nr. 268
Der eichener 1 wirten erMjetm loglich. «vtzer Sowt. eiib gebriaae. ®eiiflf||*<8f<aofprefr. Tl> 5.50 ttn|d)L Iräqn. tflhm, durch die Dost DTK. 6.50 ftn'dil BefteL- geld, auch bei NichterjcheU n,n einjelner Nummern infolge höherer ®tDdlL Ierniprech-NnschUtlse: ffirbif Sdirtltlrttung 112; fflr Druckerei, Verlag und iLe chafiestevk 51. lnld)rift für Drahlnach« richi,n^n;ef-er »letze».
vaßfche^lonl«: gronf'nrt a. M. Hu86.
Erstes Blatt
171. Jahrgang
Dienstag, 15. November 192(
GietzeimAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
druck und Verlag: vrüdl'sche Untu.'vuch' unö Stcinöruderel R. Lange. Sd?riftkitung, Oeschüst§ltelle und Druckerei: ZchnlUroße r.
3nnapmt p»n Mnifigri für bir laqeenummer bit jum Nach-n itacj vorher e n«j«d« Ilerdindl chderl. Drei* tlr l mm Höhe für Anzeigen v 34 mm Vrcil» örillch 55 Di. 6u»n>drtl 65 Dl: für N.dlame. Anzeigen von 70 mm Vrcile 250D! Del DIatz» »eddinfi 20 Huf <hl<jg. f)oup.|d)nftl#iier
6 e<* veranlworliich Rr vo[l:ib: ®o<ij;
r den übrigen Teu: flarl Dol'her; für de» Anzetgenieil >'-an» Beck, sämtlich In Siehe».
Die Abtretung der deutschen Rheinflotte.
Von Dr Richard Hennig. Prvfellor der Ve.kchrSw.si«n'<chaft an der "IDiiVdy tShochschule
Düsseldorf.')
Für Deutschland tfl da» schllmmste am gegen- »Lrtlgen 3ufianb dir ilnriarbcü und ^Ingewiß- heit hinstzchtlich der Zukunft de» Rhein». Doch tneth man nicht, ob bk neue Rteinkommlssion In ihrer Zukammmseyung wieder g ändert wird ober nkcht. bi keinem Falle, ob und wann sie arbeit»» fähig fein wird. The ater nicht gan* klare Der» hältnisfe gefchoffen find, ehe nicht auf tem Rhein v'eder eine Verwaltung tätig ist. bie unbeeinflußt von Reibungen innerhalb ter Äörpe schuft felbfl, weiß, wa» sie will, bk wirklich fachkundig Ist, nicht mir in recht!ich?n, fondern auch In technischen und wirtschaftlichen Fragen, und die schließlich den Dillen und die Fähigkeit ,u raschem her» nunf'.gemäßen Hanteln hat, eher Barm eine wirtschaftliche Gesundung kaum erhofft werden. 5X*un<t>!anl> leidet natu sich unter allen b irossenen Ländern am meisten unter der Unsicherheit der Zukunft ferne» wertvollsten Strome». Die Ablieferung eine» flroten T U» der deutschen Rhein- flotte an Frankreich bk Ar.i'el 357 de» F leben»* vertrage» uns auf erlegt, ist eine lediglich hon Hast und Rachsucht und sadistischer Grau'amkeit eingegebene D stimmung. die den vergewaltigten Deliegten raffiniert peinigt, ohne daß irgendein □tunen daraus entsprinat. Frankreich wird. mit den geraubten <?ch s en herzlich tomlg ober nicht» arrtufangen wissen, zumal da sie sich zur Verwendung in den französischen Gewässern und tn sran- tzöiifchrn wänden infolge ihrer tesonteren ‘Bauart zumeist üb.rbauvt nicht eignen. Die abzu tretenden Fadl-,nige werden großenteils. ftall zur Dieter- bekhina de» west» und mit eleuropäischen Dirischaf l» leben» kräftig betyitragen, einfach brach- l legen.
Dazu kommen verschißene Unklarheiten der tm Frieden»vertrag vorhandenen Destkinmungen. die teil» auf eine allzu flüchtige Ueberletzung im amtlichen deutschen Xecl. teil» auf absichtliche Unbestbmn'h tt und Zweideutigkeit der Oriqinal- faHung zurüctzuführen sind 3n letzterer Hinsicht bat ja da» englische Mitglied der Versailler FriedenSdelegation John Mahnard Ketz - ne». In seinem Aufsehen erregenden Buch .Die wirtschaftlichen Folarn de» Fr>ed?nS>crtra-iS" da« interessante Geständnis gemacht, jeder Paragraph dcS Friede nSr ertrag»
.habe seine eigne nur dm Eingeweihten bekannte Geschichte und sei ein Beispiel hon Hinterh''ltigkeli und 3n:rlgucn. Erst In diesem Sinne seien die Bestimmungen verständlich. Die im Vertrag angewandten Dorte hatten mitunter n ir den Z oeck allzu große Gegensätze te el"»einen B?r rrgepartclcn die sich alle hei d e en Torten ihre eigenen Gedanken machten. zu überbrücken."
— Und auf ein also von sachkundiger Seite charakterisierte- Dokument soll nun Deutschland seine wirtschaftliche Zukunft tm allgemeinen und die seine» wertvollsten Strom» Im besonderen aufbauenl
fflne derartige höchst wesentliche Zweitem» tigkeit finde! sich tn § 6 ber 3 tm Teil Vlli de» Versailler Vertrag-, der von den Dicder- gutmach,ingen handelt. Hierin bett)! eZ:
.Dutsch'a d verpst ch'.et sich, binnen zwei Monaten nach 3ntrafttrc:en d » g gento^r gen Vertrag» femäh cl *em von d r ÄommtPion für Dleterguttnachrng autuistellenden Verfahren den alli'.e ten u b as'ozilerlLn M°ch cn alle die Schiffe u d axte-en dewrgl chen Fahrzeuge der 5lu' f. rt fab t die seit dem 1 Aug 1914 unter i gendwe chem R cht) le! In sei et Besitz oder In den B»fl) ei te» seiner Staat»» ang hörigen gelangt sind und d.ren Identität fest steht. In QZatur und In einem gcbrauchZ- fühigen < ustand zurlickzug.dm.-
Ob c» sich bei dieser .Diederautrnachung" nur um beschlagnahmte Enterte-Fah z uge handelt oder auch um ordnungsmäßig von Ventralen gekaufte ist — wohl nicht ohne Absicht — un- fiar gelassen
Frankreich suchte letzt solche Unklarheiten nach Möglichkeit, insbesondere mit der zumeist in Betracht kommenden Mannheimer Firma Fendel. zu feinen Dunsten auSyin ihm. indem e» zunächst mit den deutschen LH einschi sf-Be'iyern direkt verbandeln und kraft der ihm zu Debole stehenden Dlachk» und PressionSmiUcl jcwe lig dk ihm genehme Auslegung durchdrüken wollte Die deutschen Unternehmer und Ge'ellschaften hatten aber »um Teil keine R?igung. dir Angelegenheit tn dieser Drife zu regeln, sondern wünschten mit der französischen Beg.hrllhkeit nur durch Vermittlung des eigen» vorgesehenen Shied?gerichS zu verhandeln, da» unter anerikanifchem Vorfiy de» Herrn Hy ne» arbeitet und infolgedessen wirklich unparteiisch au sein scheint. 3n dem endgültigen Spruch de» Schiedsgericht» haben sich aber die Franzosen eine ungeschickte deutsche Ueberseyung des Art. 357 in der Tat zunutze gemacht.
Arn 9 Hanuar 1921 hat nämlich diese» Schiedsgericht einen Spruch gefällt, wonach Deutschland 76 Proz. der Aktien der .Rhein- schiffahn»-A.-D. vorm. Fendel" in Mannheim, die Einrichtungen dieser Gesellschaft im Rotterdamer Hafen (ohne daß Holland befragt wird!) und ganz bestimmte Mengen von Schleppkraft
') Der Aullatz ist dem bei der Deutschen Ber- lag»ges.ll'ch ft für Politik und Geschichte m. b H. tn Beilin 1921 erschienenen D.rk des Versager» .Rhemfch.fiahrt und Derfailler Friede" entnom» een.
und Schiffsraum an die Franzosen abzu treten I bat Die dtele abzu tret enden Mengen sich zum Bestände der deutschen Rheinslotte (Otano von | 2 ade 1912) und zu den von den Franzosen vorher gelotterten Schilf »mengen stellen, mag folgende Tabelle »eigen:
Gesamt- v.Franzosen wirklich bestand gefordert ab zu tret Schleppdampfer (in ?8) Ito 175 65000 23761
Schleppkähne (in t) 22*3150 828000 25*150 Dabei soll ter Schiffsraum ter Reederei Rhein» sch.ffahrt»-A-G. deren Aktien zu 76 Prozent ab zu liefern find, aus die Ablieferung entfpre- ckentz "-—rechnet werten. Dielet Schiffsraum betrug 1920:
Schleppdamper von 1/005 P»
85 S6.l p)käh « von 9000) t cd. 100 Mletkähre von lOOCO) t Der Grund, warum tk Franzo'en tn erheblichem Umfang Arien statt Schiff Zrau n gewählt haben, ist darin zu tuchen, daß ihnen die Erfahrung In ter Oberrhein-Schiffahrt vollkommen fehlt.
Japan und der Abrüstungsvorschlag.
DariS, 14. Rov. (DTB.) Der Sonder- berichiersta:er deS .Beto Vvick & rD“ in Da- shington. LouiS Seibold, dessen Artikel über die ^usiänd-r in Japan kurz vor der 2 ösfnung ter DashinatonTr Konferenz getoisfc» Aussehen erregten, teilte f tnem Blatte u. a. mit, von englischer Seite sei tie Anregung gekommen, die maritimen Fragen einig? Ta^e ».uruck ust l'.en, namentlich wenn f»a^an ein tre ti mehr Zeit zum Studium te» Hugh?»s^>en Planes zur Formulierung ter Gegenvorschläge zu haben wünsch?. Von ter Haltung ter fapan schm Delegation sagt S ibvld, die Sachverständigen liehen durchblichrn. tah ihre Gegenvvrschlä'te bebeutenb von benen HugheS abweichen würben. Admiral xato habe als Lprocher ter Ha^a er ble Vorschläge Hughe» al» sehr bestimmt und sehr logisch begrubt, sich aber beeilt, zu erklären, dah nach dem vorläufigen Gindruck nicht aus die Politik ter japanischen Regierung ge'chlo'sen werten dürfe. Der Korrespondent weist noch aus die Angelesenheit te» japanisch m Opp"s it)n^füh'e'S im Parlament. Rotschiukl, ter sich nicht al» Mikl ed ter Delegation, sondern aU B obach.er tm Auftrage seiner Partei in Washington aus- halte, hin. ein ilmfiaib. der die UielnlgMt zwischen den politischen Parteien In Za van In da» rechte Lich' rücke. Rvtfch u i erf'ä -te, Japan kSnne die Vor'chläge HugheS nicht mmehmen, wenn nicht gleichet iq die Befestigungen im Stillen 0,'an aufaogeten würden. Rach Ansicht vieler amerikani'cher Mer ne f ziere — sä'nck Seilo d fort — würde ab r tie 2u are ter B fefltgunrcn unter Umständen ten Ve lüft ter paz f st s e i Besitzungen in ten Bereinigten Staaten bedeuten. Unter dm japanischen Zeitungskorrespondenten stellte Seibvld die vorhei-rschmte Meinung fest, da st Japan möglicherweise die Annahme der HugheSsch n Vorschläge von ter Derständiaung üter die Beseitigung ter B fefilninren im Stillen O^ean ab'ängig rnachm we d?. Die B fe Lungen tm Stillen Ozean, namentlich auf Manilla und Honolulu feien ater, wie ter Korrespondent hin- tttfügt. Landbesest igun-en. die al» solche bei ßtn- schränkung ter Landtesest Igungen zur Sprache kommen mühten.
Paris. 15 Rov. (DTB) Rach einer Meldung au» Washington wird die javanische D el eg a tion s»ch mit ter Ginschränkung ter javanischen Flotte auf 10 Drvbkanrpffchisfe ein- herftanben erllären. jedoch nur unter ter Be- dingnnq. dah eine entsprechende Herabsetzung ber englischen und amerikanischen Flottenstärke eintritt.
Pari», 14 Rov (DTB ) Admiral Äato hat. tote ter Sonderterichterstatter ber Ha^as» agentur au» Dafhington meldet, ten Preste- bertretem unter anderem e'cklä-l: Iavai fei wie andere Länder Über die Au8flcht auf bie finanzielle Grletchterung di? fih na h drn Vor'chläaen HugheS eröffneten erfreut Bis j-yt ha e Havan Befürchtungen gehegt die es gmLtst bä tm. die SchiffSbauten fvrtz..>setzen. S» habe nirnial» in seiner Politik noch in feiner A'sicht gelegen, mit irgendeiner der beiden ersten Se'mlchte ter Dr't zu rioalifleren. Die Erklärung?n Huthes hätten die Lage geklärt. Versicherungen von Havan» Seite seien unnötig. Der graste A'stard zwischen Hapan und ter amerikanischen Küste und die Uederlegenheit der De-einiqten Staaten, was Reichtum und HillSmlUel anUnge matzten etwaige Verwicher-angen von Hapars Seite überflüssig. Dena die Befürchtungen beldwsei.ia ze-- ftreut seien, könnte e» nicht a rSblribrn. datz ein Abkommen zwischen den V.reinigten Staaten und Hapan abgeschlossen werde.
Paris, 14. Rov. (DTB ) Rach einer Me'- bung te» .Rew Pork Herald" au» Tokio sieht da» japanische Budget für bi8 kommende 3a6r im Abschnitt für das Heer eine Herabsetzung von 273 auf 233 Millionen urb für die Flotte eine solche von 493 auf 394 Millionen Bei vor.
Die Aufnahme deck HnabrS'schen Dor» schlaqcs in Atnrrika.
Reuhork. 15. Rov (DTB ) öm Fu-kfdruch meldet, tast Senator Borah gestern in einer Mas enversammlung gesagt habe ter von Staatssekretär Hughes aemachte Vorschlag in ter Ab- rüstung-frage gehe noch nicht weit genug. — Die .Reuhork Times" meltel au» D soingwn. baff kein einziger Senator dem von <ughes gemachten Vorschläge widersprochen hadV Hughes
habe mit B r l a n b eine Unterredung gehabt, in ber auch die Ginschränkung ter Rüstungen z u 2 a n b besprochen worden sei.
London. 14 Rov (Dolfs.) Die .Daily Blair meldet auS Dafhington. Staatssekretär HugheS bäte durch fein Vorgehen der republikanischen Regierung, die In ten Vereinigten Staaten in ten letzten Monaten sehr stark kritisiert worden sei. große Volkstümlichkeit ge- gesichert. Dem gleichen Blatte zufolge fragt man sich in Dafhington. in welchem Maste bie Annahme teS amerikanischen Plane» davon ab- hänge, ob bk Konferenz ble schwierige politische Frage teS fernen Osten- (öle. Man hoffe, bah Staatssekretär Hughes am Dienstag mit einem neuen, konkretenPlan betreffend die Zukunft ThinaS und die internationale Behandlung ter großen Probleme te» Stillen Ozean» kommen werte
Die au» Dafhington berichtet wird, nannte Balfour ble Erklärung te» Staatssekretär» Hugh?» eine (übne staatsmännische Aeusterung. die unendliche Mögllch'eiten enthalte Er sagte, er stehe unter dem Eindruck ter Klarheit der Dane Hugh?» und hoffe sehr auf befriedigende Ergebnisse. Balfour soll noch hlnzuge üzt haben, daß er sich um zehn Jahre verjüngt fühle Lord Ridbell soll von ter Dashin itonrr Konferenz an Lloyd George telegraphiert baten, datz jedermann sehr zuversichtlich auf fruchtbare Ergebnisse hoffe.
Die fragen deS fernen Cffrn#.
Pari», 14. Rrv (DB 1 Die d e HavrS- agentur au» Daf hington meftet, wird angenommen, dast Stoa Slekr tär HugheS nicht In lxr Lage fein werte, in ter F'age teS fernen OstenS und ter d?» St llen Oz--anS einen etenfo klaren und bestimmten Plan vo^z lefen tote er ei hinsichtlich der Seerüsiu gen getan hab?, u d 8*rar wegen ter terf<tivb:nar igen Interessen, bk dort Vorlagen. Ferner glaubt man foior tast bk Konferenz mit dem u spr^giich v röff-ntl'chten Prog amm b ginne' und dk Fragen Pu kt für Punkt vornehmen Worte, um eine befere Lösung zu erzielen.
Besprechungen Hughes' mit Briand.
Pari». 15 Rov. (DTB.) Rach HanaS- melbungcn aus Dafhington fal HugheS gesternt eine lange Konferenz mit Briand und d m französi'ch n Botfcha'kr Oufferonbü^erblc Lage Frankreich» gegenüber Deutfch- land, über die franzöfi chen mllit^rischrn Streitkräfte und über dk Summen, bie Deutschland j schuldet, gehabt.
CcftcutHcfie obrr (Trhr:m<* S tinnifn?
Pari». 14. Rov (DTB) Die ter Sonderberichterstatter ter HahaSagentur auS Dash i n g t o n m ltet. wird die Frage, ob die Sitzungen ter Abrüstungskonferenz öffentlich f'in follm. toic ein Tell ter amerlkanifben öffentlichen Meinung und eine R folu^ion teS 6ena‘6 es verlangen, folgende Lösung finden: Die Sitzungen mürben prinzipiell für ösfentlich erklärt, praktisch aber In den meisten Fällen geheim aebaften werten. Denn eine Delegation die öf entliche Meinung alS Richter über ihre Rewellsührung anrufen zu müllen glaube, werte sie immer bie Möglichkeit haben, eine öffentliche Sitzung zu verlangen Rach tem B Tieftrrüatter ist es zwr f r>ift. ob ble englische unb ble javanische Deleanlivn von ihren Regierungen Anweisungen erhalten hnben. bie es gestatteten. sich schon jetzt ein Bild von ihren Ansichten über da» HugheSsche Projekt zu machen.
Die Beratungen in Berlin.
Berlin, 14. Rod. Der »Deutschen Allgemeinen Zeitung" zufolge wirb da» Reichs- ! a b l n e 11 heute abend zu einer Sitzung zusammentreten. in der es sich mit dem ganzen Komplex der mit ter R e v a r a t i o n S f r a g e zusammenhängenden Fragen, also vor allem mit der vorläufigen Reparationszahlung und mit dem von den Vertretern der 3 n b u ft t t e gemachten Kredikangebot be'a'sen wird. Die die Blätter weiter mlttellen. hat die ReparativnSkommisiion bisher der deutschen Regierung einen Beschluß über die 2Irt der Zahlung der Reparation nicht mitgeteilt. Auch ist nicht bekannt, wann und wo die Kommission mit der Regierung über diese Frage zu verhandeln gedenkt.
Der „Vorwärts" tritt dem Gerücht entgegen, wonach der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen GewerkschaftSbundeS dem Reichskanzler erklärt habe, dah der Gewerk- fchaftsbund und auch die sozialdemokratische Partei bereit wären, sich auf eine Entstaatlichung der ReichSeisenbahren cinzulasstn. Lei- pard habe dem Reichskanz'er in der Besprechung am 11. d. M. den Beschluh deS Allgemeinen Deutschen EewerkschaftsbundeS mitgeteilt. der die von den Industriellen erhobenen Forderungen unbedingt ab lehnt. Lcipard habe dann weiter die Erwartung ausgesprochen. dah die Reichsregierung die unerhörten Ünternehmerfvrderun en strikte ablehnen werde. Einen anderen Standpunkt soll, wie das Blatt hört. Baltrusch von den Christlichen DeLerklchaftea eingenommen haben.
Dik deutschen Rcpnrntion^schnfden.
Paris. 15. Rov (DTBl Dk .Shkagv Tribüne" meftet auS Difhington. test ter Han» telStevartemeni gestern rin? Uebersich! Q5;r die gesamten teullchen RcparationSschulten oetBffent- sich, hat. die sich hiernach auf 32 455 800 00Q Dollar belaufen unb durch S ch ilbverfchrribungen in Serie A. B unb C gedeckt sind, von denen Serie C noch nicht übergeben sei. Bei einer sesten IahreSzahlung hon 476 600 000 Dollar kne okrt-ljährlich M^Ibar ist. unb einer TSprozentigen Abgabe non Derlen der deutschen Ausfuhr, die eben r> vierteljährlich, unb zwar tn ter ober in Daren, zahlbar ist. sollen diele Sch ilten getilgt werden. Die blS jetzt von Deutschland aufgebrachten Summen erreichten die Höhe hon 369 000 000 Dollar.
Henderson ilb-r bi<* tt»möjlichkcit der (^rslillnnq.
London, 14. Rov (Dof.l En einer Rete tn LivervO'l erklärte Arthur Henderson^ ble englische Arbeiterschaft fei ter Ansicht, Deutschland "mOsie bestimmte gerechte Reva- ra'ionen leisten. Die Bermind rmg der Prv- bukttonSkrasl Deutschland» durch bk Teilung Oberschlesiens mache bleS jedoch un- möglich De engli ch' 2 beitena tei re urteile bie wiN'chrftllchm Be'<Immungen te» B-rtalller Be-trag?» unb sei ter Ansicht, baß bre auf'rlea'en Bedingungen bk Dteberterstelluna de» wirt- schas.lichen Leben» Deutschland» oerU tterien.
Jur Bedrohung der Deutschen Werke.
Berlin, 14. Rov (DB ) 5>*e Vertreter de» ®ei<rmtb?trtete» de» Tter'e* Spanp u der Deutschen Derke. u*t?r Fü r l-g tet Vorsi"en- ben Lueck, herb ante Iben teufe Im Auftrage ter teutfch'n Ardeiterfchast «nit (^Teraf 2 r> f • (et. Bet den B fbrrdm gen war a ick Gereral Bietern ?uge «r 3i te* m hr^t mb g n Be- ippechung tegrüntete ter Borflrente bei Gelamt- b.?trteb8r(Tte# die Forteru-^gen ber Arte tnebenet, bie aus die Zurückziehu"g ter f it Sevtemter gegen die ®cut*<ten De-ke A D. e 'alle"en Toten at)Me[ten. D'.e Bcrtre'er ter 2 beirncbmcr- fckast l'e'«n leinen .•to-lfel teriter. datz fte auf E s Hu"g ih er Fnrte u"gen test«den würben General Roll t he sp ach, bie von ten Ar» beitnehmer!>'r,irtem argen bie Gote^trmatmah- men hergob achten Grünte ber BoifiterIUrton- serenz üu 'chrmltteln, bä er ble Gründe für ble Aushebung ber Roten durchaus würdige. Die Btteitncbmer mach-n ttrt i to*T«r« D^l u a tetem rbsä^gt', ob tk a!S- baltegc R ck a^m« der QUtcn durch bie Bok schafterkonscoenz erfolgt
L ne Nede des preufzischenMin sterpräsidenten.
Mühlveim a. b. Ru br. 14 Rov (Dollf.) Der Preu'llch' Btlnl,1ct'"-ä(tent Braun krach hier tn einer gut besuchen Versammlung zur augenblicklichen politischen unb wirtschaftlichen Lage unb sagte, daß ber Entscheid ü6t Orerf<Ve-;ei. wv'urch mir i ei 'cho^- ren Verlust an Land unb Leuten «rillten hälfen, sehr schmerz hast für un» sei Aber am schmerzhaftesten sei ter wirtschaftliche Verlust Richt der RelchSkon-.ler unb feine Polisik trüq-'n die Sck.'ilb an biefem Verlust, fondern diejenigen Äreife, die für bk KriegSoolitik ble Verankwor- tung getragen hätten. Denn eS g lungen sei, eine Bmrofhbäre der Einsicht tm rh mal» feinb- lichen Ausland In fH--enbem Maste zu erzeugen so fei das auf bk P'-si'ik des KabinekiS Dirth u"b Ne An"a'm? be» äl't m-tumS zurück uführen. Die Gegner flde-n mit jedem Tage mehr u b mehr eH. ba1* tlmnögllch?» hon uns zu ne^lnnaen sch''«'!'ich ten Todt«- engsick«n. sra z'ltschen und arnesikanlfchen E vor:Industrie bedeut n wü te. Durch den schach'en Stand ter Mark griff In fetotffm Ärefm eine Rlr'enshestilatlon Plan, ble al» Folge hn Cante eine Kaufpanik terhor- pc-ufen hate. Ge «n den Kartoifeltoucher mülle mit allm Mitteln voreegan"«n w rken Die Industrie hrrfange jetzt die Entstaatlichung der Eifenbohnen. Dagegen müsse sich di« Bevölkerung mit aller Energie to^ben Clne Erhöhung ter Verbrauchssteuern könne nicht verlangt we-ten. ehe nicht ber B fitz In orsirm Maß« he cmavzogen fei. Alle Kräfte ter Staatsgewalt mü'. en auch etn'*efet>t we-brn gerei jene Äreife, die sich flogen tk rehub'ckanifch' Berln'funa auf- lehnen wollen. Das T« hö tniS ter Siaat'b amten ge**en bie Republlk müffe ein anbe-e» werten. Der Redner betonte to*tter mir Koaliiivn ber Parteien, ein» solch? Koali Ian fei nicht auS Vergnügen gefchlollen Worten, fontem fei ein G?bvt ter nackten Vernunft. Dabei müffe jete Partei etwas von ihren Forderungen aufn^b'm. Die neue Kultur beruhe auf ter P licht deS De- ineinfinnS. Der Saoismu» fviele noch tn okf-m K'eifen eine grote Rolle. Der Bü g-* krieg würde nich'S weiter teteu'en, al» ten vollständigen Untergang Deutschlands.
Stadtverordnelenwahlen in Leipzig und Dresden.
Leipzig. 14 Ttrh (D'lll i B?i ten re» fingen Siadtve-ordnete wählen w r- ben insgesamt 319 327 S Immen abg-g ten. Dt- oon entfallen auf die MebrheitSioz allsten 2': 423 11voraussichtliche Zahl ber Sitze S>. U S P 114 733 (24). gcmeinfame bürgerliche Liste 131019 (28,, |Sa&£iraten 29 388 (6,, Komwu-^tes 30846


