Ausgabe 
19.1.1921
 
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Mittwoch, J9. Januar 1921

M. Jahrgang

den des besetzten Gebietes buafr das Reich dos I Herzblut einzusetzen. Tod beutfdK Dolf müsse sich menschenmöglichste geleistet meib n müfh?. GS wurde wieder empor arbeiten und zur Losung all.r gri'ßen hierbei ausgesprochen, daß die Besitzer der mit Tin-1 Sulturau gaben der Menschheit dcuragen. Sei erst auartierung belegten Wrchnungen vieliach nicht der moralische Ausstieg Ölungen, so w-rde auch mehr nxagten, ihre Besck»oerten zu äubcrr, da sie der politische und winsckntlicke ntdü auMleiben.

er.

eirat für das besetzte

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Gebieten.

Deutsches Papiergeld im Ausland.

Berlin, 18. Ian. (WTB.) Aus die Frage der alliierten Mächte, wie hoch tungesähr der Betrag des deutschen P a- piergeldesimAuslande und die Höhe der seitens des Auslandes Deutschland ge­währten Kredite zu schätzen sei, wird beute scherseits geantwortet: Genaue Ziffern kön­nen weder über den Gesamtbetrag des im Auslande befindlichen deutschen Papiergeldes, noch über die Höhe der seilens des Auslandes an Deutschland gewährten Kredite gegeben werden. Es bleibt nur der Weg der Schätzung. Darnach ist die Summe des im Auslande be­findlichen deutschen Geldes und der seitens des Auslandes gewährten Kredite auf mindestens 70 Milliarden Mark anzunehmen, ohne daß dabei die in ausländischem Eigentum befind­lichen Wertopfer deutscher Herkunft berück- fidjtigt sind, die auf wenigstens 25 Milliar­den Mark zu schätzen sind. Von der Gesamte summe 'in Höhe von 70 Milliarden Mark ent­fällt weniger als die Hälfte auf im Auslande befindliches deutsches Papiergeld, der größere Teil auf Kredite, die das Ausland uns ge­währte.

mehr wagten, ihre Besäiwerten zu äußern, da sie glaubten, sich der Gefahr einer Verurteilung twacr. Beleidigung der Fami.ienangehörigcn und der Mit- g.tebcr der Besatzungstruppen auszusctzen.

(Eine Sitzung Oes parlamentarischen Beirates für öas besctzte Seb et.

Koblenz, 18. Ian. (WB.) In Anwesenheit non Skrtrctem der veifche e..en Ri..Knimiter imb der Landesregierung tagte heute der parla-

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uni l! Straft bk- ^^sLlochn -ow ähnliche Errichtungen 10en Mitten 8

!etz.

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Gebiet b im MirbSkommisar. Nah er'.leiten- ben Warten des ^ba tJfctrctä s rm RcvchSmi v

Deutsche verteiOigungsaniagen.

Berlin, 18. Ian. (WTB.) Artikel 196 des Bert raoes von Versailles gibt Deutsch land das Recht, innerhalb einer Zone von '50 Km. von der bcutfdje t Küste und auf den teutschrn Inseln au liier Helgoland und der Kieler Zonealle befestigten Werke, Anlagen und feste Seepläce" in dem Zustand vom 10. Januar 1J20 und der an diesem Tag vorhandenen Armierung zu behalten. Die Reg er mn hat am 4. Februar 1925 ter ünter- alliierten Komrelllvmnrissi'.'n ein B e r z e i ch n i s der unter Artikel 196 fallenden Werke und ihrer Armierung vo gelegt Di? Konrwlllommi^ioii hat jedoch ihre Zui.i.nmung sur Beibehaltung einrS großen Teiles cerabe der wertvoll en und mutern- sten Anlag-n versag! D '.' Botsch fe-konfne tz, rvn der deuticken Ragerung zur Emscheidung über diese Vertragsvettetzung ang-rufen, in der Kvn- trollkom-missiun kurzerhand beioeltctcn und hat dies der deutschen Rgvnnlna durch Rote von 31. De­zember m tgeteill Die Kontrollldminissian hat dar­aufhin die Aus.ieferung her nach ihrer Anpassung überflüssigen Geckstütze nebst Munitton bis zum 17. Jmruar gefordert. Die teulsckxe Rcgerung hat jetzt an die Miiris.erv äsidenten der alliierten Negierungen die Bitt« g? richtet. di' AnTelegmteit auf der bevors'ehendeir Tagun.g b s Obe sten Rater einer Nockstprüftmg zu uniertelyen Ziglcickst ist die Kontrollkomm ssi->n gebeten morden, bic Aus- forderuirg aus Auslieserrng des Materrals bi< zur Entscheidung des Obersten RateS zurüMistellen.

Tiefe Hoimung könnten wir ober nur dann verwirk­lichen, wenn wir schwere innere Erschütterungen lx'rmeiden und uns ehrlich aus den Boden der Tal- achcn stellen mürten. Laut und deutlich müsse c8 ausgrsproclten w.rden, daß auch der badis-he Land­tag einmütig unb entsclieden sich zum Rci.l>sg dan­ken stelle. Zeder Vcisnckst der Untergrabung der beuifdyn Einteft, svoher er auch kommen möge, würde entfdjicben zurückgewiesen werden Unsere ganze Kratt wollten wir einsetzen zur Erneuerung

Ur. 15

Der Ä-ebener Anzeiger .rscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. ssI»na'Uche Serng«vre se: rb. 4.25 tinlchl. Irfiqer- (oln, durch M* Post .(Rfc. m, - einlchl. Bestellgeld.

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Gießen, den 19. Jan. 1921.

JnderLandes-Univerflrck. wu'de gestern früh aus Anlaß des 5 0. Ja h red tag A der Reichsgründung ei e a ab murtje M-er veranstaltet. Rach dem feierll^n Emjug t«> Lehrersckaft und einem Thor aus demMesttaS : betonte Rektor Prof, von Widert taß «e reaung zu dieser Veranstaltung von bet ,^'bent^ sttast einmütig ygcoen worden in, °lS Zeugm» für die deutsche Geivmuny bie ^n Jeu'd uns rauben könne, ^araui ngrifl P r o Ro l o t s Dort^ der schon einmal vor 10 Jahren an tev

lerium des Innern Exzellenz Lewald, bei der Bc- beirhrng des 18. Jam.ar für biä Te.'.tsckte Reich gedachte unb b.e neuen Mitglieder begr. ßte, r.» startete der Rerchskommis'ar für die be etz en riet* nisclten Gebiete v. Starck den Bnich: Ü e. die Ta- tigteit des Riiclrskommri 'ars i n oe gmigcncn Fr e- dens abr unb über die jetzige Lage in den besetzten Gebieten. In der folgenden Ans'v ache wurde zunäM die Norwmdrgk ic enter baJbigen stellung des Personenschätengesetzes behandelt. Der Vetttreter des Reick^.nir.tt »rann4 bei Innern er­klärte, das; der Gesetzentwurf mit allen Mitieln ge­fördert würde, da es das Reich als er-ie (Sirren» pflicht an sehe, den Personen unb den An ^wn^en von Personen ausreichende Hilfe zu sichern, bte rn- ,folge der Besatzwrg Sclr^dm an Leben unb Ee unb- heil genommen haben. Emen sehr breiten Raum naünnen die Klagen vieler B.nrLte Über die Hebel­griffe nnO Lasten der Bnatzung ein. Es sei nicht besser in dem besetzten Geotet gertwrden, sondern die.Verhältnisse Hütten sich verschlech eN. Es wur­den verjchtedene graoierei^de Fälle vo gbnadü. Ter Reichskommissar sagte zu, daß er b.t der Rhein- lairdkommissicm vorstelltg werde, soiaid chm bie nötigen Unterlagen vorli^gen würden Tiz ici- maidmännische Ausübung der Jagd be ontkTd im Taunusgebtet gab zu der Bcchvchtun^ Anlaß, das, der dortige Rotwild^td tn_iuryr Zeit ver­nichtet sem werde. Auch hier hofft der Reichskom­missar zu einem Uehererntommen mit den Bc- 'atzungsbcHörben kommen zu können. Emen breiten Raum m den weiteren Verhandlungen ncchm bie Besprechung ber Verordnung Nr. 64 der Rheinlandkommisnon betr. Bestandsaufnahme bet Hilfsmittel für militärische Zwecke ein, die eine nicht geringe Erregung in der gesamtm Bevölkerung der be setzten Gebiete hervorgerusen habe. Tie brückende Wohnungsnot und die Notwendigkeit einer erheb- tidym Steigerung des WohnungslKw-es in dem be setzten Gebiet wurde lebhaft erörtert und gab zu Wünschm an bie ReichsvermögensVerwaltung an*

rm. Darmstadt, 18. Jan. Die s-eter der 50. Wiederkehr des TageS b-*r ReichSgrün - düng wurde gestern abenb durch eine festliä^e Acranstattung im Landest^ater, ebe iso durch b e Hess sche unb Teutsä-e Bollspart i ttie ii h b.-gun- gen. Eine ganz beroor.egenbe Fest1ich.'eil hatten Rektor imb Senat der Technschen Hochschule veranstaltet. In großem Äutzuge beteiligte sich die ganze Studentenscla t In b r üb ichen Weile batten sich bte Angehörigm des Lehrkörper- unicr Vorsitz von Rektor unb Senat und die Vertreter des Ministeriums unb samtlickrer öifent.i er B - Hörden in ben roeiten Räumen der Aula eiugefun- ben. Tie I-estrede hielt Geh. Hofrat Prof. Dr. A. E. Berger. Ter Reltor gab eine An-ahl Ehrungen unb Stiftungen bekannt. Die Lt i* beitenfdxxfl bildete durch ei en neileren Aufmanch durch bie Straften der Stadt einen imposanten Abschluß der Beranstaltung.

fd. Frankfurt o. M., 18. Jan. Die Reichsgründungsseier wurde in Frantturt, der Wiege des Gwß-D7utt'ch.-n EinheitsgedwitenS, von zahlreichen Körperschaften unb politischen Ver­einigungen festlich begangen. Den Austak! der F-st- üd)feiten bildete am Sonntag eine große Kunb- gebui:g ber Teutfdnati. Vollspart i rm Schu­mann! Heater. Die Demokrat-sch? Partei fcgmg am Montag bie Feier im Zoologischen Garten. Ein besonderes festliches Gepränge trug die Feier in der, Universität. Hier sprach Prof. Dr Ernst Meyer m lichtvoller Rede über bie Id« der Einheit im Lichte ber Macht, des RechtS und der Gewalt. Tiefen Eindruck erweckte das Be'enntnis des Ver­treters der Studentenschaft zur Einheit der Hoch­schulen unb des Volkes. Eine große kirchliche Feier vereinte am nachmittag Tausende von^Mit­bürgern in ber historischen Pauls.irche wo Ser Br l). Bornemann bie Jestvvedigt hielt. Die katholischen Mi bürget begingen bie ErinrerungS- feier burch eine Massenversammlung im Saa bair Die beutt'che Bolksvartei feierte den Tag durch eine Kundgebimg im Zoologischen Garten in he re» Miltklpun't die Festrede des 9leid^ ag.aby^rtNi neten Geheimrat Rießer stand.

fiitbuftriegcbieten bat.

Bis gegen Mitte des vergangenen Jahres ! eften sich bie hierdurch sowie durch die ständigen Lohnforderungen herbeige, üheten Erschwernisse knrrck eine (Erhebung der Verkaufspreise ber Er- ininnrfi'e ausgleich.'n, auch bot die Ausfuhr infolge des schlechten Standes ber beutschen Valuta nod) mancherlei Gewinnmöglichkeiten, welche ausgenutzt werben mußten, schon um die ins Riesenhafte rfriebenen Unterhaltungslosten ber Werke zu be* ftceitcn. Seit Mitte des vergangenen Jahres er» »Igte erst langsamer, bann schneller, ein Preis- abbau, der im Inland zum großen Teil durch 'taattiche Eingriffe, im Ausland überroiegenb durch einen Rückgang ber Konjunktur auf dem ganzen Ktltmarkt berbeigefübrt worben ist Lllle Gegen­stände des Bedarfes waren eben durch die fort­gesetzten Preisansoannungen so teuer geworden, tati sie nickst mehr oder nur nod) im abiotut not* pcnbigen Ausmaße gekauft werden konnten. Tas L)irN'chaftSleben lief sich allmählich tot, die Be­schäftigung der Werke ließ nach mid hörte zum Ieü ganz auf. Nickst aber hörte auf das Bestreben brr Arbeiterschaft nach ständig höherer Entlohnung, bem indessen seitens der Werksbesitzer, solange und io weit es noch irgend angängig war, Folge ge» i*iien wurde, um das Wirtschaftsleben vor noch toivereren Störungen zu bewahren. Es ist aber Dor, daß die beiden Bewegungen, nämlich die ab* oörls gehende der Verkaufspreise und die auf» oärts gehende der Löhne und Unfioften sich in einem Schnittpunkte treffen mußten, welcher eine Krise bedeutete. Dieser Zeitmmtt ist jetzt gekommen und bi? Krise ist da Tie Arbeiter,chast, wirtschaft­lichen Belehrungen an unb für sich schwer zugäng­lich, kann unb will sich nickst an den Gedankn «wohnen, daß die deutsche Industrie die Bankerott- mrtschait des Reiches und der ßänber nicht mit» uneben kann, wenn damit nicht die letzte Stütze hon dem schwankenden Bau unseres Vaterlandes entfernt werden und dieses vollständig zusammen- biubcn soll. Während auf ber einen Seite unsere temiische Industrie um ibue Existenz ringt, wird auf ber anderen Seite gestreikt, als ob man noch hnmber welche Güter zu vergeuden hätte. Ist durch vernünftige Belehrung, wie es scheint, hier nichts ja erreirfjen, so wird die Arbeiterschaft sich eben ballen lassen müssen, daß sie mit denen, die fe durch Sch idinung zu zwingen meint, selbst die ernstesten Schäden erleidet. Das ist von jeher der L-rus ber Welt gewesen und wird auch in dem Spiel, «Iches sich migenblicklich in unserer engeren XXimat zuträgt, nickst anders endigen. Es wiro sich rub mit Gewalt hieran nichts ändern lassen.

WLstichen Ixnm man mir, dav siä» alle Str arte kör- Mrlicher u. geistiger Natur halb wieder zu gemen;-* icmer Arbeit zusammenfinden, um un erer beimi* scheu Industrie für die zu erwartenden normaleren Seiten wieder b:n bescheidenen Platz zu erobern, bet sie Dottern inne hatte. Hierzu wird auch ba* Krick helfen müssen, indem es an die Wieder- ernführnng bet Ausnahmetattse Tür ücÄ Lahn- unb D.llgcbiet herangeht, um nnGeg^' gewicht gegen bie maiienbaft wieder nach Teutid? leib hereinftrömenten billigeren, weil heueren laoidserze zn schassen. Geeignete Schritte nach bietet Achtung sind bereits getan unb erscheinen nicht

laß. Ein Vertreter des RrickLschitzministeriums ent­wickelte die Tätigkeit der Reichs vermögensverwal-- tung auf bem Gebiete des Entschädigungs-, Re- auisittons- unb Wohnungsbauwe'ens. In ter nach­folgenden Aussprache mürbe zum Ausdruck gebracht > ge enübcr ben un-geh u en Nöt n und e n t u d) die Forderungen der Besatzungsarmcen verursach­ten L^hWiatelenb ix bat Städten imb Gewsn-

tkeller.

Rner-F<*ank,ud ;i8delEtohei«»«d,nk

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ilu» dem Ueiche.

Der NeichStag imb Die otersthlesische Drage.

Berlin, 19. Jan. Sämtliche Par­teien des Reichstags mit Anstnahme der Unabhängigen unb Kommunisten haben eine Interpellation eingebracht, in der die Reichsregierung gefragt wird, was sie zu tun gedenkt, um die Wiederherstell-ung ber öffentlichen Sicherheit in Oberschle- fi-en herbeizuführen, der durch bie Ansamm­lung polnischer Truppen an der oberschlesi- schm Grenze geschaffenen Gefahr zu begegnen unb bie in bem Abslimmungsreglenient für Lberschlesien enthaltene Benachteiligung ber deutschen Abstimmungsberechtigten zu be­seitigen.

Berlin, 18. Jan. (WTB.) Wie ver- lautet, wirb der Reichst ag, ber am Mitt­woch wieder zusammentritt, mit Rücksicht au die Landtagswahlen zunächst nur bis zum 4. Februar tagen unb bann bie Sitzungen voraussichtlich am 23. Februar toipber auf- nehmen.

©ine Abstimmung des deutschen Eisen- bahne werbanri es.

Berlin, 18. Januar. (WTA.) Der Deutsche Eisenbahnerverbanb, bie größte ber im Sechzehnerausschuß vertretenen Organisationen, hat am 18. Januar seinen erweiterten Borstanb erneut nach Berlin be­rufen. Nach einem umfassenben Bericht ber Vertreter bes Sechzrhnerausschusses über ben Gang ber Verhandlungen unb über bie großen Schwierigkeiten, die neue Verhand­lungen zur Unmöglichkeit machen, wurde be­schlossen, ohne Diskussion in geheimer Ab- sttmmung zu bem VerhanblunAsresultat Stete tung zu nehmen. Don ben <4 abgegebenen Stimmen waren 51 für Annahme bes Berhanblungsergebnisses, 20 für ben Streik, unb brei Zettel waren unbe­schrieben. Damit ist bie Entscheidung gegen den Streik gefallen.

Koblenz, 15. Jan. (Wolff.) D^e Rheinlandkommission hat durch Verordnung 67 die Bestimmungen über bie Aus­stellung von I agdwaffenscheinen neu gefaßt. Darnach ist ber Besitz von Jagd­waffen erlaubt, wenn die deutschen Be­hörden dafür einen Jagdwaffenschein ausge­stellt haben. Zuständig sind der Landrat, der Oberbürgermeister oder die entforcdienben Be­hörden am Wohnort des Antragstellers. Mr Personen, die im unbesetzten Gebiet wohnen, gilt.einer der Kreise, wo sie die Jagd ausüben wollen, als Wohnsitzkreis. Erlaubt frnb Schrotflinten .mit ein, zwei ober drei Läu­fen, Kugelbüchsen mit ein, zwei ober drei Läu­fen, gemischte Gewehre für Schrot- und Jjtuz gclschuß (Büchsflinten mit ein, zwei ober drei Läufen), Rcpetierbüchsen und Flobertbüchien. Nicht erlaubt sind Büchsen, deren Schluß­weite 300 Meter übersteigt und solche, die dasselbe Kaliber haben wie das deutsche Militärgewehr. Einem Jäger kön­nen zwei Gewehre bewilligt werden. Die Aussttliung der Waffenscheine wird von den Kreisdelegierten überwacht. Diese können im Falle eines Mißbrauches die Waffensck>eine und bie zugehörigen Munitionskarten für. un­gültig erklären unb bie Zahl ber Scheins be­grenzen. Nicht genehmigte Waffen sind von deutschen Behörden in sichere Verwahrung zu nehmen. Der Kreisdelegierte kann dem Eigentümer für eine begrenzte Zeit gestatten, die Waffen für eine besondere Jago zn ge­brauchen. Der zweite Teil der Verordnung enthält Bestimmungen über bie Beförberun; von Waffen, Munition und Kriegsmaterial. Diese Beförderung ist nur mit Genehmigung einer ber in ber Serorbnung näher bezeich­neten alliierten Stelle: möglich. In einer Liste ift angegeben, was als Kriegsmaterial angesehen wirb.

Lubwigshafen, 18. Jan. Dre bie Pfälzische Post" melbet, wurde das Erschei­nen derFrankenthaler Zeitung" aus bie Dauer von brei Tagen verboten.

Zum Streif in Wetzlar.

Ans Wetzlar wird un5 geschrieben: DaZ Lahn- unb Dillaebiet ist zusammen mit xen Siegerland in ter Vorkriegszeit jahrzehnte- ' '-ig als Notstandsgebiet im stach lichen Sinne e^eirijnet motten, weil die dort ansäs ige Eiten- -irCmfhne <Be gbau unb Hüttenindustri') ihr Leben nur mit Hilfe von Notstands anfen fristen konnte. -xtdw ihr bte Eisenbahn Vermattung gewährte. Es 5et dieser 3nbufhrte einen 2'>jährigen Kampf oc­to tet ri880- 190')) bis dftft Nolstandstarift für (hi unb Kvhlen in einem Maße gewahrt wurden, «8 von einer einigermaßen gedeihlichrn Entwick­lung ber Derk? g7sprochm mn-bn könnt?. Langsam ?nq es aufwärts, bis der W'i krieg bie wirtschaft­liche Lage wie überall in D.ntt ckland, so auch an I*ebn und Dill, auf den Kopf stellt?.

Ter Grund dafür, daß sich unsere Schwrv- retaflrit niemals mit ter Mübmten gleicharttgen l-nt-uftrie in Rhnnland und Wcktfalen bat ver-

-ichen können, lag rn ter ©erin^roertigfrit ber (fi'enrne. au' denen sie aufgebaut ift imb in ter telhältniSmäßig großen Entfernung ber Kohlen rin ihren (Jrj unim^ftät cn, Nachteile, welch? nur ntJtbürftiq durch die erwähtiten Notstandstarife u^eglichen wuiten, so daß man sagen kann, . die Industrie des Lahn- unb Dillgckietes von Hber Wnabe ter Eii'mbahn lebte. Mangels dieser r ß^Hitwickelungsmöglichkeiten ist dte Bevölterimg un- irrrt OJeateW vortem und auch bis heut' niemals ' ?ite eifsentlich? In ustr cibevölk tung g-ltrfat, son- : bem eine halbe Landbevölkerung gebli.ch.u, bereit itehnsätze sich ihren »erinneren Lerstuigen gegen- iiüber denni ter Industriearbeiter notwendigerweise iwpassen mußten, damit die hiesige Industrie über- birmt bestehen konnte. Hieran ändern auch die Der» bLtnismäßig wenigen von auswärts zugezogenen te men Jiärnstriearheiter nichts.

Der Krieg hat htertn, wie gesagt eine voll- ftänbige Aenderu^ig herteiaefuhrt. miofern, als er irotge der Blockierung alles inländisch? Material tegeho-n-werter mackch? unb demnach auch die Er- ira n sse ber b; fig n Sckzve in u. sEisene je und * ireiierjeugiirfo im Preis' fo Itetaerte, daß den hie- sitienAweitetn erheblich hch re Löhne bennifigt wer­ten konnten, die mit ter Z.tt das sonst hier gewohnte öohnnioeau überstiegen und eS mit demjenigen .-reterer Industriegebiete gleichstellten. Tie all­gemeine Verteuerung, die insbesondere die Zeit nach dem November 1918 mit sich brachte. Der- citafete aber auch die Eisenbahn verwalt ung zurAus- bebung aller .Ausnahme- und Notstandstacife, so bafi heute unser Lahn- und Tillgebiet keinerlei Urteile mehr in dieser Hinsicht vor allen anderen

Die $eier der Reichrgründung.

Eine Sitzung des badischen Landtags.

Karlsruhe, 18. J<m . VTB.) Ter ba­disch e Landtag vielt an.äßlick des ufJiabagen Jubiwums ter ReickBAründung in ber Kammer teute nachmfttag eine jcieriixte Srtzung ab. Prasi- | tent Kops führte in ber Festtede u. L aus, das deutsche Volk sei fest entschotsen, die Evcheit des | Reiches tu wahres, usd wam nälia, baue V&Ä

unseres Vaterlandes.

Dr. Simons zmn 18. Januar.

Köln, 18. Jan. (Wolff.) Zum 18. Ja­nuar schreibt ber Minister des Aeußeren Dr. Simons in berKölnischen Zeitung":

Wenn bte Neichsregierung empfahl, bie fünfzigste Wioderkchr bes Tages ber Reichs­gründung nicht ohne ein Gebenkwort vor­übergehen zu lassen, so wollte sie darauf Hin­weisen, daß das deutsche Volk, bas am 18. Ja­nuar 1871 nach langer Schwierigkeit einig wurde, auch jetzt noch dasselbe ge­einte V o l k ist, daß ber Staat, ben wir heute gegen so viele äußere und innere ^Gefahren verteidigen, durch ben Wechsel seiner Ver­fassung nicht seine völkerreckitliche Persönlich­keit aufgab und daß die Entschiedenheit, wo­mit wir uns zu der neuen Staatsform beken­nen, im Zusammenhang mit den Werken un­serer Väter nicht zerreitzt. Durch den Frie­den von Versailles wirb unS ein grö­ßerer Verzicht auferlegt, ben bie gegenwärtige Negierung innerhalb ber Schranken dcS Mög­lichen auszusühren entschlossen ist. Die Füh­rung des Reiches muß beshalb jede politische Methode ablehnen, die mit diesem Programm in Widerspruch stehen würde. Es gilt, ' die geistigen Waffen zu schmieden, bie den inneren Zusammenhang der Reichsdeut­schen mit ihren Brüdern jenseits der Gren­zen und jenseits der Meere verteidigen. Groß ist die'Gefahr, daß die unaufhörlichen Reh- billigen, bte aus bet Besetzung der Rheinlanbe entstehen, zu gewaltsamen Entladungen füh­ren könnten. Aber nicht in solchen Entladun­gen zeigt sich die Treue zum Reich, fonberU tm zähen Festhalten an deutscher Art und im festen Vertrauen auf den Tag derVe fre i- u n g , damit, wenn er kommt, das Rheinland nid)t zum Zankapfel zwischen ben Ländern Westeuropas, sondern ein festes Glied des Reiickzes und zugleich der Vermittler eines friedlichen Verkehrs mit den Nachbarn werde.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

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