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in ihr Gespräch, Mb sic gar nicht gewahr tour-, den, tote brühen aus der Qanbffrafie ein ein-1 samer Subgänger bei ihrem Qlnblia jäh stehen blieb und dann querfeldein aus sie zuhaftete.

Ar st als er mit einem fröhlichenGuten Mor­gen" ihnen den Weg vertrat, blickten sic beide erschrocken auf.

Waldemar du!?" riefJiubiaer über­raschtJa, Menschenkind, wie kommst den du auf einmal hierher?"

Wahrscheinlich ebenso tote du, nämlich aus einer Morgenpromenade begriffen. Und habet bewahrheitet sich wieder einmal das Sprichwort. Morgenstunde hat Gold im Wunde."

Gr umarmte Rüdiger, der ebenso erfreut über die 'unerwartete Begegnung schien, stch aber Mnn rasch los machte und sagte:Erlaube, hab ich dich meiner Kusine vvrstelle . . ."

-Biel zu spät gekommen damit!" lachte Walde­mar.Wir kennen uns ja längst, nicht wahr, Komtesse?"

Gr trat auf Dazu, die etwas zurückgeblieben war, und streckte ihr beide Hände mit strahlen­dem Blick entgegen.

Do stand, feuerrot geworden, da und legte stumm ihre Hände in die seinen, während CRü- digers Blick befremdet aus thr ruhte.

Sein eben noch so freundliches Gesicht hatte einen strengen Ausdruck angenommen, der es fast finster erscheinen lieb.

So du kennst Dorothea bereits?" rang es sich zögernd über seine Lippen.

-Aa, (werte nur nicht zu Stein darüber, mein Alter. Hat dir demt Hertha nicht erzählt, hab ich schon im Aüguft eine Woche hier war?'

Doch aber ich toubte nicht übrigens glaubte ich dich schon in Paris. Hartha sagte, du wolltest . .

Ha, ich wollte!" sagte Waldemar mit er­hobener Stimme.Gab aber das Praiekt dann auf. Weiht du, wozu ich mich entschlossen habe? Ich bleibe mal diesen Winter daheim bei Mut­tern in Wilhelmlnenruhe und male in dem neuen Atelier, das mir Papa voriges Hahr bauen lieb. Zu Hause ist es doch am schönsten, weifst du. Und das Herumzigeunern habe ich überhaupt gründlich satt. Ich habe im Sommer ein Bild begonnen, das ich fpäter in Wien zur Ausstel­lung bringen will. Das gibt Arbeit genug. Erst wollte ich S ja in Wien fertig machen: aber Mnn überlegte ich mir die Geschichte und entschied mich für Wilhelminenruhe. Gestern abend tarn ich an und stellte damit Ms Haus ein bibchen auf den Kopf Mama labt es sich nicht nehmen: es mub gescheuert und geputzt werden im Atelier! Darum machte ich mich vorderhand aus dem Staub und treffe nun gleich als geborener Glücks- Pilz dich und deine Kusine!"

Er hatte mit forcierter Lebhaftigkeit ge­sprochen, den Blick fast immer auf Do gerichtet, als wolle er die Wirkung seiner Worte auf sie beobachten. Rüdiger, der ihn sehr genau kannte, las trotz aller scheinbaren Unbefangen bell eine gewisse unruhige Spannung in seinen Augen.

In Dos Antlitz stand nichts als Berlegenheit geschrieben. Sie schien auf einmal unfrei und verstummt, während immer noch dunkle Glut auf ihren Wangen lag.

Man schritt weiter. Rüdiger schweigend, mit nachdenklich gesenktem Kopf, es Waldemar allein überlassend, die Unterhaltung zu führen.

17. Kapitel.

Kurz, ehe inan das Lor des Grafenegger Parkes erreichte, gab es eine zweite unerwartete Begegnung

Magelone stand plötzlich vor ihnen. Sie trug zum ersten Male wieder ein Helles Gewand, denn gestern war Ms Trauerjahr zu Ende gegangen. In weichen Falten umschloß schneeweißer Krepon ihre biegsame Gestalt, und um den freigetrageneq Hals lag ein Goldkettlem mit einem rosig schim­mernden Opal von seltener Grobe. Ihre blaw® Kinderaugen streiften Do blitzartig mit kaltem Ausdruck und richteten sich Mnn warm auf Rü­diger, der etwas vvranging.

O weh, nun komme ich doch zu spät!" sagte sie mit ihrer weichen, einschmeichelnden Stimme. Ich wollte euch nämlich überraschen unb mir von £>ii gleich ein wenig die neue Fabrik erklären lassen, lieber Rüdiger!"

Rüdiger sah sie erstaunt an.

Woher wußtest du denn, Mb wir dorthin gingen?"

Ich Mchte es mir gleich, als cch dich mit Dorothea vor einer halben Stunde in dieser Rich­tung fortgeben sah. Aber M weiht wohl gar nicht. Mb ich des heftigen Regens wegen gestern abend nicht nach Fürstenhaus zurückkehrte, ton- be rn in Grafenegg übernachtete und Mb die Gastzimmer gerade nach dieser Richtung des Par­kes gehen? Bist du böse, Mb ich euren Morgen­spaziergang mitmachen wollte?" schloß sie mit einem koketten Augenaufschlag.

Rein. Aber"

Guten Morgen übrigens, Dorothea,' 'nickte Magelone Do nachlässig zu und reichte Mnn Wal­demar die Hand.Willkommen in der Heimat, Herr Ruhland! Das ist hübsch. Mb Sie nun wieder da find! Hoffentlich fliegen Sie nicht fo bald wieder davon. Sie Zugvogel?"

(Fortsetzung folgt)

gemeinen Zeitung" zufolge, sich heute nachmittag mit dem Reichskanzler in Verbindung sehen, um mit ihm über den Termin der Einberufung des Reichstages zu beraten.

Der Posten des ReichSfinanzmmisters.

B e r l i n, 22. Aug Wie dieDeutsche Allgem. Zeitung" mitteilt, l e h n t e der Generaldirektor der Hamburg-Amerika-Linie, Cuno, vor einiger Zeit den angebotenen Posten des Reichsfinanzmini­sters ab.

Der Handwerkertaq gegen die Steuerplane der Regierung.

Magdeburg, 22. Aug. (WTB.) In der von 3000 Teilnehmern besuchten Hauptversamm­lung des 2. Deutschen Handwerkertages wurde einstimmig eine Entschließung ange­nommen, die feierlich Verwahrung gegen die be­kanntgewordenen Steuerpläne der Regierung einlegt. Man verlange eine einfache und klare Steuergesetzgebung. Besonders verwahre man sich gegen den Gedanken einer Zwangshypothek. Die zweite angenommene Entschliebung verlangt, Mb möglichst bald soziale Fürsorgeeinrichtungen auf dem Wege der Freiwilligkeit für das deutsche Handwerk geschaffen werden.

Die Loh'»- und Gehaltsfragen.

Berlin, 22. Aug. Die angekündigten Ver­handlungen der Beamtenorganisationen und Ge­werkschaften mit der Reichsregierung über die Be­züge der Staatsbediensteten begannen beute vormittag im Finanzministerium. Den Reichskanzler nimmt persönlich an den Ver­handlungen teil.

Berlin, 23. 2tug. Bei den gestrigen V e r» Handlungen im Finanzministerium über die von den Deamtenverbänden und Gewerkschaften erhobenen Lohn- und Gehaltsforderungen wurden auf Wunsch der Organisationen Unteraus­schüsse gebildet in denen die einzelnen Fragen durchberaten werden sollen.

Dergarbeiterforderuugeu.

Berlin, 23. Aug. Am 19. August fan­den in Berlin Verhandlungen über dieLoh n- frage im Bergbau statt. Die Bergarbei­ter forderten eine Lohnerhöhung von minde­stens 12 Mk. je Mann und Schicht. Diese Forderung wurde von den Arbeitgebern ab- gelehnt. Darauf haben die Bergarbeiter den Unternehmern unter Aufrechterhaltung ihrer Forderung ein Ultimatum gestellt, das am 1. September abläuft.

Ein Verbot des ReichswehrmmisterS.

B e r l i n, 23. Aug. Wie derLok.-Anz." meldet, hat der Reichswehrminister den Ange­hörigen der Reichswehr die Teilnahme an dem Deutschen F rontkämpfertag, einer Veranstaltung, Die vom Rationalverband deutscher Offiziere und dem Verband natio­nal gesinnter Soldaten ausgeht und heute im Stadion im Grünewald bei Berlin stattfinden soll, in Uniform verboten. Als Grund dieser Maßnahme wird angegeben, daß gemäß § 36 *>es Reichswehrgesetzes der Rationalverband Lettischer Offiziere eine Vereinigung sei, die Tür die Angehörigen der Reichswehr verboten Lei. Wie das Blatt weiter hört, ist auch bei der Schutzpolizei ein ähnlicher Befehl im Um­lauf.

Eine gestörte Regimentsfeier.

Berlin, 22. Aug. Rach einerVorwärts"- Meldung aus Jena kam es dort am Sonntag AU Zusammenstößen zwischen den Teilneh­mern einer Regimentsfeier und Gewerk­schaftsmitgliedern. Beide Gruppen ver­anstalteten Umzüge durch die ©traben; als die Züge stch trafen, kam es zu einer Schlägerei, wobei ein Reserveoffizier in Uniform erheblich verletzt wurde.

Dom kommunistischen Parteitag.

Z e n a, 22. Aug. In der ÄachmtttagS- sitzung des kommunistischen Partei­tages teilte der Parteivorsitzende Stöcker mit, daß die Zentrale die Mitglieder Dr. Kurz, Geyer, Düwel und Walde­mar au S de r Partei ausschloß, weil sie zur letzten Nummer der Levischen Zeit­schriftUnser Weg" Beittäge lieferten.

Schließung der Sportbanken unb Wettkonzerne.

Berlin, 23. Aug. (Pr.-Tel.) Rach einer Meldung des ..Lok.-Anz." sollen auf Grund einer Notverordnung, die wahrscheinlich vom Zustizminifter erlassen werden würde, an einem bestimmten Tage dieser Woche sämt­liche Sportbanken und Wettkon- zerne ge schlossen werden.

Aus Hessen.

Der Fall Falkenftein.

Von Rechtsanwalt Iustizrat Dr. G r ü n e- wald erhalten wir zum Falle Falkenstein fol­gende Zuschrift:

Wie noch bekannt sein wird, ist ter cand. med. Ludwig Falkenstein aus Düsseldorf durch Disziplinar-Erkenntnis des Engeren Senats ter Universität (Sieben vom 9. Juli 1920 wegen tät­licher Beleidigung eines Kommilitonen durch schwere körperliche Verletzung Muernd von ter Universität (Sieben ausgeschlossen worden. Nach­dem in der Zwischenzeit durch die hiesige Straf­kammer einwandfrei festgestellt und entschleden wurde, datz es sich in den Herrn Falkenstem zur Last gelegten Fällen nicht um eine schwere Körperverletzung (hinterlistigen Heberfall), son­dern um leichte Körperverletzungen handelt, die durch vorherige schwere Ehrenkränkungen ter (Segnet hervorgerufen worden waren, hat nun­mehr, tote uns der Anwalt des Herrn Falkenstein mitteilt, das Hessische Landesamt für Ms Bil- dungswesen durch Beschluß vom 23. Juli d. Is. die Entscheidung des Engeren Senats aufgehoben und die Strafe der dauernden Ausschließung von ter Universität (Sieben in eine solche auf bte Dauer von 4 Semestern umgewandelt. Aus den Grünten dieser Entscheidung interessiert die Fest­stellung, daß das Lantesamt bei seiner Entschei­dung der seelischen Erregung Rechnung getragen hat, in der stch Falkenstem über die ihm zu- gefügte Beleidigung und später über die in ter Verweigerung des Waffenschuhes liegende Minterbewertung befunden hat, wenn gleichwohl das Hessische Lantesamt für Ms Bildungswesen ter Ansicht ist, daß Falkenstein den Studentischen Ehrenrat hätte anrufen können und sollen. Es verdient weiterhin hervorgehoben zu werten, daß das Hessische Lantesamt für Ms Bildungswesen auf dem Standpunkt steht, Studenten, die ihre Kommilitonen in einer Art und Weise be­leidigen, wie die Gegner Fallensteins dies ge­tan haben und die von einem solchen Verhalten nicht abgehen können, Mmit den Anspruch auf Zulassung an ter Universität verwirkt haben, ein Standpunkt, ter von vielen alten und jungen Akademikern voll und ganz gebilligt werten wird.

Vom Rektorat der Landes-Uni­versität wird hierzu bemerkt:

In den Ausführungen des Anwaltes des cand. med. Fallenstein wird aus naheliegenden Grünten das Hauptmoment, weswegen der engere (Senat auf Relegation des cand. med. Falken- fein erkannte, außer acht gelassen: Ms ist die Rohheit, die Fallenstein bei seiner Tat an den Tag legte. Das Landesamt für Ms Bildungs- Wesen hat sich in diesem Punkt durchaus ter Auffassung des engeren Senats angeschlossen, was ich auch aus ter kürzlich im(Siebener Anzeiger" wiedergegebenen Notiz ter amtlichenDarmstädter Zeitung" ergibt.

Aus Stabt unb ßanb.

(Sieben, den 23. Aug. 1921.

Amtliche Personalnachrichte«. Ernannt wurde am 17. August 1921 der Lehramts­assessor Dr. Rudolf Blank aus Haarhaufen zum Oberlehrer an dem Landgraf-Ludwigs-Gymna­sium in (Sieben, der Lehramtsassessvr Dr.Hermann Buß aus Holzheim zum Oberlehrer an der Real­schule in Grünberg, der Lehramtsassessor Karl Henkel aus Grebenau zum Oberlehrer an ter Obereralschulc ay <H:iedrichsplatz in Offenbach, der Lehramtsassessor Georg Schachner aas Klein-Krotzenburg zum Oberlehrer an der Ober­realschule in Alsfeld, der Lehramtsassessor Alvis Z i l ch aus Heppenheim a. d. B. zum Oberlehrer an der Oberrealschule in (Sieben, sämtlich mit Wirkung vom 16. April 1921 ab. Ernannt wurde am 17. August ter Lehramtsassessvr Wilhelm Krauß aus Babenhausen zum Oberlehrer an ter Oberrealschule in Gießen mit Wirkung vom 16. April 1921 ab. Ernannt wurde am 18. August ter Kanzleigehilfe beim Universitätsrentamt August D i11marzu Gießen mit Wirkung vom 1. April 1921 ab zum Bureauasststenten an ter Klinik für psychische und nervöse Krankheiten der Landesuniversität. Ernannt wurde am 18. Aug. ter außerplanmäßige Prosektor am veterinär- anatomischen Institut ter Lantesuniversität Dr. Wilhelm Schauder zu Gießen mit Wirkung vom 1. April 1921 ab zum planmäßigen Prosektor an diesem Institut, der Diener und Heizer an ter Universitätsbibliothek Konrad Graulich zu Gießen mit Wirkung vom 1. April 1921 ab zum Amtsgehilfen an ter Universitätsbibliothek zu Gießen. Erledigt ist eine mit einem evange­lischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Hei­de s h e i m, Kreis Bingen.

** 116er Tag. 3m Anschluß an den ersten 116er Tag veranstaltete der Verein ehe­maliger 116er ein Volksfest. Mit ein­brechender Dunkelheit füllten sich allmählich

die Wirtschaftshallen und die Tanzböden. Be­sonders starken Zuspruchs erfreute sich die bayerische Oberlandlerkapelle, deren lustige Weisen die Festaäste anzogen. Bis spat in die Nacht herrschte lebhaftes Treiben.

* Neuregelung der Beamten­gehälter. Das Provinzialkartell Hessen- Nassau - Süd des Deutschen BeamlenbundeS teilt mit, daß einer Nachricht der Dundeslei- tung zufolge die Reichsregierung vom 22. Aug. ab in-eine Neuregelung der Beamtengehälter einzutreten gedenke. Es darf angenommen werden, daß in diesen Tagen die Verhand­lungen des Deutschen Beamtenbundes mit der Reichsregierung ihren Anfang nehmen wer­den, nachdem die Verhandlungen zu einem gewissen Abschluß gelangt sind.

* Sin blühender Apfelbaum im August. Zu unserer gestrigen NotizBlüten und Früchte" wird uns mitgeteilt, daß Arbeiter in De uern eine ähnliche Beobachtung machten. Dicht bei ihrer Arbeitsstätte stand ein junger Apfelbaum, ter infolge der anhaltenden Dürre dem Absterben nahe und mit einzelnen halbwelken Aepseln und ebensolchen Blättern behangen war. Infolge reichlichen Begießens trieb ter Baum innerhalb etn paar Tagen Knospen und Blätter, und steht jetzt voller Bluten, auch sind die Aepfel der ersten Blüten wieder frisch und schön. Mit sei­nen zweierlei Blättern, den beinahe reifen Aepfeln und dem neuen Dlütenschmuck bietet der Baum einen originellen Anblick.

** Die Zuckerbezugsscheine für den Monat Oktober 1921 können am 24. d. Mts. auf dem Lebensmittelamt, Zim­mer 8, durch die Kleinhandelsgeschäfte in Empfang genommen werden.

Wettervoraussage

für Mittwoch:

Vorwiegend wollig, meist trocken, Temperatur wenig geändert, wechselnde Winde.

Das sich vom Mittelmeer nach der Ostsee er­streckende Tief hat sich sehr verflacht, lieber der Schweiz hat sich sogar ein begrenztes Hochdruck­gebiet entwickelt. Das baltische Hochdruckgebiet hat wieder an Intensität zugenommen. Die Witterung bleibt unbeständig.

Bornotizen.

Tageskalen der für Dienstag. Astvria-Lichtspiele, Seltersweg,Das Geheimnis ter Spielhöllen von Sebastopol" undIm Rausche der Milliarden". Lichtspielhaus, Bahnhofstr., Der Erpressertrick" undLeben und Lüge".

Der Reichsbund der Kriegsbe­schädigten, Kriegshinterbliebenen und ehern. Kriegsteilnehmer, Ortsgruppe Gießen, weist auf Ms vom 27. August bis 4. September auf dem Oswaldsgarten' ftattftntente Volksfest hin, zu dem nur erstklassige Schaustellungen gewonnen Worten sind. Das Fest wird zum Besten der Unterst ühungskasse des Bundes veranstaltet, sie soll dadurch die gerate in Gießen bei vielen Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen bestehende Notlage etwas abschwächen, da die neue Ver­sorgung durch das Reich infolge der jetzt gerade schwebenden Limanerkennungen nach dem Reichs- Versorgungs geseh noch nicht überall zur Geltung gekommen ist.

Landkreis Gießen.

ri. Niederbessingen, 22. Aug. Bei dem Gewitter in der Nacht vom- Samstag auf Sonntag schlug der Blitz in unseren Kirch­turm ein und richtete am Dach, im Speicher des Turms und an der Kirchendecke beträchtlichen Schaden an. Das Dach ist erst kürzlich erneuert worden.

Kreis Büdingen.

Neuartige Ackerverpachtung.

fpd. Gettenau, 21. Aug. Hier tarnen 18 Morgen auf die Dauer von 8 Jahren zur Verpachtung. Dabei wurde nicht mit Geld, entern mit Weizen geboten. Es wurde eine lurchschnittliche Höhe des Pachtpreises für 1900 Quadratmeter von 5,80 Zentner Weizen erzielt. Bei einzelnen Aeckern überstiegen die Preise 6 Zentner bis zu 6,20 Zentnern. Als Pacht ist der Geldwert ter Wetzenmenge zu enttichten, und zwar zur einen Hälfte der öffentliche Marktpreis, zur anderen der amt­liche Höchstpreis. Die Pächter müssen gutes Wetter bestellen, denn sonst kann cs Vorkom­men, daß der Erttag hinter der Pachtsumme zurückbleibt. *

y. Bad Salzhausen, 21. Aug. Heute nachmittag sprach Herr A. Kindt aus Darm- tadt im hiesigen Konzerffaale über die etzige Lage und Zukunft Deutsch- ands. Die Versammlung war gut besucht. Der Redner behandelte besonders die voll»

tischen, wirtschaftlichen und nationalen Ver­hältnisse der Gegenwart und begründete ein­gehend seine Forderungen für Revision des Versailler Vertrags, für Erhaltung der reli­giösen Erziehung und für Ausgleich ter Gegensätze zwischen den Arbeitern und den übrigen Erwerbszweigen. Die Zubörer zollten den Ausführungen großen Beifall

h. R i d d a, 20. Aug. Der Vorsteher des hiesigen Krcisvermessungsamts, Oberlandmes­ser Böck, erwarb von dem Dentisten Eh. Frit- kinger, hier, das in her Bahnhofstraße ge­legene Wohnhaus für den hessischen Staat. In dem Hause sollen die Diensträume des KreisvermessungSamtS und die Dienstwoh­nung für den Vorsteher eingerichtet werden Der Finanzausschuß hat für diesen Zweck be° reitS 157 000 Mk. bewilligt.

Kreis Schotten.

[_! Großen-Cichen, 23. Aug. Auch bet uns werten jetzt die Vorbereitungen zur Versor­gung mit elektrischem L i cht getroffen. Die Elektrizität wird bei uns durch das Wüster der beiden Bäche gewonnen, die sich unweit unseres Dorfes bei ter Watenhäuser Mühle tGllgbach und Streitbachs vereinigen.

LJ Laubach, 22. Aug. Der hier im Rute stand lebende, in weiteren Kreisen bekannte Di­rektor G Clement ist unerwartet schnell an ten Folgen einer Blutvergiftung verstör ten. Allgemein wird das plötzliche Hinscheiten des liebenswürdigen Mannes bedauert. Der Der storbene war ter Abkömmling einer jener Huge­nottenfamilien, die nach Aufhebung des Ed i k t e s von Nantes (1685) in Hessen eingewandert waren. Geboren 1855 in Erbach im Odenwald, bezog Gottlieb Clement 1874 die Lantesuniversk^ tat, wo er 1880 die juristische Prüfung ablegtc, 18751876 diente er im Inf.-Regi. 116 zu (Sic ßen. Nachdem er als Amtsrichter in Seligenstadt gewirkt unb längere Jahre als Staatsanwalt tätig gewesen war, wurde er zum Direktor der Strafanstalt in Butzbach ernannt. Vor 2 Jahren verzog er nach Laubach, um hier seinen Lebens abend zu verbringen. Eine Operation vermochte keine Rettung mehr zu bringen. Der Patient verstarb im Krankenhause seines Sohnes in Schlüchtern. Hier erfolgt morgen die Bestattung

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. D a r m st a d t, 22. Aug. Ein Streik i m Schreinergewerbe ist nach Mitteilung des Holzarbeiterverbandes in Darmstadt ausaebrochen, da der Tarifvertrag nicht anerkannt wurde An Vergiftung ist hier ein neun Jahre altes Kind im Krankenhaus gestorben, das gegen Würmer eine Chenoposanlösung aus Grund eines ärztlichen Rezeptes eingenommen hatte. Die gerichtsarztlichc Sektion nimmt an, daß der Tod des Kindes durch dieses Mittel eingetreten ist. das entweder durch den Apotheker zu statt hergestellt, oder in zu star­ker Dosis durch die Angehörigen verabreicht wurde. Untersuchung ist eingeleitet. Tatsächlich ist dieses im letzten Jahre vielfach angewandte Mit­tel geeignet, bei schwächlichen Personen bzto. Kin­dern das Leben zu gefährden.

Hessen-Rassau

Wie Erwerbslose ihre Unterstützung anlegen

mc. Frankfurt a. M., 22. Aug. Die ytt- figen Erwerbslosen erhalten zum kostenlosen Bezug von Gas, Kartoffeln, Kohlen, Holz ufto. unentgelt­lich Gutscheine. Nun haben sie mehrfach bei Wirten die Scheine in Zahlung gegeben unb oafüi Bier getrunken Ein Wirt auf dem alten Markt z. ,B. bgttc 300 dieser Scheine in Besitz, die ihm jedoch ton den beteiligten Mistalten und Be­hörden nicht abgenommen wurden. Die Arbeits­losen wurden jetzt darauf aufmerffam gemacht ein Inzahlunggebeu der Gutscheine verboten ist und dem Sinn der -Unterstützung widerspricht.

Der Raubmord von Bechenheim.

fpd. Frankfurt a. M., 22. Aug Der Raubmord von Bechenheim, dem, wie gcmcLtei ter Beigeordnete Daniel Braun zum Opfer frdl. und dessen Urheber durch die Frankfurter und Mainzer Ärimina1 >lizei rasch ermittelt werten konnten, hat insofern eine Ueterraschung ge­bracht, als ter Haupttäter Warschinsky bei seiner Vernehmung eine falsche Persönlichkeit ter Mittäterschaft bezichtigte. Warschinsky bezeich­nete als seinen Mithelfer ten Fabrikarbeiter Jo­hann -Dauernfeind. Die Polizei stellte ater sofort fest, daß dieser in der Mondnacht im Frankfurter Gerichtsgefängnis weilte. Die weiteren Ermitt­lungen ergaben ater dann, ter 21 jährige Bäcker Otto Henn sich vielfach in Ges«Äschast des Warschinsky auf gehalten hatte. Auf diesen Vorhalt hin legte Mnn Warschinsky das Ge­ständnis ab, daß Henn ter Mittäter war. Henn war iedoch feit einigen Tagen von hier verschwun­den. konnte aber, da er inzwischen zurückgekehrt war, von Beamten des dritten Polizeireviers fest- ger.Dmmen werten. Henn hat auch bereits ein

Die Rotherstems.

Roman von Erich Eben st ein. Copyright 1919 by Greiner & Comp., Berlin XV 30. 35. Fortsetzung^ (Nachdruck verboten.)

Do hörte den Ettlärungen RüdigerS aufmerk­sam zu. Es leuchtete ihr sehr ein, MH die Fa­brik, die mit verhältnismäßig so geringen Kosten errichtet tourte, sich rentieren mußte. Besonders wenn Rüdiger, wie er beabsichtigte, nach und nach all die Heinen, in den Rotherstelnschen Be­sitz eingesprengten Waldparzellen ankaufte und dadurch die Fabrik auf viele Jahre hinaus mit Arbeit versehen konnte.

Aber werden die Besitzer zum Berkaus ge­neigt fein," fragte sie zuletzt zweifelnd

Ich glaube ja. In den meisten Fällen haben diese zwischen unseren großen Forsten oerftreut liegenden Waldstreifen ihre Bedeutung ja ein- gebüßt, seit die Besitzer nur mehr Häusler und keine Bauern mehr sind. Je mehr die Gewerbe im Aufblühen sind, desto mehr ist die Zahl der Kleinbauern im Niedergang, dies ist leider Tat­sache für die ganze Wolkenrieter Gegend. Uns aber kommt dies nun sehr gelegen. Wir arron­dieren unseren Besitz, bekommen durch Abholzen Luft und Licht für unsere Forsten und zugleich Material für die Fabrik, die sich, wie ich hoffe, als gute Spekulation erweisen wird

Rüdiger hatte noch nie mit einem weiblichen Wesen über derlei Dinge gesprochen Aber DoS Interesse Mran löste ihm immer mehr die 3unge, so es ihm ganz natürlich erschien, ihr alle seine weitgehenden Pläne mitzutei'en.

(Sine Jeltfamc Vertrautheit umspann sie beide plötzlich, als müsse es so sein. Und als sie end- ächten Heimweg antraten, waren sie so vertieft