Ausgabe 
15.10.1921
 
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Unterhaltung Erhebung Selehmng

Dorrt bemerkt man nicht nur

von

der

daß eine uralte Sehnsucht der Menschheit in um

von menschlicher und tierischer Kraft unabhängig

Petroleum zu erzeugen, die bis jetzt schon zutage I über, jenseits des tiefen GrabenS an der Hoch- aefördert wurden. Die neue Forschung weist zur waldlisiere, bleibt dort stehen, schreit uns toü- ÄUUerstützung ihrer Theorie auch auf eine wich-1 tend cn und verfchwindet bann Im Graben. Reben

schätzen versucht, die verwesen und destilliert wer­den muhten, um die ungeheuren Mengen an

fliegen, während ich ihn alle Augenblicke von neuem reize. Da plötzlich erscheint er uns gegen­über, jenseits des tiefen GrabenS an der Hoch­

seren Tagen Wirklichkeit geworden ist: ein rasches und sicheres Fvrtbewegungsmittel zu schaffen, das

ist. Der Gedanke des Kraftwagens taucht schon bei den alten A e g y p t e r n auf; auf den Steinreliess finden sich Wagen abgebildet, die augenscheinlich durch den Rückstoß des in die Lust entweichenden Dampfes bewegt wurden. Erst Jahrtausende später hat der antike Mechaniker Hero von Alexandrien diese Idee wieder ans Licht gezogen und eingehende theoretische Erörterungen daran geknüpft, ohne freilich prak­tische Taten folgen zu lassen. 3m Mittelalter finden sich bei dem Scholastiker Roger Daco, der ja überhaupt in seinen Schriften die Ideen der Reuzeit in so erstaunlicher Weise vvrausnimmt, Andeutungen, wie manWagen Herstellen könne, die mit wunderbarer Genauigkeit nur durch die

ausflüsse, also Flammen, aus dem Boden, Jon . . ,

dem auch aus dem benachbarten Kaspischen I der Speichel von den erwartungsvoll tief herab­

kräftig nicht wie gewöhnlichauh", sonoeri umgekehrtuah", wie die ganz alten Karpathen. Hirsche gar oft zu gröhlen belieben.

mobilen. Zugleich mit den Anfängen der Eisen­bahn wurde, besonders von Goumey und Hancock, der Dampfstrahenwagen ausgebildet, und es kam zu einem regelmäßigen Personenverkehr mit auto­mobilen Dampfwagen, die von London nach ver­schiedenen Plätzen Englands fuhren. In den 30er Jahren be« vorigen Jahrhunderts gehörte der Kraftwagen zu den ständigen Strahenerschei- nungen in England, und wir haben darin einen Vorläufer des heutigen Automobilismus zu er­blicken. Als aber einige Unglücksfälle vvrkamen, erliest die Regierung 1836 die berüchtigteLoko­motive-Act", in der il a. bestimmt wurde, dast vor jedem pferdelosen Wagen in einer Entfernung von 100 Meter ein Mann mit einer roten Fahne gehen muffte und dast die Wagen höchstens vier Kilometer in der Stunde fahren dürften. Dadurch wurde jede Weiterenttrnckelung des britischen Kraftwagens unmöglich gemacht, und erst auf der Pariser Weltausstellung tauchten neue Formen des Automobils auf, die durch den Franzosen Amede Bvllöe außerordentlich vervollkommnet wurden. Zu gleicher Zeit mit seinerObsissante", die 1875 den 230 Kilometer langen Weg von Le Mans nach Paris ohne Unfall zurücklcgte, kon­struierte der Oesterreicher Marcus einen t och heut« grundlegenden Kraftwagen, der mit einer Pttro- leummaschine angetrieben, afjrr wegen seinesun­erträglichen Geräusches" verboten wurde. Mit einem auf einem ähnlichen Prinzip beruhenden ..Explosiv-Motor" errang der deutsche Ingenieur Gottlieb Daimler die ersten praktischen Er­folge und wurde so der eigentliche Erfinder deS modernen Benzin-Automobils, mit dem der Sie­geszug des Kraftwagens durch die Well beginnt

Meere, die durch Selbstentzündung der feinen und hängenden Lefzen. Auch er hat den Hirsch gesehen, flüchtigen Raphthadünste entstehen. Diese Licht- wie mir die heraufgezogenen Behänge zeigen. Ich erscheinungen sind am häufigsten bei feuchter kenne ihn ja doch zu genau! Da poltert es unten Luft. Auf dem Meere erfolgen sie in auffallend im Graben, ein Zittern der Erregung geht durch starker Weise nach warmem Herbstregen. Man den Körper des braven Hundes, aber er bleibt schließt daraus, dast sich tief unter dem Meeres- sitzen wie aus Erz gegossen, seinen Blick unver- bvden immer noch die merkwürdige Umwandlung wandt nach dem Graben gerichtet.

Tierresten in Petroleum vollzieht. Ich röhre noch einmal, da taucht das mächtige

Geweih aus dem Graben auf, kaum 80 Schritt von

uns entfernt und ich verschweige, behalte aber für alle Fälle den Ruf am Munde. Keinen Augen- lEllW jyiTjCgJCIyO blick bleibt der Hirsch stehen, sondern trollt in

ttt bCt 53U&OUHHQ. einer kleinen Mulde, nur Geweih und Haupt

.. , .. ... ,. . sichtbar, auf den Schlag hinaus, so dast er dicht

Ueber dte Anwendung des Httschrufs m an Äoge[| auf dem wir gut gedeckt stehen,

3agb, über dte jett einiger Zett tn der vorüberkommen muh. Als er auf 25 bis 30 Schritt Fachpresse ein interessanter Meinungsaus- bei uns vorüber will, schreie ich ihn herausfor- tausch zu beobachten war, hat Georg Graf dernd an. Sofort bleibt der Hirsch stehen, streckt zu Münster in einem sehr lesenswerten, mit den Träger und beginnt zu schreien. Doch im Bildern geschmückten BucheDer Hirsch- selben Augenblick krachte es und, wie vom Blitz ruf (Verlag I. I. Weber, Leipzig) feine erlchlagen stürzt der stolze «ecke im Scuer zu- zum Teil sehr spannenden Erfahrungen unb .und Wer - des Zusammen-

Ai r c rrc c £ m £ i. Lu ./=_ brechens aber und öte krampfhafte Haltung der Srlebntsfe auf her Rufiagd mitgete lp El 2äuse lieben mich einen KEchnb befürchten, gibt darin Anleitungen über dte Hilfsmittel Deshalb ich dem etwa sechs Schritt vor mir des Hirschrufs, für den er bestimmte Muscheln stehenden Iagdherrn sofort zuries:Roch einmal als am wirksamsten bezeichnet. Daß das Werk schieben, er wird wieder hoch!" Der Fürst aber

neueste Forschung: Das Petroleum ist aus Meeres­tieren entstanden, namentlich aus Muscheln."

Diese Behauptung ist durch sorgsame Experi- mente bestätigt worden. Es würben beispiels­weise unter einem Druck von zehn Atmosphären und bei einer Hitze von drei- bis vierhundert» Grad Eelsius hundert Kilogramm Fischtran der trockenen Destillation unterworfen. Das Ergebnis war ein überraschend gutes, denn es wurden sechzig Prozent öliges, dem Petroleum ähnliches 'Destillat gewonnen, das nach oberflächlicher Rei­nigung schon bei 35 Grad Celsius brennbare Dämpfe entwickelte und 90 Prozent Kohlenwasser­stoffe enthielt.

Freilich versagt jede Vorstellung ihren Dienst, wenn man die Menge der tierischen Leichen zu

nannt.

Die Erde bei Baku besteht aus Tonmergel, der oft so mit Erdöl getränkt ist, dah man dieses in besonderen Brunnen sich ansammeln laßt, wie anderswo das Wasser.

Erdöle, welche lange Zeit in Sand und Lehm dem Zutritt der Luft ausgesetzt sind, verdichten sich zu einer zähen Masse, dem Erdwachs, das schließlich erhärtet und dann Erdpech oder Asphalt heißt.

Die Meinungen der Gelehrten über die Ent­stehung des Petroleums gehen weit auseinander, selbst darüber, ob es aus dem Pflanzen-, Mineral­oder Tierreich entstanden sei.

Der berühmte Chemiker Derthelot schrieb 1866:Das Petroleum ist aus dem Mineralreich entstanden. Es quillt teils rein, teils mit Wasser vermischt, an verschiedenen Orten aus Erdschichten, welche auf Steinkohlenlager geschichtet sind. Wie es scheint, ist es das durch unterirdische Wärme in Dampf verwandelte, an der kälteren Erdrinde verdichtete flüchtige Oel aus den Steinkohlen."

Diese Ansicht kann vor der modernen For- t schung nicht bestehen, denn nirgends hat man ^.erhebliche Mengen Kohlen in der Erde gefunden, 'non denen man sagen könnte, dah sie zu dem , Petroleum in irgendwelcher Beziehung ständen. Umgekehrt mühte man auch in Kohlenflöhen oder doch in deren Rähe Steinöl finden, was jedoch nicht der Fall ist.

Die neuere Forschung hat zudem nachgewiesen, dah in den Hohlräumen gewisser fossiler Tiere, beispielstveise in den früheren Wohnkammern der Tintenschnecken in Kanada, Erdöl gefunden wurde, das aus dem ehemaligen Tiere entstanden ist.

Ebenso wurden an fossilen Korallen kleine mit Erdöl gefüllte Zellen aufgefunden.

Auch die Erscheinung, dah alle Schieferarien, die tierische Reste enthalten, bei der trockenen Destillation flüssige, entzündbare Kohlenwasser­stoffe liefern, während aus Schiefern mit blohen Pflanzenresten kein Petroleum erlangt werden kann, weist mit Deutlichkeit darauf hin, dah unser Petroleum ein Erzeugnis der trockenen Destillation von Tierkörpern ist, vollzogen in der groben Destillierblase, dem feuerflüssigen Innern der Erde.

Die neue Forschung erklärt dieses also:In früheren geologischen Epochen waren die abge­storbenen Tierkörper von undurchlässigen Grd- massen oder durch Meertvasser einem sehr hohen Druck unterworfen. Dabei entwickelte sich infolge der Wärme des Erdinnerns ein mächtiger De­stillationsprozeh, durch den das Erzeugnis in höhere und kältere Schichten gelangte und sich dann als Petroleum verdichtete. Die Frage, ob das Oel aus Land- oder Seetieren entstanden ist, entscheiden die Lagerungsverhältnisse vieler Pe­troleumbecken. Eie geben entscheidend Auskunst. Fast überall, wo Petroleum gefunden wird, trifft man auch auf Steinsalz oder doch auf salziges Wasser, sowohl in der neuen als auch in der alten Welt. Dieses gemeinsame Vorkommen von Petroleum und Steinsalz deutet auf eine gemein­schaftliche Entstehung hin, denn Steinsalz und Erdöl sind Meeresbildungen. Daher lehrt die

ttge und sonderbare Erscheinung bei Baku hin. i mir sitzt unangeleint mein treuerShvt". Ein allgemeine Licht- flüchtiger Blick nach ihm sagt mir, dah er die Si° hem CBnben. Ion- > tuation ersaht hat, denn vor Auftegung läuft ihm

Das ist der Alte," sagt der Jäger,oben am Sattel muh er schon sein, wenn er nur nicht auf die andere Seite hinüberzieht." Ich beruhigte ihn | und sage:Der ist niedergetan, das höre ich am Melden," greife aber dann rasch wieder zum Rufe und reize den Hirsch von neuem. Roch ein­mal antwortet er in gleicher Weise wie das erste- mal, aber schon beim drittenmal wird die Antwort gedehnter.So," sage ich,jetzt hat er sich schon erhoben und wird auch bald kommen." Und so war es auch. Gar bald schrie er aus vollem Halse und in unverkennbar gereiztem Tone, und man merkte deutlich, daß er immer näher und näher kam. Da plötzlich ein Krachen von Aesten drüben im Hochholze, jenseits des vor uns liegenden tiefen Grabens der den Schlag vom Hochholz trennt. Der Hirsch läht seine Wut an einem Baume aus, bevor er seinen vermeintlichen Gegner angreift. Dann schreit er zur Abwechslung herausfordernd, bearbeitet dann wieder den Baum, dah die Fetzen

Denken wir unS an Stelle der beiden gleich- zeittg erscheinenden Lichtsignale (Blitzschläge) zwei Pfeifen von einer und derselben Tonhöhe, die hinreichend laut tönen, so wird der in der Mitte zwischen beiden stehende Beobachter am Bahndamm weiter nichts besondere- wahrneh­men: dem Beobachter im fahrenden Zug bageaen wird die Pfeife, von der er sich entfernt, tiefer, und diejenige, der er sich nähert, höher ertönen. Bei diesem Versuch, der sich wegen der verhält- nismähig kleinen Schallgeschwindigkeit schon eher realisieren läht, wird die Relativität der Schall­empfindung von dem Ort, auf den sie sich bezieht, dargelegt: es ist dies eine nach dem Wiener Mathemattker Doppler (18031853) benannte Er­scheinung, und der Dopplersche Gedanke, der von Butzs-Ballot im Jahre 1845 experimentell be­tätigt wurde, kann als einer der Vorläufer der Relativitätstheorie (von der wir oben ihren Ein- I fluh auf den Begriffgleichzeitig" festgestellt | haben) angelegen werden.

Die Relativität der Gleichzeitigkeit.

Zwei Ereignisse, die für einen ruhenden Be» obachtergleichzeitig" erfolgen, sind es in bezug auf einen sich bewegenden Beobachter nicht. Alle unsere Beobachtungen hängen davon ab, ob der Beobachter ruht ober ob er sich bewegt, und nach Einstein hat sich diese Abhängigkeit auch auf die Zeitbeobachtung zu beziehen. Zur Veranschaulichung eines sich bewegenden Beob­achters muh vielfach in der zur Popularisierung de'- Relativitätstheorie dienenden Literatur der Fahrgast im fahrenden Ei'rnbahnzug herhalten. Stellen wir uns einen solchen Beobachter vor, so wurde früher stillschweigend angenommen, dah zwei Lichtsignale, die in gleichen Entfernungen vorwärts und rückwärts vorn Beobachter gleich­zeitig ausblitzen, dem Beobachter ebenfalls als gleichzeitig" erscheinen. In Wahrheit eilt jedoch der Beobachter dem einen Lichtfignal entgegen, dem andern voraus, und dies muh nach phtzsika- .lischen Gesehen zur Folge haben da ja auch das Licht eine endliche, wenn auch sehr grobe Fortpflanzungsgeschwindigkeit besitzt (300 000 Ki­lometer in der Sekunde), dah das in der Fahrtrichtung vorwärts gelegene Signal eher gesehen wird als das in der Fahrtrichtung rück­wärts gelegene Signal. So kommt es, daß für einen ruhenden Beobachter am Bahndamm zwei Ereignisse als gleichzeitig gelten, während die­selben zwei Ereignisse dem Fahrgast im Cifen- bahnzug zu verschiedenen Zeiten zu erfolgen schei­nen. Die Angabegleichzeitig" ist also relativ: sie hängt davon ab, ob man sie auf den ruhenden Beobachter am Bahndamm oder den sich be­wegenden im Zug bezieht. Man wird natürlich das eben entwickelte Gedankenexperiment nicht in die Tat umsehen können, d. h. wir können den experimentellen Rachweis nicht erbringen, dah der Fahrgast tatsächlich das eine der beiden gleichzeitigen Ereignisse früher sieht als das an­dere/ dazu ist die Fahrgeschwindigkeit des Zuges im Vergleich zu derjenigen des Lichtes viel zu gering, aber eS läßt uns erkennen, dah bei jeder Zeitangabe eigentlich gesagt wer­den muh, auf welchen Ort sie sich beziehen soll, und diese Relativität kann bei astronomischen Beobachtungen ins Gewicht fallen.

das durch eine mächtige Uhrfeder bewegt wurde Aber all diese Kuriositäten führten nicht weiter, und eine neue Epoche in dieser Vorgeschichte beS Kraftwagens beginnt erst mit IsaakRewton, der 1663 die Idee der alten Aegypter von der Verwendung der Dampfkraft wieder aufgriff. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sind die Erftnder tn Frankreich und England eifrig be­schäftigt, die S.pannkraft des Wasserdampfes für die Fortbewegung auSzunutzen, und es entstehen die ersten Dampfwagen. Als der erste Er­bauer eines Dampfautomobils, dessen Modell sich noch im Pariser Eonservatoire des Arts et Metiers befindet, wird der loth­ringische Militär « Ingenieur Gugnot be­zeichnet. Sein Dampfwagen bestand in einen» . ungeheueren Dreirad mit einem fabelhaften Dampfkessel, der von einem Lokomotivosen geheizt tourt/ Bei feiner ersten und lehten Fahri rannte dieses Automobil trotz aller Lenkversuche des Erbauers so heftig gegen eine Mauer, daß es schwere Beschädigungen erhielt. Etwas später trat der Amerikaner Evans mit einem Modell zu einem Dampfwagen auf, und 1800 schrieb er die prophetischen Worte:Die Zeit wird cffimal kom­men, wo man von einer Stadt zur andern in Wagen reifen wird, die von Dampfmaschinen be-

Wie entstand das Petroleum?

Bon Dr. meb. Wilhelm Teschen (Berlin) .

Durch Zufall fand man am 27. August 185^ Beim Graben eines Brunnens in Oil Creek bei Titusville in Pennshlvanien eine Petroleum- quelle, die wochenlang täglich vierzig Hektoliter Erdöl oder Petroleum lieferte.

Hier schuf der Zufall den Anlah und den An­fang zu einer wirtschaftlichen Bewegung, die an Bedeutung und Gröhe ihresgleichen sucht. Gewih kannten schon die alten Römer und Griechen das Erdöl, aber sie nutzten es nicht aus und legten ihm keine große Bedeutung bei. Sie benutzten es in rohem Zustande zum Einbalsamieren der Toten, zum Brennen fast gar nicht. Heute beträgt der jährliche Gesamtverbrauch zu Leuchtzwecken über hundert Millionen Hektoliter.

Soft 1859 wurden in Pennshlvanien uner­schöpfliche PetroleumqueNen erhöbet, die die ganze Welt mit Petroleum versorgten. Es brach ein wahres Oelfieber aus, das sich in den kühn­sten Landspekulativnen und Bohrunternehmungen zu erkennen gab und seinen Höhepunkt erreichte, als im Sommer 1860 eine fortwährend laufende Quelle erbohrt wurde, die ungeheure Mengen von Oel lieferte.

Im Februar 1861 erbohrte ein Deutscher namens Funk die erste überfließende Quelle, die täglich 450 Hektoliter Oel lieferte. Bald darauf erbohrte er noch eine weit ergiebigere Quelle. Während sonst Pumven nötig waren, um den Ertrag an Oel zu erhöhen, waren jetzt nicht genug Gefäße vorhanden, um das ohne Unterlaß hervorsprudelnde Petroleum aufzu­fangen. Schon im Jahre 1867 bestanden in Nord­amerika nicht toeniger als 380 Gesellschaften, die die Gewinnung von Petroleum bezweckten und alle gute GescAfte machten.

Co wurde das Petroleum innerhalb einer sehr kurzen Zeit einer der wichtigsten Handels­artikel, was die Veranlassung war, daß man auch tn der alten Welt eifrig nach Petroleum- auellen bohrte. Doch konnten die hier gefunbenen Quellen den amerikanischen keine Konkurrenz machen. Rur das berühmte Baku in Kaukasien macht eine Ausnahme. Es liegt auf der Halb­insel Apscheron, die berühmt ist durch die vielen Petroleumquellen und das ewige Feuer von Baku. Es steigt in mächtigen Feuergarben zum Himmel. Der Ort wird von den Parsen oder Feueranbetern, die sich hier niedergelassen haben, Ategasch ge-

nicht nur fachmännisch außerordentlich inter- hing die Büchse um und erwiderte triumphierend: essant ist, sondern die reizvollsten Ratur- ..Der rührt sich ja nicht mehr!" Dann steckte et bevbachttingen enthält, wollen wir mit einem N eine Zigarette an und bedankte sich für meine Abschnitt beweisen, in dem der Verfasser von K^ele»stung. rn herzlicher 'We.se wahrend ich seinen Jagden in der 'Sufototoa mäWt. ©r

toar dorthin von einem fürstlichen 3c9pberrn beschreiben läßt, stand er wieder auf den eingeladen worden, der seine Jagd abgeven Läufen und trollte, uns den Spiegel zeigend, da­wollte, weil die Hirsche dort meist nicht sicht- von. Sofort griff ich zu meinem Instrumente und bar wurden und der Fürst jährlich noch nicht ließ den Sprengruf ertönen, während der Fürst einen Hirsch hatte erlegen können. Gras zu die Vüchse von der Schulter riß. Ich selbst hatte Münster bewies, dah die sachgemäße Anwen- nämlich der Bequemlichkeit halber gar fein Ge- düng des Hirschrufes zu den erfreulichsten Er. wehr erst mitgenommen. Und ba ereignete es sich nobniffon Führt- I 8U unserem größten Staunen, dah der Hirsch am

9eD *' ' 9 * . nächsten Riegel, etwa 60 Schritt vom Anschuß

Es war prachtvoller Mondscheinals wir zur entfernt, stehenblieb, sich vollkommen breitstellte Pirsch aufbrachen, so daß wir auf dem schmalen un£ nach seinem vermeintlichen Rivalen zurück- Steige rascher vorwärts kamen als angenommen. I äugte, was ganz den Eindruck machte, als wolle er Schon nach zwei Stunden hatten wir den großen ung anschreien. Doch da krachte es schon. Aber, Schlag erreicht und mußten nun hier den Tages- merkwürdig, der Hirsch stand noch immer am anbruch erwarten. In Wetter Ferne: meldeteni zwei selben Fleck. Keinerlei Schußzeichen hatte ich Wahr- Hirsche unaufhörlich, waqrend auf dem wchlage nehmen können, und doch konnte er auf diese Cnt- vor uns nichts zu hören toar. Erst etwa eine f^nung unmöglich gefehlt worden sein. Da sah halbe Stunde vor Tagesanbruch meldete vor uns hast der Fürst von neuem repetierte und in ein Hirsch, dessen' Stimme wir sofort als die des Anschlag ging. Erst jetzt wurde der Hirsch flüchtig Vierzehnenders erkannten. Kaum aoer hatte der unb verschwand jenseits des Riegels. Ich aber Hirsch ausgeröhrt, da erschallte weit draußen auf ^ar infolge dieses Vorganges so erstaunt, daß dem Schlage eine zweite Stimme, ein mächtig xd) erft ^ran dachte, den Hirsch nochmals an- tiefer Daß.Das ist der Zehnender sagte ycr aUfcbreien. Da aber fiel mir ein, daß es bei den (Jäger,bin neugierig, ob sie wieder raufen vielen trichterförmigen Einsenkungen sehr frag» werden. . sich sei, ob wir den zweifellos schwer kranken

Roch ist kein Buchsenlicht: wir wagen es Hirsch je wieder zu Gesicht bekommen würden, daher nicht, die immer flotter meldenden Hirsche | deshalb ich rasch meinemShot" ein Zeichen anzupirschen, um auf dem sehr kupierten Schlage Einzug reisen. Wie der Blitz war der brave

nicht etwa anderes Wild dabei zu vergrämen. H^nd hinter dem Hirsche her, während ich toic- Dem Fürsten aber flüsterte ich zu:Sobald halb- Sprengruf ertönen lieh. Aber schon nach

Wegs Schußlicht ist, müssen wir trachten, m die wenigen Sekunden verkündeteShot" mit tiefer Rähe der Hirsche zu gelangen dann rufe ich den Stimme, dah der König der Wälder sein Leben

Zehnender an, der als alter Raufer sicher bald ausqehaucht habe.

zustehen wird." Doch es sollte anders lammen. ---------

Wir hörten plötzlich, daß die Hirsche bereits an- einanbergeraten waren. Ein wütender Kamps AUS ÜCt MlHOpCtt

hatte begonnen, denn man hörte deutlich das An- einanderschlagen der Geweihe, obwohl wir uns vbS Jvcujiuniyeil».

noch außer Schußweite von den Hirschen be- Das große Automobllrennen und die damit sanden. Roch immer aber war kein Büchsenlicht verbundene Llutomvbil-Ausslellung zeigen die tm- eingetreten. Da plötzlich ein mächtiger Schrei in ponierende Hohe, auf der sich heute das Kraftsahr- tiefstem Dasie, der Siegesruf des stärkeren der wesen befindet, und wir können stolz daraus sein, beiden Rivalen zweifellos, dann tiefe Stille. Als dann endlich der Tag zu grauen begann, forderte ich den Jäger auf, uns auf nächstem Wege dort­hin zu führen, wo die Hirsche gekämpft haben mochten, und dem Fürsten sagte ich, dort wolle ich die Stimme des Vierzehnenders, den ich für abgekämpft hielt, nachahmen und so ver­suchen, den rauflustigen Zehnender neuerdings zu Kampfe herauszufordern. Wenn letzterer wirk­lich ein solcher Raufbold sei, wie ihn der Jäger beschrieben habe, und noch nicht allzuweit fort- ?ewechselt sei, so werde er wahrscheinlich zurück- ommen, sobald er die Stimme seines soeben ab­gekämpften Rivalen höre.

Rasch, aber doch auch vorsichtig, geht's dann auf dem mitten über den Schlag hinwegführenden Pirschwege vorwärts. Weder nach rechts noch nach links ist Ausschuß vorhanden, bis wir schließ­lich an dem etwas freieren Ende des wohl einen w _ o_.

Kilometer langen Schlages ankommen.Hier ist Hilfe der Wissenschaft und Kunst und ohne Ver- der Hauptbrunftplah," sagt der Jäger,hier Sendung von Tieren in Bewegung gesetzt werden." dürften auch die Hirsche gekämpft haben." Rasch Erwähnungen von Versuchen, solcheWunder­überblicke ich das Gelände, sehe -ein ' fleinen tDagen herzustellen, finden sich verschiedenllich Kogel, der mir geeignet erscheint, u id strebe in alten Chroniken, worauf Feldhaus auf- diesem zu, gefolgt vom Fürsten und vom Jäger, merksam gemacht hat. So lesen wir ä. D. in der Auf dem Neinen Aussichtspunkt angekommen, neh- Chronik von Memmingen aus dem Jahre 1447: men wir rasch Deckung, und dann röhre ich so- 2lm Montag nach dem Reujahrstag ging ein fort kräftig in den stillen Morgen hinein, die richtiger Wagen zum Kalktor herein bis an den Stimme des Vierzehnenders nachahmend, und Markt und wieder hinaus, ohne Roh, Rinder bald darauf noch einmal, da nicht sofort Antwort unj> Leut, und war wohl verdeckt, doch sah der kam. der alte Herr also jedenfalls nicht mehr in Meister, so ihn gemacht hatte, darin." Die Tätig- nächster Rähe war. Als ich dann die Muschel fett desMeisters" in dem so wohlverdeckten nochmals ansehte, um zum drittenmal zu röhren, -Nagen mag aber doch vielleicht zur Fortbe- da ertönt es ober uns im Hvchholze kurz aber Regung des Wagens ziemlich viel beigetragen sondern haben. In der Chronik der Stadt Pirna findet 'c sich ebenfalls eine Rotiz über einen Kraftwagen:

Im Jahre 1504 unterstand sich em Bürger, der sehr erfindungsreich war, einen Wagen mit Rä­dern und Schrauben &u machen, der sollte ohne Pferde, so einer darauf sähe und die Schrauben zöge, von selbst fahren, wohin er wollte. Um nun diese seine Kunst zu beweisen, richtete er alles Rotwendige zu, um nach Dresden zu fahren: er tarn aber nicht weit, so blieb er tn dem Kot, der die Zeit groß war, stecken: auf der Ebene und im Trocknen hätte er eS mögen fertig bringen. Dabei war eine grobe Menge Voll, jedermann wollte solch neu Ding sehen."

Je weitere Fortschritte man in der Kenntnis der Mechanik machte, umso eifriger wurde das Problem in Anarift genommen. Sv findet sich in den handschriftlichen Zeichnungen de« seiner­zeit berühmten Rürnberger Mechaniker« Bert­hold Holzschuher aus dem Jahre 1658 die Kon- struktion eines Wagens, der durch Zahnräder in Bewegung gesetzt wurde. Sodann hören wir von einer Erfindung de« Rürnberger Zirkelschmiedes Hans Hautsch, der im Jahre 1349 einen Kraft­wagen durch einmechanisches" Werk fortbewegt haben soll. Tatsächlich aber waren Männer oder Knabe« im Innern de« Wagen« versteckt. Lud- , v --

wig XV. wurde 1740 et» Sabcueta vorgeführt, | haben) angel eben werden,

toegt werden. Der Passagier, der morgen« Wa­shington verläht, wird in Baltimore frühstücken, in Philadelphia zum Mittag elfen und am selben Abend in Reuhvrk speisen." Besonders eifrig beschäftigte man sich zu Anfang deS 19. Jahr­hunderts in England mit dem Bau von Auto-