit den Augen verfvlaQt können, und dtc bei biefer Füughewegung eine Muskelkraft entwickeln, wie lern wideres lebendes Waffen. Auch was Baukunst und'Ingemeurwesen anbetrifft, skehm manche Insekten den Menschen nicht nach, >a sie übertreffen sie sogar, wenn man ihre Kleinheit in Betracht zieht. Die Termiten ober weißen Ameisen errichten Hügel in einer Höhe von 16 Fuß, btt so roibew ItanbsfälKg sind, daß sv schwere Tiere wie Büffel auf ihnen herumtramPeln können, ohne fie w zerstören. Die Ehvops-Pvramide hat eine HöL' etwa 90 mal so groß wie dm eines Menschen, aber bie Termitenhügel sind mehr als 600 mal io hoch als ihre Erbauer.
und Deutichland versieht, der zurzeit täglich 80000 bis 100 000 Worte beträgt, arbeitet das Versuchslaboratorium von Telesunken auf demselbenGrunb- stück bereits mit einer Antenne von nur 8 Meter Seitenkante und ist ebenfalls bis zum Schreibempfang gekommen.
Ein besonderer Vorteil der Rahmenantenne liegt darin, baß man mit ihr genau die Richtung der gebenden Station ermitteln kann. Steht per Rahmen so, baß er der Geberstation die Kante zudreht, nimmt er gar nichts aus, dreht er ihr die Fläche zu, empfängt er am meisten. Eine praktische Anwendung dieser Erscheinung ist der Telefunkenkompaß, durch den es möglich wird, bei Narht und Nebel vom Schiff aus die drahtlosen Landstationen genau anzupeilen.
Eine andere praktische und immer mehr Verbreitung finbende Anwendung ist das b r a y i l o s e Zeitsignal für Uhrmacher. Der einzelne Uhrmacher bekommt einen winzigen Apparat, kaum größer als eine kleine Schwarzwälder Uhr, und ist dadurch in bie Lage gesetzt, bie täglich mehrere Male von ben Senbstationen gegebenen Zeitsignale auf Bruchteile einer Sekunde genau auszunehmen und seine Uhren danach zu richten. Eine andere zurzeit geplante Anwendung wird ein regele mäßiger deutscher Zeitungsdienst sein, der von der Großstatton Königswusterhauscn aus bedient werden soll. Tie einzelnen Redaktionen würden dabei auch nur eine sehr kleiiie Station mit einer im Zimmer unterzubringenden Rahmen- antenne erhalten. Es ist geplant, diesen Dienst mit Hilfe der drahtlosen Telep^onie durchzuführen, so daß jedes Redaktionsmitglieo die Nachrichten in deutlicher Sprache abhören kann und es nickt eines besonderen in Morsezeichen geübten Telegraphisten bedarf. Auch diese Organisation dürfte in sehr absehbarer Zeit ihre prattische Äroch- führung finden.
Neuer von Telefunken.
Die Leistungen der dralstlosen Telegraphie sind einerseits durch die Stärke, das Ausstrahlungsvermögen der Sendestatvonen, anderseits durch die Empfindlichkeit der Empfangsstationen bedingt. Es bedeutete einen erheblichen Fortschritt, als man nack brr Entwicklung her tönenden Funken baju übergehen konnte, bas Telephon als Emv- fangsapparat zu benutzen. Aus dem Grunüe, weil das Telephon für die hier in Frage kommenden schwachen Wechselströme so ziemlich der empfindlichste Empfangsapparat überhaupt ift Ein richtig dimensioniertes und zweckmäßig eingestelltes Telephon gibt, wie Hans Dominik -Zchlen- dors int „Technischen Tag" (Verlag August Scherl, Berlin anschaulich schildert, noch einen deutlich vernehmbaren Ton mit einem Energieverbrauch von einem zehnmMivnstel Watt. Diese Energiemenge ist *iir unser Vorstellungsvermögen unfaßbar klein. Zn der landläufigen 25 fertig en Glühlampe verbraucht man 25 Watt, die elektrische E'^rgie, die eine solche Lampe zum Brennen bringt, würde also genügen, um in 250 Millionen Telephonen gleichzeitig hörbare Töne zu rnzeugen. Durch die Benutzung des Telephons als Empfangsapparat kam man dazu, Entfernungen >wn Nauen bis nach Sayville von rund 6400 Kilometer unter Verwendung gewaltiger Senve- antennen und ebensolcher Empfangsantennen zu überbrücken. Der nächste große Fortschritt wurde bann durch die Erfindung und Ausbildung der Elektronenröhren erzielt. Die Elettronen- nöhren ähneln äußerlich etwa elektrischen Glühlampen. In einem bis an die Grenze des heute Möglichen evakuierten Glasgefäß befindet sich ein glühender Wolframdraht, dem eine kalte Metall- olatte gegen übersteht. Unter dem Einslusst der Glut werden bie kleinsten Teilchen negativer Elektrizität, die sogenannten Elettronen, zum Teil ans dem glühenden Draht hinauSgettsteben. Sie umgeben ihn in Form eines Elettronenschwärms, der sich äußerlich als negative Raumladung doku- mentiert. Man legt nun ben negativen Pol einer kleinen Hochspannungsbatterie an ben glühen den Draht, den positiven Pol an daS kalte Meck Unter dem Einfluß der Batteriespannung wird die Glekttvnenwolke m der Glasrölw' vom Glühdraht zum Blech getrieben, es findet eine elektrische Strömung durch daS Röhrenvakuum hindurch statt.
Damit allein wäre natürlich gar nichts erreicht. Der Witz der ganzen Erfindung liegt in der Anwendung eines dritten, gitterförmig aus- aebilbettm Poles, bet sich in der Mhre zwischen dem Glühdvaht imb dem kalten Blech befindet, und an den bte Spannung der durch die Luft ankommenden und in der Antenne der Empfangsstation eingefangenen geringfügigen elektrischen Energie her Sendestation gelegt wird. Diese Span- «ungsschwankungen am Gitter beeinflussen nun heu Elektronenstrvm in der Röhre sehr stark. Sie wirken gewissermaßen als eine ' steuernde Kraft, welche bie cruS her Hvckifbannimgsbatterie am Em!> fangSort stammenbe Elektrizität genau im Rhythmus bet ankommenben Fernwellen pulsieren läßt.
. Man leitet also diese geringe Fernenergie nicht ' mehr direkt in ein Telephon, sondern man benutzt sie in der Elektronenröhre, um dort größere, aus einer Lokalbatterie stammende, Energiemengen zu steuern. Deshalb bezeichnet man die Elettrvnew- röhre auch geradezu als ElettrvnenrelaiS.
Mtt einer Röhre läßt sich etwa eine Verzehnfachung der Wellenevergie erreichen. Die Technik ist aber weiter auf den Kniff gekommen, mehrere Elettronenröhren hintereinander zu schalten, und zwar in der sogenannten Koskadenschaltung, bei der sich die Leistungen der einzelnen Röhren potenzieren. Zwei Röhren verhundertfachen also die cmthmwnknde Energie, bm Röhren bertaufeni^ fachen sie, vier Röhren verrehntausenbsachen sie. Man kann btefe schöne Schaltung freilich nicht ab infinitum fortsetzen, weil bei ber Verstärkung neben ben telegraphischen Zeichen naturgemäß auch allerlei unkontrollierbare Raumschwingungen verstärkt werben, bie überall in der Welt im Aether umher- sckwirren. Es ist vielmehr nötig, zwischen die einzelnen Verstärkergruppen Schwingungstteise zu setzen, btc nur die wirklichen Telegraphierschwingunyen durchlassen, hingegen alle fremden Raum- schwrnaungen abdrosseln. Mit solchen Anordnungen ist eS dann aber möglich, die an kommende Energie doch noch ohne störende Nebenerscheinungen zu verhunderttausenbsachen.
Für die Praxis bedeutet bas enorm viel. Unter Beibehaltung her bisherigen großen Sendestationen ant ihren gewaltigen Luftleitergebilden wird eS möglich, die Empfangsstationen unwahrscheinlich Vein zu gestalten und mit Luftleitern für den Empfang aus Amerika oder Afrika auszuftmmen mit denen man ftüher kaum die Zeichen über wemge Kilometer hätte aufnehmen können.
Bevor auf diese Verbesserungen näher ein- gegangen wird, muß noch der dritte große Vorteil, me Verwendung fogenannter Rahmenanten, nen für ben Empfang, erwähnt werben. Die Antennen ber Senbeftattonen sind offene Draht- gdiübe, DrM)tc, die in möglichst großen Höhen über dem Erdboden auflgefpannt sind und die blind m der Luft enden. In ihnen schwingt die von den Maschinen der Station kommende hoch- rrequente Energie und strahlt dabei elettrische und magnettsche Wellen aus. die nach allen Rich- tungen mit Lichtgeschwindigkeit durch ben Rwlm JorteUero. Lange Jahre hindurch benutzte man für den Einpfang dieselben Geb.lbe, die durch die auf Ne trettenbe elettrisclie Energie in ähnlicher Weise Sunt ganz leisen Mitschwingen gebracht ipuibat, nnc etroa eine Stimmgabel, wenn eine Gabel in ter Nähe angeschlagen wird. Znzimlchen ist man nun dazu über gegangen, für den Empfang nicht mehr foldx offenen Luftdrähte sondern einen gesckloisenen Draht zu verwenden, der tn mehreren Windungen übet einen auavra-
Dolzrahmen gewickelt ist unb an dessen betben Ercken bie Emvfangsapparate angescklossen Yverdon Em berartiger Rahmen mit 40 Meter ^eitenkantc, 57 Meter Diagonale steht in der flT0t$cn Deut)(Den Zron.^rGbiocntFfdUfl^fiQt on in Alt-Geltow bei Potsdam £ie ankommende Energie in dieser vethal:ni.>m.ißig Nkinen Antenne (im Verhältnis zu den 260 Meter bokm Funk n türmen in Nauenl genügt bet ber Verwendung der erwähnten Elektronenröhren, um -Ogar auf bas empfinbliche Telephon zu verziänen und einen hetriebsmäßigen SckreibemtKang durckzussthren bei dem Morsefarhschretber die Depefchcn unabhängig von ledem Hörempfang niederfchreiben Währeno Transrtidio in Alt-Eleltow mit dem 40Meter- MaHmen den ordetMichen Bettieh zwifcheu Lmerika I
Gesang unter den Sternen.
Bon Victor Meyer-EckHardt*1 Mich Hat ein Fr enden schein befangen, seit ich der Klagen all vergaß, zum ersten Male sonder Bangen, o Herr, yi deinen Füßen saß. Seit ich nicht mehr in eig'ne Vein und eig'ne Lust dein Walten binde, ward mir das ganze Leben linde und froh bin ich, dein Kind zu sein. Da du zum dunklen Bett der Schmerz« den wilden Wand'rer bingebcuat, da hast du mir van Her^ zu Herzen all deiner Wege Sinn gezeigt. Du löschtest alle Lampen au3, ich sah nicht Nähe, sah nicht Ferne — da Avgen oben deine Sterne und brachten mich zu dir nach HauS. Nun dünkt mich: zwischen allen Winden hast du dir Boten aufgestellt, die sammeln treulich und entzünden au? tausend Seelen deine Welt. Nun weiß ich: tiefster Liebe bar ist keine Qual und keine Wanne — du Sturm und Nacht, du Gütt und Smme, in allem bist du wunderbar.
Der du den Schweigenden beraten, hen Kindlichen geadelt haft, nimm an zu deinen Sternentaten der süßen Tage Rest und Last Nimm alle, die du heute gönnst, die Lieben, voll in deinen Willen: mit Tod und L-eben laß uns füllen das.Firmament, in dem du brennst.
*'■ Wit entnehmen diesen gehaltvollen Hmmm» hem Gebtckttxutd „Der Bildner" ton Victor Mara>Eckbardt (Eugen Dteberichs Verlag-Zonal Am das Versbuch des hingen tbrinsichen Dichter* werden roir noch besonders zinhpGi'M'U'n
gültig -mb, wen seiner Wte etulegt. ^as tz amt ist zu bezei
Zuständig 1 seiden IM t btidieib hes $e
§ 3. Der 135, 136 h
§ 4. Gegen einem Monat i
-1. Führt rcchniing »
:Hente dem w“
Der dritte Mäher war ein alter Mann: der Sommerwind spielte mit seinem weißen £>aar, und die Sonne brannte sengend auf Femen von der Last schwerer Jahre gekrümmten Rücken. Der Alte hielt die Sense in den harten, knochig um den Stiel gekrallten Händen wie ein Grabscheit. Seine saft ousgelösch- ten Augen sahen klar in die brennende Sonne, und er fang mit seiner tiefen, zitternden Gre^- sensttmme:
„Das bimmdfatb’nc Ehrenpreis,
die Tulipanen gelb unb weiß,
die filfrmnt Glocken, die goldenen Flocken sentt alles zu Erden — was wird daraus werben?
Hütt bid), schön's Blümelein!''
Vor feinen Füßen schlug ein Rabe mit Krächzen empor, und der Alte mähte wie über Grabhügel. Der Rabe ruderte mit auS- aewannten Flügeln zum dunkelstarrenden Wald und schrie: ,H)üte dich, schön's Blümelein!"
Der nun fang, war ein komischer kleiner Wichtelmann mtt einem Bart von färb- 10-5 verfilztem Flachs und einem ungeheuren Buckel. Er mähte mit einer unschicklichen und gänzlich nutzlosen Eilfertigkeit, und feine
■ Erntestvmmmgsbüd aitircfonm wir erner |dyr rttnen Legende wn Carl Marila.in- „Die Nonne von Saint-Saphonn" die in dem E-ammolvuck neuer deutscher Amniboi Der SSwSySf* (Vertag Waltet Sttfen, -Ltuttgan-


