Ausgabe 
23.7.1921
 
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sofort, tot. Ein Polizeibeamter schob auf den Täter und verletzte ihn durch einen Streifschuß am Kopf. 'Ihm wandte Alyagis sich gegen den Beam­ten, Lern ein Gendarm zu Hilfe fam, der den Mör­der fe st nahm.

Das Attentat erregte in ganz Südslawien großes Aufsehen. In vielen Städten kam es zu großen Kundgebungen. In Spvll'to entfrann sich wahrend der Kundgebungen ein hartnäckiger Kampf zwischen Len nationalen Parteien nnd den Kommunisten. Ein Abgeordneter wurde schwer verwundet. Diele Kommunisten flüch­teten in die Wälder. In Belgrad herrscht große Bestürzung. Der Ministerrat trat sofort zu einer Sitzung zusammen. Es wurde beschlossen, strenge Dero dnungen gegenden kommunistischen Terror zu erlassen.

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Deutsch-österreichischer Lehrer- znsauimenfchlutz.

Innsbruck. 22. Juli. (WTD.) Wie die Blätter melden, wurde auf der gestern ab­geschlossenen Tagung die Vereinigung der deutsch-österreichischen Lehrer­bundes mtt dem deutschen Lehrer­verein in Anwesenheit zahlreicher Gäste aus dem Deutschen Reiche und den österreichischen Hauptstädten vollzogen.

Ein neuer Protest gegen die ein- seitige Behandlung derKriegs­verbrecher".

München 23. Zuli. (WTD.) Eine von oer Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Wahrheit, Ehre und Recht und der Reichsverernigung ehe­maliger deutscher Kriegsgefangener in München einbecufene Versammlung hat gestern abend fol­gende Entschließung.angenommen: Die von meh­reren Tausenden von Mannern und Frauen in München besuchte Protestversammlung gegen die einseitige Behandlung derKriegs­verb rech e r" erhebt flammenden Protest gegen £ie schamlosen Derbrechen derEnfente an unseren gefangenen Landsleuten und fordert dvn der Reichsregierung die sofortige Der- bffentlichung des Materials über diese Derbrechen. Sie fordert weiter die Herausgabe der Gefangenen von Avignon. In der Dersammlung wurde von verschiedenen Rednern, die selber in Gefangenschaft sich befunden haben, erschütternde Einzelheiten über die Seißen be­gannt, die die deutschen Kriegsgefangenen in den verschiedenen Ländern, speziell dber in dem be­rüchtigten Sipotelager in Rumänien, zu erdulden Hatten.

Verhaftung des U Boots- Kommandanten Patzig?

D e r l i n, 22. Juli. (Wolff.) Rach Presse­meldungen soll der A-BvotSkommandanl Patzig in Dänemark angeblich von der Po­lizei dort verhaftet worden sein. DaS Aus- wärttge Amt wies sofort die deutsche Gesandt­schaft in Kopenhagen an, festzustellen, ob die . Rachricht zutrifft und bejahendenfalls den Auslieferungsantrag anzukündigen, 1 der unverzüglich gestellt würde.

Kopenhagen, 22. Juli. (WTB.) Zu den Gerüchten über eine Verhaftung des Ka- - chitänleutnantS Patzig tu Dänemark stellen, wie Ditzaus Bureau mitteilt, die betreffende örtliche Polizei wie die dänische Staatspolizei fest, daß die Gerüchte jeder Grundlage entbehren.

Tagung des Beirates für die Wiederherstellunqsfragen.

Berlin, 22. Juli. (WTD.) Der beim Reichsministerium für Wiederaufbau bestehende Beirat für Aeparationsfragen trat heute unter dem Dorsitz des Reichsministers Dr. Rathenau zusammen. Der Beirat ist aus Mitgliedern des Reichsrats und des Reichstags und aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern aus der Industrie, dem Handel, dem Gewerbe, dem Handwerk und der Landwirtschaft gebildet. Der Zweck der Sitzung war eine Aussprache über die Organisation und Vergebung der Reparations­lieferungen durch den Reichskvmmissar zur Aus­führung der Aufbauarbeiten in den zerstörten Gebieten. Die Tagung wurde durch längere ver­trauliche Ausführungen deS Reichsministers ein­geleitet. Er schilderte den Gang und derzeitigen Stand der Verhandlungen über die Finanzierung der Reparationslieferungen und ihre Bewertung und erläuterte die Ziele, die durch die Vervrd- itung betreffend die Anforderung von Waren­lieferungen für den Wiederaufbau verfolgt wer­den. Soweit die Bestellungen zu Reparations- zwecken nicht auf dem Dege der freien Verein-

Die Rothersteins.

Roman von Erich Eben st ein.

Copyright 1919 by Greiner & Comp., Berlin W 30.

14. Fortsetzung. (Rachdruck verboten)

Run begreife ich erst, wie glücklich du warst!" sagte sie, als Do schwieg, well sie ihren Kranz beendet hatte.

Ha, ich war sehr glücklich, wenn ich mir dessen auch damals noch nicht jo recht bewußt war!" meinte Do nachdenklich, und drückte den Kranz aus feuerfaibenen Lilien in Herthas schwarzes Haar.Aber nun weiß ich es wohl."

Wie gut es dir steht!" fuhr sie dann mit kindlicher Freude fort.Ich wollte, du könntest leben, wie schön du damit bist! Willst du ihn nicht aufbehalten, bis wir heimgekehrt sind?"

Damit mir Anneliese und Karola eine Vor­lesung halten, wie wenig sich lolch mädchenhafter Schmuck für eine Komtesse Rotherstcin schickt! Ich höre sie ordentlich:Sv etwas kann etn Dorf- Mädchen tun, aber ... na, usw. Rein, meine Kleine, für so etwas haben sie in Grafenegg keinen Sinn. Aber ich danke dir!"

Sie zog Do zu sich herab und küßte sie.

Du bist solch liebes, gutes Ding und hast ein so warmes Herzlein ... laß dich nicht ins Kloster stecken, Do!"

Do prallte zurück, chre Augen öffneten sich Sr-.

Ich? Was fällt dir ein! . . . Wollen sie denn das?" fügte sie nach einer Pause kleinlaut hinzu.

3a. Hast du es nicht gemerkt?"

»Ich merkte nur, daß sie mich nicht mochten

! barung zwischen Besteller und Lieferanten un- mittelbar erfolgen, werden LeistungSver- bände in Tätigkeit treten. Ihre 2Iufgabe wird sein, die Lieferungen, deren Umfang sich übrigens erst nach Abschluß der schwebenden Verhand­lungen überblicken lassen wird, unter gleichmäßi­ger Berücksichtigung der Länder und Landesteile sowie der Derussgruppen aufzubringen. Der Zu­sammenschluß der Leistungsverbände soll auf dem Wege der Selbstverwaltung die Entgegennahme, Aufteilung und Durchführung der Aufträge sichern.

In der Aussprache ergab sich allgemeines Einverständnis mit den Auffassungen und Ab­sichten des Ministeriums. Dabei wurden von ver­schiedenen Deiratsmitgliedern wertvolle Anregun­gen gegeben, denen der Minister Prüfung und Be­rücksichtigung in Aussicht stellte. Insbesondere trat er mit Entschiedenheit dem gleichzellig ge­äußerten Wunsche bei, zu verhindern, daß un­berechtigte Reparativnsgcwinne gemacht würden. Der Minister schloß mit Worten des Dankes und mit der Ditte an den Beirat, dem Wiederaufbau- Ministerium autf> weiterhin beratend zur Seite zu stehen.

Die Fiuauzfragen.

Berlin, 22. Juli. Wie derLokalan­zeiger" mitteilt, finden täglich tm Reichs­finanzministerium Besprechungen der beteiligten Regierungsstellen mit hervorragen­den Vertretern der Finanzwelt und der In­dustrie über die schwebenden Finanz­fragen statt. Eine Reihe von Schwierig­ketten sei, dem Blatte zufolge, bereits be- settigt. Man hoffe, Mitte August die Bera­tungen abschliehen zu können.

Aus dem Reiche.

Die Drotpreiserhöhmrg.

Mannheim, 22. Juli. (WTD.) Der S t a d t r a t hat durch Telegramme an die zu­ständigen Deichsministerien Protest einge­legt gegen die beabsichtigte Drotpreiser- Höhung, well sie zu allgemeiner Preisstei­gerung und zu weiterer Geldentwertung füh­ren und heftige Lohnkämpfe Hervorrufen würde.

Keine Tariferhöhungen bei der Eisenbahn.

D e r l i n, 22. Juli. (WTB.) Die Oeffent- lichkett wird immer wieder durch Gerüchte über bevorstehende Tariferhöhungen bei der Eisenbahn beunruhigt. Demgegenüber wird amtlich festgestellt, daß im ReichsverkehrS- ministerium eine Erhöhung der Tarife im Per­sonen- oder Güterverkehr zur Zett nicht erwo­gen wird.

Amerikanischer Kredit?

Reuyork, 22. Juli. (HavaS.) Ein Bankenshndikat hat ein Abkommen getroffen, um Deutschland einen Kredit von 9 Millionen Dollars zur Finanzierung von Getreidelieferungen zu eröffnen. Man glaubt, daß das Arrangement eine Frist von 90 Tagen vorsieht.

Arbeitseinstellungen in den Berliner Ziga­rettenfabriken.

Berlin, 22. Juli. Die durch den ©tret! der Maschinenführer herbeigeführte ©tiHegung der Berliner Zigaretten- industrie erfuhr nach der Ablehnung des Bergleichsvorschlages durch die ©ttellenden eine weitere Ausdehnung. Eine Llnzahl grö­ßerer Fabriken entließ alle Arbeiter. Die Zahl der strettenden bzw. der ausgesperrten Arbeiter und Arbetterinnen Beträgt unge­fähr 3500.

Aus Hessen.

tm. Darmstadt, 22. Juli. Der Ent­wurf einer Geschäftsordnung für den ©taatsgerichtshof ist soeben durch das Oberlandesgericht dem Präsidenten des Land­gerichts zugegangen. Zur Erläuterung wttd beigefügt, daß der Entwurf von dem Plenum des Oberlandesgerichts auSgearbettet wurde, daß die Geschäftsführung sich erst durch die Praxis ergeben muß. Die Beeidigung auch der parlamentarischen Mttglieder erscheint notwendig. Bei der Abstimmung sollen die nichttichterlichen Mitglieder zuerst ihre Stimme abgeben. Die eigentlicheGeschäfts­ordnung" enthalt 11 Paragraphen. Die Abg. Fenchel und Gen. haben einen An­trag eingereicht, durch welchen die Regierung ersucht wird, das Kohlenkonwr Mannheim zur schnellsten Lieferung von D r u s ch k o h l e n an die Landwirtschaft zu veranlassen.

und ich ihnen im Wege war, wenn ich tarn besonders Anneliese. Wollen sie mich etwa deshalb in ein Kloster stecken?"

Auch darum. Annelieses Hochmut findet es unerträglich, dich als äußerlich gleichberechtigt neben sich zu dulden. Sie und ihresgleichen werden dich nie für voll nehmen, well deine Mutter eine Schauspielerin war!"

Dv war fehr blaß geworden. Alles, waS Frau Wenr ihr einst über die Rothersteins gesagt hatte, die sich fürbesondere" Menschen hielten, fiel ihr wieder ein.

»Und du, Hertha?" frag sie endlich iLife.

Ich?" fuhr Hertha zornig auf.Ich bin nicht Anneliefesihresgleichen", das könntest du schon wissen! Würde ich dir dies sonst so offen gesagt haben? Wir haben uns heute Freundschaft geschworen und du bist mir lieb geworden. Ich will nicht, daß du blind zwischen uns lebst. Du bist süß in deiner märchenhaften naiven -Unkennt­nis der Welt, aber wie die Dinge liegen, mußt du wenigstens zeitwellig erwachen daraus und dich wehren I"

Do sah sie unruhig an.

»Du sagtestauch darum". Gibt eS noch einen anderen Grand, warum sie wollen, daß ich ms Kloster gehe?"

Za. Und der fällt noch schwerer ins Ge­wicht als der andere, der nur für Anneliese in Betracht kommt. Wenn du ins Kloster gehst, fällt Mo t:poä mtt den dazu gehörigen Grund­stücken toieoer an die Haupllinie der Roihersteins. Auch dein Großvater wünschte es so, denn, wie die anderen, sah er in dir nur einen unwillkom­mener. Eindringling. Wenn er dir Monrevos trotzdem hinterließ und teisw Wunsch, du «SgcH

Die Errichtung eines Schießplatzes durch die französischen BesatzungS- t r u p p e n bei Trebur, Geisenheim, Hohenau, Schuster usw. veranlaßt den Abg. Dr. D e h - linger, an die Hess. Regierung eine An- f r a g e zu richten, ob ihr die Errichtung dieses Artillerieschießplatzes, mit dem die Absper­rung eines Geländes 2 Monate lang räalich lich verbunden ist, bekannt ist und was sie"zur Abwendung des Schadens zu tun gedenkt?

Aus Stabt unb Land.

Gießen, den 23. Zull 1921.

Drohende Wassernot in Gießen. Die Wasserreserve angegriffen.

Das Wasserwerk schreibt uns:

Der Wasserverbrauch hat in den letzten Tagen wieder eine merkliche Steigerung er­fahren. ES wurden am 20. d. Mts. 9659 Kubik­meter, und am folgenden Tage 9441 Kubikme­ter abgegeben. Da die tägliche Förderung nur 9160 Kubikmeter beträgt, mußte die Wasser­reserve wiederholt angegriffen wer­den. Aus feuertechnischen Gründen muß aber die Wasserreserve erhalten bleiben und die Bevöllerung wird daher noch einmal auf das allerdringendste ermahnt, mit dem Wasser so sparsam als möglich umzugehen und das Be­gießen der Gärten, Grasstücke und Höfe zu unterlassen. Die Polizeibeamten und die Be­diensteten des Gas- und Wasserwerks sind an­gewiesen worden, jede Llebertretungun- nachsichtlich zur Anzeige zu bringen, damit (Strafantrag gestellt und die Wasserzu- leitung abgeschnttten werden kann.

Falsches Gewicht im Kleinhandel.

@3 wird wiederholt darauf aufmerksam ge­macht, daß die in den §§ 73 und 74 der Reichs­gewerbeordnung enthaltenen Vorschriften nicht nur für Bäcker und Verkäufer von Backware gellen, sondern durch § 1 der Bekanntmachung über den Aushang von Pre sen in Verkaufs ä"men des Kleinhandels vom 24. Zuni 1915 (RGBl. S. 353) auch für Verkäufer ausgedehnt find, die Gegen­stände des täglichen Bedarfs, bt6bcfentere Rah- rungs- unb Futtermittel aller Art fowie rohe Raturerzeugnisse, Heiz- und Leuchtstoffe im Klein­handel absetzen.

Demnach können solche Verkäufer durch die Polizeibehörde angehalten werden, die Preise und das Gewicht ihrer verschiedenen Waren durch einen von außen sichtbaren Anschlag am Verkaufslokale zur Kenntnis des Pub i ums zu bringen, der kostenfrei mtt dem polizeilichen Stem­pel zu versehen und während der Geschäftszeit bzw. der Verkaufszeit auszuhängen ist.

Wettervoraussage

für Sonntag:

Vorwiegend bewölkt, vorerst nur leichte Die­derschläge, kühler, Westwinde.

Das Hoch zieht über Spanien ab, während von Rordwesten eine ausgedehnte Depression nach- drängt. Es ist daher für die nächsten Tage mit allmählich stärker werdender Bewölkung und Di^ derschlägen zu rechnen.

Bornotizen.

Tageskalender für Samstag: Schühenhaus, Schützenfest. Lichtspielhaus.Der Leidensweg der Inge Krafft". Lichtspiele, Grohstadtmädels". Hopfeld, 8 Uhr, Marine­verein, Generalversammlung. Haberkasten, 9 Uhr, Mllitäranwärterverein, Monatsversamm- lung.

Lageskalender für Sonntag: Aquarium, i/lg Uhr vorm., Mitgliederversamm­lung der Deutschen Demokratischen Partei. Uni­versität, großer Hörsaal, 11V, Uhr, Zahresver- fammlung des Akademikerbundes Oberhessen. Liebigmuseum, 111/4 Uhr, im Hörsaal der Ana­tomie, Vortrag über Mikrochemie. Stadttheater, 7 Uhr, Tanzabend Hille Bobbe. Schützenhaus, Schützenfest. Lichtspielhäuser, wie gestern.

Aus dem Stadttheaterbureau. Die Hamburger Tänzerin Hille-Vobbe be­findet sich auf einer Gastspielreise, die sie durch Deutschland führt. Sie wird morgen in Dießen Tänze nach Musik von Strauß, Grieg, Brahms, Delibes, Schubert sowie ihren Matrofentanz brin­gen. den sie in Berlin 24mal vor ausverkauftem Hause tanzte. Es kommen ferner einige Tänze ohne Musik zur Vorführung, die teils auf vorhergeaangenen Rezitationen aufbauen die Erich Raventos, der erste Held der Hamburger Kammerspiele, spricht.

Liebig-Museum. Dochmals sei au, den öffentlichen Lichtbilder-Vortrag von Danttäts-

in ein Kloster treten, nicht in die Form eines Zwanges kleidete, so geschah es nur, weil du nun einmal den Romen seines Sohnes trägst und er sich vor der Welt scheute, dessen einziges Kind mittellos inS Leben hinauszustoßen. So hat er es seinen Verwandten überlassen, seine Intentionen" zur Ausführung zu bringen, und daran noch die Klausel gehängt, daß MvnreprS auch dann den Grafeneggern zufalle,wenn du dich ihrer Fürsorge unwürdig erweisen solltest." Du begreifst: Dein Entschluß soll vor der Welt als ein freiwilliger erscheinen! Karola knüpft aber an diese Klausel die logische Folgerung: weigerst du dich, den Wünschen der Familie zu gehorchen, so erweist du dich eben dadurch ihrer Fürsorgeunwürdig"."

Do sah lange stumm vor sich hin. So also dachten diese Menschen, die sich alsbesondere" fühlten?! lieber die lachende Sommerpracht rings­um schien sich ihr plötzlich ein dunkler Schleier gesenkt zu haben.

Und wie soll wie kann ich mich dagegen wehren?" fragte sie endlich traurig.

Indem du jeder Entscheidung vorläufig auS- zuwcichen und dich scheinbar zu fügen scheinst. Zett gewonnen, alles gewonnen! Ich stehe zu dir. Suche dir auch Rainer und Anneliese zu ge­winnen, sie sind die am wenigsten Habgierigen. Vor allem aber Wagekvne. Hast du sie auf deiner Seite, ist alles gewonnen. Rüdiger ist bis über die Ohren In sie verliebt, und es scheint, daß he seine Frau werden will. Wahrschrirlich lockt sie' der Fürsten titel, den er einmal nach Pa Vas Tod! bekommt. Iedenfalls wird Rüdiger alle- tun, 1 was Mage/one will. Also mache dich »lieb Kind" | sti Dja Gelegenheit dazu hast du ja!";

cai Dr meb. ei Phil. F. M Kranz-Busch au- Wiesbaden über:Die Mikrochemie und ihre De- deutung in der Raturwissenscha.i, Techntt und Medizin hingewiesen, der morgen, vormittags IN 1 Uhr, im Hörsaal der Anatomie ftatifinbet.

Sin spanischer G elehrter als Gast der Landesuniversität. Auf Ein­ladung des Rektors der Landesuniversität hält demnächst Dr. P. Boschy Gimpera, ordent­licher Professor der alten Geschichte an der Uni­versität Barcelona, einen Vortrag an unsere' Universität. Professor Boschy Gimpera ist eir jüngerer Gelehrter, der durch feite Forschungen auf dem Gebiet der spanischen Vorgeschichte bc tannt ist. Auf diesem Forschungsgebiet bar sich neuerdings eine sehr lebhafte Tätigkeit entfaltet, und vielfach haben spanische und deutsche Gelehrte zusammen gearbeitet Prof. Dvkch h Gimpera Ht ein Vorkämpfer für die wissenschaftliche Zusaw menarbeit spanischer und deutscher Zchrlcher- er ist während des Krieges lebhaft eingetreten für die Anerkennung des Deutschtums in Spanien. Er hat während eines längeren Aufenthalts in Deutsch' land an mehreren Universitäten Vorträge ge­halten, zuletzt in Berlin. In Gießen spricht er am Mittwoch, 27. Zuli, abends um 81/, Uhr, im großen Hörsaal der Universität überD ie spa­nische Ethnologie im Lichte bet neu eßen archäologischen F 0 rschun - gen". Zu dem Vortrage sind die Dozenten und Studierenden sowie die Mttglieder der Hochschul- gesellschast etngelaben; außerdem haben, wie immer bei den von der Hochschulgesellfchast ver. anftaüeten Vorträgen, Gäste freien Zutritt

Der Akademiker-Bund Ober­hessen veranstaltet Sonntag, 24. Zull 1921, vor­mittags ll1/« Uhr, im großen Höriaal des Vor­lesungsgebäudes eine Mitgllederversammlung

Ehemalige 168er. Um allen aus­wärtigen Kameraden die Teilnahme an der Re- gimentäfeier am 21. August 1921 in Butzbach (Oberhessen) zu ermöglichen, kann auf BestcÄung bei Kamerad Alexander Stang in Gießen, Quar­tier in Butzbach bereitgeftellt werden. Bereits am Samstag den 20. August findet im Restaurant zum Gambrinus in Butzbach ein gemütliches Zu­sammensein der schon augetommenen Gäste statt Wir weisen hierauf ganz besonders hin, da in» folge der ungünstigen Zugverbindung ein rech»- zeitiges Eintreffen am Sonntag von manchen in Frage gestellt ist. Anmeldung weiterhin gleich­falls an Alexander Stang, ebenso ob Teilnahme am gemeinsamen Mittagessen am 21 August er­wünscht ist

** Amtliche Pers onalnachrZch- t e n. Ernannt wurden am 18. Juli 1921 der Staatsanwalt bei dem Landgericht der Pro­vinz Oberhessen Fritz Reuroth zum Amts­richter bei dem Amtsgericht Gießen; der Staatsanwalt bei dem Amtsgericht Offenbach Ludwig Fischer zum Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen, mtt Wir­kung vom 18. Juli 1921. Uebertragen wurde am 16. Juli dem Schulamtsanwärter Hermann Hofmann aus Alzey die Lehrerstelle an bet Volksschule zu Reibertenrod, Kreis Alsfeld.

,e W ochen markt. Bei genügender Anfuhr ist infolge der Trockenheit für einzelne Gegen­stände ein Steigen tm Preise zu beobachten. Im Vergleich mit den umliegenden Städten muß fest- gestellt werden, daß hier fast durchweg höhere Preise gefordert werden, und zwar gehen die Erzeuger mit ihren Forderungen größtenteils noch über die der Händler. Es kosteten Buschbohnen 2.002 50 Rlk., Stangenbohnen 2 503.00 DU., gelbe Bohnen 2.503 00 Ml.. Gelberüden, Pfund 1.201.50 Mk., im Pack 0.70-1 00 Mk., Erbsen 2.002.50 Mk., Wirsing 1.401.80 Mk., Weiß- kraut 1.401.80 Mk.. Bl-menkohl 2.50-7.00 Mk., Salat-Gurken 3.006.50 M?, Riabarber 0.80 biS 1.00 Ml., Zwiebeln 1,331.53 Mk.. Mischgemüse 0.50-0.80 Mk., Salat 0.200.80 Mk.. Kartoffeln 90-100 Mk Kohlrabi 0.70-1.00 Mk., Aepfel 2.50-3.00 M!., Birnen 2503.50 Mk., Butler 23.00-24.00 Mk., Eier 1.60-1.65 Mk.

♦♦ Die Warenausgabetabell« des Städt. Lebensmittelamts ist aus dem An­zeigenteil unseres heutigen Blattes zu ersehen.

**DasStädt. Brenn st ofsamt ver» öffentlicht im Anzeigenteil unseres Blattes eine Bekanntmachung über: Ausgabe von Gas- koks für den Hausbrand und größere gewerb­liche Betriebe, Verkauf von Brennholz, Aus- gabe von Braunkohlen und den Verfall von aufgerufenen Kohlenmarken.

Oberhes sischer Kun st verein. Sie in der Hauptsache graphische Arbeiten bietende Ausstellung des Verbands bildender Künstler Hessens verbleibt voraussiHtlich nur noch bti zum Mittwoch täglich von 11 bis 1 llhr geöffnet So-

Do atmete rasch und heftig. Es hatte ihr seltsamerweise einen Stich in die Brust gegeben. alS Hertha von Rüdigers Liebe zu Magelone sprach. Dun bäumte sich alleS in ihr auf gegen den Gedanken, darum gerade darum um Mage- lones Gunst buhlen zu sollen.

Rein!" rief sie plötzlich in ungewohnrer Hef­tigkeit,daS werde ich nicht tum Riel daS kann ich nicht . . . auch nicht heucheln und mich schein­bar fügen! Ich habe Rüdiger gebeten, mich nach MonrepoS zuruckkehren zu lasten, und werde ihn noch einmal bitten"

Aber verrate mich um Gottes willen nicht da­bei! Es wurde eher schaden als nützen!"

Habe keine Sorge. Ich werde meine Sache ganz allein auSfechten. Oder ist ... glaubst du . . ." Dos Blick suchte bang den der Freundin,daß auch in ihm Hochmut und Hab­sucht alle besseren Gefühle überwiegen?"

Hertha sah zweifelnd vor sich hin.

Ich weiß es nicht," sagte sie endlich zö­gernd.Rüdiger ist uns allen ein wenig fremd geworden während der Iahre. die er auf der Hochschule und dann in der Fremde verbrachte. Früher war er ein echter Rotherstcin. Ich meine, was z. B. Anneliele darunter versteht. Aber er scheint sich geändert zu haben. Rach welcher Richtung hin weiß ich noch nicht genau. Zedenfalls ist er momentan ganz erfüllt von dem Gedanken, das Erträgnis von Grafenegg zu heben und dadurch unsere Finanzen zu bes­sern, die durchaus nicht fo glänzend find, wie sie dir vielleicht nach dem äußeren Pomp ec- scheinen. Ich fürchte, er wird wenig Sinn und Zeit für deine Angelegenheit jetzt haben."

(Fortfehung folgt)

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