dklSen et/Cfe imb tet her «gtefdüen Wegaifetf qesproihen f-attc. In eindrucksvoller Sachlichkeit führte er inigeftöh: folgendes aus: Bon jeter stand das beittfdH Leben unter dnn Zeichen der Arbeit imb aus allen trüberen Zusammenbrüchen tat es sich wicker erholt durch Arbeit. Einen Be - gleich "hält unser heut'gir Zufarnd mit dem nach dem 30i ädrigen fttrg oder nach 1896 nickt aus. Wir find heute überall unterlegen, nicht wie 1648 nur teilwi e, wir sind heute völlig vereinsamt nick! wi' 1896, wo England noch ein nnversöhn- sicher G.gier Bmravart?s war Und wir haben heute keinen Ausblick mehr in die Zukunft unterer Politik, feine Freiheit nnchr, kein Eigentum für jeet und aut Kruge Zeit hinaus Aber wir haben vor jenen Zeiten etwas voraus. Mögen die Feinde uns mich die Freude zu leben genommen haben, den Sins» aut unsere Geschichte können sie uns nickt nehmen, den Stotz aut den Aufstieg nach 1648 und auf den nach 1815 und vor allem aut die Neichsgründung. 1871. Schon deren Do - geschickte zwischen 1815 und 1870 i’t erne T-ot gewesen. Michi als reife Frucht der Böl'erschlackt fiel sie uns zu. Es war das Ergebnis HartCT langer Kämpfe nach innen und schme^'rcker Erkenntnisse rack außen. Muhte dock her Eigensinn der Kleinstaaterei innen und dte Anmaßimten der äußeren Mächte Dänemark, Engta'd Rußland, d e im Teutschen Bund Sih und Stimme hatten, unterdrückt werden Stotz sind nur auch aut die außerordent.'icke wittsckoflli.he und k ilturelle Le - stung der 40 Friedens,'ahre. Und wenn im Ausland ein Zerrbild non unserem öffentlichen Leben verbreitet 'wird, so ist es nickt erklärlich, wie man gegen ein angeblich so mürbes Volk zwei Drittel der Dell ausbieten mutzte, und wenn man i m einen jc-lcken Frickers-ert ag cuiedrgte. Deutsck- land Töt aber Freil)eit und Gerecktigkerl für die kleinen Staaten durchgesetzt gegen die Groß- mätfifc England und Rußland Der V stkerbnnd, die Posse, die beute -gespielt Wrd, ist tum bestem Beweis dafür, daß mit Deutschlands Untergang auck Freiheit und Geneckt igteit aus dem internationalen Leben schwinden. C-jegcnüher den Vergewaltigungen der Entente — man denke an -Bortu-, IKal, den Handel der Neutralen usw. —-■ die nock andauern, ist die einmalige Notbilfe Deutschlands gegenüber Belgien nanu -imbedeutend Voraussetzung einer wrckiaMen Auflehrung gegen die Entente ist die Ei ligkeit und die Erfüllung- aller Deutschen mit den geistigen Kräften und mit dem Bewustsein dieser Kräfte. Denn wrr haben die Aufgabe, Geracktigteit imd Freiheit in unserem Sinne eines Völkerbundes in her Welt zu vertreten. Wi- ntüssen -zimöchft alle deutschen Stämme mit dem Gefühl der Zusammengeböttgkleit CT füllen. Posen, Westpreußen, Oberschllesie t sind uns re nächsten Ziele Aber klar müssen wir uns fein, daß big wenigsten Deutschen heute dichen Ernst besitzen. Ja, viele säen Zwirtracht und arbeiten der Entente in die.Hände. Vies-' auch wollen Neues, aber wissen nicht, ob es gut rtt und tote es ein» ruführen ist. Erne gefährliche Flut von Projektenmachern ist hockgesck wollen Sr- ist nickt anders ui überwinden als durch Ueberw ndung> jenes Zwiespalts und Umwandlung des Geoenein aniderarbei- tenS in einen Wettlauf ihm die Förderung bCT Allgemeinheit So wird die Einigung ein Beweis für die Tüchtigkeit nmfetvr Ideale und zugleich'der Grund, aus dem wir neu bauen können Wie sin den Zahr-ehnten unsenes Aufftvges die Akademiker geführt haben, sollen sie auch fetzt im Glauben Ian unsere Größe im Unglück Vorkämpfer der Einigung fein und sich des Schwersten würdig CTwei'en, das Sterblichen bes-chicden ist, nicht zu sehen und doch zu glauben.
Die begeisterte ZustÄNnrimg der Studentenschaft war ein Gelöbnis und das Halleluja aus dem „Mcsms" sck'oß die Feier.
Am Abend vorher wurde als Festvorstellung der Studentenschaft ßm Stadttheater Goethes „Goctz von BerlichingeM" gegeben.
Der Fackelzu a der Stu den ten- schäft zum Bismarckdenkmal mußte gestern des stürmischen Welters wegen an-gesetzt werden. Er findet voraussichtlich am Freitag statt.
RetchsgründungsfeierderBur- schen schaften. Ein schon lange nicht mehr gesehenes Bild bot sich der Gießener Bürgerschaft am veogingenen Sonntag: Fahnen wehen, bunte Mützen leivckiten — eilt forbenprächt-ger langer Zug. D« Marburger und Frankfurter Bu rschen scha ften besuchten die Gießener; und sie fe'erten int Philosophenwald den 50 Shrigen GründungStag des Deutschen Reiches. Der Spreckeer der hiesigen Burschenschaft Ee Nv^nra begrüßte die zum ersten Male nach dem Weltkrieg zu festlicher Feier versammelten Marburger Burschenschaften und besonders die alten Stra ßburger Sur* schenschaften, die in Frankfurt ihre neue Hei- Imat gefunden haben, ferner Se Magnesi enz den Rektor der LandeSunivCTsität Gießen, bi' zahlreiche Dozentenschaft und den Vertreter des Offiz'erkorps.
Der von Herrn Bru chhäu ser (Germania- Gießen) vorgetragene Prolog brachte zuM Ausdruck, was alle Herten bThrgt: Wehmut und Hoffnung. Diesen Gedanken führt der erste Festredner des Abends, Herr Jmhäuser (Germanin-Meßen), weiter aus Er wies hin auf des Deutschen 'Reiches Vergangenheit und Gegenwart. Seine He-rlvßkeit eröffnet imb besckckllßt ein Versailles Doch könne und dürfe Deutschland nicht auf ew g seinen Platz an der Sonne verloren haben. Die Geschichte kenne keinen Stillstand, sondern ir.tr rin Auf und Nieder. Auf ein Jena und Auerstüdt 1806 folate «in.1813, und das sei unsere Hoffnung Diese Hofftrimg js-irnt Willen und zur Tat werden zu lassen, mfa'se Aufgabe des ganzen deutschen Volke?, vornehmlich aber seiner akademischen Jugend werden. — Die Burckimschafterrede frc(t Herr Nikolaus lAlcnmnnia«4Aießech Er rief den Geist der Urbursck-mschaft ins Gedächtnis -zinück, erinnert an die Zeit ihrer Verfolgung, an die zahlneichen Opfer, die sie freudig gebracht, wie sie sich trotz aller Hemmungen und Parteiungen immer wrTer um- den nationalen Cinhei s edan"en geschirt habe Die deutsche Gescknckite sei hurschen^chaftlicke Geschichte. und deshalb hätten fv ein Recht, den 50jährigen Gründungstag des einigen Drutsckrm Reiches, das doch der Traum! der bursckienschäft- lichen Jugend war, zu feiern. Auf^-abe der Burschenschaft werde es sein und bleiben, hntte mehr denn je ihre Mitglieder zu deutschen Männern zu erziehen, damit sie Führer thrrs Volke? werden — Dann wurde nach Absingen de? Burfch.msckaftcr- liedes nach althergebrachter Sitte der feierliche Landesvater gefaxten — In einer Ansp alle gab Se. Mag -.if ce.rz der Rcktor der Ludivi iana Pros, von Eicken der Hoffnung Ausdruck, daß wir in nickt allM ferner Zeil wieder ein schöneres tinb freieres Vaterland haben werten Das zu erwerben, müsse sich die akademisch^ Jugend zur Aufgabe mxtdnen, nicht Zuletzt die beutfefx Birschm- ßchaft. Ihr gebe et die Mahnung, il>re Mitglieder yi deutschen Mannern zu erziehen, die auch ihr cm
Volke Wegweiser und Fühver sein könnten, imb sich nickt abzu schließen von den übrigen Gliedern ihres Volkstirnrs. st.—
D i e Deutsch-nationale Volks- Partei feierte gestern abend die 50. Wiederkehr des Reicksgründungstages. Im Mittel- mmtt der Feier stand die Festrede des Pfarrers Beith aus Fvankfurt a. M., dessen Worte leb- ha testen Anklang sanden. Er führte ungefähr sollendes aus: Eigentlich muß uns ot? Lust zu diesem Fest fehlen, denn der Tag. der unter alstm Feiern der schirrste hätte sein sollen, ist vcrdüstett. Das Reich ist nur noch eine Sckeingröße. Was im Reick Aeschieht, bestimmt dir Wiederautmackungskommis- non Wir sind Knechte und Arbntnehmer' unsere Arbeitgcker sind England imb Amerika. Ja. das Elend ist so groß, daß eS v«laicht den Ansch'in haben könnte, als feierten rott, um einmal in Erinnerungen den Druck lv? zu nrrben, der unser Leben teschwert. Aber daß wäre unehrlich Klarheit, Erkenntnis des Elends ist das Gebot. Wir müssen wissen, daß und wie sehr wir krank sind — um gesund wtede t zu können. Zweimal taucht frühe der Name Versailles auf: einmal als Ort der Reichs gründung und dann als Ort des Friedensvertrages. Wir wiffnr durch dve'en Vertrag, was wir rnt Reich an Glück und Ehre tefefen haben, fetzt wo die jammervoll? G-genwart uns anpackt. Franzo'en am Rhein, im Osten polnisches Pack, reine Flotte, kümnrerlich' Reste dte Heeres, keine eigen? Fahne mehr: so sieht es mit dem heutigen Reiche aus So bedeute der Tag heute eine Totenflage um das einige Reich, um das Kaisertum. Eine Toten klage aber, aus der das Helden Motiv aus steigt, daS wir Deutsche vor allen Völkern voraus haben. Von Armin dem Cherusker, bis zu Jmwelmann und Richthofen klingt es durch die deutsche Geschichte und singt von Aufstieg noch aus jedem Zusammenbruch es heißt „Einheit". Als die. Probe der Weltgeschichte kam, versagt? das Volk. Von Schuldfrage ist keine Rede. Wir haben es nicht nötig, vor den Fräcken uns zu erniedrigen. Bor uns und vor die Nachwelt müssen wir uns stellen wie wir sind, und wollen aufrecht vor der Geschichte stehen und bekennen, daß wir den Grund zur Einheit und Einigkeit verloren haben. Daß wir den Blick erstreik nicht gelassen haben, daß wir in Phantastereien uns verloren wie ehemals die Hohenstaufen sich an Italien verloren haben. Daß sie unfähig warm, fremden Einflüssen Stand zu hatten. Und dann gibt es einen Rettungsweg heraus in neues Wachsen. Schon immer war das in unserer Geschichte so, und es wäre unausdenkbar daß unser Volk mit seinen vielseitigen Kultur- fräften so ohne weiteres seine geistige Schöpferkraft verloren hätte. Der deutsche Geist ist nicht zu knebeln, wenn auch den französischen Staatsmännern 20 Millionen Deutsch! zuviel in Europa sind. Da die Weltgeschichte unberechenbar ist, so heißt „bereit sein" unsere Losung. Und schon geht es vorwärts. Die Selbstbesinnung kehrt zurück. Besteht ein Deutschland auch nicht mehr in feinem Thron und Reich, es lebt in den Herzen der deutschen Menschen und wächst aus Gemen Kreisen wieder zur Größe durch Arbeit und Einigkeit. — Die Versammlung fang dann das Lick JD Deutschland hoch in Ehren". Die Feier war durch zahlreiche musikalisch; Darbietungen, Sieber und Deklamationen recht stimmungsvoll. Die verschiedenen Beteiligten wurden mit reichem Beifall belohnt.
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Grünberg, 17. Jan. Zur Feier ber fünfzigjährigen Wickertehc des Tages der ReichS- gründung hatte sich am Sonntag die Ortsgruppe Grünberg der Deutschen Volkspariei zu einer würdigen Feier versammelt. Karl Gg. Jöckel begrüßte die zahlreich mit Damen erschienenen Parteimitglieder und Parteifreunde. Don besonderxr Bedeutung war der Vortrag des Abends von Pfarrer Schmidt. Durch eine Gegenüberstellung der Ereignisse vor 50 Jahren und jetzt schilderte der Redner, was unser Volk am allen Reiche besessen und was wir verloren haben. Unter Kennzeichnung ber Not von Volk und Vaterland forderte er auf, alle Kräfte anzuspannen, daß unser Volk wieder zu der Höhe emporkomme, die es vor 50 Jahren inneaehabt. An Hand der Geschichte des deutschen Volkes zeigte der Redner Wege, die wieder zum Aufstiege führen könnten und ermahnte, das Ziel, Volk und Vaterland wieder auf die alte Höte zu bringen, niemals aus den Augen yt lassen. Das weitere Programm dte Mercks bot musikalische und gesangliche Vorträge, bei welchen Lehrer Roth mit einem Quartett sehr beifällig aufgenommene Volkslicker vortrug. Ein vorzüglicher Tenorist aus Frankfurt a. M. erfreute mit einigen Sologesängen und brachte hübsche Trompetensolos unter Klavierbegleitung zu Gehör. Tie ganze Feier nahm schönsten Verlauf.
)( Ort en berg, 18. Jan. Auf Einladung der hiesigen Ortsgruppen der Deutschnatio- nal en, der Den t schen Volksparte i und der Deutschdemokratischen Partei ver- sanrmettm sich gestern abend um VeS Uhr zahlreiche Männer und Frauen von hier und den Nachbardörfern SelterS und Eckartsborn, um in einer gemeinsamen, einfachen, aber um so eindrucksvolleren Feier den Tag der Reichsgrün düng au begehen. Die Festrede hielt Oberlehrer Dr. Lenz auS Gießen. Nach einem längeren geschichtlichen Rückblick führte der Redner bte Versammlung in den außerordentlichen Ernst ber Gegenwart ein, zeigte den grausamen Vernichtungs willen unserer Feinde. Nur eins fei uns noch geblieben, bte Einheit des Deutfchen Reichte und Volker, die gelte eS xu erhalten imb trotz alber trennenben Schwanken im Innern gegenüber dem Feinde einig Su bleiben. Ern solch einiges, in sich großes und starkes Volk werde selbst der Feind fürchten, zur Verzweiflung $u treten. Mit dem Rütlischwur aus Wilhelm Tell schloß ber Redner. Der ßeiter des vaterländischen Abends gab dem Dank ber Versammlung noch besonderen .Ausdruck und schloß um 1.1 Uhr die Festversammlung
ANA Stadt und Land.
Gießen, den 19. Zan. 1921.
Wettervoraussage
für Donnerstag:
Vorwiegend wolkig und trocken, Temperatur wieder unter null Grad sinkend, östliche Winde.
Durch die sehr tiefe Depression — zwischen Skandinavien und der Schweiz betrug ter Luft- druckuntcrsclnck etwa 40 n. — und durch das schnelle Vocüterziehen des kräftigen Sturmwirbels von Westen nach Osten wurden große Störungen in der Atmosphäre ver- ursackit, vor allem — für diese Jahreszeit sehr ungewohnt — örtliche Geroiler So werden aus Darmstadt. Frankfurt und Marburg ziemlich lustige Wintergewitter gemeldet, in Verbindung mit starken S chnee- und Reg.en- fällen. So sind in Frankfurt schon in der
Nacht von Montag zu D'enstaa gewaltige Schnee- nassen Rzbergegangat; der Schnee lag itellenwei e 15 bis 2) Ztm. hock- Lange hielt die e Herrlichkeit in Frankfurt wie auch in Gieren ;ciod) nicht an; schon früh morgens setzte starles Tauroet er ein, das die Frankfurter Straßen in grojc Sümpfe verwandelte. Auch im Taunus imb Oben- wald hat eS tüchtig gefchneft. Tauwelker scheint nunmehr aber auch in ben höheren Lagen zu herrschen, denn von den Frankmrk naheliegenden Gell rgen wird rasch wachsendes H o chwa sser gemeldet Im übrigen ist der Prognose der Gießener Wetterdienststelle noch zu entnehmen, daß ber Sturniwirbel sehr schnell üter S.'aniinavien nach Osten abzieht. Ihm folgt wieder ho'ter Druck, so daß bei östüchen Winden für kurze Zeit wieder mit stärkerer Abkühlung zu rechnen ist.
Veranstaltungen.
Mittwoch. Stadttheatcr, 7 Uhr, „Der Widerspenstigen Zähmung". — Hotel Einhorn, 81/2 Uhr, ReichSgrundungs'eier ber demokratischen Partei. — Neue Aula, 8 Uhr, Vortragsabend des Bundes für anthroposoph schc Hoclischularteit. — Hörsaal 44 ter Universität, 8V4 Uhc, Vortrags- atend ter Veveinigung ber Freunde des humanistischen Gymnasiums — Hörsaal d.te pteiikalisch- chemisch'N Instituts, 8V4 Ulgr, Li htbi.dervor- tvag des Kameraklübs. — Postkeller, 8 Uhr, Versammlung des GewerksckMftsbundes ber Angestellten. — Skadtmission, Löberstvaße, 8Vs .Uhr, Vortrag des Pfarrers Lorentz über „Die große Täuschung". — Cafä Leib, 7Vs Uhr, Kvnzert unb Vorstellung der Chicmseer. — LichtspielkHeater wie gestern.
Ton ners ta g: HMel Schütz, 2V? Uhr, Landwirteversammlung.
** Im Stadttheater wurde gestern abend in vorzüglicher Darbietung GoetteS „Götz von Berlichingen" gegebm. Die Bespreclmng mußte aus Raummangel für morgen zurückgestellt werden.
** Grenzenlose Roheit und Sachbeschädigung verübten zwei Taugenichse von Wieseck, im Alter von 15 und 16 Jahren, welche von den Ruhebänken im Phi'vsophemvald die gußeisernen Beine abschlugen unb als Al t- guß in Gießen verkauften.
** Die neuen Fernsp rechbü che r werden jeyt den Fernsp.eÄeilnehm' rn zugestellt. Gleichzeitig erhalten die an das Orts-Fernsprechnetz Gießen mcgcschtossencn Sprech.elte.i Nr 200—599 andere Nummern, die aus dem neuen Fernsprech- bufch ersichtlick sind. $ur Erleichterung und Beschleunigung des Betriebs empft.ck)lt es sich, vor der Anmeldung von Gesprächen in möglichst weitem Umfange das neue Fernsprechbuch einzusehen.
** Das Ausklopfen, Ausschü tteln, Mehren von Bett werk, Teppichen, Kleidungsstücken, Staubtüchern und ähnlichen Gegenständen nach Straßen und öffentlichen Plätzen ist unstatthaft und wird mit Strafe teb.ott. Weiter macht ixtö Polizeiamt Gießen darauf aufmerksam, daß das Klopsen von Teppichen, Bettwerk, Möbeln und dergleichen, sowie ähnliche mit Geräusch und Staubentwicklung verbundene VerrichtunAm regelmäßig nur werktags hi den Vormittagsstunden zwischen 8 unb 12 Uhr Dörgentoinmen werden sollte.
** Der Wartburgverein faelt am Sonn vag fernen ersten diesjährigen Fam rl ren- abenv im MarkuSsaal. Stijtspfarrer Schor- lemme r»Lich HL ll ei'cen Bort ag: „Im Lande der Magyaren". Ter Vortragende hatte als ebc* maliger Feldgeistlicher in Ungarn Land und Leute kennen gelernt unb feftic belchteuften Darstellungen verrieten (bat eusmerlfamen Beobachter TaZ ungarische Volk gehöre >lt feinem der drei Zweige der indogermanftchen Bölkerfamille, fei. e Abkunft IA asiatisch, feine Ur itze roieseii nach dem Ur-ti Unb ckenso fremd erscheine seine Spnate, die nächste Berwandtsclzaft mit der femilaschen Sprachklasse zeige. Trotzdem sei die wt besondere Tonvorschriften gebutckene Sp ache der Ungarn wcch - klingend, reich, fein unb doch Wicker einfach, sie erscheine voller Rhythmus, sie werde zur Musik; davon zeugten die vom Rckner sowohl in ungarisch als auch ins Deutsche übersetzten Proben, von ungarischen Gedichten u d Volkslick rn. Man lernte ben echten Magyaren als einen freien Salm der Puß« mit ihrer Eftrsmnkeit imb Frei'eit, ihren dacherstü nrercken Pfe.d le de", ihren Z e - bnmnen mit hvhen Schwengeln, ihren Schenken und Gasthäusern kamen. Hier finde der Reiieicke den echten Ungarn, hier auch die alten Zigeuner- weisen intb Tanze. Ebenso reich und vielgestaltig rote die Sprache sei ine Musik. Lei e, feierlich, tragend wie ein Choral, der ziur Andacht stimmt, setzt die Toickarllietung ein, unmerklich bunt ber Uebergang zu größerer Stärke, b Z dann schließlich immer lauter imb lauter daS Stimmengewirr an- schwillt imb damit ganz unwillkürlich zum Tanze reizt. Das sei ungarische Art. Diesen Ausführungen folgten einige dankbar ausgenmnmere ungarische Musikstücke, die das Dartbu gorcltester gunt Vortrag bixtdute. — Im zweiten Dell seines Vortrages Eam Pfarrer Schoaiemmer aui bfe politische Eigenart des Volkes und noch kurz aus lernen Glauben zu sprechen. Weiter sclnldert der Redner die Leiden dte durch bie Frtedensbestimmungen schwer getroffenen Volkes; nie ft.cket man ledoch einen verzagten Ungarn. Mit dem reltgio.cn Vertrauen verbinde sich für den Magnaren der unerschütterliche Glaube an sich und sein Volk. Sich stützend auf die Ueba^eugintg: „Für ben Ungar tarnte nicht immer Naclit nur jein ?" — Mit Dorten herzlichen Dankes an den Bortragen' en unb das Orchester und mit ber Bitte, durch Erkenntnis und gerechte Bmrteiümg des Fremden, das Ei- ?cnc volkStümli che Deutsche nur um - 0 bewu ßterzubetonen, zuschützenund zu lieben beschloß Pjarrer Becker de 1 Ateno.
” Tie V ortra g sreihe über ,(Tie christliche Weltanschauung unb bie neue Zeit" begann int Stadtmissionssaal, Löbcrstraße, Gen -S?kr P r. Lorentz gestern Abend mit einer grundlegenden Erörterung über „ffikltfcfpsfung ober We tentwick hmg". Ausgehend von ber Not ber Zeit, die in so vielen Herzen Rätsel wachgerufen habe, welch? die Wissemckaft nicht zu Iören vermag, zeichnete er kurz bie verschiedenen Weltanschauungen und wis- ftnschoftlichen Theorien und führte zu b?r biblischen Wahrheit: „Gort ist's, ber alles schafft unb ehre ihn ist nichts gemacht, das gemacht ist". Nur diese erlebbare Wahrheit urck Gewißh it könne uns allein die notwendige Kraft geben, auch das Schwerste unserer Tage zu tragen. — Aus die Frage nach den letzten Ursachen, die zur Delttatastrophe führten, will der heutige Vortrag: „Tie große Täuschung" Antwort geben.
Kreis Schotten.
** Laubach, 18. Jan. Heute früh um 2 Uhr verschied nach längerea» schweren Leiden zu Marburg im Alter von 73 Jahren bie Gräfin Ernst z u Solms-Laubach Augustc geborene Gräfin von Schimmelmann, Witwe des 1908
verstorbenen kaiserlichen Geheimen RegierungSrateS und Kreisdirektors a. D. Domlerrn zu Naumburg Graf Ernst zu Solms-Laubach. Die Besietzum* wird in Lau back erfolgen.
Kreis Friedberg.
— Bad-Nauheim, 17. Fan. Der letzte Bad-Nauheimer Heimkehrer ist? jetzt auch ang«. kommen. ES ist Otto Burkhardt Am 20 Novbr vorigen Jahres hat er mit nock 400 Deutschen und 600 Ocsterveich?rn von Samarkand in Tur feftan die Heimreise angetreten. Die Ortsgruppe ber R'ich?ver'i üiung ch malig:r K i g3et"<t igmer unb der Turnverein 1863 bereiteten bi .'fern Icste» beimgekehrt-n Kriegsgefangenen einen bcionby schönen Empfang und überreichten ihm größer, Geldbeträge als Ehrengaben.
£t. Bad-Nauheim, 18. Jan. Aus eme Studienreise werden hier im Monat März 200 deutsche Aerzd? eintccffen, um b.*i einem 2—3tägi- gen Aufenthalt eine eing^enbe Besichtigung mu l'eres Bades vorzun-hmen. Ferner soll Ente Jun. ber Allgemein' teutsch? Aerztetag in Bad-Nauheim stattfinden. Man rechnet auf eme Teilnahme von mindestens 2000 Personen. Die Vorbereitungen
Hessen-Nassau. *•
[j Marburg, 17. Jan Für die hessis che K 1 uderhilfe wurden tm Krei'e Marburg außer 31 000 Mk Geld fo'a nde Lebensm ttel gesammelt: 1913 Pfd Mehl, 180 Brote, 186 Pfd. Korn 'und Weizen, 161 Pfd. Gerste, Haftr und Grieß. 11 123 Pfund Kartoffeln, 2104 Pfd Erbsen. 36 Pfd Linsen 75 Pfd. Bohnen, 5344 Pfd. A-vtel, 222 Pfund Dörrobst, 30 Pfd. Butter und Schmalz, 239 Pfd. Fleisch, Wurst und Speck, 152 Eier, 1991 Pfd Gemüse, 10 Pfd. Samen, 12 Pfb !Mu-, 40 Handkäse, eine Anzahl Wäsche- und KleibungS- ssücke, 1403 Pakete mit allerhand Lebensinittrtr Bemerkt sei, daß auch noch fünf Gemeinden bei Kreises Kirchharn an biesen Gaten beteiligt sind Nach Kassel wurden abgegeben 20 Zentner Kartoffeln, 2 Zentner Erbsen und eine Kiße sonstige Lebensmittel.
X. Schlüchtern, 17. Jan. lieber ben in Oberzell verübten Vatermorb ist noch mitjir teilen, baß der geständige Möcker Wilhelm Iahe zugegeben hat, ant Abend des 28. Dezember zwischen der Papiermühle und der AlttrinSmithle in Der Nähe eines Fichten Wäldchens seinen von der Arbeit he mkehrenden Vater aufgelauert und ihm mit einer Hacke einen Schlag auf den Schädel verletzt zu haben. Dr alte Mann ist sofort tot zusammengebrochten. Sem Sohn, der Mörder, hat ihn dann aufgehoben, hinter ein abseits vom Wege stehendes Gebüsch geschleppt und ihn dort versteck Darauf ist der Mörder nach Hanse <rgangcn unb hat zu Abend gegessen. Nach einer Stund? ist bc Mörber dann wieder an ben Tatort zurückgekehrt, hat die Leickre feines Vaters auf den Rücken genommen imb sie nach ter etwa 100 Meter vom Tatorte vorüberfliesen den Sinn gottagen, unter Zu hilfenahme von Stricken mit einem groben Stein beschwert unb die Leiche dann rn das Wasser tge- toorfen.
Vereine und Bcranstaltunqen.
4 Bab-Nauhetw, 17. Jan. Der vor kurzem gebildete Frauenausschuß ber Deutsch- nationalen Volkspartei hielt heute nach- mittag eine gut besuchte Versammlung ab, in ter Prof. Dr. Weber imb Frau Klingfpor Mfsenbach-) spoackten, Frau Klinyspor über „Dtt Aufgaben ber nationalen Frau".
X Gebern, 18. Jan. Die am vorigen SamS- tag im hiesigen Dergwirtsbaufe veranstaltete Beethovenfeier des BezirkslehrervevevtS verlies in würdiger Weise. Lehrer R ie d e l-Gedevt schilderte in längerem Vor trage Beethoven all Mensch und Künstler. Die Lehrer Schöner-Kirch- bracht und List-Gedern unterstützten diese Ausführungen am Klavier durch ben Vortrag einiger ter schönsten Beethovenschen Klavierwerte. Lehrer Oestervei ch-Bösgesäß zeigte sich in dem Bortrage verschiedener Violmwerte als Meister seines Instrumentes. Der kleine Walter List erfreute durch den Klaviervortrag deS LrckrS „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Frl. Hosemann und Lehrer Ricke! zeigten Beethoven im Licke.
E. Laubach. 17. Jan. Gestern abend fand nack vielfach geäußertem Wunsche dr? wickerhold Aufführung des Volksstücks, ein Drriakter, „Der Bettel-Heini" bei überfülltem Saale im Gasthof zur Traube dahier durch den Fußballkl» Laubach statt. War schon bei der Erstaufführung im Saale kein Platz mehr frei, so war es .gestern abend erst recht nickt mehr ber Fall, zumal |td> -ans den umliegenden Orten viele Besnckxr ei 'g'ftirckeu hatten. Das Stück fand wieder allgemeinen Beifall und wurde ohne Ausnahme von sämtliche» Darstellern sehr gut unb flott gespielt. Die Zuschauer spendeten langanhaltenden Beifall. Ei» lebendes Bild bei bengalischer Beleuchtung bildete den Abschluß des Atends.
z L ich, 17. Januar. Die Generalversammlung unserer Freiwilligen Feuerwehr er* freute sich eines zahlreichm Besuches und roar getragen von echt kameradschaftlichemG iste Der van ersten Kommandanten, Schuhmacher meister Heim Finbt, erstattete Bericht, der sich auch über bot FeuerroHttag in Frankfurt a. M. verbreitete, geb nn Bild fleißiger Dereinstätigk it. lieber bie Vorarbeiten zum Krei s verbandStag sprach der zweite Kommandant, Dcklossermeister Fr Schmidt. Bei ter Vorstcmdswahl wurde für ein auSgefchickemt Mitglied Joh Hch Heller neu gewählt Da» all gelaufene Derer ns jahr wird in bet Gesclnchte ber Wehr deschilb von befonberer Bckeutung sein, wal es durch freiwillige Spenden der Mllalicker die Mittel cmfbrächte zur Anschiffnng einer kunstvollen Elirentäfel für die 17 im Weltkrieg gefallene» Wehrleute, welches Gedenkzeichen am Totenson» tag enthüllt und in den Sckutz der Stadt genommen wurde Ihre winterliche Lbeickuntcn haltimg wird die Wehi am Sonntag in der Tum* h.ille vevanstaltcn. Für gediegenen Unterhaltung^ sloff ist iwicker gesamt. U a. sind die beiden ernsten Theaterstücke „Der Brarckstifter" und „Tie ©tune* glockc" trrgefeten.
-- Schlitz, 17. Jan. Der Gelangverem .Larmonifches Kränzchen" faßte auf seiner GenCTalversommlirwg den beachtenswerten unb überall zur Nachahmung empfohlenen em* stimmigen Beschluß, daßbeiallen abends st at t fi n ben den Veranstaltungen des Vereins Personen unter 16 Hahnm keinen Zutritt haben, zumal bv jungp Leute burch. sehr fn"ifr<iti<f'» Ersch-inen häufig auch noch den älteren Mftaftctern bie besten Plätze w'gneter.CTl imb für ih.en Anhang „belegTt". Der Verein hat beschlossen, bei bec hiesigen Reichsgrün b u n gsf e 1 er am 23 Jmiuar niüzuwrr' wirken. — Der Verein „Bürg « rklu b", der v« Kriege eing scttlafeu qt ist wieder neu gegrünt* worden. Er will das gesrt.ige Leben in der Bürrev* schäft pflegen. Vorfitzender wurde Fabrikant Heu


