nr. [43
Der chietzeier Anzeiger mit her O.enttegsbeilag« _5p»rl Umschau" er. sch, in -glich, außer Soui». unb feiertags. Menu llcheSezu^rpretse: ‘L <n 5.- einschließlich Trä^rlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fernsprech -Anschlüsse: für bie Schrift leitung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger »letzen, postschecttonta:
Zranfsurt o. M. 11686.
Erstes Blati
M- Zahrgang
Mittwoch, 22.3nni slA
GietzenerAMger
General-Anzeiger für Oberhessen
vnick nnb Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch' und Zteindnttkerei R. Lange. Sdfriftkinmg, SeschäflrsteSe und vrutierel: Zchulftraze 7.
Annahme »»a Anzeigen für die Tagernummer »» »um Bachm Nag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Srei» für l mm höhe für »zeigen v 34 mm Breite örtlich 40 Tt. auswärt« 50 Pf; für Reklame. 'Anzeigen von 70 mm Breite 180 Ps Bei Platz. Vorschrift20 .Aufschlag, haupischnstleiter: lua. (Berti 'Verantwortlich für Politik lug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Beinbold 3«iq; für den liqeiqenttil: ans Beck, sämtlich in Gietzeu.
Deutsche Schiffahrt.
Der Wagemut der Hanseaten hat die neue deutsche Handelsflotte buchstäblich sck-on wieder aus die Helligen gelegt. Wenn die großen deutschen Schissahrtsgesell schäften einstweilen auch noch sich mit der Teilhaberschaft bei Nordamcrilanischen Schifffahrtsgruppen begnügen müssen, so ist doch schon die Zeit abzuschätzen, bis zu der r bie neue deutsche Handelsflotte wieder in Dienst ist. Daß der Verband die stolze deutsche Vorkriegsflotte raubte, ist ihm selbst zum Unheil geworden. England erstickt an Schiffsraum, den es nicht verwerten und den les besondere nicht mit Nutzen fahren lassen kann. Die Hoffnung, die deutsche Flotte für immer von den Meeren verdrängt zu haben, hat sich nicht erfüllt und wird sich auch nicht erfüllen. England rechnet denn auch wieder mit dem Hochr- kommen der deutschen Schiffahrt. Die Rede, die der Altliberale Mc. Kenna vor 'einigen Tagen in London gehalten hat, war ja nichts anderes als das Eingeständnis der Furcht vor dem Wagemut der Hanseaten. Mc. Kenna versuchte nun, nicht nur die Verbündeten gegen Deutschland neuerdings scharf zu machen, sondern auch die deutschen Unternehmer aufzite hetzen. Nach Ma. Sflenna sollen cs die deutschen Arbeiter sein, auf deren Schultern bie) Wiebcrherstellung lastet. Wenn bie deutschen Arbeiter zu leiden haben, so wissen sie, daß es der Verband ist, der von Deutschland ungeheure und unvernünftige Leistungen zu erpressen sucht. Aus der anderen Seite haben aber auch die deutschen Arbeiter ein Verständnis dafür, daß die deutsche Wirtschaft neues Kapital als Betriebsmittel bilden muß. Dies neue Kapital ist erforderlich, um beispielsweise unsere Handelsflotte wieder aufzubauen. Ohne Unternehmergewinne keine neue deutsche Handelsflotte. Ohne eigene Handelsflotte sind wir ba*u verurteilt, sür die ausländischen Rohstoffe gewissermaßen die Preise zu zahlen, die uns der Verband vorschreibt. Das bedeutet Verteuerung unserer Selbstkosten, also auch neue Herabdriukung der Lebens- fyaltimfl der Arbeiter. Gelingt es uns, mit Hilfe der Unternehmergewinne die beutfdje Handelsflotte wieder aufzubauen, so verbessern wir unsere Zahlungsbilanz und damit auch die deutschen Wechselkurse Zwar hat das Reich Milliarden für den Wiederaufbau der Handelsflotte bewilligt, aber diese Milliarden reichen nicht aus, um die Handelsflotte der Vorkriegszeit neuerdings zu schassen. Wie der Generaldirektor der Hanwurg- Amerita-Linie dieser Tage erklärte, wird allein diese große Gesellschaft innerhalb fünf fahren ein Drittel ihrer Vorkriegsflotte im Dienst haben. Es werden hauptsächlich Fracht- dampfer von 5000 bis 12000 Tonnen gebaut, die wir für unsere eigene Versorgung brauchen Aber diese Frachtdampfer, die durchweg mit den neuesten bautechnischen Errungenschaften ausgerüstet werden, erlauben uns, ttneber in das Frachtgeschäft für fremde Reck>- lnung zu kommen. Die Gewinne, die sich hieraus erzielen lassen, sind Aktivposten unserer Zahlungsbilanz Wir wissen heute, daß die deutsche Schiffahrt unter deutscher Flagge wieder im Kommen ist.
Die tage in Gberschlefien.
Das Räumungsversprechen KorsantyS.
Berlin, 21. Juni. Die ,§Bchs. Ztg." schreibt, daß sich der Präsident der Absttmmungskommrino.r in Ovveln, l'e 3knd, mir ’bcit Staiidvunkt stellt-, daß die Räumungsversprcchungen üar-- f a n t v s ernst zu nehmen seien. Erhandele sich um eine srcbentägiae Frist, in der die (rntente- lammissron -eigen ioll, ob es ihr nnrfivh gelingt, ohne Anwendung von Zwang b:c Ligui- dierung des Aufstandes zu errridvn. Es in an- Annehmcn, daß der Zwöl fern.issduitz im Ern vernähmen mit dem Führer des deutschen Selbst- «ämtzcs den Fütterungen der Entcntckommv'wn Ttad>?jnrmcn nxrte. Sowohl Der sranw ^che Botschafter in Berlin, Laurent, als auch der eng- fifdw Geschäftsträger hären gestern in rreuno- schrstliä.-er Form der Reichsregierung den Rtt qeqeb.m aut den Zwöl'erausschm; m Gumten Oer Ännahn'ic der B.rschläge der interalliierten Kvm- missran etnjunnrfen.
Die Berbolschewisicvung
der oberschlenfchen Ausstandsbcwegu.ig.
Berlin, 22. Juni. Der oberschlensche Berichterstatter des ,.Berl- Lokalanz." beriduvt au^ sühttich über die immer weiter um iun grarenöe Vcrbolsckewisierung der oberschlesischen -lu'ttands- bewegimg. In Gledvitz befinde sich eine kommun i sti sche Z e n t r a l e , die mit mwechrmu- ten Mitteln arbeite. In den letzten 10 Worten seien nmb 15 Arillttnen Mark für wmnrunvn'che Propaganda ausgegeben worden. An siebenen Otten seien sog nannte Verfügungen des Arbnter- iomüeed ergangen, auf keinen Fall die Wagen
aüzugcben, ba in kurzer Zeit die Befreiung von I her Kapitalrsteicherrsdjaft vor der Tür stehe. Biele der auf Anottmung der Entente neu errichteten | Orts wehr en, die sich aus polnischen Jnsurceutm tzusamutenictzen, trugat rote Falmen und lnzrich nen sich als die Herolde der kommenden Räterepublik.
Vertagung der JnterpellationSdebatte über Öberschlefien.
Berlin, 22. Juni. Die „Bosnsche Ztg." teilt mit, daß tm EinvemelMrn miit der Iiridrs- regierung die Interpellationen über Oberschlc- ien und über die ?üifbebuitg der Sanktionen vorläufig vertagt nvcdett seien
Reichöhilse für Lberschlefien.
Berlin, 21. Juni. C$823.) Nach einer Mitteilung der Blätter ftdlte die Reich? regierung zur ßinbenmg der dringendsten Not in Ober- chlesien lOOMtllionen M^ark zur Der- ügung, die durch einen besonderen Staatskommis- ■\r an die bedürftigen Kreise der in deutscher Hmtt, »ciindliäien Gebiete Oberschlesiens vetteilt rocrbei) ollen.
Die zur Untersuchung der Zustande in dem Internierungslager Sielow bei KottbüN bcftdlte Varia mentariscbe Kommission des Pceußi- dten Landtages stellte einmütig fest, daß die Unterbringung und Ernährung der polniscl-en Interniere ten als den VerlMmisstm entsprcätcnd burrf>au-:1 günstig zu bezeichnen ist. Nur in drei Fallen sind Klagen über schlechte Behandlung berechtigt laut geworden. Gegen bie beteiligten Beamten wird betf preußische Minister des Jnnertt auf das strengste einschreiten. Ein Bettcht der englischen Kommission kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, daß keine erheblichen Klagen über die Zustände im Lager berechtigt seien. Durch Vermittlung des internationalen Roten Kreuzes ist übrigens die Heimsendung der Jnternietten im Gange. Am Freitag wird das ganze Lager geräumt sein. Auch Xlfeneral Höfer erklärte, daß er alle Gefangenen freilassen wirte
Die polnisch-deutschen Beziehungen.
Wien, 21. Ium. (Wolff.) Aut der Durchreise von Rom nach SBaridyni empfing der neu- ernannte polnische Minister des Aeu- ßern, Skirmunt, emen 23crtrcter der „Neuen Freien Presse" und aufccrii' sich vor diesem über die Richtlinien der auswärtigen Polittk Polens. Bezüglich Deutschlands erklärte Skirmunt: „3m Veri-clltnis zu unserem roefdidjen Nack-bar ivünfdjc ich im Rahmen des Versailler Friedensvertrages und her realen Mögliclikeiten und 'Notwendigkeiten keine GcfüNSpolitik, sondern eine Intevesienpolitik _ cintziuleiten. Da ich bie Uebcrjcugung habe, daß der Hoh.p:mft der ober- schlesischen Krise übersckiritten ist, ba wir uns auch hort auf dem Wege zu einer fr redlich e n Losung befinden, so dürfte das die ool- nisch-deutschen Deiningen am meisten trübende yZxmtcnt bald aus der Welt geschifft sein und bie Bahn für em normales gutnachbarliches Ber- hÄtnis^ret werden."
Die deutschen Reparationdzahlunge«.
Paris, 21. Juni. lWolff) Der „Neuvork Hera Id" erklärte in encr Meldung aus Neu- t>ork, das Staatsderxitternei: t stelle amtlich die Nachricht in Abrede, bau die Vereinigten Staaten t>n der Reparatioi skoinmr,sion Vorstellungen echben hätten, um Deutschland zu Verbindern, bei der V^chlung feiner Reparations schuld Wechsel auf Neu Yorker Banken zu ziehen. Tatsächlich hätten mehrere GroNxmken beim Staalsdevattement gegen das Verfahren Einspruch erhoben, das bei der Tätrgung der deutschen Dollarkäufe ür die Zahlungen am 1. Jinir befolgt wurde. Turch ihren Vertreter in der ReparattonAommission Boyden seren dte Vereimgten Staaten ferner von der Ablicht unterrichtet worden, den Wiedereintritt einer Lage wie der vorn 1. Ium &u verhindern Es seien jebod) weder im ersten noch im mnten Fall SÄrrtte unternommen wetten. Vontellungen bet l>er yte- paratronskvmmtssion würden auch Vicht tn Erwägung gezogen.
Washington, 21. Juni. (WTB.) Nach einem Funkspruch erklärte der Handels- minifteT Hoover, das Borgehen der Repcrra- tionskommission, bie Zahlung der gegenwär- tigen Rate der deutschen Enlschäbi- gungszahlung in amerrkanilchen Dollars zu verlangen, habe einen scharfen R ück- g an g an der Börse verursacht unb eine Schädigung des Handels zur Folge gehabt. Hoover forderte, daß bie Kommission eine derartige Politik nicht weiter verfolge und regte an, bie Kommission möge die Rate der Entschädigungszahlung entweder in alliierter Währung sestsetzen oder der Ankauf von Dollars möge über eine beträchtliche Zeitspanne ausgedehnt werden.
Berlin, 21. Ium. Zu Beginn der morgigen Sisung des ReubSivirt chofisrrtt^ wird Reichskanzler 2r. Wirth die Beratung der tem ReickZwirtsä-afisrat bereits Mgegangeucn neuen Steuervorlagen mit enter Rcde üoer tas Problem der Tefiing der Reparationsver- pflichtungcn eröffnen. Der ^levaratt.msa-.is- schuk des Reichswittschaftsrates hat, wie mir föret, btc Deratting der Jndexsr a ge einem unter- crusschub'überwieseit und wird nach der für morgen angesetztett Rede des Kanters bie Kör per - sch.aftssteue-r einem weiteren Unterrus;chutz überroeifen.
Ter Streit um da- Löwensell.
Pari-, 21. Juni «Wolff? Wie der „Pettt Parisien" mittrill. Ixn eine gante Reüte kleinerer Staaten Aotstnuch auf einen letl her von Deutschland tz>u leistend«: ersten Reparationszahlungen crijoben. Ttr Repa- rarixAdtommifinnt hat bereits folgende Staaten mit ihren stordermtgen ab gewiesen: Bolivien, China. Per« i nb P > . c n. In Be rückstct.tigung gezogen norden »int» btc Forderungen Mgiitber Staaten: Brasilien, Ä u ba, 'Griechenland, Liberia, Rumänien . Serbien , Siam und T s chechos 1 o w a k'' i. Tie Reparatione-biinmis^ion ist übrigens Nimit be fdiäftigt, gvntdÄtzlich ein für allemal die Verteilung fcstzusveib-n Die größte Scl-wierigkril be reitet setexh der PnoMttsav von 6’/■ Prozent der Gesamtentfckädigrmg, der unter bie fietnat Staaten zu verteilen ist.'
Paris, 21. Juni. (Wolff ) Wie der„Temt»S" mitteilt, tjabni folgende Machte keinen Anspruch auf einen Aittril der von Deutschland zu zablenden Entschädigttngsftunme, teils we>l iic keine Schaden- ersatzattsplücke stellten, teil5nxii fiefichn it Tentsch land vor dem WaffenstÜlstMch nictu ,m Kriegszustand befunden fxibet, es si:td des: btc Vereinigten Staaten von Südamcr ika, Bolivien, Chile, Cuba, Ecuador, Guate< mala, Haiti-.Honduras, Nicaragua, Panama, Peru und Uruguay.
•
Die Verwaltung des Saargebietes.
Genf, 21. Juni. (Weift Nachdem der Volkerbundsrat versckeedcnc öftenti’.dv Sitztmgen abgtchalleit hatte, bch.^nlelte er htutc tu geheimer Sitzung die P r >o t c st c d e r d e u t s ch e n Regterung betrefienb de ?lnn> endrit rian- iöitkl'er TruVven, d« Gerichtsbatkett tr<m\öiiid)2r Olcridxte im Saargebiet sonne dte AuÄvlt'vuu- gen und schltekich dir Einführung b?r Franken- Währung im öfientlidxTt Tieitst des Laarbeck.ns Ter Präfident dec Regterungskommiisirm te? Saargebietes, Raould, lerieitr.gtc a-assiNnlich btc von der franzöirschm Reweruiig gettoffenen Mal',' nahmen, und der Völkerbundsrat stimmte dtesen Darlegtntgen xt. Präsident Raoulb suchte bte d.ut ■ schon Proteste u. a. tncrch den Hinweis zu entkräften, ban tnc Gerichtsbarkeit der zlriegsgerichtc bcrrmäd))"t Vnrrch ein Tel'rel stark! eingeschränkt'werde, und daß die Äuswrisuwten $um Teil Ivieder zu- rückgenommen werden würden. Er kündigte n a wi, daß ein Tekvet die Lücte des Fre ensnertcag.s über dic saarländisckre Nattonaliläl ausfüllen wcrd.', wonach sede im Saar lande geborene Person, ;eb:r, der sich am 11. November 1918 reäitsgemäß'dort niedergelassen hatte, und seder, der drei Fahre lang im Äxtrgcbiel gelebt habe. (Beamte oder kontraktlich verpflichtete Personen nach einem FaÜne die Staateerngelwngkett besitzt. Fn ’inrr Erklärung vor dem T-reiieiertrcicr redih'erhgte Präsident Raould bie Anwesenlril franzö iscler Tr-'p pen damit, daß diese vrine OVuvation^'trupren wehr seien, sondern GarnisonStruppen. inh biß die von der deutschen Regterung gefederte lokale Geitdarmerie, n«eld* 400 Mann stark sein pik’, nicht möglich sei, da diese Zahl für das Budget yu kostspielig fei.
Die französische Rheinarmee.
Paris, 21. Juni. /Wvtff.) In der heute vormittag abqehaktenen Sitzung des Minifter- rats schödette Barthou nach amllilien Berichten des LberlHmmantos bie AechÄMissc bei der Rheinarmee. Daraus erpüt sich daß der F ahr gang 1921 bereits hinlänglich ausgebildet fei, um in fflemeinfdxift mit dem gang 1920 mit vollkommener Sickerl'rit alle etwa nötfe werdenden Maimahmen zur Wahrung ter Rechte Frankreichs ins Auge fassen zu können. Im Verfelg dieses Vortrages hat der Ministerrat den Krtegsnrmister ermächtigt, fbfort Maßnahmen pur Entlalsung des Jahrganges 1919 zu geben, die bereits am 25. Juni beginnen n>H. Die Durchführung birier Entlassung wird derart geregelt roebm, daß die entlassenen Mannschafien bereits an den ©mtearbeiicn werden teilnehmen können.
Oesterreichs neue Regierung.
Wien, 21- Juni. (WTB Die Natfenalver- femmluna roä^Ite mit 98 chriftlich'fe^alen und gvvßdeurrchen gegen 62 fetziaLennckratische stimmen rie n eue Regierung Der neue Bundes- Tanger Schsber erklärte tm eigenen Namen fenrz namens der anderen MÄglieder der neuen Regierung, die 2BaM an^oickhmen.
Wien, 21. Juni. (Wolff.) Die von der Nationalversammlung genehmigte M inifter- liste fetzt sich wie folgt zusammen: Schober, Lanz- ler und Aeußerrs: Dreiskv, Vizekanzler und Unter- ritftf: Haber igioßdeutsch Inneres: Vau-win (Cbr.- So; Heer: Grimm, Fmanren: Gnrnberger, Er- näfmmg: Paltauf, Justiz: Ministerialrat oermet, Ackerbau: Seklionschef Rodler, Verkebr: Sektton- ch-7 Angerer, Handel: Sekttonschf Jßaur. 'oyalc Verwaltung. Das neue Kabinett bntebr aus Beamten und Fachmännern und ie einem Vertrauensmann der Christlichsozialen und der Großbeutt'chm
AuS Rußland.
Kopenhagen, 21. Ium. DDB. Der „Serlingete Tuende" wird aus Hetnnai^s tele- gravl'.ert: Nachricktten aus Rußland b«a e.L taß der Bauernaufrubr tm oülufrr Rutzlend e.ite ernste Waldung genommen hat. Die^r^)wz:t- regierung iah fich gezwungen, bedeutende ^ruotxm ttansrorte tört/ri ab ufenden. General swürnn übernahm den Cberbefeb: über iamtliche Tnynxu iijr Urtterdrückung des Auiruhr»
Aus Moskmi itnrb belichtet, daß alle Stu* deuten den Befehl erhalten haben die Stadt fefert au verla sen unb vor dem 16. 9. nicht wieder zu betreten Der Besetil irirb amtlich mü dem brrrfdruben Le^enckmtt. >mangcl l< irundet, der nniflidx* Gtund koll teoch in eine unter den Studenten bestehenden 0>ir:mg zu fudet sein.
Nach einem lx>a dem tvmm^ ariat für mtfl* märii ic Angrie.te'nle.t.n x>.t. frjixhd<nt Bericht hat dieses .Üomnnifariat m den enien vier Monaten dieses Jaimes im Auslande 4285 Agenten bcfthäftiflL Von die en wurden im» gefäln 3000 verhaftet. 14 bingcridue, 9 '.‘igcntm mußten wegen nnßbraudcicher Vttwendung skaat- lichcr Mittel verabschiedet iverden.
Die Interpellation Careis im bayerischen Landtag.
München, 21. Juni iWolff) Landtag. Auf der lagesochnuwz des Landtages der am Tienstagnad,mittag zu einer Vollsitzung zu- samm.-ntrat, stehen als HMwtpm,kte bte Interpellationen der U. 'S. P irnt» der MehrbeitS- ioüaUxmwÄraren wegen Ermordung des Landtags- nb-Teorbneten Ola rei# Den Plan deS Ermordeten im Sitzmigsiaal schmückteit Blumen und rir Lorlxrrkran; mit roter Scksteise. Bei Beginn bei Sitzung waren alle Tribünen dicht befcnl. Am Ministertisch hatten der Ministerpräsident und die übrigen Minister Platz genommen
Präsident Mönigdbauer eröffnete die Sitzun- mit einem herzlich gel-altenen, den Toten ebrmben Nachruf, den das HanS, auch die Vertreter der StaatSregienuig, stehend anbörtai. Er gab bet Erwartung Ausdruck, daß eS gelingen werde, den Verbreckier auöfuchig zu machen und der gerechten Strafe zuLusühren, damit auch die Dtvtive der Tat restlose Sltänmg fänden.
Abg eumann (U.S.P ) begründete die Interpellation feiner Partei in längeren Aus- sühningen. Er geißelte die Methode, politisch auf einem anderen ^»tandvunkl Stehende durch Mord aus der Welt zu sckpffen. Ter Ministennasident habe einmal gesagt, unsere Staatsbürger müßte« lid) frei betätigen können, er sei aber offermchilich nicht imstande, dieses Derspreck»rn w hallen Redner vTurteilt in seinen weiteren Ausfübningen die Art, wie man den Politiker und Dienschen Qknrii in den recküsstehenden Blättem mit Sckrnutz beworfen habe .
Abgeordneter Neumann erklärte eS für eine Verleumdung, daß Gareis Entertteosfizieren Mitteilungen üIat Masßnlager gemacht und rinew darauf 'b^üglichen Artikel im DempS «schrieben/ babc. Man stehe fetzt unter der Diktatur scknvarz- n> iß rot kostümiert, mit dem Hakenkreuz an der TVabne. Die Arbeiterschaft werde gezwungen sein, sich mit einem Selbstschutz zu umsschen, lolangr diese Legierung am Mhiber sei Was in Bapern h-rrsche, sei nicht Ruh: und Ottmung, sondern Anarchte-. 2er Redner verlangte zum Sd llist, daß endlich auch in Bayern wieder v-riasfungsmäßiqe Zustände l>ergestellt nnrrben und forderte auch die bürget* luden Parteien dazu auf, müuibclfen.
Die Interpellation bet Mehrheit-so;ialdemo- ftaten, in der die Rttgrerung aufgeferbert wird, c.mt Zuftande der Rechtsunsicherheit ein Ende zu tKTeiten, begründete der Abgeordnete Saenger, err babi aus führte, daß ferne Partei wohl bereit! wäre, die Folgerung aus dem parlamentarischen Skistem zu ziehen und den auf sie entfallenden Anteil der Verantwortung in der Regierung zu üfrr- nehmen, daß Tie afrr die jetzige Regierung nnv jebe ändert R« gferuna, die in der Frage der Bnfehmg« zum Reich und in kulturellen und wirtschaftSpoli- tischett Fragen nicht einen anderen Weg einsckchwe, bekämpfe. Auch dieser Redner erklärte, daß es stch bei dem Mord an Gareis um einen politischen Mord handele. Er richtete im Verfirufe feiner Ausführungen heftige Attgriffe gegen die bayerischck JusnzVerwaltung, an deren Spttze ein Mann stehe dessen Partei dem ärgsten Antisemitismus bulbige. Ministerpräsident v. Sfabr habe oft von der Versöhnung der Alafven gesprochen, aber mit nega- nvem Erfolge Das komme dah-r, ,oeck die Regie, rung >tabr nicht mehr frei fei und die Geister, bk sie rief, nicht mehr los werde.
Die Sitzung wurde hieraus auf Mittwoch, vormittags 9 Uhr, Dcrtaat. Als erster Redner wirt Ministervräsident v. Lahr morgen die Interpellationen beantworten.
Aus dem Reich».
Da» Gesetz über die «etreidebewirtscha^tmrg.
Berlin, 21. Juni. <WB., Im Reich-Sral erhoben gegen die Beschkuffe des RerchStaaes Zu dem Gesetz übr die Gerteidebewirtschattung btt Bet- tret er von Da Hern, Braunschweig itnb Sachsen Widerspruch. In der Abstimmung wurde der Einspruch mit 46 gegen 18 Trimmen ab> l<hnt." Das Gesetz kann aCo bemxäaft m Kraft hcen.
Ter Stand Der sozialpolitischen Arbeiten.
Berlin, 21. Juni. <WTB ) Reichs» tagsausschufi für Svzialpolirik bilbeten btc Gesetzentwürfe über die Aenderang deS Verficherungsaesetzes für Ange- stellte und über die Gewährung von Beihilfen an Rentenempfänger den Gegenstand der Verhandlungen. Der Reichsarbeits- -.ninifter gab einen Ueberblüf über den St and der sozialpolitischen Ar. beiten. Danach seien folgende Gesetzentwürfe fernggestellt und schon zum Teil dem Reichswirtschaftsrat bzw. dem RetchsraL unterbreitet worden: Ein über den Arbeiterschutz und das Arbeiter- recht, eine Schüchtungsordmmg ^in Lrbeits^


