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befahlt wurden Beträchtlich sind auch die Aus

Kunst und Wissenschaft.

Versammlung der Paläontologischen Gesell­schaft zu Frankfurt a. M. vom 8.-10. August. Die erste Versammlung der paläontologischen Gesellschaft nach dem Kriege wurde am Montag den 8. August, im Senckendergischen Museum vor den zahlreichen, auch aus dem Auslands (Oesterreich. Holland, Dänemark. Schweden) er-

Landwirtschaft.

Maßnahmen zur Linderung der Streunol.

Durch die lang anhaltende Trockenheit ist ein starker Futtermangel hervvrgerufen worden, der sich durch den Ausfall dec HerbltgrünfuttererMe noch verschlechtern wird, da die Aussichten für eine Herbstfutterernte sehr geringe find Es muh da hei mit einer groben Futterknappheil während des ganzen Winters gerechnet werden, da Zukauf von Kraftsuttermitteln nur in beschränktem Umfang erfolgen kann und sich diese Futtermittel sestv teuer stellen werden. Daher muh der Landwirt in der eigenen Wirtschaft zunächst Umschau halte».

um alle zur Fütterung geeigneten Ernteprodutic dem Viehbestände zur Ernährung möglichst nutz- bar zu niachen. Auch Stosse, die seither mehr oder weniger wegen ihres minderen Dährgehattes nicht als Futtermittel, sondern zu anderen Zwecken verwandt wurden, müssen in Anbetracht der vor­handenen Aotlage für die Ernährung der Tiere herangezogen werden Hierzu gehört die Ver­wendung des Strohes als Futtermittel. Wenn manche Stroharten, die man für gewöhnlich als Einst reumittel benutzt, auch für die Ernährung der Tiere nicht von allzugrobem Werk sind, ft dürften sie doch als Erhaltungsfutter in der jetzigen Dotlage sehr zweckmässige Verwendung finden kb nen und müssen restlos zur Derfütterung bereit gestellt werden. Geschieht dies, so mutz für Be­schaffung von Ersatzstoffen für Einstreu Sorge getragen werden. Dies ist seicht möglich, da tpir in der Torfstreu ein nicht allein gleichwertiges sondern in seinen Eigenschaften besseres und'bil-

lich neben das schlichte Handwerk reihen. Dicht nur die Ausstellung selbst ist eindrucksvoll. Auch alles, was im Zusammenhang mit ihr sonst bisher geboten wurde, gereicht den Veranstaltern zur Ehre. Die Sröffnungfeier mit ihren turneri­schen und gesanglichen Darbietungen, die schon zweimal vor auSverkaustem Hause stattgefundene Aufführung deS DollsstückesDie Hütten- berget, der heutige Zunftabend, bei dem Handwerksmeister und Gesellen in ihren sauberen Werkstattkleidern ein 6tüd stolzer Handwerker- geschichte in der Erinnerung wachriesen - alles nahm einen so wohlgelungenen anregenden Ver­laus, wie er nur in einer Stadt mit so ausge­prägtem Gemeinsinn, der den Bürgern Dutzbachs von jeher eigen ist, möglich ist. Cs ist vor allem der Turnverein, dessen Mttglieder bei allen Veranstaltungen im Vordergründe der Betätigung stehen und sich, was hier besonders anerkannt fei, in vorbildlicher Weise in den Dienst der Allge­meinheit stellt. Auch für die letzten Tage der Ausstellung, die am 15. August geschlossen wird, ist noch mancherlei an Unterhaltung vorgesehen. Morgen abend kommt daS mit so stürmischem Deifatt ausgenommene VolksschauspielDie Hüt­tenberger" von Rektor 2L Storch, das uns in das Iaht 1813 zurückversetzt und mit feinen Volks­trachten, Volkstänzen und Spinnstubeascenen ein Stück unverfälschten deutschen Volkstums zur Dar­stellung bringt, zum dritten Mal zur Aufführung. Sine vierte Darbietung war ursprünglich nicht vorgesehen, wird ckber kommen. Am Samstag abend findet in bet Festhalle im AuSstellungs- aelände grohes Xoruert der Giehener Kapelle statt Der Sonntag wird am Dachmillag Konzert einer Tiroler Kapelle und Tanzvergnügen, viel­leicht auch nochmalsDie Hüttenberger und der Abend turnerische Vorführungen und Schluhseier bringen. Um einen kurzen .....

Kreis Schotten.

ch. Gonterskirchen, 10. Aug. Unter dem Vorsitz von Pfarrer H oh grase sand hier eine Beratung zur Ehrung der gefallenen Krieger statt, an der je einige Mitglieder des Gemeinderats, des Kirchenvorstandes und des Kriegervereins teil­nahmen. Es wurde beschlossen, in der Kirche eine Gedenttasel cmzubringen, welche die Damen der 26 Gefallenen trägt. Außerdem soll oberhalb des Dorfes nach Laubach zu ein H c l d e n h a i n ge­pflanzt werden und zwar für jeden Gefallenen eine Linde.

z. Vom Oberwald, 8. Aug. Die Him­beer e r n t e ist durch die anhaltende trockene Witterung sehr beeinträchtigt worden. Die Sträu­cher hängen noch dicht voll von grünen Beeren, welche, da ihnen die nötige Feuchtigkeit fehlt, nicht zur Aeife gelangen können.

Kreis Friedberg.

I K i r ch - G ö n s, 10. Aug. Grvtzer Was­sermangel herrscht in unserem Dorfe. Die meisten Brunnen sind versiegt. Es ist ein Glück das; in der Dähe des Bahnhofs ein sehr wasser­reicher Brunnen ist. Hier holen die Leute ganze Fässer voll Wasser für das Vieh.

Starkenburg und Rheinhessen.

spd. Oss en dach a. M, 9 Aug. 3n einem hiesigen Stempelgeschäft wurde dieser Tage ein G u m rn i d i e n st st e m p e l für das städtische Steueramt Offenbach bestellt. Das Geschäft fragte vorsichtshalber bei dem Steueramt an, und es stellte sich heraus, bah der Auftrag dort nicht erteilt sei. Als der Auftraggeber das Dienst­siegel abholen wollte, wurde er festgenommen. Es handelt sich um einen hiesigen Darietü-Besitzer, bei das Siegel zur Abstempelung feiner Eintritts­karten für seine Vorstellungen benutzen und sich aus diese Weise um dlc Billettsteuer drücken wollte.

zollten ihren Tribut mit 1 091 422 Mk. während die Alloholseinde verhältnismätzig billig davon kommen, wurden doch für Mineralwastersteuer nur 115 483 Mk. gezahlt. Gering war der Ertrag der Kohlensteuer mit 111278 Mk. Die Ausfuhr- abgaben beliefen sich auf 18 434 980 Mk.

Die neuen Frankfurter Drotpreise.

sd. F r a n k f u r t a. M. 10. Aug. Die neuen Brvtpreise in Frankfurt sind wie folgt festgelegt worden: Rationiertes Brot 3 Pfund 5,60 Mark, der bisherige Preis war 4 Mark Bröt­chen von 50 Gramm 30 Pfennig, bisher 20 Pf. Markenfreies Brot, sogenanntes Schlüch­terner Brot, 2-Pfund-Laib, 5,50 Mark, mar­kenfreies Weißbrot, 2 Pfund 6 Mark, Weißbrot aus ausländischem Mehl 600 Gramm 5,50 Mark,' weiße Brötchen, 50 Gramm 50 Pfennig.

Neue Verhaftungen Frankfurter Kommunisten.

sd. Frankfurt a. M., 10. Aug. Wie der .Kommunist" meldet, wurden die erst kürzlich im Kommunistenprozeß freigesprochenen Kommu­nisten Lehmann und Frau S i m b o l aufs neue verhaftet und dem Gerichtsgefängnis zu­geführt. Als Begründung wurde Ergehen gegen das Sprengstoffgesetz angegeben.

Ausbau der Mainwafserkrafte.

sd. Frankfurt a. M., 10. Aug. Zur Ge­winnung der Mainwasserkräfte sollen nach Mit­teilungen des Städtischen Tiefbauamtes die vier Wehre bei Okriftel, Flörsheim, Höchst und Frank­furt beseitigt und durch zwei neue größere Wehre bei Eddersheim und Schwanheim erseht werden. Die Stadt Frankfurt hat besonderes Interesse an dem Wehr bei Schwanheim, das in erster Ginte als Ersatz für das Frankfurter Wehr dienen könnte. Der bereits ausaearbeitete Plan bietet Aussicht auf die Möglichkeit, aus dieser einen Kraftstufe jährlich mindestens 20 Millionen Kilo- Wattstunden zu gewinnen. Das würde für die städtischen Elektrizitätswerke eine jährliche Koh- lenersparnis von mindestens 16 000 Tonnen be­deuten. Auch für die Schiffahrt bietet das Pro­jekt große Vorteile. Der Magistrat hat in seiner letzten Sitzung bc. witteren Bearbeitung d r Pläne zugestimmt und beantragt bei der Stadtverord­netenversammlung, für die Vorarbeiten 100 000 Mark bereitzustellen.

spb. Wertheim. 10. Aug. Auch der Main ist nur noch ein Rinnsal. Von Tag zu Tag wird der Laus schmaler und Heiner. Inf ein und Steine, die man bisher niemals gefehen hat, treten immer mehr zu Tage. Bei Reistenhaufen liegt feit einigen Tagen ein logenannterS) unger- st einbrocken, in dem die Jahreszahlen 1776, 1800, 1811, 1842, 1884, 1885, 1893 und 1911 ein- gemeitzelt sind. Den bisher tiessten Was) erstand zeigt t^r hiesige Pegel mit 59 Zentimetern für das 3abr 1893. Der diesjährige Wasferstand ist und 12 Zentimeter, also auf 46 Zentimeter, unter dem des Zabres 1893 gef unken und somit der tiefste bis jetzt nachweisbare.

- * Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurden am 2. August die Kandidaten 'für das landwirtschaftliche Lehramt Dr. Philipp Helf er t zu Lauterbach und Dr. Otto Lehr zu Alsfeld mit Wirkung vorn 1. April 1921 an za LandwirtschaftSlehrecn. Ernannt wurde am '1. August 1921 der ReaierungSassessor Dr. Rein- ihard Koch zu Friedberg mit Wirkung vorn 1. Ouni 1021 an zum Feldbereinigungskommis- fär mit der Amtsbezeichnung .Kreisamtmann. Durch Entschließung des Gesamtministeriums wurde der Wirkliche Geheimerat vonRömheld Exzellenz auf sein Dachsuchen unter Anerkennung feiner dem Staat geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. August 1921 on von dem Amte eines Direk­tor- deS Landesmuseums entbunden. Mit der Führung der Geschäfte des Museumsdirektors ist bis auf weiteres der Vortragende Rat im Landes­amt für das VlldungSwesen Oberregierungsrat L ö h I e i n beauftragt worden. - Entlassen wurde am 6. .August der ordentliche Professor an der Technischen Hochschule Dr.-Iug. Ernst Braun zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. Oktober 1921 an unter Anerkennung feiner dem Staate geleisteten Dienste. Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Feld krücken (Kreis Schotten). Mit der Stelle war seither Or» ganistendienst verbunden.

Ertappte Diebe. 3m vorigen Zahr^ wurden aus einem Laden aus dem Kirchenplatz mittelst Einbruchs mehrere Paar Herren- and Damensttesel gestohlen, ohne datz man einen An- Ball für die Täterschaft hatte. Gestern Ift es nunmehr der Kriminalpolizei gelungen, die Diebe zu ermitteln und einen Teil des gestohlenen Gutes wieder zur Stelle zu bringen. Als solche kommen zwei Frauen in Frage, uns zwar sind es diejenigen, die um die «fragliche Zeit auch den srvtzen Leberdiebstahl bei einem hiesigen Gerber­meister ausführten.

** Hcberörucfmarlcn zu 1 Mk. 60 P f., 3, 5 und 10 MI. Die Postverwaltung gibt in nächster Zeit vorübergehend Germania-äleber- drudmarlcn aus in den Werten von 1 Mk. 60 Ps. auf der braunen 5-Pf.-Marke, von 3 Mk. auf der zweifarbigen 1> ^Mk.-Marke, von 5 und 10 Mk. aus der dunkelvioletten 75-Ps.-Marke. Die Dkarke zu 1 Mk. 60 Ps. dient hauptsächlich für die Frei­machung von Einschreibbriefen, wofür feit Ein­führung der neuen Gebührensätze bis jetzt keine Marke vorhanden war. Die Marken zu 3 5 uni) 10 Mark sind dazu bestimmt, den großen Bedarf an höheren Markenwerten, wie er jetzt na­mentlich im Paketverkehr besteht, voll zu befriedi­gen. GS werden auf diese Weise die Vorräte an 8Ps, 75 Pf. und l> i-Mk.-Marken, die heute bei den neuen Postgebührensätzen nur noch wenig oder gar nicht mehr gebraucht werden, nutzbringend verwendet und dem Verkehr die bis zum aus­giebigen Erscheinen der neuen Postwertzeichen er­forderlichen Mengen an Freimarken höherer Werte zu geführt.

Bornotizen.

* Kaufmännische 3ugenbtagung. Am 10. und 11. September d. 3s. veranstallet der Main-Weser-Gau des Deutschnationalen Hand- lungsgehilfen-Derbandes. der das Gebiet Hessen, Hessen-Dassau Dohe und einen Teil der Rhein­provinz umfaßt, in Hirzenhain am Vogelsberg seinen 4. großen 3ugendtag. Die letzte derartige Kaufmannstagung fand im Jahre 1914 auf Mün­zenberg bei Butzbach statt. Die im ganzen Gau­gebiet bestehenden Zugendabteilungen des D. H.-> V. bereiten schon jetzt zu der Tagung vor. die neben körperlichen und geisttgen Wettkämpfen auch Reigen, Hans-Sachs-Spiele, Zirkus der fahren­den Gesellen, Fackelzug und dergleichen bringen wird. Das soeben erschienene Werbeschreiben: Fünftausend junge Kaufleute" mit Abbildungen von der Reichstagung in Leipzig und dem Be- kemttnis der Kaufmannsjugend wird von der Gaugcschäftsstelle des D. H.-V. in Frankfurt a. M>. Reinekstr. 27. kostenlos abgegeben.

Landkreis Giehen.

Rödgen, 10. Aug. Der Gemeinde rat in Rödgen hat bdschlvsten, daß beim Anhalten der Trockenheit und mit Rücksicht aus die traurige politische Lage die diesjährige Kirmes aus- fallen soll. Dieser Beschluß des einsichtsvollen Gemeinderates verdient größte Beachtung und weiteste Dachahmung.

tt. Treis a. L., 9. Aug. Einen seltenen Fund machte dieser Tage ein hiesiger Bursche, der beim Pflügen eines Kornackers ein Zwanzigmark­stück fand. Daß es auf Kirchweihen Schläge­reien zwischen den Teilnehmern gibt, ist eine alte Erfahrung, aber daß die Musikanten ein­ander in die Haare geraten und mit den Doten- büchern eine regelrechte Keilerei veranstalten, ist auch ein seltenes Vorkommnis. Man konnte es heute, am zweiten Kirchweihtag, hier erleben. Der blutig geschlagene Musikant, der seinen Kollegen den Schnapsgenuh wehren wollte, muhte das Musikpodium verlassen und nach Gießen zurück­fahren.

Kreis Büdingen.

Hr. Ober-Mockstadt, 10. Aug. Die neue elektrische Lichtanlage zeigte in hiesiger Kirche Sonntag den 7. August in einem Kirchen­konzert zum erstenmale der Gemeinde ihre fest­liche Helle. Die Kirche war überfüllt von Leuten aus den beiden Mockstadt und den umliegenden Orten. Der Posaunenchor Dieder-Mockstadt zeigte mit zwei Stücken von HändelZum alanzerfüllten Sternenzelt" undGröhes Halleluja" in Ton- reinheit und dynamischer Herausarbeitung, dah er auf der Hohe ist. 3n dem gemischten Chor, Ober- Mockstadt und dem Männerchor Dieder - Mock­stadt fand der mehrstimmige Gesang würdige Ver­tretung. Das Gesangsolo hatte Frau Rose Diehl aus Giehen übernommen. Besonders ergreifend gelang der SängerinSchönster Herr Zesu" von Hildach. Die Glanznummer des Konzertes war das TrompetenduettO tote selig ist das Kind" von F. Mendelsohn, vorgetragen non Pfarrer Kalbhenn und Sohn Adolf. Fräulein Goos aus Karlsruhe begleitete mit seinem Verständnis auf der Orgel, während Pfarrer Stumpf aus Eschen­rod eine Fuge von Zoh. Seb. Bach undPasto­rale" von Rheinberger meisterhaft auf der Orgel vortrug. 3n seiner Ansprache führte Pfarrer Kalbhenn aus, wie das ordnungbringende und lebenweckende Licht von Gott ausgegangen ist, so brauchen wir in unserem Volke gegenwärtig das Licht Gottes. Der Hebung unseres Volkes soll auch die gute Musik und der erhebende Gesang dienen.

Kreis Lauterbach.

J- Aus dem Vogelsberg, 10. Aug. Die anhaltende Dürre macht sich jetzt auch im Walde sehr bemerkbar. Junge Pflanzungen leiden sehr, vielfach sind sie abgestorben. Die Baume auf einzelnen Vergkuppen so bei Alten­hain und ällrichstein haben ihr Laub ver­loren und stehen vor dem Absterben. Die früher so wasserreichen Wasserleitungen können die Dör­fer nicht mehr versorgen. Für das Vieh wird wieder Bachwasser benutzt. Kartoffel- und Run- telfelder sehen trostlos aus, ebenso Wiesen und Kleeäcker.

Hessen-Nassau.

Ein Abschnitt aus dem Steuerbudget Frank­furts.

mc. F r a n ! f u r t a. M.» 9. Aug. Welche Riefensummen eine Großstadt alljährlich an den Staat abführt, geht aus dem Erträgnis der Zölle und indirekten Steuern hervor, die gezahlt wurden. Sv hat Frankfurt im Jahre 1920 an (Zöllen zu zahlen gehabt 30 933 165 Mt, für Zucker und Salz 2 553 849 Mk., für Schaum­wein 4 694 911 Ml für Wein 15 555 569 Mk. Den größten Betrag aller indiretten Steuern nimmt die Gütei abgabe in Anspruch, die 63 409 358 Mart betrug, während für Tabat 32 795 725 Mk.

iM Arbeit zu kommen, ha überall Streik­posten den Eintritt in die Zeitungen verweh­ren. Boten, die Zeitungspakete auf die Post und zur Bahn bringen wollten, wurden die PLcke teilweise entrissen. Erst als Polizei eingriff und für den Schutz der Boten sorgte, konnte die ungehinderte Expedition vor sich gehen.

Der neue oberste Gerichtshof im Saargebiet.

Saarlouis. 9. Aug. (WTB.) Heute vor­mittag wurde der ober st e Gerichtshof, der für das Saargebiet an Stelle des Reichsgerichts tritt, in Saarlouis eröffnet. 3ustizminister Graf Molckte Huifeld hielt dabei eine Rede, in der er darauf hinwies, daß schon vor 110 3ahren die Bürger Saarlouis darum baten, daß Saar- «louiS der Sih eines obersten Gerichtshofes sein -möge. Der Redner wies darauf hin. daß die Mit- iglieber des obersten Gerichtshofes aus Ländern kommen, die nach ihrer Geschichte und nach ihren "Gesetzen sehr verschieden sind, und daß daher eine Gewähr dafür geboten sei. daß die Recht­sprechung deS Gerichtshofes allen anderen Ge­richten sicher überlegen sei. Die Rede wurde in französischer Sprache gehalten.

ligereS Streumittel für untere Tiere, ins besonder, für Pferde haben.

Der Wert der Einstreumittel wird nach dem Wasseraufsaugungsvermögen bemessen und hangt von dcr Fähigkeit ab, ;bie rasch? Zersetzung des DüngerS einzuschränken, um die Stickstosfverlustc. die in Form von Ammonigk in die Lust entweichen, möglichst hintan zu halten. Die Torfstreu hat ein lehr großes Absorptionsvermögen für Zauche Sie ist befähigt, das 7° biS 9-sache ihre- eigenen Gewichtes (34 mal so viel als Stroh) an Flüs­sigkeit aufzusaugen und bietet durch die Eigenschaft die flüchtigen ZerfetzungSpcodukte der Exkremente zu binden, noch den Vorteil, die Staaluft frei von Gafen zu halten, die die Vermehrung schäd­licher Bakterien und 3nfektionskeime sehr begün­stigen. Auf Grund dieser ihrer Fähizkeit findet die Torsstreu auch als Konservierungsmittel 'für den Stallmist Verwendung. /

Torfs! reu besitzen wir in ausgedehntem Maße und. ist Torfstreu m brauchbaren Mengen fast überall käuflich zu erwerben Besonders für Pferde gibt Torfstreu ein geeignetes Ginstreu- mittel ab, und es liegt im 3nteresse einer rest­losen Verwendung der Strohdvrcäte zu Futtec- zwecken, daß die Landwirte diesen Tieren fein Stroh mehr unterwerfen, das. durch die Er- nährungSkanäle des Tieres geleitet, in der jetzigen Zett eine viel bessere Verwendung finden muh. Erwähnt sei noch, daß auf Grund der angeführten Eigenschaften man die Torfstreu alS vorzügliches VekämpfungSmittel der Maul- und Klauenseuche sehr empfehlen kann und hierüber recht günstige Urteile auS der Praxis vorliegen Die Torfstreu bietet den Tieren ein reines, trockenes und Weiche- Lager, die Huf- und Klauenerkrankungen treten in der Hauptsache nur dort auf, tno die Tiere auf feuchtem, jauchigem oder hartem Boden steheo müfjen.

3n Anbetracht all dieser günfftgen Eigen­schaften muß eS unS wundern, bah die- vor­treffliche ©treumittel in den letzten Zähren nicht schon starken Eingang in unsere landwirtschaft­lichen Betriebe gefunden hat, umsomehr, als eS sich bedeutend billiger stellt, als die Strohpreile der letzten Zahre Der Zentnerpreis der Tor»- streu beträgt zur Zeit esioa 1415 Mark, während Stroh m den letzten Wochen zu einem Pre-3 von 2025 Mark gehandelt wurde. Dem Gewicht nach werden etwa gleiche Mengen Stroh ober Tors als Einstreumittet benötigt. Hieraus ent- springt ber billige Preis für bie Torfstreu. Bei Pferden genügt eine tägliche Derbrauchsmenge von 34 Pfund Torfstreu, bei Rindern etwas mehr. Am Anfang bis zur Bildung einer Matratze sind etwas reichlichere Gaben erforderlich. Dach 814 Tagen ist die Torfstreumatratze zu erneu­ern. Gegenüber der Walbstreu gewährt bie Torf» streu ben Vorteil, baß sic em vollwertigeres Lager für die Tiere abgibt, alS das Waldlaub, einen höheren Düngerwert besitzt (Torfstreu enthält außerdem noch 2 Prozent Stickstoff) und im Acker« boden leichter zersetzlich ist.

Beim Kaufe von Torfstreu hat man beson­ders darauf zu achten, daß trockene, leichte, po­röse und von erdigen und lehmigen Bestanbtelle'i freie Ware geliefert wird. Evtl, lärm man sich den Kubikinhalt, die Pressung und den Grad des Trockensubstanzgehalts garantieren lassen. Da -die Lieferung der Torfstreu in gepreßtem Zu­stande erfolgt, verbilligt sich ihr Transport sehr und sind zu ihrer Aufbewahrung keine großen Räume erforderlich. Vor dem Gebrauche müssen bie gepreßten Ballen gut zerkleinert und gleich­mäßig verteill werden. Auch bie benutzte Torf­streu hat trotz erhöhten DünaergehalleS ein ge­ringeres Volumen als der Stallmist. Wenn viShei sich die Mißerfolge bei der Verwendung von Torfstreu in der Praxis ergeben haben, so war dieS zumeist auf die Verwendung von schlechtem Material oder die Dachlässigkeit in der Behänd lung der Torfstreumatratze zurückzuführen

3n Anbetracht ber heutigen Futterverhäll- niste und des vorzüglichen EtreuwerteS von Torf- streu ist eS unbedingt erforderlich, daß die Tki Wendung von Torfstreu im 3ntereffc ber Frei machung von Stroh xur Fütterung mehr Eingang in unsere landwirtschaftlichen Betriebe wie feit her findet. Dach eingezogenen ®rtunbigungen sind in Hessen genügend Torfstreuvorräte vorhanden, so daß der Bedarf hinreichend gedeckt toerben kann. Durch bie landwirtschaftlichen Genosten- schäften, ebenso im freien Handel, ist Torfstreu in hinreichenden Mengen zu beziehen. B.

Die Butzbacher Gewerbe- Ausstellung.

* Butzbach, 10. 2lllg

Wer vor einigen Wochen dem so eindrucksvoll verlaufenen Stadtjubiläum beiwohnen konnte, der mußte in sich etwas herfbüren von dem Hauch einer stolzen Vergangenheit, der heute noch über dem altertümlichen Städtchen liegt. Cs kam dem Besucher deutlich zum Bewußtsein und in vielen schönen Ansprachen wurde das immer wie­der hervvrgehoben. daß es ein stolzes, frei- gesinntes Bürgertum gewesen ist, das das Ge­meinwesen zu Wohlstand geführt und in ihm einen Gewerbefleiß entfaltet hat, wie wir ihn wohl kaum tn einer zweiten der oberhessischen Land­städte beobachten konnten. Wer heute durch die am 30. Zull eröffnete Zubiläums-Gewerbeausstel- lung geht, der findet dies durch die Tat be­stätigt. Die Ausstellung ist eine Meisterleistung heimischen Handwerks trotz wirtschaftlicher Dot und schweren Druckes, die auf dem Handwerk heute lasten, nicht zucückstehend hinter der letzten grö­ßeren derartigen Veranstaltung im Zahre 1868. Butzbach hat sich seinen charakteristischen Hand­werkerstand bewahrt, der alle Fortschritte an­genommen und sich so auch neben der Industrie behaupten wird die mächtig empvrblüht und dem altertümlichen Landstädtchen äußerlich jetzt schon ein anderes Gepräge zu verleihen beginnt. Auf Handwerk und Industrie beruht die Zukunft der Stadt, für die ein neuer wirtschaftlicher Ausstieg bevorsteht. Wie beide sich ergänzen, wie beide in harmonischem Verhältnis nebeneinander be­stehen und eigene und gemeinsame Aufgaben ohne Reibung erledigen können, das zeigt die Aus­stellung in trefflicher Weise, wo sich die Erzeugnisie der Großindustrie brüber»

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Aus Stabt und Land.

Gießen, den 11. Aug. 1921.

Rückgang der Poftdiebstähle.

Bei Post und Eisenbahn sind während des ^Krieges und in ber Dachkriegszeit bie Aus­gaben für Ersatzleistungen ganz er- ipeblich gestiegen. Diese Erscheinung ist aber nicht nur in Deutschlanb zu beobachten, fonbern 'bat sich auch in anberen Ländern unlieb­sam bemerkbar gemacht. Dach den neuesten Berich- >ten stiegen z. B. in der Schweiz die Paket- 'tocrlufte gegen bie Vorkriegszeit auf 675 Proz. 3n Frankreich haben sich die Ausgaben für Ersatzleistungen bei ber Post um 1600 Prozent vermehrt. Während die Reichspostverwaltung »vor dem Kriege mit 240 000 Mark jährlich für Ersatzleistungen auskam, erhöhten sich diese Be­träge dauernd und betrugen 1919 rund 30 Mil­lionen Mark, wobei allerdings die erhebliche ^Erhöhung der Crsatzbeträge zu berücksichtigen ist.

- Die Eisenbahn muhte 1919 für Ersatzleistungen 120 Millionen Mark zahlen. Diese Ziffern sind weiter gestiegen und betrugen z. D. im zweiten "Vierteljahr des Rechnungsjahres 1920 bei ber Post rund 8 Mlllionen Mark. Deuerdings ist erfreulicherweise ein Rückgang zu beob­achten, so dah im ersten Vierteljahr des Rech­nungsjahres 1921 nur noch 4,8 Millionen Mack ,gu zahlen waren, wobei auch noch zu berück­sichtigen ist, dah in dieser Summe noch zahlreiche Zahlungen für ältere Fälle enthalten sind. Deben verschiedenen anderen Maßnahmen . bat zu jenem Ergebnis auch die Ausmerzung zahl- : reicher unzuverlässiger Posthelfer und ihr Ersatz durch Fach beamte beigetragen. Mit einer wei­teren Zunahme ber Sicherheit im Po st betriebe kann hiernach be stimmt ge- -nechnet werden.

AVettervorauHsage

für Freitag'

V Wechselnd bewölkt, zeitweise Regenschauer, Dordwestwinde.

Soweit aus ben wenigen vorliegenden Mel­dungen zu ersehen ist, scheinen wir morgen auf ; Idte Rückseite des Wirbels zu kommen, der heute vunferem Bezirk endlich größere Dieder- sschlagsmengen bringt. Es ist daher morgen mit wechselhaftem, kühlerem Wetter zu rechnen.

fchienenen Mitgliedern eröffnet. Den Vorsitz bei cu uni> ^lyruifteier I Geicllschasi übernimmt jetzt Prof. Dr. Ad e i aus eberblid über das I Wien. Dcr Montag unb Dienstag waren wissen-