Ausgabe 
18.1.1921
 
Einzelbild herunterladen

M- Jahrgang

Dienstag, 18. Januar 1921

Erstes Blatt

ietzenerAnzeiger

as nrir ev-

derteidigt haben.

«ns der Aon'erenz der Ernährungöminister.

Es fliegt auf uns die Aufgabe, daß wir nach all dem Bösen, d lebt, wenigstens zum letzten großen Volksver- rat, tzum Selbstmord an uns selbst, unter kei­nen Umständen fähig sind. Wer jetzt noch nicht weiß, !was die Erhaltung des Deutschen Reichs für »uns bedeutet, wer die Land bietet, um es von innen heraus zu zerstören, wer so den äußeren 'Feinden in die Lände arbeitet, den inruß die allgemeine Verachtung treffen. Möge die ßrinnerung an den 18. Januar dazu bei­tragen, daß wieder der alte, gute Geist natu> reler Eintracht, nationaler Wurde und Selbsterhaltung über uns alle komme, daß jung und alt den Treuschwur leiften, fest zu helfen am Deutschen Reich, das einst mit dem 3(ut der Väter erkämpft und das unsere Lei­hen im Weltkrieg unter beispiellosen Opfern

nühtungsaktion gegen Deutschland eingeleitet, u beweisen.

PM4

Der «teftener lijeiget 'chhrint i ägllch, «H^er Sinn« mwI 3«MrU|s. Ttiaatn^e Be^ee<»reifr. vfa. 4.28 «nicht Tr«fcr. »hn, durch d" Post MK. 6.- eintcht Beftelgelb.

Jttt .Stert.Umlifcau- Tjfc. 6.50 einscht Tria er. lafc«, durch die Pest 7R1u 625 ein|d)L Defielgetb. jernipredpMnfoMüne: <irbie5d)riftt#ltung 112; rerlag,(Beid)4tisfteee5L Ms-rist fir Drndinach. ichtrn Initiier »ietzei.

pofflche/kiati:

frraftnrt e. M. 11686

Jedem von uns ist ja bad figinemricf* Gfr ttfibc ber Kaiser Proklamation b?etnmt; aber btf Gmjclbritcn d^s icfUidr.n ®oriangi, rat \u uns von den '2lugcnyu<rn uberlieicrl nnd, oulßtcn erft Kirch sorgsällige öDridyrng geiammelt loerben mb dies ist von Dr. Th. Toech?-Mittler ui mem im Verla« von E. S. Mittler u. Sohn erdtimmen Buche gesclvhrn. aus dem rorr den A rt aus de- Aktes nach^ich-ncn. D« geladenen Lilnebmer veilammelten sich nach 10 Uhr aut dem Schloßhoi mw füllt-rn,dunn allmählich de Soiegelgolerie, die zum Schauplatz der ProNa- ntrium ausersehen war. Es war vor oO^jayM, ein trüber, regens uch"er Morgen, an dein erst Ipii die Som e bucdKradx Da baute ftdt tangstim t'wi großartiges Bild auf, in dem von Gold wib K.anz schimmernden Seircaui::, von deinen by prunkvollen, des Sonnenkönigs -taten ver- licjcnbe S'-en«i herab sclMi en. Die Ber>anrnu- ütxg nahm so Ausstellung daß vor dem Aldar, an den der kirchliche Teil dar Feier ftattfinben sollte, der Raum frei blieb. Kurz vor 12 Uhr ersten pr- erst ber Kronprinz, umeinen Dater zu emplangen.

London, 17 r«m. (YBoT.) T« ,,M-ornin»> post" meldet aus Reval, datz bre dortigen rum* scheu Sow-efkreise Mgrden. bar, enin an ,zrn* ft et lleberonstrengung" ladet x\t arr tr hälfen idm eme vollstLndi« und längere Rntv- zeit vorgrschrx chen. Tif MoS anerPrawda me.* bei, daß mfolge H-S Unwoylf'^« l-'enrnS T r o tzki ui der letzten Sitzung ber fcofiMomml <rtbtm Vorsitz geführt hebe. Rach der Lelch-gioner Drei,e ifofl Lenm beschlonen haben, als.Gan eines frmv M | ländischen SBorrrmu- i^emührers «ne EryoUMLStur eo» uoqMx^nm^

schfift über die Möglichkeiten ber verschiedenen I Systeme Vorleben. Das ReichZmmistenum >wb werter Kenntnis von der beabsichtigten Regelung | der Ein- und Äussuhrsragen, besonb^s über bit Freigabe der Einfuhr weiterer Lebens- mittel. Enoltck wurde noch die Abgabe von ver­billigten Futtermitteln behandelt. Im Lauie ber stvnserenz hatte ber Minister noch Mit­teilungen über die Vm'orgung mit Düngemitteln gemadjt. Der ReichSsnianznii iftrr hat dem Vor- ichloge des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft zugestimmt, welcher dahm gebt, daß das Reich die Garant« für einen bestimmten Tollarlurs übernimmt, um die Balubaschwankun- gen für notwendig einzusühiende RohplZstphate m beseitigen. Es kommt dabei eine eiii-usühwnbe Menge von monatlich 4000 Tonnen in Betracht. Der garantierte Kurs ist dabei so gewählt, daß in diesem Jahve eine Verbilligung nicht ein tritt, wohl aber im nächsten Düngefahr. Das Ibabmett hat ebenfalls seine Zustimmung zu diesem Plane ge­geben ber nunmehr den gesttzg benden Körper- Idjaftcn zügelett-et werben wird. Du nächste Kon seren; les Ernährungsministeriums rottb im Lause

Vom raten Heer Lowjetrußlanvs.

oben tagen, 17. Jan (Solff.) Der Berlingskc Tiden de" wirb aus Lelfingsors ge­meldet, daß in der lebten Zeit unter b-n b ol s Le­rn i st i s ch c n Truppen, besond.-rS m fEe.ürufc* lanb, sich eure starke Mißstimmung darüber gezeigt hat, daß trotz des BerspiroivnS der Sowjet- cogierung die Lelmsendung tet Soldaten noch uidjt bogounen hat Die Soldaten haben im Qkgen- tril znm Zwecke «ines neuen Feldzuges voll- fimrmnt-eue Ausrüstung erhol en. BrionderS fuirf ist die Dtißstinrinung unter dem roten ,öe>;r, in W11ebsl Atlsangs Januar nxrr dir Mißstirn» mung derart angewachieii, brQ eine all«meint. Meuterei ansbrach. D« ©olbaten wrkntgtei fo-*" orig: L'eimfend.mg. Tt- er ^neckten fivmmüiarr haben die Führer ber Ausrührer sofort »fangen* nehmen und vor den Kasernentoren a u f h L u g e n lassen lieber die weitere Gnrnnflung ber Lage in Wücl'sfi fehlt bisher jede N«l»riä>t.

Vauernunrnhen in Podolien.

Kopenhagen, 17. Jan. (Wolfs.) Dem BlattPolitiken" nritb aus Mga belearartrert: Aus Moskau kommen Meldungen, daß im ßk>u* rx-mtmcnl Podolien ernste BauernunruhenanS* aebroclxm sind, die von dem ukrainischen Oberst Tetjunik geleitet werden. Tie Rätereyu-rung be­fürchtet, daß derMiifftanb sich aui die Rad^-afr gebicte ausbreiten könnte, ba die Stimmung unter ben Bauern in ber Ukraine äußerst erregt ist. (Sine wcißruthenische Lowjet Rcpnbltt.

Riga, 17 Jan (WTD? Bon rusfifdvr S4tr nritb die Proklamati n bet ro e i 6 tu t <>e n i f die rt Sowjetrepublik für die nädfte Zeit an* gefnnbigt. Die Jlepublik soll u a dir Bezi K Smo- lcnsl und Witebsk einschießen und ein Bundessuiat Sowjetrußlands werden.

Die Answcisnng Mothcins aus Vbcrichlesien.

Berlin, 17 Jan. (Wolfs.) Der deutsch: Bevollmächtnste bei der interalliierten fioramifiem. in Oppeln w rbe beauftragt, g gen die Auswe un«H Reickstagsabgrordneten Go thein ti**- f pruich zu erheben.

Üu» dein Ueßche.

Beschlüsse veS Hauptausschusfes des Reichs- tags.

B e r l i n, 17. Jan. (WTB.) Der H a u p b- aus schuß des Reichstags aenelMigte die Ausgaben für die technische Rot Hilfe mit 25 Millionen Mk für die Beschafft'na der Ausrüstungs^egenstände und 15 Mib> Honett Mk. für die DuräTführung ber tech­nischen Mothilfe. F-'imer bcwikiigbe ber Latcpt- crusschuß zur EnNvicklung der Anstalt für die BeiLmpsung ber Säuglingssterblichk^t im Deutscheit Reiche eine halbe Million Mk. Rach Bewilligung von 36 Millionen Mk. für die Durchführung der Reichstagswahl und von 5 Millionen Mk zur Fürsorge für beutsch- stämmige Auslandsslüchtlinge genehmigte ber Latlptausschuß ben Etat des Reül)SMiniste­riums bes Innern.

Vom sozialpoliti'chen Ausschuß des Reichs-

le.. <nr een Mn\el jc.t f*r btt laqtenemmtr bis gern HaAmitteq norbet ohne jede *8etbinbltd)k«iL Preis für l mm Q6qe für lnjftge* v 34 mm 'Breite örtlich 35 Vf-, ausodrts 45 Df-fto Rebtame. Injeige von 70 mm «reite 150 Pf vei Platz. Vorschrift 20*., Außchlag HaRpUchriftteNer: Äug. ®oeK Perantwortlich für Politik. Aua Goetz; für ben übrigen teil: Dr. Reinholb 3enz; für be« Anzeigenteil, h Dech,

gegenüber dem Altar. D'mter ihm ordneten sich die Fürsten, wobei die Flügelpunkte des offenen Lalbrmtds rechts der Kronprinz und lmks Bis­marck emnahmen. Als Austakt der Ferer wurde von allen der ChoralSeit Lob und Ehr' dem höchsten ®ut" gesungen Rachtem der stronprinr Lelm ab zum Hebet" kommandiert hatte, trug Lofprediger Rogge die Liturgie vor und knüpfte in seiner Predigt an die B-'rfe des Kirchmliedee. an. indem er G^tte; rounbrbar< Fügung in den Geschicken Deutschlands auirotretNun banfct alle ©ott!" erklang es dann von aller Lippen. Wäh- ranb der ganzen kirÄichen Feier stand König Wilhelm m demütiger Andach' oerfunfen und hob den Blick nicht vom Boden. Dteben ihm hoben sich als die bedeutendsten Erscheimmgen h'raus der Kronprinz irtb Bismarck, die der englisch' Bericht­erstatter Russell gut geschildert hat:Bleich, aber fest auf den starken Beinen, stand während ber kirchlichen Feier der Soldat Minister, der sich von seinem Schmerzenslager erhoben batte, eine Land auf den Degenknops gelegt; zuweilen streifte sein Blick den Wn:g. Aber fast ununterbrochm schaute er zum Kronprinzen hinüber, ber, in edler unge jwungener Laltung, b.-ibe Lände im töorbe seines «enkrech: vor sich hingesbellten Schwertes ruhen ließ und kaum einen Blick auf den Kanzler wandte. Cl-er schien er mir in weite (ffcbanten verloren." Nach dem ©egen des ©eiftiidni und dem drei­fachen Amm deg Chors sch itt der König durch die »weite Lälfte b:d S»als vor die dort errichtete StusenlMue, auf die alle Anwesenden treten muß­ten. Die Versammlung ordnete sich neu, so daß die Minister unb höchsten Würdenträger unter Vorantritt Bismarcks in offenem Halbkreis gegen Die Stufen ftanben. Der König trat in die Mitte der Tribüne zw-fchen den Kronvrinzett und den Großherzog von Baden und verlas mit lauter fester Stimmt seine Ansprache, woraus Bis­marck, näher an die Stufen hwantretend, die Proklamaiion an das deutiche Volk verkündete. Danach herrsck>tc einen Augenblick tiefe Stille. Dann verneigt: sich der ©roßh:rzog von Baden gegen den Kaiser unb bat um die Erlaubnis, sich an die Versammlung wmden zu dürfen. Sein lauter Ausruf:Seine Kaißnlich? und Königliche Majestät Kaiser Wilhelm lebe hoch!" entfesselte die allgemeine Begeisterung. Unter den Klängen vonLeil dir im Sieger fr an;" wurden die Lelme hochgescknvenkt und die Fahnen senkten sich vor dem Lerrfchn:, der in tiefer Bew?guny dastand. Als erster bracht: ihm ber Kronprinz ferne Luldi- guna bar, dann reichte er dem Gemahl feiner Tochter die Land, in gleicher W.-ise ehrte er die andern Fürsten unb da m drängten sich seine Pala­dine voran, denen Moltkb voranging. Als der Kaiser endlich die Galerie oeriirB( empfing ihn die Lefbwach' im Voriaal mit einem kräftigen Lurra, das sich von Saal zu Saal pflanzte und in die Straßen von Versailles wogte, während von der Zinne des Schlosses zum erstenmal die säpparz-tveiß-rote F-ahne wehte . ft .

Vie Ministeironscrenz in Paris.

Paris, 17. Jan. (LavaS.) Aus London wird q-mrldet- Das fRtuterfdx Bureau wurde amtlich davon in Kenntnis gesetzt, daß Lloyd George der Zusammenkunft ber alliierten Ministerpräsrbenten teiroobren w.rb, bie in Pars am 2 4. Januar stat ftibeu wird. Ge­stern anlwoilete die frtm^öfifdy R gnernng. daß sic darin einroilliae, daß die Zufarnnrnkunst atn 24 Jmri ar stat finde. Sx wird höckif svabrsclxn lut) drei ober vier W bauern. C-5 i,t i)t 1'ul ", daß der i t a 1 i e n t f die unb ber belgiicheMi^ ,ii terp äfident auf ihr vertvete-n fein roerbni Auf alle Fälle wurde Mddofen, daß die Außennw'Uter Italiens und Belgriens Graf Ssor-a und Jaspar davon teilnehrnrn.

Lavas füs» der Meldung hinzu, von einer (Sm- (abung der Deutschen sei nicht bie 9M)e geitLfen.

Ta» französtsche Pabiitcft

Paris, 17. Jan. (Wolfs.1 Wie berMotin" mitteilt, setzt sich.das Kabinett aus 13 Mi- geordneten unb zwei Senatoren zusammen. Die Senatoren sind Doumer unb Marraud Der Partei nach ist ein Mitglied des Kabinetts sozialistecher Republikaner (Briand). vier sind Radikale (Deu- fmer, Marraud, Sarraut unb Bincent), v-er Mit­glieder der demokratischen Linken (Bartlwu, Guisthan, Maginot und Be-ard^, zwei Linksrevu- blikaner (Le Trocaner und Sourfumr) und vier Mit­glieder ter remtblifani^nc'i S^reinürmg lBonne- oan, Lefebre du Prey, Dior unb 2erä>u). Wie auo den Blättern hervorgeht, ist Loucheur nicht nur Minister für bie befreiten Gebiete, wndern mich für bie Repmationen, und es steht fest, bau er an den Verhandlungen über bie Reparation ebenso wie ber Finanzminister teilnehmen wird Im neuen Ministerium finb vier Mitaliedm:, bie noch nie einem Kabinett angehört haben (Rarraud, Bonne- vay, Leicbre du Prey und Dior).

Tie Sachverständigen in Brüssel.

Berlin, 17 Jan. ^Bolff.) De Svezxal- Verhandlungen seit der Vertagrng tx-r Brüsseler Sa! verstä-'drgcn'ense vxv. h ben < r ff-ben, daß der Frag" be. Dirchführunq ber ©ad> l ieferu ngen für bie Löfmrg tes Revaratwns- probleiuS eine be'onde e Bed-utimn zu ommt. An ben roeitnrn Beichmrdlunsen we.d n bahn: cm Auf­trage ber Reichs rgierimg Lugo S 11 n ne 8 unb btet rontero 'litvtvettr ber Arbmtnelmm:, baruni er Löffler als Vertreter der Bergarbeiter kib- nehmen. *

Die Sowjet-Republik erschüttert.

Ein riusstand in Siew.

Varis, 17. Jan. Wie Lavas meldet, brach nach der Agence Rirse-Union in Kiew eine große antibolschewistische Bewegung aus: Meuternde Soldaten der roten u'roin, chm Armee, denen sich die Arbeiter und Eisenbahner anfrfttoficn, bemächtigten sich überraschend des Arsenals und der umliegenden Stadtteile Beim roe-teren Vor- bringen kam es »u heftigen Kämpfen rmt den Zowiets, welche fick auf die ihnen treu gebliebenen Truppen stutzten Tie Soioi.rkommi'sare flüchteten nach Bachmatfch nörblich von Kiew, wo sie bie eilends aus Moskau herbei gerufenen Berst i rkun-- gen abwarten, um die Lage wiederherzustellen.

Paris, 17. Jan. Die Agentur Lavas ver­breitet eine Meldung ber Aqenze Ru'fe-Unwn, wonach am 12. Januar in Moskau eine bebeu> fame Konteren; stattgefunden haben soll, an der n a. Trotzki, T'ch'tfcherin, Kellinin unb andere bekannte Bolichewistenfülner teil genommen haben Die Beiprechtrig habe sich um Mawiobmen gt- breht. die et armen werden sollen, um die anti* bolfchew' stilche Bewegung einzudämmen, deren Fortschritte im Jnn-rn Rußlands die Sowietregiernng stark bamrabigten. Die geiahten Beschlüsse werden streng geheim gehalten

Lenin erkrankt?

wirt'chaftSralS.

Berlin, 17. Jan. (W!B.) Der sozialpoli­tische Ausschuß des Reichswirtß.« tsrats ba: svl- uenben Antrag angenommen: Tie Einstellung von Arbeitnehmern, bie auS anderen Orten zui'ehen, unterliegt der Genehmigung des DemobilmachungS- ausschufles. Die Genehmigung muß erfolgen, wenn durch den zuständigen Arbeitsnachweis des prte8 dem Arbeitgeber nicht eine gleichvernae Arb.-its- traft vermittelt werden kann Ob die Acbeilskrair gleichwertig ist, entscheidet der T<nwlalmachungS- ausfdnck endgültig.

Aut Anregung des soz'alvolit'sch-n Aus­schusses teilte ber Reichsverkchrsmmcker mit: xie Tarifbestimmungen über Arbeiterrückiahrka, teu werben in nächster Zeit grundsätzliche Aenderungen erfahren Tie Karten sollen tün.tig der Regel nach auf Entfernungen von 21 bis 101 Kilometer und in AusnahmNällen mit Genehm gung der zuständigen Eifenbahndirettion auf Entiernungen bis 250 Kilometer auSgegeben werdm. und zwar an alle gegen Gehalt oder Lohn beschäftigte Per­sonen. Ter Preis der Arbeiterrücksal). karten für das Kilometer Der Fahrt wird zugleich aui die Hälfte des Einheitssatzes der 4 Kla,se festgesetzt. Tie Aenderungen werden möglichst schnell in Straft

Dit RetchÄvasskrstmßen.

Dresden, 17. Jan. lWTB.) Die Der« handlurrgen zNTischen Vertretern ber ReichS- regierung und ber Länder über die Ueber-, tragung ber bem allgemeinen Verkehr dienen­den Wasserstraßen auf bas Reich, bie, am 10. Januar in Dresden begannen, wur­den bis zum 15. Januar fortgesetzt und haben nunmehr ihren vorläufigen Abschluß gefun­den. In den HauchtpuNkten wurde eine Eint-, gung erzielt. Tie Durchführung der Be­stimmung der Reichsverfassung, wonach bie Wasserstraßen spätestens am 1. April 1921 auf bad Reich uberzugehen haben, kann alL gesichert gelten, voraitsgesetzt, daß bie Re­gierungen unb Bollevertretunaen den getrof­fenen Vereinbarungen zusrimmim. ^^binft- weilige Verwaltung der Reichswosserstraßen durch die Behörden der Länder erfolgt trott demselben Zeitpunkt an auf Kosten beS Reiches unter Leitung bes Reichsverkehrs Ministe­riums. Diese und eine Anzahl anderer Ver­einbarungen sollen in Gestalt eines Ltaats-- verrragS Leitung erianaoL Seme

Eine Kundgebung des Neichspräfidcnten.

Berlin, 17. Jan. (WTB.) Der R e i ch s p r ä s.i d e n t Hal aus Anlaß des heu­tigen Tages folgende Kundgebung er­lassen: .

Am 18. Januar sind 5 0 Iahre seit ber Einigung der deutschen (Stämme zu einem ein­heitlichen Staatsgebiete vergangen. Die Sehnsucht unserer Vorfahren und das heiße Verlangen weiter Schichten des Volkes in allen deutschen Gauen fanden hierdurch ihre späte Erfüllung. Und diese Eriüllung blieb von Dauer. Hn allen schmerzliclien Verlusten, die uns jetzt durch den Krieg und Frieden ge­troffen haben, ist uns fast als einziges das eine große Unglück erspart geblieben, daß die deutschen Länder wieder auseinanderge^ fallen sind. Sie halten aneinander fest. Dar- über wollen wir uns freuen, wenn wir auch nnt besonderer Trauer an diesem Tage zu allen deutschen Landesteilen hinüberblicken - en, die gegen ihren Willen von ihrem staa.enverwaudten Lande getrennt worden sind und aus das besonders schwer leidende O e st e r r e i ch , das mit dem Lerzen zu uns streb: wie wir zu ihm. Unsere innere Raat» lich< fEinheit weiter zu erhalten und zu festi­gen, bnuß unser aller fester Wille sein, wenn uns auch politische und wirtschaftliche An­schauungen, Mehr als gut ist, trennen. In einem sind wir einig: Grenzen sollen uns nicht trennen. Die Einheitlichfeit unseresdeut- schen Vaterlandes ist für uns alle ein Latuck unseres Glaubens, unserer Liebe unb unsrer Lofsnung.

, (gez.) Ebert, Reichspräsident. (gciJ Fehrenbach, Reichskanzler.

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck unb Verla-: Britt)IW Univ.-Buch- und SkiibrMrferei N. tauge. Zchriftlettuuß. GeschiiftLfteSe unb Druckerei: Lchulstratze 7.

Zum 18. Zanuar!

Milder Errichtung des Deutschen Kaiser^ reiche- am 18. Januar 1871 in ber Spiegel- gilerie des Versailler Schlosses kam eine 23fr tcegung hundertjährigen deutschen Sehnens, Suchens und Ringens um natio-^le Einig­keit unb Einheit zum Abschluß. Er, war nicht deutsche Sckiuld, daß, um dies Ziel zu erteil chen, erst Alldeutschland nach Frankreich hin- ^iigehen und auf ben Schlachtfeldern sein lH-cht auf eigenes staatliches und nationales Dasein und die ihm in der Völkerfamilie ge- bthrende Machtstellung erkänipsen mußte. Napoleon ITT , ber schon in die italienische niqung-bewegung sich eingemischt und als Schiedsrichter in den Auseinandersetzungen :nit Oesterre ch sich astfgedrängt hatte, wollte irch gegenüber Deutschland eine Art Ober­hoheit pusrichten. Der Prozeß, den er 'nach btn alten französischen Rezepten Richelieus, Ludwig XIV. und des ersten Bonaparte ge­gen das neue Deutschland einleitete, endete ba- nialS in der Lochst'rnmung nationalen deut­schen Einheitsbewußtseins und gegenüber üterfeqener Bismarckscher Staatskunst mit «1 einer Niederlage. Aber einer der großen Pala- bine Kaiser Wilhelms, Moltke, prophezeite bett), daß wir in einigen fünfzig Jahren er­neut -um bas Deutsclie Reich zu kämpfen ha­ben würben. Diese Prophezeiung ist nur zu 'ehr Wirklichkeit geworben. Deutschlands schwerster, furchtbarster Existenzkampf war tri Kesseltre'ben aller gegen das eine Volk, das benf seiner Einigung einen beispiellosen Duf- ßiegin wenigen Jahrzehnten erreicht hatte unb das, koste es was es wollte, von seinen Feinden erniebrigt werden sollte.

Wenn wir in solcher Notzeit, noch mitten int entscheidenden Ringen um unter Sein, den 18. ßanuar zu einem deutschen Gedenktag wie nie zuvor machen, so tun wir's im Zeichen btr alten Lutherworte:Und wenn die Welt voll Teufel wär.' Das Reich muß unS doch blekben." Der greife König, ber auf Antrag ber beutschen - Volksver­tretungen mit Zustimmung sämtlicher deutschen Fürsten und Stämme die Kaiser- fctme annahm, gehörte zu denen, die sich ber Vorsthung und ihrem Walten fromm unb demütig beugten. Auch bei den schwersten Katastrophen und in den schwierigsten inneren Legen müssen wir die inneren, geschichtlichen jkräfte, die seit mehr denn tausend Jahren die beutfdKn Stämme in Not unb Tod, in guten unb schlechten Zeiten zusammengeschmiedet ha- - 6en, wieder lebendig machen. Ein 70-Millio- nenvolk kwie das deutsche kann nicht turntet gehen: kein Feind kann ihm das Recht, das mit ihm geboren ist, nehmen, ein Volk, eine Nation, ein Reich zu fein; nur an uns selbst kann der Segen scheitern, ben die im gfr sEschlchtlichen Werben ber Völker waltenbe Tcadit auch für Deutschland so oft bereit ge­halten hat unb fernerhin bereit hält.

Der Versailler Vertrag hat erst die Ver-

frurraruf: ffutbetm um 12 Uhr <rn, baß der Wagen ^arnmoge jbnig Wilhelms nahte. Von entern Choral bes j ber nadyten^

tHUS j» 1 JBcä babm neu HM W**8611*®

Berlin, 17. Jan. (WTB.) Aus der Kon- fereniber6rnähruiigflminiltct. bvarn 15. Januar in Dresden tag» unb ftd) mit ben Minoestoreisen ber ® e t r e i b t e r n t e von 1921 befehle, gab ber Reichsminister Dr. Hermes ber Auffassung des Rnchsrnmiileriums Mrsbruck. baß bie öffentlich? Bewirrschaf rmg aurrocht erbeu­ten werden müsse, baß aber bie brsbertge &orm bei Bewirlfchafiung nicht mehr beibdxdbairoet* ben könne. Der übenviegmbe Ten ber «rmrerau-