Einzelbild herunterladen

51. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

Aus Stadt und Land.

Tieften, den 20. 3ult 1921.

Girre dringende Mahnung an die Oberschlesier!

Die Nothersteins.

Roman von Ertch Ebenstein. Copyright 1919 by Greiner & Comp., Berlin W 30.

durch Armenpflege oder ernste Studien. Don ah dem wußte man hier nichts.

So warm DoS Herz der schönen Magelone anfangs entgegengeflogen war, fo scheu zog es sich bald danach zurück, als sie erkannte, wieviel Gedankenlosigkeit, Eitelkeit und Selbstsucht sich hinter der blendenden Auftenfeite verbarg.

Trotzdem war sie Magelone dankbar, daft sie bei ihr im Fürstenhause bleiben durfte. 3n Srafen- eyg fühlte sie sich noch viel verlassener Wären nicht Rainers und KarolaS Kinder gewesen, die sich innig an sie angeschlossen batten, und mit denen sie sich meist in einen Winkel des Parkes verkroch, um ihnen Märchen zu erzählen, Do wäre noch seltener zu bewegen gewesen, Mage­lone dahin zu begleiten. Der Fürst war nur bei Öen Mahlzeiten sichtbar, wo eS dann nie an kleineren Reibereien zwischen Anneliese, Hertha und Magelone fehlte, so daft er sich selbst in grämliches Schweigen hüllte.

Rainer, der nur Sinn für seine Münzen­sammlungen hatte, seit er nicht mehr reiten konnte schwieg gleichfalls. Anneliese und Rüdiger wenn der überhaupt bei Tisch erschien nah­men keine Rotiz von ihr. und die Gräfin sprach mit Do nie über etwas anderes als über das Kloster St. Agnes, dessen Schönheit und Frieden sie nicht beredt genug preisen konnte. Aber ge- rade davon nahm Do wenig Interesse. Sie war einmal mit der Gräfin hingesahren, um der Aeb- affin vorgestellt zu werden, fand cs im Stillen unaussprechlich langweilig und bedauerte die ar­men Rönnen, die dort leben mutzten.

Die einzige Hoffnung, die Do aufrecht erhielt war. daft Rüdiger doch endlich Zeit finden werde.' nach MoncepoS zu fahren und ihr bann erlauben würde, dorthin zurückzukehren.

An all dies dachte sie nun, wahrend sie stumm neben Magelone hinschritt. Da machte diese plötzlich eine lebhafte Bewegung. Aus der Strafte war ein Wagen in Sicht gekommen, der sich als die Equipage aus .Wilhelminenruhe" ent­puppte. Sine einzelne junge Dame von stolzem, felbstbewutztem Aussehen saft darin.

Edith!" rief Magelone wie elektrisiert, und chr Gesicht strahlte Plötzlich. Gottlob sie ist schon zurück.Bitte, laft uns ein wenig allein, wandte Tic sich hastig an Do.Edith ist meine beste öieunbm und wir haben einander so viel zv sagen! Du kannst ja einstweilen einen Strautz Wiesenblumen pflücken. Nachher rufe ich Dich schon, um dich mit ihr bekannt zu machen."

Damit wandte sie sich der Strafte zu. auf der die Equipage mittlerweile angehalten hatte.

2km nächsten Augenblick lagen die Freundin­nen sich in den Armen.

3d) wollte eben zu dir," sagte Edith,ob- toobl unS Papa verboten hat. Grafeneag oder Fürstenhaus zu betreten, denn er ist wütend aus deinen Schwiegervater. Aber daran kehre ich mich natürlich nicht. Ich lasse mich überhaupt nie in meiner Freiheit beschränken.

bin so froh, daft du wieder da bist! Es ist zu abscheulich hier ohne dich. Bei uns gibt es nun zu allem Aerger und Streit noch andere unangenehme Dinge seit Rüdigers Heimlehr, von denen ich dir später erzählen werde. Du hast keine Ahnung, Edith, wie unerträglich ich zuweilen darunter leide. Lind immer eine freund­liche Miene dabei heucheln müssen?.'"

Dann tu's doch nicht!"

.baS sagst du du, die Lu unabhängig bist? Aber ich! 8 y

Ä.. ^rVcr der zur Zeit herrschenden drückenden Hitze leiden nicht nur wir Menschen, sondern auch unsere Haustiere. Denken wir doch daran, daft wir die Pflicht haben, unseren Gehilfen zu helfen. Wir müssen die Zugtiere beim Halten möglichst in den Schatten stellen und ihnen öfters Ge­le gen heitzufrischemTrunke geben. Die Hundehütten sind Wenfalls schattig aufzustellen. Besonders den Kettenhunden muh gerade jetzt ein reinlichesLager gewährt und häufig fri­sches Wasser gereicht werden. Dies alles sind wirklich nicht schwer zu erfüllende Forderungen. Gewahren wir den Tieren ab und zu noch ein Bad wonach wir Menschen selbst uns so sehr sehnen dann erhöhen wir ihre Leistungsfähigkeit in be­deutendem Matze.

infolge der tropischen Hitze gehen viele junge Bogel, auch Hasen, ein. Feldmäuse und Maul­wurfe verschmachten und werden vielfach tot auf den Feldern gefunden. Die T i e r l e i ch e n sind

Pah, man muft immer den Mut seiner Ucberzeugungen haben. Ohne Krach habe ich mir meine Anabhängigkeit auch nicht erkämpft Du weiftt ja, MamaS Ansichten über junge Mädchen wurzeln noch in der Biedermeierzeit. Aber ick weift, du bist ein feiger Hase na. beruhige dich nur, wir werden schon etwas ausfindig ma­chen, um dir zu helfen ..."

Mehr hörte Do nicht. Sie hatte sich gehor­sam daran gemacht, einen Blumenstrauft zu pflücken und entfernte sich immer weiter, um die Damen nicht zu stören.

Erst lange nachher wurde sie gerufen um Fräulein Ruhland vorgestellt zu werden.

6. Kapitel.

Einige Tage später erklärte Magelone mir bekümmerter Miene und taudensanfter Stimme daft ihre Xante IHrtte, die als SkiftSdamc tn Wien lebte, erkrankt sei und sich nach ihrem Be­such sehne. SS bliebe also Wohl nichts andere? übrig, als hinzufahren.

Anneliese wechselte die Farbe. 3hr Instinkt witterte irgendeine Absicht, die mit Graf Wend- loh zusammenhing

Denn als Wendlob am letzten Sonntag in Begleitung mehrerer Kameraden bagewesen war, hatte er sich auffallend viel mit Magelone de- schaftlgt. und Anneliese hatte zufällig gehört, wie dabei vom Kaisergarten im Prater die Red' gewesen war. Dabei hatte Wendloh gesagt!

DaS müssen Sie sich ansehen, Gräfin. WaS die Brüder Stone leisten, ist phänomenal. Auch ist der ganze, neu umgestaltete Bergnügungspart sehenswert. Kommen Sie nur bald, und ich prä» numeriere mich dann, den Führer zu machen "

(Sortierung folgt)

Om Hrlfervf Der Stadt Ludwigshafen an die deutsche Negierung.

Ludwigshafen, 19. Juli. Der Stadt- t at von Ludwigshafen hat in ferner heu- ' tigen Sitzung einstimmig einen von sämtlichen Par­teien eingebrachten Antrag angenommen, in dem es u. a. heißt: Der Stadtrat der Arbeiterstadt Ludwigshafen erkennt an, daft die Reichsregierung durch pünktliche Erfüllung der uns in dem Lon­doner Ultimatum auferlegten Verpflichtungen alles getan hat, um die Aufhebung derSank. Honen" zu beschleunigen. Mit umso gröberer Enttäuschung stellt er aber auch fest, daft alle Be­weise besten Willens bis zur Stunde ohne Ersolg geblieben sind. Die wirtschaftliche Ror steigt aufs höchste. Der Zusammenbruch ist ?aum aufzuhalten. Die Industrie bleibt ohne Auf­träge, Betriebsstillegungen mußten bereits vor- genommen werden, neue stehen bevor. Dazu wird die ohnedies schon unerträgliche Wohnungs- .not in Ludwigshafen durch die Notwendigkeit der Unterbringung der mit dem Vollzug der Sanktionen" beauftragten Organe aufs äußerste gesteigert. Durch daS neuaufgerissene Loch im W e st e n strömen dauernd unnütze Waren herein, -die die Kraft unseres Geldes vermindern und wich­tige Zweige unseres Wirtschastslebens gefährden Zum Schluß bittet der Stadtrat die Reichsregie- ,rung dringend, auch weiterhin unermüdlich mit allen Mitteln die Aufhebung der Sanktionen be­treiben zu wollen.

Wird nun die Reichsregierung die Gelegen- Leit waftrnchrnen. mit einer ganz entschiedenen und dringenden Vorstellung an die Entente die fommer- "che Schwüle in der Reichshauptstadt zu unter­brechen ?

IranzLstsche Machenschaften im Saargebiet.

Ludwigshafen a.RH., 19. Zuli. Frank­reichs Hauptrntttel, um sich das Saargebiet einzu- iverleiben, ist die Entfremdung der Saarindustrie. Der Einfluß des französischen Kapitals wächst dort >in bedrohlicher Weise. So versucht Frankreich dio Saarindustrie durch Vergebung großer sranzö- sischer Staatsaufträge zu gewinnen. Diese von , politischen Hinterabsichten betriebene Wirtschafts­politik ist nun soweit gegangen, daß die fran­zösischen Industriekreise in lebhafte Aufregung über die unerwünschte Konkur -- ir c n 8 geraten sind pnd energisch gegen diese Wirtschaftspolitik Protestieren. Hier zeigt sich der Saarindustrie deutlich, was ihrer harrt, wenn die Apolitischen Absichten Frankreichs glücken sollten Die französische Industrie würde fernerhin unge­hemmt die S^arindustrie auf das grausamste nie- Derkvnkurrieren.

Wieder die fchwarze Schmach.

Koblenz, 19. Zuli. In der Nähe von Siegburg wurde, wie jetzt amtlich bestätigt wird ein !9jähriges Mädchen auf dem Nachhausewege ftvn Pier Marokkanern überfallen und von zwei ^vergewaltigt. Das Mädchen befand sich in Be> igleitung eines jüngeren Arbeiters, der von den marokkanischen Soldaten zu Boden geschlagen wurde und dann fliehen mutzte. Die Ermitt­lungen nach den Tätern blieben erfolglos.

K«u^1D»arJ?)ar Magelone sehr gut zu ihr. Sie chatte es sich angelegen fein lassen, Dos AeuftereS Durch Kleider aus ihrer eigenen Garderobe und «ine Heiblame Frisurmenschlich" zu gestalten, teLfSir0*1« dieseSpielerei" sehr

Mrflusstg fand. Sie lieft Do kaum eine Minute Des Tages von sich, musizierte mit ihr, lieft sich Riefen revidierte oft stundenlang mit Garderobenschranke und beriet, was etwa mad) Ablegung der Trauer wieder in Betracht Ifommen könne, was nicht, und sorgte durch Tennis- Ipartien und gemeinsame Spaziergänge für Be­wegung. Aber all dleS bewirkte nur- daft Do »hc Dasein von Tag zu Tag leerer und einsamer ssmpfano.

Die oberflächlichen Romane, die Magelone bevorzugte, langweilten sie ebenso wie die Sva- Stergänge auf den sauberen, eintönigen Prome- mrdenwegen. Für Toiletten hatte sie nur mäßiges gntcrcnc und die Kabarettlieder und Operctten- schlager zu denen sie Magelone begleiten mußte Metzen sie geradezu ab. '

WaS sie früher wo sie soviel allein gewesen me gekannt hatte lernte sie jetzt kennen: Lanve- Weile! Sie sehnte sich nach Freiheit und Tätigkeit. «^Ctnn Si ^onrepos sorgten Frau Wenk und jScäuIein Andermat immer dafür bah ein -v.< jbcer Zeil durch wirkliche Arbeit auSgefüllt wurde Sei es nun durch Arbeiten in der Wirtschaft,

! | Heimat dem deutschen Daterlande, der ganzen I deutschen Rasse und sich selbst bewahren zu helfen! Warum solltet ihr lieben Landsleute in Gießen, die ihr gleichfalls in Oberschlesien geboren seid und euch nur wenige Kilometer von eurem Ge­burtsort entfernt habt, nicht meinem Beispiel folgen, der Tausende von Meilen hinter sich S^egt hat und doch immer noch mit glühender iebe an der oberschlesischen Heimat hängt!? Aus der Tagespreise habt ihr alle erfahren, wie schlimm es um die oberschlesische Sache steht, wie Pon Kvrfanty mit seinen französischen Zuhältern wühlt und daran arbeitet, daß unser Oberschlesien Warschau zugesprochen wird. Ihr wißt ebensogut wie ich, daß in der Heimat Mord und Totschlag herrschen, und daß die Opfer des französisch-polnischen Terrors eure eignen deut­schen oder deutschgesinnten Lieben sind.

Oberschlesier! Die Heimat braucht immer noch dringend unseren Beistand. Wir müssen zusam- menhalten, uns zusammenschlieften, und neu or­ganisieren, wo es kleine Streitigkeiten gegeben hat. Es handelt sich bei der am Mittwochabend im Posikeller stattfindenden Sitzung um eine Neu- belebung k^c hiesigen Ortsgruppe. Ihr seid be­reits durch Postkarten zu der Versammlung ein­geladen worden. Wer von euch hat auf diesen letzten und dringenden Ausruf noch den Mut, der Sitzung fernzubleiben?! Kommt alle, und seit herzlichst gegrüßt von eurem Landsmann

Dr. Friedrich A. Wyneken.

Die Grotzhandelserlanbnis.

Nack Mitteilung der Preisprüfungsstelle für die Provinz Oberhessen ist es In letzter Zeit häufig -vorgekommen, daß Beschuldigte bei den Gerichten angaben, sie wüßten nicht, daft sie Großhandelserlaubnis zu ihren Ge­schäften haben müßten. Es wird hier deshalb nochmals darauf hingewiesen, Daß der Groß­handelserlaubnis bedarf: jeglicher Handel mit Lebens- und .Futtermitteln, Tabak und Ta- bakwaren. der an Wiederverkäufer geschieht, ohne Rücksicht auf die zu han­delnde Menge. -Unter diesen Handel fallen auch Weine, .Spirituosen und Arzneimittel. Die Großhandelögenehmigung ist bei dem zu­ständigen Kreisamt. (in der Stadt Gießen bei dem Oberbürgermeister, zu beantragen. Auf den Geschäftspapieren usw. muh der Name der Zulassungsstelle mit Datum der Zu­lassung aufgedruckt bzw. aufgestempelt ein. Zum Verkauf unmittelbar an den Verbraucher ist die Großhandelsgeneh­migung nicht erforderlich. Der Erlaubnis zum Großhandel bedürfen neben dem Fa- irikanten sämtliche Handelstreibende, die ein elbstündiges Handelsgewerbe pußüben, z. B. Handelsmakler. Handelsagenten und Kom­missionäre, auch penn sie schon Handelsgericht- lieh eingetragen sind und zwar einerlei, ob sie m eigenen §>der im fremden Namen kaufen oder verkaufen, ,0b auch Handlungsgehilfen >er Handelserlaubnis bedürfen, hängt von dem Grad der Selbständigkeit ab, die sie inner­halb ihres 'Betriebes haben. Auch der Pro­visionsvertreter bedarf der Großhandels- erlaubnis, namentlich Dann, wenn er feine Reifen auf eigene Rechnung macht.

Händler usw., die ohne die erfordliche Ge­nehmigung Großhandel treiben, haben nicht nur ihre Bestrafung, sondern auch Beschlag­nahmung der gehandelten Gegenstände zu gewärtigen. Die Preisprüfungsstclle für die Provinz Oberhessen hat ihre Revisoren beson­ders angewiesen, chr Augenmerk auf Groß- handelstretbende zu richten und Verstöße so­fort zur Anzeige zu bringen.

Tierschutz bei der großen Hitze.

fick) bester kennen und verstehen zu lernen, als : dies durch die Gottesdienste allein möglich fei. 5hc gegenseitigen Bande mühten fester geknüpft, die Gemeinden müßten wieder geschlostene Ganze wer­den angesichts alt Der Anfeindungen und Zer- letzungsbestrebungen in unserer Zeit. Diese Ge­danken wurden noch vertieft und weiter aus- aeführt von den beiden anderen Rednern des TageS. Pfarrer Mahr und Prof. Schian Zwischen den Ansprachen wurden sehr anspre­chende und feinsinnige musikalische Vorträge ge­boten, ausgeführt von dem Streichquartett des Herrn Lehrer Momberger und dem Gernhardtschen Zither- und Mandvlinenchor. Wahrend einer Pause erfreute man sich am Spiel der Kinder, lieft sie Rätsel raten und beschenkte sie mit Bre zeln. die von den Gemeindebäckern in dankens­werter Weise gestiftet worden waren. Das Vor­standsmitglied Herr Riebei sprach tzaS Schluh- toort, drückte seine Freude über die durchaus wohlgelungene Veranstaltung auS und dankte allen Anwesenden für ihre Mitwirkung bzw. ihr Er- scheinen.

Bornotize«.

TageskalenderfürMittwock: Handelskammer, AusstellungDer Friedens- Vertrag von Versailles". - Drohhcrzog, 8 Ahr: Ortsgruppe des Bundes für Drei gliederung des sozialen Organismus. Kath. Vereinshaus, 8'/s Uhr. Theaterabend der Di sellschaft Giehener Kunstfreunde:Die Laune des Verliebten",Der 24. Februar". Licht, spielhaus: Das Geheimnis der Mumie. Lichtspiele: Lepain. der König der Gcntlemen elnbrecher. /

Aus dem Stadttheaterbureau Der Leitung ist es gelungen, für kommenden Sonn tag einen Abschluß mit dem Künstlerpaar ÄHke Dobbe-Raventos zu tätigen. Der Tanzabende dürfte hier dem gleichen Interesse bo gegnen. wie an den Landestheatern Gotha und Schwerin. Die Musik zu dem Gastspiel stellen Mitglieder des Kurorchesters. Der Vorverkauf be­ginnt am Freitag.

Gesellschaft der Giehener Kunstfreunde. Wir weisen nochmals auf die beute ahend statssindende intereffantc Aufführung von Zacharias Werners24. Februar' undGottc«.' ..Laune des Verliebten" im Katholischen Vereins - Haus hin, und machen darauf aufmertfam, daß die Anfangszeit auf 8l/3 Uhr verschoben wor. den ist.

Liebigmuseum Aus den am Sonntag den 24.3uli 1921 von der Gesellschaft Liebig­museum im Hörfaal der Anatomie geplanten Vortrag über Mikrochemie wird bei deren Bedeutung für Naturwissenschasi. Technik und Medizin besonders hingewiesen lvgl. Anwn. digung).

~ Das Schützenfest des Schutzenverems Gießen am Samstag, Sonntag und Montag au! dem Gebiete des Schühenhauses sieht außer Preis- schießen ein Volksfest mit Militärkonzerl, Tanz» und Vergnügungspark vor. Montag abenb. Großes Drillantseuerwerk.

Kreis Schotten.

f 2a ubacb. 19. Zuli. In der Mitte der vorigen Woche versuchte ein Gymnasiast den Tier­gärtnerteich zu durchschwimmen. Fast am Ziele kam er infolge Unkenntnis der Schwimmbahn von die­ser ab und .geriet in die ein undurchdringliches Gewinde bildenden Schlingpflanzen. Da ihm hie ein besonnenes Schwimmen unmöglich war, ver ank er. Einige Zeit darauf wurde er von an wesenden jungen Leuten mit größter Mühe bc^ wuhtlos anS Land gebracht. Künstliche Atmungs- Versuche hatten den Erfolg, daß der Gymnasiast nach einem viertelstündigen Ohnmachtsanfall wie­der zu sich kam. Darauf wurde das Baden in die em Teiche polizeilich verboten. Auch schon in frü­heren Zähren sind eine Menge von Leuten ein Opfer der Schlinggewächse geworden. Seitdem aber das Verbot besteht, haben wir, abgesehen von dem Teich des Herrn Stotz, keinerlei Badegelegen heit mehr. Die von der Gemeinde erbaute Bade anstatt hat sich technisch so schlecht bewährt, daß ie nicht mehr benutzt werden kann und jeden Vor­übergehenden ärgert es, wenn er das teure Unter­nehmen als Trümmerstätte wahrnimmt.

Hessen-Nassau.

da. Biedenkopf, 20. Juli. Die Stadtverordneten haben dem Antrag der Gemeinnützigen Baugenossen.

ch a f t auf Bewilligung eines unverzinslichen Zuschusses von i20 000 Mk. für jede von ihr ertiggestellte Wohnung einstimmig genehmigt. Auch Privatbaulustigen,dieinachweis- lich imstande sind, ihrer Aufgabe gerecht zu werden, können unverzinsliche Darlehen bis zu 20 000 Mk. gur Verfügung gestellt werden.

nicht ungefährlich, da das Leichengift durch die Fliegen auf die Menschen übertragen wird. Ein jeder sollte daher, falls er eine solche Tierleiche findet, sie sofort verscharren.

Fortdauer der bestehenden Witterung.

Wolkig bis beiter, bis auf Gewitterregen trocken, warm, nordwestliche Winde.

Der gestern über dem Golf von BiSkaya ge­legene hohe Druck hat sich über Frankreich bis nach Deutschland hin ausgedehnt, so daft wir un­ter seinem Einfluß mit Fortdauer der bestehenden Witterung rechnen können.

In dem gestrigen Bericht muhte es statt Luft­strömungen Druckstörungen heißen.

Von einem Oberschlesier von Geburt, Der sich erst seit einigen Wochen hier ansässig ge- ima^t hat, erhalten wir folgende beherzigenswerte , Zuschrift:

Oberschlesier, zu euch spricht hier ein sMann, der em ganzes Menschenalter in Arne- la gelebt hat. Meine Wiege hat in dem 'oberschlesischen Dorfe Dotzanowih. im Kreise IRosenberg, gestanden. Großes und Bedeutendes Ihabe ich bori draußen in der weiten Welt erlebt sund duichgem.icht. In dem Kolossalbetrieb der Weltstädte Aeuyori und Chicago, beim Anblick 0er brausenden Niagarafälle, am Ufer der Riesen- flrome Mississippi und Missouri, in der schaurig- gchönen Einöde des Felsengebirgs in Colorado, tunb auf dessen himmelhohen Gipfeln, im Land «SS ewigen Sonnenscheins, der Palmen-, Blumen- ^nd Orangenhaine, wo die Vögel an blauen Fei- gen und grünen Oliven naschen, in Kalifornien, bei Den braunen Kematen Honolulus, in der glühen» De« Tropenzone Manilas, in China und Ja­pan habe ich gelebt und geweilt und bin geblieben! Ueber den Atlantischen und über den Stillen Ozean bin ich 1 öurückgefahren und bin heute noch pberfcijlefier! Alles Große und Wichtige das ich durchlebt, trat als unbedeutend zur-ück vor Dem wicykigsten. größten Augenblick meines Da- 201 trat ich, wie ihr selbst, an flte Wahlurne, um durch meine Stimme die liebe

* Zum Wohnungsmangel ordnet das Landes-Arbeits- und Wirtschaftsamt an. daß auf 21 eubauten, die ohne Beihilfen aus öffentlichen Mitteln errichtet werden, die Vorschriften der Mieterschutzgesehgebung feine An° Wendung finden.

** D i e Tagegelder für Schöffen und Geschworene, die früher auf 5 Mk. festgesetzt waren und Im vorigen Jahre auf 20 Mk. erhöht wurden, während für Uebernachtung die Vergütung 12 Mk. betrug, sind jetzt mit Rücksicht auf die weiter herrschende Teuerung vom l Aug. ab auf 30 Mk, für Uebernachten auf 20 Mk. fest­gesetzt worden.

Reisen vom unbesetzten ins be­setzte Gebiet. Zufolge der Anordnung der Desatzungsbehörden müssen die Aufenthalte der Personenzüge auf den Uebergangsbahnhöfen zwi­schen dem unbesetzten und dem besetzten Gebiete zur Durchführung dgr Zollkontrolle und zur Erhebung der Zölle erheblich verlängert wer­den. Der dieser Anordnung Rechnung tragende Fahrplan tritt am Mittwoch den 20. Juli tn Kraft. Da ein großer Teil der in Frage kom­menden Züge früher gelegt werden mußte, war es nicht möglich, alle jetzt bestehenden Zug­anschlüsse aufrecht zu erhalten. Reisenden, die aus dem unbesetzten in das besetzte Gebiet fahren wollen, wird daher geraten, sich vorher zu vergewissern, ob der Anschluß noch besteht.

** Unveränderte Zündholzpreise. Der Verein der deutschen Zündholzfabriken be­schloß in feiner Generalversammlung, auch bei Aufhebung der Höchstpreise die jetzigen Preise bei- zubebalten.

" Daszweite Z i e l der im vorigen Jahre auf vorläufigeSteuerbescheide festgesehtenR eichs- einkommensteuer- auch für 1921 gültig kann bis zum 1b. August 1921 kostenlos an die Hesige Fmanzkasse l Bezirkskaffe) bezahlt werden.

** Die Freiwillige SanikätS- lolvnne vom Roten Kreuz, Gießen, rückte am Sonntag früh zu einer größeren Marfch- übung in der Richtung Wetzlar aus. In der 21ähe des Ortes Dutenhofen erhielt die Ko­lonne die Meldung mit nachstehender Uebungsaufgabe: Ein Auto ist mit einem, mit Ausfluglern besetzten Wagen zusarnmengesto- ien, wobei es mehrere Schwer- und Leichtver­letzte gegeben Hal, denen die erste Hilfe ge­bracht werden soll. Die Kolonne Gießen, un- terstützt durch eine Abteilung der Kolonne Wetzlar, löste ihre Aufgabe in muftergülti* ger Weise. In kurzer Zeit waren Behelfsvor­richtungen jeder Art zweckentsprechend ange- ertigt, Notverbände angelegt, und es konnten o, weiteren Gefahren vorbeugend, die Ver­letzten ärztlicher Hilfe zugeführt werden. Sehr interessant war die Vorführung einer Vorrich­tung, Verletzte auf einer Tragbahre zwischen zwei Fahrrädern auf schnellstem Wege zu ranöportieren, welche von zwei Kameraden der Kolonne angefertigt worden war. Be­merkenswert ist die starke Beteiligung der 2Nitglieder, welche fast vollzählig, mit Aus­nahme der für Notfälle in der Stadt vorge- ehencn Wachebesetzung, erschienen waren.

-- Die Männer- und Frauenver­einigung der Matthäusgemeinde hatte am vergangenen Sonntag nachmittag zu einem Familientag im Philojophenwald cin- leladen. Troy der vielen gleichzeitigen Teran- taltungen war der <5aai der Philosophenwald- Wirtschaft fast zu klein, um all die zahlreichen erwachsenen Gemeindemitglieder zu faßen, ganz abgesehen von der groben Kinderschar, die sich im Freien unter Leitung einer Anzahl Damen bei Spiel und Gesang vergnügte. Rektor Knauft. der Vorsitzende der Bereinigung begrüßte die Er­schienenen und führte aus, daß die Zusammen­kunft durchaus kein Fest im gewöhnlichen Sinne lein sollte: deren hätten wir ja mehr als genug. 2Han wollte den Gemeindemitgliedern vielmehr Gelegenheit geben, sich persönlich näherzutreten.