Ausgabe 
14.1.1921
 
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Erstes Blatt

Ul. Jahrgang

Zreitag, 14. Januar '921

in der genannten

beitem verloren gegangen.

1 866 358

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unter alten Umständen zu Verbindern, daß er durch noch Schlimmeres, den Bürgerkrieg, ersetzt werde.

'treitende durch Streik

verlorene Arten Stege

Deutschland Italien Frankreich Amerika Spanien Australien Schweden Belgien England Oesterreich

Für die

Sine Wclt-Ltreitstatistik.

Tas unser gesamtes Wirtschaftsleben so oufetr' ordentlich start bclaitatte Streiklieber ist als Folge des Weltkrieges eine internationale Erscheinung, wenn auch Deutschland, wie aus einer Londoner Statistik hervorgebt, die einen UeterblLf über den Umsang der Streiks in den verschiedenen Ländern während der ersten sechs Monate ted verstossenen Jahres gibt, von dieier Krankheilsersctieii.ung am stärksten ergriffen worden ist. Im einzelnen siete«

Nr. 11

Der -tetzener Lnreiger «scheint täglich, außer Senn- und Ferertaqs. tteietlidle Imp sprdfe: MK. 4.25 einschl Träger, lohn, durch Me Post M». 6.- ein'chl. Bestellgeld. Dlit.Zvort-Umschao- Mb. 6.50 einschl. Träaer. lohn, durch die Poft Mb. 6.25 einschl. Bestellgeld. Fernlprech.rlnschlüsse: für die Schrift leuung 112; vertag,Geschäftsstelle 51. Dnschrtst für vrahtnach« richten. Lniei-er Oietzea.

petzfchemOMts:

KrankfRrl a. Hl. l 1466

Vie Gefahr der Polenausstande; im Abstimmungsgebiet.

Berlin, 13. Jan. (WTB.1 Die deutsche Reaieru na .gelangte in den Besitz einer Fülle urkundlichen Materials, woraus mit Deutlichkeit hervorgeht, in welch umfangreicher Weise von gewis en polnischen Krei en auch auf oberschlesischem Boden selbst die militärisch» Or­ganisation weiter ausgebaut wurde, auf deren Bor- bandenlern schon bei Gelegenheit des August- und Septemberaufstandes hingewiesen wurde. Der beweiskräftigste Teil dieses Materials mürbe daher der Botschafterkvnserenz, sowie den alliier en Re­gierungen in London, Rom und Paris übergeben und dabei erklärt, daß die deutsche Regieruna sich für verpflichtet hält, erneut auf die Gefahren hinxuweffen, die dem Fn'-i>?n in Oberschle ien von dieser Seite drohen. Sie tat dies im jetzigen Augenblick, um mit Hilfe der alliierten, Regre- runqen toam möglich noch den Ausdruck ernes er» reiten Aufstandes im Abstimmung e'ne' Ver­bindern der nach allen Vvrltegenden Nachrichten für Witte Januar gev la n t zu sein scheint. Sie hielt es für ibve Pfltcht, m letzter Stunde vor Taten zu warnen, die eine dem Frichensvertrag entsprechende Abstimmung ver­hindern und erneutes namenloies Unglück über das bereit« über alles Mast mm dem volnvchen Terror geauälte Land bringen würden Es fei miümLhr an der Zeit, bat Terror zn steuern und

Poststreik in Oesterreich.

Wien, 12. Jan. (Wolff.) Wie die Kor­respondenz Herzog meldet, hielt der Vor­stand des Gewerkschaftsverbandes der Post­beamten eine Sitzung ab, in der die P r 0 - klamierung des Poststreikes für 6 Uhr abends beschlossen wurde. Gleichzeitig ging ein Telegramm an die Vertrauens­männer in der Provinz ab, morgen 6 Uhr früh den Dienst einzustellen.

Wien, 13. Jan. (Wolff.) Den Blättern zufolge erstreckt sich oer Po st streik auf ganz Oesterreich.

Wien, 14. Jan. (WB.) Ein nachmittags abgehaltener Minister rat beschästigte sich mit der durch den Streik eines Teiles der P 0 st - beamten hervorgerufenen Lage. Ein neuer Mi- mfterrat soll auf Grund des Ergebnisses der Ver­handlungen mit den Vertretern b?r Postangestell­ten die endgültigen Beschlüsse fassen.

Die Blätter melden über den Poststreik: Die Briesbestellung ist fast vollständig unterbrochen. Die Sammelkästen werden nicht entleert und auch die Paketannahme eingestellt. Ter lokale Geldverkehr ist vorläufig noch nicht unterbrochen: ebenso der teleg-aphische, trtepho- nische und Rohrpostdienst, da für diese Trenstzweiqe die uragmcfilierten Beamten zur Verfügung stehen. Mit deren Hilfe konnte namentlich auf dem Hanpt- roflamt der Auslandsdienst für eingeschriebene und Expreßbrtefe erhalten werden. Nachmittags sind die Bertteter der Postangestellten zu Einigungs-- verhMtdlungen geladen. In den Ländern wird der Streik in vollem Umfang durchgeführt

Das Ende des Unternehmen» Wrangel.

Pdrls, 13. Jan. (Wolff i Tie(Tbioatp Tribüne" meldet aus Sloni'.antinop'I: General Wtangel wurde amUich davon verständigt, bih die f ran z ö fische materielle Htlie für russische Militär- unb Zivllperlonen ab 1. Fe­bruar eingestellt wird.

Ein Seegefecht auf dem Schwarzen Meer?

Paris, 13. Jan. (Wolff.) Nach einer Havasme.dung berichtet dieAssociated Preß" auf Grund eines Konstantinopeler Kabeltelo- gramms, daß ein Torpedobootszer­störer einer alliierten Macht im Schwarzen Meere mit einer Sowjet- f lottille, die angeblich Truppen nach Traperunt bringen sollte, einen Zusam- m c n ft 0 ß gehabt habe. Ein Schiff der Bol­schewisten fei gesunken. Die Sowjetschiffe seien bald zum Schweigen gebracht worden.

Finanzlage und veamtenbesoldung.

Berlin, 13. Jan. (Wolff.) Au dem heutigen Diederzusammentreten der Finanzminister der Länder im ReichSfinmyrnimste rum zu einer gemeinsamen Bevatturg mit dem Rcrcksftnanzrnr- nister über die durch die Mchrzuwciidung an dre Seamten geschäffenc finanzielle Situation sagt me ,Possis<ke Zeitung:" Es ist anzunehmen, datz me Fdranzmipister der Einzellander den getroffenen Bereinbanrngen -ust'mmen. Doti den Gr enbahnen wurden inAw schen neue nvttergebende Forderungen angemeldet. Wenn man die Rückwirkung dieier fReuanmelbungen aus die anderen Boaimmlate- Srien in Rechnung stelle, habe man mit einer eh r b el astung von rund einer Mil­liarde zu rechnen , Es bleibe abzuwarten, zu

Die öentfdie Gegenliste der Kriegsoerbredjer.

Berlin, 14. Jan. Nach Blättermeldungen aus Stuttgart erwiderte im württerntergischen Landtag der Staatspräsident Dr. Hie der auf eine vonseiten der Deutschen Volksvartei ringe» brachte Anfrage über die deutsche Gegen­liste, daß er vorn Auswättigen Amt zu folgender Antwort ermächtigt sei: Die Liste über Ver­brechen, btt im Kriege., von Angehörigen der gegnerischen Deere gegen Deutsche begangen worden sind, ist von der Reichsregierung gesammelt worden. Sie belasten die Gegner sehr schwer, und wenn eS auch erwünscht ist, durch die Veröffent­lichung zu wffsen, über wieviele schwere Völker- rechtSverletzungen. Grausamkeiten und Brutali­täten wir uns zu beklagen haben, so liegen doch besondere Gründe vor, die eine Veröffentlichung im jetzigen Zeitpunkte nicht für ratsam erscheinen lassen Dazu kommt, daß unsere Anklagen wahr­scheinlich ungehört verhallen werden.

welchen Eogelmissen die Verhandlun^n führen, die zwischen dem ReichsverfehrSmüristerium und den Eisenbcchnerverbänden begonnen haben.

Berlrn, 13. Jan. (WTB.) DerVorwärts" hebt hervor, daß neue Verhandlungen mit den Beamten bevorständen. Die Besprechun­gen zwischen den Deamtenorganisationen und den Gewerkschaften hätten ba-u gHüfrrt, daß der Reichs­kanzler über die gegenwärtige Situation Bericht erstattete, wobei der Wunsch ausgesprochen wurde, möglichst umgehend auf neutralem Boden eine neue Verständigung zu suchen. Wie zuverlässig verlaute, sollten die Besprechungen morgen anfangen. Im Laufe des heutigen Tages fänden Borverhandlun- gen namentlich bezüglich der Forderungen der Eisenbahner statt.

Berlin, 13. Jan. Der Reichsfinanz­minister beziffert die Mehrbelastung, bu- ich aus den Mehrauswendungen für die B amten ergeben mürbe, auf insgesamt rund 8 Milliardm Mark jährlich Nach den bisherigen Deveinbarung'.n zwischen der Regierung und den Beamten, jagte Exzellenz Wirth zu einem Mitarbeit.w derVoss Zeitung", würvc das Reich jährlich für die Be­amtenbesoldung 2,8 Milliarden mehr aufwend'n müssen. Dazu tarnen noch neue Forderung-'n, und bann würden es 3,8 Milliarden werden Ti.' Mehr­belastung, die sich für die Länder und Gemffndm er­geben würde, werde auf di' gleiche Summe geschätzt, also wieder mit 3,8 Thlliarben. Woher aber sollen, uhr der Winifter fort, die Länder unb Gem einden diese gewaltige Summe aufbringen? Es wirb dar­aus hinauslaufen, daß das Reich auch den Mehr­aufwand für die Beamtenbesoldung der Länder und Gemeinden wird übernehmen müssen. Es wird nur möglich sein, dahin zu kommen durch eine Steigerung der Einnahmen aus den Eisen­bahnen, sowie aus dem Post- und Tele - graphenver kehr, also durch eine Erhöhung sowohl der Personen- wie der Gütertarife und Er­höhung der Brief-, Telegramm- und Telephon­gebühren.

Der Regierungrwechsel in Zranlrrich

Paris 13. Jan. (WTB.) Die Betrach- tungen über den Sturz des Ministeriums Levgues nehmen in der Pariser Presse einen breiten Raum ein. DerM a t in" meint, die Schwere der Krise liege in dem Nahebevorstehen der Alliierten-Konferenz, auf der die Kon­tinuität der französischen Polink in Erscheinung treten müsse. Das Ministerium erfordere heute Männer ersten Ranges für die auswärtige Politik und für die Finanzen. DasE cho de Pa­ris" ist der Ansicht, daß fdxm lange in der poli­tischen Welt ein Zustand der Unsicherheit, der Un­ruhe und der Besorgnis geherrscht habe. Die Ab­stimmung zeige vor allen Dingen die Besorgnis in Bezug auf die auswärtige Politik. Sie habe also äne sehr klar ausgespwclien: Bedeutung. Tie jetzt ausgebrochene unb unvermeidlich geworbene Krise forbere also nicht eine vorübergel-enbe Lösung, sondern es müsse durch die Wahl der Männer zum Ausdruck gebracht werden, baß das Regierungs­programm von morgen an energisch unb entschlossen den Willen zur Aktion aussprechen müsse. Sicher sei, daß Leygues durch seinen Chavatter den Sturz nicht verdient habe, aber man würbe nicht gerecht gegm die ftämmer sein, wenn man in dem etwas harten Vorstoß von gestern nicht einen Gedanken sehen wolle. Sei auch der ausgesprochene Wille nicht ganz klar, so sei es doch unangebracht zu leugnen, daß im Augenblick finanzielle Schwierigkeiten be­stünden und daß die Sangfamreit in der Ausfüh­rung des Friedensvertrages als die Emanuenz einer politischen Krise zu betrachten sei.

DasPetit Journal" meint, daß die Mehrheit bei der Abstim.'n.ung einzig: tu der Parla­mentegeschichte haftete Die Absrmrmung gebe dem Präsidenten der Republik fast keinen Anhaltspunkt. Jedocl könne man sagen, daß die Kummer und das Land wünschten, daß das Ministerium von Männern mit großem Weitblick besetzt we.te, denn das Problem der auswärtigen Lage und die Fi- nantzpolilik feien von der größten Bedeutung.

Bainville schreibt in derAction Francaise", daß jede Regierung in Frank-eich durch den F x densvertag veh^ers Lies ui mög i h fei Auch fetzt werden Manner ans Ruder komnven, die, wie' die anderen, die lückenlose Ausführung des FriedensverttasTs von Versailles angekündigt haben. Sobald sie aber ans Werk gehen, werden sie sehen, daß sie nichts erteiltem, ©raten, lohne den Text des Friedensverttags von Versailles zu inter­pretieren. , p

Neunte" schreibt, daß die geicnge Ab- stimmung ein klares Ergebnis gehabt habe. Das Blatt will nicht sagen, daß das Mxiirsterium gegen England gestürzt worden ist, aber es sei.Unzweifel­haft, daß es wegen England gestürzt wurde. Das Parlament will England einen entschlosseneren Damm entgegen­stellen, als es bisher ter Fall war. Nach die­sem Blatt gaben die Senatsmahlen und die Wie­derwahl Perets zum Kammerpräsidenten tem Prä­sidenten der Republik eine klare Andeutung Des­halb mürben auch Peret und Vimant an erster Stelle genannt, aber beide hätten erklärt, sie mür­ben nicht annebmen. ..

Paris, 13. Jun. (Wolffs Zur Mmtsterkrtse wird gemeldet: Zunächst kommen zwe'. Lösungen in Frage. 1. Die Bildung eines Kabinetts unter Peret mit Driand, P 0 incar 6 ober V i - vtani als Mi sistrr bes Aeuhern, 2. tre Bilbiing eines Ministeriums durch eine dieser drei Persön­lichkeiten, die bann die Mi.1is^erpräv entschaft mit tem Posten bes Ministers für auswärtige Ange­legenheiten verbinden sollten. Nach den letzten Bev- I iautbarungen dürfte die zweite dieser Möglich' feiten zur Durchführung gelangen.

Kleinbürgertum und Kommunismus.

In der .Internationale" beschäftigt sich Stifter Mau mit der Stellung, die der Kom­munismus dem Kleinbürgertum gegenüber einnimmt. Auch die Kleinbürger sollen für die roten Heerscharen gewonnen werden. Der Kommunismus denkt nicht daran, die Klein­bürger zu unterstützen, sondern Walter Mau sagt ehrlich, daß diese Klasse dem Untergang geweiht sei und daß die Kommunisten gar nicht daran dächten, inveraltete Vroduk- LionSfornren" zurückzufallen. Die Kommu- «isten behaupten, die ungeheuren Kapitalkon- ^entrationen unserer Tage führten sowieso mit Sicherheit zur Vernichtung des sogenann­ten Mittelstandes. Gegenstände des täglichen Bedarfs wie Fleischwaren, Margarine, Tabak- ifabrikate, Schuhwaren usw. würden vertrustet.

Um zu Mau's Behauptungen Stellung zu nehmen, muß man sich zuerst über den Bv- griffMittelstand" einigen. Wir verstehen un­terMittelstand" die Kleinkaufleute, selbstän­dige Handwerker und im heiteren Sinne die Aerzte, Rechtsanwälte, Gewerbetreibende, Gastwirte, Agenten, Hausbesitzer und ferner die Beamten. Die Industrie und Handel ha­ben einen neuen Mittelstand gebildet, der sich aus gehobenen Arbeitern in den Fabriken, AN.' aus Werkführern, und aus Angestellten, 3. V- in den Warenhäusern, zusammensetzt.

Vernülftet der Kapitalismus den Mittel­stand, wie Mau behauptet? Man muß diese Frage verneinen. Der Kleinkaufmann hat ge­wiß unter der Konkurrenz der Warenhäuser yu leiden, aber der tüchtige Mann setzt sich im Wirtschaftskampf durch, und die Straßenbil­der, nicht nur der kleinen Städte, zeigen, daß der Kaufmannsstand gar nicht daran denkt, den Kampf aufzugeben. Geschadet haben dem kKauftnann dagegen die Kriegsgesellschaften und die Zwangswirtschaft, die jenen Metho­den nahefteben, mit denen der Bolschewismus arbeitet. Den selbständigen Handwerker können wir auch nicht entbehren, denn die Massenware, die uns aus den großen Fabriken geliefert wird, kann nicht mit der Detailarb^t konkurrieren. Mit einer Sozialisierung des Aerzte- und Rechtsanwalt­standes, wie die Kommunisten fordern, wird nur der Hilfeheischende geschädigt, da natur­gemäß Arzt und Rechtsanwalt aus rein menschlichen Gründen dem Klienten, der ibnen nicht von Staats wegen zugeschoben wird, vermehrtes Interesse entgegenbringen. Gastwirte und Hausbesitzer, die der Kommu­nismus enteignet, werden bestimmt nicht von der kapitalistischen Vertrustung berührt, .erst recht nicht die Slgenten, die sogar ein beson­deres Interesse an der Kapitalkonzentration haben.

In einem kommunistischen Staatswesen, wie in Rußland, schwillt das Beamtenheer an, je mehr sich der übrige Mittelstand ver­mindert. Der freie Kaufmann, der Arzt, der Rechtsanwalt werden, da man nicht auf diese Berufe verzichten kann, in ein Anaestellten- verhältnis zum Staat gebracht. Sie haben dann ein Interesse daran, daß der Staat ihnen Natural- oder Barlohn zahlt. Die trei­bende Kraft des Borwärtsstrebens, die letzten Endes der Allgemeinheit zugute kommt, geht aber hierbei verloren. Aufbauen kann nur das alte, bewährte Stzstem, so wenig wie möglich Beamte anzustellen, sie sparsam aber ausreichend zu bezahlen und ihnen für ent­gehende andere Vorteile eine gehobene Le­bensstellung zu bieten.

Wir erwähnten, daß der Kapitalismus einen neuen Mittelstand schaffte. Dieser neue Mittelstand, der sich aus gehobenen Arbei­tern zusammensetzt, hat fein Interesse an der Einführung des Kommunismus. Für ihn, wie überhaupt für den Mittelstand, gilt das Dort:Freie Bahn dem Tüchtigen". Der neue Mittelstaick» weiß, daß ihm der kommu­nistische Staat fern gleiches Vorwärts kommen bieten kann, wie der Kapitalismus, der aus eigenstem irnb höchstem Interesse tüchtige Leute an viele verantwortungsvolle Posten stellen muß.

. schlau fiieüens, auch tudentenschalt eingeladen

T-i'K

Gesamtweltwirtschaft sind also in einem halben Jahr über 100 Millionen Arbeits­tage durch den Streik von rund 9 Millionen Ar-

Xie Haltung Italiens.

Rom, 12. Jan. (WTB.) Gio littr trifft am Freitag in Rom ein. Am Samstag findet cm Ministerrat statt, in tem vor allem die Haltung Italiens zur interalliierten Konferenz in Paris geprüft wird. In den großen Grundzügen ifi diese Haltung schon bekannt und eine Abweichung kaum zu erwarten. Was die E n t w a f s n u n g S - rage anbet iftl ift Italien der Meinung, man müsse der tatiäck^ichen Lage in Bayern unb Ost­preußen Rechnung tragen, txnnxi eine zu strikte Interpretation tes Fr.ebenSvertrageS Deutfchlanb bte Aufrechterhaltung der Ordnung nicht zu stark erschwere ober die Angst vor dem Bolichewiö muS das Land nicht derart tepremieren könne, daß fein wirtschaftlicher Wiederaufbau, an tem doch schließlich auch die Ententemächte inter­essiert seien, mtmöglich gemacht werde. In der Re?arationsfrage ist die iia i rasche Oeffent- llchkeit einig darüber, daß es nicht gerecht ist, über Deutschland bas Damoklesschwert einer un­bekannten Entschädigungssumme zu fal­ten, baß es vielmehr a >ch im allgemeine 1 Jnteresfe liegt, sobald wie möglich eine Pausclxtffumme fest­zustellen, denn Deutschland wirb auch zahlungs- luftiger werben, wenn es seine Schuld kennen wirb In bet türkischen Frage wirb sich Italien für eine Revision tes Vortrages von Sevres aussprechen.

2ttts öcm Reiche.

Ein stänÄigkr Ausschuß für das BildungS- weftn.

Berlin, 13. Jan. (WTB.) Der Hau pt- aus schuß bes Reichstags hat den demo­kratischen Antrag auf Einsetzung eines stän­digen Ausschusses für das Bil­dungswesen einstimmig angenommen, ebenso den Posten von 20 Millionen Mark zur Förderung der von der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft verfolgten Zwecke

Die Wahl des Berliner Oberschulrats.

Berlin, 13. Jan. (WTB.) In der Stadtverordnetensitzung erhielt bei der Ab­stimmung über die Wahl des Oberschulrats der Pädagoge Wilhelm Paulsen-Hamburg 115 Stimmen der Linken, der Stadtschulrat Dr. Reimann- Berlin 13 Stimmen. Die Demokraten und die Rechte enthielten sich der Abstimmung.

Beschwerde gegen einen Reichswehr- BatallwnS-Konnnandeur.

Berlin, 13. Jan. (WTB.) DerVor­wärts" teilt einen Bries mit, der am 11. Ja­nuar in Göttingen Scheidemann übergv« ben wurde, als er dort vor vollem Saale eine Rede halten wollte. In dem Briefe heißt eS: In den Kreisen der Reichswehr wird sehr bedauert, daß der Besuch zu der heutrgen Veo- sammlung ourch das Bataillonskommando mündlich verboten wurde. Das Verbot wurde anläßlich der Parole an den Kompag­niefeldwebel zur Bekanntgabe an die Unteo- ofsiziere und Mannschaften ausgegeben. Der Vorwärts" wendet sich sehr scharf gegen einen solchen Eingriff in die persönliche und staats­bürgerliche Freiheit der ReichSwehrangv- hörigen.

Die Tabaksteuer.

Berlin, 13. Jan. (WTB.) Zn der durch die Presse gegangenen Notiz über bte Ermäßi­gung der Tabaksteuer weist der ReichS- oerbanb deutscher Zigarren Hersteller E. V in Ber­lin darauf hm, daß die im Tabaksteuergesttz fest­gelegte Steuer bis »um 1. Avril 1921 für Zi­garren nur mit 25 Proz., für Zigaretten nur mit 50 Pro», erhoben werte, und daß durch Ver­fügung des Reichssinanzn'H.isters vom 27. De­zember 1920 (f.Rnchsanze-.ger" Nr. 1) die biS 1. April 1921 zugestandene Ermäßigung der Ta­baksteuer für die Zeit vom 1. Aprü 1921 bis 30 September 1921 für Zigarren von 75 auf 65 Proz. und für Zigaretten m den fünf höchsten Steuerklassen von 50 auf 30 Proz. herabgesetzt wird. Durch btefe Herabminderung ter bisher zu gestanden en Ermäßigung ist also tatsächlich eine Erhöhung der Tabaksteuer eingetreten.

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General-Anzeiger für Gberhefsen

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