nossenschaft für die Reichsunfallversicherung der Fahrzeug- und Reittier-Haltungen. - Feuerlöschwesen. - - Unterbringung Schwerbeschädigter. — Eir.sendung der Kreisabdeckereiverzeichnisse — Grwerbslosenfürsorge. - Abänderung der Fleifch- befchauordnung. — Verbot dec Abgabe von Feuer- werkLkörpecn. — Dienst Nachrichten. — Feldbereinigungen Queckborn, Grüningen und Ober-Bes- singen.
llvilhelmMichelll. zu Treis a. d. Lda. wurde 'als Aushauer für die Gemeinde Treis a. d. Lda. ernannt und von dem KreiSamt verpflichtet.
Handel.
Die Notlage der Tabakindustris.
Die Lage der Zigarrenindustrie ist, so schreibt in den .Vereinigten Tabak-Zeitungen' I. Heinze, infolge unserer schlechten Valuta eine überaus trübe. Kredite, die in Holland ausgenommen wurden, als der Gulden etwa 20 Mark wen war, belasten die Fabriken jetzt, wo der Gulden um 80 herum pendelt, ganz außerordentlich, so daß schwere Verluste die Folge sein müssen, wenn nicht eine Stabilisierung der Valuta erreicht wird. Rohtabake nimmt Holland nicht zurück, da sein Bedarf in dieser Hinsicht gedeckt ist, dagegen werden Zigarren dank der hohen holländischen Valuta gekauft, und die FabNken müssen sich mehr oder weniger an diesem AuSverkaus beteiligen, da dec deutsche Großhandel sehr zurückhaltend ist, die Goldzollerhöhung, Verteuerung der Verpackungs- mateNalicn, Fracht- und Portoerhöhung die Lage des Fabrikanten dauernd verschlechtern. Wachsender Kapitalbedarf und drohender Konsumrück» >'ang sowie ständig unpünktlicheres Gingehen der Blumenstände belasten die Betriebe so, das) für viele die Existenz auf dem Spiele steht.
Diese Ausführungen berücksichtigen noch nicht, welche Schwierigkeiten durch die dauernden Veränderungen von Löhnen, Steuer und Zoll hervorgerufen werden. Der Goldaufschlag betrug z. B. im Oktober noch 900 Prozent und stieg im Rovcmber über 1900 Prozent auf 3900 Prozent des Zolls. Bei Einfuhr ausländischen Täbaks kommen also ganz empfindliche Zuschläge zu den 130 Mk. Zoll per Doppelzentner, und zwar so plötzlich, daß eine gewissenhafte Kalkulation unmöglich ist. Aehnlich liegt es ja bei der sprunghaften Teuerung aller Bedürfnisse mit den Lohnerhöhungen, und in steuerlicher Hinsicht sind die Beratungen und Gesetze über die Belastung der Tabakindustrie fast ununterbrochen einander gefolgt. Daß hier Behörden wie Konsumenten in ihren Ansprüchen in weitestem Maße dieser wirtschaftlichen Lage Rechnung tragen müssen, um diese nicht noch schwieriger zu gestalten, dürfte nicht mehr betont zu werden brauchen.
Bessern sich die Verhältnisse nicht bald und hat man an den maßgebenden Stellen kurzsichtig :rur das fiskalische Interesse im Auge, ohne sich der sonstigen Konsequenzen bewußt zu werden, so ist die Lage der Tabakindustrie geradezu als unhaltbar zu bezeichnen. Das den Steuerzahlern zu ihrer Beruhigung bei den Reichstagsverhandlungen in sichere Aussicht gestellte Entgegen- kommen der Finanzbehörden ist vergessen, das ..Können" des Gesetzgebers wird in ein rücksichtsloses „Müssen" ausgelegt. Die jetzt bekanntgewordene Tatsache, daß eine Firma wie Krupp, die immer stolz darauf war. ihr Unternehmen fest in der Hand halten zu können, zur Bezahlung ihres Rcichsnvtopfers holländische Unterstützung in Anspruch nehmen mußte, zeigt am besten, wohin wir steuern. Und bei dieser trostlosen Sachlage ruft man in politischem Unverstand unb Fanatismus nach der Erfassung der „Sachwerte", Werten, auf denen der ganze Kredit der Unternehmungen aufgebaut ist, beschimpft man Leute von der Bedeutung eines Stinnes usw., Männer, die-durch ihren Weitblick, ihre Energie und ihren Unternehmungsgeist allein an der Lage sind, Deutschland wieder au8 dem Sumpf zu ziehen, in tkji es hineingestvßen worden ist. Die Tabak- mdustrie ist in besonders hohem Maße an Holland verschuldet Wie ein Kartenhaus bricht unser Wirtschaftsleben zusammen, wenn Regierung und Regierte sich nicht llar darüber werden, daß wie seither nicht weiter gewirtschaftet werden kann.
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Berlin. 22. Dez. Börsen st immungs- b i l d. Unter dem Eindruck der Unsicherheit über den Ausgang der Londoner Verhandlungen und der langen Unterbrechung bis zur nächsten Dörsen- versammlung herrschte heute ausgesprochene Lustlosigkeit bei recht beschränktem Geschäft vor. Immerhin war nicht verkennbar. daß die Grundstimmung als gut behauptet, ja sogar als ziemlich fest zu bescidjnen war. wenn dies auch in der Kursbildung nicht ausgesprochen zum Ausdruck kam. Die Kursrückgänge und KurSerhöhungen hielten sich ungefähr die Wage und die nicht erheblichen Kursveränderungen waren zumeist das Ergebnis mehr zufälliger Kaufs- oder Verkaufs- aufträge. Im Verlaufe trat die feste Grundstim
mung deutlicher zutage, als die Devisenkurse infolge der Entscheidung der Londoner Finanzsach- verständigen über die von Deutschland zu leistende Zahlung von mindestens 500 Millionen Goldmark kräftiger anzogen. Mit Kurserhöhungen von ungefähr 100 Prozent zu erwähnen sind Harpener, Phönix und Deutsche Petroleum, wogegen E'sener Steinkohlen, Ilse und Harnmersen ungefähr im gleichen Ausmaße zurückgingen Argo verloren 200 Prozent, Augsburg-Rürnberger Maschinen 300 Prozent. DaS gleiche Bild der Gefchäftsstllle bei gleicher Kursentwicklun^-^pl auch dec Markt der zu Einheitskursen notierten Industriepapiere und unnoheiten Aktien. Am Rentenmarkl waren die Kucsveränderungen mchl erheblich.
Frankfurt a. M. 22. Dez. Börsen- stimmungsbild. Mit Rücksicht auf die bevorstehenden Feiertage wickelte sich der heutige Verkehr ziemlich ruhig ab. Die Haltung blieb überwiegend behauptet. Mit dem Umschwung am Devisenmärkte hat sich auch an der Effektenbörse eine unregelmäßige Tendenz bemerkbar gemacht. Der Dollar wurde in den Vormittagsstunden mit 175 bis 180 genannt und zeigte gegen die Mittagsstunde einen Kurs von 179. Mexikaner konnten sich befestigen. Am Markte der unnotierten Werte nannte man unter anderen: Ufa 210, 205, MannSfelder Kuxe 18500, Deutsche Petroleum 1400, Junge Moguln 880. Dec Markt der variablen Werte blieb im allgemeinen still bei mäßig schwächerer Tendenz. Montan- und chemische Aktien unterlagen Schwankungen. Privat- diskvnt 41/2 Prozent. Die nächste Börse findet am Mittwoch den 28- Dezember statt.
Frankfurt a. M., 23. Dezember. Berliner Devisenmarkt.
Geld Brief Geld Brief
Datum: 21. Dez. 22. De).
Amsterdam-Rotterd. 6293,706306,30 6643,35 6656,65 Brüssel-Antwerpen. 1336.15 1338,85 1363,601366,40 Ehristiania 2707,25 2712,75 2837,15 2842 85 Kopenhagen 3556,10 3563,60 3616,35 3623 65 Stockholm 4355,60 4364 40 4415,50 4454,45
Helsingfors 331,15 331,85 354,60 355,40
Italien........ 779,20 780,80 804,15 805,85
London 731,75 733,25 747,25 750,75
Reuhork 172,82 173,18 178,32 178,68
Paris 1393,60 1396,40 1421,051423,95 Schweiz 3366,60 3373,40 3521,45 3528,55 Spanien 2557,40 2562,65 2662,30 2607,70 Wien (altes) .... _(—
Deutsch-Oesterr.. . . 6,58 6,62 6J0 7,02
Prag......... 232,75 233,25 247,75 248,25
Budapest 26,27 26,33 27,97 28,03
Buenos Aires . . . 57,65 57,85 59,40 59,60
Bulgarien —
Konstantinopel ...
Börsenkurse.
Frankfurt Berlin
l-Uhr- 1-Uhr- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs
Datum: ,19.12. 22. 12. 19.12. 22.12.
5°/.Dtsch.Kriegsanl. 77,50 77,50 77,50 77,50 4',Dtsch.ReichSanl. 87,50 88,- 87.50 88,- 3*/.Dtsch. Reichsanl. 105,84 103,- 103,- 104,- 47. Preuß. Konsols 73,- 69,- 70,75 69,- Aambucg-Pakets.. . 390,- 351.- 410, - 339,75 Norddeutscher Lloyd 449, - 402, - 445, - 422 50 Eomm.u.Privatbank 315,- 290,- 310,- 295 - Darmstädter Bank . 310,- 300,- 310,- 298,- Deutfche Bank . . . 480,- 472,- 478,- 475,— Disconto-Gesellschaft 405,- 41g, — 424. - 415 — Dresdner Bank. . . 365,- 360,- 385,— 383 - Mitleid. Ereditbank. 300,- 295,— 305,- 3uO,- Rationalbank f. D. . 299, - 299,84 310,- 298,- Boch.Gußstahlwerke 765,- -,— 850,25 805,—
Bud-Eisenw.-Akt.. 740,- 702,- 690,- 6j0,- D.-Luxemb. Bergw.. 730,- 715,- 740,- 720, — Gelfenkirch. Bergw.. 780,— 761,— 765, - 755, Harpener Bergbau. 1040,- 1005,- 1030,- 1126,— Obecfchl. Eisenb.-B. 620,- 635,- 575,- 650,- Ooerschles. Sisenind. 730,- 730 - 720,- 715,- Phönix-Bergb.-Akt 910,- 985,- 920,- 975,- Bad.Anilin-u. Soda 595,- 575,— 600,— 589,- Höchster Farbwerke. 570,- 551,— 584,- 559,— Allg. Elektr.-Ges. . . 682,- 660,- 665,- 657,- Felten s Guilleaume 930, - 895,- »35,- 906,- Schuckert-Werke. . . 552,- 565,- 565,- 550,50 Adlerwerke...... 589,- 545,- 600,- 556,50
Daimler 490,- 451,- 500,- 490,- 4*/. Hess. Staatsanl. 74,50 74,— -,- 76,-
Glectron Griesheim €90,- 640,- 700,- 661,- Dtfche. Bereinsbank 235,- 225,— -,- -,-
Marknotierungen.
Datum: 1.7.14. 21.12. 23.12.
Zürich Fr. 125.40 2,95 2,85
Amsterdam Fl. 59.20 1,56 1,50
Kopenhagen Kr. 88.80 3, - 2,85
Prag Kr. 117.80
Stockholm Kr. 88.80 2,40 2,25
Wien..........Kr. 117.80 3497,-
London Sh. 97.80 7,37 7,65
Paris Fr. 125.40 7,12 7,-
Aeuyork $ 2X80 -,57 -,55
Züricher Devisenmarkt.
22. 12. 23.12.
Wechsel auf Schweizer Franken
Holland 100 Fl. = 188,50 188.- Deutschlanü 100 Mk. — 2.975 2.775
Wien 100 Kr. — O.iS 0.20
Prag 100 Kr- — 7.- 7.10
Paris 100 3t. * 41. - 40.66
London 1 £ — 21.28 21.50
Italien 100 L. = 23.20 22 70
Brüssel 100 Fr. = 39.40 3<80
Budapest 100 Kr. — 0-80 0.825
Reuhork 100 $ = 513.- 513.-
Agram 100 Kr. — 2.- 135
Warschau 100 Kr. = 0,18 0,18
Märkte.
Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarkt.
Frankfurt a. M., 22. Dez. <Amtlich. 1 Kleinvieh wird bei gegen Ende abflauendemMarkt ausverkauft. Schweine Hinterlasten bei ruhigem Handel etwas Ueberstand. Im einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren: 1461 Kälber, 588 Schafe, 314 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zenter Lebendgewicht: für Kälber beste Qualitäten 1150—1253 Mk., mittlere Qualitäten 1003—1100 Mk., geringe Qualitäten 800 bis 900 Mk. Schafe A 650-<^50 Mk., Schale B 500—600 Mk.. Schafe C 400- 500 Mk.. Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht 1200—1500 Mk., über 80 bis 120 Kg. Lebendgewicht 1500-1700 Mk. Außerdem wurden 99 Rinder ohne amtliche PreiS- notierung gehandelt. Die Marktpreise liegen um so viel.über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinne in sich schließen.
(In einem Teil dec Auslage wiederholt)
Die nächste Tagung des Dölkerbundsrates.
Genf, 22. Dez. (WTB.) Eine Mitteilung des Völkerbundssekretariats über die Tagesordnung der am 10. Januar beginnenden 16. Tagung des Dölkerbundsrates macht u. a. folgende Angaben über die D a n * z ig und das Saargebiet betteffendenBe-, ratungen: Der Rat wird einen Oberkommissar für Danzig und! vier Mitglieder der Regierungskommission deS Saargebietes sowie einen Präsidenten der Kommission ernennen, da 'die Vollmachten dieser Beamten, nämlich deS Generals Haking für Danzig, von Rault, Lem- bert, Moltke, Huitfeld und Waugh für das Saargebiet, demnächst erlöschen. Die Mitteilung weist darauf hin, daß der Rat, wenn er will, die Mandate dieser Beamten erneuern kann. Ferner wird der Rat die Einsprüche der deutschen Regierung gegen die Verfügung der RegierungSkommissivn bettesfend die Eigenschaft als Saarbewohner und den Bericht deS Generalsekretärs über die gegenwärtigen deutsch-polnischen Verhandlungen über Oberschlesien prüfen. Auf der Tagesordnung stehen ferner u. a. der littauische Protest gegen die von den Polen im Gebiete WilnaS organisierten Wahlen und der finnisch-lettische Wunsch nach Berücksichttgung der finnischen Bevölkerung in Ostkarelien. Endlich erwähnt die Mitteilung des Sekretariats Berichte über die Ar4 beiten der vons der UntersuchungSkommission in Albanien vorgesehenen Ernennungen von Ausschüssen für die Organisation der geistigen Arbeit und die Maßnahmen gegen den Frauen- und Kinderhände!.
Der Strett um das Moratorium.
Paris, 22. Dez. (WTB.) Der Sonderberichterstatter des „Tlatin“ sagt, er sei nicht erstaunt, wenn man Deutschland eine gewisse Konzession bei seiner demnächst zu erfolgenden Geldzahlung machen würde. Er erklärt aber, daß diese Konzession auf keinen Fall Vs des Betrages überschreiten würde. — Rach dem „Petit Parisien" soll das vorgeschlagene Moratorium abgelehnt werden.
HugheS Antwort an Driand.
Paris, 22. Dez. (WTB.) Der Londoner Berichterstatter des „Echo de Paris" meldet, über den Inhall! des Briefes von Staatssekretär Hughes, den der amerikanische Botschafter gestern nachmittag Briand auSgehän- digt habe, daß der Staatssekretär darin dem französischen Standpunkt bettesfend die großen Kampf schiffe zustimme, aber darauf dringe, daß Frankreich seine Ansprüche bettesfend die Größe seiner Streitmacht mn Unterseebooten, Torpedobooten, Zerstörern und Hilfsschiffen noch weiterherab setze.
Frankreich eine Gefahr für England?
Paris. 22. Dez. (WTB.) Der Sonderberichterstatter deS „QaurnaT* *agt, er habe den ! Eindruck, dast die 'Männer um den grünen Tisch von der Größe und von der Ungeheuerlichkeit dec Probleme überflutet worden feien; sie feien sich mit gutem Willen ent jegengetommen. in den Entschlüßen zu einem Ergebnis zu gelangen, aber icdec scheine von seinem Partner erwartet za haben, daß dieser den ersten Schritt unternehme. Ter Berichterstatter stellt die allgemeine Frage, ob nicht die Haltung Frankreichs in der Frage der Entwaffnung zur Sec aut die Beratungen gedrückt habe.und ob fte nicht schließlich an die erste Stelle gerückt worden sei. Die cngli'chen MUitärkreile hätten eine Meinung von Frankreich, die man schwerlich unberücksichtigt (allen tonne Frankreich, fo wie es sich letzt dem 'Engländer darstelle, mit »einem Heer, seinen Flugzeugen, und seinen ilnterfcebooten bedeute nach ihrem Sinne für England eine offensichtliche Gefahr. Sie hielten Frankreich für fähig, innerhalb einiger Stunden den Krieg in ba* Herz England- tragen zu können. Wenn dieser GMaube bei dem großen Vertrauen, das die englischen Sachverständigen genössen, auf die englische Regierung Eindruck habe, könne man da etwa glauben, daß er nicht Gegenstand der Ber- Handlungen zwischen Briand und Lloyd. George gebildet hätte.
Eisenbahnerstreik nn Direktionsbezirk Kattowitz.
B eu t h en, 22. De;. lWTB.) Zu der Stteü- txtoegung im Kctttowitzer E: senbahndi rektions- bezirk wird weiter bekannt, daß einstweilen mir E i s en bahnet des Bahnhofes Gleiwiy die arbeit niebcrlegten. Gegenwärtig besteht aber noch die Gefahr, daß sich außer Gleiwitz noch andere Bahnhöfe ber Streikbewegung anschließen. Der Vertreter ber Kattowiyer Eisendahndlrcktttm begab sich in einem Sonderzuge nach Gleiwitz, am mit den Streikenden zu verhandeln Die Verhandlungen haben gegen Mitternacht begonnen. Dec 'Berliner Fcüh^ug, ber von Kattowitz mit Verspätung abgeiaffen würbe, konnte leine Fahrt weiterhin nicht fahrplanmäßig burchführen. Lieder die weitere Entwicklung deS Streikes sind tnc amtlichen Stetten noch im Ungewissen.
Verhaftung einer Kommunistin.
Berlin, 21. Dez. (WTB.) Die unter dem Ramen Ruth Fischer bekannte radikale Kommuni st in Elfriede Friedländer wurde vosts der Berliner Kriminalpolizei verhaftet. Die Fischer, die österreichische Staatsangehörige ist, war bereits im Sommer 1921 aus Preußen aus- gewiesen worden. Sie kehrte, nachdem sie längere Zeit in Süddeutschland und anderen Teilen des Reiches agitiert hatte, nach Berlin zurück, wo sie *bk geistige Leiterin beä Bezirksverbandes Berlin-Brandenburg der K. P. D. wurde und als solche nach der Moskauer Anweisung in maßloser Weise die Berliner Arbeiterschaft zu revoluttonären Aktiva nen aufzustacheln versuchte. Den polizeilichen Rachfdrschungen wußte sie sich bisher dadurch zu entziehen, daß sie unter den verschiedensten Ramen lebte und dauernd ( ihr Nachtquartier wechselte. Sie wird sich wegen Bannbruches zu verantworten haben.
Revolverattentat in Athen.
London, 22. Dez. (WTB.) Rach einer Reuterrneldang aus Athen wurde Admiral ® 0 n- buriotis, ber eine Zeitlang die Regentschaft geführt hat, durch einet Rcvolverschaß verwundet, aber nicht lebensgefährlich. Die Täter sind Kriegsteilnehmer, die in einem Hilfsbareau für Invalide sich beschwert hatten und im Versaufe eines Wortwechsels eine Anzahl Revolverschüste auf den Admiral abgaben, der das Bureau zufällig betrat.
Eine Sowjetrepublik in Amerika.
London, 22. Dez. (WTB.) Aach einer Ecchange-Meldung aus der Stadl Mexiko haben die Arbeiter in Puebla die Sowjetrepublik ausgerufen.
3m Schneesturm umgekommen.
Berlin, 22. Dez. Rach einer Meldung deS „Lokalanzeigers" aus Prag sind bei einem Ausflug in das Riesengeoi rge vier Herren und zwei Damen aus Dresden im Schnee sturm umgekommen. Als fte die Schneekoppe verliehen, verirrten sie sich bei einem heftigen Schneesturm. In einem liefen Jelsspalt wurden sie eingeschneit und sind sämklich erfroren. Die Leichen wurden von Holzarbeitern aufgefunden und nach Hohenelbe geschafft, von wo sie nach Dresden transportiert worden find.
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Bekanntmachung.
Belr.: Steuerabzug dom ArbeitSloha.
Durch Abänderungsgefey zum Sinkvmmen- steuecgesey find mit Wirkung rom 1. Januar 1922 ab beim Steuerabzug die Ermäßigungen nach § 46 des Gesetzes für den Steuerpflichtigen, für die Ehefrau und für Kinder berboppeli, die Abzüge für Werbungskvsten (§ 46, Ads. 2 Rr. 3 deS Gesetzes- verdreifacht.
Die Arbeitnehmer, die ihre Steuerbücher bereits abgeholt haben, werden ersucht, diese umgehend ihren Gsneindebebvrden i Bürgermeisterei). zlveckS Richtigstellung entsprechend obigem ®e» 'etzesnachtrag. wieder vorzulegen. Bei größeren .Finnen dürfte cS sich empfehlen, wenn die Steuerbücher f innen toeifc gesammelt den Gemeindebehörden zur Berichtigung eingesandl, ebenso wieder abgebolt und dem Arbei Meiner zu gestellt werde»
Gießen, den 23. Dezember 1921.
_______________Das Finanzamt. 18319 B
Submission.
Die Gemeind; Langsdorf beabsichtigt «nen
Eber
1 Jahr und 5 Monate alt, auf dem Submiffionswege zu verkaufen. Derselbe bann noch zur Zucht oer« wendet werden.
Angebote sind bis Donnerstag, den 29. Dezember ds. 3s., nach«. 1 Uhr, auf der Bürgermeisterei ein- zureichen, woselbst dann die Eröffnung stattfindet.
Langsdorf, den 22. Dezember 1921. Bürgermeisterei Langsdorf.
Bender. 1831*0


