druck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulfttatze 7.
barung vor Wochenende erwartet werden könne.
> Pt. äu- Gehälter
vorteUHafter Weise geführt werden können. Ferne» wurde angekündigt, das) eine endgültige Derlaut-
Die Abrüstungskonferenz.
London 23. Aug. (Wolfs.) Der amerikanische Arbeiterführer G o m p e r s erNärte in einer Ansprache, Präsident Hard in g habe ihm mit- geteilt, daß er dem Wunsche der Arbeiterschaft. auf der Abrüstungskonferenz vertreten zu sein, gewogen sei.
50 Pf.; für Reklame« Vnzeigen von 70 mm Dren« 180Pf Bei Platz» Vorschrift20 „Aufschlag. Hauptschriftleiter; Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Fenz; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen.
Die deutsch-amerikanischen Verhandlungen.
Washington, 24 Aug. iWTB.' Reuter. Die «erste amtlich- Bestätigung der Berliner Meldungen, wonach Verhandlungen über einen deutsch-amerikanischen Vertrag schweben. tarn gestern aus dem Staatsdepartement. Es wurde zugegeben, daß die Verhandlungen auf Ersuchen der Vereinigten Staaten geheim ge-
verkehrsministerium bereits an eine neue Tariferhöhung gedacht, die sich auch wohl kaum werde umgehen lassen.
In ähnlichen Gedankengängen bewegten sich die Ausführungen des Reichspostministers GieSberts. Er erNärte. das) die Post einen ungedeckten Fehlbetrag von über 2 Milliarden aufweise, der unbedingt beseitigt werden müsse. Er halte deshalb gegenüber den Friedenstarifen eine ErhöhungallerPvst-, Fernsprech- und Telegraphengebühren im Verhältnis 1:10 f ür notwendig, so das) also ein Brief künftighin 1 Mark kosten würde. Weiterhin müsse eine erhebliche Erhöhung der T e l e- grammgcbühren durchgeführt werden, da dieser.Betrieb, der noch niemals rentabel gewesen sei, jetzt besondere Aufwendungen für Reu- und Umbauten verlange. Das Personal müsse seinerseits alles tun, um den unhaltbaren finanziellen Verhältnissen ein Ende zu machen. Jeder Beamte und jeder Arbeiter müsse intensivste Arbeit eisten und er müsse im Interesse des Staates sich gefallen lassen, daß seine Arbeitskraft voll ausgenüht werde.
Dann gab Geheimrat Hühnemann vom Reichsfinanzministerium die Besoldungs- Vorschläge der Regierung bekannt. Einleitend teilte er mit, das) die Regierung Waß- nahmeit treffen werde, um alle noch ausstehenden Forderungen aus der Desoldungsordnung den Beamten sofort zu erstatten. Ferner sei'die Regierung bereit, einen Ausgleich der Teuerungszuschläge in den fünf Ortsklassen vorzunehmen, und zwar derart, das) die Differenz zwischen Ortsklasse,A und Ortsklasse E, anstatt 15 Prozent wie bisher, in Zukunft nur noch 10 Prozent betragen soll. Dagegen könne die Regierung den Forderungen der Organisationen auf gleichmäßige Erhöhung der Zuschläge für alle Beamten nicht zustimmen. Sie sei dagegen bereit, die einzelnen Teuerungszuschläge'm den verschiedenen Ortsklassen um je 15 Prozent zu erhöhen, daß also in Ortsklasse A z. B. eine Erhöhung von 70 auf 85 Prozent erfolgen würde Man sei weiterhm bereit, die Stundenlöhne der Arderter um 55 Pfennig gleichmäßig zu erhöhen. Die Kinderzuschläge sollten von 150 Prozent auf 175 Prozent in Ortsklasse A, in den Ortsklassen B und (, auf 150 Prozent und in den Ortsklassen D und E auf 125 Prpzent erhöht werden. DaS würde in Ortsklasse E eine Erhöhung gegenüber den jetzigen Zuschlägen um etwa 50 Prozent betragen.
und der Gewerkverein der Fabrik- und Handarbeiter Deutschlands erlassen heute einen Auf» r u f an die organisierten Bergarbeiter Deutschlands, in dem eS u. a. heißt: Kameraden! Vier Be^garbeiterverbände haben sür die Arbeiter aller Bergbaurevier- Lohnerhöhungen g-fordert. Die Verhandlungen in Berlin am 19. August dS. IS. haben noch kein Ergebnis gezeitigt. Eine Erhöhung der Löhne für alle Kameraden ist aber infolge der Steigerung der Lebenshaltungskosten unbedingt erforderlich. Die Organisationsvertreter werden alles aufbieten, um die Lohnbewegung zu einem erfolgreichen und schnellen Abschluß zu bringen. An alle Kameraden ergeht der dringende Ruf, in dieser Lohnbewegung gewerkschaftliche Disziplin zu üben und sich nicht voreilig in Putsche und Arbeitsniederlegungen einzulassen.
Flamenkundgebung in Antwerpen.
Paris, 24. Aua. (WTD.) Rach einer Medung des »Petit Parislen" aus Brüssel ist die 2age in Antwerpen infolge deS Auftretens der Flamen sehr gespannt. Sin Zug, der sich neuerlich zu dem Denkmal eines flämischen Dichters begab, stieß Ruse auS: ..ES leben die Deutschen! ES lebe von Bissing!" Die Stadtverordneten von Antwerpen hätten den Veranstaltern der in Brüssel verbotenen flämischen Versammlung mitgeteilt, daß die Veranstaltung in Antwerpen flattftnben könne und daß die Veranstalter offiziell im Rathaus empfangen würden. Man glaubt, daß der Gouverneur der Provinz Antwerpen seinerseits die Veranstaltung verbieten wird, da er ernste Unruhen befürchtet.
HW W
AuS Sowjet-Rußland.
Stockholm, 23. Aug. Die Sowjetregierung schreitet ’o meldet die .Frist. Ztg.". auf dem Wege des kapitalistischen Systems fort Rachdem durch ein Dekret vom 6. Juli der Besitz unbeschränkter Mengen Geldmittel und biS au einem gewissen Grade auch die Freiheit deS Dantz-schäftS zugelassen, ferner durch die Dekrete vom 10. und 12. Zuli über die Errichtung von ^nbuftrieunter- nehmungen auch die industrielle Tätigkeit in größerem Umfange freigegeben worden war, ist jetzt ein neues Dekret in Vorbereitung, welches den privatenHausbesihgestatten wird. Ein Dekret vom 5. August hat auch die Zahlung für alle Dienstleistungen und Warenlieferungen der Sowjetregierung eingeführt; auf den Eisenbahnen muß also jetzt wieder Fahrgeld entrichtet werden. Rach Hellingforser Meldungen ist der private Handel in Petersburg und Moskau im vollen Gang Täglich werden neue Ladengeschäfte eröffnet, zahlreiche Kaffees sind bereits wieder im Betrieb; auch der Verkauf von Wein ist freigegeben worden. Ferner erwartet man die baldige Wiedereröffnung der Bankhäuser. Die Rückbildung zum kapftalistischen Betrieb vollzieht sich unter A'fr echter Haltung ter äußeren Ordnung. Di- Sowjetregierung läßt zur Zeit in Schweden größere Mengen Roggen aufkaufen. Die bisherigen Käufe umfassen etwa 10 000 Tonnen.
Eine Konferenz zur Frage der russischen Flüchtlinge.
Genf, 23 Aug. (WTD.) Die Konferenz zu, Prüfung der Frage der russischen Flüchtlinge hiÄt am Montag ihre erste Verhandlung
tfÄ* S MlST
Diese Vorschläge der Regierung wurden von sämtlichen Vertretern der Beamten und Arbeiter als unzureichend bezeichnet. Rach sehr langen Debatten, in denen die Gegensätze zum Teil sehr scharf zu Tage traten, verstanden sich die Regierungsvertreter dazu, die Teuerungszuschläge für sämtliche Ortsklassen anstatt um 15 Proz. um 20 Prozent zu erhöhen. Mich hier vertraten die Gewerkschaften vor allem die Forderung, daß anstelle einer prozentualen Erhöhung eine gleichmäßige Teuerungssumme an alle Beamten ohne Rücksicht auf das Grundeinkommen zu zahlen sei. Man einigte sich auf einen Kompromihvorschlag, der vorsieht, daß die Zulagen um 20 Prozent erhöht werden, daß jedoch den in Ortsklasse E ein- geftuften Beamten ein annehmbarer Ausgleich zu- gesichert werde. Diese Zftage wurde einem Unterausschuß unter Vorsitz des Geheimrats von Schlieben zur weiteren Bearbeitung überwiesen. Man konnte jedoch in diesem Unterausschuß nicht zu einer Verständigung gelangen, so daß die Re- gierunasvertreter dann den Vorschlag einer weiteren Erhöhung der Kinderzulagen um 25 Prozent machten, so daß also in Ortsklasse A 200 Prozent, in B und C 175 Prozent und in D und E 153 Prozent Zuschlag bezahl» werden. Für D i ä t a r e wurde zugesagt, daß sie jetzt in den beiden ersten Jahren 90 Prozent des planmäßigen Beamteneinkommens, im 3. und 4. Jahre 95 Prozent und vom 4. Jahre an da« zuständige Deamtengehalt erhalten sollen. Den Arbeitern wurde eine Aufbesserung deS ständigen Lohns um 85 Pf. zugesichert Die Auszahlungen der neuen Gehälter und Löhne sollen am 1. September bereits erfolgen.
Das Ami des Derichierstaliers im Völkerbundsrat.
P a r i«, 23. Aug. (Wolfs.) Rach gewissen, aus Madrid hier eingetroffenen Rachrichten soll Q u i- nonesde Leon das ihm von Vicomte Ishiy gemachte Anerbieten, als Berichterstatter des aus- führenden Rates des Völkerbundes in der o b e r - schlesischen Frage zu fungieren, zurück- gewiesen haben.
Paris, 24. Aug. (WTB.) Rach einer Blättermeldung aus Madrid erfährt man dort in politischen Kreisen, daß die Ablehnung des spanischen Botschafters, durch die Tatsache motiviert werde, daß Spanien unter Umständen im Völkerbunde die Rolle deS Schiedsrichters zu spielen und deshalb die Hände frei haben wolle
Paris, 24. Aug <WTB.> Wie der „Petit Parisien" mitteilt, soll Graf I s h i y die A b l e h- nung Ouinonesde Leon nicht als endgültig betrachten. Infolge mehrerer Besprechungen zwischen den in Paris anwesenden Mitgliedern würde nochmals ein Schritt bei ihm unternommen werden, um ihn zur Zurücknahme seiner Ablehnung zu veranlassen.
P a r i«, 24. Aug. (WTB.) Wie der „mahn' meldet, hat die Ablehnung des Berichterstatteramtes durch Quinones de 2*e v n eine gewisse ileberrafdjung hervorgerufen. Es scheine sicher, daß die neue spanische Regierung ihrem Botschafter den kategorischen Rat gegeben habe, sich nicht allzutief in die Regelung der oberschlesischen Frage zu mischen. Der „Matin" bestätigt, daß diese Ablehnung das Programm der Genfer Sitzung stören könnte. Ein neuer Berichterstatter sei amtlich noch nicht in Aussicht genommen.
Paris, 24. Aug. (WTD.) Dem „Intransi- geant" zufolge glaubt man in Pariser offiziellen Kreisen, daß der belgische Delegierte Huys- m a n s zum Berichterstatter in der o b e r s ch l e - fischen Frage ernannt werde
Die französisch-englischen Verstärkungen nach Oberschlcsien.
Berlin, 23. Aug. (Wolsf.- Für die/Ver- stärkung der interalliierten Truppen in Oberschlesien werden, tote bereits gemeldet wurde, zwei britische Bataillone .md eine französische Brigade vom Rheinland nach Oberschlesien befördert. Die Transporte beginnen am 25 August und laufen die Strecke Mainz Bischofsheim - Frankfurt a. M.°Süd - Hanar- Ost Flieden Blankenhain Gerstungen — Weißenfels' Taucha Dobrilrgk Sagan - Arnsdorf ßiegnih Mochlern Brockau Karlsmarkt — Oppeln. Täglich werden vier Züge gefahren. Die Bevölkerung der von den Transporten berührten Gebiete wird zur Vermeidung von unliebsamen Zwischenfällen darauf hingewie- sen. daß es im allgemeinen Interesse liegt, diesen Transporten keinerlei Schwierigkeiten zu bereiten
Kundgebungen aus Oberschlesien.
Lublinitz. 24. Aug. (WTD.) Durch Vermittlung des englischen Obersten Diel wurde an Lloyd George und den Völkerbund folgendes Telegramm abgesandt: Sämtliche Frauen von Stadl Lublinitz bitten, dafür eintreten zu wollen, daß der Kreis Lublinitz bei Deutschland verbleibt. Ein ähnliches Telegramm ging an den englischen Vertreter in Oppeln
*
Die Anmaßung französischen Militärs.
Berlin, 23. Aug. Wie die ‘Blätter von zuständiger Stelle hören, bat die deutsche Regierung wegen des Vorfalles am Dahn- hof Friedrichstraße, wo ftanzösische Soldaten sich den Anordnungen der Schutzpolizei widersetzten, den französischen Geschäftsträger in Berlin, die französischen Heeresangehörigen in Deutschland anzuhalten, in Deutschland die geltenden Polizeivorschriften zu beachten und die von den deutschen Behörden getroffenen Anordnungen zu berücksichtigen.
ltt. V)Z
Der Lietzener Anzeiger mit der Dienstagsbeilage „SpotbUmfd)aue er- scheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, v^natlichebezua^oreis«: Mark 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fern sprech-Anschlüsse: sürdieSchriftleituna 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen.
Postscheckkonto:
Frankfurt a. M. 11686.
Teuerung und Lohnfragen.
In Berlin haben nunmehr entscheidende Verhandlungen unter der Teilnahme des Reichskanzlers eingesetzt, um die Lohn- und Gehaltsfragen der Arbeiter und Beamten neu zu regeln. Etwas unvermittelt wurde eine neu aufsteigende Teuerung empfunden. Jeder fragt nach der Ursache und sucht einen Gradmesser für die Steigerung zu finden. In den letzten Tagen geht nun durch alle Zeitungen die neue ReichSindexzif- ziffer, die mit ihren 963 Punkten erheblich höher steht, als die Ianuarziffer, die 924 Punkte zeigte. Diese Ziffer ist der Gegenstand sehr lebhafter Erörterungen, und man folgert aus ihr, daß die Lebenshaltung sich ganz allgemein erheblich verteuert habe gegenüber dem Stande bei Beginn dieses Jahres. Wir werden darauf aufmerksam gemacht. daß die Zuliziffer in keinerlei Beziehung zu setzen ist zu den bisher veröffentlichten Reichsindexziffern. Im Monat Juni haben sich nämlich die Berechnungsgrundlagen etwas verschoben. Die Preisnachweisung, auf Grund derer die einzelne örtliche Teuerungszahl berechnet wird, ist in einer Reihe von Punkten verändert worden. Wenn auch die Bestrebungen bei dieser Veränderung darauf hinausgingen, einen vielfach vorgekommenen Mißbrauch der einzelnen Positionen möglichst zu verhindern und die Indexziffer brauchbarer zu gestalten, so ist selbstverständlich jede Aenderung der Berechnungsgrundlagc eine Tatsache, die die Schlußzahl mit den Ergebnissen der anderen Berechnungsart nicht mehr in gleicher Weise vergleichen läßt, zumal, zumal, wenn die endgültige Zahl als Durchschnittszahl festgelegt wird. Dazu kommt auch, daß seit Juli durch,die Milchfreigabe das notwendige Quantum Milch nunmehr nach den auf dem freien Markt sich bildenden Preise eingesetzt wird, während bisher nur die auf Karten verteilte Milch mit dem verhältnismäßig niedrigen Preise angegeben wurde und die übrige Menge, die frei blieb, durch Haferflocken ersetzt wurde. Das ist zweifellos ein weiteres Moment, in dem ein Emporschnellen der Indexziffer für den Monat Juli bewirkt wird. Eine nüchterne Betrachtung der Dinge sollte uns vor allem vor übertriebenen Angstkäufen und Angstforderun- gen bewahren, womit nur den Schiebern und Wucherern gedient wäre.
Zuziehung der Fraktionsführer zu den Berliner Verhandlungen.
Berlin, 24. Aug. Die gestrigen Verhandlungen zwischen den Regierungsvertretern und den Beauftragten der Bearntenvrgani- sativnen und der Gewerkschaften, bei denen der Reichskanzler wiederum den Vorsitz führte, haben zu keiner Einigung geführt. D Reichskanzler erklärte in einer kurzen Ansprache, daß die Regierung sich die Forderungen der Gcwerk- schaften nichtin allenPunkten au eigen machen könnte. Um den Abbruch der Besprechungen zu vermeiden, erllärte der Reichskanzler schließlich, daß er heute die Desprechungen in der Reichskanzlei fvrtzusetzen wünsche, und daß er zu dieser Sitzung die F r a k t i o n «f ü h r e r des Reichstags laden werde.
Im einzelnen wird über die Tagung noch berichtet :
Der Reichskanzler wies in einer Besprechung zu Beginn der Verhandlungen mit großem Rachdruck auf bie- außerordentlich schwierige finanzielle Lage des Reiches hin. Er fl reifte auch die oberschlesische Frage und sprach die Hoffnung aus, daß die Entscheidung des Völkerbundes c5 Deutschland ermöglichen werde, seinen Verpflichtungen nach Kräften nachzukommen. Dann ging er a^f die Forderungen der einzelnen Organisationen em und hob hervor, daß die Befriedigung der Ansprüche, die von den Sisenbah- •ern und einem Teil des Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbundes gestellt würden, eine Mehr- belastungvvnjährlichl4Milliarden, Die Erfüllung der Gehaltswünsche des Deutschen Deamtenbundes eine Mehrbelastung von 16 b i s 18 Milliarden bewirken würde. Weder für die eine noch die andere Forderung sei in dieser Höhe Deckung vorhanden.
Verkehrsminifter G r ö n e r erörterte dann die Verhältnisse bei den Reichseisenbahnen 3m allgemeinen habe die letzte Tariferhöhung nicht die schlimmen Folgeerscheinungen gezeitigt, die man vielfach befürchtet habe Der Personenverkehr fei befriedigend, dagegen sei im Güterverkehr ein Rückgang der Einnahmen zu verzc.tonen. Dieser letzte Umstand fei darauf zurückzu- führen daß wegen der Kündigung des Üeber- schichte'nabkvmmens im Ruhrrevier täglich 3000 Eisenbahnwagen weniger verladen würden als früher und daß Wegen der Wirren in Ober- schlesien seit Monaten ein Ausfall von 6000 bis 7000 Waggons täglich festzustellen sei. Die Erlen- bahn müsse weiterhin mit erheblichen Mehrausgaben rechnen. Die Materialpretsstergerung. die etwa 10 Prozent betrage, erfordere Mehraufwande von rund einer Milliarde, hterzu kamen noch andere Betriebsausgaben etwa m Sicher Hohe, so daß das Defizit für das Iahr 1 92 1 ftch nicht in so engen Grenzen bewegen werde, tote man im Etat angenommen habe. Infolge der neuen Beamtenforderungen und der Erhönung der 2Ir- beiterlöhne könne er auch wahrscheinlich feine Ab
da die Regierung dem Reichsrat unverzüolich eine entsprechende Vorlage überreichen wird. On-iri will sich ferner die Zustimmung der einzelnen Parteien sichern.
Die Zusicherungen der Regierung wurden, so schließt eine Berliner Meldung der „ 5rff Ztg ". von den Organisation-Vertretern nicht ohne weiteres angenommen, da die Gewerkschaften von der Forderung einer Mindestgarantie nicht abgeben. Rach zwölfstündiger Verhandlung wurde die Konferenz vertagt. Die ursprünglichen Zugeständnisse der Regierung würden für das Reich und die Länder eine Mehrausgabe von 5 Milliarden erfordert haben: diele Zahlen würden sich durch die nachträglichen Bewilligungen auf acht Milliarden er- höh^n.
Kiel 23 Aug. (Wolff.) Die Verhandlungen zwifcken dem Ortsausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerktchaftsbundes und dem Bund der Arbeitgeber über die Gewährung von Teuerungszulagen für die in Kleinbetrieben beschäftigten Arbeitnehmer find gestern abend gescheitert. Sämtliche Derufsgruppen haben darauf noch gestern abend in Versammlungen Stellung zu der Lage genommen. Es wurde beschlossen, 'am heutigen Dienstag in den Streik einzutreten, da die Angebote der Arbeitgeber für unannehmbar bezeichnet wurden. Der Streik ist darauf heute morgen ausgebrvchen
Elfen, 23. Aug. (WTD.) Dier Berg- arbeiterverbände, nämlich der Verband
(9tn Kongreß der geistigen Arbeiter.
Paris, 23. Aug. (WTD.) Wie die Blätter aus Brüssel melden, hat der hier tagende Kongreß der geistigenAr- beiter eine Resolution angenommen, in der es u. a. heißt: l.!Der Kongreß erwägt den Entwurf für eine internationale Bereinigung geistiger Arbeiter. 2. Er gibt der internationalen Arbeitsvereinigung das Mandat, in den verschiedenen Ländern eine Propaganda zu unternehmen, damit in jedem Falle eine Zen- tralorganifation geistiger Arbeiter, die der internationalen Bereinigung angehört, zustande kommt, und gibt 3. einer der internationalen Bereinigungen das Mandat, sofort mit den Organisationen des Dölkerbun- des und des Internationalen Arbeitsbureaus bezüglich der genannten Frage in Verbindung zu treten.
ö*
Der Nationalkonvent der Sinnfeiner.
Dublin, 23. Aug. (WTB.) Der heutigen Sitzung des Rationalkonvents derSinn- feiner mißt man größere Bedeutung bei. ES ist wahrscheinlich, daß das irische Geheimparlament der 26 Grafschaften in seiner Antwort an Llohd George die Angaben berücksichtigen wird, die ihm in dieser Sitzung gegeben wurden. Man will aus vertrauenswürdiger Quelle erfahren haben. daß der Rationalkonvent sich für die Annahme der Bedingungen Lloyd Georges aufl- sprechen werde Der Konvent besteht In der Tat aus einer gro' eren Zahl Leute, die gemäßigter sind als das Geheimparlament, dessen Mitglle- der unter schwierigen Verhältnissen gewählt wurden und größtenteils Gefangenschaft zu erdulden hatten.
Unruhen in Belfast,
Paris, 24. Aug. (WTD.) Rach einer „Matin"-Meldung aus London ist es gestern in Delfast zu Unruhen grfommen, wo eine Sinnfeinergruppe mit Lohnlisten mehrere Stunden lang kämpfte und wobei auf beiden Seiten geschossen wurde Am nächsten Morgen wurde aus der Straße eine Bombe gefunden
ficht, das Defzit bei den Reichseisenbahnen biS I der Bergarbeiter Deutschlands, der Gewerkverein I führt werden. ® tourbe hlnzugefügt, daß die zum April 1923 zu beseitigen, nicht durchführen, christlicher Bergarbeiter Deutschlands, die Pol- Regierung ver ^Vereinigten Staaten mchtder An- Aus allen diesen Gründen habe man im Reich-- | nische DerufSvereinigung Abteilung Bergarbeiter | sicht sei, daß solche Verhandlungen ösfentllch w
Erstes Blatt fll. Jahrgang Mittwoch, 24. August 192s
Annahme von Anzeiae» JHv für die
EietzenerAnzelger
General-Anzeiger sür Oberhessen


