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I vom 2? rtschaf- )frn wurde, Verfahren
Sus dem besetzten Gebiet.
Koblenz, 13. Jan. (Wolff-) Kaplan Peter Betz aus Lautzkirchen, der sich um die Behebung der Wohnungsnot durch Gründung von Zweckverbänden zur Erbauung von Wohnungen in der Pfalz und im Saargebiet einen Namen gemacht hat, ist ab heute bei der Saarregierung zum Wohnungsreferenten ernannt worden und wird am 13. Januar sein Amt antreten. Der Bischof von Speyer hat dem Kaplan Betz bereits Urlaub erteilt.
auf Antrag narf) PrÜftma von der Hauptverteilungsstelle freigcgeben wi b. Btntzrn kann also im freien Handel von bot Interessenten besagen wer-
anf aufmerksam, baß dunch Reich?gesetz Dezember 1920 die Benzinvewn tnng, aberauchnur'diese, oufgcho Während Benzol weiter im bisherigen
Art» Stadt und Land.
Gießen, den 14. IM. 1921.
Schluß der Anzeigen-Annahme
für das nächste Heft der
Sport-Umschau
morgen Samstag*
Günstige Empfehlungs- Gelegenheit für Geschäftskreise, die sich an die Sportwelt wenden wollen.
Ueber 25000 Auflage als Beilage im Gießener Anzeiger und als Sonderausgabe in den Städten und Kreisen Marburg, Wetzlar, Dillenburg und Siegen.
Geschäftsstelle in Gießen, Schulstr. 7 in Wetzlar Braunfelser Straße 49
** Tic Gewerbeinspektion Darmstadt. Houptverteilungsstelle tarn Betriebsstoff für Verkehrs-we^e (Automobile, BenHolloboMotiven) macht die fcHforn st'ra't aftrzeugbefitzer dar-
** A m tl iche Personalnachrichten Arthur Ctnil H e m S l e y ist zum stellvertretenden Grohbritamiischen V^ekonftll in Frankfurt a. M. ernannt worden. — Am 8. Januar 1921 wurde der BankoberielrclLr August Gräf bei der Lan- deshypothekenbank vom 1. Januar 1921 ab zum Bureauinspektor ernannt.
** Ernennung. Zum Tierzuchtdirektor der ZÜchterverelNtguNgen in den deutsch gebliebenen Teilen der Provinz Westpreußen wurde Tierzucht- inspettvr Tr. Sack ernannt, bisl)er bei der Land- wirtschaftSkammer der Provinz Westpreust-n. die infolge der politisckwn Der'ä tm se ausgelöit wurde. Dr. Äack ist ein geborener Gießener.
L.U. Universitäts-Gottesdienst. Am Sonntag den 16 Januar, vormittags tlV« Uhr, findet in der Neuen Aula ein Uni» versitäts-Gottesdienst statt, zu dem in erster Cini? die Angehörigen der Universität nngeladen sind. Ielbstverständlich hat aber auch jeder andere Zutritt. Tie Predigt hält Professor Dr. Schi an.
** Be i der Futtermittelstelle ist wieder etwas Kleie eingelwffen. Die Bezng- scheine werden auf Zimmer 13 des LebenSmittel-
Beranstaltungen.
Freitag: Stadttheater, 7 Uhr, „Jedermann". — Großer Höri aal der Universität, 8'/r Uhr, Verein der Gießener Kunstfreunde, Vortrag Prof. Küster über „Kunst und Garten". — Eisenbahn-Hotel, 7'/s Uhr, Schneiderversammlung. — Coss Leib, 71/» Uhr, Konzert und Vorstellung der Chiemieer. — Lichtspielhaus „Steuermann Holk" und „Die Toteninftl", — Lichtspiele, SellerSweg, „Die Prinzessin vom Nil".
Wettervoraussage
für SamStag:
Vorwiegend wolkig und trocken, zunehmende Abkühlung, nordwestliche bis nördliche Winde.
Dem nach Osten abziehenden Tiefdruckausläufer folgt hoher Truck. Nöttlliche Winde werden wahrscheinlich stärkere Abkühlung verursachen.
sandte mir seine Gesammelten Werke, und ich las mm staunend Zug ann Zug alle die herrlichen Dinge. Dieser große Mann — mein KNeipphs^ lister? Gespannt toortete ich auf sein Äiedererschet- nen, und er kam. In ganz anderer Distanz von ihm ging ich neben ihm her, 'schweigend, tief Atem holend und fromm geworden, zur „Meise". Ick war gut vorbereitet. Als wir saßen, nahm ich mir ein Herz und begann: „Herr Keller! Ich habe ja garnicht gewußt, daß Sie ein 'so grober Dickster sind!" Da fuhr er auf : „Wennst noch an einzig'« Wurt von Dickten soagst, da hau i di an Schellen Wir chonrnret hier nüt zufcnnme, um von Literatur zu ichwätze, sondern um zu süsse! Also halt bin Gosche!" Später haben die beiden aber doch von Literatur .geschwätzt". „Er hat mir sogar ein wundervolles Wort gesagt vom Wesen der Dichtung.
Einst fragte ich ihn, als er schon sänftiglich ans solche Themata einging, wie man es denn mache, daß aus allen Versen und Zellen so die geschlossene Eigenart, die nnnachnahmliche Persön- lichteft herausleuchte. „Wie wird mau," fragte ick unerschrocken, .eigentlich zum Dichter?" Gottfried Keller faitn lange überm Glase, und bann sagte er ganz weich und leise: „Wenn Tu das Wunder in 'Dir entdeckst — dann bist Du einer!" Unwillkürlich summte es an mir vorbei: „Ta halte Dem Ohr dran, dann hörst Du etwas," wie es in seinem Liede vom „Milchjungen Knaben" hieß Ich fragte ihn später einmal, ob er die Komposition dieses seines Gedichtes von Brahms, das ich inzwischen gefunben und gesungen, kenne. Er bejahte es: aber er möge es nicht hören, er müsse dabei zu schwer n einen . . . Dieser Gefühls- und Gedankenriese hatte die scheueste Seele, itnb nur wie rin Testament seiner scholleltgebürtigen Urkraft brach einmal latvmendo-Nnernde Derbheit hervor. Einst erzählte er mir von feinem Aufenthalt in Berlin. Er sei im Tnnckerschen Haus zum Tee geladen gewesen. Lindau, Spielhagen, Hehse und die ganze „kritzelnde" Tichterjugend sei beisammen gewesrn. Ta habe ihn jemand ganz „plump" gefragt, was er, Keller, von der jungen Berliner Literatur halte. „Weisckst, was ich gemacht hob? I bin uffi go, ah uff'n Flur alli bi Zylinderhüet von selle Poeten und hob sie aufgetrieben! Damit bin t furt — uff Nimmawiedersehn!" Tie Geschichte hat mir päter Paul Lindau als buchstäÄich geschehen betätigt."
Der Streik in Wetzlar.
Tie Firma Buderus'sche Eisenwerke gibt im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes eine ein* gohende Darstellung der Ereignisse, bte dem Streik der Arbeiterschaft in Wetzlar vorausg.gungen smd. Wie wir erfaljren, haben sich nunmehr auch bi? Arbeiter der Firma E. L ei tz, Optische W:rke zur Niederlegung der Arbeit bestimmen lassen, so daß der Streik sich zur Zeit auf folgende B: - triebe erstreckt: BuderuS'sch: Eisenwerke (Sophimhütte), Jung & Eo, Herkuleswerk, Stahl- und Eisenwerke Aßlar, E. Leitz, Mitteldutsch.' Gerberei- und Riemenfabrik und Spinnern und Weberei Wetzlar mit einer G'samtbelegschaft von etwa 6000 Arbeitern.
Bei der schweren Schädigung, die >nne derart umfanareiche Arbeitsniederirgung in jedem Fall für unser so dringend der Schonung bck>ürfti(p!s Wirt- schMtsleben bedeutet, hat die Oeff ntlhch>rt ein berechtigtes Interesse, fid) ckln Urteil darüber zu bilden, ob wirllich die Anwenpimg dieses hrtzten Mit- tels zum Ausgleich wirtschaftlicher Gegensatz; erforderlich, war. Dazu schreibt uns nun ein in die Verhältnisse Eingeweihter: W'r nur einigermaßen über die Sckiwierigkeiten unt-rrichtet ist, mit denen unsere Industrie in ihrer Allgemeinheit zu kämpfen hat, um ihre Erzeugnisse abzusetzen und damit ben Arbeitern Brot und Beschäftigung zu sichern, wird uns darin beipftiästen, daß jebe Störung des Produktionsprozesses und jede Maßnahme, die eine Vermehrung der vorhandenen Absatzsckwftrigkeitm im Gefolge hat, unsere Volkswirtschaft dem Erliegen nü-l-er bringt. Der unerbittliche Ernst unserer Lage, die harte Notwmdigkeit des Verzicksts auf manche früher vielleicht ger.'cktfertigte Wünsche, müssen immerund immer wieder bstont werden, um Allgemeingut sämtlicher Volksgenossen »u w'rdm. Nicht Schlagworte und ausgeklügelte wirklickftits- sremde Pläne können den Boden für eine QMun- bung der Verhältnisse bereitet, sondern nur die klare Erkenntnis der wirtschaftlichen Notwendigkeiten intb der sich aus ihnen ergebenden Folge rungen. Die Unkosten, die unsere Industrie zu tragen hat, haben heute die Grenze erreicht, jenseits deren Arbeitslosigtoit und Hunger als un- ausbleiblickie Folge stehen. Die Notwendigkeit der Durchführung des bei den industriellen Erzeugnissen bereits begonnenen Preisabbaus kann keinem Zweifel unterliegen. Wie soll er aber erfolgen, wenn die Löhne unaufhaltsam steigen und die Produktion verteuert? Der Anteil, der heute dem Einzelnen aus dem Ertrag dec Volkswirt- sckaft zukommt, ist knapp, er ist nicht am knappsten bei der Arbeiterschaft und am wenigsten bei den unverheirateten Arbeitern. Deshalb müssen wir der Begründung des von dem Schlichtimgsmis- sckmß Wetzlar gefällter Schiedsspmck»S insoweit durchaus Anstimmen, Ob der Schiedsspruch bei der Behauptung, daß sämtliche in Betracht kom-- menben Firmen wohl in der Lage sind, die auferlegte Wirtsckmftsbeihllfe zu zahlen, gut beraten war, bleibe dahingestellt. Ein Teil der beklagten Firmen hat jedenfalls die Annahme des ÄftEd-spmchS ablehnen zu müssen
(Eine offizielle (Entente=Stimme über Deutschland; Zukunft.
Der zweite Band der nwnumentalen „Geschichte der Friedenskonferenz von Paris", der Won dein Institut für Internationale Angelegenheiten" herausgegeben wird, ist soeben rn London erschienen; er beschäftigt sich besonders mit den Friedensbedingungen für Deutschland und der Errichtung des Völkerbundes. Ein Schlutzkapitel behandelt das neue Deutschland, und der anonyme Verfasser macht hier manche auch für uns beachtenswerte Bemerkungen.
„Das erste Jähr feit ber Beendigung bet Feindseligkeiten ist zu Ende gegangen", schreibt er tzum Schluß. „Die Ernährungslage ist kritisch, bte Arbeiterfrage unbefriedigend, und die allgemeine Lohnsteigerung bringt feine Lösung des wirtschaftlichen Problems, da die Löhne, obwohl hoch, doch nicht genügen, um das zu taufen, was zum Leben nofrocitbig ist. Politische Agitation hält von zwei extremen Se.ten an, von denen jede die Macht begehrt und nicht zögern würde, tm geeigneten Augenblick bas Zeiclfen zu einer neuen Revolution zu geben. Die Erhöhung des Geldumlaufes hat den «Geldwert verschlechtert, und die Einfuhr wird un- dnöglich durch den Stand der Valuta. Ein über- ovältigendes Steuerprogramm ist zum Gesetz gemacht worden. Die Handelsflotte ist konfisziert, und die Rohmaterialien sind unerschwinglich teuer, selbst wenn die Transportfrage gelöst werden Tonnte."
Diese Beurteilung der Lage Deutsch- Lands ein Jahr nach dem Waffenstillstand wird dann auch am Ende des zweiten Jahres für immer noch gültig erklärt. Aber einige Seiten später finden wir einen weiteren Ausblick in die Zukunft.
„Die große Frage für bte nahe und fernere Mufunft hängt völlig von den Entscheidungen der Wiedergutmachungslommission ab. Fallen diese so aus, daß fvembe Länder genügendes Vertrauen in die Beständigkeit und die wirtschaftliche Entwicklung ^Deutschlands setzen tonnen, werden die notwendigen s.Krebite und die unvermeidlichen Zuführungen von Rohmaterialien gewährt, dann wird Deutschland strotz der furchtbaren Wirkung der fünfjährigen Äloclade, trotz des EhaoS ber Revolution, trotz der Lärbeiteruttrubcn, der Einführung kürzerer Arbeitsstunden und trotz des DetriebsrätegesetzeS sich mit einer überraschenden Schnelligkeit erholen und den Kampf um einen Platz unter den industriellen Motionen wieder ausnehmen.."
Als Beweis für die organisatorische Kraft ^Deutschland- wird das Beispiel der Span- Hauer HeereSwerkstätten angeführt, die im sÄpril 1919 42 000 Arbeiter beschäftigten und mur noch 5 Prozent der früheren Erträge lie- .sterten. Nach der Reorganisation wurden die Arbeiter in vier Monaten auf 11000 herab-- , gesetzt und die Erträgnisse auf die normale Höhe gehoben. „Aehnltche Resultate," sagt der Verfasser, „wurden auch anderswo erreicht durch die Zusammenarbeit zwischen Unternehmern unb Betriebsräten."
Gottfried Heller-Erinnerungen.
Der berühmte Arzt und Gelehrte Karl Ludwig Schleich läßt lochen im Verlags von Ernst Rowohlt At Berlin seine £cbenterrnnerungcn unter dem Titel „Besonnte Vergangenheit" erscheinen und plaudert hier in seiner dichterisch anschaulichen Weise nicht nur von seinem eigenen Entwicklungsgang, sondern auch von seinen Begegnuiigm und Erlconissen mit berühmten Zeftaenoffen, bte ihm in reichem Maße zutell gewowen sind. Vielen großen Männent ist Schleich nabegetreten, nickt nur den Fackgenossen Virchow unb Bergmann und Ehrlich, sondern auch zahlreichen Dichtern und Künstlern, wie (Strinbberg unb Dehmel und Reinhold Begas. Daß ihn das Glück dabei begünstigte, beweist nichts so sehr, als die merhnürbige Bekanntschaft und Freundschaft mit Gottfried Keller, die dem jungen Studenten als ein zunächst nickst einmal geahntes Wundergeschmk in den Schoß siel. Aus dieser Trinkkumpanei dos Zürcher Bürgers mit dem feuchtfröhlichen Bruder Stickio tritt uns auf das anschaulichste das Bild des alten „Meister Gottsrick»^ entgegen, so daß hie Schilderung Schleich? zu den köstlichsten Keller-Erinnerungen gerechnet werden darf. Bekanntlich ivat der frühere Herr Stadtschveiber mit zunehmendem Alter sehr menschenichm <tettn>rben und schwer zugänglich. Nur wo eine lustige Runde pokulierte und fang, da »oz es ihn doch unwiderstehlich hin. Schiech, der sein erste- Semester in 3ürid) ver- brackstc, hatte mit ein ,paar Kommiluonesl ein Quartett gebildet, unb emeS Tages trugen sie in ihrer Kneipe gerade dft Schweizer Hymne vor. als sich die Till auffat, em kleiner, rundlicher, älterer Maml ernteat und sagte: „Singst dös noch einmal. Der Text isch von mir." „Wir mußten es viermal singen," erzählt Schleich. „Dann setzte er sich zu und, und eine tolle Zecherei begann. Er muffte von meiner Trinksesti^keit einen Hefe" Ei, druck b.ckemmen haben D<mn nach k.crzer Zeit tmn er wieder in den „Gam-brinuS" unb fragte unser Refeli: „Wo ist ber THitfdje, !ber so ttmnber^ herrlich süsse dja?" Da saß ich unb winkte. „Ich heiße Keller!" Keine Erregung mduerfeitd. Er bat mick> zur „Meise" zmn Stombcffen Wieder reich!ickte Vi' ation an Barchu-, Don da ab erschien der alle Herr mdgefähr alle sechs Wsck>en, vw den „dütsche St'idente" ob-uholen und mit ihm zu po kulierim Einmal schrieb ich meinem Vater, es sei da ein Stadtschrciber Keller, der sich meiner sehr freundlich annchme Mein Vater trug post- wendenb, ob das etwa ber Dichter Gottf ich Keller sei, toenn ja, fei ich der grösste Glückep Iz, beim das fei für ihn nach Goecho ber erste ganze Dicktermensck Nicktig, es war ber göttliche Gott srieb, von dem ich danmls mit 20 Jahren auch rrickst eine Zeile gelesen hatte. sDiern Later aber
geglaubt. Wir hoffen, daß die Arbeiterschaft bei I ruhiger Ueberlegung auch, dieser Seite der Angelegenheit die gebühoende Berücksichtigung schenken wird und Abstand nimmt Don Forderungen, bte unsozial sind, weil sie dem Interesse ter Allgemeinheit zuwider laufen unb unklug sind, weil sie letzten Endes auch nicht chrcm eigenen Interesse bienen. Wir schivsen btqe Hofftrung aus der Tatsache, daß dec Streik sick bi_'l>er im allgemetmn in ruhigen Balpten bewegt unb die Arbeiterschaft die erforderlichen Notstandsarbetten ausführt.
Auszahlung rückständiger Guthaben der Heimkehrer.
Das Heeresabwicklungsamt Preußen,. Abteilung für Kciegsgefangenenschutz und Heimkehr gibt bekannt:
Von der englischen Regierung sind Listen über 43 000 englische Pfunde eingegangen. Diese Summe umfaßt rückständige Ärbeits- lähne der in englischer Hand und auf englischem Boden in Kriegsgesangenschaft gewesenen Heimkehrer.
Die Zweiastelle der General-Kriegskasse Berlin SW 19, Unterwasserstraße 7, ist angewiesen, die Einzelbeträge an die Empfangsberechtigten zu z ahlen. Den Heimgekehrten sind von der englischen Regierung Guthaben.- scheine über einen bestimmten Betrag lautend ausgehändigt worden. Diese Scheine werden von der genannten Zweigstelle zur Abrechnung benötigt.
Heimkehrer, in deren Besitz sich noch englische, auf einen bestimmten Betrag lautende Guthabenscheine befinden, werden hiermit aufgefordert, diese Scheine sofort an
„die Zweigstelle der Genecal-Kriegskasse, Berlin SW. 19, Unterwasserstraße 7", zu senden.
Von England ist ferner ein Barbetrag von irund 120000 Mk. nebst zugehörigen Listen eingegangen. Diese Summe enthält Post- usw. Geld, mit deren Auszahlung die genannte Zweigstelle ebenfalls beauftragt ist. Die Auszahlung hat begonnen und wird laufend fortgesetzt.
Weitere Veröffentlichungen über Auszahlungen von Guthaben folgen allmonatlich an gleicher Stelle.
Die Auszahlungen durch die genannte Zweigstelle erfolgen ohne weiteres Zutun. Tie Heimkehrer werden deshalb im eigensten Interesse dringend gebeten, keinerlei Anfragen über Auszahlung an die Zweigstelle richten zu wollen. Solche Anfragen wirken nur erschwerend und verzögernd auf das Auszahlungsgeschäft und können einen Nutzen für den Heimkehrer nicht herbeiführen, müssen vielmehr unbeantwortet bleiben.
Die Maul- und Klauenseuche, die tm Lauft des verflosftnm JoHves bt fast allen Landgemeinden des KverseS Gießen mehr oder weniger stark «rbreitet war, ist allmählich im Rückgang begriffen. Wie und daS Kreisgesundheitsamt mitteilt, ist im Kreis Gießen nur etne einzige Uebertragung bteftr auch für den Menschen nicht ungestchrlichen Tierseuche auf Mmstchm bekannt geworden: es handelte sich um einen Studenten ber BeterinärmMzm, der sich bei der Behandlung kranker Tiere infizierte, ab.*r wieder völlig Ärgestelll wurde. Besondtes ist hervorzu- heben, daß Gesundheitsschädigungen von Kind'M ober Erwachsenen etwa durch den Gmuß von Milch seuchenkranker Tieve nicht vvrcfchomrnen sind. Mir die in der Stabt Gießen zur Verteilung gelangende Kuhmilch kann ja auch eine d'rartige Krancheitsübertvoguna gar nicht in Frage kommen, ba etwa in ber Milch vorhandenen Krankheitserreger burch bas Pa st eurisierungsv erfahr en, dem sämtliche Milch nach der Einlieferung in die Molkerei unterworfen wirb, ab getötet werden.
den. Für Benzin belieben keine Höchstpreise mehr, nur noch für das bewirtschaftete Benzol, ba an biesem Betriebsstoff nach wie vor erheblichür Mangel vorhanden ist.
*♦ T ie Reich-Vereiniguna ehemal. Kriegsgefangener CrtogmyreGießen)hielt am 9. Farruar ihre ordenllickre Generglveffimm- tung ab. Unter anberem wurde mitgeteilt, daß für innere gefangenen Kameraden in Amgnon 1000 Zigarren versandbereit liegen. Femer wurde die Los.rennung von dem La d-^verband Hessen unb die Gründung einer Bereinigung ehern aftger KriegsgesMigmer Lberhessen zu vorteilbastec Arbeit beschlossen und vollzogen. Mit einem Appell zu reger Mitarbeit an den schweren Aufgaben des Vereins an die Dditalteder schloß der Vorftpeirde die mit reger Aussprache verlaufene Versammluna.
" ReichsgründungsfeierderDeut- schen Volkspartei. Am 16. Januar veranstaltet die T. V. P. im Saale des Einhorn dir: Feier, um des Tages zu geboten, an dem vor 50 Jahren die Kaiferkrönung von Versailles statt- fanb, die Einigkeit des deut schm Bvlk^ dokumen^ tiert wurde. Tie Erinnemng an jen: Großtat pflegen unb starken, doch auch In ernster W-llhe- seunde trotz der schweren Zell Zukunftshoffnunq wachzumfen unb dm Glauben an Deutschlands Aufbau hochzuhallm, das ist der Zweck der Feite, in der Prof. D. Dr. Schi an die FeiTrede^üb'rnehmen wird. Tie Beranstalttmg findet um 8 Uhr abends statt, nicht wie fälschlich tn der Voranzeige angegeben 5 Uhr.
" Tic Deutschnationale Volkspartei unb Deutschnationale Jugendgruppe v r- anstalten TimStag, 18. Jan., abenbd 8l/i Uhr, im Saale des Hotels Einhom dnen Vat'.rtändisch.n Abend aus Anlaß ber ReikhSgründungHder, b'i ber Pfarrer Veikh (Frankfurt a. M.) sprechen wird. Außerdem sind gesangliche und musikalische Tar- bictungen vorgesehen.
"Tie Deutsche DemokratischePar- t e t wird, wie man uns mitteilt, am M i 11 w o ch, dm 19. Jannar, abends 8Vi Uhr, tm Saal des Hotel Einhorn eine Feier zur öOjährtaen Wiederkehr der RdchSgribbung ve aiHalten. Die Festrede wird Pfarrer Pros. D. Rabe aus Marburg halten. Ein Quintett von hiesigen Künstlern bat sich bereit erklärt, die Fner durch Kwnmcr^ inusikbciträge zu verschSnm: dn deküomatvrischer Beitrag einer Künstlerin unsere- Stabtthealers ist gleichfalls in Aussicht genommen. Näheres tmrb bürd’. Anzeige bekannt gemacht merbfn.
** T er Ruderklub „Lass io" 1906e. B. veranstaltet Samstag, 16. Januar, abends 8 Uhr eine Mitglieber-Beffommlung. Sickhe Äiijeige.
*♦ Eine Zuschneiberschule wird am 17. Januar eröffnet, in ber alles Praktische und Theoretische erlernt werben kann, was in dem Sckneiber- unb Schnddednnen-Fach notwendig ist. Siebe Anzdgm.
*♦ I m Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, wirb bis dnschlteßlich Montag bas Seemannsdrama „Steuermänn Holk" gegeben; nach bem Roman von Kurt Küchler für den Fllm be- arbdtet von Thomas Hall. Tie Hauptrollen wer-» dm von Paul Wegener und Äfta Äitlfen gespielt.
Landkreis Gießen.
X Lick, 13. Jan. In der Mitgliederversammlung der Deutschm dmwkralljchm Barter vom 13. Januar wurde nack kurzer Aussprache über die bevorstehmöe Bürgermeister- waht folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Die Ort-gruvpe Lich der D. T. P. bedauert, daß bd der bevorstchmbm Bürgev» meisterwcchl nach politischen Gesichtspunkten verfahren werben soll. Man dient bet Mllgcmeinbeit am Deftm, wmn man bei st)lchm Wahlen den Pertönlichkeit-wert ber Bewerber zur Richtschnur feines Handdns wählt. Die Ortsgruppe überläßt eS deshalb ihren Mitgliedem, die geeignete Person nach freiem Ermessen zu wählen unb erachtet es als undemokvatisck, durch eine vorherige Absllmmmig bei Kvmmimalwahlm die freie Willensäußerung ihrer Mltglieder zu be
einflussen." .
•• Ruttershausen, 14. Jan. Zu unserer Notiz in bet letzten Mittwochnummer wird un- mitgcteilt, baß von einem „Stvdk" dn Hebamme in Obenbausm nicht gesprocheii werden könne Infolge einer Mise utmlücklicher Umstände fd die Hebamme trotz besten, Willens verhindert geiue.tn, bet zwei aujdnaiiderßvlgendm Geburten in Ruttershausen zu sein. Ä ,
tt. TreiS a Lda., 12. Jvn. Sett letztm Sonntag 'hat em Unternefmtet m dntm lfteftgen Saale ein Kino dngericküet.
Ards Schotten.
4- Gebern, 13. Jan. In ber kÜHllch im Gasthaus „Zur Tvaube" veranstalteten Generalversammlung des BolkSbildungsrevdn- wurde bt- sch'ossm, biefen auf ritte bv'itere Gmndlage zu stellen, um auch ba« Interesse btjmlgen ffrdfe tmferer Einwohnerschaft zu gewinnen, bt‘ bisher ben Bestrebungen bes B.wrins atrichgüllig gefitn^ überstanden. Tie Vorsitzenden samtlich.n hiesiger Vereine, sowrit sie vvlksbildnwische Ziele verfolgen, werden künftig tm Vorstand «S VolkSbilbinms- vetrinS her treten f*in. Für bie nächste Z'it find geplant ein Lichtbudcrvortvag über OberschllliM, ein Konzert (30. d. Mts.) unb zwei peaterab ndx? ber LanbcSwanderbühiie, wofür ber Zeitpunkt noch nicht ieflftebt. .
-H Gebern, 13. Jan. 9Mcf-bem der Go mcinberal fck»n zu den un« bevorsteh.n^n hohen Holzpreifen Stellung genommen hott!, by fd)ftfligte sich eine am Sonntag im Bergwtet-Hau« v'ranstaltcte gutbesuchte Öteammlung mit tvm* selben Gegenstand Man beschloß eilte Entichließim, an bie Steatstegterung, die von alle« Vtesamm- lungsteilnichmem unlerzrichntt wurde. In biefer wird bie Erwarlimg ausgesprochen, daß die Holz« preise auf rin erträgliche« Maß rüniztert werden. Andetensall« wäre damit zu rechnm, daß bt: B- zrlgSberechllgtm zur SelbMlft gvftftn würden.
Kreis Friedberg.
bj. Butzbach, 13. Jan. In letzter Zrit sind die in ber Umgebung von Butzbach von unbekannten Personm auägefübrten Raubübersä l l e ober Diebstähle wiederholt auf bte au« ber Zellmslrafanstatt Butzbach am 1. Dezember 1920 entwichenen 6 ©ttSi Tinge Audi tf geführt wor^ den. Demgegmüber ist sestzuftellm, baß bk Snt- toiebenen bi« aus einen, schon nach tvenigm Tage« wieder ergriften, und in bte Zellenstrakanstall -u- rückgebrachi werden tonnten. Hebet ben Aufenthalt des einen nod) slüchtiaen Gefangmm steht so- vier fest, baß er sich nicht in bei Umgebung von Butzbach befindet.
OButzback» 13. Jan Für ba« durch Wegzug <tu«g:rfnebene Gemeiftbetat-miralleb Knietsch ist Frau Frick» Wteßler al- erste Frau in das StaMjmrUment ring^-ogm. Für dir am 16 Januar stcttlftndende Wahl des ersten
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