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(Rachdruck Derbotea.)
62. Fortsetzung.
Weg zum Herren der Lauschenden. Die drohend
fahre er die Falten ihres Gewandes. „Menge
Mi dich um GotteSwllleu nicht ein,“ flüsterte er gehallten Fäuste fönten langfam herab. der -dorn
an* zum der also
Aus dem Reiche.
Tarifverhandlungen der Dankbeamteu.
Berlin, 23. Sept. (WTB.) Wie der Deutsche Bankbeamtenverein mit*
Die Rothersteins.
Boman von Erich Sbenstein.
Copyright 1919 by Greiner & Eomp.. Berlin W 30.
porären Kommission über die RüstungSbe- schränürngen schlug Lord Robert Cecil (Südafrika) heute die Einberufung einer Konferenz über die private Waffen- fabrikativn vor. Er beantragte, die Konferenz im Juni nächsten Jahres abzuhalten. Regnalt (Frankreich) und Fisher (England) erklärten die Festsetzung eines Datums für unmöglich, solange nicht die Ergebnisse der Washingtoner Konferenz vorlägen. Lord Robert Cecil bekämpfte lebhaft eine Auffassung, die eine Bölkerbundskonferenz von der Haltung der Bereinigten abhängig mache. Sein Antrag wurde jedoch abgelehnt. Dafür wurde ein DermittlungSantrag Schan- zer (Italien) angenommen, der den Rat auffordert, alle Bölkerbundsmitglieder und auch die an der Frage interessierten Richtmitglieder zu einer internationalen Konferenz über die private Waffen- und Munitionsfabrikation und den Waffen- und Munitionshandel einzuladen. Das Datum der Konferenz soll sobald als möglich vom Döllerbundsrat festgesetzt werden, und zwar möglichst vor der nächsten BölkerbundStagung.
Der Völkerbund.
Genf, 23. Dept. (WTB.) Bei sprechung des Berichtes der gemischten
Reichsministerium des Innern laufen dauermd Eingaben zur Bewilligung Tragen der Aniform ein. Hierfür ist Reichskanzler zuständig, an den solche Eingaben zu richten sind.
Die diesjährige Winterspielzeit beginnt am Mittwoch den 5. Oktober und bringt in dieser Eröffnungsvorstellung, die ja als erste Mittwoch-Abonnement-Vorstellung zählt, Shakespeares „Was ihr wollt". In der Freitag- Abonnement-Borstellung am 7. Oktober wird zur
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Strnnes über die
WiederherstellungspolMK.
Paris. 23. Sept. (Wolff.) Ein Bertreter der „Saturday Evening Post" hatte eine Unter» redung mit Hugo Stinnes, die in der „Chicago Tribüne" wiedergegeben wird. Stinnes erklärte u. <l : Wenn Deutschland aus seinen Ausfuhrüberschüssen die Reparationen bezahlen soll, so braucht es mindestens 5 Millionen Industriearbeiter mehr als jetzt: wo sollen die Herkommen? Ansere Bevölkerung ist durch den Krieg schrecklich dezimiert worden. Riemals wurde ein geWageneß Voll so gebemütigt wie das deutsche. Ein paar Geschäftsleute könnten aber, wenn sie die Sache ruhig besprächen, mehr für den Wiederaufbau tun, als alle schwatzhaften, selbstsüchtigen Politiker. Europas Fluch ist die Politik, und bis diese nicht ausgemerzt ist, tritt kerne Stabillsierung ein. Stinnes ging zum Schluß der Unterredung auf die europäische Politik im allgemeinen ein. Europa und die Welt sagte er, können nicht stabilisiert werden, ohne die ordentliche Beteiligung Rußlands. Keine Ration allein kann RutzlaiÄ reorganisieren. Dazu wiri) es der vereinigten Bemühungen Amerikas, Englands und Deutschlands bedürfen. Deutschland ist am besten für die Ausgabe vorbereitet, wegen seiner Kenntnis der russischen Psychologie. Was die Welt mehr als alles andere nötig hat. schloß Stinnes. ist die aktive Beteiligung der Vereinigten Staaten an den europäischen Angelegenheiten. Amerika war der entscheidende Faktor beim Ausgang des Krieges, es ist auch unbedingt nötig für die Gesundung Europas. Amerika ist es Europa schuldig, an seinen Angelegenheiten teilzunehmsn, aber nicht in der Art Wilsons: Europa braucht praktische Männer!
hatten. Gewünscht wurden Teuerungsbeihilfen in Höhe von 4000 Mk. für Verheiratete, 3500 Mk. für Ledige, und 1800 Mk. für Angestellte und Lehrlinge unter 20 (Zähren. Rach längerer Aussprache er Härte der Verbands- direktor, daß die Angelegenheit der Hauptversammlung des Arbeitgeberverbandes unterbreitet werden mühte. Eine solche könnte nur mit satzungsmähiger Frist einberufen werden. Ein Bescheid fei daher erst Ende der ersten Okwberwoche möglich.
Das Tragen der Uniform.
Berlin, 23. Sept. (Wolff.) Beim
Auf Rüdiger- Dort« hin erhob sich nun tosendes Geheul. Geballte Fäuste reckten sich drohend empor, immer wieder schrien sie ihre Forderungen und begehrten das Versprechen, der Erbreicher Forst solle geopfert werden. Riernand kümmerte sich um Do, ja, schien sie auch nur zu sehen. All der entflammte Hatz wandte sich nur gegen Rüdiger, der ihnen bei Eröffnung der Fabrik ficheren Verdienst auf Iahre hinaus versprochen hatte und nun nach ihrer Meinung wortbrüchig werden wollte, nachdem er sich ohnehin bisher schon feindlich genug gezeigt hatte.
ES gab noch Wälder genug ringsum. Gr hatte ja alles zusammengekcmft in der letzten Zeit, was nur zu bekommen war. Richt einmal ein Viertel davon war noch geschlagen und der Erbreicher Forst war auch da. Warum wollte er den nicht opfern? Er mutzte einfach! Sie Netzen ihn nicht eher weiter fahren, als biß sie sein Versprechen hatten . .
Rüdiger satz totenbleich aber stumm wie eine Mauer. Zeder Zoll seiner stolzen, aufrechten Haltung verriet den Vntschluh: Ich laste mb. nicht- abtrotzen, und wenn ihr mich totschlagt?
Ta sühtte er plötzlich, wie Do an ferner Seite sich erheben und sprechen wollte. Erschrocken
ihr zu, „sonst kehren sie sich auch gegen dich. Denke an Waldemar, er würde eß dir nie verzeihen, wenn du . . ."
Aber mit einer ruhigen Bewegung machte sie sich von seiner Hand los, stand auf und erhob die Hand zum Zeichen, datz sie sprechen wollte.
Fast augenblicklich verstummte das wilde Durcheinanderschreien, und die Blicke der Männer richteten sich neugierig und erwartungsvoll auf sie.
Beinahe alle kannten Do. Mancher, dessen Weid am Wirtschaft-hol von Grafenegg gelegentlich taglohnerte, hatte ihre mildtätige Hand im eigenen armseligen Haushalt verspürt. Viele wutzten. wie sie sich der Kinder Dcheibingers angenommen hatte. Alle hatten jetzt, als sie in ihrem einfachen weihen Kleid mit dem rührenden Ausdruck von Güte und Unschuld in dem schonen Gesicht da oben stand, den undewutzten Eindruck, ihre Erscheinung gliche einem Engel des Friedens.
Hnb ohne es zu wissen, traf Do den richtigen Ton. Ohne Vorwurf oder Pathos sprach sie ganz schlicht und bittend: „Liebe Leute, latzt uns doch weiterfahren. Ich schwöre euch, der Herr Graf meint eß herzlich gut mit euch, unb wird alles tun, was irgend in seiner Macht steht, um eure Wünsche zu erfüllen. Rur latzt ihm Zeit, zu überlegen, wie dies am besten geschehen kann. Bedenkt, wie viel Schwereres jetzt auf "Um einstürmte, und datz er ebensowenig dafür kann, w.e ihr selbst. Ihr seid ja gute Menschen . . bitte, gebt den Weg frei!"
Der Ton, von Herzen kommend, fand den
Aus Stabt und Land.
Dietzen, den 24. Sept. 1921.
Wettervoraussage
für Sonntag.
Frühnebel vorwiegend heiter und trocken, tags miß), nachts kühl, wechselnde Winde.
Heber Irland hat sich ein Teil des gestern über Mitteleuropa gelegenen Hochdruckgebiets zusammengezogen und folgt langsam dem nordostwärts abgezogenem Tief. Heber Mitteleuropa herrscht unregelmäßiger Druck. Geringe Rieder- schläge sind deshalb nicht ausgeschlossen.
** Wiederbesehung des geographischen Lehrstuhls an der Landes - Universität. Wie die „Hochschulkorr." erfährt, ist zur Wiederbesetzung des durch das Ableben des Geh. Hofrats Prof. W. SieverS erledigten Lehrstuhls der Geographie an der Uni- versität Dietzen ein Ruf an Prof. Dr. Friedrich Klute in Kiel ergangen. Dr. Klute, bisher Privatdozent in Göttingen, dem vom 1. Oktober d. I ab das Ordinariat der Geographie in Kiel als Rachfolger von Prof. Mecking übertragen wurde, ist aus Freiburg i. D. gebürtig. Er studierte ebenda sowie in München, besonders bei L. Reumann. 1912 nahm er an der Expedition zur Erforschung des Kilimandscharo teil und unternahm im Anschluh daran Reifen in Südafrika. 1914 wurde er Assistent am Göttinaer geographischen Seminar und erwirkte bald darauf ebenda seine Zulassung als Privatdozent. Klutes Spezial- arbettsgrbiet ist physische Geographie.
•• D i e Sitzungen des Schwurgerichts für das 3. Diertesiahr 1921 beginnen am nächsten Montag. An diesem Tage wird gegen Peter Wacker von Wolf wegen Sittlich- keitsverbrechenß verhandelt. Die Anklage bertritt Staatsanwalt Dr. Eckert, die Verteidigung führt Rechtsanwalt Iustizrat H. Katz. Am Dienstag, 27. Sept, gegen Karl Schieserstein von Offenbach a. M. wegen Meineids. Anklage: Staatsanwalt Knautz. Verteidigung: Rechtsanwalt L. Katz. Am Mittwoch, 28. Sept, gegen Willi Wittich von QueMinburg, Erich (Jäger von Innstedt und Otto Zander von Schernberg wegen Raubs. Anklage: Amtsrichter Reuroth. Verteidigung: Rechtsanwalt Dr. IungundRcchts- antoalt Albrec^. Am Donnerstag, 29. Sept, gegen Friedrich Cäugert von Steinfurth wegen R o t - zücht. Anklage: Staatsanwalt Iustizrat Weidemann. Verteidigung: Rechtsanwalt Fischer. Am Freitag, 30. Sept, gegen Adolf Kraft von Wohnbach wegen Meineids. Anllage: Staatsanwalt Iustizrat Weidemann. Verteidigung:Rechtsanwalt Fischer. Am Samstag, 1. Ott. gegen Elisabeth Rohrbach geb. Marker von Gietzen wegen Abtreibung. Anklage: Amtsrichter' Reuroth. Verteidigung: Rechtsanwalt Dr. L. Katz. Am Montag, 3. OIL gegen Hans Rorgall von Gietzen wegen R o t z u ch t. Anklage: Amtsrichter Reuroth. Verteidigung: Rechtsanwalt Hornberger. Am Dienstag, 4. Ott. gegen Friedrich Westfeld von Lich wegen Verbrechen im Amte. Anklage: Staatsanwalt Iustizrat R. Weidemann. Verteidigung: Rechtsanwalt Dr. Aaron. Am Mittwoch, 5. Oktober, gegen Heinr. Mä- chöld und Max Gapinski von Frankfurt a. M. wegen räuberischer Erpressung. Anklage: Staatsanwalt Iustizrat WeidemoTtn. Verteidigung: Rechtsanwätte Engisch und Hornberger. Am Donnerstag, 6. Oktober, gegen Anna Schaub von Büdesheim und Katharine Dlvos von Bad-Rauheim wegen Abtreibung. Anklage: Staatsanwalt Knautz. Verteidigung: Rechtsanwalt Dr. Aaron.
•• Aus dem Stadttheaterbureau.
Der Sozialdemokratische Parteitag.
Görlitz, 23. Sept. (WTB.) Der vom Parteitag der Sozialdemokratischen Partei gewähtte Parteivorstand seht sich folgendermatzen zusammen : Vvrsihende Hermann Müller . und 011 v W e l z, Parteikassierer Friedrich Bartels urtb Otto Heinrich, Vorstandssekretäre: Mvlkenbuhr, Pfannkuch, Otto Braun, Dr. Adolf Braun, Franz Krüger, Frau I u - chacz und Strobel-Berlin, Marckwald» Frankfurt a. M, Beisitzer: Richard Fischer, Karl Hildenbrand, Adolf Ritter, Effriede Reyneck, Otto Frank und Heinrich Schulz.
Rach Schlutz einer langen Debatte über den Entwurf des Parteiprogramms bittet Wels, den Entwurf einstimmig anzunehmen, worauf er gegen fünf Stimmen zum Programm erhoben wird. Der Antrag, der die Einsetzung einer Agrarprogramm-Kommission fordert, fand ebenfalls einftünmige Annahme.
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teilt, fanden heute Verhandlungen mit dem Reichsverband und den Bankleitungen statt, welche die drei am Tarifabschluh beteiligt ge- _____________...._____a
wesenen Angestelltenorganisattonen beantragt Erinnerung an den jüngst verstorbenen Ludwig
Thoma dessen „Lokalbahn" und der prächtige Einakter „I. Klasse" gegeben. — Die Abvn - nementsausgabe beginnt am Samstag den 1. Oktober, vormittags 10 ilbr, an der Theaterkasse, und da die erste Vorstellung im Mittwoch- Abonnement stattfindet, so werden zunächst die Mittwoch-Abonnenten ersucht, ihre Karten ab- zuhvlen.
“ Im Oberhessischen Kun st verein beginnen am nächsten Sonntag, nach beendeten Serien, wieder die regelmäßigen Ausstellungen. Als erste werden auf etwa zehn Tage hervorragende Werke der Radierkunst von nur er ft en Künstlern gezeigt. Diese Ausstellung wurde in München neu zusammengestellt Und wird lojx hier aus nach Düsseldorf und Karlsruhe weiterwandern. Am 16. Oktober wird der Verband bildender Künstler Hessens in Gemeinschaft mjt der Freien Vereinigung Darmstädter Künstler eine vierwöchentliche Ausstellung seiner Arbeiten bringen.
-- Oberhessisches Museum und Gailsche Sammlungen. Morgen, zwischen 11 und 1 Hbr, sind sämtliche Abteilungen deS Museums geöffnet: im Alten Schlvh die Vor- und Frühgeschichtliche sowie die Reuere Abteilung ein- schließlich Kriegsordensammlung; im ßangtaf- Philipps-Schlöhchen das Völker- und das Kriegs- museum. Eintritt in jedem Gebäude: Erwachsene 1 Mk., Kinder 50 Pf. (Mitglieder des Oberhesii- schen Geschichtsvereins gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte frei). — Im laufenden Monat wurden die Museen bereits von 1250 Personen besucht: 14 Schulen und Vereinen mit 520 Personen gewährte die Direktton auf Wunsch sachkundige Führung.
— Konzertverein. Als Reuigkeit für hier spielt Herr Pros. S z i g e t i, wie im gestrigen Artikel bereits erwähnt, das äuherst feiten gehörte und daher wenig bekannte Violinkonzert, Op. 22, von Hermann Goetz. Der 1840 geborene und schon 1876 infolge eines Brustleidens verstorbene Komponist ist der Schöpfer der reizenden komischen Oper „Der Widerspenstigen Zähmung". Weniger bekannt ist feine prächtige, einzige Symphonie, ein Klavier- und das schon erwähnte Violinkonzert in einem Satz. Sein Chorwerk Schillers „Tlänie“ wurde vor vielen Iahren durch den Akademischen Gesangverein unter Prof. Trautmanns Leitung in dec Turnhülle zu Gel o; geb acb'.. Auster dem schrieb Goetz noch ein Klavier-Trio, -Quintett undStreich- quartette, Lieder und Klavierstücke. Rach einem Vortrag des Violinkonzertes durch Pros. Szigeti schrieb die .Münchener Zeitung", datz das Stück „von der ersten bis zur letzten Rote echteste Musik aus der Seele eines geistigen und gütigen Menschen, ein Meisterwerk an Einheitlichleit und zarter Intimität sei, von höchstem Eigenwert", oder, wie die „München-Augsburger Zeitung" schrieb, „der künstlerische Ausdruck einer durchaus weichen, lyrischen Individualität. Szigeti, der schlechthin ideale Dolmetsch, spielte das Werk mit unbeschreiblich sühern Tone, der wie klingendes Silber klang." Wie in München, hatte Szigeti in Breslau, Zürich,Köln und auch in Rom ganz autzergewöhnliche Erfolge, wo er mit dem Augusteum-Orchester beispiellose Triumphe feierte. „Wessagerv" nannte seine Erfolge „einen triumphalen Sieg“.
"Waldbühne. Man schreibt uns: Grünve mancherlei Art waren es, welche eine Wiederholung von Lanzelot und Sanderein vereitelten: das eine Mal wollte man verhüten, an dem gleichen Tage, an dem das Stadttheater spielte, das flämische Stück zu bringen, das andere Mal trat man aus Rücksicht auf die „Oder- hessischen Gemeinschaften" zurück, die für den 4. September ihr Zahresfest angeseht und um Aeberlassung der Waldbühne gebeten hatten. Acht Tage später war die Vorstellung unmöglich gemacht, da eine der mitwir lenden Damen plötzlich verreisen muhte usw., und jetzt ist es für eine Aufführung im Freien zu kühl geworden. Die Waldbühne sieht sich genötigt, ohne eine nochmalige Wiedergabe des Stückes ihre diesjährige Spielzeit abzuschlietzen. Sie wird sich nunmehr, d. h. vom 1. Oktober ab, in ihrer winterlichen Tätigleit literarisch-musikalischen Zusammenkünften widmen.
*• Die Spitzenausftellung, die der Frauenbund zur Förderung der deutschen Spihen- industrie E. V. Düsseldorf in diesen Tagen veranstaltet, hat, wie uns mitgeteUt wird, den besonderen Zweck, zu zeigen, was für Spitzenarbeiter, von deutsch. Frauenhänden hergestellt werden. Die Spitzenindustrie in Deutschland hat seit ihrer Einführung vorzüglich sozialen Zwecken gedient, sie ist meistens Heimarbeit gewesen, leider in der früheren Zeit schlecht bezahlt. Der Krieg hat hierin eine grobe Amwälzung gebracht, heute werden die Spitzen ihrem wirklichen Werte nach bezahlt, was im Interesse der Heimarbeiterinnen nur zu beg rüsten ist. Der Frauenbund ist vor zehn Iahren gegründet worden, um das Interesse an deutscher Spitzenarbeit zu heben und zu fördern, und hat den einzig möglichen Weg hierfür eingeschaffen werden. Deutsche Künfller und Künst
ln den funkelnden Augen erlosch und machte einem Ausdruck der Verlegenheit Platz. Stumm trat da und dort einer zurück. Der Kreis um den Wagen lichtete sich. Der Weg vor den Pferden war mit einem Male frei, ehe man sich's versah.
Der Kutscher zögerte nicht, die Gelegenheit sofort zu benützen und den aufgeregten Pferden ihren Lauf zu lassen. Sie zogen so heftig an, datz Do beinahe aus dem offenen Wagen geflogen wäre, hätten Rüdigers Arme sie nicht rasch erfaßt und auf ihren Sih niedergezogan.
In zwei Minuten lagen die letzten Hauser hinter ihnen. Do atmete auf. Rüdiger sah stumm neben ihr Es war eine bittere Demütigung für seinen Mannesstolz, dah 'Dos einfache Worte de- wirkt hatten, was er nicht mit Aufbietung aller Kräfte zustande gebracht hätte. Aber er verhehlte sich auch nicht dah es Rettung gewesen war. Denn er hätte es nie über sich gebracht nachzugeben und sich aus Angst um sein Leben ober um seine geraden Glieder gleichsam selbst öffentlich zu desavouieren.
Die Folgen hätten unabsehbar sein können.
Als der Wagen in die Allee zum Schloh einbog, drückte er plötzlich krampfhaft Dos Hand.
„Ich danke dir, Dorothea . . dein Herz hat den'Weg gefunden, wo mein Verstand keinen mehr sah. Aber es hätte auch anders ausgehen können. Ich zittere noch jetzt, wenn ich denke, was geschehen wäre, wenn sie dir auch nur ein Haar gekrümmt hätten."
Do lächelte matt. Zu sprechen vermochte sie nicht Jetzt, wo die furchtbare Erregung vorüber war, die ihr Wesw in allen Grundfesten erfchüt-
schlagen, es muhten neue reizvollere Muster ge* gewerbler haben tatkräftig mit geholfen, dieS zch ermöglichen Der Frauenbund st.tt auch die ersten Versuche gemacht um die beut' .,er Spitzenarbeitern zu einem Exportartikel zu machen, und die schön-, sten und teuersten Arbeiten finden gerne Abnahme, im Ausland. Heber die weitere Arbeit be& Frauenbundes werden in einem Vortrage, der am Eröffnungstage in der Ausstellung von der erstem Vorsiheirden, 5rau Hatty Heimann. Düsseldorf, gehalten wird, genaue Angaben gemacht werden.
** Die Warenausgabetabelle desLebenSmittelamtesfürdie nächste Woche wird im heutigen Anzeigenteil veröffentlicht und kündigt unter anderem eine Sonderausgabe von Zucker an. — Die übliche Wochenbekanntmachung deS Brenn st offamtes ist ebenfalls aus deut Anzeigenteil ersichtlich.
•* D ie Beratungsstelle für Geschlechtskrankheiten in der Poliklinik der AniverfitätShautklinik ist täglich werttags von 10 bis 12 Ahr geöffnet.
Eine Schaumesse wird von morgen bis einschließlich 2. Oktober auf dem OS- Waldsgarten veranstaltet. Eine Anzeige, auf die wir hiermit Hinweisen, zählt die verschiedenen Darbietungen auf.
** Silberne Hochzeit feiern Glaser- meister Heinrich Baum und Eheftau, Bleichstr.2.
•’ „M i 6 VenuS" im Lichtspielhaus. Die Gattung der Filmoperette befinbet sich noch sehr in der Entwicklung. Man kann indessen die Verquickung von Film und Operette In der „Mitz Venus" als wohlgelungen bezeichnen. Der Art des Stücks werden Handlung — eine amerikanische Milliardärstvchter wird nach manchen Proben ihrer Vorliebe für das .^zentrische" vor weiteren durch die Ehe gerettet — Musik und Spiel der Darsteller, unter denen vor allem Willi Kayser als glücklicher Bräutigam derMilliardärS- tochter zu nennen ist, voll gerecht Datz die Erwartungen der sehr zahlreichen Besucher nicht enttäuscht wurden, bewiesen laute Aeuherungen deS Beifalls und der Heiterkeit
Bornotizen.
— Ta ge s ka len der für Samstag? Cafs Ernst Ludwig, 8 Ahr. WohltättgkettS- konzert zugunsten der Oberschlesierspende. — Astv- rialichtspiele. heute und morgen „Caro Atz" und „Die tote Stunde", ab Montag .Schlotz Vogelöd" und „Die Tochter der Madame Duboussie".
— Tageskalender für Sonntag: Sportplatz Hardt, Gauliga-Verbandswettspiel V. f. D. Marburg gegen Gietzen 1900. — Reue Aula. 5 Ahr. Sonderttmzert des Professors Ioseph Szi- geti — Turnhalle, 8 Ahr. DolksunterhattungS- abenb des Evangelischen Arbeitervereins. — Oswaldsgarten, Schaumesse.
Landkreis Gießen.
Der Streik in der Münsterer Dauxitwascherek beigelegt
Münster. 23. Sept. In der Dauffit- Wäscherei Münster wurde die Arbeit am Dienstagmorgen wieder aufgenommen, nachdem eine Verständigung zwischen Arbeitnehmern und Unternehmer erzielt worden war. Das Ergebnis der Verhandlungen ist vor allem die Einführung eines Akkordlohnsystems.
*
t Allendvrf a.d. Lda_ 22. Sept Unfete Gemeinde hatte in dem trockenen Sommer sehr an Wassermangel zu leiden, so datz die Leitung jeden Tag einige Stunden abgestellt werden mutzte. Am diesem Aebelstande abzuhelfen, und auch in trockenen Iahren genügend mit Wasser versorgt zu sein, wird jetzt der Plan erwogen, noch einige der vorhandenen Quellen zu fassen und der Wasserleitung zuzuführen.
Kreis Lauterbach.
' A n g e r s b a ch, 23. Sept Am 20.. 21. und 22. Mai 1922 feiert der hiesige Männer-Gesang- verein „Frohsinn" das Fest der s e ch z i g j ä h r i- gen Fahnenweihe, verbunden mit einem groben Gesangswettstreit der am 21. Mai morgens in den geräumigen Sälen unseres Dorfes audgetragen werden soll. Am Rachmittage findet bann ein grotzes ®a ft fingen auf dem schön gelegenen Festplah statt, das in erster Linie für alle die Vereine gedacht ist. die sich nicht am Wettstreite zu beteiligen gedenken. Die ersten Einladungen zu diesem Iubelfeste sind bereits hinausgegangen. Die Klasseneinteilung beim Wettsingen wird, wie uns geschrieben wird, so gestattet werden, dah auch dem kleinsten Verein Gelegenheit geboten ist, sich daran zu beteiligen. Es werden nämlich preisgekrönte Vereine und nicht preisgekrönte Vereine der Stadt je in einer Abteilung, desgleichen wieder preisgekrönte und nicht preisgekrönte Vereine vom Land je in ehret Abteilung fingen. Iede Abteilung von diesen vieren wird dann wieder nach der Sängerzahl in tert hatte, als sie Rüdiger bedroht gesehen, üb erlern sie mit einem Wale eine seltsame Schwäche. Bäume und Schlotzmauem schwankten vor ihrem Blick. Alles schien sich im Kreis zu drehen. Io datz sie erschrocken die Augen schlotz.
AIS der Wagen hielt, lag sie zu Rüdigers namenlosem Schrecken ohnmächttg in den Kisten.
Hertha und der Fürst hatten den Wagen schon angstvoll erwartet. Erschrocken schrien sie auf, als Rüdiger nun, leichendlatz Dos bewusstlosen Körper auf seinen Armen haltend, ausstieg.
Er aber achtete gar nicht auf sie. Sein Vllck ding unverwandt in Todesangst auf dem sützen, blassen Gesicht, dessen Augen geschlosien waren. Dos Haare hatten sich gelost und hingen wie ein seidiger, goldbrauner Schleier über seinen Arm herab.
„Rüdiger — waS ist geschehen?" ries Hertha erschrocken. Er hatte bereits die Treppe erreicht und stieg behutsam mit seiner Last empor.
Ohne den Blick von Do zu wenden, antwortete er rauh: „Sie hat mir das Leden gerettet — und nun — nnb nun —" weiter konnte er nicht sprechen Qual und namenlose Angst schnürten ihm die Kehle zusammen. Hertha war über fein Gebaren und besonders über sein entstelltes Gesicht noch mehr erschrocken als über Dos Bewusstlosigkeit Sie gab dem Fürsten einen Wink, zurückzubleiben und eilte Rüdiger voraus, die Tu, ihres Gemaches öffnend.
(Fortsetzung folgt) \ X --
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